Jobs
Info
Impressum
235 Besucher sind online

Message-Box


Tagebücher auf Planet-Liebe.de

Wer braucht schon Sex, Drugs and Rock'n'Roll?
Bewerten

Weck mich, wenn du vögeln willst...

Veröffentlicht: 20. Juli 2010 um 19:56 von Shiny Flame

...bzw. damit, sonst lass mich bitte ne Weile dösen."

So schrieb ich vor meiner Siesta mit der "Hexe von Paris". über das icq an meinen Herzallerliebsten, der gerade mit der Bearbeitung einiger Confotos für ein Logo unserer Apo-Gruppe beschäftigt war. (Wie zum Teufel schaffe ich es, diesem Mann häufiger mal einen Anreiz für Basteleien und Ähnliches zu geben? Da kommt jedes Mal saugeiles Zeug raus - aber er macht es nur aufgrund eines bestimmten Anlasses, nicht als Basteln um des Bastelns willen.) Dann legte ich mich aufs Bett und schmökerte glückselig in den Armen von Judith Merkle Riley. Die "Hexe von Paris" ist jedes Mal, wenn ich sie lese, noch besser. Jedes Mal erkenne ich neue geniale Details. Und Geneviève ist so eine geniale, traumhafte Heldin... Wenn es mir jemals gelingt, eine Heldin wie sie zu erschaffen, dann... Dann... Dann nehme ich mein ursprüngliches Ziel, den Literaturbetrieb ähnlich wie einst Brecht zu erneuern, komplett neu in Angriff.

(Das darf ich ruhig sagen. Ich bin nämlich noch weit weg davon.)

Na ja. Ich lieg also auf dem Bett und freu mich an dem Schaf, dass sich anders als die anderen nicht an den Neuerungen der modernen Wissenschaft erfreuen kann. Freue mich daran, wie geschickt die Erzählerin dialogische Elemente mit der Einführung und Charakterisierung des Hauses und der Familie Pasquière vermischt und wie schon da Genevièves entzückend altkluge Art deutlich wird, wie die Grundkonflikte sich schon auf den ersten Seiten andeuten und ich erkenne, dass jede Szene teilweise nicht nur doppelten, sondern sogar dreifachen Boden hat...

Da kommt plötzlich mein Schatz aufs Bett, legt sich hinter mich und legt einen Arm um mich. Stubst sanft mit seiner Nase gegen mein Ohr und pfeift mehrfach eine große Terz.

"Hey, was ist los?", frage ich und buffe einmal mit meiner Nase gegen seine zurück. Er pfeift einfach weiter und puckert immer wieder seine Nase gegen meine Schulter. Da dämmert es mir. "Vögelst du mich gerade?" Er nickt und lacht los, und dann versuche ich auch, ihn zu vögeln, aber mein Pfeifen ist leiser als seins und ich krieg es nicht so gut hin, wie er gleichzeitig zu pfeifen und die Nase nach vorne zu stubsen.

"Ich glaub, du bist beim Vögeln lauter als ich", seufze ich, und wenn er an der Stelle nicht vor Lachen keine Luft mehr gekriegt hätte, hätte er das sicher noch mal unter Beweis gestellt.

Nach einer Menge Geblödel, Kissenschlacht, teils sadomasochistisch schmerzhaftem Herumgebalge und durch Lachen unterbrochenem Gepfeife hören wir dann mit dem Vögeln auf und ficken stattdessen. Ich mag das Wort "ficken" eigentlich nicht, aber wenn ich jetzt nicht mehr vögeln darf, ohne aus dem letzten Loch zu pfeifen? Und warum blasen, wenn man auch pfeifen kann, und überhaupt und sowieso und...

... und da ich irgendwann im Geblödel ein Halsband umgelegt bekommen habe, darf ich jetzt auch nicht einfach wie sonst mehrfach zum Höhepunkt kommen, sondern soll mich beherrschen. Also öffne ich die Augen, statt sie wie sonst vor lauter Fühlsensationen zusammenzukneifen. Aber alles, was ich sehe, ist sein Körper, sein Lingam auf dem Weg in mein Yoni, sein Bauch, seine Nippel, sein Hals, seine Schultern, sein unrasiertes Kinn, seine wild blitzenden Augen, seine verführerischen Lippen und dieses fiese Lächeln... Das hilft mir alles nicht, es wird unerträglich, ich komme gleich, ich halt das nicht aus!

Da fällt mein Blick zum Glück an die Decke, oberhalb seiner Schultern, und ich beginne leise ein Mantra zu sprechen, dass mich vor dem unerlaubt-vorzeitigen Höhepunkt bewahren soll. "Wir könnten die Decke neu streichen. Wir könnten die Decke in weiß streichen. Wir könnten die Decke in cremeweiß streichen. Decke streichen..."

An der Stelle muss mein Kerl schon wieder loslachen und kann erst mal nicht mehr weiter machen. Eine echte Erleichterung für meinen vor Verlangen brennenden Unterleib. Und da wir grad nicht mehr ficken, kann ich ja stattdessen wieder ein bisschen vögeln, als mein Liebster zu lachen aufgehört hat. Nur dumm, dass er da gleich schon wieder loslacht und mir erst mal eine schallert. Da lach ich auch wieder - aber heb mein Becken so hoch, dass er bloß nicht rausrutscht. Irgendwann will ich ja doch noch mal kommen.

Na ja, wie das im wirklichen Leben immer so ist, klingelt an dieser Stelle die Tür.

Aber wir machen trotzdem weiter und ignorieren sie.
Kategorie: Kategorielos
Aufrufe 51 Kommentare 0 Hinweis auf diesen Blog-Eintrag per E-Mail verschicken
Kommentare 0

Kommentare