Durch Erziehung bekommen Menschen ein Gefühl dafür, wann es nötig ist, sich körperlich oder mit Worten zurückzuhalten. Das nennt man
Scham. Kleine Kinder kennen diese Gefühl noch nicht. Deshalb haben sie z.B. keine Hemmungen, ihre
Geschlechtsorgane nackt zu zeigen oder jederzeit über sexuelle Dinge zu sprechen oder danach zu fragen. Im Laufe der Zeit lernt man, dass das nicht immer und überall angemessen oder erwünscht ist. Man schämt sich z.B., in der Öffentlichkeit nackt zu sein, schließt die Toilette hinter sich zu und redet nur mit sehr vertrauten Menschen über seine persönliche
Sexualität. Schamgefühle sind wichtig, weil sie auf Grenzen der eigenen
Intimsphäre hinweisen und signalisieren, wann wir anderen zu nahe treten. Durch eine sehr strenge, sexualfeindliche Erziehung kann das
Schamgefühl aber auch ungesund übersteigert werden. Dann entwickelt man unter Umständen soviele Hemmungen, dass man seine
Sexualität nicht mehr ausleben kann und psychisch krank wird.