Eine Schwangerschaft verändert eine Frau von Grund auf
Man könnte auch sagen, dass eine Frau sich plötzlich für 10 Monate im Ausnahmezustand befindet, auch wenn danach nicht mehr alles so ist wie vorher. Egal wie gut frau sich mit einer möglichen und bevorstehenden Schwangerschaft auseinandersetzt, letztlich ist es doch ganz anders, als man es sich vorgestellt hat, denn die Veränderungen sind nicht nur körperlich, auch psychisch verändert sich vieles.
Die eindeutigste Veränderung erkennt man wohl am immer größer werdenden Bauch, da das Baby stetig wächst. Allerdings ist bei den meisten Frauen erst ab dem 4. Schwangerschaftsmonat auch von anderen deutlich zu erkennen, dass eine Schwangerschaft besteht. Wie groß der Bauch in einer Schwangerschaft wird ist von Frau zu Frau unterschiedlich, da es unterschiedliche körperliche Veranlagungen gibt.
Grundsätzlich kann man sagen, dass am Ende der Schwangerschaft eine Frau in ihrem Bauch folgendes Gewicht trägt:
- Kind 2,5 bis 4 kg
- Fruchtwasser ½ bis 1 kg,
- Mutterkuchen ½ kg,
- Gebärmutter 1 bis 1½ kg, da sie um das 500 bis 800fach während der Schwangerschaft anwächst.
Das Körpergewicht erhöht sich jedoch auch um:
- neu gebildetes Blut 1 kg,
- neu gebildetes Gewebe 2 kg,
- Wassereinlagerungen 1 bis 3½ kg.
Die ersten körperlichen Veränderungen nehmen die meisten Frauen mit den ersten Schwangerschaftsanzeichen wahr. Die Brüste fangen an zu spannen und zu wachsen und die Brustwarzen werden dunkler.
Etwa ab dem vierten Monat kann es zu Pigmentflecken kommen, z.B. im Gesicht.
Durch Wassereinlagerungen wird die Haut straffer, man sieht jugendlicher aus (ein paar Vorteile sollte man ja auch davon haben).
Etwa die Hälfte aller Schwangeren bekommen durch die Dehnung der Bauchdecke Schwangerschaftsstreifen, sie sind anfangs blaurot, nach der Entbindung werden sie weiß. Sie sind leider nicht rückgängig zu machen.
Die Haare wachsen schneller und sitzen jetzt fester in der Kopfhaut. Leider hält das nicht an, im Wochenbett löst sich diese feste Verankerung und die Haare können sogar büschelweise ausfallen.
Weitere physische Veränderungen während der Schwangerschaft
Da man als Schwangere zunehmend "vorlastig" wird, läuft man schließlich mit zurückgezogenen Schultern und extrem aufrecht, das führt bei vielen zu Rückenschmerzen. Besonders in den letzten Monaten wird man kurzatmig, da das Kind zunehmend auf die Lunge drückt.
Außerdem drücken viele Kinder auf den Magen, was zu Sodbrennen führen kann. Etwa vier Wochen vor der Geburt hört das auf, denn dann senkt sich das Kind. In den letzten Schwangerschaftswochen drückt das Kind auf die Blase, man läuft andauernd zur Toilette, aber es kommen immer nur wenige Tropfen... . Dies ist nicht zu vergleichen mit dem Harndrang am Anfang der Schwangerschaft, dieser entsteht durch die hormonellen Veränderungen, an die sich der Körper erst gewöhnen muss.
Das "jede Schwangerschaft einen Zahn kostet" ist ein Märchen, man sollte zu Beginn der Schwangerschaft zum Zahnarzt gehen (besser noch vorher), damit alles in Ordnung gebracht werden kann.
Die Psyche während der Schwangerschaft
Die Psyche spielt alles andere als eine untergeordnete Rolle.
Am bekanntesten sind wohl die auftretenden Stimmungsschwankungen bei Schwangeren. Die Laune wechselt häufig zwischen Müdigkeit und Arbeitseifer, Wohlbefinden und Übelkeit, Freude und Niedergeschlagenheit.
Auch wenn es ein Wunschkind ist, so muss sich jede Frau erst mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie jetzt Mutter wird. Den einen fällt es sehr leicht, den anderen eher schwer.
Ab ca. der 18. Schwangerschaftswoche spürt man die Kindsbewegungen, manche Frauen spüren es eher, manche später. Dies ist eine einschneidende Erfahrung für eine Schwangere, denn es zeigt noch mal viel deutlicher als alle Tests und Ultraschalls, dass ein Leben in ihr heranwächst.
Im Verlauf der Schwangerschaft verengt sich der Interessenkreis immer mehr auf das Kind. Ständig wird überlegt, was das Baby alles braucht, was man kauft, wie man sich die Geburt vorstellt und wie das Leben mit Kind wird. Man stellt sich immer mehr auf das Kind ein und beginnt langsam Pläne für die Zeit nach der Geburt zu machen.
Im dritten Trimester empfinden viele Frauen ihre Schwangerschaft als Belastung, denn der Bauch wird immer größer, es gibt unangenehme Wassereinlagerungen und man wird allgemein unbeweglicher und schwerfälliger. Man fängt an die Geburt herbeizusehen, hat aber gleichzeitig Angst davor.
Dies alles sind aber natürliche Veränderungen, denn eine Schwangerschaft ist immer ein neues und einschneidendes Erlebnis.