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2 Jahre alten Brief gefunden. das tut ganz schön weh

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Marla, 11 Februar 2005.

  1. Marla
    Marla (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo...

    Ich habe mit nem Abendgymnasium angefangen.. wirklich aufgenommen werde ich wohl nicht, aber bis es zu einer absage kommt mach ich erstmal mit. bis zum sommer ist das nur zwei mal die woche abends, nur latein. ich hatte jetzt 2 stunden, und fast 15 voll gekritzelte blätter. um da ordnung rein zu bringen habe ich nach einem ordner gesucht. der einzige ordner den ich gefunden habe, war einer mit der aufschrift "briefe". allein deswegen wollt ich den erst nicht nehmen, hab ihn dann aber doch aus dem schrank gezogen.
    ein großer ordner, und nur ein einziger, einsamer brief ist drin. von meinem vater. fast 2 jahre her.
    meine eltern haben sich sehr früh getrennt, und es ist ziemlich viel mist gelaufen. ich dachte ich wär drüber hinweg, hatte nichtmal ein besonderes gefühl als ich den brief gesehen habe.

    ich hatte ihn mit umschlag in einer klarsichtfolie getan und mit tesafilm die hülle zu gemacht damit er nicht rausfällt. hab ihn lange nicht mehr gelesen. wusste nicht mehr so recht was da drin steht.

    ich hab den tesafilm abgemacht, das war irgendwie komisch für mich. den brief habe ich dann auch gelesen. es ist so seltsam. worte auf einem blatt papier, die mein vater an mich gerichtet hat. worte die zu sagen versuchen das er sich ja so gern kümmern würde, es aber einfach nicht kann, weil er selbst nicht auf sein leben klar kommt. ich habe den brief nicht das erste mal gelesen. ich hätte nicht gedacht das es mich so trifft.

    ich habe das gefühl die feder die nur die tinte auf das papier bringen sollte hat sich direkt in mich hinein gebohrt und mehrmals gedreht. wie kann er schreiben er denkt seit 1992 (da brach der kontakt ab - bis ich wieder versucht habe ihn aufzunehmen) an mich, und meldet sich nie? wie kann er das wirklich geschrieben haben, wo ich auf seinen brief geantwortet habe und nie wieder etwas zurück kam? keiner kann zwei jahre brauchen um einen zettel und einen stift zu nehmen, um seiner eigenen tochter ein paar worte zu schreiben.

    ich wollte ihm grade zurück schreiben. irgendwie habe ich da ziemliches verlangen nach. es wär aber falsch. ich habe noch einen unterhaltstitel gegen ihn, und vor knapp 2 wochen habe ich meiner mutter eine vollmacht gegeben das sie nun versucht das geld einzuklagen. ich kann mich doch nicht ausgerechnet jetzt bei ihm melden?
    es tut mir so weh was er geschrieben hat. wie seine situation ist, seine dunklen gedanken, ich kann das alles nur zu gut verstehen. den teil habe ich irgendwie voll von ihm geerbt.

    ich fühle mich immer so leer, ich habe so oft das gefühl es geht nicht weiter. ich habe darüber nachgedacht, und ich war mir sicher mit meinem vater hat es nichts zu tun. jetzt habe ich den brief gelesen. der stich ging genau in die leere stelle. den teil kann mir niemand ersetzen.. und mein vater wird es nie tun.

    ich weiß grad gar nicht wie ich damit umgehen soll. ich habe das gefühl es hat mich total zurück geworfen. hmm... wollt das nur mal irgendwo los werden
     
    #1
    Marla, 11 Februar 2005
  2. emotion
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
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    Single
    Hallo Marla :cry:

    Ich kann mir schon vorstellen, dass jemand quasi handlungsunfähig ist.
    Vielleicht depressiv, ängstlich, verloren, ohne Zukunft, ohne Kraft, ... ?!
    So kann er den Brief schon mit guter ehrlicher Absicht verfasst haben, aber ist unfähig, aus dem Kreislauf der Negativität zu entfliehen.

    So könnte er sehr wohl zwischendurch nach einem positiven Brief deinerseits zu einer Antwort beflügelt werden, bei Vorhaltungen und Beschuldigungen sich aber wieder ins Schneckenhaus zurückziehen.
    Wer weiß ?!
    Wärest du selber nun stark, würde ich auf eine Psychotherapie seinerseits hinweisen wollen.
    Aber wie könntest du armes Ding :herz: ihn darauf aufmerksam machen ?!
    Und ihn überzeugen.
    Und würde es helfen ?
    Dir wahrscheinlich nicht soo viel, denn die wichtigsten Jahre (Kindheit) sind geprägt ...

    Das der Brief solche Gefühle in dir weckt kann ich gut nachvollziehen, selbst wenn du ihn in 2 Jahren nocheinmal liest, könnte es durch deine Entwicklung und Einsicht(en) wieder zu neuen Erkenntnissen kommen.
    So weh diese tun, erkennt man sich selbst in solcherlei Dingen, und das kann soo schlecht nicht sein ?
    Sich selbst, dass Erbe (eure Leere), seine Entwicklung damit ...
    Und könnte die Chance ergreifen selber anders damit umzugehen ?!

    Schwer ist sowas allemal, mir täte (tut) mein Vater auch irgendwie leid, und ich täte mir leid (wegen der verlornen Jugend/Kindheit ? ) und überhaubt (Gedanken, Gedanken, Gedanken ... ).

    Oh weh du Arme, du machst was mit ... :cry:

    Weißt du was ich dir wünschen würde ?!
    Deine Vergangenheit einmal richtig zu verarbeiten (nicht vergessen), und dann für die Zukunft frei zu sein.
    Mit deiner Vergangenheit, aber als Vergangenheit, nicht als immerzu bestimmende Allmacht !
     
    #2
    emotion, 11 Februar 2005
  3. Tinu
    Tinu (30)
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    Ich kann mir vorstellen wie furchtbar weh sowas tut. Und man glaubt manchmal garnicht, was man alles nicht wirklich verarbeitet hat, was man doch nur irgendwo tief in sich vergraben hat. Du hast wahrscheinlich grade soetwas ausgebuddelt und es tut unglaublich weh, wenn man darauf stößt..

    Mhm, wirklich etwas raten kann ich Dir glaub ich nicht, vielleicht hat es ja schon gut getan,dass Du Dir das alles mal von der Seele schreiben konntest, wenigstens in Ansätzen, ich glaube nicht, dass das schon alles war, was in Dir vorgeht. Vieles kann man einfach nicht beschreiben, auch wenn es vielleicht unglaublich helfen würde, das einmal loszuwerden.

    Es ist unbegreiflich wie jemand 2 Jahre brauchen kann um vielleicht sowas einfaches , wie einen Brief schreiben, hinzubekommen. Aber da ist wahrscheinlich mehr als nur die Hürde ein Blatt und einen Stift zur Hand zu nehmen. Was wirklich in dem Menschen vorgeht, weiss man natürlich nicht. Aber Du hast schon recht, für die eigene Tochter sollte man sowas hinbekommen.

    Vielleicht solltest Du einfach eine Antwort verfassen, einfach blind und ohne groß nachzudenken schreiben, was in Dir vorgeht, Deine Gefühle, Deine Ängste, Deine Wünsche, den Schmerz, das Leid, dass das alles in Dir hervorruft. Und diesen dann auch abschicken. Dann hast Du Dein Möglichstes getan und wenn es weiterhin so bleibt, weißt Du, woran Du bist, aber kannst Dir niemals die Schuld geben es nicht versucht zu haben, oder nur untätig herumgesessen zu haben. Mir würde es zumindest so gehen, oder eher, mir geht es so, aber das ist eine andere Geschichte.
    Es kann schon helfen, mit einer Sache dann auch abzuschließen, sieh es als ein letztes Kapitel, das Du für Dich verfasst, das nur eine andere Person weiterschreiben kann, und wenn sie es nicht tut, es dann eben zuende ist.

    Ich glaube, das was ich nun geschrieben habe, ist ein wenig wirr ... Tut mir leid. Ich hoffe, es drückt wenigstens ein paar meiner Gedanken verständlich aus.

    Tinu
     
    #3
    Tinu, 11 Februar 2005

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