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Abschied nehmen

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von JustASweetDream, 28 Oktober 2007.

  1. Hallo Leute.

    Wieder melde ich mich mit einem Problem. Weiß nicht so Recht damit umzugehen. Keine Angst, wird diesmal nicht ganz so lang der Text :zwinker:

    Heute erhielt ich einen Anruf meiner Mutter, dass mein Opa zusammengebrochen ist und nicht mehr laufen könne. Der Arzt meinte es sei das Alter. :frown: Warum können Ärzte sich nicht etwas präzisieren... Dass es das Alter ist, könnte ich auch sehen... :mad:

    Stolz kann ich auf meinem Opa wirklich sein. Er ist ein Opa der sich um seine Enkel gekümmert hat, der selbst im Alter von 75 noch im Garten umgegraben hat und Arbeiten erledigt hat, die andere schon weit früher aufgegeben hätten. Er war Bergmann, hat 2 Weltkriege und einen schweren Darmkrebs überlebt. Ihm wurden ein Großteil des Darmes und ein Teil des Magens entfernt, hat einen äußeren Darmausgang. Und selbst danach hat er es fertig gebracht, wieder zu laufen.
    Er läuft viel, das muss man ihm lassen. Wir hatten damals noch Kaninchen und er lief jeden Tag manchmal Kilometer mit der Handkarre los um Grünzeug für die Kaninchen zu besorgen. Wir konnten kaum hinterher, hatten ihn diese Arbeit auch abgenommen. Keine Chance, er sucht sich dann was neues, was er arbeitet. Er konnte einfach nicht ohne. Heute habe ich ihn immer laufen gesehen, schwach zwar mit dem Stock aber wie ein Tier im Käfig in der Wohnung umherlaufend... Ich und meine Familie (hatten uns das geteilt) gingen oft auch mit ihm spazieren. Alleine kann man ihn nicht mehr loslassen. Er ist demenzkrank. Daher und auch weil er schwach ist und sich auch selbst überschätzt, gingen wir in seinem Heimatort spazieren. Meist immer soviel, dass er es selbst nicht mehr zurückschafft. Dann musste ich ihn entweder stützend zurücktragen, oder uns mit dem Auto abholen lassen.

    Ich bewundere ihn sehr für all seine Kraft und Leistung. Was er nicht alles schon fertig gebracht hat, dieser Lebenswillen. Er liest sehr viel und hat auch teilweise sein Leben niedergeschrieben (ein Teil hab ich schon gelesen, u.a. auch über den 2. WK, schreckliche geschichten, wenn man sich überlegt, dass sie mal Wirklichkeit waren).

    Er ist ein wirklich einzigartiger Mensch und ersetzt eigendlich meinen anderen Opa der im Prinzip genau das Gegenteil von ihm ist. Aber über ihn will ich nicht sprechen, weil ich einfach nicht kenne bzw, nicht kennen will.

    Mein Problem ist nun, er ist heute 87 und wie gesagt ihn verlassen die Kräfte und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er uns verlässt.
    Meine Frage ist nun, wie verabschiedet man sich von so einer Person? :ratlos: Man kann ja nicht sagen, Tschüss und gute Reise (also sinngemäß jetzt). Ich finde das klingt irgendwie makaber und er denkt dann dass ich ihn nicht mehr sehen will. Es ist so entgültig :frown: Aber was wenn er nun noch länger lebt? Man kann sich irgendwie nicht ehrenvoll verabschieden. Oder ihm eine Nachricht auf den Weg , wie er es getan hat, wenn ich im Zug saß. Also dass ich sie erst da öffne.

    Ich fahre am Donnerstag für das Wochenende nach Hause. Es wird eventuell das letzte Mal sein, dass ich ihn lebend sehe :frown: Weiß nicht ob er mein Geburtstag (29.11.), Weihnachten, oder seinen Geburtstag (4.1.) noch erlebt :frown: Ich würde es ihm so sehr wünschen.

    Im Moment bleibt mir nur die ungewisse Hoffnung. :geknickt:

    Habt dank fürs Lesen und auch für die Antworten im Voraus.

    lg Enrico
     
    #1
    JustASweetDream, 28 Oktober 2007
  2. Schmusekatze05
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    Verheiratet
    ich hab dir ne PN geschrieben.
     
    #2
    Schmusekatze05, 28 Oktober 2007
  3. Película Muda
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    vergeben und glücklich
    Ich kann gut verstehen, dass du dich in einer sehr schwierigen Lage befindest. Meine Großmutter ist an Lungenkrebs gestorben. Sie war auch eine wirklich starke Persönlichkeit, hat den zweiten Weltkrieg überstanden, zwei Brustkrebse überlebt und war auch immer total am Rackern und Arbeiten. Sogar am letzten Tag vor ihrem Tod hat sie sich noch geweigert von den Krankenschwestern gewaschen zu werden und wollte es unbedingt selbst machen.
    Ich hatte zwar keinen so engen Kontakt zu meiner Oma wie du zu deinem Opa, aber ich bin froh, dass ich sie am Abend vor ihrem Tod noch gesehen habe. Ich glaube es gibt keine richtige Verabschiedung. Verbring die Zeit, die du mit ihm hast, möglichst schön. Macht etwas was euch beiden Spaß macht, sei bei ihm, erlebe den Kontakt mit ihm intensiv. Ansonsten weiß ich auch nichts...
     
    #3
    Película Muda, 28 Oktober 2007
  4. User 48246
    User 48246 (30)
    Sehr bekannt hier
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    108
    vergeben und glücklich
    Ich weiß nur zugut wie es dir jetzt geht... :knuddel:

    Meine Oma ist Ende Juli gestorben. Sie hat bei uns im Haus gewohnt und wir haben uns die letzten jahre immer um sie gekümmert, als nicht mehr alles alleine ging.

    Mitte Juli ging es ihr dann massiv schlechter. Sie konnte nicht mehr aufstehen, nicht mehr essen, nicht mehr trinken....

    Wir waren sehr machtlos und mussten einfach daneben sitzen und warten.

    Tag und Nacht sind wir an dem bett gesessen haben ihre Hand gehalten und ihr einfach gezeigt, dass jemand da ist und sie nicht allein ist und wir sie alle lieb haben.

    Nach einer Woche ohne Veränderung musst ich nochmal für 3 Tage an meinen Studienort fahren.
    Es war davor schon immer ein doofes gefühl, das Zimmer zu verlassen. Aber da..... ich wusste es sind nur 3 Tage, aber trotzdem kann in der zeit ja viel passieren.
    Also musst ich mich dann so verabschieden, wie wenn es das letzte Mal wäre.

    Und das war es dann auch :cry: Am 2. Tag wo ich weg war, hatt mich der Anruf erreicht. Ich hab dann sofort Vertretung für die Arbeit gesucht, hab mich in mein Auto gesetzt und bin nach Hause.
    Auch das nachträgliche Verabschieden und die Beerdingung waren sehr wichtig....

    Vermutlich bringt dich das jetzt nicht so arg weiter... aber ich wollte dir nur zeigen, dass du in so einer Situation nicht allein bist.
    Wir haben sehr viel Unterstützung von der anderen verwandschaft, von Nachbarn und freunden bekommen. Das hilft sehr.

    Nutz die Zeit, die du noch hast, auch wenn es doch nicht der letzte Abschied ist....

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft, dass du das ganze überstehst.

    Ich habs bis jetzt noch nicht ganz verarbeitet, deswegen laufen wohl auch grad wieder die Tränen....
     
    #4
    User 48246, 28 Oktober 2007
  5. User 25480
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo,

    direkt verabschieden kannst du dich nicht, also nicht so mit Worten.

    Ich weiß, es ist schrecklich, wenn man weiß, das Ende ist nicht mehr weit und es tut verdammt weh, einen geliebten Menschen gehen zu lassen. Ich würde an deiner Stelle so viel Zeit wie nur möglich mit ihm verbringen, jeden Tag nutzen, den du noch bei ihm sein kannst und mit ihm reden kannst.
    Du wohnst ja nicht mehr zu Hause, wie ich das rausgelesen habe und scheinst auch nicht jedes Wochenende nach Hause zu fahren. Da ist es für dich natürlich noch etwas schwerer, weil es wirklich jedesmal das letzte Wochenende sein kann.
    Kannst du es denn einrichten, dass du in der nächsten Zeit öfter nach Hause fahren kannst?

    Ich wünsche dir, dass du noch viel Zeit mit deinem Opa verbringen kannst, genieße jede Stunde mit ihm :smile:
     
    #5
    User 25480, 28 Oktober 2007
  6. salsa75
    salsa75 (41)
    Verbringt hier viel Zeit
    112
    101
    0
    vergeben und glücklich
    ...das tut mir sehr leid für dich und es ist bestimmt auch nicht einfach...aber ich finde es super das du dir Gedanken darüber machst, wie du dich am besten von ihm verabschiedest.

    Leider gibt es kein Rezept dafür. _DU solltest dir Gedanken machen WAS du ihm noch alles sagen möchtest, bevor es wohlmöglich zu spät ist. Sag ihm aber auf alle Fälle was du hier so schön beschrieben hast - das du stolz und dankbar bist einen solchen Opa haben zu dürfen und das du dankbar bist für all das, was er dir mit auf den Weg gegeben hat.

    Zu wissen das er seine Aufgabe auf dieser Erde gut erfüllt hat und Abschied nehmen zu können, wird es ihm erleichtern los zu lassen und in Frieden gehen zu können.

    :knuddel:

    PS: Schätze dich glücklich das du deinen Opa so lange gehabt hast (natürlich ist es immer viel zu früh wenn jemand gehen muss) und auch dafür das du bewusst die Möglichkeit hast, ihm noch alles zu sagen was du ihm mit auf den Weg geben möchtest - und AUF WIEDERSEHEN zu sagen.
     
    #6
    salsa75, 28 Oktober 2007
  7. stella2002
    Verbringt hier viel Zeit
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    14
    vergeben und glücklich
    Hallo

    Die Oma von meinem Freund ist letzte Woche auch gestorben. Mich hat es sehr getroffen, da sie wie eine eigene Oma zu mir war. Mein Freund und ich sind 5 Jahre zusammen und ich war jeden Tag bei Ihm. Seine Oma die mit bei seinen Eltern gewohnt hat, habe ich auch jeden Tag gesehen.

    Am Wochenende hat Sie immer für mich gekocht, mir wunderschöne Sachen zu Weihnachten und Geburstagen geschenkt und sie hat sich immer für mich interessiert.

    Vor 2 Wochen kam Sie ins Krankhaus, da sie Wasser in der Lunge hatte. Wir fuhren jeden Tag ins Krankenhaus und sprachen mit Ihr und Sie wollte unbedingt den Geburstag von meinem Freund noch mit erleben. Einen Tag vor seinem Geburstag sind wir ins Krankenhaus, da lag sie im Sterben. Sie hat uns in die Augen gesehen und unsere Namen gesagt. Danach ist sie wieder ins Bett gefallen und hatte Atemausetzter. Wir haben nichts gesagt, wir konnten nichts sagen wir wussten es ist das letzte mal das wir sie lebend sehen. Einen Tag danach ist sie gestorben. Sie ist übrigens 83 Jahre alt geworden. Aber es war besser so, dass sie gestorben ist. Sie wollte schon seit einem Jahr nicht mehr. Immer diese Schmerzen, die haben sie verrückt gemacht.

    Dein Opa hat ein gutes Alter erreicht und darauf kannst du stolz sein. Es gibt keine richtige Verabschiedung. Zeig ihm einfach wie sehr du ihn lieb hast!
     
    #7
    stella2002, 28 Oktober 2007
  8. Vielen Dank alle, für die schnellen Antworten hier und per PN :smile:

    Sie sind mir sehr wichtig, da ich bisher noch keine Erfahrung in Sachen Verlust von Großeltern hatte. Sie leben heute noch alle, aber es wird auch die Zeit kommen, dass sie gehen müssen. Mein Opa wird wohl aller Vorraussicht nach den Anfang machen :cry:

    Vielleicht kann ich ihm ein Geschenk geben, das nur von mir kommt, von mir ganz persönlich... Ich drücke ja viel durch Musik aus und auch mein Opa hat mich auf meiner Musiklaufbahn immer sowohl finanziell, als auch sonst durch seine Worte unterstützt. Ich konnte es auch in seinen Augen erkennen. Ich sah Stolz aufglänzen :cry:
    Er hat auch vor der Tür gelauscht, wenn ich geübt hatte, wollte nicht stören, einmal hat er sich sogar einen Stuhl geholt, damit er nicht dauernd stehen muss dabei. Ich hatte ihn immer gefragt, warum er nicht reinkommt. Er hätte drinnen viel besser hören können. Nein, das wollte er nicht, er wollte unbeeinflusst von ihm, meine Fortschritte hören. Von ihm habe ich auch das Musikgen glaub ich geerbt. Er hatte früher Violine gespielt, hatte ihn selbst nicht spielen sehen, das war eben vor meiner Zeit. Meine Mutter (seine Tochter) hatte Gitarre gespielt und ich habe nun eben Klavier, Posaune und Horn gelernt. Ja, viele sagen jetzt ich sei ein Multitalent :schuechte Ich selbst höre das nicht so gerne. Ich bin kein Übermensch, ich bin ich, und will auch wie jeder normale behandelt werden.

    Ich weiß noch nicht wie ich auf die Schnelle ihm was produzieren oder aussuchen soll, was ich ihm noch geben kann. Ich bin auch jetzt aus der Übung etwas. Vielleicht werde ich die Tage, die ich zu Hause bin, wieder anfangen zu üben, damit er wieder die wohlbekannten Töne hört. Er ist zwar schwerhörig, aber mit seinem Hörgerät hört er sehr gut.

    @salsa75 deine Aussage hat mich auf diesen Gedanken gebracht. Habe vielen vielen Dank :knuddel:

    @MyMemory ja, ich wohne 350km von zu Hause entfernt und es ist mir zeitlich nicht wirklich möglich jedes WE nach Hause zu fahren :frown: Es ist ein ziemlich wichtiges Semester für mich und ich glaube er würde es auch nicht wollen, wenn ich für ihn mein Studium vernachlässige.

    @Mietzie behalte die Erinnerungen an deine Oma immer in deinem Herzen :smile: Und ehre sie so, indem du die Tugenden, die sie dir mit auf dem Weg gegeben hat, in dein eigenen Charakter mit integrierst :smile: Das sollten wir von den älteren Menschen alle lernen :smile: :knuddel:
    Ich weiß selbst nicht was ich hoffen soll. Dass er auch kurz nachdem ich ihn das alles geben konnte stirbt? Oder dass ich ihm noch ein längeres Leben wünsche? Das kann ich wohl erst beantworten, wenn ich ihn sehe, wie es ihm geht. Ich will auch nicht, dass er sich noch Monate hinwegquält. Auch wünsche ich ihm einen Tod im Schlaf, ohne Schmerz und in vollen Frieden.

    @Película Muda Danke dir auch :knuddel: Ich weiß, was du meinst und ich weiß auch wie schwer es ist zu erklären. Eindeutige Antworten gibt es für so ein Thema wohl nicht.

    @stella2002 In deiner Situation war ich auch schon einmal. Die Oma meiner Freundin damals starb auch, aber sie hatte ihren Tod kommen sehen und hat uns einzeln zu sich gerufen. Sie hatte mich gefragt, ob ich ihre Enkelin wirklich über alles liebe. Ich bejahte das und sah in ihren Augen (die übrigens die gleichen waren, wie die von meiner Freundin :schuechte ) die Aufforderung es auch noch versprechen zu müssen. Ich versprach es ihr und sie schien auch erleichtert, lächelte und drückte meine Hand. Mit diesem Händedruck vertraute sie mir ihren wichtigsten Schatz an :cry: :cry: :flennen: :flennen: (ich muss kurz die Tränen wegwischen :cry: ). Ich musste ihr auch versprechen, vor ihrem Tod nicht über dieses Gespräch mit Caro zu sprechen. Auch das versprach ich ihr. Danach sprach sie Caro, meine Freundin. Wie ich später erfahren hatte, fragte sie sie dieselbe Frage, ob sie in mir wirklich den Mann fürs Leben sieht. Sie hatte es auch bejaht.
    Nur leider wollte es das Schicksal nicht so, wie wir :flennen: Caro starb letztes Jahr im Juli bei einem Verkehrsunfall vor meinen Augen. :flennen: :flennen: :flennen:
    Ich bitte euch um Nachsicht, dieses Thema im Moment nicht weiter nachzufragen, weil mir das noch immer sehr viel Kraft kostet, darüber zu reden. :cry:
     
    #8
    JustASweetDream, 28 Oktober 2007
  9. User 7157
    User 7157 (33)
    Sehr bekannt hier
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    168
    nicht angegeben
    Meine Oma ist Mitte August verstorben. Sie lag 5 Tage lang im Sterben und wir waren jeden Tag bei ihr, haben Händchen gehalten, ihr gut zu geredet, die Lippen befeuchtet... Essen und Trinken konnte sie nicht mehr. Ich hab ihr gesagt wie lieb ich sie habe, mich für alles bedankt und gesagt sie soll sich keine Sorgen um uns machen. Als wir dann am 5. abend ziemlich spät gegangen sind, habe ich ihr eine gute Nacht gewünscht und gesagt sie soll ruhig einschlafen. Gegen 5:30 Uhr am nächsten Morgen ist sie dann auch für immer eingeschlafen. Es war also das letzte mal, dass ich sie lebend gesehen habe... :cry:

    Ich weiß nicht, ob dir das was hilft. Es ist eine echt schwierige Situation. Die 5 Tage waren die härtesten in meinem Leben. Besonders, da man nie wußte, ob es noch einen nächsten Tag für sie gibt. Ich weiß nicht in wie weit sie noch verstanden hat, was wir ihr gesagt haben, aber ich denke das Gefühl geliebt zu werden, wird sie mit in den Tod genommen haben. Ich hoffe es jedenfalls sehr.
     
    #9
    User 7157, 28 Oktober 2007
  10. glashaus
    Gast
    0
    Hach nun muss ich grad heulen :cry:

    Mein Opa ist Ende Juli ganz plötzlich verstorben. Ich habe ihn zwar noch gesehen, aber ich war zu geschockt um daran zu denken, dass ich mich verabschieden sollte.

    Jetzt tut es mir im Nachhinein leid. Ich hätte mich gerne bedankt und gesagt, dass er der beste Opa auf der Welt gewesen ist. Und ich hätte ihm gerne noch bestimmte Dinge gezeigt. Das mit der Musik finde ich daher eine besonders schöne Idee!
     
    #10
    glashaus, 28 Oktober 2007
  11. KleineJuliii
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    5
    nicht angegeben
    :cry:

    Kann leider nichts hilfreiches zu diesem Thema beitragen,aber ich wollte dir einfach nur ganz viel Kraft und ne schöne Zeit mit deinem Opi wünschen!


    Juli
     
    #11
    KleineJuliii, 28 Oktober 2007
  12. Die_Kleene
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Ich bin gerade in der gleichen Situation, mein Opa wird 90 im Dezember, hat nur wenige Tage von deinem entfernt Geburtstag und ich habe ihn heute das letzte mal gesehen.
    Ich habe wirklich Angst, dass es kein nächstes Mal mehr gibt und besonders weh tut es mit momentan, der er dieses WE sehr merkwürdig war und auch kaum mit mir gesprochen hat.

    Ich habe ihn, trotz meiner Angst, wie immer verabschiedet. Ich denke, es ist das beste, da man nicht in die Zukunft gucken kann und es auch sein kann, dass er noch das ein oder andere Jahr lebt. Da würde mich der Gedanke sehr stark belasten, wenn ich jedes mal versuchen würde, ihn besonders zu verabschieden.

    Ich wünsche dir viel Kraft!
     
    #12
    Die_Kleene, 28 Oktober 2007
  13. carbo84
    Benutzer gesperrt
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    0
    nicht angegeben
    :schuechte Weiss, das ist eigentlich unwichtig, aber ist er 87 oder 97 ? Weil mit 87 kann er ja nicht 2 Weltkriege überlebt haben... (WW1 1914-18) :schuechte

    Ansonsten wenn du ihm noch was sagen willst, dann sags ihm. Z.B. sag ihm, dass er alles toll gemacht hat. Du musst ihm nicht "auf wiedersehen" sagen. Sei einfach noch so oft bei ihm wie es geht.
     
    #13
    carbo84, 28 Oktober 2007
  14. Jetzt verunsicherst du mich aber auch :schuechte Er ist 1920 geboren das weiß ich, das kann nich falsch sein. Hatte nicht darüber nachgedacht, dass der erste WK früher war, er hatte auch über diese Zeit geschrieben, aber nicht als er selbst, sondern nur was er übermittelt gekriegt hat.
    Und nein, ich weiß schon wann der erste WK war, das ist mir hier auch ziemlich peinlich, das jetzt hier zusammengeworfen zu haben :schuechte
    Ich bitte um Nachsicht :schuechte Für mich bleibt er der Opa, der soviel überlebt hat und auch Stärke und Lebenswillen gezeigt hat und dafür gehört er belohnt. All das hat er quasi auch für mich getan :geknickt: Ob nun erster und zweiter oder nur zweiter WK, schrecklich sind diese Zeiten allemal.
     
    #14
    JustASweetDream, 28 Oktober 2007
  15. Película Muda
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    vergeben und glücklich
    Wollte nur schreiben, dass das mit der Musik eine klasse Idee ist. Ich glaube es ist besonders schön für einen alten Menschen, der dem Ende entgegen geht, etwas zu haben, dass ihn an früher erinnert. Das ihn "früher" spüren lässt. Ich glaube ja, dass alte Menschen es oft spüren, wenn sie sterben. Als ich meine Oma das letzte Mal gesehen habe sagte sie mehrmals "ein bisschen wirds noch dauern, ein kleines bisschen dauert es wohl noch". Als wir sie fragten was sie meint hat sie nicht geantwortet. Sie war an dem Abend ziemlich verwirrt. Aber das hat sie immer wieder gesagt und in der folgenden Nacht ist sie verstorben. Das gehört jetzt nicht zum Thema, ich weiß, aber es fiel mir gerade wieder ein. Was ich sagen wollte ist: gib deinem Opa das Gefühl, dass du ihn liebst. Sag ihm, wie stolz du auf ihn bist und dass er immer ein Vorbild für dich war. Setz dich zu ihm und spiel ihm vor. Er wird sich bestimmt sehr wohl dabei fühlen und das hat er verdient.

    Im übrigen kann er wirklich stolz auf seinen Enkel sein.
     
    #15
    Película Muda, 28 Oktober 2007
  16. XhoShamaN
    XhoShamaN (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    1
    vergeben und glücklich
    Wenn man deine Beschreibung so liest, wird's einem warm ums Herz. Er muss ein wirklich spezieller Mann sein.

    Du solltest ihm genau das sagen, was du in deinem Eröffnungspost geschrieben hast. Dass du stolz auf ihn bist, ihn bewunderst und er für dich einzigartig ist. Er ist nach deinen Worten am Ende seines Lebens angelangt und wird sich noch sehr oft an vergangene Zeiten zurückerinnern. Das schönste für ihn ist es doch, wenn er von seiner Enkelin hört, dass sie stolz auf ihn ist und du ihn bewunderst für seine Lebensart, für seinen unbändigen Willen. Erzähl ihm von gemeinsamen Zeiten, die du nicht vergessen wirst, von schönen Erlebnissen. Es wird ihm ein wunderschönes Gefühl geben, seine Augen werden noch einmal funkeln :smile:

    Es ist der Moment, an den ich mich mein Leben lang erinnern werde. Bei mir wars die eigene Mutter. Ich werde niemals das Funkeln in ihren Augen, die Zufriedenheit die sie ausstrahlte, vergessen. Niemals. Es gibt dir ein wunderschönes Gefühl, wenn du dann den schlafenden Menschen vor dir siehst und dich an so einen Moment erinnern kannst, der vielleicht sogar der Abschied ist. Die Tränen geben dir ein anderes Gefühl.

    Ich habe mich immer vor den Worten "Gute Reise!" gehütet, ich find das irgendwie makaber.


    Das ist alles sehr individuell, ich finde auch deine Musik-Idee sehr schön. Folge voll und ganz deinem Herz - es wird das richtige tun !

    Ich wünsche dir viel Ausdauer, Kraft und möglichst wenig Kummer :smile:
     
    #16
    XhoShamaN, 29 Oktober 2007
  17. salsa75
    salsa75 (41)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Du machst deine Sache wirklich sehr gut - und du drückst dich nicht vor dieser Situation, sondern übernimmst Verantwortung und möchtest deinem Opa einfach DANKE sagen. Respekt! Du bist bestimmt auf dem richtigen Weg und ich bin mir sicher das deine Opa zu recht SEHR stolz auf dich ist!!

    lg

    Sandra

    PS: Ich würde mir mehr Menschen wie dich auf dieser Welt wünschen - die akzeptieren das auch das Sterben zum Leben gehört - und es ihren geliebten Angehörigen so angenehm wie möglich machen möchten. Meine Erfahrung zeigt aber leider genau das Gegenteil - die Gesellschaft verleugnet dieses Thema meist, macht es zu einem Tabu und möchte so wenig wie möglich damit zu tun haben - das finde ich sehr, sehr schade.
     
    #17
    salsa75, 29 Oktober 2007
  18. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
    726
    101
    0
    nicht angegeben
    Zugegebenerweise habe ich die anderen Antworten nicht gelesen.
    Ein paar Gedanken möchte ich dennoch dazu loswerden:
    Ich glaube, es ist wichtiger, alles gesagt zu haben, was man auf dem Herzen hat, als sich wirklich zu verabschieden. Wenn man die Chance hat, daß Ende bewußt zu erleben, ist es wichtig, daß man kein schlechtes Gewissen oder auch keinen Groll mehr gegen die Person hat. Da ist manchmal eine Entschuldigung oder ein Verzeihen notwendig. Dazu muß man nicht alte Sachen wieder ausgraben, oft reicht es schon, wenn man sich das selber bewußt macht, daß es abgeschlossen ist und man so der Person wieder offener gegenübertreten kann.
    Dann die Frage, wie Du zu der Person stehst. Offensichtlich bist Du sehr stolz auf Deinen Großvater und liebst ihn sehr. Wann hast Du ihm das das letzte mal offen gesagt? Sowas sollte einfach nicht unausgesprochen bleiben.
    Und wie kommst Du mit der Demenz zurecht? Im fortgeschrittenen Stadium geht es ja meist, aber am Anfang ist diese Krankheit oft mit Aggression, Unverständnis und Vorwürfen verbunden. Ist da alles wieder im Reinen? Kannst Du inzwischen die unerklärlichen Vorwürfe, daß Du vielleicht etwas geklaut haben sollst oder ähnliches wirklich der Krankheit und nicht der Person anlasten?
    Und zuletzt, ich weiß nicht, ob Du gläubig bist. Wenn, dann ist es gut, wenn Du für Deinen Großvater beten kannst und ihm das auch so sagst. Das bringt manchmal eine sehr, sehr tiefe Verbundenheit, die dann auch über den Tod hinausgeht. Wenn nicht, kannst Du ihm ja erzählen, wie sehr und gerne und an ihn denkst, wie diese Gedanken Deinen Alltag begleiten.
    Abschied ist schlimm, das habe ich gerade in diesem Jahr mehrfach erfahren müssen. Aber es tut so gut, wenn man hinterher weiß, daß alles gesagt worden ist, daß alles gut ist.
    Ich wünsch Dir alles Gute!
     
    #18
    dummdidumm, 29 Oktober 2007
  19. Offen direkt schon länger her, aber ich habe es ihm eben mit den Mitteln gesagt, die ich für eindeutiger halte, als nur bloße Worte. Ich kann mich leider nicht so gut mit Worten ausdrücken, als dass es dem gerecht wird, was ich für ihn fühle :geknickt:

    Soweit ist seine Krankheit noch nicht vorangeschritte. Ich sehe die Demenz im Moment als kleinstes Übel. Er weiß wer ich bin und er weiß auch, wer ich in seinem Leben war. Vorwürfe hat er mir nie gegeben. In der Familie wissen auch nur wir alle außer meiner Oma und ihm selbst über diese Krankheit bescheid. Sehe ich auch sehr sinnvoll an. Denn sonst würde ihn richtig verunsichern.
    Wenn er was vergisst, so mache ich es ihm nicht zum Vorwurf. Und selbst wenn er mit solchen Vorwürfen kommen würde, wie du sie beschreibst, er ist und bleibt mein Opa und was er getan hat, lebt in meinen Erinnerungen weiter, auch wenn er es vergisst oder er stirbt. Es ist eine Krankheit, dafür kann er nichts. Es ist absolut falsch ihn jetzt dafür verantwortlich zu machen.[/QUOTE]

    Nein, ich selbst bin nur auf dem Papier evangelisch. Selbst glauben tuhe ich leider heute nicht mehr, da ich einfach zuviele Enttäuschungen von "Seiten Gottes" erlitten habe und mir dieser Glauben nicht im Geringsten half. Zudem bin ich ein sehr kritischer Mensch, hinterfrage sehr viel. Und auch die Bibel scheint mir viel erfundenes zu besitzen.
    Er oder meine Oma wissen von dem Atheismus nichts. Ich habe mich konfirmieren lassen, nur ihretwegen. Mir ist es egal gewesen, ob nun Konfirmation oder Jugendweihe. Deshalb habe ich mich konfirmieren lassen. Um ihnen das Gefühl zu geben, dass ich unter Gottes Schutz stehe. Vielleicht tuhe ich das auch in ihren Augen. In meinen stehe ich nicht darunter. Sollte ich ihm das jetzt zum Schluss sagen? Ich meine, er glaubt daran und ich will ihm den Weg in den Himmel nicht noch schwer machen, dass ich nicht daran glaube. Ich respektiere seinen Glauben sehr und ich möchte ihn gern begleiten bis vor die Tore Gottes. Es ist sein Glauben und ich höre auch immer zu, wenn er davon sprach. Vieles habe ich auch hinterfragt, vieles lässt sich auf das weltliche Leben oder speziell auf meins übertragen, vieles ist aber einfach zu absurt. Dennoch habe ich geschwiegen.
    Ich habe in Kirchen Konzerte gegeben, Konzerte an Weihnachten, in den Weihnachtstagen, auch an Heiligabend hatte ich teilweise noch 3 Auftritte. Aber ich habe es nicht wegen des Glaubens gemacht, sondern der Musik wegen und dem Frieden im Herzen der Menschen, die dieser Musik lauschen. Bald ist es dieses Jahr wieder soweit. Ich wünsche mir so sehr, dass er Weihnachten noch erlebt und auch ein letztes Mal dieser Musik lauschen darf. :cry:
    Vielleicht versuche ich wieder zu beten, ich weiß es nicht :geknickt:
    Ich werde es mir aber wahrscheinlich vornehmen, auch wenn es niemanden erreicht und faktisch nur mir helfen kann. Vielleicht glaube ich auch, sehr tief in mir. Ich weiß es nicht.:ratlos:

    Mir geht es genauso, zuviel ist mir seit dem letzten Jahr passiert. Zuviel negatives, und wenig positives. Ich habe mir selbst gedacht, dass ich vielleicht früher zu glücklich war und nun eben die Zeit des Unglücks ein gewissen Ausgleich schafft.

    Aber so ist das nunmal mit dem Abschied... Mit der steigenden Zahl derjenigen, von denen ich mich verabschieden muss, werde ich ein Stück kälter im Inneren irgendwie. Es ist traurig, aber nicht zu ändern. :cry: Sonst ist der Schmerz einfach zu groß und ich kann ihn nicht mehr ertragen. Versteht das einer?
    Physischen Schmerz kann man mit einer Kühlung (kalter nasser Lappen) oder Wärmebehandlung (Rotlicht) lindern. Psychischen Schmerz kann man nur durch Kälte entgegenwirken, indem man diese Gefühle, diesen Schmerz, vorallem den Schmerz lernt abzustellen. Meist stellt man alle Gefühle ab, das will ich nicht, ich will nur den Schmerz loswerden. Das ist denk ich mal ein Lernprozess, den man nur an Verlusten üben kann :cry:

    Spätestens da sieht man, wie wichtig Leute einem sind und wie wichtig man selbst diesen Leuten ist. Ein einfaches Einschleimen kurz vorm Tod, nur dass man also quasi nochmal kurz anwesend ist um dankbar für den Anteil am Testament zu sein, kommt leider viel zu häufig vor :frown: Auch in meiner Familie...
    Meine Mutter kümmert sich um meinen Opa rund um die Uhr, er hat Pflegestufe2 und wenn man sieht, wie sehr sie sich um ihn kümmert und dann die Schwester (meine Tante) lieber in den Urlaub auf Mallorca fährt anstatt ihn mal zu besuchen, oder vorbeizuschauen (das ist leider öfters vorgekommen), dann frage ich mich echt, was sie dann an seinem Geburtstag oder eben an solchen Tagen wie diesen (Ich weiß im Moment noch nicht, wer noch an diesem WE kommt, nur dass mein Bruder auch kommt) da zu suchen haben :hmm:
    Ich meine, sie wohnen jetzt auch nicht am anderen Ende Deutschlands, dass dieser Weg zu ihm ein unzumutbarer Umweg ist, aber mehr als 1-3mal im Jahr (mehr ist es wirklich bei denen nicht), kann man doch bei einer Stunde Autofahrt erwarten oder?
    Es gibt leider eben solche und solche Menschen... das find ich echt makaber irgendwie.
     
    #19
    JustASweetDream, 29 Oktober 2007
  20. Gucky
    Gucky (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    279
    101
    0
    Single
    Naja ich denke, um jemandem zu zeigen, dass man ihn mag, brauch es nicht unbedingt Worte. Ich denke deine Gesellschaft ist vor allem für alte Leute schon sehr viel Wert!

    Ansonsten kann ich nicht soviel dazusagen, meine Großeltern die schon verstorben sind, standen mir aufgrund sprachlicher und räumlicher Differenzen nicht sehr nahe und ich fand es da schlimmer zu sehen, dass meine Mutter traurig war, als dass die gestorben waren... Ansonsten kümmer ich mich momentan um meine Oma hier und wohne auch bei ihr, aber sie kann halt eigentlich noch alles selber, sie brauch nur die Sicherheit. Letztes Jahr war es zwar einmal fast soweit, dass sie mit dem Leben für sich abgeschlossen hatte und nicht mehr wollte, aber wir sie nochmal da rausgeholt haben. Aber ich muss sagen, ich hab mir da dann zur der Zeit noch keine Gedanken über das danach gemacht, ich war natürlich sehr traurig und hab auch schonmal geweint, aber irgendwie hätte ich es dann einfach auf mich zukommen lassen.
     
    #20
    Gucky, 29 Oktober 2007

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