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  • Shiny Flame
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    27 September 2010
    #1

    Abtreiben oder ein Hungerleben mit Hartz IV?

    Anlässlich der aktuellen Debatte über die ach-so-lustige Hartz IV-Erhöhung und Sarrazins These, dass die Unterschicht ja nur deshalb Kinder produziert, um mehr staatliches Hungergeld einzustreichen, stelle ich mir gerade folgende Frage:

    Stell dir vor, du (bzw. deine Freundin) wirst plötzlich zu einem Zeitpunkt schwanger, zu dem du es eigentlich noch gar nicht wolltest. Verhütungsfehler in der Schulzeit, Ausbildung, im Studium, während der Bewerbungsphase... Jedenfalls dann, wenn man noch kein Recht auf Mutterschutz und Wiederaufnahme der Arbeit hat, möglicherweise sogar das Pech, dass der potentielle Vater des Kindes plötzlich Muffensausen kriegt und abhaut.

    Kinderbetreuung ist ein Fulltime-Job. Als alleinerziehende Mutter eines Babys kann man sich die Chancen auf dem gut qualifizierten Arbeitsmarkt erst mal abschminken - Cheffe nimmt keine Schwangere, Cheffe nimmt keine Frau mit kleinem Kind, die alleinerziehend ist und wo das Kind ständig krank wird. Und selbst wenn Cheffe die nimmt - wie soll sie arbeiten, wenn sie mit dem Gör ganz alleine ist?

    Für eine Frau in so einer Situation stellt sich also tatsächlich die Frage: Abtreiben und vielleicht für den Rest deines Lebens Alpträume vom toten Kind - oder Armut für mehrere, vielleicht viele Jahre?

    ***

    Wie würdet ihr euch an Stelle einer solchen jungen Frau entscheiden? Habt ihr schon mal, vielleicht im Studium, wirklich Hunger gehabt, über viele Tage, in denen ihr nur halbe Rationen essen konntet? Wisst ihr, wie beschissen und demütigend das ist? Und ein kleines Kind bedeutet Ausgaben, die höchstwahrscheinlich nicht alle von der Hartz IV-Behörde übernommen werden und selbst wenn einen furchtbar demütigenden Verwaltungsaufwand bedeuten würden....

    Was würde ihr tun?
     
  • Riot
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    27 September 2010
    #2
    Da ich momentan eh absolut kein Kind will und womöglich auch später nicht, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt sicher abtreiben.
     
  • Chérie
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    27 September 2010
    #3
    Also da das ja das absolute Horrorszenario wäre, würde ich das Kind wohl abtreiben lassen.
     
  • User 29904
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    27 September 2010
    #4
    x
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 Februar 2016
  • Tigerli
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    27 September 2010
    #5
    ....
     
  • MsThreepwood
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    27 September 2010
    #6
    Das kann ich so fuer mich uebernehmen.
     
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    27 September 2010
    #7
    Kind bekommen. Das klingt echt scheiße in deinem Text. Trotzdem bekommen (und einem ü-80-Millionär weismachen, dass das Gör seins ist).
     
  • User 77547
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    27 September 2010
    #8
    Ich würde das Kind wahrscheinlich trotzdem großziehen. Es findet sich immer ein Weg und ich kenne eine Alleinerziehende mit Kind und Hartz 4. Ist schon schwer, aber das Kind gedeiht trotzdem und scheint glücklich zu sein, Hunger leiden sie nicht.
     
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    27 September 2010
    #9
    Dito.

    Wenn ich den fehlenden Wunsch mal aussen vor lasse, würde ich wohl in der spezifischen Situation hier auch den Kopf walten lassen und abtreiben. Ich will zwar keine verwöhnten Gören (selbst wenn ich mal Kinder haben sollte, würden es keine solchen werden), aber ein wenig was bieten muss dann doch auch drinliegen und ich will nicht selber am Hungertuch nagen müssen und dann auch noch ein Kind grossziehen, das ebenso am Hungertuch nagen muss. Wobei ich nicht glaube, dass das mit Hartz IV tatsächlich der Fall ist, also ist das generell mal eine Aussage für alle Situationen, in denen man so gut wie gar kein Geld hat und jeden Cent dreimal umdrehen muss.

    Aber klar, 100% sicher bin ich nicht - eben, weil wer weiss schon, wie das ist, wenn man dann wirklich mal schwanger ist.
     
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    27 September 2010
    #10
    Ich glaube nicht, dass ich in der Lage wäre abzutreiben. Ich würde aber wenigstens versuchen, mein Studium möglichst weiterzuführen nach einigen (nach zwei?) Urlaubssemestern.
     
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    #11
    Ich möchte meinem Kind etwas bieten können und nicht unter schlechten Bedingungen groß ziehen. Also würde ich es als Frau abtreiben.
     
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    27 September 2010
    #12
    Mitten im Studium würde ich denke ich abtreiben, auch wenn mir das nicht leichtfallen würde ist es immer noch besser als nachher mit vermurksten Zukunftsaussichten dazustehen. Das hilft ja auch dem Kind nicht.
     
  • krava
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    27 September 2010
    #13
    Zum jetzigen Zeitpunkt ganz klar Kind bekommen.

    Zum beschriebenen Zeitpunkt, also Schulzeit, Ausbildung oder so wahrscheinlich auch. Auch wenns hart wird, aber ich glaub nicht, dass ich abtreiben könnte bzw. hätte können.
     
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    27 September 2010
    #14
    Ich würde das Kind bekommen ohne an die Möglichkeit das Kind abzutreiben auch nur denken zu können.
    Ein Kind habe ich schon, ich könnte nie damit leben ein weiteres Wesen, das so wundervoll sein könnte nicht zu bekommen.
     
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    27 September 2010
    #15
    Ganz ehrlich, ich weiß es nicht und über sowas will ich mir gar nicht den Kopf zerbrechen, bevor es nicht mal dazu kommen sollte. Wahrscheinlich würde ich es wohl bekommen, aber wie gesagt, das sind solche Fragen, über die ich mir bewusst vorher keine Gedanken machen will.
     
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    27 September 2010
    #16
    Ich war deiner beschriebenen Situation. Ich habe nicht Abgetrieben!

    Mit knapp 17 bin ich Schwanger geworden (das war im Januar und ich war noch in der 9.) nach den Sommerferien ging ich weiter zur Schule, bekam meinen Sohn im Oktober 2007 und schloss die Realschule im Mai 2008 ab. Danach ging ich direkt auf die HöHa, weil ich keinel Lehrstelle fand (..wer will schon ein junges Mädel mit Säugling..) diese brach ich dann ab, als ich eine Lehrstelle gefunden hatte. Meine ehemalige Cheffin warf mich dann einen Tag vor Ende der Probe raus mit dem Grund, ich sei nicht belastbar genug :frown:

    Dann war ich knapp ein Jahr arbeitslos, habe mich weiterbeworben und mich um meinen Sohn gekümmert, bis ich dieses Jahr eine neue Lehrstelle gefunden habe.

    Das Jahr nur mit Hartz4 rumzukriegen war hart und ohne Unterstützung meiner Familie (der Kindesvater existiert leider nur auf dem Papier) hätte ich das auch nicht geschafft. Ich wusste das es hart wird und das ich mich durchbeissen muss, aber ich wusste wofür ich es tue, ich glaube auch das ich ohne meinen Sohn heute keine Lehrstelle und erstrecht keinen Schulabschluss hätte.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 13:28 -----------

    Solche Tage gibt es für mich auch heute noch, immer in der letzten Woche des Monats. Da esse ich am Tag höchstens zwei Scheiben Toastbrot, damit für meinen Sohn genug übrig bleibt - aber da muss ich durch, denn ich habe mich für meinen Sohn entschieden, also hungere ich auch, bevor er hungern muss.
     
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    27 September 2010
    #17
    In meiner jetzigen Situation würde ich das Kind bekommen, auch wenn ich noch mitten im Studium. Aber ich weiß, dass ich ansonsten gute Voraussetzungen habe: eine Familie, die mich unterstützen würde und auch die Mittel dazu hat und einen Partner, der mich liebt und eines Tages Kinder mit mir möchte.

    Wenn ich aber tatsächlich die Aussicht auf Harzt4 + Alleinerziehend + ohne Ausbildung hätte, würde ich abtreiben.
    Ich möchte meinem Kind eine glückliche Mutter sein und das könnte ich persönlich unter diesen Voraussetzungen nicht in dem Maße.
     
  • User 85918
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    27 September 2010
    #18
    Nunja, findest du nicht das man dann selbst dran Schuld ist? Klar hatte ich keine Lehrstelle zu 100% sicher, eigentlich nicht mal eine in Aussicht, aber ich bin ja nicht nach meinem Abschluss zuhause geblieben und habe sofort weiter gemacht - das sieht doch ein zukünftiger Arbeitgeber, wieso sollte er jemandem keine Chance geben, der sich bemüht? Kind hin oder her.
     
  • User 18889
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    27 September 2010
    #19
    Zumindest den Satz kann ich so übernehmen.

    Ich hab' ne abgeschlossene Ausbildung und hätte zudem in einigen Monaten auch mein Abi, aber ich würde jetzt trotzdem definitiv kein Kind kriegen. Erstens will ich noch studieren, zweitens plane ich weitere Auslandsaufenthalte, die hoffentlich irgendwann zur Auswanderung führen, drittens habe ich keinen Partner und viertens, was ich am wichtigsten finde: Ich kann Kindern nichts abgewinnen. Warum sollte ich einem Kind also ein Leben mit mir antun?

    Die finanziellen Sorgen kann ich nicht recht nachvollziehen, weil meine Familie immer hinter mir stünde und mich im Falle eines Falles total gut unterstützen würde. Das ist also zu absurd für mich.
     
  • Shiny Flame
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    27 September 2010
    #20
    Caddylady, wie sicherst du die Betreuung deines Kindes, wenn du arbeiten gehst? Das ist ja echt eine bewundernswerte Geschichte, die du da schon durchlebt hast!
     

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