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Adoption - eine Notwendigkeit?

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Trichila, 3 Dezember 2008.

  1. Trichila
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo :smile:

    Mit meiner jetzigen Freundin führe ich eine sehr schöne und wunderbare Beziehung - samt ihrer Tochter (nun ein halbes Jahr alt), die aus einem ONS vor unserer Zeit entstand. Sie hat nach wie vor Kontakt zum leiblichen Vater, da es eine alte Freundschaft ist, er hat die Vaterschaft anerkannt, sie indes hat das alleinige Sorgerecht. Soweit für mich kein Problem, denn ich habe nicht den Anspruch, ein Kind "meines eigenen Fleisch und Blutes" großziehen zu müssen. Ich wollte schon immer eine Tochter haben und habe mich nicht nur in meine Freundin, sondern auch (natürlich auf andere Art) in Töchterchen verliebt, so dass ich sie bereits jetzt als "meine" Tochter erachte.

    Jetzt ist es allerdings so, dass ich über die Zukunft nachdenke und mir durchaus sehr gut vorstellen kann, mit ihr mein weiteres Leben zu verbringen - und da kommt natürlich auch der Gedanke "Was ist mit Töchterchen?" auf. Mich beschäftigt folgendes: Mit dem Kindsvater (KV) möchte ich eigentlich so wenig wie möglich zu tun haben, womit wir beide sehr gut leben können. Ich würde aber nie versuchen, den Kontakt zwischen Tochter und KV zu unterbinden und würde sie auch in der Gewissheit aufwachsen lassen, dass ich halt ihr Papa bin, es aber auch einen Erzeuger gibt, der sie "gemacht" hat (an der korrekten, kindgerechten Formulierung ist noch zu arbeiten, hab aber ja noch Zeit :zwinker: ). Und dies auch klar von einander abgrenzen, klar einen Status definieren.

    Ich stehe daher auf dem Standpunkt, dass ich Töchterchen dann auch adoptieren möchte. Nicht sofort, aber spätestens dann, wenn klar ist, dass man fest zusammenbleiben möchte (z.B. Heirat). Primär geht es mir dabei um das Kindeswohl und Rechtssicherheit. Was, wenn meine Freundin verstirbt - soll Töchterchen dann aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden und zum KV, den sie vielleicht alle viertel Jahr mal sieht und der nicht ortsnah wohnt? Was, wenn er sich ständig einmischen will und mich vielleicht sogar zwischen die Fronten, also zwischen Töchterchen und ihn, zu stellen versucht ("Ich bin Dein Papa, nicht der da")?

    Auch ein wichtiger Punkt für mich ist, dass ich ihm die Entscheidung nicht überlassen möchte, wann er Töchterchen sieht, vielleicht sogar gegen ihren Willen. Ich möchte, dass sie das (wenn sie älter ist) selbst entscheiden kann - wie gesagt, ich würde ihr den Kontakt nicht verweigern, wenn sie ihn wünscht, ihm aber die Möglichkeit nehmen, uns zu zwingen, ihm Töchterchen "zur Verfügung zu stellen" (Stichwort Umgangsrecht). Auch dies wäre mWn nur möglich, wenn ich Töchterchen adoptieren würde. Ich möchte nicht nur (freiwillige) Pflichten, ich möchte (einklagbare) Rechte und Pflichten (für mich, aber auch für meine Tochter und Partnerin)!

    Meine Freundin tut sich bei diesem Thema sehr schwer, da sie ihren alten Freund nicht "vergraulen" möchte, mich aber auch verstehen kann. Sie hat sich klar gegen eine Beziehung mit ihm und für mich entschieden. Sie meint aber auch, dass er einer Adoption wahrscheinlich nicht zustimmen würde. Der KV fragt immer wieder nach Töchterchen, hält also auch Kontakt und kümmert sich (was für mich auch ok ist, ist ja seine Leibesfrucht und ich würde es nicht anders handhaben). Das würde ich ihm auch nicht verweigern, ich möchte ihm aber seinen Rechtsanspruch nehmen - hauptsächlich im Interesse des Kindes. Mir ist bewusst, dass ohne Zustimmung des KVs zur Adoption nichts geht - den gerichtlichen Weg würde zwar ich einschlagen, aber 100% Sicherheit, das Ganze zu gewinnen, gibt es ja nicht. Und dann ist auch die Frage, ob das meine Freundin durchstehen würde.

    Wir stehen zwar noch relativ am Anfang unserer Beziehung, aber ich finde die Gedanken um dieses Thema nicht nur legitim, sondern notwendig. Ich habe keine Lust, nach mehreren Jahren Beziehung, vielleicht sogar Hochzeit und weiteren Kindern in der Situation zu stehen, dass es da einen Dritten gibt, der sich immer wieder einmischen kann und Rechte hat, die man berücksichtigen muss, selbst wenn es gegen den Willen von uns und Tochter geht. Auch ist die Frage, ob die stetige (Pflicht-)Präsens des KVs nicht das Verhältnis von ihren eventuell bzw. sehr wahrscheinlich nachfolgenden Geschwistern (wir wollen beide noch ein zwei Kinder zusätzlich) negativ beeinflussen könnte ("Der Papa ist gar nicht Dein richtiger Papa, sondern nur meiner").

    Eine mittelfristig nicht mögliche Adoption wäre für mich ein Grund, diese Beziehung nicht weiterzuführen und - so weh es mir täte - umgehend einen Cut zu machen. Ich würde hierzu gerne Meinungen und im Bestfalle sogar Erfahrungen hören. Vielleicht mache ich mir viel zu viel Kopf, aber mir ist das irgendwie sehr sehr wichtig...

    Beste Grüße und Danke
    Tric
     
    #1
    Trichila, 3 Dezember 2008
  2. Nevery
    Nevery (30)
    Planet-Liebe ist Startseite
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    in einer Beziehung
    schon verständlich, dass dir das wichtig ist. und ich nehme an, dass du dich auch leicht geknickt fühlst, weil deine freundin das nicht ganz so sieht.

    andererseits: du machst dir nen kopf um ungelegte eier. du gehst davon aus, dass er irgendwann rechte einklagen wird, und das der tochter nicht passt. solange er ein guter "erzeuger" ist, wird das nicht passieren, und ich bin der meinung, dass seine rechte solange auch einklagbar sein sollten. ich will dir nichts unterstellen, wirklich nicht :zwinker: aber kleine mädchen sind ziemlich leicht beeinflussbar, du könntest es mit sicherheit erreichen, dass sie von sich aus sagt "ich möchte keinen kontakt mehr". und vielleicht möchte deine freundin dich garnicht erst in versuchung dazu bringen? damit sie immer mit sicherheit davon ausgehen kann, dass du sowas nicht machst.
    dummes beispiel: ich geb meine passwörter auch nicht weiter, nichtmal an die menschen, denen ich 100% vertraue. nicht, weil ich es für möglich halte, dass sie sie missbrauchen - sondern, um jederzeit ganz sicher zu sein, dass sie es nicht waren wenn da mal was passiert. damit ich nicht in versuchung komme, sie zu beschuldigen.
    ich muss sagen, so arg wie du darauf pochst, könnte das diesen gedanken jedenfalls aufkommen lassen. eine trennung in erwägung zu ziehen, wegen eventualitäten, die aller wahrscheinlichkeit nach nie vorkommen werden.. ich hoffe, das hast du deiner freundin so nicht gesagt. bedenke doch, sie hat auch gesunden menschenverstand, würde es zu dieser situation kommen, würde sie ihre meinung sicher ändern.


    aber gehen wir jetzt mal davon aus, dass deine befürchtungen richtig wären. dass ihr erzeuger sie schlecht behandelt, sie nicht zu ihm möchte - wenn das thema bei dir und deiner freundin noch nicht verhärtet ist, kann sie das locker bei euch ansprechen. und dann wird deine freundin sicher ihr möglichstes tun, dass er kein recht mehr an ihr hat.


    oder die andere befürchtung, dass eure anderen zukünftigen kinder mit sowas anfangen wie "ist ja garnicht dein vater" - erstens wäre es eure pflicht als eltern, sowas mit einem ernsthaftem gespräch zu unterbinden. zweitens (ich bin in der selben situation aufgewachsen, er war nur mein vater, nicht der meiner halbschwester) kam ich jedenfalls niemals auf die idee, sowas zu sagen. einfach weil absolut klar war, biologischer erzeuger hin oder her, er mag sie genauso gern wie mich. aber dennoch, nur für den fall es würde so laufen, dann kann sie immer noch zu euch kommen und sagen "ich hätte gerne, dass du mich adoptierst". ihr könntet ihr das thema bei einem gewissen Alter vielleicht mal nahelegen, ihr etwas darüber erzählen, und sie dann selber entscheiden lassen.


    aber für den moment ist mein rat definitiv, lass das thema ruhen. weder weisst du, ob ihr so lange zusammen bleibt, noch, ob irgendeine deiner befürchtungen eintritt.
     
    #2
    Nevery, 3 Dezember 2008
  3. User 72261
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    nicht angegeben
    ....
     
    #3
    User 72261, 3 Dezember 2008
  4. ElfeDerNacht
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo Du!

    Ich hatte ein ähnliches Problem- allerdings aus der anderen Richtung...Ich habe eine Tochter, deren Vater sich schon während der Schwangerschaft von mir getrennt hat. Dann trat, als sie ein halbes Jahr alt war, ein neuer Mann in unser Leben, und er übernahm so wie Du, im Grunde sofort die Vaterrolle mit allem drum und dran.
    Er war- wenn auch nicht der leibliche- ein wunderbarer Vater und er ist es bis heute (obwohl er und ich schon lange getrennt sind)
    Das Thema Adoption kam damals auch auf, allerdings war auch ich nicht so begeistert davon, da ich die Ansicht vertrete, solange sich ein Vater kümmern will (den leiblichen mein ich jetzt) hat man nicht das Recht ihm dies zu verwehren. Vor allem dann nicht, wenn er sich liebevoll um sein Kind kümmert.
    Versuch doch mal das ganze umzudrehn? Würdest Du es zulassen, dass man Dir Dein Kind aus einer gescheiterten Beziehung wegnimmt, nur weil es einen neuen Mann gibt? Es ist nunmal sein eigen Fleisch und Blut, und wenn er sich darum kümmern will steht ihm das auch zu, und ich finde es auch sehr wichtig für das Kind!
    Klar, Du erziehst sie, Du wickelst sie, Du sitzt an ihrem Bett wenn sie krank ist, aber sie hat seine Gene- es sind ihre Wurzeln, und er wie auch sie haben ein Recht darauf, diese Beziehung zu leben und zu vertiefen wenn sie es denn wünschen.
    Es tut mir leid, dass ich da nicht mit Dir konform laufen kann, aber das ist meine Meinung aus meiner Erfahrung (auch meiner eigenen! Bei mir wurde auch der Kontakt zu meinem leiblichen Vater unterbunden, und ich habe sehr darunter gelitten- obwohl ich das nicht mal gewusst hatte...Ich dachte immer er wolle mich nicht sehen.) Egal wie man es dreht- Du würdest Deiner Tochter damit weh tun!

    Denk nochmal drüber nach! :zwinker:

    elfchen
     
    #4
    ElfeDerNacht, 3 Dezember 2008
  5. minzblatt
    minzblatt (31)
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    vergeben und glücklich
    Ein bisschen was kann ich dazu auch sagen, da es diese situation vor gut 20 Jahren in meiner Familie gab. Meine Mutter hatte einen Sohn von einem Mann, der sich der neuen Situation entzogen hat, und daraufhin einen neuen Mann kennen gelernt (der nun der Vater von meinem älteren Bruder und mir ist). Der leibliche Vater meines ältesten Bruders hat seinen Sohn immer geliebt, ihn auch hin und wieder gesehen und zum Beispiel Urlaubsreisen mit ihm gemacht. Trotzdem hat ihn mein Vater (also der neue Mann) adoptiert, da war er aber glaub ich schon 7 oder sogar älter, einfach weil es da eine Situation gab, in der es notwendig war. Wir als Kinder sind alle als gleichwertige Geschwister mit gleichwertiger Beziehung zum Vater aufgewachsen. Nur dass es halt da noch einen anderen Vater gab (und mit ihm natürlich auch Großvater etc.), den man hin und wieder sah. Als Kind wächst man in solche Situationen sehr natürlich hinein, nimmt es hin wie es ist. Egal ob du adoptierst oder nicht, für die Kleine wird das keinen Unterschied machen.

    Die Aussage, das in ihrem Interesse machen zu wollen finde ich etwas widersprüchlich mit der Versicherung dass sie selber völlig frei wählen kann wann und zu wem sie geht. Ich denke du möchtest sie näher an dich binden, weil die biologische Verbindung eben fehlt. Aber: alleine deine tagtägliche Anwesenheit ist dafür absolut genug! Wenn er ein total komischer Typ wär, dem man kein Kind in Obhut geben kann ohne Angst, würde ich deinen Wunsch nach Beschneidung seiner Rechte verstehen, aber die leiblichen Eltern des Kindes verstehen sich doch gut! Sollte es jemals zu einer Streitfrage kommen, können die darüber reden! Und sollte in einigen Jahren eine Situation kommen (wie in meiner Familie), wo die Adoption sinnvoll wird, dann wird sich auch deine Freundin nicht dagegen wehren. Vielleicht auch im Rahmen eurer Hochzeit einmal.

    Ich würde sagen, du kannst deine Angst vergessen, lebe glücklich mit deiner Familie und lass alles auf dich zukommen. Wieso etwas beenden, was schön ist? Wenn du Angst vor der ungewissen Zukunft hast und sie deshalb gar nicht erleben willst, dann müsstest du dir konsequenterweise sowieso gleich das Leben nehmen.. sorry ist natürlich überzeichnet.

    Wenn ich mich nicht gerade direkt mit so einem Thema befasse, ist mir nicht einmal bewusst, dass mein älterer Bruder eigentlich "nur" mein Halb/Adoptivbruder ist. Einfach irrelevant.
     
    #5
    minzblatt, 3 Dezember 2008
  6. SandraChristina
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    wie gesagt, ohne zustimmung des leiblichen vaters, kannst du gar nichts machen...

    ich kann deine bedenken zwar einen schritt weit verstehen, aber dennoch denke ich, steckt da viel mehr dahinter.

    das kindeswohl ist nämlich nicht dein primärer gedanke, ich denke du handelst aus eigenen motiven. irgendwie scheint die bindung innerhalb der neuen familie doch noch etwas zu wackeln, und diese willst du jetzt einklagen, ansonsten verlässt du deine freundin.

    für das kind ist das beste, die mutter hat das alleinige sorgerecht, wenn der vater sich eh schon etwas aus der erziehung zurückgezogen hat, und du bist dem kind ein tolles männliches vorbild.
    die mama zu verlassen, wenn nicht alles in deinen gewünschten bahnen läuft, zählt da leider nicht dazu.

    eine adoption ist für ein kind ein schock, den schließlich hat ein elternteil dann eingewillig, nicht mehr rechtlich der papa oder die mama zu sein...

    verlange das der kleinen nicht ab.

    im übrigen erlischen dann unterhaltsansprüche, erbrechte etc... ich denke dass ist nicht notwendig in diesem fall, da der vater es zwar schleifen lässt, aber nicht gänzlich abhanden gekommen ist...


    arbeitet lieber da dran, dass der kontakt zum leiblichen vater besser wird, dann hat das kind den meisten gewinn.

    das das für dich eine blöde situation ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. wenn du damit nicht klar kommst, dann würde ich eher dazu raten, sich eine frau zu suchen, wo ein solches "problem" wie ein bereits vorhandenes kind nicht zur debatte steht.

    dennoch hut, ab dass du dich so um die kleine kümmerst, das wird sie dir auf ewig danken :smile:
     
    #6
    SandraChristina, 3 Dezember 2008
  7. Trichila
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Hallo meine Damen,

    vielen Dank für Eure Statements :smile:

    @sara-mira

    Der KV wohnt nicht gerade um die Ecke, so dass ein häufiger Kontakt gar nicht möglich ist bzw. mit einigem Aufwand für uns bzw. ihn verbunden wäre. Er könnte also nicht die Präsens bieten, die ich bieten kann. Finanziell kann er ebenfalls nichts beitragen, da kommt der Unterhaltsvorschuss vom Amt... Meiner Ansicht nach ist das nicht gerade die günstigste Konstellation und für Töchterchen bestimmt nicht "wertvoll". Wie gesagt, ich käme nie auf die Idee, ihr den Kontakt zu verbieten, mit welcher Berechtigung auch. Ich lasse mir aber eben ungern ins Handwerk pfuschen, und das von jemandem, der auf Abruf seine Tochter haben kann, wenn er sie gerade braucht, selbst aber kaum in der Lage ist, sich richtig zu kümmern...

    Das habe ich vor und glaube ich auch geschrieben. Es ist eine reine "Was wäre wenn"-Situation, die in meinem Kopf existiert.

    Die emotionale Ebene ist nicht wegzudiskutieren, keine Frage. Ich "fühle" mich als Papa und möchte natürlich als der selbige angesehen werden - bei Freundin und Tochter mache ich mir da keine Gedanken, aber wir leben in Deutschland, und da zählt nur, was auf dem Papier steht.

    Wie ich schon schrieb: Ich werde hier keine Suggestion einfliessen lassen, sondern neutral auf die Wünsche von Töchterchen reagieren. Wenn sie den KV sehen will - ok. Wenn nicht, auch ok. Die Problematik sehe ich in der Tat für die künftige Familie, wenn der KV entgegen der Wünsche von Freundin, Tochter und mir "Zugriffsrechte" hat und diese ausübt. Da liegt der Hund ja begraben... Geht auch an Nevery, Stichwort Passwort!

    @ ElfeDerNacht

    Eine gescheiterte Beziehung, in der der KV anfänglich vielleicht sogar miterzogen hat, sehe ich anders als eine Schwangerschaft, die durch einen einmaligen Fick (ich reduziere und werte ab, ich weiß, aber es ist so) entstanden ist. Wäre ich in seiner Situation (wohne weit entfernt vom Wohnort des Kindes, das sich in eine Familie eingefügt hat, dessen männlicher Part vernünftig verdient und sich um mein Kind kümmern kann, ich selbst in einer neuen Partnerschaft lebe und eine eigene Familie gründen will), wäre ich vielleicht sogar dankbar dafür... Außerdem, ich sage es nochmal, eine Adoption würde für mich nie ausschliessen, dass der KV seine Tochter sehen kann - aber nur dann, wenn es Töchterchen auch wirklich will!



    Ich wollte nur nochmal allgemein klarstellen, dass ich sehr wohl ob der Situation weiß und Töchterchen NICHT den Umgang mit ihrem Erzeuger verbieten möchte. Ich finde es nur wichtig, nicht ihm die Entscheidung zu überlassen, sondern Töchterchen und natürlich uns. Ich mache mir nicht im Geringsten Sorgen, dass Töchterchen mich nicht als Papa ansehen könnte, mir geht es eigentlich nur um die Rechtsfolgen und die daraus resultierende, für mich gravierende Unsicherheit. Alle (negativen) Gedanken hier sind natürlich Spielerei, es kann negativ kommen, muss aber nicht. Und hier war die Frage einfach da, ob man schon gleich die Weichen richtig stellen sollte und frühzeitig klarstellen muss, was das Ziel ist. Mir scheint aber, dass ich sehr alleine mit meiner kritischen Einschätzung der Lage bin und mir tatsächlich darüber klar werden muss, ob ich das so möchte, wie ihr es für richtig haltet - die im Kern bedeutet "Sorge Dich nicht, lebe".

    Bin dankbar für weitere Statements - manchmal benötigt man einfach Zeit und Meinungen, um eine Entscheidung von allen Seiten zu beleuchten.

    Beste Grüße und Danke
    Tric
     
    #7
    Trichila, 3 Dezember 2008
  8. SandraChristina
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    ok, bekomm erst mal ein kind, sei bei der geburt dabei, ziehe es groß und sag sowas dann 6 jahre später nochmal...

    ich glaube du hast bezüglich der eltern kind beziehung noch zu wenig an erfahrung, ok, du hast ja schließlich noch kein eigenes...


    aber diese denkweise ist nicht normal... eltern die eine bindung zu ihrem kind aufgebaut haben, würden einen teufel tun, und das zur adoption frei geben...
    schlimm genug, die formulierung "und dann eine eigene familie gründen will"

    trennung der eltern hin oder her, kinder sollten immer zur "eigenen familie gehören"
     
    #8
    SandraChristina, 3 Dezember 2008
  9. Trichila
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Hi,

    Du hast es glaube ich nicht ganz verstanden - der KV war ein ONS, war weder bei der Geburt dabei noch hat er in den letzten sechs Monaten (sie ist erst ein halbes Jahr alt) seine Tochter mehr als zweimal für jeweils ein paar Stunden gesehen. Ergo habe ich bis dato mit Töchterchen schon mehr Zeit verbracht als er - wer hat Deiner Meinung nach also mehr Bindung aufbauen können? Ist es gerade deswegen nicht eine logische Folge, dass ich mir Gedanken mache?

    Gruß
    Tric
     
    #9
    Trichila, 3 Dezember 2008
  10. User 72261
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    ....
     
    #10
    User 72261, 3 Dezember 2008
  11. Traumfänger*
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Lieber TS

    Auch ich bin ein Kind aus ähnlichen Verhältnissen und vielleicht kann ich Dir ein Stück weit zur Seite stehen..

    Mein Bruder, meine Schwester und ich waren alle drei laut Aussage der Mutter, Wunschkinder. Dennoch hat sich mein leiblicher Vater frühzeitig aus dem Staub gemacht. Kontakt hatten wir schon zu diesem Zeitpunkt sehr wenig zu ihm, somit ist eine väterliche Beziehung nie entstanden. Im laufe der Zeit lernte meine Mutter ihren jetzigen Mann kennen, welcher nach und nach die Vaterrolle übernahm. Nicht, weil es irgendwo auf dem Papier stand, sondern vielmehr weil er da war, sich um uns kümmerte, uns die Dinge des Lebens erklärte, mit uns spielte und meine Mutter liebte. Er integrierte sich ganz automatisch in die Familie, nicht als Mann unserer Mutter, sondern als Vater. Im Kindesalter haben wir nicht darüber nachgedacht, es war einfach so und es war okay!

    Später, in einem Alter wo wir begreifen konnten um was es sich handelt, kam die Frage der Adoption auf. Nicht, weil mein Vater Angst um seine Rechte hatte oder gar um seinen Status innerhalb der Familie, sondern rein aus formellen Gründen. Wir hatten es einfacher mit den Namen (Sein Nachname war im übrigen viel kürzer, praktisch) und es wurde ausgeschlossen, dass wir im Fall der Fälle, Unterhaltsverpflichtet gegenüber meinem Erzeuger sind. Denn dieser, so wie in deinem Fall, ist finanziell sehr schwach und ihm kam die Entlastung gerade recht.
    Er konnte uns besuchen, auch wenn er dies nie tat und uns Kindern stand es jederzeit frei, Kontakt zu ihm zu pflegen. Aber auch dies hat sich nie ergeben, er hat bereits eine neue Familie!

    Vielleicht solltet ihr gemeinsam über diese Entscheidung sprechen, den Erzeuger natürlich mit eingebunden. Somit könnte man alle Zweifel ansprechen und eine möglichst angenehme Lösung für alle beteiligten finden. Lasst euch Zeit und nehmt eurem Kind selbst nicht die Entscheidung ab!
     
    #11
    Traumfänger*, 3 Dezember 2008
  12. glashaus
    Gast
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    Ich bin selbst adoptiert und bin aus genau diesen Gründen gegen Adoptionen, wenn es gar nicht anders geht. Der Vorgang verletzt an sich die ureigensten Gefühle und Bindungen, die ein Kind überhaupt nur hat. Das hat Auswirkungen, über die man sich als "normaler" Mensch gar nicht so im klaren ist, leider.

    Ich würde da einfach Zeit ins Land vergehen lassen. Wenn du die Bezugsperson bist, bist du sowieso für das Kind der Papa. Sollte es Probleme mit dem Erzeuger geben, könnt ihr euch ja immernoch überlegen, wie es weitergehen soll. Aber solange kein Handlungsbedarf zum Wohle des Kindes besteht finde ich es nicht okay, einen elementar wichtigen Menschen für das Kind von vorneherein per Unterschrift von Rechten und Pflichten zu entbinden.
     
    #12
    glashaus, 3 Dezember 2008
  13. Trichila
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Hallo,

    auch den "Nachpostern" vielen Dank für Eure Statements! Es ist manchmal wirklich hilfreich, andere Ansichten und Erfahrungen zu hören, und sich dann auch selbst eingestehen zu können, dass die eigene Sicht vielleicht zu engstirnig ist. Ich habe das Thema gestern nochmals mit meiner Freundin ausführlich nachgearbeitet und wir haben uns gemeinsam dafür entschieden, eine Adoption anzugehen, sobald Töchterchen in der Lage ist, hier mitzuentscheiden.

    Danke an alle :smile:

    Beste Grüße
    Tric
     
    #13
    Trichila, 4 Dezember 2008

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