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Al Mumin

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Sam77, 22 September 2003.

  1. Sam77
    Gast
    0
    Ich bin mir nicht sicher, ob diese Geschichter hier her gehört, aber der Offtopic ist dafür auch nicht geeignet...

    Al-Mumin

    Es ist kalt...
    Seit Tagen lebe ich vor mich hin, nichts treibt mich voran. Nichts befriedigt mich mehr auf Erden. Bis ich mein Ziel erfüllen kann, muss ich mich mit Belanglosem vergnügen. Gedanken vom Paradies schwirren in meinem Kopf herum...
    So steht es im Koran, Ad-Duhá, dem glorreichen Morgen:

    „Wahrlich, das Jenseits ist besser für dich als das Diesseits.
    Und wahrlich, dein Herr wird dir geben und du wirst vollzufrieden sein“


    Wie ich mich auf diesem Moment freue...
    Was ich tue, mag für Unwissende pervers erscheinen, für mich und für andere ist es der einzigste Weg, so steht im Koran:

    „Wahrlich, jene, die ungläubig sind unter dem Volk der Götzendiener werden im Feuer der Gahannam sein; ewig werden sie darin bleiben; diese sind die schlechtesten Geschöpfe.“

    Ich handle im Auftrag Allahs. Keiner kann es mir übel nehmen, dass ich in den Garten Eden eintreten möchte. Was tue ich schlechtes? Allah schuf den Menschen aus einen Klumpen Blut, ich bringe sie zurück in ihre Urform!
    Um mich in höheren Bewusstseinssphären aufzuhalten injiziere ich mir Morphium. Es bringt mich zur relativen Erleuchtung, den die absolute werde ich in wenigen Tagen erreichen, wenn ich zu den Al-Káferün sprechen werde! Doch bis dahin, muss ich mich mit diesen Drogen abspeisen lassen und nach Mekka beten...
    Zeit ist verstrichen... Tagen, Wochen, Monate? Für mich unwichtig, ich weiß nur, dass heute der Große Tag ist.
    Ich wasche meinen Körper rein, jedes Körperteil. Packe die Instrumente ein: Machete, C4 und die Autoschlüssel. Die anderen drei warten an der Corniche. Ich schnalle mir den Sprengstoff um meinen Leib, der Zünder ist gut erreichbar. Mein Hemd ziehe ich mir über und steige in das Auto. Es sind wenige Minuten bis zur Corniche. Hier befindet sich auch unser Ziel: Die dichtbesiedelten Straßen, in denen sich viele Hotels und Cafés befinden. Es ist 21:00 Uhr, selbst um diese Uhrzeit halten sich die ganzen Ungläubigen dort auf.
    Ich bin am Ziel, die anderen drei warten vor dem „Casa España“. Wir treten dort ein, die Türsteher wollen uns nicht eintreten lassen... In ihrem spanischen Akzent sagen sie: „Hier ist kein Eintritt für euch. Wenn ihr eine Moschee sucht, dann seid ihr hier falsch.“ Ich ziehe meine Machete aus dem Mantel, einer von meinen Kumpanen schlägt auf sie ein, ein anderer zieht ebenfalls eine Machete aus seiner Kleidung. Wir durchtrennen ihnen die Kehle. Blut spritzt, doch wir haben noch nicht unser Ziel erreicht. Das Haus ist voll von Ungläubigen. Schnell gehen wir durch den schmalen Gang, wir haben bereits die Hand auf dem Zünder. Erschrocken schauen die Menschen zu uns, ich beginne mit meiner letzten Ansprache:

    "O ihr Ungläubigen!
    Ich diene nicht dem, dem ihr dient
    und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene.
    Und ich werde nicht Diener dessen sein, dem ihr dient
    und ihr werdet nicht Diener Dessen sein, Dem ich diene.
    Ihr habt eure Religion und ich habe meine Religion."


    Dann zünde ich meine Bombe, die Detonation ist zu hören.

    Anmerkung: Der „Namenlose“ war einer der Attentäter, der in der Nacht vom 16.5. auf den 17.5. einen Anschlag auf das Restaurant des spanischen Kulturhauses "Casa España" in der Hafenstadt Casablanca (Marokko) ausübten. Hierbei gab es 41 Tote und 150 Verletzte.


    -------------------------------------------

    Die Kurzgeschichte wurde von mir verfasst, ein Klassenkamerad hat sie in der Klasse vorgelesen und alle waren sichtlich begeistert. Momentan arbeite ich an "Der einsame Wolf", eine melancholische Geschichte im ähnlichen Stil. Des weiteren gibt es noch zwei weitere Kurzgeschichten, "Novembertag", sie sich ebenfalls mit einem Märtyrer befasst und "Anxous Heart", eine Geschichte über einen Gestlichen, der sich in einer Nervenklinik befindet. Ich lege mehr wert auf zeitlose Dialoge mit bizarrer Wortwahl als auf sinnloses Beschreiben der Lokalisation.
    Für "Al Mumin" (arab. für "Der Gläubige) habe ich den Koran gelesen und mich über das Attentat informiert. Ich bin gebürtiger Spanier.
     
    #1
    Sam77, 22 September 2003
  2. Sam77
    Gast
    0
    Wirklich - geile Leute hier. Da postet man eine Geschichte - und? Keine Kritik, keine Kommentare, nichts und wieder nichts...

    Ist die Geschichte euch zu hoch? Oder zu "widerlich" und "pervers"? Nichts gegen die Leute hier, aber sowas finde ich nicht ok...
     
    #2
    Sam77, 28 September 2003

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