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Alle 47 Minuten ein Selbstmord in Deutschland

Dieses Thema im Forum "News zu Liebe, Erotik und Sexualität" wurde erstellt von freierFall, 10 September 2004.

  1. freierFall
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    In Deutschland sterben fast doppelt so viele Menschen durch Selbsttötung als bei Verkehrsunfällen. Der Vorsitzende der Initiativgruppe "Nationales Suizid Präventionsprogramm", Armin Schmidtke, forderte daher am Donnerstag in Berlin mehr Anstrengungen, um Suizide zu verhindern. Durchschnittlich alle 47 Minuten nehme sich ein Mensch das Leben. Im Jahr 2002 habe es 11.163 Selbstmorde gegeben - davon 8.106 Männer und 3.057 Frauen. Dazu kämen etwa zehn Mal so viele Versuche. Bei Verkehrsunfällen verstarben im selben Jahr 6828 Menschen.

    Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Selbsttötungen die zweithäufigste Todesursache. "Jeder zweite Todesfall eines Mannes bis 25 Jahre ist der Suizid", sagte Schmidtke. In den vergangenen Jahren sei jedoch eine Zunahme des Anteils Alter Menschen an der Selbstmordrate festzustellen. "Fast jede zweite Frau, die sich das Leben nimmt, ist über 60 Jahre alt."

    Deutliche regionale Unterschiede

    Im bundesdeutschen Vergleich liegen die Suizidzahlen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen über, in Nordrhein-Westfalen, Saarland und Berlin unter dem Durchschnitt. Diese Unterschiede seien jedoch nicht auf die Altersstrukturen in den Ländern zurückzuführen und sie tauchten schon in den ersten statistischen Erhebungen im 19. Jahrhundert auf. Ob das an der Religion oder der Zugehörigkeit zu verschiedenen Landsmannschaften liege, ist nach Aussage Schmidtkes unklar.

    Die meisten Menschen (55 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen) bringen sich durch Erhängen, Erdrosseln und Ersticken um. Feuerwaffen und Explosivstoffe werden von zehn Prozent der Männer und einem Prozent der Frauen als Todesmittel gewählt. Durch "Vergiftungen mit festen oder flüssigen Stoffen, mit im Haushalt verwendeten Gasen, sonstigen Gasen und Dämpfen" scheiden 13 Prozent der männlichen und 26 Prozent der weiblichen Selbstmörder aus dem Leben.

    Auch der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm

    Neben den persönlichen Tragödien spiele jedoch auch der volkswirtschaftliche Schaden eine nicht unerhebliche Rolle. "Bei einer Minimalschätzung von 100.000 Suizidversuchen pro Jahr entstehen - durch Notarzt, Polizei und Krankenhaus - Kosten von 178 Millionen Euro", sagte Schmidtke. Berücksichtige man die zusätzlichen Kosten wie fortlaufende Therapien oder Lohnfortzahlungen, summierten sich die jährlichen Kosten auf mindestens 250 bis 300 Millionen Euro.

    Prävention suizidalen Verhaltens ist nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die den 10. September zum Welt Suizidpräventionstag erklärt hat, ein vordringliches gesundheitspolitisches Problem. In mehreren europäischen Ländern wurden schon nationale Suizidpräventionsprogramme etabliert, in Deutschland 2002. Mittlerweile arbeiten in diesem Programm bundesweit mehr als 80 Organisationen und Institutionen mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums daran, die Vorbeugung zu verbessern.

    (N24.de, ddp)
    Quelle


    Erstaunlich finde ich, dass sich wesentlich mehr Männer, als Frauen umbringen. Wobei die Frauen wohl ehr Suizid begehen, wenn sie alt werden und die Männer das ehr in der blüte ihres Lebens (knapp über 20) tuhen.
     
    #1
    freierFall, 10 September 2004
  2. Chester@you
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    es gibt nur mehr männliche tote weil es bei denen viel öfter gelingt da sie oftmals auch die "härtern" methoden bevorzugen wie zb vor nen zug oder springen..frauen eher weniger.
     
    #2
    Chester@you, 10 September 2004
  3. Kruemmelmonster
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Single
    Bei den Frauen sind es 3000, bei den Männern 8000. Das sind 5000 Suizidtote bei den Männern mehr als bei den Frauen. Das mit den härteren Erfolgen klingt zwar schlüssig, aber ich glaube nicht, dass dieser grosse Unterschied nur damit zu tun hat. Zu dem Thema hab ich mal was im Spiegel gelesen. In dem Alter haben viele Männer Probleme mit Schule, Ausbildung etc. und auch in der Liebe. Jedenfalls wurde der Unterschied im Spiegel so begründet...
     
    #3
    Kruemmelmonster, 11 September 2004
  4. Marla
    Marla (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    1
    nicht angegeben
    ich möchte nicht sagen das männer herzloser sind, aber ich glaube frauen denken dabei eher an die hinterbliebenen. Zu den suizidversuchen ist keine geschlechtsverteilung aufgelistet, ich schätze da werden es mehr frauen sein.
     
    #4
    Marla, 11 September 2004
  5. [sAtAnIc]vana
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Ich würde sagen, dass Frauen einfach mehr Panik davor haben am Ende verkrüppelt zu sein, als sons was...

    Ich mein die Methoden sich vor den Zug zu schmeissen usw. sind doch relativ ungenau...

    Dann lieber ne Packung Schlaftabletten wo man evtl. net soo schnell gefunden wird...

    vana
     
    #5
    [sAtAnIc]vana, 11 September 2004
  6. freierFall
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Vielleicht lastet auf Männern in dem Alter mehr Erfolgsdruck. Sie müssen sich im Berufsleben etablieren und eine Lebensgrundlage aufbauen.
    Frauen haben es in der hinsicht immernoch etwas einfacher. Natürlich nur, wenn sie nicht unbedingt Kariere machen wollen.
    Zudem glaube ic, dass Frauen auch weniger probleme haben, einen Partner zu finden.

    Dann mit 50, 60 haben Frauen mehr prosbleme, sie werden alt und runzlig und können keine Kinder mehr bekommen (Wechseljahre usw.) das stört Männer dann wiederrum weniger.

    Aber man kann das natürlich nicht pauschalisieren. Jeder einzelne Selbstmord, ist eine andere Geschichte.

    Mich würden mal die Vergleiche zu anderen Ländern interessieren.
     
    #6
    freierFall, 11 September 2004
  7. Andi80
    Gast
    0
    Spekulation über gesellschaftliche Hintergründe

    Es ist wenig verwunderlich dass mehr Männer von diesem Schicksal betroffen sind als Frauen. Auf ersteren lastet immer noch der traditionelle gesellschaftliche Erfolgsdruck während letztere mehr Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten erhalten haben. Weiter ist es so, dass die aufreibendsten, schmutzigsten und gefährlichsten Arbeiten trotz aller Gleichberechtigung nach wie grossmehrheitlich von Männern verrichtet werden.

    Ein weiterer Faktor mit besonderer Bedeutung im Kontext dieses Forums, der bereits von einem Vorredner angesprochen wurde, ist der Druck auf dem Partnermarkt. Er ist für junge Männer wesentlich höher als für Frauen. Dieser Umstand hat mehrere Gründe. Zum ersten wird noch immer, trotz der Emanzipation, nach wie vor vom Mann die aktive Rolle in der Beziehungsanbahnung erwartet. Gleichzeitig wurde und wird seit Jahrzehnten über die politisch korrekten Mainstream-Medien die Botschaft verbreitet, wonach das männliche Begehren etwas schlechtes sei und Frauen sich dadurch vor allem belästigt fühlten. Das Mass an Verwirrung ist beträchtlich.
    Zum zweiten wäre ein simpler arithmetischer Tatbestand aufzuführen. Es gibt in Deutschland mehr junge Männer als junge Frauen. Genaue Zahlen kenne ich nicht, doch dieser so genannte Männerüberschuss kommt wohl dadurch zu Stande, dass mehr Jungen als Mädchen geboren werden sowie durch die Immigration, die mehr junge Männer zu uns bringt.

    Welche Blüten diese Entwicklungen treiben zeigt sich schön auf den Kontaktanzeigenmarkt. Erstens die höhere Zahl an Kontaktanzeigen von Männern. Während sich viele Männer zudem wirklich bemühen, aber selbst intelligente Zeitgenossen mit einem passablen Foto leer ausgehen, zeigt sich bei vielen weiblichen Konaktanzeigen eine passive Anspruchshaltung. Frau lehnt sich zurück und legt erst einmal einen Forderungskatalog vor. Die nachhaltige Wirkung der Emanzipation erscheint fragwürdig, wenn man sich vergegenwärtigt, wie oft in naiver Weise von einem "Traumprinz" oder "Romeo" das eigene Seelenheil erwartet wird.
    Sie selbst muss sich nicht in ein gutes Licht rücken, es reicht, dass sie "frau" ist. Die Rücklaufquote gibt ihnen Recht: Selbst die noch so trivialste weibliche Annonce (und ohne Foto) wird hunderte Male angecklickt und mit Rückmeldungen bedacht.

    In Verbindung mit den zuvor genannten Faktoren birgt diese Tendenz ein nicht unerhebliches Frustrationspotential für viele junge Männer, die tragischerweise bei einigen in der Selbsttötung ihren Kulminationspunkt findet.
     
    #7
    Andi80, 11 September 2004
  8. MunecaBrava
    Verbringt hier viel Zeit
    55
    91
    0
    Verheiratet
    @[sAtAnIc]vana

    und was ist wenn die tablette gar nicht wirken?
    und du wachst in nem grab auf :/ oje will gar nicht dran denken...

    ---
    kenne ne geschichte aus den Zeitungen(aus Russland) dort stand das ne Frau gestorben is und ich glaub die Toten liegen doch 3 Tage oder so, bevor sie eingegraben werden... nuja sie lag auf dem Tisch und war ganz weiß und so...und wo der Arzt zu ihr gekommen ist um sie für die Eingrabung zu vorbereiten wurde ihre haut hellrosa und sie ist aufgewacht.
    ---
    genau so haben die in der Zeitung berichtet! Und es gab dann auch ein Buch davon...
     
    #8
    MunecaBrava, 11 September 2004
  9. Hermann
    Gast
    0
    Andi80s These von den gesellschaftlichen Zwängen kann ich im Allgemeinen nachvollziehen. Ob das aber die Ursache für mehr männliche Sebstmorde darstellt, möchte ich bezweifeln. Wer bringt sich denn um, weil er keine(n) Partner(in) findet? Im umgekehrten Fall, bei Trennung aus Liebeskummer, ist dies eher wahrscheinlich. Wenn jemand den Sinn in seinem Leben verloren hat, ist er/sie eher geneigt darüber nachzudenken, was er/sie hier auf Erden noch zu suchen hat.

    Über das Leben, das Sterben, den Tod und das Weiterleben nach dem Tode hat sich die Lyrikerin Mascha Kaléko in gefühlvollen, teils ironischen Versen Gedanken gemacht. Die folgenden Gedichte habe ich aus ihrem Band "In meinen Träumen läutet es Sturm" (dtv) ausgewählt (außer *) ), wobei meine Auswahl das Thema hier berücksichtigt.


    In der obigen Nachricht steht:

    "... mit im Haushalt verwendeten Gasen, sonstigen Gasen und Dämpfen scheiden 13 Prozent der männlichen und 26 Prozent der weiblichen Selbstmörder aus dem Leben."


    Mich hatte schon immer gewundert, warum Mascha Kaléko in einem ihrer folgenden Gedichte gerade diese Selbsttötungsmethode scheinbar wählt:


    Monolog Für Alleinstehende

    Ruf mich doch an!
    Zwo Zwo Acht Eins Null Neun.
    So gegen sieben, wenn es dämmert.
    Man fühlt sich dann so schrecklich übriggeblieben
    Und ziemlich belämmert
    Mit seinem einsamen Whisky
    Und der matten gelben Rose
    Im schwedischen Glas
    Und dem Abendrefrain:
    Wozu? Wozu.
    Nach wieder einmal eines Tages Mühen.
    Das kann einem schon auf die Nerven gehn.
    Ich werde doch endlich das Gas aufdrehen.
    Und dir einen ordentlichen Kaffee brühen.

    - Was dachtest denn du?

    -----------------------------------------------

    Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
    Doch mit dem Tod der andern muß man leben.
    *)
    -----------------------------------------------

    Gute Vorsätze

    «Morgen» sage ich, «morgen»!
    Übermorgen» sogar.
    Bald ist das Leben vorüber,
    ohne daß «morgen»
    je war.

    -----------------------------------------------

    Leben Vor Dem Tode

    Was nachher kommt, wie sollen wir das wissen?
    Doch wenn es stimmt, was mir schon oft geträumt,
    dann werd ich leider wiederkommen müssen,
    um nachzuholen, was ich hier versäumt.

    Nie störte mich die Kürze dieses Lebens.
    Mir reicht, was mir geschah, was ich ertrug.
    Nochmal von vorn das Ganze? Nein, vergebens.
    Herr, laß mir meine Ruh. Ich hab genug.

    -----------------------------------------------

    Ein Sogenannter Schöner Tod

    Eines Morgens wachst du auf und bist nicht mehr am Leben,
    Über Nacht, wie Schnee und Frost, hat es sich begeben.
    Aller Sorgen dieser Welt
    Bist du nun enthoben.
    Krankheit, Alter, Ruhm und Geld
    Sind wie Wind zerstoben.
    Friedlich sonnst du dich im Licht
    Einer neuen Küste,
    Ohne Ehrgeiz, ohne Pflicht.
    - Wenn man das nur wüßte!

    -----------------------------------------------

    Strickmuster-Spruch Fürs Kopfkissen

    Sobald man beginnt,
    Gespenster zu sehen,
    Und spärlich bekleidet
    Spazierenzugehen,
    Von Türmen zu sinken,
    Im Bad zu ertrinken,
    - Sobald man sich duzt
    Mit Dämonen und Drachen,
    Empfiehlt es sich, schleunigst
    Aufzuwachen.



    Mascha Kaléko, am 7. Juni 1907 als Tochter jüdischer Eltern in Galizien geboren, fand in den zwanziger Jahren in Berlin Anschluß an die literarische Boheme vor allem des Romanischen Cafés und hatte 1933 mit dem »Lyrischen Stenogrammheft« ihren ersten großen Erfolg. 1938 emigrierte sie in die USA, von wo sie 1966 nach Israel übersiedelte. Sie starb am 21. Januar 1975 in Zürich.


    "Mascha Kaléko ist eine Philosophin der kleinen Leute. Nie ist sie süßlich verlogen, nein, eher herb und sehr gescheit ... Ich hätte sie gerne gekannt." Anna Rheinsberg
     
    #9
    Hermann, 11 September 2004
  10. -JIMMY-
    -JIMMY- (33)
    Verbringt hier viel Zeit
    361
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hm, an die Hinterbliebenen zu denken mag edel sein, bei Menschen die Selbstmord begehen wollen, sind es aber häufig eben jene die an der "ausweglosen" Situation nicht unbeteiligt sind.
    Ein Vergleich der Suizidversuche mag interessant sein, da viele (meist junge Frauen) einen Selbstmordversuch jedoch lediglich für mehr Aufmerksamkeit unternehmen, wäre eine Bewertung recht schwierig.
    Meiner Meinung nach sind schon viele Mädels bei dem Versuch mehr Beachtung zu bekommen, mehr oder weniger versehendlich umgekommen. Manchmal klappt das mit den Tabletten nämlich wirklich
     
    #10
    -JIMMY-, 12 September 2004
  11. Yve86
    Gast
    0
    Achja wie ich dieses Gefühl kenne...
     
    #11
    Yve86, 7 Oktober 2004
  12. Thomaxx
    Gast
    0
    "ein jeder zieht aus um sein Glück zu finden, auch der, der geht um sich zu erhängen"

    zum Thema mehr männliche Selbstmorde:

    ich glaube es liegt einfach darin, das den Männern von der Gesellschaft eine Rolle aufgedrückt wird, die eben auch Ballast sein kann, Stichpunkt Familienernährer usw. und Männer fühlen sich eben viel eher als Versager als Frauen und jeder Schicksalschlag bei Männern eben mehr prägend ist
     
    #12
    Thomaxx, 8 Oktober 2004
  13. dome
    Gast
    0
    ganz klar männer haben es schlimmer oftmals sind die gründe follgende:

    - Freundin verlassen
    - jahrelang erfolglos auf der suche nach zährtlichkeit
    - Kündigung im Beruf ehefrau verlässt einem
    - armut

    denke das sind die hauptgründe warum das so ist.
     
    #13
    dome, 8 Dezember 2004
  14. die_venus
    die_venus (35)
    Meistens hier zu finden
    3.180
    133
    57
    Verheiratet
    Und warum sagst du, diese Probleme sind Männerprobleme? Frauen haben die gleichen!

    Denke auch, dass es daran liegt, weil Frauen eher an die Hinterbliebenen denken als Männer.
     
    #14
    die_venus, 8 Dezember 2004

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