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Alles mal loswerden (lang, seeehr lang!)

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von User 85918, 5 Dezember 2008.

  1. User 85918
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Warum ich das jetzt tue, weiß ich nicht genau, vielleicht, damit ich, wie meine Mutter mir staendig sagt, aufhoere, mich immer selbst zu beschuldigen. Vielleicht finde ich auch zuspruch oder einfach mal knallhart die Wahrheit gesagt. Am besten fange ich ganz von vorn an, vorsicht, dies kann lang werden..

    Meine Mutter hat mich frueh bekommen, mit neunzehn, mein Vater war damals Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Anfangs schien alles toll mit meinen Eltern, niemand wusste wirklich, was hinter der Fasade ablief. Als ich vier war, trennte meine Mutter sich endlich von meinem Vater, nachdem er sie wie Dreck behandelte. Dann fing glaube ich das einschneidenste in meinem Leben an, mein Vater verfolgte uns auf Schritt und Tritt, verbrachte die Naechte vor unserer Wohnung, stand mit dem Gewehr vor uns und wollte und mit aller Macht zurueck. Zudem muss ich sagen, dass er Alkoholiker war und es immernoch ist. Ich kann mich an alles, was er getan hat gut erinnern, als waere es wie gestern gewesen, ich traeume heute noch davon, dabei war ich vier Jahre alt und kann mich nichtmal mehr daran erinnern wie ich mit vier mein Dreirad geschenkt bekommen habe. Kurz nach der Trennung von meinem Vater, hatte meine Mutter einen neuen Freund und wenn ich ehrlich bin, kann ich sagen, dass ich so ziemlich jedes Wochenende bei meiner Tante oder einer meiner Omas verbracht habe. In der Woche wurde ich morgens um sieben zu meiner Tante gebracht, die mich zusammen mit meinen Cousins zur Schule brachte & wieder abholte, ich verbrachte auch meine Nachmittage bei ihr bis etwa 17 Uhr. Dann nahm meine Mutter mich mit nach Hause, ich durfte mich wie immer mit mich selbst beschaeftigen, denn sie hatte ja einen neuen Freund. So ging das eigentlich, bis ich zehn war, dann war mein Bruder auf dem Weg, ich war die letzte die von der Schwangerschaft erfuhr. Ehrlich gesagt, bin ich bis heute nicht gut auf meinen Bruder zu sprechen, auch wenn er eigentlich nichts dafuer kann, mal gehts gut mit uns beiden, mal halt auch nicht. Ich habe ihm die volle Schuld dafuer gegeben, dass meine Mutter mich, obwohl sie mich vorher schon wenig beachtet hat, ueberhaupt nicht mehr beachtet hat. Als ich dann richtig in die Pupertät kam, wurde das von einem klitzekleinen Hass auf meinen Bruder zum Selbsthass. Ich habe mich selbstverletzt, teilweise so tief, dass ich genäht werden musste. Meine Mutter hat mir immer und immer wieder gesagt "Du machst das nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen" und das war ihr ganzes Statement zu mir und meinem Leben. Den Rest ignorierte sie, so wie sie mich immer ignorierte (manchmal sprach sie wochenlang nicht mit mir). Ich blieb mit absicht zwei Mal sitzen, weil ich einfach nur aufmerksamkeit von ihr wollte, wenn schon keine Positive, dann halt eben Negative. Als ich dann sechzehn wahr und sie mein Zeugnis sah (zwei fuenfer) rastete sie komplett aus, sie beschimpfte mich, was sie vorher auch tat ("Schlampe, verpiss dich doch zu deinem Vater." Ihr standardspruch, den sie immer bringt, wenn wir streiten. Mein Vater ist an allem Schuld und ich waere genau wie er) das tat ich kurzerhand auch, selbst wenn mein Vater sich genausowenig fuer mich interessierte, wie meine Mutter (er meldete sich nur aus Alkoholentzuegen oder Knastaufenthalte und er niemanden mehr hatte, sei es Freunde oder Frau, dann war das Kind wieder gut genug.) Ich zog also zu ihm, seiner neuen Frau und meinem Stiefbruder, nach drei Wochen zog ich zurueck, weil mir die ganzen Freiheiten die ich dort hatte, Angst machten. Ich durfte kommen, wann ich wollte. Ich durfte gehen wann ich wollte. Bei meiner Mutter hatte ich in der Woche um punkt Acht zuhause zu sein. Am Wochenende und in den Ferien um punkt Neun. Kurz nach meinem rueckzug war ich ungewollt schwanger. Vom Vater betrogen und verlassen. Ich hatte niemanden, außer mich, denn auf meine Mutter und meinem alkoholkranken Vater konnte ich mich wohl kaum verlassen. Ich hielt die Schwangerschaft bis im sechsten Monat geheim, dann wars aber zu sichtbar, ich knickte ein und sagte es zuerst meinem Vater (er sieht das ganze immer ganz easy etc, weil er ja als Vater absolut cool sein muss, weil er frueher soviel verbockt hat). Er ging zusammen mit mir zu meiner Mutter, um es ihr zu erzaehlen. Der erste Satz, der kam, war "alles klar, wir haben hier kein Platz, du musst ausziehen, ich hab sowieso kein Bock mehr auf Dich." Das saß. Ich hatte anfangs vor zu meinem Vater zu ziehen, die Idee war natuerlich eine Schnappsidee mit nem Saeugling zu nem Alkoholiker, total unueberlegt. Dann zog ich in eine eigene Wohnung, mit der plötzlichen Unterstuetzung meiner Mutter und meiner Tante (ich hatte mich vorher von meiner Familie durch alle vorfaelle komplett isoliert. Ich war sozusagen immer nur koerperlich anwesend). Wenn ich ehrlich bin, laeuft mein Leben heute sehr gut, ich habe aufgehoert mich selbst zu verletzen, habe einen Freund, mit dem es zwar desoeftern auch so streitigkeiten gibt, aber das ist normal. Mit meiner Mutter gibt es taeglich stress, um jede kleinigkeit, sie sagt, ich sehe mich immer in der Opferrolle, ehrlich gesagt tue ichs auch, weil ich finde, dass sie mir gegenueber keine gute Mutter war, meinem Bruder hingegen aber schon. Ich mache mein Fachabi und bin guter Dinge.

    Dennoch habe ich einmal in meinem Leben mit jemanden ueber die ganzen Dinge gesprochen, und zwar mit der Frau meines Vaters, und sie hat mir genau das gesagt, was ich oft haette gerne gehoert. Ich habe allen viel verziehen, obwohl viele das nicht gemacht haetten. Ich habe alles in die letzte Ecke gedraengt und gehofft, dass es nie wieder zurueck kommt. Und es klappt eigentlich ganz gut, bis auf die Situation mit meiner Mutter.

    Das wars, ich fuehle mich jetzt ein bisschen besser, weil ichs endlich mal irgendwem mitgeteilt habe.
     
    #1
    User 85918, 5 Dezember 2008
  2. khaotique
    khaotique (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich finde, du bist eine sehr starke Persönlichkeit und ich habe größten Respekt davor, wie du dein Leben trotz äußerst schwieriger familiärer Situation und früher Schwangerschaft in den Griff bekommen hast und dabei auch noch an deine Zukunft denkst (Fachabitur). Ich wünsch dir und deiner kleinen Familie für die Zukunft alles alles Gute!
     
    #2
    khaotique, 5 Dezember 2008
  3. Stevie_1984
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ich habe mir das, was du über dein Leben bisher geschrieben hast, aufmerksam durchgelesen.

    Was du bisher erlebt hast, ist gewiss nicht einfach, und es verdient daher großen Respekt, dass du dein Leben wieder in den Griff bekommen hast. Dass du dein Fachabitur machst, ist wirklich eine tolle Leistung, herzlichen Glückwunsch! Du schreibst, dass du dich nicht mehr verletzt; hast du das selbst geschafft oder durch professionelle Hilfe?

    Wenn du schreibst, dass du dich von deiner Mutter ungerecht behandelt fühlst, ja, sogar in der Opferrolle; hast du mit ihr schon darüber gesprochen? Du schreibst zwar, dass du das alles "findest", aber nicht, ob du sie konkret darauf angesprochen hast. Wenn nicht, wäre das vielleicht ein sinnvoller Schritt!

    Ich lese aus deinem Text heraus, dass du mit der neuen Frau deines Vaters anscheinend ein relativ gutes Verhältnis hast; deshalb würde ich dir den Rat geben, dich an sie zu halten. Zumindest aufgrund dessen, was du hier schreibst...

    Suche Halt bei den Menschen, die für dich da sind, zum Beispiel deinem Freund, rede viel mit ihnen, auch und gerade wenn es dir schlecht geht. Und vielleicht findest du auch mal die Kraft für ein offenes Gespräch mit deiner Mutter, welches dir hilft, eure angespannte Situation zumindest etwas zu verbessern!

    Ich wünsche dir viel Glück!
     
    #3
    Stevie_1984, 5 Dezember 2008
  4. User 85918
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    nicht angegeben
    Mit meiner mutter habe ich oft versucht nur annähernd zu erklären wie ich mich fühle, aber sie meint sie sei im recht, sie war nunmal allein erziehend ihrblieb nix anderes übrig als mich bei meiner Tante zu lassen.. Sie meint ich soll mich nich so anstellem usw

    Das mit dem selbstverletzen hab ich allein geschafft ohne fremde hilfe aber ich habe es erst sein lassen als ich erfahren habe das ich schwanger bin..

    Danke für die lieben Worte..
     
    #4
    User 85918, 5 Dezember 2008

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