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Allgemeine Angeschlagenheit und Aushilfsjob

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Kelidan, 10 August 2008.

  1. Kelidan
    Kelidan (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo. Bisher habe ich nicht den Mut gehabt zu schreiben. Erst heute, nach einem relativ entspannenden Wochenende wage ich mich einmal ran.
    Zuerst zu meiner Person:

    Ich bin Männlich, 20 Jahre alt und habe dieses Jahr im Mai mein Abitur in NRW erfolgreich abgeschlossen. Da ich bei der Bundeswehr ausgemustert worden bin, werde ich im Wintersemester 2008 mein Studium (Informatik) beginnen. Nun habe ich seit dem 04.08.2008 einen Aushilfsjob, welchen ich noch bis zum 12.09.2008 - also insgesamt 6 Wochen, durchführen muss.

    Das Problem an der ganzen Sache ist, dass ich mich allgemein relativ unwohl gefühlt habe. Bevor ich mit der Arbeit begonnen haben, litt ich an folgenden kleineren Problemen:

    - Allg. Schlafschwierigkeiten (teilweise gegen 3Uhr erst müde, obwohl ich eigentlich früher schlafen möchte)
    - Probleme im Elternhaus: Ich wohne noch bei meinen Eltern, die mich aber lieber nicht mehr zu Hause haben wollen. Will mir zum Studium eine Wohnung suchen, solange muss ich jedoch noch ausharren
    - Allg. Angst vor der Zukunft (Studium etc.)
    - Abiturstress trotz zwei freie Monate nicht ganz überstanden (immernoch ständige Kopfschmerzen/Lustlosigkeit - Das war vorher nicht so)

    Eigentlich wollte ich keinen Job annehmen und mich lieber erholen btw. Vorkurse an der Universität besuchen um mein Vorwissen zu vervollständigen. Von meinen Eltern und meiner Freundin (inkl. ihrer Eltern) habe ich mich jedoch dazu drängen lassen, dass ich Arbeiten gehen muss. Allein aus dem Grund "weil man es mal gemacht haben muss". (Geld für das Studium ist vorerst da. Mehr Geld ist also kein muss, sondern ein kann.) So bin ich durch die Mutter meiner Freundin in einer Firma gelandet für sechs Wochen. Ich wusste nicht was mich erwartet und welche Arbeit ich durchführen muss.

    Direkt am ersten Tag habe ich die Kriese bekommen. Ich bin in einer Lagerhalle gelandet. Waren Eingang/Ausgang. Alle Menschen dort sind sehr schlecht gelaut, unfreundlich und wirklich sehr ohne Humor. Ich bin eher ein Typ der auch schonmal gerne redet oder lacht. Dies ist da täglich neun Stunden nicht möglich. Ich fühl mich sehr allein und denken immer, dass ich das nicht lange durchhalten werde. Dazu kommt noch, dass derzeit das "Sommerloch" in der Firma vorherrscht. Kaum Aufträge bedeuten Weniger Arbeit. Die Zeit zieht sich wie Käse. (7Uhr bis 16Uhr)
    Am Abend war ich dann natürlich sehr unglücklich und habe mich erstmal ausgeheult bei meiner Freundin. Ermutigt durch "Das war der erste Tag. Morgen wirds besser" ging ich schlafen und hoffte, dass es wirklich besser wird. In der ersten Nacht konnte ich aber nicht schlafen. Ich war bis 3Uhr wach und wenn ich eingeschlafen war, träumte ich schlecht, sodass ich knapp 10min später sehr verschwitzt wieder auffachte. Um 5:30Uhr muss ich täglich raus (ca. 45min fahrt bis zur Arbeit mit dem Auto), also war ich dementsprechend fertig.

    Der zweite Tag war noch schlimmer. Wieder eine sehr depressive Stimmung und unfreundliche Leute. Versuchte Gespräche wirkten erzwungen und die Leute waren froh wenn man sie in Ruhe gelassen hat. Um das ganze etwas abzukürzen: So ging es den Rest der Woche weiter. Rekapitulieren würde ich sagen, dass mich diese Arbeit körperlich und geistig ziemlich fertig gemacht hat. Mir tut alles Weh, Füße, Knochen und Sehen am Meißten. Desweiteren bin ich sehr schlecht gelaut und kann über kaum noch etwas lachen. Nichtmal meine Freundin kann mich im Moment aufheitern. Desweiteren sind nun folgende Symptome aufgetreten:

    - Extreme Schlafstörungen. Teilweise nur 2 Stunden pro Nacht inkl. regelmäßiger Alpträume
    - Müdigkeit/Lustlosigkeit
    - Verlust meiner "alten Persönlichkeit". Bin ungesprächig und lache weniger.
    - Gestern (Samstag) sind 3 Halluzinationen aufgetreteten die sehr echt aussahen. Hatte meinen Chef auf einer Media Markt Toilette gesehen, meine Kissen für Kartons von der Arbeit gehalten und dachte ein Gabelstapler rollt auf mich zu
    - Ich bin sehr unachtsam im Straßenverkehr. Ich habe einen Rollerfahrer und einen Autofahrer komplett übersehen. Das ist zum Glück noch gut gegangen, da ich aber jeden Morgen fahren muss macht mir das schon angst.

    Mit meinen Eltern reden kann ich nicht. Die sagen nur "da musst du durch. Das mussten alle mal machen" oder "Stell dich nicht so an". Dann hat sich die Sache erledigt. Meine Freundin ist auch mit ihrem Latein am Ende. Jetzt versuche ich es bei einer kostenlosen Beratungsstelle. Bis ein Termin frei ist, kann es allerdings noch etwas dauern.

    Ich weiss echt nicht was ich machen soll. Beißen und Kämpfen oder Aufhören? Wobei mir aufhören nicht leicht fallen würde. 14-Tage Kündigungsfrist und die Angst, dass mein Chef mich in diesen Tagen tyrannisiert. Selbst den mir zustehenden Urlaub (3 Tage) und die Gleitzeit darf ich nicht ausnutzen. Ich muss sie mir ausbezahlen lassen am Ende. Wenn ich kündige würde er durchdrehen. Desweiteren wären meine Eltern tierisch sauer auf mich. Von der Person die mich Vermittelt hat ganz zu schweigen. Im Moment bin ich echt am Bonden und bekommt schon Schüttelfrost wenn ich nur an Morgen denke.

    Ich schreibe in der Hoffung, dass es vielleicht Menschen gibt, die mir etwas helfen können (mit einem guten Rat zB.).

    Liebe Grüße und Danke im Vorraus!
     
    #1
    Kelidan, 10 August 2008
  2. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Du bist 19 Jahre alt und kannst somit (im Rahmen unserer Gesetze) tun und lassen was auch immer du willst. Deine Eltern haben nicht mehr das Sagen. Wenn mich etwas sehr unglücklich macht und mir weder geistig noch körperlich gut tut (und in deinem Fall ist es sogar eine Kombination aus beidem), dann versuche ich diesen Zustand zu ändern. Und was kannst du da anderes tun als diesen Job zu kündigen. Dafür würde ich noch mal 2 Wochen lang durch die Hölle gehen, wenn ich weiß, dass es mir hinterher um einiges besser geht. Du brauchst auch kein schlechtes Gewissen gegenüber der Mutter deiner Freundin haben, bloß weil sie dir diesen Job vermittelt hat. Es sollte Eltern doch lieber sein ein zufriedenes, jobloses Kind zu Hause „rumhocken“ zu haben, als eins, das zwar arbeitet aber unglücklich und schlecht gelaunt ist.
     
    #2
    xoxo, 10 August 2008
  3. Kierke
    Kierke (36)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo Kelidan :smile:

    Meiner Meinung nach ist es nicht vernünftig, dass du in dieser Zeit nun arbeitest, wenn du das Geld nicht wirklich benötigst. Denn da du ein Studium anstrebst (wo wirst du Informatik studieren, zufällig in Paderborn?), hättest du viele andere Dinge zu regeln, zudem befindest du dich in einer Übergangsphase und bist offensichtlich dadurch verunsichert und sehr angegriffen.
    Ich denke mal, dass du bereits zu diesem Wintersemester mit dem Studium beginnen möchtest. Hast du die Anmeldungsfrist eingehalten? Ich hoffe soweit ist damit alles in Ordnung.
    Deine Eltern und dein Umfeld möchten offensichtlich, dass du "erwachsen" wirst und das harte Arbeiterleben kennen lernst. Es ist sicherlich auch nicht verkehrt, sich ein Bild davon zu machen. Aber es ist der falsche Zeitpunkt, du hast andere Zukunftspläne und Kurse an der Universität würden dir weit mehr helfen (auch deine Angst vor dem Studium etwas abzubauen), als die Arbeit in einer Lagerhalle.
    Was ich dir jetzt raten möchte:
    Zeige deinen Eltern und den anderen, dass du vernünftige Argumente hast und es zum "Erwachsenendasein" gehört, dass du deine Probleme und deine Zukunft realistisch einschätzt und für dich entscheidest, was nun richtig ist.
    Zu diesem Zweck solltest du möglichst viele handfeste Informationen herantragen, auch wenn das in deiner momentanen Situation aufgrund deiner Schlafprobleme, des Motivationsmangels etc. schwierig ist. Das ist etwas, wozu es sich lohnt sich aufzuraffen. Das bedeutet, du solltest an die Universität deiner Wahl fahren - wenn du deinen Urlaub nicht nehmen darfst, obwohl er dir zusteht und du die Gleitzeit ebenfalls nicht nutzen kannst, dann nimm dir einen Krankenschein. Setze die Prioritäten auf deine direkte Zukunft und mache dich nicht davon abhängig, was der Chef dir eventuell für Probleme macht, oder was dein Umfeld an (meiner Meinung nach wirklich falscher) Kritik an dich heran trägt. Sollte der Chef dich terrorisieren während der Kündigungsfrist, dann holst du dir einen Krankenschein für die Zeit und basta.
    Wenn es an der Universität noch einen Tag der offenen Tür gibt, dann wäre dieser Tag anzuraten. Ansonsten kannst du auch so fahren und dich vielleicht vorher per E-Mail oder Telefon bei einem Dozenten melden, mit dem du reden möchtest. Such dir einfach einen heraus, der in deinem Fachgebiet aktiv unterrichtet und frage an, ob ein Gespräch mit ihm möglich wäre - erkläre deine Situation in groben Zügen.
    Sprich dann mit dem Dozenten oder was du sonst an Anlaufstellen aufdecken kannst (Recherche im Internet etc.) darüber, was er dir anraten würde an Vorbereitung. Mache das ganz konkret, denn mit einem Dozenten oder Professor hast du eine Autoritätsmeinung aus dem Bereich, in den du eigentlich möchtest. Diese Meinung basiert dann auf Erfahrung und kann der Meinung deines Umfeldes entegegen gesetzt werden - sie werden es wohl kaum besser wissen, als er. Zur Not nimm was er sagt und drücke es noch deutlicher aus, so dass eine eindeutige Meinung entsteht, die dich unterstützt.
    Formuliere dann im Vorfeld für dich Argumente, die einmal für die Arbeit in dieser Lagerhalle sprechen, aber auch Argumente, die dagegen sprechen.
    Setze dem gegenüber, was du durch deine Recherchen heraus gefunden hast und mache deutlich, was du an Arbeit vor dem Studium zu erledigen hast.
    Anschließend bittest du deine Eltern um ein Gespräch und machst deutlich, dass es sich um einen wichtigen Punkt deiner Zukunft handelt und du ihre Meinung dazu benötigst. Sorge dafür, dass das Gespräch an einem Tisch stattfindet und du die ungeteilte Aufmerksamkeit deiner Eltern bekommst, fordere sie ein. Dabei läuft kein Fernseher, kein Radio und auch sonst nichts, was ablenken könnte.
    Dann würde ich ihnen zunächst erklären, dass du ihnen für ihre Hilfe sehr dankbar bist und dir ihre Meinung durchaus wichtig ist - sage ihnen, dass du ihnen ein paar Gedanken vorstellen möchtest, die du dir gemacht hast. Informiere sie, dass du recherchiert hast, weil du dir nicht sicher bist, ob die momentane Situation wirklich das Richtige ist.
    Dann beginnst du mit den Argumenten, die für die Meinung deiner Eltern sprechen:
    - es ist wichtig Einblicke in die Arbeit zu bekommen, denn du warst bisher "nur" in der Schule und kannst deswegen nicht beurteilen, wie es ist sein Geld mit harter Arbeit zu verdienen - du schätzt Menschen hoch ein, die einen solchen Job über längere Zeit machen und hast Respekt davor.
    - solche Situationen durchzuhalten bereitet dich auf eine Arbeitswelt vor, in der es nicht darum geht, ob man Lust hat oder motiviert ist, sondern darum, dass man seinen Job erledigt
    - auch wenn Geld vorhanden ist, ist es nicht falsch noch etwas dazu zu verdienen, denn man kann nie sicher sein, dass nicht uneingeplante Ausgaben anstehen, die man dann eventuell nicht bewältigen kann - außerdem verschafft es dir Respekt vor dem Geld, was du "einfach so" von deinen Eltern bekommst und es ist dir bewusst, dass sie dafür hart arbeiten - du hast keinesfalls vor leichtfertig damit umzugehen und undankbar zu sein

    Es geht darum deinen Eltern zu zeigen, dass du ihren Standpunkt verstehst und ihn ausführlich in deine Überlegungen mit einbezogen hast, dass du sie und ihre Meinung nicht übergehst. Wenn es noch weitere Argumente deiner Eltern gibt, die ich nun nicht sehen kann (ich kenne sie schließlich nicht), dann erwähne sie ebenfalls und drücke dein Verständnis dafür aus. Wenn du für ein Argument überhaupt kein Verständnis hast, dann erwähne es nicht (es sei denn es ist ein Hauptargument, dann musst du dazu natürlich eine Erwiderung finden, die möglichst einleuchtet).
    Du solltest deine Eltern natürlich auch zu Wort kommen lassen, aber dir die Leitung des Gesprächs nicht entreißen lassen - komme letztlich immer wieder auf die Punkte zurück, die dir wichtig sind und beharre (möglichst unaggressiv) darauf, sie zu besprechen. Im Idealfall hast du eine lebendige, aber fruchtbare Diskussion mit deinen Eltern.

    Nach den Argumenten deiner Eltern ist es an der Zeit, die anderen Argumente auf den Tisch zu legen. Hier ist es wichtig, dass du mit Fakten aufwarten kannst - es wird dir wahrscheinlich (so wirkt es auf mich) wenig bringen, wenn du deine momentane "Schwäche" als ein Argument einbringst - wenn, dann musst du sie begründen. Etwa so: "Aufgrund all der Dinge, die ich eigentlich zu erledigen habe, fällt es mir einfach schwer nun dieser Arbeit nachzugehen - es bleibt einfach zu viel liegen, um was ich mich dann sorge, weswegen ich schon schlecht schlafe." Einfach nur "es geht mir so schlecht und ich kann mich gar nicht aufraffen" würde nur wieder zu dem "stell dich nicht so an" führen.
    Zu den Fakten gehört dann:
    - der Studiengang ist so und so strukturiert und dieses und jenes Wissen wird vorausgesetzt, daran muss ich arbeiten, denn sonst laufe ich Gefahr, mit dem Stoff nicht hinterher zu kommen und direkt am Anfang des Studiums ins Hintertreffen zu geraten - das hat Auswirkungen auf meine Noten und natürlich auch auf meine Motivation
    - der Professor X hat mir geraten, diese und jene Vorkurse zu besuchen, die dann und dann stattfinden, die Arbeit steht dem im Wege (ist es noch möglich in Vorkurse zu kommen, oder hast du die Anmeldungsfristen verpasst? Falls du sie verpasst hast mache deutlich, dass du nun selbstständig daran arbeiten musst - bestelle Bücher, informiere dich über die Inhalte, zeige wie engagiert du bist)
    - ich habe diese und jene Wohnheime angerufen / Wohnungen heraus gesucht und müsste hin, um mir Zimmer/Wohnungen anzusehen - das ist nach der Arbeit schlecht möglich (hast du bereits eine Wohnung? Es ist schwer um diese Zeit eine Wohnung zu finden, da alle Erstsemester suchen - mache ihnen klar, dass das nicht mal "eben so" geht, sonst landest du da nämlich in irgendeiner kleinen dreckigen Hütte zu einem horrenden Preis)
    - ich möchte mich an der Universität bereits vorher umsehen, damit ich nicht wenn es anfängt total desorientiert durch die Gegend laufe und von nichts einen Plan habe
    - ich möchte mich mit der Organisation des Studiums auseinandersetzen, damit das dann reibungslos klappt (Anmeldungen, Fristen, wo finde ich was, etc.)
    - ich brauche viel Energie für diese ganzen Vorhaben, investiere sie aber zur Zeit in die Arbeit, ebenso wie meine Zeit
    etc. etc.

    Ich denke du siehst, was ich meine. Du musst einen sehr klaren und gut argumentierten Standpunkt vorlegen, den du auch gegenüber den anderen Kritikern vertreten solltest. Gestehe den Leuten zu, dass sie in ihren Punkten durchaus Recht haben, verdeutliche ihnen aber, dass andere schwerer wiegen.

    Dann würde ich noch etwas nettes für die Person holen, die dich in die Firma vermittelt hat - mach ein kleines, möglichst gut auf den Charakter abgestimmtes Geschenk - Blumen tuen es ansonsten aber natürlich auch. Bedanke dich noch einmal für all die Mühe und erkläre dann, dass es dir wirklich leid tut, du aber aus diesen und jenen Gründen (blablabla) diese nette Geste nicht gebührend annehmen kannst.
    Wenn eine der Personen in deinem Umfeld trotzdem in ihrer Kritik bestehen bleibt und auf dich einprasselt, dann entschuldige dich und sage, dass du für dein Leben trotz allem selbst entscheiden lernen musst. Wenn du nun einen Fehler machst, dann wirst du ihn ausbaden - dass sich alle so bemüht haben erkennst du an und du hattest nicht vor, jemanden zu enttäuschen. Aus. Basta.

    Überlege außerdem noch einmal, was dich überhaupt dazu gebracht hat, diese Entscheidung erst anders zu treffen. Da kannst du dich auf deinen Gefühlszustand von "damals" berufen, deine Desorientierung nach dem Abitur und vor allem, dass du Wert auf diese Meinungen gelegt hast und es deswegen ausprobiert hast. Es hat nicht funktioniert, du hast dir zu viele Sorgen um deine anderen Angelegenheiten gemacht und MUSST die nun in Angriff nehmen.

    Wenn du es geschafft hast da wie ein Fels in der Brandung zu stehen, nicht emotional zu werden und ganz vernünftig zu argumentieren, dann musst du Taten folgen lassen.
    Du darfst natürlich danach auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass du nun nichts machst. Also stürze dich in die Arbeit, aber in eine, die für dich tatsächlich sinnvoll ist.

    So :smile: - das würde ich tun. Ich hoffe es hilft dir und du kannst das Ganze so ändern, dass es auf deine Situation passt und dir hilfreich ist.
    Falls du Fragen hast, etwa zum Bachelor oder zum Studienfach Informatik (besonders in Paderborn), dann kannst du mich gerne auch fragen. Ich selbst studiere Bachelor und ein sehr guter Freund von mir ebenfalls - er studiert Informatik.

    Dass du zur kostenlosen Beratung gehst ist auf jeden Fall gut. Sehr bedenklich finde ich diese Halluzinationen - gehe zu einem Arzt und sprich mit ihm darüber. Wenn es nicht besser wird, obwohl du diese dumme Arbeit aufgegeben hast und dich durchsetzen konntest, dann musst du wirklich weitere Schritte dagegen unternehmen.

    Und keine Angst... bald bist du da raus und niemand wird täglich auf deiner Matte stehen und dir sagen was gut für dich ist.
    Alles wird gut (meine Lieblingsphrase *g*)!!
    :knuddel:

    Liebe Grüße!
     
    #3
    Kierke, 10 August 2008
  4. Kassiopeia
    Kassiopeia (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    86
    0
    vergeben und glücklich
    hallo

    Der Abschluss einer "Lebensphase" (in deinem Fall: Abitur) kann manchmal dazuführen, dass eine Person gewisse Schwierigkeiten damit hat, sich auf die neue Situation einzustellen.

    Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) beschreibt dazu gar ein Krankheitsbild:


    "F43.2 Anpassungsstörungen

    Definition

    Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (wie bei Emigration oder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles und Ruhestand). Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle; es ist aber dennoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein."



    Gut möglich, dass das bei dir - in abgeschwächter Form - der Fall ist, dass du dich etwas schwer tust mit der Umstellung vom Abiturienten zum Studenten, der sein Leben nun selbst in die Hand nehmen muss.

    Ich würde dir raten, wie bereits andere vor mir es getan haben, den Job zu kündigen, wenn du ihn nicht des Geldes wegen machst. Es bringt überhaupt nichts, wenn du dich da jetzt sechs Wochen durchbeisst und danach missgelaunt und verbraucht dein Studium anfangen musst. Es macht vielmehr Sinn, dir für die kommenden Wochen zu überlegen

    1. wo will ich hin mit meinem Studium?
    2. was braucht es dafür von meiner Seite?
    3. welche Handlungen wären dafür ausserdem sinnvoll (z.B. Praktika, Auslandaufenthalte, etc.)?
    4. was kann ich bis Studienbeginn nützliches tun, um meine Ziele zu unterstützen?

    Damit beschäftigst du dich weit sinnvoller und es macht auch mehr Spass, ins Studium einzusteigen, wenn du schon einige "Vorarbeit" geleistet hast (z.B. ein Praktikum organisiert oder so).

    Und lass dir nichts von "anderen Leuten" einreden. Es ist dein Leben, deine Verantwortung, deine Entscheidung. Mach das, was du für dich für das Richtige hälst.

    Lg
     
    #4
    Kassiopeia, 10 August 2008
  5. Kierke
    Kierke (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    198
    103
    7
    vergeben und glücklich
    Hallo Kelidian,

    es wäre schön eine Rückmeldung von dir zu bekommen.
    Wie läuft es jetzt? Hast du dich entschieden? Haben die Beiträge dir geholfen?
     
    #5
    Kierke, 13 August 2008
  6. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    348
    4.660
    nicht angegeben
    Also ich hab auch schon öfters irgendwelche beschissenen und langweiligen Ferienjobs gemacht im Studium. Da kann man sich nun wirklich irgendwie durchbeißen und es bringt einen sicher auch weiter, wenn man lernt, sich zu Dingen aufzuraffen, auf die man absolut keinen Bock hat, gerade beim Studium gibt es genug solche Phasen.
    Du wirst anscheinend nicht terrorisiert auf der Arbeit, die Kollegen sind nicht gesprächig aber auch keine Arschlöcher. Ok, es mag langweilig sein, aber es hört sich alles in allem nach einem recht normalen Ferienjob an, da geht es weitaus schlimmer. Die Probleme können also wohl kaum nur an der Arbeit liegen.
     
    #6
    Schweinebacke, 13 August 2008
  7. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
    1.229
    168
    292
    nicht angegeben
    Hallo,

    also wenn man mit der Schule fertig ist und dann zum Studium oder zur Arbeit übergeht, ist das doch so ziemlich größte Einschnitt und die größte Veränderung im Leben, die man bis dahin hat.
    Dass man da Angst hat, ist völlig normal. Das legt sich dann aber auch wieder, wenn man sich an die neue Situation gewöhnt hat.
    Ich würde da nicht gleich eine Krankheit vermuten.
    Auch Schlafstörungen sind völlig normal, wenn man allgemein sehr angespannt und nervös ist. Schlafmangel wiederrum löst natürlich Müdigkeit und auch Halluzinationen aus. Kein Wunder, Gehirn und Körper drehen ja am Rad, wenn man sich nicht erholen kann.

    TS: Ich würd dir vorschlagen, aktiv etwas für deine Entspannung zu tun. Bad nehmen, spazieren gehen, schwimmen, Sauna, lenk dich ab und denk mal ein paar Stunden an etwas anderes. Setz dich selbst nicht so unter Druck. Überleg, was dir an der Firma Angst macht und ob man wirklich davor Angst haben muß. Und ob du dich damit auch in deinem Feierabend auseinandersetzen mußt. Versuch also negative Gedanken bewußt zur Seite zu schieben. Vielleicht hilft dir Meditation.
    Du könntest auch mal überlegen, bzw mit deinen Eltern sprechen, ob du ausgerechnet diesen Job machen mußt. 9 Stunden sind ja nun wirklich ein wenig viel. Und "haben wir alle mal gemacht, das mußt du auch machen, da mußt du durch" ist einfach nur Bockmist. Du wirst das schließlich machen, wenn du mit dem Studium fertig bist und mal DEINEN Beruf ausübst. Zudem bist du nicht deine Eltern, du mußt nicht das machen, was die gemacht haben. Setz dich also mal ein wenig gegen deine Eltern durch, tu was für deine Entspannung (und lass dich nicht immer von deiner Freundin aufmuntern) und such dir aktiv den richtigen Job, wenn das unbedingt sein muß.
    Wenn du übrigens jetzt schon in deinen Studienort umziehst, kannst du die Kurse an der Uni locker machen, ohne dass deine Eltern das kontrollieren. (Wenn sie meckern, kannst du ja auch argumentieren, dass die Kurse wichtiger sind.)


    Gruß,
    Kaya
     
    #7
    Kaya3, 13 August 2008
  8. Kelidan
    Kelidan (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    0
    vergeben und glücklich
    So. Erstmal ein dickes Sorry, dass ich erst jetzt schreibe, aber die letzten Wochen waren sehr stressig und ich hatte kaum Zeit auch nur 10min am Stück ins Internet zu schauen.

    Danke für die vielen sehr Hilfreichen Antworten. Besonders danke, an die Tipps von Kierke, welche mich wirklich sehr weiter gebracht haben.

    Am selben Abend habe ich mich getraut mal mit meinen Eltern zu sprechen. In ungefähr der Gesprächsstruktur wie vorgeschlagen wurde. Das sah dann zuerst so aus als ob es fatal enden würde, aber irgendwann haben sie nachgegeben und mich ausreden lassen. Und siehe da: Im Moment geht es in diesem Bereich wieder Bergauf.

    Ich habe die Arbeitszeit um genau die Hälfte verkürzt, bin also nur 3 anstatt 6 Wochen arbeiten gegangen und habe ab Heute wieder frei. Diese Zeit nutze ich aus um ab nächster Woche den Mathe-Vorkurs an der Uni zu besuchen und eventuell Ende September nochmal mit meiner Freundin in Urlaub zu fahren für eine Woche bevor das Semester dann endgültig beginnt.

    Die Probleme "Privat" und "Nebenjob" sind nun also passé, bleibt trotzdem noch große Angst vor dem kommenden Studium. Aber das ist ein anderes Thema und gehört denke ich nicht hier rein.
     
    #8
    Kelidan, 25 August 2008

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