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Alljährliche Geburtstagsdepression

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Roo, 4 September 2009.

  1. Roo
    Roo (25)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Da ich diesen Thread im Prinzip für mich selbst schreibe - um den mich plagenden Gedanken Raum zu schaffen - verzichte ich auf irgendwelche etikettesmäßigen Freundlichkeiten oder Einleitungen.

    Nächsten Samstag ist es wiedermal soweit und ich feiere Geburtstag. Wobei feiern schon sehr weit gegriffen ist, denn wie jedes Jahr sind die Tage und Wochen zuvor eine Misere persönlicher Entwicklung. Tiefe Depressionen, Schlaflosigkeit und dergleichen. Schade eigentlich, mal abgesehen davon, dass es mein 18. ist, dachte ich (mal wieder), dass es zwischenmenschlich klappen könnte (ich will nicht von verdientem Glück sprechen, aber hin und wieder dachte ich mir schon, dass das Leben etwas zurückgeben könnte...). Nachdem sich aber Letzeres scheinbar von selbst erledigt hat (mal wieder...), bleibt eigentlich nichts außer den elenden Gedanken, die mich von innen auffressen zu scheinen.

    Es fängt jedes Jahr einem Monat vor dem 12. September mit leichten Sinnesfragen an und endet damit, dass ich wünschte, dieses Martyrium nächstes Jahr nicht mitmachen zu müssen. Und wenn ich depressiv sage, meine ich einen Akt von Selbstzerstörung der seinesgleichen sucht. Ich rauche unheimlich viel, mische meine Antidepressiva mit den Schlaftabletten, spüle das mit Bier runter und drehe die Musik mitten in der Nacht so laut auf, dass ich meine eigenen Gedanken nicht mehr hören kann.

    An dieser Stelle sei gesagt, nein, ich will kein Mitleid von euch. Ich will nicht einmal Mitleid von mir, was brächte es mir dann von Leuten, die für mich nur als Anordnung von 1 und 0 bestehen. Ich will mich einfach mal so richtig auskotzen, nicht mehr.

    Und ich hasse es. Ich hasse es, dass ich diese Dinge brauche, damit ich mich wenigstens halbwegs wohl fühle, oder zumindest ein Vorstellung von Wohligkeit bekomme. Dass dieser Mist jedes Jahr weitergeht, dass sich wirklich nichts ändert, dass mich ständig dieses Gefühl von Einsamkeit plagt. Obwohl meine Freunde hinter mir stehen, obwohl sie sich alle für mich freuen, dass ich jetzt bald volljährig bin. Ich meine, ich kenne die meisten davon schon seit 7 Jahren, sie waren immer für mich da - wahrscheinlich wesentlich mehr als ich für sie... -, und sie alle zeigen mir Tag für Tag, was ich ihnen bedeute. Und trotzdem kann ich mich keinem von ihnen anvertrauen, sage keinem, wie es in mir aussieht. Behalte es für mich, dass ich mich selbst in ihrer Gesellschaft so alleine fühle.

    Denn egal, wie gut es mir eigentlich geht, mir fehlt etwas. Ich weiß nur nicht, was es ist. Meistens projiziere ich diese Leere auf Mädels und denke mir, dass eine Beziehung dieses Loch füllen könnte. Natürlich weiß ich, dass dem nicht so ist (wobei ich einer Beziehung nicht abgeneigt wäre). Auch wenn mir bewusst ist, dass ich so ziemlich jeden weiblichen Wesen auf der Welt, das nicht mit mir verwandt ist, vollkommen egal bin, völlig gleichgültig wie lange man sich schon kennt.

    Letztlich deprimieren mich Geburtstage wohl so, weil ich jedes Jahr zurückblicke und sehe, dass alles beim selben geblieben ist. Derselbe Mist in einer anderen Farbe. Und dann sehe ich vorwärts und weiß nicht, was ich tun soll. Bei meinem "Lebenstil", wie ich es vorsichtig ausdrücke, werde ich wohl keine 80 werden, von daher überlege ich stets, wie es weitergehen soll. Das hier ist keine Lösung, keine Option, das ist einfach nur schei*e. Aber wenn ich nichtmal für mich damit aufhöre, für wen sonst?

    Und es tut mir so leid. Für meine Familie, für meine Freunde. Selbstverständlich (für mich zumindest) versuche ich, heile Welt zu spielen, zu tun, als würde ich jeden Tag auf dieser Erde glorifizieren. Aber sie sehen es teilweise. Sehen, wie ich mich durch meine Zeit hier quäle udn wie sie nichts dagegen machen können. Das kann nur ich. Und ich tue es nicht.

    Zum Schluss noch einmal die Anmerkung, dass ich hier nicht wirklich Hilfe suche. Aber ich musste das einfach schreiben, weil schreiben wohl zu den wenigen Dingen gehört, die mich mit Glück erfüllen. Und auch noch als Randbemerkung: Nein, ich bin nicht suizidgefährdet, also auch dazu keine Kommentare.

    Gute Nacht
     
    #1
    Roo, 4 September 2009
  2. Maxx
    Sehr bekannt hier
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    Hm, das klingt fast so als stündest du nicht vor deinem 18. Geburtstag, sondern vor deinem 40ten mit einer ausgewachsenen Midlife-Crisis. Normalerweise blickt man in deinem Alter ja nicht so sehr wie du auf das gelebte Leben zurück und zerbricht sich den Kopf darüber, was man bisher alles nicht erreicht hat, da mit 18 prinzipiell ja noch alle Wege offen stehen können und das Leben gerade erst beginnt.

    Und dass du bereits schon vor vergangenen Geburtstagen in eine Art Sinnkrise geraten bist und du diesen sogar mit bestimmten Exzessen in Form von Alkohol und Tabletten entgegengetreten bist, das stimmt durchaus nachdenklich.

    Du erwähnst sogar Freunde und ein gutes soziales Umfeld. Mit deinen Freunden kannst/könntest du sicherlich gemeinsam deinen 18. Geburtstag feiern. Du erwähnst zwar deine Leere, aber nicht warum es ein Bedürfnis wäre, mit deinen Freunden darüber zu reden, bzw. warum du es nicht kannst.

    Ebenfalls kommt durch deinen Text nicht wirklich zur Sprache, wie du für dich persönlich diese Leere begründest, ob du eine Idee hast woher sie kommt und womit genau du unzufrieden bist. Und was genau ist abgesehen von deinen alljährliche Exzessen vor deinen Geburtstagen an deinem Lebenswandel so ungesund, dass du befürchtest keine 80 zu werden?

    Mag sein, dass eine Liebesbeziehung dieses Loch (teilweise) füllen könnte, aber genauso kann eine solche Bindung weitere Probleme im Leben schaffen. Ebenfalls schreibst du abgesehen von der fehlenden Beziehung nichts darüber, was du deiner Meinung nach alles nicht erreicht bzw. in deinem Leben verpasst hast und was dir diesbezüglich Sorgen bereitet. Also nicht ganz einfach die Sache..
     
    #2
    Maxx, 4 September 2009
  3. Roo
    Roo (25)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Da ich eh noch wach bin:

    Mit meinen Freunden feiere ich meinen 18., da ist schon alles durchgeplant. Warum ich mit ihnen reden möchte? Wahrscheinlich, weil ich immer versuche, mit all dem alleine klarzukommen. Das funktioniert vielleicht am Anfang, aber irgendwann, da fing es an mich so fertig zu machen. Dass ich nicht mit ihnen darüber rede, ist allerdings eine der Dinge, von denen ich weiß, warum es so ist: Falscher Stolz. Auch wenn ich weiß, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, Gefühle zeigen, so will ich mich meinen Freunden und Verwandten dennoch nicht zeigen.

    Ich weiß es auch gar nicht, wodurch diese Leer entstand. Sie begleitet mich schon so lange, dass ich den Ursprung nicht mehr kenne. Irgendwann habe ich mich darauf fixiert, dass eine Beziehung das Problem lösen könnte, aber so weit kam es nichtmal. Ich weiß nur, nach jeder Enttäuschung in dieser Hinsicht wurde es schlimmer. Ich komme über Rückschläge nur schlecht hinweg, das führt dazu, dass ich mich abgeschottet habe. Kaum Gefühle nach außen, dann werde ich auch nicht mehr verletzt. Übergangslösung bis mir etwas Besseres eingefallen ist.

    Zu meiner Lebenserwartung sei nur gesagt, dass ich auch abgesehen von den Exzessen mein Leben äußerst ungesund verbringe.

    Naja, ich bin fast 18, so viel zum Erreichen bzw. Nicht-Erreichen gab es aus meiner Sicht noch nicht. Aufgrund extremer Faulheit mittelmäßiger Schüler, das Beziehungstechnische haben wir schon abgeklärt. Wobei ich schon sagen muss, dass vieles von dem, was ich denke verpasst zu haben, mit Beziehungen zusammenhängt. Dabei sehe ich es gar nicht so schlimm, dass ich mit 18 keine Freundin habe. Es ist eher... ich sehe mich hier im Forum um, sehe Männer, die mit Hausnummer 27 Jahren immer noch Single sind, denen das extrem zusetzt, die sich teilweise schon damit abgefunden haben, dass es immer so bleiben wird. Und dann denke ich daran, wie das bei mir in 10 Jahren aussieht. Ich habe das Gefühl, genau da reinzuschlittern, dass sich nichts ändern wird, dass ich frustrierter werde, dass mich die Leere dann schon so ausfüllt, dass mir alles egal ist. Überspitzt gesagt habe ich Angst davor, zu werden wie ein Teil der User hier...
     
    #3
    Roo, 4 September 2009
  4. User 44981
    User 44981 (29)
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    Teilweise kenne ich das Gefühl, auch wenn es sich bei mir eher zum Jahreswechsel einschleicht:
    "Schon wieder ist ein Jahr vorbei und obwohl ich doch so viel ändern wollte, blieb doch Alles beim Alten: Ich habe immer noch die gleichen, wenigen Freunde, mit denen ich viel zu wenig unternehme; ich habe immer noch keine wirklichen Freundschaften an der Uni geschlossen; ich langweile mich immer noch häufig; ich habe immer noch Probleme in Sachen Lenren und Zeitmanagement und zu guter letzt habe ich immer noch keine Freundin gefunden und habe es wieder nicht mal wirklich versucht - selbst wenn ich eine interessante Frau kennen gelernt habe."

    Allerdings ist es bei mir längst nicht so extrem wie bei dir und ich habe leider auch keine Ahnung, wie man das ändern könnte.
    Und gerade an meinem 18. Geburtstag gabe es ganz andere Gefühle: die Vorfreude auf den Führerschein (Fahrprüfung war erst ein paar Tage nach meinem Geburtstag), der für mich bis heute den größten Gewinn an Freiheit bedeutet.
     
    #4
    User 44981, 4 September 2009
  5. Roo
    Roo (25)
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    Ja, dass was mir häufig durch den Kopf geht, ähnelt dem, was du geschrieben hast, doch schon sehr.

    Ich habe auch nie die Erfahrung gemacht, dass es für mich selbst anders gehen könnte. Selbstredend, bei anderen funktioniert "es" (was auch immer das sein mag), aber sobald es bei mir einmal den Anschein hat, dass sich etwas ändert, werde ich so schnell wie möglich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich verstehe nur nicht, wieso das so ist. Ich vergönne jedem Menschen (Extremfälle ausgenommen) auf dieser Welt alles Glück, da könnte doch hin und wieder auch etwas auf mich zurückfallen.

    Führerschein mache ich auch schon eine Weile, Prüfung ist wohl im Oktober. Aber nach anfänglicher Euphorie darüber mache ich den Schein inzwischen auch nurmehr, um ihn schlussendlich zu haben. Praktisch ist er ja schon.
     
    #5
    Roo, 4 September 2009
  6. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Keine Änderungen, keinen Erfolg und kein Glück gibt es bei mir zum Glück nun auch nicht...

    Ich habe immerhin die Schule gut und stressfrei hinter mich gebracht, komme im Studium (trotz gewissen Problemen) ganz gut über die Runden und habe auch tolle Hobbies, bescheidene sportliche Erfolge, usw.
    Pech, Miserfolg und Stillstand beschränken sich bei mir eigentlich nur auf den zwischenmenschlichen Bereich (Freundschaften und Beziehung).

    Gibt es denn nichts, was bei dir auch funktioniert, wo du erfolgreich bist, o.Ä.?
     
    #6
    User 44981, 4 September 2009
  7. Roo
    Roo (25)
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    Nun, wie gesagt, ich hab enge Freunde, die mir bei allem helfen, und auch etwas weniger enge, aber immer noch sehr gute Freunde, mit denen dann auch mal Party gemacht wird, in die Disco gehen usw...

    Aber das ist nicht meine Welt. Auf Partys oder in der Disco fühle ich mich unglaublich deplatziert, ich kann mit den Leuten dort nichts anfangen. Mit meinen engen Freunden gehe ich miest in eine Bar o.ä., oder wenn uns nicht nach Ausgehen zumute ist, gibt's einen Gaming-Nachmittag bei mir (da meine Freunde allesamt selber auch zocken).

    So wirklich erfolgreich bin ich eigentlich nur in der Hinsicht, tolle Freunde zu haben. Wofür manche Menschen schon extrem dankbar wären. Ich hingegen... naja, bin selten glücklich mit dem was ich habe, weil ich das, was ich wirklich gerne hätte, einfach nicht kriegen kann. Eine Beziehung, wobei ich das bei solch einer Einstellung wahrlich keinem Mädel verübeln werde. Beziehungsweise weiß ich gar nicht, ob ich das wirklich will, ich denke es mir halt :zwinker:
     
    #7
    Roo, 5 September 2009

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