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Sonstiges Also sprach Zarathustra... ist der Übermensch beziehungslos?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Dark84, 20 Juli 2010.

  1. Dark84
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    in einer Beziehung
    Hier saß ich. Wartend. Wartend. Doch auf nichts. Jenseits von Gut und Böse. Bald des Lichts genießend, bald des Schattens....

    Ich möchte an dieser Stelle bestimmt nicht das gesamte, o. g. Werk von Friedrich Nitzsche zitieren. Zumal ich denke, dass einige Lesende sich damit bereits beschäftigt haben und wissen, um was es sich dort handelt.

    Aber der erste Absatz von mir passt zu meiner letzten Zugfahrt von meinen Eltern zurück nach Hause. RE-Sammelwagon irgendwo oben Mitte, ein Viererplatz weiter auf der anderen Seite des Wagens. Sie hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Dame Yelena aus dem Film xXx (mit Vin Diesel), nur etwas kleiner. Falls sie hier mitlesen sollte: :winkwink:

    Ach ja, wer es nicht weiß, hier ein Bild, welche Schauspielerin ich meine:
    Asia Argento ? Wikipedia

    Die ganze Zeit über waren meine Gedanken dabei, dass ich sie ansprechen, bzw. irgendwie auf mich aufmerksam machen sollte. Meine Vernunft hat die ganze Zeit hingegen dagegen gearbeitet, dass ich es lassen sollte. Am Ende siegte meine Vernunft.

    Off-Topic:
    Bitte an dieser Stelle keine Tipps von wegen: "Hättest es mal machen sollen", oder so. Das hat bis hierhin schon seine Richtigkeit.


    Es ist häufig so, dass mir eine Frau auffällt und in mir ein gewisser Drang besteht, sie kennen zu lernen. Also, nicht nur kennen lernen (das wäre ja soweit ok), sondern allein aufgrund der "Hülle", die ich da sehe, der Wunsch keimt, diese Dame fest an meiner Seite haben zu wollen. Solang die Dame keine Anstalten macht, meinen Gedanken zu forcieren (also durch irgendwelche Interessenweckungen), verläuft sich das auch (wie im o. g. Beispiel, wo meine Vernunft siegt, die mir sagt: "Lass es!").

    Denn die Sache ist die, dass ich mich dazu entschieden habe, keine Beziehung führen zu wollen und diese Entscheidung habe ich fürs Leben gefällt (und das seit bald 4 Jahren auch konsequent durchziehe). Die Gründe dafür sind zwar kein Geheimnis, aber bevor irgendein Schlaumeier daraus einen Jammerthread deklariert, führe ich sie gar nicht erst auf. Wer sie dennoch wissen will, kann mir ja eine PM schreiben.

    Meine Überlegung zum o. g. Topic ist einfach damit verknüpft, dass Nitzsche den Übermenschen als dem normalen Menschen als überlegen darstellt. Er drückt es in seinem Buch so aus, dass der Mensch für den Übermensch in ähnlicher Relation steht, als der Affe zum Menschen. Der Mensch ist nur eine Brücke zum Übermenschen.

    Aber hat sich jemand mal wirklich Gedanken dazu gemacht, was damit eigentlich gemeint ist? Ich vermute dahinter keine physiologischen Mutationen, wie im Film X-Men wunderbar zu sehen ist, die nächste Stufe der Evolution. Imho ist der Übermensch zwar die nächste Form der Evolution, aber das ganze wird sich vermutlich auf psychologischer Ebene abspielen.

    Der Übermensch nutzt seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten effektiver, effizienter. Im momentanen Vergleich zu unserer Gesellschaft glaube ich, dass das auch nicht allzuschwer ist. Man beachte nur die vollkommen degenerierten Körper der westlichen Wohlstandsgesellschaft, um zu erkennen, dass wir nichtmal annähernd das Limit erreicht haben. Wir suhlen uns in unserer eigenen Dummheit und Faulheit und fühlen uns dabei glücklich. Alle 10 Jahre kommt vllt. auf jeder Ebene etwas einigermaßen Gutes zustande und das wars dann.

    Wenn ich daran denke, wieviel Zeit und Energie wir dafür aufwenden, um "den richtigen Partner" zu finden und wieviel dieser aufgebrachten Energie im Nichts verpufft... Anstattdessen wir in unserem fähigsten Alter auf wichtigere Dinge konzentrieren könnten. Ich merke es an mir selbst ja auch, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, wenn eine halbwegs gutaussehende Frau meinen Weg kreuzt. Und ganz daneben wirds erst, wenn diese Frau auch ein gewisses Gegeninteresse zeigt.

    Gut, man könnte jetzt natürlich sagen: Sofort ran an den Speck, Deckel drauf und weitermachen, dann hat man das in 1 Std. über die Bühne. Wenns so leicht nur wäre, aber die Realität sieht halt anders aus.

    Nichts desto trotz fällt mir auf, dass immer mehr ein "natürliches" Problem haben, einen passenden Partner zu finden. Ob das ein aktuelles Problem ist, oder ob unsere Großelterngeneration exakt das gleiche Problem hatte... keine Ahnung. Falls es aber ein Phänomen unserer Zeit ist, bedeutet es dann auch, dass wir vor einem kleinen, evolutionären Sprung stehen?
     
    #1
    Dark84, 20 Juli 2010
  2. Stonic
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    Erstmal aus Interesse: Versuchst du durch deine Ablehnung einer Beziehung und der Verweigerung der Suche nach dem perfekten Partner zu diesem Übermenschen zu werden weil du diene Energien sinnvoller einsetzen kannst ?
     
    #2
    Stonic, 20 Juli 2010
  3. Dark84
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    in einer Beziehung
    Ja und nein. Ich bin mir ja selber nicht im Klaren, was den Übermenschen tatsächlich ausmacht. Von daher fische ich Nachts im dunklen Gewässer. Der von mir gewählte Text enthält lediglich meine Gedanken zu dem Thema. Und entsprechend dazu wird mir wohl der Status "Übermensch" auf Ewig verwehrt bleiben, da ich nicht glaube, dass ich meinen Geist so zügeln kann, bei einer wirklich gutaussehenden Frau auf Durchzug zu stellen.

    WENN ich aber die Klarheit hätte, was den Übermenschen wirklich ausmacht und WENN ich die Gewissheit hätte, dass ich den Status erreichen könnte, so würde ich daran arbeiten.
     
    #3
    Dark84, 20 Juli 2010
  4. Shiny Flame
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    Der Übermensch ist nicht beziehungslos, da er aus einer (gelingenden) Beziehung die Kraft zieht, über sich selbst hinauszuwachsen bei seiner Mission in dieser Welt. Daher stehen wir keinesfalls vor einem evolutionären Sprung.

    Deine Beobachtung, das viele mit dem Ansprechen (genau wie du) Probleme haben, ergibt sich aus der Ähnlcihkeit der Lebenssituation. Ich z.B. beobachte vor allem Menschen in einer glücklcihen Partnerschaft, die aus der gegenseitigen Liebe eben die Kraft ziehen, Dinge zu bewegen und bewältigen, die sie alleine nie geschafft hätten. Wenn ich meine Beobachtungen jetzt, so wie du deine, verallgemeinern und auf die gesamte Menschheit übertragen würde, dann würde ich zu dem Schluss kommen, dass wir alle einem Zeitalter der Harmonie und des glückseligen liebevoll-sexuellen Miteinanders zusteuern.

    Ich denke daher, dass wir auf keinen evolutionären Sprung zusteuern.

    ***

    Wenn du dich mit Evolution ähnlich viel befasst hättest wie mit Nietsche, wüsstest du z.B. auch, dass evolutionäre Sprünge normalerweise nur dann passieren, wenn große Naturkatastrophen passieren und nur sehr wenige überlegen. Nur die, deren Genom an eine Umgebung angepasst ist, erreichen dann ein fortpflanzungsfähiges Alter - und nach hunderttausend Jahren sagt man, dass eine evolutionärer Sprung stattgefunden hat.

    Da du aber selbst sagst, dass du das Verlangen nach Partnerschaft spürst, nur aufgrund vieler Misserfolge frustriert bist, befindest du dich definitiv auf der gleichen Evolutionsstufe wie alle anderen Menschen - zumindest aufgrund dessen, was du hier schreibst.

    ***

    Die Idee, dass Verzicht auf Sexualität oder Partnerschaft dich spirituell weiterbringt, ist zumindest so alt wie die niedergeschriebene Geschichte der Menschheit, evt. älter. Daran ist nichts neu. Ehrlich gesagt bevorzuge ich Denkschulen, die sagen, dass wir unsere körperlichen und seelischen Energien ins Gleichgewicht bringen sollen und sowohl Liebe wie auch Sex ein Mittel dafür sein können. Je mehr wir von Liebe und guter sexueller Energie erfüllt sind, desto weiser und spirituell reifer können wir werden.

    Und daran, dass junge Menschen, die gerne einen Partner hätten, das aber nicht hinkriegen, auf die Idee kommen, das Keuschheit eine Lösung sein könnte - daran ist auch nichts neu ^^.
     
    #4
    Shiny Flame, 20 Juli 2010
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  5. Stonic
    Stonic (41)
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    Ich halte Nietsche in der hInsicht einfach nur für ne Laberbacke. Und deine anderen Fragen ob unsere Großeltern die gleichen Probleme hatten so denke ich das sie gar keine Zeit hatten solche Probleme zu haben wie wir sie heute haben. Es ist einfach so das andere Zeiten und andere Entwicklungsstufen andere Probleme hervorbringen...zudem denke ich das die suche nach dem richtigen Partner bestimmt keine vertane Zeit ist oder sinnlos aufgewandte Energie das der richtige Partner wenn man ihn gefunden hat einen Menschen mit so viel Energie versorgt das er die aufgewandte Energie locker wieder hat.
     
    #5
    Stonic, 20 Juli 2010
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  6. Fuchs
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    Ich habe mich bisher nicht wirklich mit Nietzsche beschäftigt, aber ich glaube, du rationalisierst dir deinen Zustand zurecht. Du hättest gerne eine Frau an deiner Seite (ob für Beziehung oder für sonstwas sei dahingestellt) aber hast in der Hinsicht kein Glück oder machst es dir besonders schwer. Sich dann zu sagen, dass man vielleicht einen höheren Evolutionsstatus erreicht hat und "Übermenschen" ohnehin keine Beziehung brauchen, ist dann der Trost, den du dir gibst.

    Sicherlich kommt dieser Trost aus deinem Verstand, aber es ist eine Idee im luftleeren Raum, denn sie führt dich nicht weiter. Betrachte dich ruhig als Übermenschen. Was soll dann großartig anders sein? :hmm:

    Ich räume ein, dass ich mich gut irren könnte; dass du gute Gründe dafür hast, dich sozial von dem anderen Geschlecht zu distanzieren und du im Prinzip nicht die Wünsche hegst, die ich dir unterstelle. Ich glaube aber, dass du das tust und dass dir nicht dein Verstand einredet: "Lass es sein!" sondern deine Angst oder dein Selbstwertgefühl. Eigentlich missbrauchst du damit deinen Verstand, um eine schlechte Lage zu rechtfertigen, anstatt sie zu verbessern. Sinnvoller wäre es, deinen Verstand als Werkzeug zu nutzen, dir selbst deine Wünsche zu erfüllen und dich den Asia Argentos dieser Welt näher zu bringen. Das mag in den meisten der Fälle sicherlich nicht von Erfolg gekrönt und eine Verschwendung deiner Energien sein. Fragt sich bloß, was du mit diesen Energien sonst anfangen willst?
     
    #6
    Fuchs, 20 Juli 2010
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  7. Schweinebacke
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    Mal ne dumme Frage: Vögelt du trotzdem oder ist dass eher so die Enthaltsamkeitsnummer gerade? So als Nichtficker sich als Übermensch zu versuchen ist nämlich irgendwie eher so der Epic Fail.
     
    #7
    Schweinebacke, 20 Juli 2010
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  8. many--
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    Hm. Die Idee, den eigenen Verzicht auf erotische Sozialkontakte (der dann doch zumeist eher unfreiwillig zustande kommt) zu einer bewussten Eigenentscheidung von erhöhter moralischer Qualität umzudeuten, ist nicht ganz neu. Überhaupt nicht neu. Um genau zu sein, ist das eine der Grundideen der religiösen Tradition, welche dem westlichen Abendland zugrunde liegt, und einiger anderer mehr.

    Kurz gesagt: wenn du dich für einen Übermenschen hälst, weil du nichts mit Frauen anfängst, dann ist das nicht nur unsinnig, sondern auch nicht wirklich einzigartig. Das muss man mal so aussprechen; du machst das vermutlich aus unbewusstem Eigentrost, aber so ausgefallen ist das wirklich nicht, und hilfreich? Die meisten Menschen, die so gedacht haben, haben irgendwann versucht, ihre Lebensform aus lauter aufgestautem Selbstfrust auch allen anderen Menschen in ihrer Umgebung aufzuschwatzen (und sich so zumeist sehr unbeliebt oder, in einigen Fällen, zu Heiligen gemacht) oder sind in die Einsiedelei gegangen. Also: wenn du diese Lebensform wählst, endet das wahrscheinlich eher in sozialer Isolation und Frust als in der Entwicklung moralisch-geistiger Überlegenheit.

    Weiterhin: wir modernen Westmenschen leben im Schlaraffenland der Partnerwahl, denn wir haben eine. In den allermeisten anderen Kulturen ist und war die Auswahl der Partner nicht vom freien Willen der Liebenden, sondern von festen gesellschaftlichen Traditionen und/oder dem Willen der Älteren abhängig. Unsere Elterngeneration war vielleicht die erste, die ihren Partner recht frei wählen konnte (und zwar durch die Bank und nicht nur im Fall geringer gesellschaftlicher Eliten).
    Heutzutage kommt natürlich die erschwerende Komponente dazu, dass die Gesellschaft pluralistischer geworden ist, mit anderen Worten: es bilden sich Subkulturen. Diese haben dann ihre jeweils eigenen Wertmaßstäbe, und wer aus denselben heraus fällt, hat es schwer, in der besagten Subkultur einen Partner zu finden. Wenn man aus dem Wertemaßstab des "Mainstreams" herausfällt, wird es natürlich sehr schwer.

    Weiterhin: wir stehen sicher nicht vor einem evolutionären Sprung, aber leben in Zeiten radikalen gesellschaftlichen Wandels. Einer Sattelzeit eben. Das bedeutet: wir finden ideologisch starke Anklänge an vergangene Zeitalter vor (der Mann ist der aktive in der Partnersuche, die Frau die passive; der Mann ist materiell und körperlich überlegen), aber gleichzeitig auch schon mentale Identitätsbildungen des 21. Jahrhunderts (die moderne Frau ist selbstbewusst, aktiv, weiß, was sie will, und den Männern in jeder Hinsicht ebenbürtig). Das bringt natürlich Konflikte und besonders all jenen, die sich diese Dinge sehr zu Herzen nehmen und sich nicht weiterentwickeln können, sondern in den geistigen Schmollwinkel verziehen, arge Probleme.
     
    #8
    many--, 20 Juli 2010
  9. User 44981
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    Während meiner Schulzeit hielt ich mich eine Zeit lang für ach so toll und schlau und hielt meine Mitschüler für dumme, unreife Idioten, um mir meine eigenen Fehler, die mir den Umgang mit meinen Schulkameraden erschwert haben, schönzureden...

    Und bei dir kommt es mir gerade ganz ähnlich vor: Du hast keinen Erfolg bei Frauen und willst dir diese Sache nun schönreden, indem du dich denjenigen überlegen fühlst, die in in eine Beziehung oder deren Anbahnung einiges an Zeit und Energie investieren.
    Nur leider funktioniert das nicht so ganz, weil sich deine Instinkte und Triebe immer wieder melden und sich all das, wovon dein "übermenschlicher" Geist abgeschworen hat, doch wünschen.
     
    #9
    User 44981, 20 Juli 2010
  10. User 76250
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    @banane
    Selbstreflexion verrät den reifen Menschen.

    @TS
    Wie wär's, wenn Du Nietzsche das sein ließest, was er war: Ein Mann, der über Kant sprach, obwohl er eigentlich das meinte, was aus den Abhandlungen Kants interpretiert wurde.
    Versuch doch erstmal ein Mensch zu sein.

    Im Übrigen führst Du kein beziehungsloses Leben. Du hast Beziehungen. Viele sogar. Beispielsweise zu den Benutzern des PL-Forums. Nur dass sie nicht die Intensität besitzen, auf die Du Dich beziehst. Und ist es nicht ein Widerspruch, dass Du Zeit- und Energieaufwand bei der Partnersuche beklagst, aber selbst Zeit mit dem Verfassen eines ellenlangen Beitrags "verschwendest"?

    Ich will mal das Beispiel eines nur allzu fehlbaren Normalmenschen entgegenhalten. 5 1/2 Jahre nicht verliebt, Schnauze voll von Zurückweisungen und unerfüllten Gefühlen. Dann kam recht spontan und überraschend was Vierwöchiges, emotional völlig daneben, anstrengend und frustrierend, aber in der Retrospektive recht lehrreich. Und wenige Monate später eine langfristige Beziehung. Nicht ohne Schwierigkeiten, zugegeben, aber stabil. Und erfüllend. Glücklichmachend.
    Du wirst es erraten haben, wessen Schicksal ich da beschreibe...
     
    #10
    User 76250, 20 Juli 2010
  11. User 36171
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    Zunächst einmal: Wie kann man eine Entscheidung "fürs Leben" fällen? Du lebst noch nicht besonders lange, das sieht man ganz gut an deinem Alter, und wenn man die Lebenserwartung bedenkt, so wirst du mit etwas Glück noch 50 weitere Jahre hier auf dieser Erde verbringen.

    Ich möchte das nicht zu einem Jammerthread deklarieren und ich möchte dich auch nicht zu einer gewissen Überzeugung drängen, aber dennoch für mich liest sich das so, als würdest du dich durch deine Erkenntnis schützen wollen. Schützen vor Versagen und Enttäuschung.
    Denn warum sonst solltest du etwas abschwören, was du möchtest? Weil du ein "Übermensch" sein möchtest, okay. Doch wozu? Was nützt es dir übermenschlich (ich könnte an dieser Stelle auch "unmenschlich" sagen, denn das impliziert schließlich der Ausdruck übermenschlich), wenn du dabei unglücklich bist, wenn du nicht das hast, was du dir wünschst? Gibt dir dieses Übermenschlich-sein so viel, dass es deinen Wunsch nach Liebesbeziehungen kompensieren kann?
    Ich verstehs nicht: Was willst du erreichen - die Welt retten? Was ist das Ziel deines Übermenschlichseins? Denn irgendeinen Sinn muss es ja haben, warum sonst solltest du freiwillig auf etwas verzichten, was dir wichtig ist?

    Ich habe mich früher sehr oft geschützt. Ich konnte mit meinen gleichaltrigen Klassenkameraden nie etwas angefangen, ganz besonders nicht mit den Frauen. Sie waren mir fremd, ich verstand sie nicht und fühlte mich nie zugehörig. Sie schlossen mich aus und ich schloss sie aus.
    Ich schützte mich mit Hass. Ich hasste sie, ich hasste Parties, ich hasste alles, was sie taten und wofür sie standen. Ich wollte nie so sein wie die anderen. Und um mein Anderssein zu rechtfertigen, nannte ich es besser sein. Wenn ein Junge, in den ich verliebt war, mit einer umwerfend hübschen, beliebten Frau etwas anfing, dachte ich nur daran, dass meine Schulnoten viel besser waren als die ihren und überhaupt, was für ein ausstehlicher Mensch sie doch sei.

    Ich will ja nicht sagen, dass das bei dir so ist. Du bist weiter als dieser Kinderkram von mir. Aber gänzlich unterschiedlich scheinen mir deine Verhaltensweisen auch nicht zu sein.
    Du kannst mir gerne per PM schreiben, was deine Gründe sind, keine Beziehung zu wollen. Vielleicht kann ich dich dann ja besser verstehen, ich würde es gerne versuchen.
     
    #11
    User 36171, 20 Juli 2010
  12. Dark84
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    in einer Beziehung
    Hui, da geht man mal ebend Einkaufen und schon füllt sich das Thema ^^

    Egal, was es ist, unbeliebt oder uninteressant scheint es jedenfalls nicht zu sein ^^

    Ok, ich gehs mal langsam durch :smile:

    @Flame:
    Ich habe keine Probleme mit dem Ansprechen, oder der Ansprechangst. Ich habe schon häufiger Menschen angesprochen und schon vor langer Zeit gelernt, dass mir keiner deshalb den Kopf abreißt. Sowohl real als auch im Internet. Ich kann sowohl mit sehr lockeren Meinungen umgehen als auch mit sehr extremen, ohne dabei meine eigene Meinung zu verlieren. Natürlich passe ich, gemessen an meinen erlangten Erkenntnissen, meine Meinung entsprechend an. Von sexueller Abstinenz hab ich übrigens nichtmal gesprochen...

    @Stonic und Flame:
    Ich verstehe nicht, wie man aus einer intimen Beziehung Kraft schöpfen kann...

    @Fuchs:
    Da stimme ich dir sofort zu, aber bist du nicht auch der Meinung, dass unsere Wahrnehmung unser Denken lenkt? Und was ich mir vom "Übermenschen" erhoffe? Dass ich bestimmte, hinderliche Denkmuster ablegen und mich auf wesentlicheres konzentrieren kann. Ist Geschmackssache, ich weiß. Und diese Energien würde ich in die Forschung und Entwicklung stecken, wovon am Ende die gesamte Gesellschaft profitiert.

    @Schweinebacke:
    Du stellst die Frage als erster. Und diese beantworte ich mit "ja" bezüglich Enthaltsamkeit. Das geht aber Hand-in-Hand mit der Beziehungslosigkeit. Und noch etwas anderes, aber das ist egal.

    @many--:
    Die soziale Isolation hab ich ja schon. Ich bin generell überfordert bei größeren Veranstaltungen. Aber ich schwatze mein Lebenskonzept anderen nicht auf oder halte mich für einen Heiligen, sondern sitze meist nur still irgendwo in der Ecke. Und frustiert bin ich deswegen nicht. Im Gegenteil, ich weiß nicht wieso, aber ich freue mich für andere, die in funktionierenden Beziehungen leben. Ich fahre häufig mit dem Zug und sehe dann am Bahngleis häufig Paare, die sich um den Hals fallen, egal ob 20 oder 80. Frustriert bin ich nie, wenn ich das sehe. Warum auch? Ich sehe keinen Vorteil darin, wenn alle sich gegenseitig hassen (oder schlimmer: wenn allen alles gleichgültig wäre).

    Und du denkst, weil ich aus diesem Mainstream rausfalle, habe ich es schwerer? Verdammt gut möglich. Aber ich lebe lieber in der Überzeugung, mit mir selbst im Reinen zu sein, als meine Ideale für eine Beziehung zu verraten. Gut, ich hab jetzt gesagt, ich will Single bleiben. Aber selbst, wenn das nicht so wäre, würde ich doch als Metaller zum HipHoper werden, nur weil die Angebetete es gern hört.

    @banane0815:
    Naja, nicht ganz. Ich war in der Schule nie wirklich beliebt, das ist schon richtig. Aber unbeliebt war ich auch nicht. Ich war einfach... da. Klar hab ich auch bei einigen häufiger gedacht: Du Vollidiot! Aber am Ende haben sie mich im Großen und Ganzen in Ruhe gelassen und ich sie. Davon mal abgesehen war ich nie besonders gut in der Schule und die "Idioten" kamen ganz gut durch. Von daher ist mir der Gedanke, ich sei denjenigen überlegen, nie aufgekommen.

    Das ganze auf meine Frauenerfolg ist jetzt etwas weit hergeholt. Erfolg oder Misserfolg kann nur stattfinden, wenn man aktiv etwas unternimmt. In der ganzen Zeit, wo ich Single bin, ist das jetzt 3x vorgekommen. 1x hats geklappt, aber ich habs nicht gepeilt und sie hat es aufgegeben und sich nen anderen geschnappt, 2x hat es nicht geklappt, 1x davon hier im Forum nachzulesen, Stichwort Werkstudentin.

    @BigDigger:
    Erwischt :zwinker: Dabei sag ich sonst immer, dass ich mit allen Menschen eine "Beziehung" führe. Was natürlich vollkommen richtig ist. Gemeint ist in der Tat die intime Beziehung. Was den Aufwand in diesen Thread betrifft... naja, das waren 20 - 30 Minuten. Partnersuche dauert doch beiweitem länger.

    Übrigens Glückwunsch zur (intimen) Beziehung ^^. Für mich hört sich das allerdings nur allzu abstrakt an.

    @Lia89:
    Stimmt, ich lebe nicht lange. 80, 90, vllt. 100 Jahre. Also abzüglich meines jetzigen Alters noch eine gewisse Zeit. Und gerade deshalb kann ich ja eine Entscheidung fürs Leben fällen, weil es ja endlich ist. Was danach kommt? Tjoa... who knows? Who cares? Me cares but thats another part...

    Schützen, ja, das möchte ich. Denn ohne Schutz kann man verletzt werden und die Heilung dieser Wunde (sofern sie überhaupt heilen können) kann mitunter Jahre dauern. Jahre, die verloren sind. Und in der Zeit helfen keine 20 intimensten Beziehungen, dass die Wunden schneller heilen. Im Gegenteil, sie reißen die Wunde nur noch weiter auf. Das wäre unweigerlich das Aus der Effizienz.

    Aber ich lese jetzt schon zum zweiten Mal, dass ich alles, was anders ist, hassen würde. Hass, ja, diese Emotion habe ich auch, aber diese Emotion richtet sich eher gegen Menschen wie Adolf Hitler und das, was er diesem Land angetan hat, was er Europa angetan hat, was er der Welt angetan hat. Oder Stalin, oder Mao Tse Tung. Aber weil in Jugendjahren mir der ein oder andere Mitschüler ein Mädel "abgenommen" hat, hasse ich ihn doch nicht dafür. Oder allgemein meine Mitschüler

    Und unglücklich bin ich auch nicht mit meiner momentanen Situation ^^ Ich bin zufrieden. Lasst bitte die Kirche im Dorf.

    Ich habe lediglich mein Konzept oben hingeschrieben. Dieses Konzept habe ich nicht seit ewig, es ist relativ neu. Es entstammt einfach aus meiner Wahrnehmung, dass beendete Beziehungen eine langwierige und schwache Zeit mit sich bringen und wie man diese umgehen kann. Dass dadurch die eigene Effizienz gesteigert werden kann.
     
    #12
    Dark84, 20 Juli 2010
  13. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Bist du ein Mensch oder eine Maschine?
    Man profitiert auch von negativen Erlebnissen, selbst wenn es lange dauert, diese zu verarbeiten.
    Du willst also emotionalen Stillstand und dich auf dieser Ebene nicht weiterentwickeln? Das tut mir leid für dich, ich finde das sehr schade.
     
    #13
    User 12900, 20 Juli 2010
  14. User 92211
    Sehr bekannt hier
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    322
    Verlobt
    Sooo konsequent wohl nicht, wenn du vor ca. 2 Wochen noch das hier in dem Werkstudentinnen-Thread schreibst:


     
    #14
    User 92211, 20 Juli 2010
  15. User 36171
    Beiträge füllen Bücher
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    Verheiratet
    Meine wichtigsten Fragen hast du damit nicht beantwortet.
    Es mag ja stimmen, dass durch Beziehungen deine Effizienz in bestimmten Bereichen herabgesetzt ist.
    Aber: WAS willst du mit dieser Effizienz erreichen?

    Ich zum Beispiel habe keinerlei Interesse daran, besonders effizient zu sein und kann mir nicht richtig vorstellen, was dich so sehr antreibt.
     
    #15
    User 36171, 20 Juli 2010
  16. aiks
    Gast
    0
    Off-Topic:
    Die Idee ist doch schon mindenstens so alt wie der erste Korintherbrief von Paulus. :hmm:
     
    #16
    aiks, 20 Juli 2010
  17. User 92848
    User 92848 (28)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    43
    21
    nicht angegeben
    Das wäre auch meine Frage. Was ist wichtiger, als glücklich zu sein?
     
    #17
    User 92848, 20 Juli 2010
  18. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    Ganz einfach. Man arbeitet härter als je zuvor im Leben, und immer, wenn man glaubt, dass man nicht mehr kann, nimmt man den/die Geliebte in den Arm, legt die Stirn aneinander, hält sich ganz fest, vögelt, blödelt, redet... Und egal, wie schlimm das Leben vorher erschien, danach geht es einem wieder gut und man kann weiter arbeiten, ganz entspannt, produktiv und über sich selbst hinauswachsend. Durch das ständige recht hohe Level an bestimmten Chemikalien im Körper, die durch regelmäßigen Körperkontakt und Sex freitgesetzt werden, ist man nachweislich leistungsfähiger. Wenn man sich energetisch am Boden fühlt, wird die Batterie durch eine bloße Umarmung wieder aufgeladen.
    Durch das Wissen, dass man die geistigen Batterien auf diese Weise jederzeit wieder aufladen kann, kann man bei seinen selbstgewählten Aufgaben viel mehr Energie reinpacken. Man muss ja keine Reserven behalten - die lädt man stattdessen abends beim Liebesspiel wieder auf. Oder beim gemeinsamen Abendessen und dem Blick in die Augen des/der Geliebten. Oder beim Händchenhalten. Oder beim gemeinsamen Spaziergang am Fluss.

    Der/die Geliebte wird so zu einer Instanz im Leben, durch deren/dessen bloße Gegenwart andere, auch als erholsam erlebte Dinge, viel, viel erholsamer und energieschenkender werden. Ja, manchmal ist es auch anstrengend - aber das ist es mir wert.

    Man schöpft auch noch andere Dinge aus einer Beziehung, Weisheit, Vertrauen, spirituelle Reife, Wärme, aber du hast ja speziell nach Kraft gefragt :zwinker:.

    All das gilt natürlich nur für eine gute, gelingende Beziehung. Himmel und Hölle-Beziehungen oder Liebeskummer sind ein eigenes Kapitel.
     
    #18
    Shiny Flame, 20 Juli 2010
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  19. Stormdawn
    Stormdawn (29)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    9
    Single
    Dark84: Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, mehr noch, ich denke oft dasselbe. Nietzsches "Also sprach Zarathustra" halte ich für eines der genialsten, wenn nicht das genialste Buch, das je geschrieben worden ist. Das mit der Keuschheit ist natürlich Unsinn, denn Keuschheit ist i.d.R. religiös gefärbt und das was du meinst hat ganz andere Gründe. Ich kann nur vermuten, ob ich dich verstanden habe, aber ich glaube du meinst das so: Es hat einen Hauch von Zeitverschwendung an sich, wenn man jahrelang mit einem Menschen zusammen ist und sich Mühe gibt, nur um am Ende verlassen zu werden, weil der geile Checker von nebenan mehr Muskeln hat und schon hat sich die jahrelange Beziehung mit den Worten "Ey, zu mir oder zu dir?!" erledigt.

    Was in diesem Thread bereits an Antworten gekommen ist spricht nur für Nietzsches Gedanken: Schönrederei, "Nichtficker", Frustration und stellenweise Mitleid (nicht Mitgefühl), Glücklichsein über alles (Stichwort "letzter Mensch")...

    Ich schmeiß jetzt einfach mal 'nen Teil vom Ende des Zarathustras rein, das spricht nämlich für sich:
    Mein Leid und mein Mitleiden – was liegt daran! Trachte ich denn nach Glücke? Ich trachte nach meinem Werke!
     
    #19
    Stormdawn, 20 Juli 2010
  20. User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Ooooohja, das kenne ich (selbst als Mann, aber ich war eh schon immer ein Weichei :grin:)... Ich hab 100 Kilometer zu fahren. Freitagabends 2 Stunden inklusive Schleichern, Dränglern, Treckern, Tieren, Dorfprolls (solche, die meinen, sie seien End-Cool, weil sie 5.000 Ocken in einen 2.000-Euro-Polo stecken und mit 200 Dezibel an der Tanke vorfahren) und anderem Deppengesocks. Nach einem langen Arbeitstag noch so eine Fahrt - da bin ich bei der Ankunft völlig fertig. Dann seh ich meine Freundin wieder, nehme sie fest in den Arm, küsse sie, und wenn ich sie dann nochmal an mich ziehe, dann fühle ich jedes Mal richtig, wie dieser ganze Ballast und die ganze Anspannung vom Kopf über die Füße abfällt. Das kribbelt richtig von oben nach unten, am ganzen Körper. Und dann geht's mir bedeutend besser.
     
    #20
    User 76250, 20 Juli 2010

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