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Alte Filme/Kunstfilme zu schätzen wissen oder von moderner Technik verwöhnt?

Dieses Thema im Forum "Musik, Filme, Computer und andere Medien" wurde erstellt von User 91095, 20 April 2010.

  1. User 91095
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    nicht angegeben
    Hallo,

    ich schaue gerne Filme und bin von klein auf an dieses Thema herangeführt worden. Ich habe als Kind und Jugendliche bevorzugt Filmklassiker und hauptsächlich ältere Filme gesehen, eben so Sachen wie von Hitchcock, Fellini, Kubrick, Lubitsch etc. Also durchaus große Namen.

    Mein Filmgeschmack ist wesentlich davon geprägt (ich glaub sogar, dass mein Charakter nicht unbedeutend von den Filmen geprägt wurde). Ich schaue mir auch heutzutage gerne solche Filme an und mir wird nicht langweilig, weil die Filme mal s/w sind, weil sie technisch anders sind als die Filme heutzutage. Klar, die Effekte sind viel "schlechter", aber es stört mich nicht in meiner Empfindung.

    Schaue ich mir manchmal mit Freunden einen Film an, fällt mir jedoch auf, dass diese Wahrnehmung sehr unterschiedlich ist. Während sie darüber lachen, wie "billig" es ist, dass Hitchcock nur die Bilder bunt eingefärbt hat und die Kamera wie wild dreht, um einen Albtraum kameratechnisch festzuhalten, oder wenn sie es dramaturgisch dumm finden, dass Orson Welles eine Kameraeinstellung minutenlang ohne Schnitt einhält, finde ich es eher beachtenswert, dass diese Effekte bei mir trotzdem "funktionieren".

    Mir ist klar, dass das großteils auf meine "Filmerziehung" zurückzuführen ist, die natürlich keine Selbstverständlichkeit ist. Daher würde es mich mal interessieren, wie es andere Leute hier im Forum beurteilen. Ich hatte nämlich durch verschiedenste Threads durchaus den Eindruck, dass sich hier ein paar Filmkenner und -schätzer finden :smile:

    Natürlich sind auch die Meinungen anderer User gefragt, nämlich zur Frage:

    Schaut ihr alte Filme/andere Filme als Hollywoodproduktionen?
     
    #1
    User 91095, 20 April 2010
  2. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Ich steh' sehr auf Filme von Wim Wenders (z.B. Der Himmel über Berlin, Bis ans Ende der Welt) und Werner Herzog (Nosferatu - Das Phantom der Nacht, Jeder für sich und Gott gegen Alle) Andrei Tarkowski (Stalker) und Rainer Werner Fassbinder (Angst essen Seele auf). Außerdem natürlich auch Kubrick (z.B. Clockwork Orange).

    Es gibt noch weitere, die mir aber gerade nicht einfallen.
     
    #2
    User 12616, 20 April 2010
  3. User 15352
    Beiträge füllen Bücher
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    1.502
    Verheiratet
    Dito :smile:!

    Aber es stimmt schon: Viele junge Menschen vermissen bei Klassikern die Special Effects und ihnen sind die Schnitte oftmals auch viel zu langsam (Stichwort: Generation Videoclip-Ästhetik. Das kam ja damals erst so richtig bei Romeo & Juliet auf - ich weiß noch, wie ich mir als gerade 12-Jährige diesen Film im Kino angesehen habe und mir anschließend der Schädel brummte :grin:).

    Ich finde es beispielsweise faszinierend, wie Hitchcocks Rope nahezu ohne Schnitte (und wenn dann nur unsichtbare Schnitte) auskommt und trotz des kammerspielartigen Charakters eine unglaublich beklemmende Stimmung erzeugen kann, bei anderen ruft der Film jedoch gähnende Langeweile hervor :hmm:. Banausen :tongue: :zwinker:!
     
    #3
    User 15352, 20 April 2010
  4. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Die genannten Namen sind eine Filmkultur, die auch seinerzeit parallel zum kommerziellen Film existierte. Und auch heute gibts Filmkultur jenseits des Hollywood-Popcorn-Kinos. Das fiel mir als erstes ein, wobei Du ja neben den Begriff Alte Filme auch schon die Bezeichnung Kunstfilm erwähnt hast.

    Hängt einfach sehr davon ab, was ein Zuschauer von einem Film erwartet - und natürilch von seinen Sehgewohnheiten und seiner Offenheit, sich auf "anderes" einzulassen. Ich schau Filme übrigens eher ungern mit einer ganzen Gruppe, lieber allein, zu zweit oder zu dritt. Weil ich das Gefühl habe, dass manche Menschen sich in einer "Gruppensituation" genötigt fühlen, auf Filme "passend" zu reagieren und sich beim gemeinsamem Anschau dazu zu positionieren. Und wenn ich einen Film ansehe, dann will ich den anschauen und mag keine Kommentare dazu hören...Danach vielleicht. Aber nicht beim Anschauen selbst.

    Besonders nicht, wenns ein Film ist, der mir was bedeutet. Ich war schon mit einem Filmwissenschaftler liiert und hab auf diese Weise einen neuen Zugang zu bestimmten Filmgenres bekommen - allerdnigs lustigerweise eher zum Popcornkino, denn auch "anspruchsloses" Popcornkino kann durchaus tiefgründig sein und mehr bieten, als man auf Anieb erkennt.
     
    #4
    User 20976, 20 April 2010
  5. User 29377
    Meistens hier zu finden
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    128
    80
    nicht angegeben
    Kurz gesagt: ich ziehe sowohl neue, als auch alte Filme, die eher über Story und Atmosphäre punkten großen CGI-geladenen Megablockbustern generell fast immer vor.
     
    #5
    User 29377, 20 April 2010
  6. MsThreepwood
    2.424
    Ich kann Filmen, die rein auf special effects setzen, absolut nichts abgewinnen.

    Wenn die Story allerdings überzeugt, dann lasse ich mich sowohl für 3D-Animationskino (nein, nicht Avatar :grin:) als auch für Filmklassiker in S/W oder kleine B-Movies mit einem Produktionsbudget von 500€ begeistern.
     
    #6
    MsThreepwood, 20 April 2010
  7. User 91095
    Planet-Liebe-Team Themenstarter
    Moderator
    7.271
    598
    8.048
    nicht angegeben
    Hey,

    danke erstmal für die Antworten :smile: Es geht in erster Linie nicht mal um irgendwelche bombastischen Specialeffects, sondern auch einfach darum, wie "echt" z.B. die Kulisse wirkt, wie "echt" der Körper wirkt, der vom dritten Stockwerk aus hinunterfällt, welche technischen Möglichkeiten man hatte, um bestimmte Dinge darzustellen. Von richtigen Actionkrachern spreche ich gar nicht.

    Und ich weiß auch nicht, ob die Filme, die ich gesehen habe, jenseits des kommerziellen Kinos stattgefunden haben. Manche vielleicht. Aber viele von denen haben ja auch schon damals jede Menge Oscars abgesahnt und waren große Produktionen (Selznick-Filme haben schon was...). Das waren schon die kommerziellen Filme damals. Vielleicht hat sich einfach die Filmszene stärker auseinanderentwickelt in Blockbuster/Popcornkino und Independent/Autorenfilme...


    edit: Interessanter (und ein wenig wehmütiger) Wikipedia-Artikel zum New Hollywood: New Hollywood ? Wikipedia
     
    #7
    User 91095, 21 April 2010
  8. Lenny84
    Gast
    0
    Ich weiß nur, jedes Mal, wenn ich The Shining oder einen anderen Kubrick-Film sehe, denke ich, so dreht heute kaum noch jemand. Winzige Details, simple, aber effektive Kamerafahrten machen das Gesamtkunstwerk aus. viele Effektfilme wissen halt auch nur mit Effekthascherei zu beeindrucken. An Peter Jackson mag ich z.B., dass er zwar effektvolle Filme gemacht hat, aber weiß, wie man eine gute Geschichte erzählt - und wenn's drei Stunden dauert.
     
    #8
    Lenny84, 22 April 2010
  9. musicus
    musicus (33)
    Verbringt hier viel Zeit
    228
    103
    8
    in einer Beziehung
    That's it.

    Der Insider kriegt immer mehr mit als jemand, der "nur so" dabei ist. Ich habe vor kurzem mal zu Lars von Trier geforscht und bin im Zuge meiner Arbeit auch über eine Studie gestolpert, in der genau dieser Umstand untersucht wurde - Menschen mit entsprechenden Vorkenntissen sehen Filme einfach anders.
     
    #9
    musicus, 22 April 2010
  10. VonderVenus
    Verbringt hier viel Zeit
    49
    91
    0
    Single
    Hallo,

    Filmtechnisch bin ich prinzipiell für alles offen...
    ich habe jahrelang in einem Kino gearbeitet, indem noch mit alten Vorführmaschinen gearbeitet wurde, d.h. beispielsweise 3D erstmal gar nicht möglich war.
    Ich muss ehrlich gestehen: 3D is ganz nett aber auf die Dauer ist es mir viel zu antrengend und ich brauche das einfach nicht...

    Ich mag generell "kleine Produktionen", die Wert auf den Inhalt legen und nicht so sehr auf Effekte (wobei ein gut gemachter Actionfilm auch ne tolle Sache is *gg*)

    Ich muss gestehen: Ich bin ein absoluter Tarantino-Fan, ich liebe die (teilweise absolut schwachsinnigen) storys, weil er es schafft tolle Charakter zu erschaffen... da sympatisiert man schon mal mit dem charismatischen Massenmörder :zwinker:
     
    #10
    VonderVenus, 22 April 2010

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