Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren
  • Armor!
    Armor! (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    4
    26
    0
    nicht angegeben
    11 März 2009
    #41
    Hey,

    schlimme Sache, aber man muss sich wirklich Fragen, warum passiert sowas immer wieder?

    Was bewegt einen Menschen zu solchen Taten....

    Jetzt fängt das alles wieder an mit Killerspiele.. und Schützenverein ist Schuld usw...

    Ich glaube einfach man kann sowas nicht wirklich verhindern, klar der Vater hätte die Waffe nicht im Schlafzimmer haben sollen ( Warum hatte er die da eig.? lol )
    Aber wenn der Junge nicht an die Waffe kommt dann nimmt er sich ein Messer oder sonst irgendas anderes... womit du heutzutage einen Menschen umbringen kannst ist sooo viel Zeug da...

    Greeez mein Beileid an die Verwandten der Opfer!!:cry:
     
  • Piratin
    Piratin (40)
    Beiträge füllen Bücher
    6.975
    298
    1.090
    Verheiratet
    11 März 2009
    #42
    Das glaube ich nicht. Er hatte noch Zeit genug, sich hübsch als Amokläufer zu kostümieren und ordentlich Munition einzustecken, und hat gezielt weibliche Schüler abgeknallt und eine Geisel genommen. "Ohne zu überlegen was man anrichtet" sieht meiner Meinung nach ganz anders aus.
     
  • envy.
    Meistens hier zu finden
    1.765
    133
    29
    nicht angegeben
    11 März 2009
    #43
    Tornadin, du kannst doch nicht meine eigene Aussage
    , in der ich sage, er solle gerade nicht getötet werden, als Gegenbeispiel benutzen.

    Ich weiß nicht. Ich versuche mich nur in die Angehörigen hinein zu versetzen, und dabei kommen mir die Tränen. Das mag zwar reichlich subjektiv sein, aber sei es drum.
     
  • harryxp
    harryxp (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    47
    91
    0
    Verliebt
    11 März 2009
    #44
    Ich hab zwar nicht vor, es zu tun, aber bei mir würden meine Eltern das vermutlich auch in keinster Weise ahnen. Ich glaube, alle, die hier schreiben, dass die Eltern zu verantwortungslos gehandelt haben, haben einfach ein viel zu gutes, familiäres Verhältnis mit ihren eigenen, um verstehen zu können, dass das bei anderen nicht existiert; klar, Waffen gehören sicher verwahrt, das muss allen klar sein. Aber genauso klar muss jedem sein, dass Menschen Meister der Täuschung sind und sich manche (so auch ich) ihren Eltern überhaupt nicht anvertrauen und vlt trotzdem was vorspielen bzw sich einfach "verstecken" und sie nicht an sich ranlassen. Dann kann schonmal der Eindruck entstehen, dass mit dem eigenen Kind alles okay ist.

    Ich glaub, in so einem Fall geht es nicht darum, die Tat zu rechtfertigen. Sowas ist unmenschlich und gehört nicht getan, ganz einfach weil man in unserer Gesellschaft den Tod keines anderen wollen sollte - übrigens sollten alle, die jetzt meinen, dass der Tod des Amokläufers "gerecht" sei mal überlegen, wieviel besser als er sie sind; nur weil der Täter selbst gemordet und dadurch vielleicht "mehr" verdient hätte heißt das nicht, das wir alle Moral fallen lassen können und uns aus der Schlinge ziehen können. Wer der Meinung ist, dass der Tod die gerechte Strafe für den Täter ist, der sollte überlegen, ob er in der selben Situation davor zurückgeschreckt wäre, jemand anderem das Leben zu nehmen (vor allem, wenn man die Realität vlt etwas verzerrt sieht und diesen Leuten irgendeine Schuld gibt, die bei dem Amoklauf Opfer waren).
    Es geht nicht um Rechtfertigung, sondern um Verständnis. Es geht darum zu verstehen, dass die Psyche ein fragiles Gut ist, das auch ganz leicht ganz massiv gestört werden kann. All diese Leute hätten sicherlich nicht sterben sollen - aber ich persönlich kann nachvollziehen, dass jemand seelisch so kaputt ist, sich in einer dermaßenen Leere befindet, dass er eine Verzweiflungstat vollzieht. Ob das jetzt ein Amoklauf oder ein Selbstmord ist (ohne vorhergehende Morde), weil man einfach einen anderen Ausweg weiß, ist egal; es geht darum, das man nicht einfach sagen kann "das war ein kranker Hund, unmenschlich, Bastard,..." sondern akzeptieren muss, dass ein derartiges Verhalten extrem menschlichst ist, weil Menschen eben nicht immer nur funktionieren, sondern auch mal kaputt gehen können. Das heißt jetzt auch nicht, dass wir alle mit dem Kopf nicken müssen und sagen sollen "ist okay, er hat das halt für sich tun müssen, kann ja mal passieren"...Aber ich glaub es ist gefährlich, wenn wir uns zurücklehnen, die Hasstirolen rausholen und ignorieren, welche Hintergründe hinter so einer Tat stecken, denn jeder Mensch hält nur einer gewissen Menge Druck stand, bevor er ebenfalls zu extremen (wenn auch vlt anders aussehenden) Taten greift, und wer sich dessen nicht bewusst ist, der ist meiner Meinung nach einfach naiv.

    Das glaube ich nicht. Verzweiflung heißt nicht immer ungeplant; man kann auch lange verzweifelt sein und nach Wochen einfach keinen Ausweg mehr sehen. Und dann beginnt man vielleicht, sowas zu planen. Verzweiflung bedeutet nicht immer Kurzschluss, nicht mit einer situation umgehen können heißt nicht immer, dass man es nicht kann, weil man sich nur zehn Minuten damit beschäftigt hat, man kann auch Tage darüber nachdenken und immer noch verzweifelt sein.
     
  • Roo
    Roo (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    296
    103
    16
    Single
    11 März 2009
    #45
    Erinnert mich an diesen schönen Spruch "Es gibt keine Täter, nur Opfer der Gesellschaft"

    Ja, dieser Typ war krank. Ja, dieser Typ hat 16 Menschen auf dem Gewissen (der 17 Tote ist er ja meines Wissens nach selbst, oder war da noch jemand?). Und trotzdem tat er mir leid. Es tat mir leid, dass er erst so ausrasten musste, um zu zeigen, dass er Probleme hatte. Dass er erst wahllos Leute erschießen musste, damit er die Aufmerksamkeit bekam, die er so dringend brauchte...

    Ich will das damit um Gottes Willen nicht rechtfertigen. Aber wie viele solcher Aktionen hätten verhindert werden können, wenn diese Welt, diese Gesellschaft eine bessere wäre, als sie es derzeit ist? Nicht jeder ist psychisch gefestigt genug, um das auszuhalten, was viele andere Menschen Tag für Tag erdulden. Und ein Bruchteil dieser, die dem nicht gewachsen ist, ziehen dann solche Sachen ab.

    Letztendlich ist es aber doch so, das sich nichts tut. Was kam nach dem Amoklauf von Erfurt? Nichts, außer ein paar halbherziger Gesetze, welche nicht einmal in den Medien eine gute Figur machten. Somit blieb das Hauptproblem bestehen, aber solange die Politiker freundlich in die Kamera schauen, ist ja alles in Ordnung. Wenn sie dann noch heuchlerisch in die Kamera schauen und den Hinterbliebenen ihr Mitleid ausdrücken, frage ich mich, ob sie wissen, dass sie genauso gut selbst hätten schießen können. Denn sie haben nichts getan, um irgendwas zu verbessern...
     
  • pissedbutsexy
    Verbringt hier viel Zeit
    361
    103
    7
    vergeben und glücklich
    11 März 2009
    #46
    Vorhin gab es im Radio ein Interview mit einem Jugendpsychologen. Er erklärte sich die Tat damit, dass dieser Junge nie Anerkennung bekommen habe. In der Schule habe er versagt, seinen Schulabschluss nicht geschafft, während alle anderen weiterführende Schulen besuchten oder eine Ausbildung anfingen. Er habe immer als "Loser" dagestanden.
    In seinen Ballerspielen sei er dann der Held gewesen, er sei stark gewesen und habe Anerkennung bekommen.
    Der Psychologe hat das Geschehen auch mit dem Amoklauf in den USA in Verbindung gebracht, angeblich könne dies ein Anstoß für Tim K. gewesen sein.
    Der Psychologe erklärte, dass der Amokläufer diesen Tag als eine Art Rache gesehen habe. Mit der Waffe habe er sich stark und überlegen gefühlt, wie in seinem Ballerspiel. Er habe sich die Anerkennung holen wollen und allen anderen zeigen wollen, wie stark er doch ist.
     
  • Piratin
    Piratin (40)
    Beiträge füllen Bücher
    6.975
    298
    1.090
    Verheiratet
    11 März 2009
    #47
    Was sollen sie denn machen? Noten abschaffen? Große Urkunden anordnen, die jedem, egal was er leistet, sagen was für ein toller Kerl er ist? Nur damit jeder Anerkennung findet, egal ob er es verdient hat oder nicht, und ja nicht durchdreht?

    Ich finde eher eine Gesellschaft krank, die einem Täter mehr Sympathie zukommen lässt als seinen zahllosen Opfern. Echt, das geht über meinen Kopf.
     
  • harryxp
    harryxp (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    47
    91
    0
    Verliebt
    11 März 2009
    #48
    Einem Psychologen, der sich derart auf die Medien einschießt und eine derartig präzise Diagnose abgibt, ohne mit der betroffenen Person auch nur ein Wort gewechselt zu haben, geschweige sich denn länger als einen halben Tag mit ihr beschäftigt zu haben, würde ich nicht ernst nehmen. Klar, Medien wollen (und brauchen) Urteile von Psychologen/Psychiatern in solchen Fällen, aber eine kompetente Person sollte die nötige Distanz besitzen, um da vorsichtigere Urteile abzugeben.
    Nur weil jemand ein Studium abgeschlossen hat heißt das nicht, dass man ihm alles glauben sollte und er objektiv ist.

    Genau das ist es doch, was in solchen Fällen passiert - populistische, unüberlegte Maßnahmen.
    Ich bin sicherlich kein radikaler Sozialist, der irgendwelche Blümchen-schulen will, aber wir haben heute in der Schule erst mit einem Lehrer über das Schulsystem diskutiert (anlässlich der österreichischen Debatten zum Thema Schule aktuell) und es ist ganz einfach so, dass das System nicht gut ist. Es ist Lehrer- und Schülerfeindlich, wer mehr arbeitet als andere ist im Endeffekt der Trottel, wer wenig arbeitet aber auch, weil es einfach keinen interessiert. Es muss nicht jedem gesagt werden, dass er ganz toll ist und alles gut macht und dann kommt jeder gratis durch die Schule, aber man muss sicherlich etwas verändern, denn so wie es jetzt ist, sind Schulen ganz einfach nicht motivierend.
     
  • Maxx
    Sehr bekannt hier
    1.380
    198
    631
    Single
    11 März 2009
    #49
    Sind alles nur Vorurteile. Natürlich müssen Verzweiflungstaten nicht (nur) spontan geschehen, sondern können sich anstauen.

    Und glaubst du ernsthaft, dass wenn es denn Rachefeldzüge gegen Menschen sind, dass diese nicht mit einer grossen Verzweiflung und einem übergrossen Leidensdruck einhergehen können?

    Und auf die Vermutung eines übergrossen Narzissmus kommt man doch nur deshalb, weil der Täter durch solch eine Tat Aufsehen erregt und noch mal vor seinem Tod in die Medien kommt, die Welt also mit einem grossen Knall verlässt. Aber genauso unsinnig ist es Narzissmus wie Ballerspiele oder den Schützenverein als Motiv für die Tat anzuführen.

    Man kann nun mal nicht in die Köpfe der Täter hineinschauen, dennoch erscheint das alles was du sagst sehr unwahrscheinlich. Aber gut, dass du zu wissen scheinst, was in einem Amokläufer vor sich geht, bevor er seine Tat ausübt.

    Ob er nun tatsächlich zurechnungsfähig war oder nicht, darüber kann man eben nur spekulieren. Und natürlich war er in diesem entscheidenden Fall der Täter und nicht das Opfer. Trotzdem ist es naheliegend, dass Mensch vor einer solchen Tat oft lange Zeit auf andere Weise sich in einer Opferrolle befunden haben. So einseitig und vollumfänglich lassen sich nun Menschen auch nicht in Opfer und Täter einteilen.

    Doch, weiter oben wurde in einer abwertenden Art und Weise die Meinung vertreten, wie krank dieser Mensch doch gewesen sein musste. Dann war auch vom Knast die Rede und dass er wohl nur zu ein paar Jahre Jugendknast verurteilt worden wäre und es somit besser sei, dass er nun tot ist. Das klingt alles ziemlich absurd.
     
  • Piratin
    Piratin (40)
    Beiträge füllen Bücher
    6.975
    298
    1.090
    Verheiratet
    11 März 2009
    #50
    Es gibt nen Haufen kluger Leute, die sich eingehender mit diesen Dingen beschäftigt haben dürften als du, und ich habe mir die Freiheit genommen, einige dieser Forschungsergebnisse zusammen zu fassen. Seit Columbine beschäftigt sich ein ganzer Zweig der Kriminologie mit diesem Phänomen.

    Meist schon. Nur nicht in einer Gesellschaft natürlich, in der alles, von Adipositas über ständiges Blaumachen bis hin zum Amoklauf mit "psychischer Krankheit" entschuldigt werden kann. Da sind natürlich alle Täter Opfer. Und die Opfer sind eigentlich die Täter, da sie den armen Kerl zum Durchdrehen gebracht haben, ist klar.
     
  • Roo
    Roo (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    296
    103
    16
    Single
    11 März 2009
    #51
    Mal ernsthaft, muss ich das wissen? Bin ich ein gewählter Vertreter des Volkes, der sich um die Probleme eben jenes kümmern muss? Nein, eben nicht und werde ich daher auch nie sein.

    Aber ich erinnere mich noch sehr gut daran, was damals unternommen wurde. Monatelanges Rumhacken auf "Killerspielen", zahllose Berichte, die einem sagen, dass Medien uns zu Gewalttätern abrichten usw. Volle Unterstützung der Regierung, immerhin sind ja jetzt die Zeichen, die zeigen, ab wie vielen Jahren etwas freigegeben ist, um 250% größer. na wenn das nicht geholfen hat...

    Wie wäre es mit einer Anti-Mobbing Aktion? Oder Aktionen um Kindern und Jugendlichen in einem sozial schwachen Umfeld zu helfen? Nein, stattdessen werden Sündenböcke gesucht, um das Problem von der einfach Seite anzugehen. Was allerdings ein weiteres Problem aufwirft: Wenn der Täter von Anfang an nicht in das Schema des Killerspielers gepasst hat, dann haben die diversen Verschärfungen des Jugendschutzes bei ihm auch nichts gebracht...

    Ich habe keine Sympathien für den Täter. Es ist eine Art Mitleid, allerdings eine andere Art als die, welche den Opfern meinerseits zukommt. Es ist der Gedanke, warum dem Typen nicht schon vorher geholfen wurde. Im Nachhinein sind alle klüger, jetzt wissen alle, dass sie ihn vielleicht nicht so ausschließen hätten sollen, dass man ihn nicht als Versager hätte hinstellen sollen (beruht jetzt nur darauf, was die Medien sagen), aber jetzt ist es zu spät. Er ist tot, ihm kann nicht mehr geholfen werden.

    Aber eines sage ich dir, irgendwo da draußen wird schon der nächste Amokläufer "herangezüchtet", gekränkt und voller Hass auf sein Umfeld. IHM können wir helfen, aber wir werden es nicht tun. Wir werden brav wegsehen, solange, bis er es selbst in die Hand nimmt und uns zwingt, uns damit auseinanderzusetzen...
     
  • Tornadin
    Benutzer gesperrt
    287
    0
    38
    vergeben und glücklich
    11 März 2009
    #52
    Im Prinzip ist die Anerkennung die einem Menschen zukommt doch nur abhängig von seinen Genen und der im zugekommenen Erziehung, die schließlich bestimmen wie diszipliniert, gesellschaftskonform, intelligent, schön, erfolgreich, labil, gestört,etc ein Mensch ist.
    Es wird immer so sein, dass die einen Anerkennung erfahren als andere, denn jeder Mensch ist nunmal anders. Deswegen macht es auch keinen Sinn etwa Noten abzuschaffen.
    Und ich weiß nicht ob du die Medienberichte verfolgt hast, aber dort kommt den Täter keineswegs mehr Sympathie zu als den Opfern.
    Letztendlich hat aber niemand den Tod verdient, egal ob unschuldige Schülerin, Amokläufer, Mutter Theresa oder Adolf Hitler.

    Und welche Gesellschaft war den in dem Sinne schon "gesund". Vor 100.000 Jahren war es üblich einen anderen Menschen umzubringen, weil er ein bestimmtes Weibchen falsch angeschaut hat.
     
  • User 65149
    Meistens hier zu finden
    289
    128
    170
    nicht angegeben
    11 März 2009
    #53
    Also in den Fernsehnachrichten kam, dass er ganz normal seine Mittlere Reife gemacht hat und dann eine Ausbildung angefangen hat. Zumindest hat das ein Typ (weiß leider nicht mehr, ob er von der Polizei oder so war) bei einer Pressekonferenz gesagt. Da fängt es ja schon wieder mit den ganzen schwammigen Informationen an.
    Da wird wieder auf eine ganz bestimmte Gruppe losgegangen und das ganze Gerede beginnt von vorn.
     
  • harryxp
    harryxp (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    47
    91
    0
    Verliebt
    11 März 2009
    #54
    Ich gratuliere dir, dass du noch nie ernste psychische Probleme hattest - aber du machst es dir zu einfach.
    Natürlich sind psychische Diagnosen gefährlich, weil man nicht eben mal ein Röntgen anfertigen und dadurch bestätigung bekommen kann; dass dadurch die Gefahr von Missbrauch größer ist, ist auch klar.
    Deine Aussage ist aber ein Schlag ins Gesicht all jener, die ernsthaft psychisch krank sind und für die Einstellungen wie die deine noch belastend hinzukommen. Wer einen Bandscheibenvorfall hat, der kann sich das ganz einfach bestätigen lassen, aber wie soll ein Mensch mit einer psychischen Krankheit in einer Gesellschaft leben können, in der alle davor zurückschrecken, diese Krankheiten auch zu sehen, nur weil sie eventuell als Ausreden verwendet werden könnten?

    Ich kann mich nur wiederholen, die menschliche Psyche ist fragil, und wer sich dessen nicht bewusst ist, der ist glücklich, aber naiv.
     
  • Piratin
    Piratin (40)
    Beiträge füllen Bücher
    6.975
    298
    1.090
    Verheiratet
    11 März 2009
    #55
    Die meisten Schulen haben hauseigene Sozialarbeiter, in jeder Klasse gibt es Mediatoren und Streitschlichter, ich habe im letzten Jahr bestimmt drei Vorträge über Mobbing gehört...sowas dürfte es zur Genüge geben. Der Schüler kam übrigens aus einer wohlhabenden, angesehenen Familie und hatte durchaus Freunde.

    Deine Aussage ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer, die -egal ob sie krank oder gesund waren - nie wieder lebendig werden und nie mehr - krank oder gesund - leben dürfen. Sie sind tot. Sie werden nicht wachsen, ihre Pläne verwirklichen, nie mehr. Und ihr Mörder wird auch noch betrauert und bemitleidet, obwohl er ihnen allen geplant und bei vollem Bewusstsein das Leben weggenommen hat.
     
  • Roo
    Roo (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    296
    103
    16
    Single
    11 März 2009
    #56
    Hab erst letztens mal eine überspitzte Studie dazu gelesen, dass theoretisch das Potential zu 2 Amokläufern in jeder Klasse vorhanden ist, da sieht man schon, wohin es führt, wenn "die meisten Schulen" sowas haben...
     
  • harryxp
    harryxp (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    47
    91
    0
    Verliebt
    11 März 2009
    #57
    Dann hast du meine Aussage nicht gelesen. Ich habe Mitleid mit allen, die gestorben sind oder Angehörige verloren haben, und ich wünsche niemandem dem Tod (im übrigen auch nicht dem täter - NIEMANDEM). Ich sage lediglich, dass es naiv und dumm ist, sich alles in schwarz-weiß zurechtzulegen und nur, weil so viele Leute gestorben sind nicht einsehen zu wollen, dass der täter vielleicht doch nicht einfach nur ein dummer Idiot war, sondern dass so eine Tat Hintergründe hat.
    Für mich als Betroffenen wäre es im Übrigen auch leichter, würde ich wissen, dass das jemand nicht einfach nur aus Spaß und weil er gerade nichts besseres gewusst hat getan hat, sondern dass es Ursachen dafür gibt.
     
  • glashaus
    Gast
    0
    11 März 2009
    #58
    Wie operationalisiert man denn "Potenzial zum Amokläufer"?
     
  • Amygdala
    Verbringt hier viel Zeit
    586
    113
    72
    Verheiratet
    11 März 2009
    #59
    Na hör mal, wir alle leben in "dieser" Gesellschaft. Du und auch ich und trotzdem rennen wir nicht herum und killen alles was uns vor die Flinte läuft. Glaubst du, wir alle haben es nur einen Tick leichter als dieser Tim? Und so schwer das Leben manchmal ist (es gab übrigens schon viel schwerere Zeiten als diese!), ist das für niemanden eine Rechtfertigung 15 unschuldige Menschen umzubringen. Was wäre, wenn wir alle wären von der bösen, gemeinen und abscheulichen Gesellschaft so gestört wären, dass wir alle durch die Gegend rennen und wahllos Menschen abschießen würden. :kopfschue

    Stell dir mal vor, dein Kind wär unter den Opfern. Würdest du dann immer noch so großzügig sein und den bösen anderen Menschen die Schuld geben? Ich nicht.
    Sicher muss dieser Tim Probleme gehabt haben, ja wahrscheinlich waren es sogar sehr schwerwiegende Probleme, aber was konnte schon die "Christa aus der 3B" für seine Probleme? Womit hat "Christa" verdient nie mehr nach Hause zu kommen? Womit haben "Christas" Eltern verdient, dass ihr Kind nie wieder nach Hause kommt? Das ist doch die eigentliche Frage und nicht: Was ist bloß in dem armen Tim vorgegangen? Vielleicht auch gar nichts? Vielleicht nur Hass, worauf auch immer. Aber dafür kann niemand etwas, wir alle müssen mit unserem Schicksal zurecht kommen.
    Dieser Mensch hat sein gesamtes Umfeld in großes Unglück gestürzt, das fängt bei seiner Familie an und hört bei den Bekannten, Verwandten und Freunde der Opfer auf. Warum fragt eigentlich niemand, wie es denen geht?
     
  • Piratin
    Piratin (40)
    Beiträge füllen Bücher
    6.975
    298
    1.090
    Verheiratet
    11 März 2009
    #60
    Hoffen wir mal, dass diese düstere Prophezeiung nicht irgendwann mal eintritt. Hoffen wir mal, dass nicht eines Tages deine kleine Tochter tot in nem Laken aus der Schule, in die du sie morgens mit nem Küsschen und den Pausenbroten geschickt hast, getragen wird, und dass du zu deinen Behauptungen aufleben musst.

    Weil Täterschutz statt Opferschutz in Deutschland noch den Vorrang hat. Man versucht, herauszufinden, was dem armen Täter fehlt, und wie man ihm helfen kann, dass es ihm psychisch besser geht, man therapiert ihn und versorgt ihn mit Medikamenten. Für die Toten reicht ein Grabstein und ein Artikel in der Zeitung.
     

  • jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
    die Fummelkiste