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An die Beamten unter euch...

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von khaotique, 7 April 2009.

  1. khaotique
    khaotique (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Guten Morgen!

    Ich mache nächsten Monat mein Abitur und sollte mir ja langsam mal eine Zukunftsperspektive schaffen. Im Oktober 2008 habe ich, mehr meinem Vater zuliebe als aus wirklichem Interesse, an einem Einstellungstest für den gehobenen nichttechnischen Dienst teilgenommen. Ich habe mir davon erst nicht wirklich etwas erwartet, doch vor 2 Wochen bekam ich einen Anruf vom städtischen Landratsamt, dass ich bei ihnen ab Oktober ein duales Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin beginnen könne.

    Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage: Will ich das Angebot annehmen?

    Dafür sprechen die interessanten Studieninhalte (Recht, VWL, BWL,...), bei denen ich mir vorstellen könnte, sie alternativ an der Universität zu studieren (Jura hat mich schon immer fasziniert) und natürlich die nicht zu knappe Ausbildungsvergütung. Würde ich an der Universität studieren, wäre die Finanzierung ein ziemliches Problem. Diese Sorgen würden wegfallen, würde ich das Angebot annehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass mir die Arbeit mit und für Menschen sehr viel Spaß macht. Natürlich ist es auch von Vorteil, in der heutigen Zeit einen "sicheren" Job zu haben.

    Da gibt es nur ein paar Punkte, die mich zweifeln lassen... Der Studienort wäre gut 350km von meinem zu Hause entfernt. Ich möchte eigentlich nicht weg hier und ich habe vor allem nicht damit gerechnet, dass ich so schnell eine Entscheidung treffen muss. Ich habe meine Familie hier, meinen Freund,... und ich bin nicht der Typ für Fernbeziehungen. Es würde also ziemlich hart werden, gerade weil ich wohl auch nicht jedes Wochenende nach Hause fahren würde. Mein Freund freut sich natürlich für mich, aber er ist schon seit Tagen ziemlich niedergeschlagen und will natürlich nicht, dass ich wegziehe.

    Der zweite Punkt ist, dass sich bei mir schon seit Jahren ein Berufswunsch herauskristallisiert hat: Lehrerin. Ich war bei der Studienberatung, habe mich informiert und war mir, bis eben dieser Anruf kam, schon fast sicher, dass es das ist, was ich machen will. Und jetzt schmeiß ich einfach so wieder alles über den Haufen?

    Ich weiß nicht genau, was ich will. Deshalb würde ich gerade die unter euch bitten, die diesen Berufsweg gegangen sind, eure Gedanken zu schildern. Wie gestaltet sich euer Alltag so? Wie habt ihr das Studium/die Ausbildung gemeistert? Würdet ihr wieder den gleichen Weg einschlagen?

    Natürlich freue ich mich auch über alle anderen Kommentare!

    Vielen Dank im voraus!
     
    #1
    khaotique, 7 April 2009
  2. Chococat
    Chococat (30)
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    vergeben und glücklich
    Oh oh oh.
    Ich kann dir nur raten, auf dein Herz und deinen Wunsch zu hören. Denn im Grunde gibt es (fast) nur zwei Möglichkeiten, was passiert, wenn du Beamtin wirst.

    1. Du machst es einige Zeit und brichst dann ab, weil du unglücklich bist, du beginnst doch noch ein Lehramtsstudium und bist dann natürlich ziemlich "alt"+hast nen Knick im Lebenslauf.

    2. Du machst es zu Ende, arbeitest in deinem Beruf, aber fragst dich dein Leben lang, ob es nicht besser gewesen wäre Lehrerin zu werden. Dann kommen die typischen Sprüche, die man von älteren Leuten kennt "wenn ich noch mal jung wäre, ich würde...."

    Sicher, du hättest jetzt was und verdienst ne Stange Kohle, deine Altersvorsorge ist auch gesichert... aber mal ehrlich, sollte man sein Leben nicht nach seinen Wünschen ausrichten? Nicht nach Geld? Du willst ja auch was "anständiges" werden, kannst ja als Lehrer auch verbeamtet werden, wenn es dir darum geht...

    Natürlich könnte es passieren, dass Beamtin voll dein Ding ist. Bist du so ein Typ, der sich unterordnen kann? Der immer nur das machen darf, was irgendwo geschrieben steht? Ich finde Lehrer und Beamter (im Sinne von Verwaltung) sind wirklich zwei ganz unterschiedliche paar Schuhe. Als Lehrer hast du jeden Tag was Neues, darfst kreativ sein. Als Beamter... naja. Da ist nicht viel mit eigener Verantwortung oder eigener Meinung.

    Ich hatte diese Entscheidungsphase auch so ein bisschen durch. Hab nach meinem Uniabschluss auch überlegt mich beim Amt zu bewerben... aber nach mehrfachen Gesprächen mit Beratern habe ich es gelassen. Dazu habe ich doch zu sehr einen eigenen Kopf. Es kommt also auch viel darauf an, was für ein Typ man ist. Ich sehe es auch immer wieder bei meinem Freund. Der ist auch Beamter und verzweifelt regelmäßig am "Amtsschimmel". Die meisten Beamten sind nach einigen Jahren in ihrem Beruf überhaupt nicht mehr gewillt etwas zu verändern, zu verbessern etc. Und auch das Klischee der Faulheit bestätigt er mir oft. Wenn man da jung und motiviert ist, ist man eigentlich im Amt falsch.....

    Grundsätzlich kann ich jedem nur raten, auf sein Herz zu hören. Sonst wird man unglücklich.
     
    #2
    Chococat, 7 April 2009
  3. Beastie
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    sorry, aber das is doch echt totaler blödsinn.
    natürlich is lehrer/in was anderes, aber (verwaltungs)beamte sind keine armen unterdrückten schweine, die keine eigene meinung haben oder nicht kreativ sein dürfen. und von wegen keine eigene verantwortung *tze* - vll doch erstmal informieren...

    -------------------------------------------------
    also, ich bin dipl.-verw- wirtin und ich würde es wieder tun.
    ich wollte es damals auch nich machen, ich wollte NIEMALSNIEIMLEBENNIENICH ins büro.

    aber irgendwie war das das einzige, was mcih wollte.

    das studium war super, vorallem natürlich auch, weil du geld dafür bekommen hast :grin:
    nee aber auch so, recht und gesetz hat mich schon immer interessiert (und ich hatte nur ganz wenig bwl usw. weil die studiengänge damals noch anders waren)

    hinterher hast du einen unkündbaren arbeitsplatz, das is ja auch nich das allerschlechteste

    und du musst ja nicht hinter irgendwelchen akten verstauben.
    es gibt ja die unterschiedlichsten dinge, die man tun kann bei einer behörde.

    nichtsdestotrotz sage ich auch, du sollst das machen, was dein herz dir sagt.
    wenn du eigentlich lehrerin werden willst, dann tu es!
     
    #3
    Beastie, 7 April 2009
  4. User 4590
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    nicht angegeben
    Das ist heutzutage aber auch nicht mehr so einfach wie früher. Mit dem Verbeamten wird ziemlich geknausert bzw. liegt die Messlatte immer höher, es gibt immer mehr, die 'nur' angestellt werden; also man sollte die Verbeamtung auf alle Fälle nicht mehr wie selbstverständlich voraussetzen, wenn man überlegt, Lehrer zu werden.

    Ich glaube, du stellst dir den Lehrerberuf ein bisschen zu rosarot vor. :zwinker: Als Lehrer ist man heute zu 50% Wissensvermittler und zu 50% Sozialpädagoge, Psychologe u.ä., für letzteres wird man allerdings im Studium kaum bis gar nicht ausgebildet, was den Schulalltag nicht grade leichter macht. Wer da mit idealistischen Vorstellungen à la 'ich kann hier mit den Schülern so kreativ sein und wirklich was bewegen' ankommt, wird hart landen.

    @ TS

    Im Grunde kann ich mich den anderen nur anschließen. Sicher, Vernunftgründe wie z.B. das Finanzielle kann und sollte man nicht komplett außer Acht lassen. Aber letztendlich finde ich es immer noch am wichtigsten, dass man das tut, was man wirklich tun will, nicht das, was man tun sollte. Wenn du eigentlich schon im Inneren beschlossen hast, dass Lehramt dein Ziel ist, dann denke ich, ist die Sache klar.
     
    #4
    User 4590, 7 April 2009
  5. Schweinebacke
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    So ein geiler Job ist Lehrer realistisch betrachtet jetzt ja auch wieder nicht...
     
    #5
    Schweinebacke, 7 April 2009
  6. Beastie
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    was ich ganz vergessen hatte:

    ich mach meinen job jetz gerne, auch wenn er mit viel druck und irgendiwe auch mit leid der kunden (ALG II - allerdings bei optionskommune) verbunden ist.
    ich kann mir nich vorstellen, wo anders zu arbeiten und will es auch nicht (außer vll doch noch pathologin zu werden - aber das passiert sicherlich nciht)
     
    #6
    Beastie, 7 April 2009
  7. rainbowgirl
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    nicht angegeben
    Puh, schwierige Wahl. Ich befürchte fast, dass es keine 100%ig richtige Entscheidung für dich geben wird: Lehrer ist ein zu harter Job, als dass man dabei immer glücklich sein wird - du wirst sicher im Berufsleben öfter mal Durststrecken haben und denken:"Hätte ich doch damals das duale Studium gemacht." Wenn dein Herz aber am Job Lehrerin hängt, wirst du als Verwaltungswirtin nie wirklich glücklich werden. Generell ist ein duales Studium natürlich nicht schlecht, aber kannst du dir vorstellen, im Büro zu arbeiten? Denn zwischen Verwaltungswirtin und Lehrerin ist ja ein himmelweiter Unterschied, ich kann mir nicht vorstellen, dass man für beides geeignet sein kann (und du schreibst ja, dass du eigentlich Lehrerin werden möchtest)
    ...Ich würde aber nicht danach entscheiden, ob die Ausbildung weit weg von Zuhause stattfindet - wenn du den Job haben möchtest, musst du das einfach in Kauf nehmen. Immerhin sind das nur drei Jahre gegen den Rest deines Lebens, den du in dem Beruf arbeiten musst!
     
    #7
    rainbowgirl, 7 April 2009
  8. khaotique
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    vergeben und glücklich
    Darum geht's mir auch gar nicht. Sicher wird man weder als Vewaltungsbeamtin, noch als Lehrerin steinreich... Aber das ist auch nicht mein Ziel. Ich möchte einen Beruf finden, indem ich mit Menschen zusammenarbeiten kann, der mir Spaß macht und mich fordert, doch momentan schwingt noch etwas die Angst mit, dass ich im Büro zwischen Aktenbergen versauern könnte... Aber ich glaube, Öffentlichkeitsarbeit, Sozial-/Jugendhilfe oder auch Personalwesen könnte mir liegen.

    Ich finde es ziemlich schwer, mich zu entscheiden. Mir stehen theoretisch gesehen so viele Türen offen, ich könnte auch "auf blöd" Jura studieren - aber erstens möchte ich nicht jahrelang rumstudieren (nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern weil ich mir so bald wie möglich ein eigenes Leben aufbauen möchte) und zweitens traue ich es mir irgendwie nicht zu. Das ist glaube ich mein Hauptproblem. Hinzu kommt noch, dass ich mir unbedingt Kinder wünsche und das nicht erst mit 30. Ich weiß einfach noch nicht genau, wie ich das alles realisieren soll...

    Klar, ich wollte eigentlich immer Lehrerin werden, aber imgrunde weiß ich ja gar nicht, ob mir das liegt. Ob ich mit Kindern/Jugendlichen klarkomme, ob ich überhaupt in der Lage bin, Wissen zu vermitteln,... das sind alles so Zweifel, die mit der Zeit aufkommen.

    Die Zeit vergeht so schnell. Das macht mir schon ein wenig Angst... :geknickt:
     
    #8
    khaotique, 7 April 2009
  9. Beastie
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    du würdest doch das studium erst zum 01.08. anfangen oder?

    mach doch vorher noch ein praktikum in ner schule (wenn das geht)
     
    #9
    Beastie, 7 April 2009
  10. khaotique
    khaotique (27)
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    vergeben und glücklich
    Ich würde mit Beginn des Wintersemesters, also ab 1. Oktober anfangen (sowohl Studium an der Universität, als auch duales Studium). Im Juli mache ich 3 Wochen Praktikum an einer Grundschule, um zu sehen, ob es mir liegt, mit Kindern zu arbeiten. Um diese Praktikumsstelle habe ich mich gekümmert, noch bevor ich die Zusage für die Ausbildung bekommen habe.

    Das Problem ist nur: Ich müsste mich für oder gegen das duale Studium entscheiden, noch bevor ich die Gewissheit habe, ob mir a. das Lehrerdasein liegt und ob ich b. überhaupt einen Studienplatz bekommen würde. Letzteres hängt ja von meiner Abinote und von meiner Fächerkombination ab. Ich rechne zwar mit einem guten 2er Schnitt, aber man weiß nie, was kommt. Deshalb finde ich es umso schwieriger, mich zu entscheiden. Ich habe auch Angst, im Herbst dann mit gar nichts da zu stehen...
     
    #10
    khaotique, 7 April 2009
  11. User 4590
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    nicht angegeben
    Das heißt, du möchtest wenn dann Grundschullehramt machen, oder hast du dich auf die Schulart noch nicht endgültig festgelegt?

    Bei Grundschullehramt könnte es in Bayern bei einem guten 2er Schnitt schon passieren, dass du Pech hast, der NC lag in den letzten Jahren immer recht hoch, und es scheint auch nicht besser zu werden - Grundschullehramt ist ziemlich beliebt. Allerdings hättest du erstens die Chance, im Nachrückverfahren noch einen Platz zu ergattern (so hat es bei zwei Freundinnen von mir geklappt), und sollte auch das nicht hinhauen, könntest du dich wohl auch erstmal für Hauptschule einschreiben und dann wechseln (das wäre der Notfallplan von besagten Freundinnen gewesen).

    Insofern würde ich jetzt an deiner Stelle nicht aus Angst, mit nichts dazustehen, eine Ausbildung antreten, die eigentlich gar nicht 100%ig das ist, was du machen möchtest. Ok, du weißt noch nicht, ob dir Lehramt wirklich liegt - aber du wirst es nie erfahren, wenn du es nicht versuchst. Du hast diesen Berufswunsch seit Jahren, im Gegensatz zur Verwaltungswirtin, deshalb finde ich, du solltest das jetzt nicht so 'kampflos' aufgeben.

    Und mal ganz simpel gedacht: Sollte es mit dem Lehramt tatsächlich nichts werden, und du sehnst dich plötzlich nach der Verwaltungswirtin zurück, dann kannst du den Einstellungstest doch sicher nochmal machen, oder? Wenn sie dich einmal nehmen, dann würden sie dich bestimmt auch noch ein zweites Mal nehmen.
     
    #11
    User 4590, 7 April 2009
  12. Tinkerbellw
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    Meine Schwester wollte auch Sozialpädagogin werden, hat da aber keine Stelle bekommen und ist dann für den gehobenen Dienst genommen worden. Inzwischen geht sie in ihrer Arbeit auf und macht den Job gerne, allerdings ist ja ein großes Fragezeichen bei dir dabei und das dreht sich ja nicht nur um den Beruf sondern auch mit dem dafür notwendigen Umzug und der Trennung von Familie und Freunden.

    Aber auch Lehrerin ist für mich nicht der Traumberuf. Ich weiß wie es ist, täglich 20 Kinder um sich zu haben und ich würde niemals Grundschullehrerin sein wollen! Aber das kannst du ja bestimmt durch das praktiukm dann besser einschätzen.
     
    #12
    Tinkerbellw, 7 April 2009
  13. User 20579
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    Ich habe ein paar Freundinnen, die das gemacht haben, wofür du ein Angebot hast, und ich muss ehrlich sagen, dass ich sie beneide: Klar, das soll wohl sehr hart sein, viele fallen durch und der Druck ist hoch.

    Dafür lebt sie jetzt mit 24 in einer richtigen Wohnung mit ihrem Freund, verdient echtes Geld und ist Beamtin auf Probe. Da kann man mit dem Thema Familienplanung eben ganz anders umgehen, als ich, die jetzt im 10. Semester studiert und irgendwie kein Ende in Sicht sieht (1. Examen, Promotion, 2. Examen.... es zieht sich ewig...)

    Dafür hast du dann eben auch Stoff drin, der dröge und langweilig ist, und einfach beherrscht werden muss. Was du hinterher aus deinem Job machst, ist immer individuell. Ich finde die Fächerkombie auch interessant und auch ein Bürojob kann Spaß machen.

    Lehrer finde ich persönlich viel zu idealistisch, meins wäre das nie gewesen. Man stellt sich das immer so nett und rosarot vor mit den lieben Kindern, aber real ist es doch noch was anderes.

    Ich würde wohl an deiner Stelle eher die Ausbildung nehmen, aber letztendlich musst du es selber wissen. Ich halte das für ein sehr gutes Angebot.
     
    #13
    User 20579, 7 April 2009
  14. khaotique
    khaotique (27)
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    Nein, so wirklich hab ich mich noch nicht fest gelegt, aber ich dachte mir, es wäre ganz sinnvoll, mal bei den "Kleinsten" anzufangen, um zu sehen, ob mir dieser pädagogische Aspekt liegt. Auch was die Fächerkombination angeht, bin ich mir noch recht unsicher. Ich würde ja wahnsinnig gerne Deutsch, am besten in Kombination mit Geschichte wählen, aber da sieht's mit dem NC nicht so rosig aus. Bisher bin ich ja noch ganz optimistisch, weil ich, wenn ich meinen momentanen Kurs beibehalte und die Prüfungen im Mai nicht vollkommen versemmle, einen 2,0er Schnitt schaffe oder, wenn's super gut läuft, eventuell sogar 1,x, aber wie gesagt: Man weiß nie. Kann immer was blöd laufen.

    Ich bin ja nun aufgrund meiner Platzziffer ausgewählt worden und hab keine Garantie, ob ich beim zweiten Anlauf erneut so gut abschneide. Noch dazu kommt (das mag sich vielleicht für mein Alter etwas blöd anhören), dass ich keine Zeit verlieren will. Ich möchte meinen Eltern nicht länger auf der Tasche liegen und endlich anfangen, mein eigenes Leben zu leben und meine Zukunft zu planen. Ein abgebrochenes Studium würde nicht in diesen "Plan" passen. Ich weiß, ich sollte vielleicht nicht so verbissen in die Zukunft blicken und einfach mal was wagen, weil es meistens doch anders kommt, als man plant, aber ich bin einfach ein Mensch, der Sicherheiten braucht. Ich glaube, ich müsste mal daran arbeiten, das Ganze etwas lockerer und spontaner anzugehen, immerhin bin ich noch nicht mal 20...


    Genau das wäre wie geschaffen für mich. Ich bin ein richtiger Familienmensch und möchte eigentlich so schnell wie möglich meine eigene Familienplanung angehen (natürlich erst, wenn ich mir eine solide Grundlage mit regelmäßigem Einkommen geschaffen habe). Ich bewundere jeden, der ein so langwieriges und anspruchsvolles Studium meistert wie du, aber ich glaube nicht, dass ich das könnte. An dem Punkt kommen wieder die Selbstzweifel mit ins Spiel... seufz. Ich bin einfach kein "Karrieremensch".


    Eben das ist auch meine Angst. Ich komme gut mit Kindern zurecht, aber ich weiß nicht, ob ich eine Person bin, die auch mal durchgreifen kann und vor der Schüler Respekt haben können. Ich glaube, es kann ganz schön frustrierend sein, wenn die Schüler einem auf der Nase herumtanzen... Aber inwieweit ich damit umgehen kann, werde ich ja hoffentlich zumindest im Ansatz im Praktikum sehen.


    Heute Abend werd ich mich mit meinem Vater (leidenschaftlicher Beamter) zu einem Gespräch zusammensetzen, vielleicht hilft mir das ja weiter...

    Danke für eure Antworten!
     
    #14
    khaotique, 7 April 2009
  15. Schmusekatze05
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    Dieselbe Behörde würde sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nochmal nehmen, wenn sie jetzt ablehnt. Welche Veranlassung hätten die dazu, ihr nochmal zuzusagen, damit sie wieder abspringt? Welcher Arbeitgeber würde das tun?


    Ich bin, genau wie Beastie, Beamtin des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes. Bei mir ist es allerdings so, dass es eigentlich schon immer mein Traumberuf war. Ich würde es jederzeit wieder machen. Die Mischung beim dualen Studium zwischen Theorie und Praxis ist einfach toll, weil man nicht als totaler Depp aus dem Studium kommt, der vom wirklich Arbeitsleben keine Ahnung hat. Man hat halt schon so einiges an Praxiserfahrung und kann gut einsteigen in den Beruf.
    Das Studium hat Spaß gemacht. Die Mischung aus Recht und BWL ist eigentlich ganz okay. Mir selber war es etwas zu BWL-lastig, da meine Vorliebe eindeutig im rechtlichen Bereich liegt.

    Was Chococat über Beamte schreibt kann ich nicht bestätigen. Ich denke, wenn ihr Freund oder Leute die sie kennt so sind, dann liegt das an denen selbst und die wären in jedem anderen Beruf genauso.
    Meine Arbeit ist abwechslungsreich. Mal ist es natürlich so, dass man seine Gesetze hat, an denen man nicht vorbei kommt. Aber ich kann auf meinem Arbeitsplatz auch durchaus kreativ arbeiten und etwas bewegen. Das liegt, wie gesagt, immer an einem selbst und wie man sich für seinen Arbeitsplatz einsetzt.

    Die Vorteile liegen mit der Verbeamtung auf Lebenszeit auf der Hand. So sehr alt wirst du übrigens nicht bis dahin. Wenn du gut bist und deine Ausbildung und Probezeit gut durchläufst, dann bist du gerade mal Mitte Zwanzig, wenn du Lebenszeitbeamtin wirst. Das ist doch noch kein Alter. Da kann man dann doch locker noch Kinder bekommen.

    Mein Fazit ist, dass ich das Studium jederzeit wieder machen würde.

    ABER:
    Und jetzt kommt das große ABER... wenn du lieber Lehrerin werden möchtest, dann mach es. Nichts ist schlimmer, als wenn man zwar einen sicheren Arbeitsplatz hat, aber eigentlich todunglücklich damit ist, weil man lieber etwas anderes gelernt hätte.

    PS: Grundsätzlich finde ich sowas nicht gut, so rein menschlich, aber manchmal muss man Ausnahmen machen.
    Du könntest jetzt bei deinem Dienstherrn zusagen und dann das Praktikum als Lehrerin machen. Wenn du merkst, dass das eben doch dein Traumberuf ist, dann kannst du beim Dienstherrn wieder absagen. Wie gesagt, eigentlich finde ich sowas nicht gut, da man anderen den Ausbildungsplatz wegnimmt, aber manchmal muss man einfach an sich selber denken.
     
    #15
    Schmusekatze05, 7 April 2009
  16. khaotique
    khaotique (27)
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    Ersteinmal danke für deinen Erfahrungsbericht, Schmusekatze05!

    Das wäre geradezu perfekt für mich.


    Daran habe ich zwar auch schon gedacht, aber ich kann mich mit dem Gedanken einfach nicht anfreunden. Wenn ich etwas zusage, dann kann man vollkommen mit mir rechnen und dann einfach wieder abzusagen entspricht einfach nicht meinen Prinzipien... Aber natürlich hast du recht, das wäre für mich zur Zeit die beste Lösung, weil ich so die endgültige Entscheidung noch etwas aufschieben könnte... Naja, wie gesagt, ich werd das mal mit meinem Vater besprechen, vielleicht kann er mich bei meiner Entscheidung unterstützen.
     
    #16
    khaotique, 7 April 2009
  17. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    27 wärst du, vorher gehts nicht.

    den gleichen gedanken wie schmusekatze hatte ich auch schon... von wegen erstmal zusagen
     
    #17
    Beastie, 7 April 2009
  18. User 39498
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    Ich bin kein Fan von Verbeamtung und finde die Vorstellung grauenhaft, "auf Lebenszeit" einen einzigen Job ausführen zu müssen, bei dem auch alle Aufstiegschancen von vornherein feststehen.

    ABER das ist halt Geschmackssache - wenn dir das nix ausmacht und das in deine Lebensplanung passt, ist es prima.

    Was mir aber aufgefallen ist: Du schreibst, du hast dich deinem Vater zu Liebe für die Beamtenlaufbahn beworben. Also nicht, weil du das interessant fandest, sondern weil er das gut fände?
    Dann würde ich es nicht machen. Du solltest keinen Job lernen, um deinem Vater einen Gefallen zu tun.

    Wenn du also Lehrer werden willst, dann werde Lehrer. Wenn du eigentlich studieren willst und auch mal nach deinem eigenen Kopf arbeiten (und egal wie viel Eigenverantwortung man als Verwaltungsangestellte übernimmt, Vorschrift und Protokoll gibt's nunmal .. ), ist das meiner Meinung nach der bessere Weg. Und wenn du tatsächlich an Verwaltungswissenschaften interessiert bist, kannst du auch das studieren (auch etwas "moderner" Public Management, Public Economics, usw..)..
     
    #18
    User 39498, 7 April 2009
  19. khaotique
    khaotique (27)
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    vergeben und glücklich
    Ich habe ihm zuliebe den Einstellungstest gemacht, das stimmt. Doch nachdem ich mich genauer über die Studien- und Berfusinhalte informiert hab, habe ich erst bemerkt, dass ich mir diesen Beruf ziemlich gut vorstellen könnte. Mir geht es also nicht nur um die Sicherheit, die die Beamtenlaufbahn idealerweise mit sich bringt, sondern mir würde auch der Beruf ansich zusagen. Ob es mein "Traumberuf" ist, kann ich nicht sagen. Aber das weiß ich beim Lehrerberuf ja ebenfalls noch nicht... Deshalb ist es auch so schwer für mich, zu entscheiden. Wüsste ich klipp und klar: Das ist genau das, was ich machen will! hätte ich diese Entscheidungsschwierigkeiten gar nicht.

    Meine Eltern unterstützen mich, egal, welchen Weg ich einschlage. Natürlich wäre zumindest mein Vater erleichtert, wenn ich den "sicheren" Weg gehe, weil er ja weiß, wie meine Zukunftsplanung im Groben aussieht, aber er betont immer wieder, dass ich, egal wofür ich mich entscheide, mit seiner Unterstützung udna uch der meiner Mutter rechnen kann. Klar ist er als Beamter voreingenommen, denn für ihn ist es der absolute Traumberuf, aber deshalb würde er mich nicht hinter einen Schreibtisch zwängen, hinter dem ich unglücklich wäre.
     
    #19
    khaotique, 7 April 2009
  20. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    mensch, was habt ihr denn bloß alle für vorstellungen?

    mal abgesehen davon, dass jeder job in der verwaltung ein anderer is, kann man auch jederzeit kündigen :ratlos::eek:
     
    #20
    Beastie, 7 April 2009

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