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  • Subway
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    13 Dezember 2008
    #1

    Anglizismus - Die Diskussion

    Da im anderen Thread (Deutsche Wörter für Anglizismen) ja nicht diskutiert werden soll, machen wir hier einfach mal einen neuen.

    Gibt zwar bestimmt schon hier und da diese Diskussion... aber man kann ja nie genug diskutieren. :smile:

    Meine Meinung:
    Anglizismen sind vollkommen in Ordnung in manchen Bereichen. Was ich oft seltsam finde ist, wenn man sich für ganz normale, deutsche Wörter auf einmal ein cooleres Englisches her muss. So hab ich ja nur noch Meetings, was an den guten alten Besprechungen so schlecht war weiß ich nicht. :zwinker:

    Bei anderen Dingen find ich es ok, gerade als Informatiker seh ich wenig Sinn darin dort alles übersetzen zu wollen. Die Dinge wurden nunmal so benannt wie sie heißen.
    Auch bei Sportarten, wenn etwas "Nordic Walking" heißt, dann heißt es halt so, warum soll man es übersetzen?
     
  • BABY_TARZAN_90
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    Verliebt
    13 Dezember 2008
    #2
    Für den Anfang eine ketzerische Behauptung, die ich nur halb teile:

    Seit jeher reichte die Sprache so weit, wie sich Menschen im täglichen Umgang verständigen mussten.

    Dieser Kreis ist heute die ganze Welt. Also braucht es auch eine Weltsprache. Weil Latein zu umständlich, Altgriechisch zu schön und Esperanto zu komisch ist, kann das nur das Englische sein. Das Englische, das übrigens seinen international bekannten Wortschatz zu grossen Teilen aus den Alten Sprachen bezogen hat.

    Daneben hat jeder Mensch seine Muttersprache, an der er hängt.
     
  • MsThreepwood
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    13 Dezember 2008
    #3
    Es kommt drauf an, inwiefern Begriffe einfach durch neue englische Worte ersetzt werden (siehe Meeting statt Besprechung) oder ob diverse Dinge einfach schon immer so genannt wurden (zB Airbag).

    Viele Anglizismen werden nur verwendet, damit es "cooler" klingt, nicht damit man sich besser verständigen kann.

    Ebenso lächerlich wie erzwungene Anglizismen finde ich aber, wenn man unbedingt deutsche Worte für bestimmte Begriffe finden muss. Siehe walkman. Das Ding heißt schon seit Ewigkeiten so, warum also Eindeutschen.

    Ergo: Anglizismen sind dann sinnvoll, wenn sie nicht nur dazu dienen, etwas anzupreisen und interessanter klingen zu lassen.
     
  • squarepusher
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    13 Dezember 2008
    #4
    die meeting-besprechung-sache ist mehr als nur neusprech. ein meeting ist viel "mehr" als nur eine besprechung im sinne des wortes, genauso wie die arbeit und ihre tätigkeiten vielfältig sind. für das wort "meeting" war schon lange vorher ein vakuum da, das weder durch das nicht gut passende "besprechung", noch durch das sperrige "arbeitstreffen" noch durch das allgemeine "treffen" gefüllt werden konnte.

    anglizismen sind vielleicht auch deswegen en vogue, weil man, wenn man merkt, dass man eigentlich nicht genau weiß, was die genaue abzirkelung dessen ist, was man gerade benennen will, lieber ein fremdsprachliches wort hat, das nicht schon eine geprägte bedeutung hat.

    meeting ist mehr als besprechung, auch mehr als ein "arbeitstreffen", genauso wie ein check-in weniger ist als eine abfertigung. (wär einer eine art "anmeldung")

    meeting ist die geschäftige seite von "termin".
     
  • Lenny84
    Gast
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    14 Dezember 2008
    #5
    Womit wir bei einer geschäftlichen Besprechung wären, wobei ich das nicht so genau definieren würde. Ein "Meeting" lässt ebenso wie eine "Besprechung" mehrere Arten des Verlaufs/Inhalts zu.
     
  • squarepusher
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    14 Dezember 2008
    #6
    eben nicht. man bespricht sich ja nicht nur an diesen terminen, man arbeitet auch was gemeinsam zb..
     
  • JackyllW
    JackyllW (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    14 Dezember 2008
    #7
    wörtlich ist meeting doch gar nichts anderes als ein treffen. gemacht wird dort so weit ich weiß auch nichts anderes als zu jedem geschäftstermin - abstimmungen, diskussionen, delegationen etc.
    was wird heute gemacht? dasselbe, nur dass es z.T alles eine englische bedeutung bekommt um weniger langweilig zu sein....
    ich halte von anglizismen nichts, dadurch verlieren wir, gerade die junge generation, den bezug zu unserer muttersprache. anglizismen klingen vielleicht toller, weil nicht-deutsch, aber letztenendes handelt es sich nur um ein englisches synonym für unsere deutschen wörter. klar, in der informatik gibt es traditionell viele englische begriffe, und auch in der wirtschaft - aber kann man das nicht auf ein minimum reduzieren? ich möchte nicht aus marketingtechnischen gründen kein ordentliches deutsch mehr sprechen. in keinem anderen land gibt es so viele sinnfrei eingeführten anglizismen, in fast jedem anderen land gibt es eine institution, die sich um den erhalt der muttersprache kümmert und demnach auch dafür verantwortlich ist, dass es für jedes neu eingeführte englische wort ein muttersprachliches äquivalent gibt. beispielsweise in frankreich darf nur dann ein anglizismus eingeführt werden, wenn es ein passendes französisches wort gibt - der walkman zum beispiel. hier in deutschland einfach blind eingeführt, heißt im französischen baladeur. ob die übersetzung gelungen ist, ist eine andere sache - aber hier in deutschland macht man sich ja noch nichtmal die mühe....aber wir kopieren ja eh blind und unüberlegt alles was irgendwie aus den USA kommt.
     
  • Lenny84
    Gast
    0
    14 Dezember 2008
    #8
    Schön, dass du meinen Satz bis zum Ende gelesen hast, aber diese Korinthenkackerei über die Semantik eines Wortes führt doch zu nix. :ratlos:
     
  • happy&sad
    happy&sad (35)
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    14 Dezember 2008
    #9
    Sprache war schon immer ein Gebrauchswerkzeug und wie jedes andere Werkzeug wird es den Bedürfnissen derjenigen, die es verwenden, angepasst.
    Einem Wort kann zwar der Einzug in einer anderen Sprache offiziell verwehrt bleiben (dann darf man es z.B. nicht in offiziellen Schriftstücken verwenden), aber man kann nicht verhindern, dass es Personen in ihrem alltäglichen Leben gebrauchen. Das bedeutet nicht, dass jedes mögliche Wort auch im alltäglichen Leben gebraucht wird, aber auch, wenn das Wort Computer nicht inzwischen offiziell anerkannt werden würde, würden die Menschen trotzdem davon Gebrauch machen wenn sie denn möchten.
    In Deutschland wird ein Wort dann in die Wörterbücher aufgenommen, wenn es zu einem gewissen Prozentsatz gebraucht wird (soweit ich weiss an den Printmedien gemessen) unabhängig, ob es ein deutsches Äquivalent dazu gibt. Das finde ich auch vernünftig. Gerade weil die Sprache ein Gebrauchsgegenstand ist. Was nutzt es einem, wenn offizielle Sprache und Alltagssprache sich immer weiter voneinander entfremden? Amtsdeutsch versteht doch jetzt schon kaum jemand wirklich, wenn er sich damit nicht beschäftigt.
    Die Grenze, die zum Einzug eines Wortes in die Wörterbücher gezogen wurde ist natürlich willkürlich. Aber irgendwo muss sie gezogen werden. Sonst hätten wir bald 'normale' Wörterbücher voller Ausdrücke der Jugendsprache (siehe andere Threads ;-)) die nicht mal Jugendliche verstehen.
    Anglizismen stehe ich offen gegenüber solange sie 'sinnvoll' sind. Was genau sinnvoll bedeutet ist schwierig zu klären. Die deutsche Sprache ist ja nicht nur durch Englisch beeinflusst, sondern auch durch andere Sprachen. Das Englische stört einige deswegen, weil es die aktuelle Wandlung ist. Die historischen Wandlungen sind uns dabei egal, wir kennen es ja nicht anders, sträuben uns aber gegen weitere Veränderungen.
    Sinnvoll ist daher für mich das, was im Alltagsgebrauch bestand hat, denn das ist es ja, wozu die Sprache da ist.
     
  • Tinkerbellw
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    nicht angegeben
    14 Dezember 2008
    #10
    Wichtig um wirklich in die Alltagssprache Eingang zu finden ist, dass die neuen Wörter einfach sind und einen Sachverhalt schnelle erklären als deustch Wörter, sonst verschwinden sie auf lange Sicht von selber wider.
    Übertrieben finde ich die verwendung von englischen Wörtern bei besonderen Funktionen von Elektrogeräten. Statt real view könnten die mir auch sagen das mein Navi die Autobahnschilder orginalgetreu anzeigt!
    Und so seh ich das auch bei Handys, Computern, Mp3 SPIELERN! etc.
     
  • Neonlight
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    14 Dezember 2008
    #11
    Ich finde Anglizismen gut.. Jedenfalls die meisten.. Auf deutsch klingt vieles einfach beschissen oder es werden daraus ellenlange Wörter mit 5 Bindestrichen dazwischen.

    Wenn man die Anglizismen braucht ist gleich klar worums geht. Die deutschen Alternativen klingen einfach nur öde und ziehen auch einfach nicht so..
     
  • MrShelby
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    14 Dezember 2008
    #12
    Einige Anglizismen sind komplett überflüssig, und werden wohl eher von Leuten gebraucht, die pseudo-international sein wollen, aber eigentlich nicht sonderlich viel über die englisch Sprache wissen. Gerne wird dann aus der Familie die "family" und der Kollege wird zum "buddy".

    Gerade das stimmt so nicht. Bzw. stimmt es nur, da man mit zweierlei Maß misst. Nehmen wir erneut "airbag" und "Prallkissen". Das Wort airbag ist schon lange im Umlauf und viele von uns haben es schon 1000 mal gehört. Im Vergleich zum bekannten airbag klingt Prallkissen jetzt künstlich und ungewohnt. Würde es aber auch so klingen, wenn die Industrie sofort den deutschen Begriff gewählt hätte, und wir ihn 1000 mal gehört hätten? Wohl kaum.

    Ich würde sehr bezweifeln, dass englische Begriffe in vielen Fällen deshalb genommen werden, weil sie besser klingen oder inhaltlich präziser sind: Man hört einfach so genau nicht hin.
    Nehmen wir Musik als Beispiel: Volksmusik und Schlager sind oftmals verpönt, weil ihre Texte ja so lächerlich sein sollen. Interessanterweise sind die Texte (aktueller) englischsprachiger Lieder auch oft nicht besser. Um Herz-Schmerz geht es auch dort oft genug. Nur: Es hört keiner auf den Text...solange die Melodie gut ist, ist das Lied in Ordnung. Was da genau besungen wird, dürften nur weniger der Käufer wissen.

    Dies ist einfach der Vorteil englischer Begriffe: Das Sprachgefühl und auch den Sinn für feine Unterschiede bringen wir der deutschen Sprache entgegen...ebenso wie (harsche) Kritik, wenn etwas Blöd klingt. Da englische Begriffe nie an diesen Maßstäben gemessen werden, sondern leicht "durchgehen", klingen sie plötzlich ganz passabel und werden so wie sie sind hingenommen...also nicht weil sie so "gut", sondern fast frei von Kritik(fähigen Hörern) sind.
     
  • Lenny84
    Gast
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    14 Dezember 2008
    #13
    Gerade in der deutschen Sprache lassen sich Satzteile so beliebig kombinieren, man kann so einfach mit Sprache spielen. Das merkt man vielleicht erst, wenn man viel schreiben muss. Es macht einfach Spaß sich in der deutschen Sprache auszutoben und das geht ganz gut ohne Denglisch oder Anglizismen.
     
  • wellenreiten
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    14 Dezember 2008
    #14
    es gibt nichts lächerlicheres als einen deutschen satz, in dem neu-eingeführte anglizismen eingebaut sind. nach dem motto "hey, ich bin ja sooo trendy, ich kenne auch was auf englisch". ganz traurig wird es dann, wenn die person zusätzlich noch probleme mit ihrer eigenen muttersprache hat.
     
  • spätzünder
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    14 Dezember 2008
    #15
    Ich sehe Sprachen lediglich als Teil einer gemeinsamen Weltsprache an in dem Sinne, dass jede Sprache irgendwie Einflüsse von anderen Sprachen hat und auch dort ihren Ursprung findet. Von daher jucken mich Anglizismen relativ wenig. Was nicht heisst, dass man nicht auch mal deutsch wieder benutzt oder französisch, türkisch, japanisch etc.. Ich mag diesen Sprachpuritanismus und -nationalismus überhaupt nicht. Es jammert heute auch keiner mehr, dass es kein altdeutsch, kein lateinisch oder altgriechisch mehr gibt. Von daher befürworte ich auch jeden Sprachwandel hin zu einer Weltsprache, mit der sich alle Menschen untereinander verständigen können. Daher lerne ich ja auch Esperanto. :grin: Ich würde es durchaus befürworten, wenn die "Sprachpanscherei" zunähme. Warum krampfhaft an einem illusionären Sprachnationalismus festhalten, den es sowieso noch nie gegeben hat?

    @tarzan

    Esperanto ist nicht komisch, nur gewöhnungsbedürftig. :zwinker:
     
  • MrShelby
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    14 Dezember 2008
    #16
    Ich glaube, dass du es dir zu einfach machst. Es geht ja nicht nur um einen Gegensatz zwischen "Traditionalisten" und "kreativen Sprachpanschern", die mit Sprachen spielen, sie verbinden oder ähnliches. Man sollte ja nicht vergessen, dass vieles keineswegs von den Leuten selber kommt, sondern ihnen in einer Endlosschleife aufgedrückt wird (Fernsehen, Werbung etc.). Wie will ja nicht wissen, wie oft im Fernsehen schon vom voten (nicht mehr zum abstimmen) aufgerufen wurden und Leute in das recall (nicht mehr in die 2. Runde) gekommen sind. Wer sowas übernimmt, ist nicht kreativ, sondern plappert nach, was ihm bei RTL und Pro7 vorgesetzt wird.

    Du magst keinen sog. "Sprachnationalismus", ich mag halt keine Mitläufer.
     
  • spätzünder
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    14 Dezember 2008
    #17
    Tja, niemand ist gezwungen, Anglizismen zu übernehmen. Und wenn TV-Glotzer Anglizismen übernehmen, weil sie nichts anderes kennen, finde ich das eher traurig, da doch auch Sprache etwas sein sollte, womit man sich bewusst auseinandersetzen sollte.
     
  • BABY_TARZAN_90
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    14 Dezember 2008
    #18
    ...und Latein ist auch nicht schwierig :engel: (Ich wollte bloss das Englische als Welt-Verständigungsmittel rechtfertigen)

    Es wirkt allerdings heute komisch, wenn eine Sprache für die weibliche Form eine Art Diminutiv der männlichen Form verwendet:

    knabo = Knabe
    knabino = Mädchen

    Damit möchte ich das Verdienst des Esperanto-Erfinders nicht herabmindern. Aber auch wenn Esperanto - jedenfalls für einen Deutschsprachigen, der eine Ahnung von den romanischen Sprachen hat! - leicht zu verstehen ist, so ist es doch schwer zu erlernen. In der gleichen Zeit lernt man auch die Grundbegriffe des Englischen.

    Zum Thema: Englisch hat eine Aussprache, die sich teilweise ganz schön von der Schreibweise entfernt hat. Deshalb kann mit englischen Vokabeln so schön zeigen, dass man dazu gehört...
     
  • spätzünder
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    14 Dezember 2008
    #19
    Also ich finde, man lernt Esperanto wesentlich schneller als Englisch. Die Grammatik im Eo kannst du an einer Hand abzählen. Und Eo ist eben logisch aufgebaut, weil Plansprache. Im Englischen hingegen gibt es Ausnahmen und noch mehr Ausnahmen.

    Das mit dem Weiblichen ist mir auch aufgefallen. Deswegen bin ich ja auch dafür, dass sich im Eo das Präfix vir- stärker als männliche Form durchsetzt. Bei den meisten Worten im Eo ist die Grundform aber auch geschlechtslos, z.B. bovo (Rind), virbovo (männliches Rind), bovino (weibliches Rind).
     
  • Trogdor
    Trogdor (41)
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    14 Dezember 2008
    #20
    Sehe ich genauso. Sprache ist kein Selbstzweck sondern ein Werkzeug zur Kommunikation zwischen Menschen. Sprache entwickelt sich von alleine um dem jeweiligen Zweck möglichst gut gerecht zu werden. Die Tatsache, dass wir ein Pseudo-Englisches Wort wie "Handy" haben, liegt doch einfach daran, dass es kein vernünftiges deutsches Wort für die neue Technologie gab, bzw. Ausdrücke wie Mobiltelefon viel zu lang waren. "Handy" ist einfach ein prima Wort und hat sich deshalb durchgesetzt.
     

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