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Angst im Alltag

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Silverbell, 1 August 2008.

  1. Silverbell
    Silverbell (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo zusammen,

    ich bin völlig ratlos. Jetzt hab ich endlich eine super Gelegenheit mein Studium mit einer tollen Diplomarbeit abzuschließen, habe nach langer Zeit endlich wieder einen geregelten Tagesablauf und eine Aufgabe, fühle mich endlich wieder nützlich und habe eine Perspektive... und trotzdem habe ich das Gefühl, daß es psychisch mit mir bergab geht.

    Wann es angefangen hat weiß ich nicht mehr so genau. Ich hatte nie besonders viel Selbstbewußtsein, bin aber mit meinem Leben klargekommen. Das änderte sich schlagartig als meine Eltern sich getrennt haben. Es war keine schöne Trennung und die ganze Sache hat mich ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich bin von zu Hause ausgezogen, weil wir das Haus, wo wir gewohnt hatten, verkaufen mußten, und ich hatte mich eigentlich sehr gefreut endlich eine kleine Wohnung zu haben, in der ich eigenständig leben kann. Aber irgendwas hat mich ausgebremst. Letztes Jahr hatte ich eine lange Durststrecke, auf der ich mich zu nichts motivieren konnte, sinnlos Zeit vergeudet habe, mein Studium habe schleifen lassen und kaum noch rausgegangen bin. Keine Ahnung woher das kam, ich war vorher immer recht zielstrebig gewesen. Gerade deshalb hat es mir Angst gemacht, daß ich plötzlich nichts mehr auf die Reihe bekommen habe.

    Im Herbst habe ich mich dann endlich aufraffen können mich um mein Studium zu kümmern und jetzt habe ich es endlich geschafft einen Diplomandenvertrag bei einer Firma in meiner Nähe zu finden, mit einem super interessanten Thema, an dem ich gerne arbeite.

    Klingt ja alles super, aber das Problem liegt woanders. Ich bin mittlerweile so dermaßen eingeschüchtert und verkrampft, daß ich Angst habe, mir damit alles zu verbauen. Ich weiß nicht woher das kommt, aber ich fühle mich permanent beobachtet. Bei allem was ich tue oder sage achte ich peinlich genau darauf nichts falsch zu machen. Es ist mir unheimlich wichtig bei allem und jedem einen guten Eindruck zu hinterlassen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, daß ich mich unnatürlich verhalte, alle Leute mich komisch finden und nicht wissen, wie sie mit mir umgehen sollen und ich mich mit allem was ich sage und tue nur blamiere. Es ist total lächerlich, das ist mir völlig bewußt. Aber ich kann es nicht abstellen. Ich achte auf jede kleine Bewegung, die ich mache, jeden Satz, den ich sage, jedes noch so banale Detail. Da wo viele Menschen sind fühle ich mich unwohl, möchte weg, sage mir in Gedanken: bleib ruhig, du bist hier eine unter vielen, dich beachtet doch keiner. So wichtig bist du nicht, daß alle Welt sich dafür interessiert wie du dich verhälst...

    Es nützt einfach nichts. Ist das nicht verrückt? Angst unter Menschen zu haben? Das ist total schwachsinnig und es macht mich fertig. Ich fühle mich fehl am Platz, habe das Gefühl 100%ig funktionieren zu müssen, ständig kompetent, sympathisch, freundlich und natürlich sein zu müssen und gleichzeitig habe ich den Eindruck immer unnatürlicher und verkrampfter zu wirken. Wenn jemand mir gegenüber distanziert auftritt, dann glaube ich, daß es an mir liegt und frage mich was ich falsch mache. Ich weiß nie wie ich mich verhalten soll, fühle mich irgendwie wie ein Elefant im Porzellanladen, versuche krampfhaft witzig und gesprächig zu sein und schweige doch die meiste Zeit, weil mir nichts einfällt, was ich sagen könnte. Ich kann keinen Small Talk, mir fällt einfach nichts ein. Ich bin nervös und innerlich aufgewühlt und fühle mich erst richtig wohl, wenn ich meine Haustür hinter mir geschlossen habe, oder bei meinem Freund bin.
    Konfrontationen gehe ich aus dem Weg. Ich ziehe lieber den Kürzeren als mich zu streiten und ärgere mich hinterher über mich selbst. Ich habe regelrecht Angst vor Streit. Wenn jemand in meiner Nähe laut wird, dann zucke ich zusammen und suche das Weite.

    Dabei gibt es für all das keinen Grund. Besonders bei der Arbeit nicht. Ich habe so nette Kollegen, die sich wirklich gut um mich kümmern und mich in der Firma nicht alleine lassen. Ich kann zu jedem hingehen und Fragen stellen. Die ganze Arbeitsatmosphäre ist toll und ich fühle mich eigentlich total wohl da. Aber ich schaffe es nicht diese Versagensangst abzulegen. Wenn ich Fragen habe, dann habe ich das Gefühl meine Kollegen von der Arbeit abzuhalten, zu nerven, mich zu blamieren, dumme Fragen zu stellen. Die Angst fachlich nicht mithalten zu können.

    Und in der Mittagspause, wenn wir einfach nur entspannt essen gehen könnten, gehts weiter: "Finden die mich nett? Ich komme doch bestimmt total unsicher und inkompetent rüber. Oder wirke ich arrogant? Jetzt sag endlich was intelligentes! Mir fällt nichts ein. Oh nein, das hätte ich jetzt besser nicht sagen sollen, oder anders formulieren. Wer weiß was der jetzt über mich denkt..."
    Es ist ein Teufelskreis. Vom Kopf her weiß ich, daß ich mich da unheimlich hineinsteigere und das alles Blödsinn ist, aber ich weiß nicht was ich dagegen tun kann. Ich spüre einfach eine innere Beklemmung, möchte am liebsten unsichtbar sein und nicht auffallen und aus diesen unangenehmen Situationen so schnell wie möglich verschwinden. Mich nicht mehr beobachtet fühlen.

    Komischweise habe ich keine Probleme jemanden auf der Straße nach dem Weg oder der Uhrzeit zu fragen. Diese klassischen Selbstbewußtseinsübungen habe ich schon durch. Ich mache es dann einfach, weil ich es mir vorgenommen habe und es "muß". Aber es hilft nichts.

    Es ist zum verzweifeln. :kopfschue Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht was ich mir hier von euch an Antworten erhoffe. Ich würd nur unheimlich gerne wieder ganz normal und ohne innere Unruhe im Alltag zurecht kommen können. Früher hat das doch auch funktioniert. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich.
     
    #1
    Silverbell, 1 August 2008
  2. diemaus2006
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    Erstmal Hallo :winkwink:


    Du bist nicht alleine auf der Welt damit , du hast mir total aus der Seele gesprochen.
    Das gleiche denke ich von mir auch , ich bin sehr unsicher in meinen Leben , mache ich das richtig, wie finden mich andere, ect.
    das alles fühle ich auch ,...
    bei mir ist das Problem das ich letztens noch eine total tolle Arbeit hatte ich habe mich wohlgefühlt alles drum und dran war super , Kollegen waren super nett aber leider habe ich in diesen Fall gekündigt.

    Ich bin jetzt in einer Therapie bzw ich war erst in einer Sitzung
    will unbedingt das alles ändern ich will mich nicht mehr beobachtet fühlen, will einfach das unwohlsein aus dem weg gehen,....


    Ich selbst fühle mich auf der Strasse nicht wohl. da frage ich mich auch , gucken mich andere leute an ?! wie verhalte ich mich , mache ich alles Richtig usw.
    Und da bin ich wirklich froh endlich zu hause zu sein wo ich so sein kann wie ich bin,...


    Darum mach ich nun auch eine Therapie. Um rauszufinden warum ich das alles habe.




    lg Ramona
     
    #2
    diemaus2006, 1 August 2008
  3. it's me
    it's me (34)
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    Hallo,
    so gerne ich Dir etwas (anderes) schreiben würde, aber Du solltest meiner Meinung nach lieber fachmännische Hilfe suchen als auf Antworten hier im Forum zu bauen.

    Wie Dir geht es einigen Menschen, deshalb ist Dein Problem nicht weiter schlimm... solange Du Dir dazu wirkliche Hilfe suchst!
    Das Schwierige an Deinem Problem ist, dass man es sich erstmal selbst eingestehen muss, damit hast Du ja bereits den größten Schritt gemacht. Rede als nächstes Mal mit einem Fachmann, auch wenn es Anfangs Überwindung kostet.
     
    #3
    it's me, 1 August 2008
  4. Dandelion
    Gast
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    du solltest nicht nur das schlechte an deiner einstellung sehen. ich habe die gleiche. fühle mich immer beobachtet und überlege, was die leute von mir denken.
    das geht nun schon seit jahren so. aber ich habe mit der zeit gelernt mich über kleinigkeiten zu freuen. wenn ich nett zu leuten bin und sie es erwidern, wenn ich einen witz mache und sie lachen, wenn ich denke etwas richtiges gesagt zu haben und bestätigung bekomme.
    du scheinst viel zu beobachten. beobachte nicht nur das schlechte. beobachte das gute.
    die einstellung bedeutet nicht nur, dass du zu wenig selbstbewusstsein hast, sondern auch, dass dir viel an den anderen menschen liegt. und das ist ja nichts schlechtes, oder ? :smile:
     
    #4
    Dandelion, 2 August 2008
  5. Tinkerbellw
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Wie lange geht es dir denn schon so mit deinen Druckgefühlen ?
    Hatte das NAfang des Jahres als ich eine neue Stelle angfagen habe! Aber es ging anch einger ZEit etwas vorbei und wurde wieder besser! würde dir aber trotzdem mal einen Psychtehrapeuten empfehlen!
     
    #5
    Tinkerbellw, 2 August 2008
  6. Silverbell
    Silverbell (33)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Hallo,

    vielen Dank schonmal für eure Antworten.

    @ diemaus2006: es tut gut zu sehen, daß ich mit diesem Problem nicht alleine dastehe. das ist ja nun kein Thema, über das man sich mal eben so im Freundeskreis austauscht. :smile: wie gehst du denn im Alltag mit deinen Ängsten um? Hast du irgendwelche Strategien entwickelt, wie du dich in bestimmten Situationen sicherer fühlst? Oder denkst du an irgendwas bestimmtes, um dich abzulenken?

    @ it's me: Ich habe bereits den Schritt in die richtige Richtung gemacht und mich professionell beraten lassen. Es hat zwar ein bißchen gedauert bis ich mich getraut habe, weil es ja doch Überwindung kostet, aber ich bin der Meinung, daß Probleme dazu da sind um behoben zu werden. Und warum sollte man sich nicht helfen lassen, wenn man selbst mit etwas nicht zurechtkommt? Hier im Forum erhoffe ich mir eher von Gleichgesinnten zu hören. Gibt es Leute, die das selbe Problem haben? Wie gehen diese Leute damit um? Was könnte ich für mich als Tipp mitnehmen? Wie kann ich möglichst kurzfristig etwas gegen dieses Problem tun? Eine Therapie dauert ja eine gewisse Zeit.

    @dandelion:

    so hab ich das noch gar nicht gesehen. aber du hast recht. ich möchte wirklich am liebsten mit allen gut auskommen und das mit dem Beobachten stimmt auch. mir fallen unheimlich viele Kleinigkeiten an anderen Menschen auf. nur wie schafft man es seine Einstellung vom Negativen ins Positive zu wandeln? Wie überzeugt man seinen Kopf davon, daß man nicht überall Konfrontation und Konflikte zu befürchten braucht? Wie hast du gelernt dich über Kleinigkeiten zu freuen bzw mit dem Problem überhaupt umzugehen?

    @Tinkerbellw: ich weiß ehrlichgesagt nicht genau wie lange das schon geht, es hat sich irgendwie eingeschlichen. aber wirklich bewußt geworden ist es mir ca. vor einem Jahr und seitdem läßt es mich nicht mehr los, weil ich das Gefühl habe, daß es immer schlimmer wird. Klar, wenn man einmal etwas bemerkt hat, dann achtet man in Zukunft besonders darauf und dadurch erscheint es immer schlimmer. Es ist echt ärgerlich zu wissen, daß man sich in etwas reinsteigert und trotzdem immer wieder darauf reinzufallen.

    Ich sage mir ja ständig: ist doch egal was die anderen von dir denken. Sei einfach wie du bist ohne Rücksicht darauf, ob andere das gut finden. Aber es ist eben nicht egal :frown:
     
    #6
    Silverbell, 3 August 2008
  7. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Könnte folgendes auf dich Zutreffen ?


    Soziale Phobie

    Die Soziale Phobie ist die dauerhafte Angst vor sozialen Begegnungen mit anderen Menschen und vor allem vor der Bewertung durch andere.


    Erscheinungsformen

    Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können. Sie fürchten, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt. Begleitet wird die Angst oft durch körperliche Symptome wie Erröten (Erythrophobie), Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Verkrampfung, Sprechhemmung, Schwindelgefühle, Kopf- und Magenschmerzen, Durchfall oder Panikgefühle.

    Um all dies zu vermeiden, gehen Menschen mit sozialen Ängsten Situationen, in denen sie der Bewertung durch andere ausgesetzt sind, oft von vornherein aus dem Weg, was ein berufliches und privates Weiterkommen sehr erschweren und mitunter zu vollkommener sozialer Isolation führen kann. Diese Störung kann über einen langen Zeitraum anhalten, und viele Betroffene erkranken noch zusätzlich an einer Depression oder werden abhängig von Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen/Medikamenten, die hilfreich sind, die Symptome zu überdecken oder zu verdrängen.

    Experten differenzieren vier Formen sozialer Ängste:

    * Leistungsangst
    * Kontaktangst
    * Behauptungsangst
    * Beobachtungsangst

    Nach Schätzungen leiden zwischen 2 und 8 Prozent der Bevölkerung unter sozialen Ängsten, nach neueren Untersuchung sollen sogar 10 % der Deutschen davon betroffen sein. Exakte Angaben sind jedoch schwer zu treffen, da sich soziale Phobien in ihrer Ausprägung sehr stark unterscheiden können und insbesondere der Übergang von Schüchternheit zur sozialen Phobie schwer zu bestimmen ist. Soziale Angst darf zudem nicht mit sozialen Defiziten verwechselt werden, obwohl die soziale Phobie aus sozialen Defiziten entstehen kann (oder auch erst zu diesen führen kann). Soziale Ängste oder Phobien können psychisch stabile wie instabile, gut wie schlecht aussehende, extra- wie introvertierte Menschen treffen. In Behandlung befinden sich etwa gleich viele Männer wie Frauen, allerdings könnten in der Realität mehr Männer betroffen sein, was mitunter mit einem für die männliche Geschlechtsrolle spezifischen, stärkeren Druck, selbstsicher zu wirken, erklärt wird.

    Eng umschriebene Sozialphobien, zum Beispiel nur Furcht vor öffentlichem Sprechen und Essen, sind eher selten. Am häufigsten ist die allgemeine Sozialphobie vor den meisten Aktivitäten im zwischenmenschlichen Bereich wie an Partys oder Familienfesten teilzunehmen, anderen zu schreiben, neue Kontakte zu knüpfen (insbesondere zu den begehrten Geschlechtern) oder eine Unterhaltung mit dem Chef, den Kollegen und selbst mit Nahestehenden zu führen.


    Behandlung

    In einer Psychotherapie, insbesondere mit Hilfe der Kognitiven Verhaltenstherapie können Betroffene lernen, ihre negativen Bewertungen zu überprüfen und durch angemessene Bewertungen zu ersetzen. Gleichzeitig lernen sie, ein Risiko einzugehen und mögliche Fehler und Ablehnung zu ertragen. Sie lernen, ihren Perfektionsanspruch aufzugeben, sich zu akzeptieren und sich unabhängiger von der Meinung anderer zu machen. Unterstützend zu einer Therapie gelten körperliche Aktivität sowie Entspannungsübungen (bspw. Progressive Muskelentspannung) als angstlindernd. Die Wirksamkeit wurde sowohl in Kombination, als auch ohne medikamentöse Therapie, nachgewiesen. Bei tatsächlich mangelnder sozialer Kompetenz kann auch ein Soziales Kompetenztraining durchgeführt werden.

    Es gibt in Deutschland inzwischen eine Reihe von Selbsthilfegruppen, die sich des Problems der sozialen Phobie angenommen haben.
     
    #7
    xoxo, 3 August 2008
  8. it's me
    it's me (34)
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    Hallo Silverbell,

    dann gratuliere ich Dir zu Deinem Mut. Es ist wirklich nicht leicht zu einer professionellen Hilfe zu gehen, deshalb große Bewunderung von meiner Seite aus.

    Da ich nicht wusste, dass Du das bereits machst, habe ich Dir jedoch lieber dazu (als zum Forum) geraten, wie gesagt: Die meisten Menschen machen es leider lieber umgekehrt.

    Ich weiß nicht, ob es für Dich ein großer Trost ist, aber wenn Du die Leute in Deiner Umgebung beobachtest, achtest Du da eher auf deren Stärken oder deren Schwächen? Denkst Du eher "das könnt ich nie" oder "das kann ich auch"? Wie wichtig ist Dir die Meinung von anderen? Die ganzen Welt kann/wird Dich nie lieben... zum Glück.
    Ich denke, es fängt mit solchen Kleinigkeiten an. Stolz auf Dinge zu entwickeln, die man selbst schafft, die man selbst kann. Und wenn es nur kleine, vielleicht alltägliche Sachen sind.
     
    #8
    it's me, 3 August 2008
  9. User 37284
    User 37284 (31)
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    Hallo!
    Ich dachte auch sofort an eine soziale Phobie! Es gibt immer Situationen, in denen man sich selbst oder andere beobachtet aber wenn man sich in der Gesellschaft immer unwohl fühlt, sich immer selbst beobachtet und überlegt, wie man auf andere wirkt, Angst bekommt, dann sind das erste Anzeichen einer Sozialphobie.

    Ist es denn eigentlich so, dass dich das alles so langsam in die Isolation bringt, sprich du gehst nur noch selten und ungerne aus dem Haus?

    Das du dir in Form von Beratung schonmal Hilfe geholt hast, finde ich klasse. Nicht viele Menschen haben den Mut dazu, du solltest, wenn das alles nicht besser wird, wirklich eine Therapie machen. Das ist auch nichts aufwendiges, Angststörungen sind sehr gut zu bewältigen! Habe selbst mit einer zu kämpfen gehabt (allerdings eine andere als du) und das etwas in den Griff bekommen, man braucht nur Mut dazu :smile:
     
    #9
    User 37284, 3 August 2008
  10. diemaus2006
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    Also ich denke einfach an was anderes, z.b das ich gleich wieder schnell zu Hause bin,.... sozusagen im sicheren
     
    #10
    diemaus2006, 3 August 2008
  11. Silverbell
    Silverbell (33)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    @xoxo: ich vermute es wird in die Richtung gehen, denn in dem Text finde ich mich gut wieder.

    @ it's me: ich weiß ehrlich gesagt gar nicht ob ich bei meinen Beobachtungen direkt in Stärken und Schwächen unterteile oder einfach nur "Dinge bemerke", da muß ich mal drauf achten. Was ich aber sagen kann, ist, daß mir Schwächen an anderen Menschen eher sympathisch sind. Klingt doof, aber wenn ich merke, der andere hat Schwächen oder kann etwas nicht sehr gut, dann beruhigt mich das, weil es mir zeigt, daß andere Menschen auch nicht perfekt sind. Wenn jemand etwas besonders gut kann, dann ist das eher abschreckend für mich und ich bin durchaus neidisch, aber nicht im bösen Sinn sondern eher gegen mich gerichtet. Also daß ich mich selbst dadurch runterziehe, weil ich das auch gerne könnte und mir dann bewußt wird, daß ich es nicht kann. In solchen Situationen denke ich tatsächlich "das kann ich nie".
    Meine beste Freundin zum Beispiel ist unheimlich gesellig und kann sich sehr gut mit fremden Menschen unterhalten. Ich bewundere, wie strahlend und interessiert sie auf andere Menschen zugeht und diese kennenlernt. Und ihr fallen auch immer passende Themen ein, so daß sich daraus wirklich nette Gespräche entwickeln. Da ich sie schon lange kenne, weiß ich, daß sie auf der anderen Seite überhaupt nicht selbstbewußt ist und so einige Komplexe hat. Aber das würde ein Außenstehender niemals merken.

    Die Meinung anderer ist mir komischerweise sehr wichtig. Ich weiß auch nicht warum, aber der Gedanke, daß jemand mich nicht leiden kann, gefällt mir überhaupt nicht. Ich möchte immer ein gutes Bild von mir zeigen und einen positiven Eindruck hinterlassen. Es ist auch so, daß ich mich mit meiner Meinung oft zurückhalte, wenn ich merke, daß mein Gegenüber anderer Meinung ist und wenn nicht explizit nach meiner Meinung gefragt wird. Das ist seltsam, irgendwie habe ich die Befürchtung mein Gegenüber mit einem "nein" zu verärgern, obwohl mir bewußt ist, daß man sich nicht immer einig sein kann.

    Und was mir gerade noch einfällt: ich brauche ziemlich viel Feedback für das was ich tue. Das ist auch eine Sache die ich mir abgewöhnen muß. Wenn ich etwas mache und darauf keine Reaktion bekomme, dann macht mich das unsicher und ich frage mich direkt ob ich etwas falsch gemacht habe. Ich meine damit kein überschwängliches Lob, damit kann ich auch nicht umgehen. Aber einfach das Gefühl vermittelt bekommen, daß man etwas richtig gemacht hat. Leider ist es ja meistens so, daß man sehr schnell etwas gesagt bekommt, wenn man Fehler macht und daß alles in Ordnung ist, solange man nichts hört.

    Das mit dem Stolz ist so eine Sache. Ich habe ein Hobby auf das ich insgeheim sehr stolz bin, weil ich da schon relativ viel erreicht habe und auch von außen die Bestätigung bekomme, daß ich das gut kann. Im Klartext: ich mache viel Musik. Aber das läßt sich auf den Alltag nicht wirklich anwenden.

    @HyperboliKuss: es ist jetzt noch nicht soweit, daß ich mich völlig zu Hause verkrieche und nicht mehr weiß wie die Sonne aussieht, aber ich habe schon gemerkt, daß ich im letzten Jahr sehr selten etwas mit Freunden unternommen habe. Bei vielen Freunden von früher habe ich mich auch schon lange nicht mehr gemeldet, obwohl ich es mir immer wieder vornehme. Das macht mir noch zusätzlich ein schlechtes Gewissen. Und je nach Tagesform muß ich mich manchmal mehr manchmal weniger dazu überwinden jetzt doch endlich einkaufen zu gehen (zum Beispiel). Ich plane es, aber dann fallen mir tausend unwichtige Dinge ein, die man ja noch vorher erledigen könnte. Eben Aufschiebetaktik. Und dann muß natürlich noch geprüft werden, ob ich in den Klamotten, die ich trage überhaupt rausgehen kann. Ich könnte niemals in Jogginghose oder Schlabberlook rausgehen. Bzw ich könnte es schon, würde mich aber sehr unwohl fühlen.
    Eigentlich interessant, daß ich mein Verhalten selbst recht gut analysiert kriege, es aber dennoch nicht abstellen kann :frown:

    @diemaus2006: das ist interessant, denn so denke ich auch. noch zwei straßen, noch die eine haltestelle und da vorne ist schon die haustür. oder das auto. denn im auto fühle ich mich auch sicherer, weil ich jederzeit wegfahren kann.

    ich frage mich wie sich so eine soziale phobie überhaupt entwickeln kann, wenn man vorher doch ganz normal klargekommen ist...
     
    #11
    Silverbell, 4 August 2008
  12. it's me
    it's me (34)
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    Ich denke schon, dass Dir die Musik helfen kann. Spielst Du ihn einer Band oder einem Orchester? Etwas, bei dem ihr euch regelmäßig trefft? Denn das wäre doch eine Möglichkeit, sich eine regelmäßige Portion Lob abzuholen: Du bist gut darin, andere erkennen das auch an.
    Außerdem, vielleicht gelingt es Dir, andere Lebensbereiche mit denen der Musik zu koppeln. Bei einem fehlerfrei -oder sagen wir "gut"- gespielten Stück bringt Dir auch nicht jeder großes Lob entgegen, dennoch weißt Du, dass Du es kannst und bist mit Dir zufrieden. Wie Du schon geschrieben hast, im Alltag wird auch nicht alles honoriert, keine Aussage ist eine gute Aussage. Im Grunde ist das das Gleiche: Zufriedenheit mit Dir selbst, auch ohne Applaus vom Publikum.

    Eine Möglichkeit ist auch, einmal eine Liste mit Dingen zu erstellen, von denen Du glaubst, dass Du sie gut kannst. Lass auch Deine Freunde mal eine solche Liste erstellen und schaue, wie Deine Außenwirkung ist. Gewiss werden manche Sachen neu sein, andere auf beiden Listen vorkommen. Das sind dann Eckpunkte, auf die Du bauen kannst, Sachen in die Du Dir nicht "reinreden" lassen brauchst. Du kannst dann ganz sachlich feststellen: Das kann ich, das bin ich. Sowas hilft schon einmal gegenüber fremden Menschen. Versuche auch, diese Stärken auszubauen und nicht in erster Linie irgendwelche Schwächen abzuschalten. Konzentriere Dich auf diese Fähigkeiten und versuche sie einzusetzen. Du bist ein ehrlicher Mensch, Du bist genau und gewissenhaft? Dann erstelle die nächste Präsentation genau und gewissenhaft. Bringe Deine Punkte ehrlich und direkt vor.

    Du nimmt Fehler anderer sehr locker hin - das ist eine tolle Sache - und bist öfters neidisch auf Stärken anderer. Warum pickst Du Dir nicht einmal ein oder zwei dieser Stärken raus, wohlweislich solche die machbar sind, und versuchst Dich an denen? Sicherlich sind die Leute mit diesen Stärken auch gerne beim Lernen behilflich.

    Was Du meiner Ansicht nach unbedingt vermeiden solltest, dass ist -wie schon gesagt- zu sehr auf Fehlersuche zu gehen. Auch solltest Du nicht einen Komplettumbau Deiner Person planen. (Zitat: "Das ist auch eine Sache die ich mir abgewöhnen muß.")
    Du solltest keine Liste mit Fehlern abarbeiten und lieber gute Dinge angewöhnen.
     
    #12
    it's me, 4 August 2008
  13. Silverbell
    Silverbell (33)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    14
    vergeben und glücklich
    @ it's me:

    vorneweg erstmal vielen Dank für die guten Tipps und Ratschläge! Das hilft mir unheimlich weiter, einerseits für die Umsetzung und andererseits auch für meine Sichtweise.

    zu den einzelnen Punkten: ich spiele weder in einer Band noch in einem Orchester (geht mit meinem Instrument schlecht), habe aber dennoch viel mit anderen Musikern zu tun, wenn ich sie auf meinem Instrument begleite. das sind dann auch Momente in denen ich mich total wohlfühle, weil ich das Gefühl habe, etwas zu leisten und weil es mir unheimlich Spaß macht. aber auch da merke ich, wie unzufrieden ich mit meiner Persönlichkeit geworden bin. du hast also recht: ich sollte zuerst an meiner Zufriedenheit mit mir selbst arbeiten. Ich bin leider etwas perfektionistisch veranlagt, so daß ich nur sehr selten sagen kann, daß ich das Stück gerade sehr gut gespielt habe. Irgendwelche Kleinigkeiten fallen mir immer dabei auf. :smile: Das Lob der anderen tut gut, aber erst wenn ich selbst das Gefühl habe, daß mir ein Konzert gelungen ist, kann ich mich richtig über Lob freuen. Das ist also wirklich Einstellungssache.

    Die Idee mit der Liste finde ich sehr gut. Das mache ich. Ich sträube mich zwar ein bißchen gegen den Gedanken meine Freunde zu fragen was ich besonders gut kann, weil ich dann das Gefühl habe fishing for compliments zu betreiben, aber das ist wahrscheinlich erstmal der beste Ansatz um überhaupt Dinge zu finden an denen ich mich versuchen kann.
    Meine beste Freundin hat mir auch schon angeboten mit mir Small Talk zu üben. Das fand ich total klasse. Sie schlug vor, mir bei der nächsten Gelegenheit einfach eine Aufgabe zu geben (z.B. finde heraus, was die und die Person in ihrer Freizeit oder beruflich macht, welche Musik sie hört, welches Urlaubsziel sie mag usw.). Hab nur ein bißchen Angst davor andere Leute so direkt auszufragen :schuechte
    Aber das wird wohl auch ein guter Weg sein, Gespräche zu üben. Dabei bin ich doch eine Frau, das quatschen sollte mir eigentlich leicht fallen :grin:

    was ich total komisch finde: auf der einen seite bin ich perfektionistisch und anspruchsvoll, auf der anderen seite aber nicht wirklich zuverlässig, ziemlich chaotisch und auch vergesslich. irgendwie paßt das nicht zusammen. ich erwarte viel von mir, habe aber nicht die disziplin es umzusetzen. und dann vergesse ich auch noch oft verschiedene dinge, worüber ich mich dann umso mehr ärgere.

    ich merke auch ganz extrem, das es tagesformabhängig ist wie unsicher ich bin. gestern war zum beispiel ein furchtbarer tag, an dem ich das gefühl hatte nichts richtig zu machen und nur sinnlos herumzusitzen. heute fühle ich mich wieder ganz gut und hab es sogar geschafft ein paar worte mit meinen kollegen zu wechseln :smile:
    nur was mache ich an "schlechten tagen" in solchen situationen? es kommt ja auch blöd zu sagen: "entschuldigung, ich bin gerade extrem unsicher und fühle mich beobachtet. ignorieren Sie mein komisches Verhalten einfach."

    @diemaus2006: hast du das gefühl, daß die Therapie dir bisher schon weitergeholfen hat?
     
    #13
    Silverbell, 6 August 2008
  14. it's me
    it's me (34)
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    Single
    Das mit dem Smalltalk-Üben finde ich eine gute Idee. Steigt aber nicht zu hoch ein. Denn wildfremde Menschen nach ihren Vorlieben auszufrage... Also :schuechte das ist eine richtig harte Nuss! Versuche es doch lieber erstmal mit Menschen, die zum Antworten "verpflichtet" sind und steigere Dich. Frag den Verkäufer nach einem Pulli in anderer Farbe, den Straßenbahn oder Busfahrer nach der richtigen Verbindung ans andere Ende der Stadt, einen Passanten nach dem Weg zum Bahnhof, beim Zeitungsstand nach einer ungewöhnlichen Zeitung, z.B. die New York Times, frag ihn ob er Dir die nächste Ausgabe bestellen kann (Du willst Dein Englisch verbessern, willst eventuell Urlaub machen...), ein paar Leute in Deinem Alter nach einer guten Bar oder Cafe in der Nähe... Solche Dinge. Wichtig dabei: Lächeln was das Zeug hält. Weiblich plus Lächeln = gute Stimmung.
    Ganz wichtig, belohne Dich selbst: Sei stolz dass Du gefragt hast. Und das nicht erst, wenn Du eine perfekte/freundliche/kompetente Antwort erhalten hast.

    Sobald Du von den obigen Punkten einige abgearbeitet hast, lass Dir von Deinem Chef oder anderen Vorgesetzten ein kurzes Feedback über Deine Arbeit geben. In manchen Betrieben ist so eine Meldung über den aktuellen Zwischenstand üblich. Sag ihm (wie auch Deinen Freunden beim Erstellen der Liste), dass Du kein Fishing for Compliments betreiben willst. Wenn er nicht gerade eine Pflaume ist (das kannst Du ja auch schon vorher entscheiden), dann wird er Dir einige Sätze sagen. Ein "gut" ist dabei auch ein "gut" und nicht der Weltuntergang. "Keine Probleme" ebenfalls. Achja: Mach es nicht formell, also mit Termin, sondern eher mal schnell zwischendurch.

    Was den Perfektionismus angeht: Wenn Du eine bestimmte Aufgabe bekommst und bei dieser etwas Spielraum hast, dann frag einfach mal, wie detailliert das ausgeführt werden muss. Du wirst feststellen, den meisten Menschen ist ein kurz, knapp und richtig lieber als tiefgreifend, detailversessen und (annähernd) perfekt.

    Zwei und Drei sind natürlich nur etwas für die richtige Umgebung und Stimmung.
    Bei Deinen Musikern kannst Du auch mal etwas tricksen: Frag mal offen, wie ihnen Dein Beitrag gefallen hat und mal ganz frech, dass Du an der Stelle x immer den falschen Ton erwischst, ob das eigentlich aufgefallen ist. Wetten, dass das meist nicht der Fall ist?
    Meist sind zwei Absätze besser als zwei Seiten... Auch wenn ich gerade selbst mit diesem Text anders handle.

    Ein Patentrezept gibt es (auch) da nicht. Ganz gewiss solltest Du aber nicht Deiner Umgebung mitteilen, dass Du heute nicht gut drauf bist und -noch schlimmer- die Leute Dich ignorieren sollen. Denn, bist Du wirklich schlecht drauf, dann bekommen die feinfühligen Menschen das schon mit, da ist keine extra Hinweis notwendig. Alle anderen brauchst Du nicht mit der Nase drauf stoßen.
    Und frag Dich mal selbst: Würdest Du Dich besser oder schlechter fühlen, wenn die ganze Umgebung Dich behandelt, als hättest Du ein Warnschild um den Hals hängen? Das hebt die bzw. Deine Stimmung sicherlich nicht und wenn Deine Unsicherheit von der Umgebung auch noch gespiegelt wird, dann trägt das nicht zur Besserung Deines Selbstbewusstseins bei.
    Was dann? Einmal solltest Du Dir eingestehen, dass jeder -auch Mister Fröhlich- einmal einen schlechten Tag hat. Das Besondere ist nur, Mister Fröhlich lässt es sich nicht anmerken. Dies zielt im Grunde auch auf die Aussagen von meinem letzten Post ab: Komme erst mit Deinen Schwächen aus, bevor Du versuchst gegen sie anzugehen.
    Nachdem Du Dir also zehn bis zwanzig Mal vorgesagt hast, "Ich habe also einen schlechten Tag. Na und?" kann es weitergehen. Sicherlich kommst Du Dir beim zehnten Mal (leisem! :zwinker: ) Vorsagen schon "ein wenig blöd" vor, dass Du um eine schlechte Stimmung so viel Aufwand machst. Danach: Lächle! Lächeln hebt die Stimmung, nicht nur den der Umgebung, sondern auch die eigene, das ist erwiesen. Und nach dem allen werden Dir bestimmt einige Punkte einfallen, warum eigentlich gerade heute NICHT ein schlechter Tag ist. Es ist Freitag, das Wochenende ist nahe? Die Arbeit x hast Du schon so oft gemacht, da kennst Du Dich aus?
    Du sitzt nur sinnlos herum? Vielleicht kannst Du einem Menschen in Deiner Umgebung bei irgendwas helfen? Und wenn Du nur einen Kaffee für andere mitkochst oder die Ausdrucke aus dem Gruppendrucker mitbringst: Du stößt auf positives Feedback. Wie schlecht kann dann der Tag schon sein?

    Als letztes: Gegen Vergesslichkeit hilft ein Notizblock oder ein Tagesplan. Das ist keine Schande und Du brauchst Dich nur mehr zum Führen der Notizen zwingen, nicht mehr zu mehreren Sachen gleichzeitig.

    So, jetzt interessiert mich aber noch, welches Instrument Du eigentlich spielst. Und danke für die positive Bewertung, habe mich sehr darüber gefreut.
     
    #14
    it's me, 6 August 2008
  15. Silverbell
    Silverbell (33)
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    vergeben und glücklich
    @it's me: das mit dem Lächeln nehme ich mir auch immer wieder vor. gerade weil die meinsten menschen total finster gucken, sage ich mir, daß ich sie einfach besonders nett anlächle und wenn dann ein lächeln zurückkommt, dann kann ich stolz auf mich sein. ich merke allerdings, daß nicht nur meine umgebung meine unsicherheit spiegelt (da hab ich jetzt die tage mal drauf geachtet und es scheint tatsächlich so zu sein, daß meine unsicherheit die anderen auch nervös macht), sondern ich spiegele auch irgendwie das verhalten anderer leute. wenn jemand mir gegenüber total locker ist, witzchen macht und lächelt, dann fällt es mir nicht schwer auch fröhlich darauf zu reagieren. aber wenn ich das gefühl habe, jemand guckt mich streng an oder sogar böse, dann schaffe ich es einfach nicht, denjenigen anzulächeln.

    beim lächeln hab ich auch irgendwie angst, daß mein (männliches) gegenüber sich angeflirtet fühlt. und diesen eindruck möchte ich im büro auf gar keinen fall erwecken. wie ich auf diesen gedanken komme? nun ja, ich hab schon öfters erlebt, daß ich jemanden total fröhlich angestrahlt habe (einfach aus guter laune heraus) und derjenige ist dann sofort auf distanz gegangen, hat weggeguckt und der tonfall wurde irgendwie abweisender. ist das wirklich so, daß man sich als mann direkt angeflirtet fühlt, wenn eine frau einen einfach nur anlächelt?:schuechte

    das mit der musik hab ich schon unaufgefordert mehrmals erlebt. meist wenn ich komplimente bekam und dann darauf irgendwas geantwortet habe in richtung "naja, hab mich aber da und da verspielt". die wenigsten haben das gehört :smile: insofern weiß ich, daß vieles feinheiten sind, die nicht auffallen. aber sag das mal meinem kopf. man selbst ist ja immer sein schärfster kritiker.

    aufgaben übernehmen und mein umfeld glücklich zu machen versuche ich auch. mir fehlt nur komplett das gefühl dafür, zu erkennen was man machen kann, wann man ausgenutzt wird und wann es als schleimen empfunden wird. ich bin normalerweise sehr hilfbereit und schätze es auch bei anderen eher, wenn sie zu viel als zu wenig helfen, aber andere sehen es vielleicht anders. wenn du permanent darauf bedacht bist nichts falsch zu machen, und dich mit anderen vergleichst, dann verunsichert das immer mehr. ich bemühe mich jetzt mir immer öfters zu sagen: egal, wie das andere vor dir gemacht haben (zum beispiel jetzt im bezug auf die diplomarbeit), du bist so wie du bist, kannst das was du kannst und arbeitest so wie du es am besten hinbekommst.und dann wirds schon gut gehen.

    die gute bewertung hast du dir redlich verdient. ich freu mich, daß du dir zu meinem problem gedanken machst und es hilft mir unheimlich, deine sichtweise und lösungsvorschläge dazu zu lesen. natürlich kann man so ein problem nicht von einem auf den nächsten tag lösen, aber ich merke schon, daß es hilft, wenn ich mir gedanken darüber mache.
     
    #15
    Silverbell, 8 August 2008
  16. it's me
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    Klar, die Umgebung spiegelt das eigene Verhalten und -für andere ist man schließlich selbst Teil der Umgebung- macht das auch. Umso wichtiger ist es dann, sich einige Leuchttürme zu suchen, die in der grummeligen Umgebung wirken. Anhand dieser kann man versuchen, die eigene Stimmung zu heben. Ja, ich gebe es zu: Das klappt nicht immer. Doch wie schon geschrieben, dann ist eben "heute ein schlechter Tag, ein schlechter Tag, ein schlechter Tag... ..zumindest halbwegs.":zwinker:

    Ob Mann sich beim Lächeln einer attraktiven Frau gleich angeflirtet fühlt? Äh... :schuechte ..schon irgendwie. Da dem Mann -bis auf wenige Ausnahmen- doch der erste Schritt zur (verbalen) Kontaktaufnahme zukommt, muss man(n) sich doch an Zeichen der Frauen halten. Lächeln ist und bleibt da einfach Signal Nummer eins.
    Aber: Meist ist das doch kein Angrinsen wie bei der Werbung von Perl-Weiß, sondern ein Lächeln, Abwenden, Lächeln... (Oder was sagst Du als Frau dazu?) Ein fröhliches Vor-sich-Hin-Lächeln, was dann bei Blickkontakt mit Deinem Gegenüber nicht um 20 Lux zunimmt -sondern gleich bleibt- sollte damit recht unverfänglich aufgenommen werden. Langfristig die die Mundwinkel leicht nach oben ziehen sollte damit die eigene Stimmung verbessern und auf Deine (männliche) Umgebung das Signal "fröhliche Person" anstelle von "interessierte Person" aussenden.

    Ehrlich gesagt, ich bin etwas überrascht, dass Du Probleme dabei hast, wann eine Hilfe als Schleimen aufgefasst werden kann. Denn wenn ich mir Deine Texte so durchlese, dann erscheinst Du mir durchaus als Person, die ihre Umgebung sorgsam beobachtet. Aus der Beobachtungsgabe entwickelt man meist eine gewisse Ahnung, die Dich vor der (Fehl-)Einschätzung Anderer, eine Schleimerin zu sein warnt, oder nicht?
    Wie soll ich das jetzt formulieren... Hilfsbereitschaft ist - da sind wir uns bestimmt einig - ein guter Charakterzug, wenn andere das Ausnutzen, dann ist das eigentlich nicht Dein Fehler. Solange man seine Hilfe Anderen nicht aufdrängt, wovor die Beobachtungsgabe schützen soll, ist das Anbieten von Hilfe auch kein Fehler. Somit kannst Du die Hilfsbereitschaft gleich ganz oben auf Deine Liste der guten Eigenschaften setzen. Wie wir schon gesagt haben, bist Du in dieser Disziplin also führend und brauchst Dir von niemanden reinreden lassen. Also brauchst Du hier nicht "permanent bedacht sein, etwas falsch zu machen". Das entspannt doch erheblich, nicht wahr?
    Und außerdem:
    Das kommt auch noch dazu! :grin:
     
    #16
    it's me, 8 August 2008
  17. Silverbell
    Silverbell (33)
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    vergeben und glücklich
    Was das Lächeln betrifft, könnte ich mir vorstellen, daß viele Frauen es bewußt vermeiden zu Lächeln, eben weil sie befürchten, daß es als Flirten aufgefaßt wird. Und wenn dann plötzlich eine daherkommt und dich angrinst, dann wunderst du dich doch, oder?
    Es ist eben schwierig die Balance zu finden. Ich tendiere eher dazu, jemanden den ich nett finde, anzugucken und anzustrahlen oder es zu wollen, eben weil ich ihn mag. Von mir aus darf das dann auch ein offenherziges Lächeln sein (allerdings nicht wie in der Perlweiss-Werbung! :smile:). Aber das fällt schwer, wenn man dann gleich das Gefühl hat: oh Gott, jetzt fühlt der sich angeflirtet, dabei hab ich es ja nur nett gemeint. Vielleicht wäre ja doch ein bißchen Zurückhaltung besser, nur dann habe ich direkt das Gefühl wieder unfreundlich rüberzukommen... schwierig das Ganze.

    weißt du was komisch ist? ich beobachte zwar viel und habe im Moment das Gefühl, daß mir an meinem Umfeld immer mehr Kleinigkeiten auffallen, aber gleichzeitig habe ich eine miserable Menschenkenntnis. Du hast recht, eigentlich müßte die Beobachtungsgabe einen vor Fehleinschätzungen schützen, aber irgendwie werden bei mir diese Informationen falsch verarbeitet. Soll heißen, daß ich andere Menschen nur sehr schwer abschätzen kann, oder viele Dinge oft falsch interpretiere. Ich komme auch sehr schwer mit Ironie oder Andeutungen klar, weil ich es in dem Moment einfach ernst nehme oder nicht schnell genug merke wie etwas gemeint ist. Ich bevorzuge lieber klar Worte. Wahrscheinlich tragen diese Fehleinschätzungen auch zu meiner Unsicherheit bei. Nämlich dann wenn ich vermute, daß sich jemand über mich lustig macht oder mich anstarrt, obwohl derjenige vielleicht in Gedanken grad ganz woanders ist. Kann man Menschenkenntnis lernen? Mit Beobachtung allein scheints ja offensichtlich nicht getan zu sein...
     
    #17
    Silverbell, 18 August 2008
  18. it's me
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    Das Lächeln als Quelle ewiger Missverständnisse:
    Warum sollte ich mich über ein plötzliches Lächeln eines Mädels wundern? Solange das nicht der örtliche Drache ist der gerade seine menschliche Seite offenbart, finde ich ein Lächeln nicht so verwunderlich. Da freue ich mich eher drüber und das war es dann auch wieder.
    Bei einem Angrinsen -wenn wir schon so genau unterscheiden- ist die Sache anders. Da überlege ich mir in erster Linie, ob ich vielleicht gerade in etwas reingetreten bin.
    Angeflirtet würde ich mich auch in beiden Situationen nicht fühlen (vielleicht erklärt das ja meinen Single-Status :zwinker:).
    Wie schon geschrieben, so würde ich mich (erst?) beim "Lächeln-Abwenden-Lächeln" angeflirtet fühlen.
    Jetzt interessiert mich natürlich brennend, wie Du das als weiblicher Part im Flirtspiel siehst! Wie sieht Dein Flirt-Lächeln aus? Grinsen? Dauer-Lächeln? Ich bin gespannt.

    Beobachtung und Menschenkenntnis:
    Wenn Dir mehr Kleinigkeiten im Umfeld auffallen, was für welche sind das, positive/negative Eigenheiten Deiner Mitmenschen oder eher allgemeine Dinge?
    Mit der Menschenkenntnis ist das so eine Sache. Manche Leute sagen, sie hätten überhaupt keine, weil sie ihren Mitmenschen die Gedanken nicht von der Nasenspitze ablesen können. Kannst Du Dir aus Haltung, Mimik, Gestik und Wort(wahl) kein Bild über einen Menschen machen? Hast Du keine Ahnung, ob Dich eine Person nun leiden kann oder nicht?
    Um Ironie und Andeutungen zu erkennen, ist glaube ich nicht unbedingt Menschenkenntnis, sondern nur Kenntnis der Person gegenüber nötig. Erst wenn man jemanden gut kennt, was je nach Charakter Tage oder Jahre erfordern kann, kann man die feinen Nuancen zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit unterscheiden. Fällt Dir das Erkennen von Ironie auch bei gut bekannten Menschen schwer? Wie ist es z.B. mit Deinem Freund?
    Wie fast alles im Leben, hängt dieses Erkennen und Senden wieder von zwei Personen ab. Wenn beispielsweise jemand Dir unbedingt ein (indirektes) Kompliment machen will, dann wird derjenige meist darauf achten, ob es auch angekommen ist. Vielleicht liegt hier eher (D)ein Problem: Signalisierst Du den Menschen in der Umgebung, wenn "etwas" angekommen ist? Oder versteckst Du das lieber, womit wir schon wieder bei der Thematik des Lächelns angekommen sind. Denn nicht nur beim Empfänger muss ein Erkennen möglich sein, auch der Sender muss wissen, auf welcher "Frequenz" er Dich erreichen kann. Dafür braucht er Rückmeldungen.
    Insofern würde ich schon sagen, dass man Menschenkenntnis lernen kann. Auf Nuancen achten und mit Erinnerungen vergleichen, ein bisschen Schubladendenken um Kleinigkeiten besser zuordnen zu können und selbst ein Feedback geben. Das schützt nicht vor gelegentlichen Missverständnissen, aber ehrlich: Wären Dir ausschließlich nur klare Worte soviel lieber?
     
    #18
    it's me, 20 August 2008
  19. Silverbell
    Silverbell (33)
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    vergeben und glücklich
    hm, Flirten, was ist das? :smile: nein im Ernst, ich weiß gar nicht ob ich überhaupt flirten kann. da ich mich selbst nicht wirklich interessant finde, habe ich auch nicht den mut jemanden bewußt anzuflirten. insofern weiß ich nicht wie mein flirtlächeln aussieht. ich glaub ich würde leicht lächeln (auf keinen Fall breit grinsen!) und ziemlich oft den Blickkontakt suchen. Wobei ich das mit dem hingucken-weggucken auch so normal mache, wenn ich keinen Flirt im Sinn habe, einfach weil es mich verlegen macht, wenn jemand meinen Blick erwidert und ich dann weggucken muß. Da gucke ich dann lieber mehrmals hin... oh nein, ich flirte unbewußt!! :ratlos:

    Was die Menschenkenntnis betrifft, glaube ich, daß ich Signale einfach falsch interpretiere. Mir fällt zwar an meinem Gegenüber jede kleinste Gesichtsbewegung auf, aber ich deute sie falsch. Und ich projiziere das unheimlich oft auf mich. Wenn ich mich also mit jemandem unterhalte und derjenige guckt plötzlich skeptisch, dann frage ich mich sofort, was ich falsches gesagt/getan habe. Die Sachen die mir auffallen sind meist Veränderungen im Gesichtsausdruck, aber auch so Kleinigkeiten wie: was macht die Person mit ihren Händen, Körperhaltung usw. Solche Dinge können mich zum Beispiel total aus dem Konzept bringen.

    Ironie bei bekannten Menschen zu erkennen fällt mir eigentlich nicht schwer. Wobei auch mein Freund es manchmal schaffen kann mich zu "verarschen" indem er etwas total ernst sagt und ich das dann auch ernst nehme. Meinen Freund kenne ich ja wirklich gut, aber wenn er mir irgendwas erzählt, womit ich mich nicht auskenne, dann bin ich durchaus leichtgläubig oder meinetwegen naiv. Ich habe auch schon öfters die Lacher auf mich gezogen, indem ich in einem Kreis von Leuten die einzige war, die versteckte Ironie nicht erkannt hat, während es für die anderen offensichtlich war. Das nehme ich nicht übel, ich lache dann gerne mit, aber irgendwie frage ich mich dann doch: bin ich zu blöd um sowas zu erkennen, oder schalte ich einfach zu langsam?

    Die Sache mit dem Sender und Empfänger bringt mich zum Nachdenken, denn ich glaube, daß ich es dem Sender nicht einfach mache zu erkennen, wie die Aussage jetzt angekommen ist. Ich bemühe mich immer "korrekte" Reaktionen zu zeigen. Soll heißen, wenn mich jemand mit etwas beleidigt hat, dann zeige ich es ihm nicht. Ich bemühe mich in gewisser Hinsicht um Ausdruckslosigkeit, um nicht angreifbar zu sein. Also sozusagen immer die höflich-aufgeschlossene Miene, die nicht zeigt, wie das Gesagte wirklich aufgenommen wurde. Eben weil ich niemanden mit einer negativen Reaktion verärgern möchte, auch wenn ich weiß, daß es manchmal angebracht wäre, dem anderen zu zeigen wo die Grenze liegt. Aber ich will ja auch nicht die "beleidigte Leberwurst" sein, die "alles immer ernst nimmt".
    Da gab es auch schon Situationen, in denen jemand einen WItz gemacht hat, den ich auch als solches verstanden habe, die Person dann aber plötzlich anfing sich zu rechtfertigen und zu erklären. Ich kann es mir nur so erklären, daß meine Reaktion anscheinend so aufgefaßt wurde, als ob mich das gekränkt hätte. Vielleicht schicke ich tatsächlich die falschen Signale obwohl ich das nicht will. Ich hab oft das Gefühl, daß mein Umfeld nicht so recht weiß, wie es mich einschätzen und mit mir umgehen soll. Zumindest kommen mir einige Leute unheimlich vorsichtig und unsicher vor. Und dann frage ich mich: strahle ich das aus? Ich bin doch eigentlich kein Mensch der mit Samthandschuhen angefaßt werden muß. Das will ich gar nicht. Am liebsten wäre es mir, wenn man mir gegenüber ganz normal und locker ist. Aber wenn ich selbst schon Unsicherheit und Verkrampftheit ausstrahle, dann wundert es mich nicht, daß meine Mitmenschen sich fragen: wie soll ich bloß mit der umgehen?

    Hm, nur klare Worte sind auch nicht immer richtig. Das stimmt schon. Ich würde mir nur wünschen andere Leute besser einschätzen zu können. Und besser erkennen zu können, was jetzt wirklich Sache ist und was ich mir nur zurechtinterpretiere.
     
    #19
    Silverbell, 20 August 2008
  20. it's me
    it's me (34)
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    Eieiei... Ein bisschen Selbstbewusstsein bitte :zwinker: Du bist "Vergeben und Glücklich", also kannst Du ja nicht so uninteressant sein, oder?

    Nach dieser Kopf-hoch-Brust-raus-Einleitung, gleich weiter zum Flirt. Ich musste angesichts Deines Entsetzensschreis, Du würdest unbewußt flirten einmal laut Lachen. Meine Umgebung schaut mich deshalb jetzt etwas doof an, aber das hindert mich nicht, da weiter drauf einzugehen. Denn besteht diese Gefahr des unbewussten Flirtens wirklich? Ich meine, wenn Du jemanden aus Verlegenheit anschaust, wegschaust und wieder hinschaust, dann wirst Du doch nicht jedes Mal reizend lächeln, sondern eben nervös blicken, oder? Vielleicht auch nicht so schnell oder so häufig wieder hinschauen. Ob das dann wirklich als Flirt-Blick ausgelegt werden würde? Ich weiß nicht so recht...

    Ehrlich gesagt, wenn mich jemand in einer Unterhaltung plötzlich skeptisch anblickt, dann hätte ich auch das Gefühl, etwas Falsches gesagt zu haben. Aus dem Konzept lasse ich mich deshalb aber -je nachdem wer skeptisch schaut- nicht gleich bringen. Vielleicht hilft etwas "Arroganz" oder ein inneres "Mia do wurscht!" (je nach Dialekt). Selbstbewusstsein, Selbstbewusstsein!

    Die Sache mit der Außenwirkung hatten wir im Grunde schonmal weit zu Beginn dieses Threads. Hast Du Dir von Deinen Freunden schon eine Liste Deiner Außenwirkung erstellen lassen? Vielleicht taucht da ja auch etwas wie "wirkt z.T. unnahbar" auf? Ich kenne das selbst auch, man will einem Angreifer nicht auch noch den Treffer gönnen oder sich selbst nicht als (so?) verletzbar darstellen. Höflich bleiben anstatt einfach mal auszurasten oder sich einfach generell zurücknehmen. Das Beispiel mit dem Rechtfertigen nach einem Witz ist gut gewählt und kenne ich ebenfalls. Wie stark kontrolliert man sich selbst?

    Damit triffst Du den Nagel auf den Kopf, wie gesagt: Die Umgebung spiegelt das eigene Verhalten zurück.
    Hast Du schonmal versucht, bei so eigenartigen Reaktionen wie dem plötzlichen skeptischen Blicken in einem Gespräch nachzuhaken? Einfach mal fragen, ob etwas los ist? Natürlich sollte das nicht immer passieren, damit wirkt man dann fürchterlich unsicher, aber ein gelegentliches Nachfragen kann auch Stärke verdeutlichen.

    Wenn die Mitmenschen schon nicht wissen, wie sie mit einem umgehen sollen (woher sollten sie es auch?), dann muss man es ihnen halt erklären...
     
    #20
    it's me, 21 August 2008

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