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angst: mein freund hat diabetes

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von trauriger_teddy, 26 November 2006.

  1. trauriger_teddy
    Verbringt hier viel Zeit
    39
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    vergeben und glücklich
    hallo!

    ich hoffe meine story passt in den kummerkasten aber ich hab ein echt großes "problem"

    ich weiß gar nicht richtig wo ich anfangen soll...

    also ich liebe meinen freund sehr, ich könnte mir ein leben ohne ihn momentan überhaupt nicht vorstellen.
    ich wusste schon bevor wir ein paar wurden, dass er an diabetes leidet. auch mit dieser krankheit weiß ich ein bisschen "umzugehen" weil eine meiner besten freundinnen schon seit kindesalter an diabetes leidet.

    nun habe ich ihn vorgestern drauf angesprochen, weil ich zwar ein bisschen ahnung von hab (also dass man zB beim Typ1 – welchen er hat – Insulin spritzen muss und regelmäßig messen muss etc.) aber ich weiß halt nicht was ich zB tun muss wenn er nimma reagiert oder keine ahnung, wenn irgenwas ned stimmt.
    er hat darauf gemeint wenn er unterzuckert ist muss er was essen oder trinken (traubenzucker – weiß ich auch) nur hat er dann gemeint, wenn er ansprechbar is muss er das tun, wenn er nicht mehr ansprechbar ist ist es schon zu spät...nun hab ich echt angst.

    er hat mir ein erlebnis erzählt, welches er durch unterzuckerung erlebt hat – er weiß davon nur mehr aus erzählungen, er hat sich total daneben benommen, geflucht, etc...gsd waren seine eltern da und habens rechtzeitig bemerkt...

    so jetzt war ich gestern bei ihm und plötzlich is er ganz anders – totale stimmungsschwankungen...ich hab mich gesorgt, hab ihn gefragt ob eh alles ok is und er meinte nur jaja, so 10 minuten später hat er von sich aus traubenzucker gegessen – aber er hat mir in seinem zustand echt ned sagen können was los is und ich konnt ihm auch ned helfen!!!

    wies ihm wieder besser gegangen is hab ich ihn gefragt wann er das letzte mal gemessen hat – worauf er nur gemeint hat er weiß es nimma. aber irgendwann stirbt jeder mal.
    und er hat zu mir gesagt dass ich noch die zeit hab zu gehen, er wär ned mal "böse"...weil er ein volltrottel is...
    wenn er unterzuckert is weiß er im nachhinein nimmer was er getan hat, er macht alles total unkontrolliert.

    erschwerend kommt noch hinzu, dass er gerne und leider auch viel zu viel alkohol trinkt, was er ja gar ned sollte....ich weiß nicht weiter...

    ich hab versucht mit ihm zu reden aber er schaltet auf total stur, er meint die ärzte im krankenhaus wissen gar ned wie das is...

    ich will ihm gerne helfen! ich würde ihn niemals dafür verlassen, weil ich ihn echt liebe! nur weiß ich nicht wie ich ihm helfen kann!!! ich bin so verzweifelt!!!

    kann es sein dass er versucht seinen frust so heraus zu lassen? ich kann mir nur vorstellen, dass es sicha ned so einfach is ein normales leben mit diabetes zu führen und, dass man ständig aufpassen muss!

    teddy
     
    #1
    trauriger_teddy, 26 November 2006
  2. User 25480
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich kenne das nur von einer Bekannten, die ebenfalls seit der Kindheit daran leidet. Sie hatte immer mal wieder so Phasen, in denen sie nicht damit klar kam, dass sie nicht so war wie andere (sie meinte immer, sie sei halt anders) weil sie diese Krankheit hatte. In diesen Phasen war es bei ihr dann auch so, dass sie häufig nicht gemessen hat, ihr irgendwie alles egal war und auch so Sprüche von sich gab "wenn was passiert, seid ihr mich endlich los".
    Darauf zu reagieren, zumindest als Nichtbetroffener, ist schwer, was ich wirklich nachvollziehen kann. Ihrem Freund gegenüber verhielt sie sich ebenso.
    Als er damit immer mehr Probleme bekam, wie er darauf reagieren sollte, hat er sich an Selbsthilfegruppen für Diabetiskranke gewandt und da hat er viel gelernt. Einmal über die Krankheit selbst, Verhalten wenn was ist (Unterzuckerung etc.) und auch wie er reagieren kann, denn da sind Leute mit jahrelanger Erfahrung, nicht nur Erkrankte, sondern auch Angehörige, Freundinnen, Freunde, Geschwister etc.
    Vielleicht wäre auch das auch was für dich, damit du ein wenig sicherer im Umgang damit wirst.
     
    #2
    User 25480, 26 November 2006
  3. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit
    590
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Ich kann Dir nur den Tipp geben: Mach Dich nicht von seiner Krankheit abhängig. Es gibt viele Menschen, die an Diabetes erkrankt sind und ein normales Leben führen. Zum normalen Leben gehört auch Selbstdisziplin und die vermisse ich, wenn Dein Freund da blöde Sprüche klopft und das hinterher einer Hypo zuschiebt beziehungsweise er offensichtlich seinen Stoffwechsel Achterbahn fahren lässt und auf besorgte Nachfrage nicht mal sagen kann, ob seine Messwerte in Ordnung sind.

    Wenn er meint, sich zwischendurch gehen lassen zu müssen, dann tust Du Dir keinen Gefallen, wenn Du ihm in dem Moment mit Samthandschuhen anfasst. Würde er sich 10 Tage nicht waschen, würdest Du ja auch nicht für ihn die Badewanne einlaufen lassen und ihm für hinterher Sex versprechen, falls er da jetzt mal rein geht. Oder?

    Es ist sein Körper und den muss er im Griff haben. Wenn er lieb um Hilfe bittet und Du ihm helfen kannst, dann wäre ich die Letzte, die das nicht tun würde. Aber Du kannst nicht seine Aufgaben übernehmen. Und das weiß er auch und spielt mit Dir: "Dann ist es eh zu spät."

    Ich vermute mal, er ist genervt, weil er keine Lust hat, sich ständig für "sein Leben" rechtfertigen zu müssen. Ich denke, er empfindet die ständige Nachfragerei nach seinen Werten als Bemutterung. So, als wenn bei Dir ständig jemand fragen würde: "Wann hast Du zuletzt Deine Binde gewechselt? Sicher? Nicht, dass es da Flecke in der Hose gibt! Zeig mal! Blutet es denn stark im Moment?" :eek:

    Wenn er Dir umkippt, schüttelst Du ihn, und wenn er dann nicht aufwacht, legst Du ihn in stabile Seitenlage und rufst den Notarzt. Einmal Traubenzucker-Infusion anstöpseln und nach 2 Minuten ist er wieder wach. Du kannst versuchen, ihm ein Stück Traubenzucker in die Backentasche zu legen, während ihr auf den Arzt wartet. Niemals einem Bewusstlosen Getränke einflößen! Langfristig gehört eine Glucagon-Spritze in den Kühlschrank, mit der Du auch umgehen können solltest. Egal wie, sobald er aufwacht, muss er ne Cola trinken und ein Brot essen!

    Einzige Ausnahme: Stinkt er aus dem Mund nach faulen Äpfeln oder Nagellack-Entferner, legst Du ihn nur in die stabile Seitenlage und wartest auf den Notarzt.

    Hat er einen Führerschein? Will er bald einen machen? So wird das nix, dazu gehört ein wenig mehr Selbstdisziplin. Er bekommt keinen (oder ist ihn schnell wieder los), wenn er regelmäßig umkippt. Aber darauf kommt er schon noch.

    Die Selbsthilfegruppe ist eine gute Idee. Wenn er keinen Bock hat, gehst Du halt alleine hin...
     
    #3
    Dunsti, 26 November 2006
  4. tomas
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    hallo teddy,

    diabetes ist keine krankheit.
    vorausgesetzt, man arangiert sich damit, und stellt sein leben ein bischen um.
    das heißt, befaktor berechnen, richtig spritzen, kaum alkohol zu sich nehmen ( gefahr der nächtlichen unterzuckerung ), abnehmen ( wenn nötig ), fettlos essen, regelmäßig zum diabetologen gehen, 4-5 mal am tag messen.

    für heftige unterzuckerung gibt es ja auch das glucagenset, das du dir mal durchlesen solltest.
    alles andere, hat mein vorposter ja schon richtig beschrieben.
    ohne disziplin, bekommt man diabetes nun mal nicht in den griff.
    ansonsten, führe ich ein leben wie jeder andere mensch.
     
    #4
    tomas, 26 November 2006
  5. User 19209
    User 19209 (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Hi Teddy,

    lass mich Dir kutz ein paar Ratschläge geben, da ich selber auch Typ 1 Diabeteker bin.
    Im Grunde sind es dieselben Tipps wie von meinen vorherigen Schreibern.

    Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich komisch, dass Dein Freund häufiger so starke Unterzuckerungen hat, dass er nichts mehr weiß.
    Eine "Diabetekerkolle" ist seit 16 Jahren Diabeteker und hatte dies in der Zeit nur ganze drei mal gehabt.

    Ich selber bin noch nie in so eine Situation gekommen, obwohl ich, wenn ich BE's nicht einschätzen kann lieber ein wenig zu viel Spritze.

    Solltest Du in die Situation kommen, dass dein Freund nicht mehr ansprechbar ist, rufe sofort den Notarzt an oder lass Dir seine Notfallspritze erklären (es sei denn er hat Alkohol getrunken, da bringt die Glucagenspritze nichts).
    Meiner Freundin habe ich auch gesagt, dass Sie IMMER spritzen soll, auch wenn Sie nicht weiß, ob es eine Über- oder Unterzuckerung ist.
    Klar sollte man nicht zu oft einen hohen BZ haben, allerdings ist es dann eine Ausnahmesituation, auch für Dich.
    Denn manchmal interpretiert man Mundgerüche falsch und die 10 Minuten in dem die Spritze wirkt und der Notarzt kommt, kann ein Diabeteker auch mal mit einem hohen BZ aushalten.

    Was den Alkohol angeht, ich trinke auch viel und gerne, aber ich hatte noch nie Probleme. Ich sptize mir immer für die ersten zwei oder drei Bierchen was und danach nichts mehr und komme morgens immer mit einem perfektem Wert um die 90 mg raus.

    Im Grunde genommen ist Diabetes Typ 1 besser als der Ruf dem es angelastet wird.
    Ich lebe genauso wie vorher. Und die Märchen von wegen Diatprodukten, Diäten machen und sowas... vergiss es.
    Gerade als Typ 1 Diabeteker kannst du relativ normal Leben. Das einzige was Diabetes mir genommen hat ist die Spontanität beim Essen, aber daran habe ich mich auch gewöhnt.
    Deshalb ist Diabetes für mich auch die angenehmste "chronische Erkrankung".
    Im Grunde genommen machen Diabeteker manuell nichts anderes als ihre Bauchspeicheldrüse automatisch getan hat.
    Da ich Pumpenträger bin geht es bei mir sogar halbautomatisch :zwinker:
     
    #5
    User 19209, 27 November 2006
  6. patensen
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    vergeben und glücklich
    Meine Mutter ist seit ca. 30 Jahren Diabetikerin. Ich kenne sie nur mit ihrer Krankheit.

    Wenn sie unterzuckert ist, gibt es gewisse "Frühzeichen", wo ich des erkenn, ich nehm an, das ist bei jedem anders (bei ihr: Schweissperlen auf der Stirn und Oberlippe, grosse Puillen, verlangsamte Bewegungen, später: unfähig zu sprechen, sich auszudrücken etc...)

    Wenn sie bereits stark unterzuckert ist, dann wird sie aggressiv. Sie schreit, sie schlägt um sich, sie will weder was essen, noch was trinken, noch sich anfassen lassen oder sonstwas.

    Am schlimmsten ist es, wenn sie alkohol hatte- dann sackt der Zucker regelmässig ab. Aber man (Angehörige, sowie der / die Erkrankte) lernt damit umzugehen.... Und heute ist man scho soooo weit, mit den ganzen Pens, und Messmöglichkeiten und dem Wissen etc...
     
    #6
    patensen, 28 November 2006
  7. tomas
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Verheiratet
    hallo speed doktor,

    das mit der gewichtsreduzierung und den damit auch verbundenen diätprodukten, kann man so nicht im raum stehen lassen.

    Die erste und wichtigste Behandlungsmassnahme bei typ 2 ist die Änderung der Ernährung und die langsame Gewichtsabnahme. Damit lässt sich vielfach eine völlige Normalisierung der Blutzuckerwerte erreichen. Je länger der Diabetes besteht desto wahrscheinlicher wird es, dass zusätzliche Medikamente benötigt werden. Das günstigste Medikament bei übergewichtigen Diabetikern ist das Metformin (z.B. Glucophage, Diabesin, Diabetase, Mediabet, Euglukon, Mescorit Siofor usw.). Zu beachten ist aber, dass es von etwa 20 % aller Diabetiker nicht vertragen wird bzw. aus anderen Gründen nicht eingesetzt werden sollte. Bei meist längerer Krankheitsdauer benötigen auch übergewichtige Diabetiker nicht selten Insulin. Tabletten oder Insulin können eine fehlende Ernähungsumstellung allerdings nicht ersetzten.
    Bereits eine geringgradige Gewichtsabnahme von 5 bis 10 kg führt nicht nur zu einer spürbaren Besserung von vielen Beschwerden wie Atemnot und Gelenkschmerzen, auch die Blutzuckerwerte bessern sich zumeist deutlich. Vielfach können dann auch Medikamente eingespart werden. Besonders günstig ist das gleichzeitig auch Blutdruck und Blutfette sich bessern.
    Und verbesserte Blutwerte, sind denke ich mal bei typ 1 Diabetikern auch nicht verkehrt.

    thomas
     
    #7
    tomas, 28 November 2006
  8. User 19209
    User 19209 (34)
    Verbringt hier viel Zeit
    239
    101
    0
    nicht angegeben
    Hi Thomas,

    in dem Punkt, was du über Typ 2 Diabeteker sagst gebe ich dir auch völlig recht!
    Vielleicht ist es nicht ganz rüber gekommen, aber dadurch das ich 1er Typ bin, habe ich es nur aus dieser Sicht geschildet und den Typ 2 Diabeteker ausvorgelassen.
    Sicherlich sind gute Blutwerte für Typ 1 auch gut, aber genauso auch für "normale" Menschen :zwinker:
    Fakt ist, das bei 1er Typen der Diabetes nicht den Grund einer falschen Ernährung hat, wie es oft bei Typ 2 der Fall ist!
    Deswegen können 1er Typen noch ein weitesgehend "normales" Leben leben.
    Aber die Lebensweise bei Typ 1 Diabeteker kann man sowieso nicht pauschalisieren, da super viele alltägliche Dinge und Lebensweisen Einfluss auf den BZ haben. Deswegen sollte jeder Diabeteker sein Diabetes an seine Lebensweise anpassen und nicht die "klassichen" Sichtweisen (und Teils Gerüchte) des Diabetes über sein Leben bestimmen lassen.
    Das hat mir auch mein Arzt beigebracht und viele "Altdiabeteker" mir so geraten und ich kann es auch nur so weiterempfehlen.
    Aber mitterweile geht es in Richtung Off - Topic :zwinker:
     
    #8
    User 19209, 28 November 2006

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