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Angst vor dem Glücklichsein!?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von MsThreepwood, 28 Januar 2008.

  1. MsThreepwood
    2.424
    Hallo erstmal.

    Und wieder erstelle ich ein Thema zu später Stunde. :zwinker:

    Meine Situation ist ziemlich verzwickt, also könnte es durchaus ein längerer Text werden.

    Mein Problem ist folgendes:
    Ich habe zur Zeit massiv Angst davor, etwas positives zu erleben und glücklich zu sein. Das liegt daran, dass mein Leben schon immer sehr zweigeteilt war. Bei mir ist eigentlich nichts "normal" verlaufen, es war immer besonders schön oder besonders schwer.
    Dabei ist es eben so, dass bei mir auf ein sehr gutes Ereignis immer ein extrem schlechtes folgt. Und das sind meist keine kleinen Ups and Downs, wie es sie bei jedem gibt. Ich berichte einfach mal so aus meinem Leben.

    Von meiner Geburt an litt meine Mutter an einer Art Waschzwang, weshalb ich als Kind immer sehr isoliert wurde, nicht in den Kindergarten durfte etc. Ich habe zwar eine Schwester, aber der Altersunterschied von 7 Jahren hat dazu beigetragen, dass wir uns eigentlich erst seit ca. 3 Jahren richtig gut verstehen.
    Als ich 6 wurde haben sich meine Eltern getrennt. Wir haben aber immernoch was als Familie unternommen, es war ein ewiges Hin und her. Die Scheidung erfolgte erst 7 Jahre später.
    Zu der Zeit der Trennung bin ich auch in die Schule gekommen. Schon in der Grundschule hatte ich eine schnelle Auffassungsgabe und musste mich eigentlich nie bemühen. Aber irgendwie kam ich mit den anderen Kindern nie so richtig klar. Ich weiß bis heute nicht warum.
    Der Waschzwang meiner Mutter wurde auch schlimmer, was hieß, dass sie zum Teil 8 Stunden am Stück geduscht hat. Da ich mit ihr allein gewohnt habe, war ich dementsprechend einsam und musste mich immer selbst beschäftigen.
    In der 5. und 6. Klasse habe ich etwas Anschluss gefunden in der Schule und mir langsam aber sicher einen kleinen Freundeskreis augebaut. Das war bei uns die "Förderstufe", danach musste man sich für realschule oder Gymnasium entscheiden.
    Aus meinem Freundeskreis sind nur ein Mädchen und ich zum Gymnasium gegangen. Aber diese Freundschaft zerbrach schon Ende der 7. Klasse und von da an wurde ich nur noch gemobbt auf der Schule. Zu dieser Zeit hatte ich auch meinen ersten Freund. Die Beziehung lief anfangs gut, so wie man sich das eben als 14jährige erträumt. Aber schon nach 2 Monaten verließ er mich- nachdem er mich missbraucht hatte.
    Meine Mutter hatte inzwischen einen neuen Partner gefunden. Ich freute mich sehr für sie und hab ihr die Beziehung auch von Herzen gegönnt, allerdings hatte ich Probleme mit "ihm". Das verschlimmerte sich, als meine Mutter beschloss, mit mir (ich war 15) zu ihm zu ziehen.
    Wir hatten bis dato kein Internet, aber bei ihm waren wir dann auch online. Da ich mit den Leuten in meinem Ort überhaupt nciht klar kam, baute ich mir über das Internet Freundschaften auf. Ich hatte zwar nur 3 oder 4 Freunde, aber dafür richtig gute. Mit einem Mädchen -sie ist bis heute meine beste Freundin- fing ich an auf Konzerte zu gehen. Im selben Jahr fing ich an Schlagzeug zu spielen und mich so abzulenken.
    Die Situation in der Schule und zu Hause verschlimmerte sich. Das nahm irgendwann so drastische Züge an, dass ich beschloss die Schule zu wechseln. Nach der 10 Klasse also hab ich mit dem Kapitel der alten Schule abgeschlossen und mich ins Unbekannte gestürzt. Die 50km Zugfahrt jeden morgen haben mich auch nicht abgeschreckt. Ich war zwar nervös, aber offen für alles. Mein erster Schultag in der 11. Klasse war phantastisch, da alle Leute in meiner neuen Klasse/ Schule extrem offen und herzlich zu mir waren. Schon an dem Tag wurde ich zu einer Party fürs Wochenende eingeladen. Als ich nach Hause kam, erwartete mich aber bereits ein Schock: Bei einer Routineuntersuchung haben die Ärzte bei meiner Mutter Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Überlebenschance gleich 0.
    Wir haben gekämpft und es sah wirklich so aus, als würde sie es trotz allem schaffen. Die 2 Jahre auf meiner Schule hätten nciht besser sein können. Ich fand sehr schnell sehr gute Freunde, brachte ohne irgendwelches Lernen gute Leistungen und war ziemlich zufrieden.
    Ich habe außerdem einen phantastischen Menschen kennen gelernt. Eine sehr seltsame Freundschaft wenn man es so will. Er ist Musiker und ich war eigentlich nur Fan von ihm. Irgendwie ist dann doch mehr daraus geworden. Heute ist er einer meiner besten Freunde und steht mir bei allem bei.
    Kurz vor meinen Abiprüfungen dann der zweite Schock: meine Mutter und mein Vater mussten ins Krankenhaus. Am Tag vor der ersten Prüfung sagten die Ärzte, dass sie für beide nichts mehr tun könnten.
    Trotz allem schaffte ich die Prüfungen irgendwie. Ich bin mit meinem 1,9 Schnitt ziemlich zufrieden gewesen und ebenso meine Familie.
    2 Wochen später durften meine Eltern wieder nach Hause. Wie durch ein Wunder haben sie sich durchgekämpft und alles überstanden.
    Im Juni bin ich mit meiner Freundin zusammengekommen. Ich hätte nicht gedacht, jemals so viel für jemanden empfinden zu können. Die Beziehung lief (und läuft) trotz Entfernung phantastisch. Kurz darauf erhielt ich auch die Zusage für meinen FSJ-K-Platz.
    Im August war dann noch mein Abiball. Mein Dad konnte leider nicht dabei sein, aber meine Mutter, meine Freundin, mein Schwager und meine Schwester waren dabei. Alles war perfekt.
    Am 3.9. fing ich meinen Job an. Super Kollegen, tolle Arbeit, könnte nicht besser sein.
    Und 10 Tage später, wie aus heiterem Himmel, verstarb meine Mutter.

    Das waren die größeren Probleme, alles kleinere hab ich weggelassen.

    Mein Problem ist, immer wenn ich glücklich bin habe ich Angst, dass etwas passiert.
    Es gibt Tage an denen ich denke: "Hey, alles ist super. Toller Job, großartige Freunde, eigene Wohnung, schönste Freundin der Welt,...".
    Und dann erfasst mich ein Angstanfall. Das ging in den letzten Wochen soweit, dass ich nicht mehr arbeiten konnte.

    Was kann ich gegen solche Ängste tun?
    Ich möchte endlich wieder unbeschwert die schönen Momente genießen können.

    Danke an alle die sich durch den Text gequält haben :smile:
     
    #1
    MsThreepwood, 28 Januar 2008
  2. Südkurvianer
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    Single
    Mir gehts ähnlich mit diesn up and down, jetzt schwimm grad wider mal auf einer Erfolgswelle, und ich sag dir was. Verscuhe die negativen Dinge in deinem Leben auszu blenden, zu ändern (Kollegen, Arbeit etc.) und denn wie ich sag, lange auf deinem Trip zu bleiben wo es einem gut geht und man sich mehr traut als sonst. Geniesse einfach Diesen Moment, es wird auch wird dir auch wider schlechter gehen wie jedem uns.....
     
    #2
    Südkurvianer, 28 Januar 2008
  3. User 70315
    User 70315 (28)
    Beiträge füllen Bücher
    3.571
    248
    1.122
    Verheiratet
    hallo .. du hast vieles durchgemacht in deinem leben und ich bin froh, dass du bis hierhin auch so erfolgreihc warst. nur eine sache stimmt mich nachdenklich, du schreibst von einem angstanfall, der so weit geht dass du schon nicht mehr arbeiten kannst.

    kannst du den näher erläutern? also wie äußert er sich?
    kann es sein, dass du unbewusst in dir etwas hast, dass sich dadurch äußert? das dieser angstanfall gar nichts mit den offenkundigen sachen zu tun hat, sondern tiefer rührt.
     
    #3
    User 70315, 28 Januar 2008
  4. MsThreepwood
    2.424
    Also das äußerst sich meistens in starken magdenkrämpfen, verbunden mit einem Zittern am ganzen Körper.

    Ein weiteres Problem ist, dass ich mich immer furchtbar aufrege wenn ich krank geschrieben bin, dass es mir dann nur noch schlechter geht. Aber abstellen kann ich das nicht :geknickt:
     
    #4
    MsThreepwood, 28 Januar 2008
  5. Pornobrille
    Verbringt hier viel Zeit
    179
    101
    0
    nicht angegeben
    Das kenne ich. Du denkst, dass ein positives Erlbenis sich gleich rächt indem etwas schlimmes passiert, oder?
    Aber das kannst du niemals wissen, also genieße die schönen MOment in deinem Leben, denn die anderen schlimmen Dinge haben mit dem nichts zu tun.
     
    #5
    Pornobrille, 28 Januar 2008

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