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Angst vor dem Kinderkriegen

Dieses Thema im Forum "News zu Liebe, Erotik und Sexualität" wurde erstellt von Hermann, 4 Oktober 2004.

  1. Hermann
    Gast
    0
    Angst vor dem Kinderkriegen


    Neue Studie zu negativen "Einflußfaktoren auf die Geburtenrate" - Paare fürchten materielle Belastungen



    von Dorothea Siems
    Berlin - Immer mehr Deutsche bleiben kinderlos. Die wichtigsten Gründe für diesen Trend sind die Angst vieler Kinderloser vor materiellen Belastungen und einem Karriereknick sowie das Fehlen einer stabilen Partnerschaft. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der baden-württembergischen Landesregierung. Nur eine Minderheit der Kinderlosen nannte als Grund für den Verzicht auf Nachwuchs unzureichende Betreuungsmöglichkeiten.

    Zwar wünsche sich das Gros der Bevölkerung durchaus Kinder, sagte die Geschäftsführerin des Instituts, Renate Köcher, bei der Vorstellung der Studie "Einflußfaktoren auf die Geburtenrate" am Montag in Berlin. Doch "anders als früher sind Kinder heute für Paare keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern nur eine Option unter mehreren." Knapp ein Drittel der Bevölkerung, die heute im gebärfähigen Alter ist, würde dauerhaft kinderlos bleiben. Bei Akademikerinnen liege dieser Anteil bereits über 40 Prozent. In Frankreich hingegen gebe es nur eine kleine Minderheit von neun Prozent, die kinderlos bleibe. Akademikerinnen hätten zudem in dem Nachbarland überdurchschnittlich viele Kinder.

    Laut Studie gibt es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die Deutschland international zu dem Land mit der höchsten Kinderlosenrate machen. Fast die Hälfte der befragten Kinderlosen (47 Prozent) sagt, ein Kind wäre eine "große finanzielle Belastung". 37 Prozent fürchten, daß sich ihre beruflichen Pläne nur schwer mit einem Kind vereinbaren lassen. Institutschefin Köcher wies zudem darauf hin, daß in Deutschland das Zeitfenster, in dem ein Kinderwunsch realisiert wird, sehr eng sei. Dies liege am hierzulande vorherrschenden Leitbild eines "Drei-Phasen-Modells": Zuerst wird die Ausbildung abgeschlossen, dann erfolgt der Einstieg ins Berufsleben, und erst dann schließt sich die Familienphase an - oder auch nicht. In Deutschland sehe man die zeitliche Abfolge von Ausbildung, Berufseinstieg und Familiengründung in einem strikten "Eins nach dem anderen" bemängelte Köcher. Deshalb beschäftigten sich die meisten Paare erst mit der Frage nach Nachwuchs, wenn sie über 30 Jahre alt seien. Vorher fühlten sich die befragten Kinderlosen "zu jung" für Familie. Schon mit Anfang bis Mitte 30 jedoch, das ergab die Befragung, nimmt der Kinderwunsch stark ab. Während 51 Prozent der 24- bis 29jährigen Kinderlosen sich Nachwuchs wünschen, sinkt dieser Anteil bei den 35- bis 44jährigen auf 30 Prozent. Jeder vierte in dieser Altersgruppe hat sich noch nicht endgültig entschieden. "Es wäre viel gewonnen, wenn wir die Familiengründung vorziehen könnten", sagte Köcher. Es sollte beispielsweise erleichtert werden, Kinder schon während der Ausbildung zu bekommen. Allerdings wäre dafür ein Umdenken in der Bevölkerung nötig, weiß die Ökonomin. Wie die Umfrage zeige, meinen 85 Prozent der Bevölkerung, man sollte zunächst die Ausbildung abschließen und einige Jahre Berufserfahrung sammeln, bevor man Kinder bekommt.

    In Deutschland herrscht offensichtlich ein traditionelles Rollenverständnis vor. "Der in Medien vielzitierte Hausmann ist in der Realität kaum anzutreffen", so die Institutschefin. Das Gros der Befragten plädiert dafür, daß Mütter nach der Geburt eines Kindes aus dem Beruf ausscheidet (29 Prozent) oder Teilzeit arbeitet (49 Prozent). Nur acht Prozent würden einer jungen Mutter empfehlen, weiterhin vollzeit berufstätig zu sein. Solche Frauen hätten in Deutschland mit dem Image einer Rabenmutter zu kämpfen, sagte Köcher. Das Problem: Weil Frauen zwischen Beruf und Familie wählen müßten, gebe es hierzulande einerseits zu wenige Mütter, andererseits aber auch zu wenige Frauen in Führungspositionen.

    Die Meinungsforscherin schätzt die Chancen gering ein, allein mit einem Aufstocken des Betreuungsangebots die Geburtenrate in Deutschland von derzeit 1,3 Kindern pro Frau in die Höhe treiben zu können. Gerade einmal jeder vierte hält eine gesicherte Kinderbetreuungsmöglichkeit für eine entscheidende Voraussetzung für eine Familiengründung. Das derzeitige Angebot halten 61 Prozent der Eltern für ausreichend. Dabei liegt der Anteil bei den Männern mit 68 Prozent höher als bei den Frauen (56 Prozent). Doch selbst Mütter mit Vollzeit-Job halten zu 69 Prozent das bestehende Angebot für ausreichend.

    "Die Diskussion über den Geburtenrückgang darf nicht auf die Betreuungsfrage verengt werden", forderte der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Erwin Teufel. Die repräsentative Umfrage zeige, daß Familien wirtschaftlich bessergestellt werden müßten. Der Familienlastenausgleich sollte deshalb weiter ausgebaut werden, forderte Teufel. Gerade auch bei den Sozialabgaben müßten Eltern entlastet werden. Der von der Bundesregierung angestrebte Ausbau des Betreuungsangebots sei zwar ebenfalls sehr wichtig, habe aber in der Bevölkerung nicht die höchste Priorität. Um die Familiengründung vorzuziehen, sei es nötig, die Schul- und Studienzeiten in Deutschland zu verkürzen.


    Artikel erschienen am Di, 5. Oktober 2004
    © WELT.de 1995 - 2004
     
    #1
    Hermann, 4 Oktober 2004
  2. bommeldu
    bommeldu (46)
    Verbringt hier viel Zeit
    163
    101
    0
    Single
    Von der Politik ist schon jahrelang an diversen Schrauben rumgedreht worden. Und die Geburtenrate geht weiter nach unten.
    Also ist es doch ganz offensichtlich, daß das drehen an irgendwelchen Schrauben da nichts bringt. Aber versuch denen das mal zu erklären, dann gerätst Du sofort in einen Sog pseudointellektueller Wichtigtuerei.

    Alleinerziehenden Mütter haben es nach dem was ich mitbekommen habe am schwersten (auch finanziell). Ich habe noch nirgendwo gelesen oder gehört, daß dafür von der Politik was getan wird.
     
    #2
    bommeldu, 6 Oktober 2004
  3. Brainbug78
    Brainbug78 (38)
    Verbringt hier viel Zeit
    226
    101
    0
    Verheiratet
    Dazu habe ich eine ganz klare eigene Meinung, auch wenn ich damit schon oft angeeckt bin.

    Wer Kinder haben will, der kriegt sie auch trotz aller Widerstände! Und die ganzen anderen genannten Gründe sind größtenteils Ausreden dafür, dass man einfach lieber kinderlos bleiben möchte. Es gibt genug Beispiele, dass Beruf und Kinder vereinbar sind, auch in meinem Bekanntenkreis, und verhungern muß in Deutschland auch niemand.
    Wer trotzdem lieber die Spitzenkarriere und Wohlstand genießen möchte, der soll das gerne tun. Nur nicht hinterher meckern, wenn man im Alter ganz alleine ist und auch keine Unterstützung von den Kindern bekommt. Denn eine sichere Rente wird unsere Generation nicht mehr haben.
     
    #3
    Brainbug78, 6 Oktober 2004
  4. bommeldu
    bommeldu (46)
    Verbringt hier viel Zeit
    163
    101
    0
    Single
    Sehe ich auch so, hab ich nur vergessen zu sagen.
    Außerdem gibt die Verantwortung auch neue Kraft, (scheinbar) schwierige Dinge zu überstehen.
     
    #4
    bommeldu, 6 Oktober 2004
  5. Norman Bates
    Verbringt hier viel Zeit
    204
    101
    0
    Verheiratet
    Meine Meinung:

    Wir sind seit 13 Jahren verheiratet und würden eigendlich gerne Kinder haben. Nur lässt das die momentane finazielle Situation nicht so richtig zu. Das soll nicht heissen, das wir an der Armutsgrenze leben, aber wir haben einfach zuviel Angst, das es uns doch finanziell überfordern würde.
    Und da sind wir nicht die einzigen.
    Ich habe halt die Vorstellung, wenn KIND dann soll es dem KIND auch an nichts fehlen und ich habe keinen Boch dadrauf, deswegen 3 Jobs zu machen und trozdem jede Mark - sorry - jeden (T)EURO fünfmal umzudrehen und immer wieder sagen zu müssen: Nein, Klausi, Mausi oder wie auch immer, du darfst nicht ins Karussell...das ist zu teuer... :angryfire

    Danke für`s Verständnis!
     
    #5
    Norman Bates, 6 Oktober 2004
  6. Hermann
    Gast
    0
    @ Brainbug78


    Deine positive Einstellung ist lobenswert. Meinst Du, daß, wenn Dein obiger Satz im ganzen Bundesgebiet plakatiert würde, sich die Deutschen von einem sterbenden Völkchen zu einem sich vermehrenden Volk entwickeln würden?

    Ich meine, daß guter Wille nur ein Aspekt unter vielen ist. Ein familienfreundlicheres Klima in der ganzen Gesellschaft würde ganz andere Rahmenbedingungen voraussetzen. Andere europäische Länder könnten uns da Vorbild sein. Warum bekommt die französische Frau mehr Kinder als die deutsche? Ich hatte den Grund einmal gelesen. Mir ist er aber entfallen. Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen.
     
    #6
    Hermann, 6 Oktober 2004
  7. Dasding
    Dasding (34)
    Verbringt hier viel Zeit
    204
    103
    1
    vergeben und glücklich
    @Norman Bates: Ist eine von vielen Meinungsrichtungen!

    Nun ich bin seit kanpp 5 Jahren und werde dieses Jahr 23!!
    Wir haben 1 Kind (wird 3 Jahre) und ich muss eines sagen, das beste und unbezahlbarste was Du Deinem Kind geben kannst ist ZEIT! Natürlich muss man auch bereit sein im Interesse des Kindes etwas kürzer zu treten, jedoch wer das schon nicht möchte braucht auch keine Kinder!!
    Denn was ist denn wirklich das Hauptproblem in Deutschland in Bezug auf Kriminalität usw. ??? Ich kann es Dir sagen...die Eltern haben aufgrund finanzieller Engpässe (beide arbeiten) .... einfach kaum mehr Zeit für Ihre Kinder, die Folge: Verwarlosung!! Das was Ihnen zu Hause von den Eltern fehlt wird über Fernseher oder PC oder oder oder kompensiert.
    Ich glaube zudem auch das in Deutschland keiner verhungern muss (auch nicht mit Hartz 4)! Die Ängste sind verständlich, da es etwas ganz neues und relativ unkontrollierbar ist, jedoch nicht die Finanzangst! Und wie gesagt, wem Beruf und Karriere und "Kapputtarbeiten" wichtiger ist, soll dies tun aber bitte KEINE Kinder in die Welt setzen (wegen der fehlenden Zeit für die Sprösslinge)!
    Zur Info zum Schluss...ich arbeite selbst bei der Post im Frachtbereich und bin noch nicht einmal Arbeitslos geworden...wer Arbeit haben will bekommt diese auch nur kann man halt net mehr so gut auswählen wie früher!

    Jedenfalls hoffe ich fühlt sich niemend angegriffen, ist nur MEINE PERSÖNLICHE Meinung! :zwinker:

    Gruss, Dasding
     
    #7
    Dasding, 6 Oktober 2004
  8. bommeldu
    bommeldu (46)
    Verbringt hier viel Zeit
    163
    101
    0
    Single
    @Norman Bates: Machts einfach und lasst euch nicht von anderen belabern. Im schlimmsten Fall wird es immer Unterstützung geben. Außerdem werdet ihr dann bestimmt stärker, wenn ihr Verantwortung übernehmen müßt. Vielleicht kannst Du dann auch auf der Arbeit mehr Verantwortung übernehmen und Du bekommst eine Gehaltserhöhung oder so. Könnte ja auch mal sorum laufen. Positiv gesehen.

    Habt ihr eine Familienberatungsstelle oder so, dann frag doch mal da welche wie sie es geschafft haben. Und vor allem was sie vorher alles gedacht haben und wie es dann wirklich wurde.

    Ich meine, wenn ihr so sonst mit Geld umgehen könnt (hört sich stark danach an) dann sollte das doch gehen.
     
    #8
    bommeldu, 7 Oktober 2004
  9. Mr. Poldi
    Verbringt hier viel Zeit
    3.068
    121
    0
    vergeben und glücklich
    Meine Meinung:

    Wer bewusst Kinder kriegt ist selber schuld. Ich werde mir den Stress etc. auf jeden Fall nicht antun. Klar, ist irgendwo unfair gegenüber der Gesellschaft - stört mich aber nicht großartig: Was tut denn die Gesellschaft für mich?
     
    #9
    Mr. Poldi, 7 Oktober 2004
  10. LadyEttenna
    0
    @ kirby.....was soll das denn bitte heißen : Wer bewusst Kinder kriegt ist selber schuld ????????????
     
    #10
    LadyEttenna, 7 Oktober 2004
  11. Brainbug78
    Brainbug78 (38)
    Verbringt hier viel Zeit
    226
    101
    0
    Verheiratet
    Da wirst Du es die nächsten Jahre ja richtig gut haben. Wünsche Dir dann aber auch viel Spaß, wenn Du als Rentner zuhause sitzt, und Dir wünschst, das die Familie mal vorbeikommt. Naja, wenn alle Stricke reissen, wird sich ja der Staat in einem netten Heim um Dich kümmern. :zwinker:
     
    #11
    Brainbug78, 7 Oktober 2004
  12. Galatea
    Gast
    0
    Jaja, die Meme besiegen die Gene.
    Das hat man davon, wenn man zwei Replikatoren mit unterschiedlichen Interessen ausgesetzt ist.
    Mal schaun, wann das wieder kippt.
     
    #12
    Galatea, 7 Oktober 2004
  13. Mr. Poldi
    Verbringt hier viel Zeit
    3.068
    121
    0
    vergeben und glücklich
    Ich hoffe mal dass es nicht soweit kommt. Wenn man nicht mehr produktiv ist wäre es ökonomisch gesehen besser aus dem Leben auszuscheiden.
     
    #13
    Mr. Poldi, 7 Oktober 2004
  14. Thomaxx
    Gast
    0
    also, das kann ich mal subjektiv nicht bestätigen, ich glaube, in meiner ehem. Heimatstadt war so ziemlich jede Frau zw. 25 und 30 grad schwanger oder hatte schon 3-19 Kinder :bier:
     
    #14
    Thomaxx, 8 Oktober 2004
  15. bommeldu
    bommeldu (46)
    Verbringt hier viel Zeit
    163
    101
    0
    Single
    Das kann ich subjektiv auch nicht bestätigen, da ich noch 4 Brüder habe.
    Aber objektiv ist es nun mal so.
    Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Du lebst ja in einer ökonomisch weitestgehend intakten Region.
     
    #15
    bommeldu, 10 Oktober 2004

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