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Angst vor emotionaler Anhängigkeit

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Miss_Marple, 30 August 2006.

  1. Miss_Marple
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    nicht angegeben
    als es vor kurzem mal wieder heftig gekracht hat zwischen meinem freund und mir, kam auch etwas zur sprache, was ich irgendwie schon länger geahnt und befürchtet hatte:

    er kann sich nicht wirklich auf mich einlassen, sich nie richtig öffnen, blockt ab und kann keine wirklich tiefen gefühle zulassen.
    sobald es tiefer gehen könnte, macht er dicht und geht auf distanz - emotional, aber auch ganz wörtlich, er meldet sich dann tagelang nicht.
    er begründet das mit seiner angst, wieder fallengelassen und verletzt zu werden. emotionale abhängigkeiten könne er nicht mehr zulassen, weil er eine erneute enttäuschung nicht überleben würde, sagt er.

    wenn er erstmal "ganz aufmacht", wie er es nennt, sei "alles zu spät", dann gebe es nur noch ganz oder gar nicht für ihn. dann würde er bei mir bleiben, komme was wolle. wenn er liebt, dann absolut und mit allen konsequenzen.


    natürlich trifft mich das und hat daneben auch noch auswirkungen auf jede form der zukunftsplanung, die über das nächste wochenende hinaus geht.
    er blockt alles ab, was irgendwie auf eine gemeinsame zukunft ausgerichtet sein könnte, weicht gesprächen übder die teilzeit-fernbeziehung, die wir ab nächstem jahr haben werden, ebenso aus wie denen, über seine berufliche zukunft (eh so ein streitthema zwischen uns). das ginge mich alles einen scheiß an, ich können ihn ja sofort verlassen, wenns mir zu blöd werde :traurig_alt:

    zwar glaube ich nicht, dass dieses abblocken und dichtmachen mit mangelnden gefühlen zu tun hat (obwohl: kann man überhaupt wirklich dicht machen, wenn die gefühle da sind? macht man da nicht automatisch sehr weit auf und will das auch?), sondern wirklich mehr mit seiner angst, verlassen zu werden. trotzdem beunruhigt mich das alles sehr und ich weiß grade gar nicht, wie ich damit umgehen soll.

    hat so eine Beziehung überhaupt eine chance?
    kann ich ihm irgendwie helfen, mehr zu vertrauen, sich mehr zu öffnen?
     
    #1
    Miss_Marple, 30 August 2006
  2. desh2003
    Gast
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    Schwierig. Glaube, dass man von aussen keinen Rat geben kann. Wissen, ob du oder ihr damit klar komm(s)t, tu(s)t du/ihr erst hinterher.
     
    #2
    desh2003, 30 August 2006
  3. Sternschnuppe_x
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    Wie lange seid ihr denn schon zusammen, schon eine ganze Weile, oder?

    Ich denke, es ist sehr schwierig, mit jemandem eine WIRKLICH langfristige Beziehung zu führen (also nicht nur 2, 3 oder 5 Jahre, sondern 10 Jahre oder mehr, inkl. gemeinsamem Leben/gemeinsamer Zukunftsplanung), der sich auch nach einer langen Zeit noch nicht wirklich auf den anderen einläßt.

    Eine Beziehung immer nur "von heute auf morgen" wäre für mich nicht das richtige. Ich könnte auf die Dauer nicht damit leben, immer nur für die nächste Woche zu planen und bei allem, was einige Monate entfernt liegt, immer nur ausweichende Antworten/Reaktionen zu bekommen.

    Natürlich kann man nicht nach 2 Wochen Beziehung die nächsten 10 Jahre verplanen, aber für mich ist dieses "ist doch nett, so wie's grade ist, ich schaue einfach mal von Woche zu Woche, wie's weitergeht, ZU verbindlich soll es ja erstmal auch nicht sein" eher eine Sache, die an den Anfang einer Beziehung gehört. Wo man sich eben noch nicht so 100%ig sicher ist, was für eine Beziehung sich entwickeln wird, wo man sich noch nicht so richtig "fallenlassen" und öffnen kann. Aber irgendwann sollte doch der Punkt kommen, wo es etwas "ernster" wird. Wo man auch bereit ist, Probleme miteinander zu lösen (nicht nur Beziehungsprobleme, sondern auch Probleme außerhalb der Beziehung, wo man den Partner aber miteinbezieht, um Rat fragt etc...) und nicht immer einen "Fluchtweg" offenzulassen und letztendlich nur sein eigenes Ding zu machen.

    Ich habe nach allem, was du schon erzählt hast, ein bißchen das Gefühl (du kannst mich ruhig korrigieren, wenn ich daneben liege :zwinker:), dein Freund ist so jemand, der am liebsten einfach nur "in den Tag hinein lebt". Der sich Problemen nicht gerne stellt, sondern sie lieber von sich wegschiebt, solange es nur irgendwie geht. Der sich nicht gerne festlegt, sondern immer einen "Fluchtweg" offenlassen möchte. Der sich schnell eingeengt und "eingesperrt" fühlt, wenn er zu viele Verpflichtungen (sei es dir gegenüber, oder auch auf anderen Gebieten in seinem Leben) hat.

    Ob du damit leben kannst bzw. ob du so jemanden auf die Dauer als Freund möchtest, das mußt du selbst wissen. Ich kenne jemanden, der glaube ich ein bißchen so ähnlich ist. Ist echt ein lieber Kerl, meistens lustig und gut drauf, total nett und alles, aber er ist jetzt auch schon Mitte/Ende 20 und wechselt seine Jobs immer noch ständig, hat vieles angefangen, aber nichts zu Ende gebracht und scheint auch nicht so wirklich an die Zukunft zu denken (also, jetzt zur Zeit geht es ihm gut, er jobbt mal als Snowboardlehrer, mal als Reisebegleiter, mal als Animateur, mal in einem Reisebüro, mal als Lagerarbeiter, z.T. auch saisonbedingt, aber er hat glaube ich keine Ausbildung so richtig zu Ende gebracht, und das ist ja nichts, was er die nächsten 30 Jahre wirklich machen könnte).

    Ich meine, ich finde ihn echt nett, er ist unkompliziert, lustig, kennt jeden, versteht sich mit jedem, aber als Freund wäre das dann doch nicht mein Fall. Weil ich keinen Freund wollen würde, der mit 30 immer noch nicht so richtig im "Erwachsenenleben" angekommen ist, dessen Leben sich immer noch nur um "Weggehen", "Party", "Kumpels" usw. dreht. Ich sage damit nicht, daß man ab Ende 20 keinen Spaß mehr haben können soll, aber dieses extrem "Unstete" würde mich bei einem potentiellen Partner sehr abschrecken.

    Mittlerweile fängt ja bald das neue Semester wieder an in Deutschland, hat er denn mittlerweile etwas, was er macht?

    Sternschnuppe
     
    #3
    Sternschnuppe_x, 31 August 2006
  4. Miss_Marple
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    upss, das wollte ich noch einfügen, hab's dann wohl vergessen:
    nächste woche ist es ein jahr.

    nein, da gibt es nichts zu korrigieren, das trifft es sehr gut. ob es auch für unsere Beziehung so zutrifft, weiß ich nicht sicher, aber für alles andere ist es genau so.
    so wie er es schildert, ist es eher die angst, dass ich ihn verlassen könnte, die ihn hindert, sich weiter einzulassen und mehr in die beziehung zu investieren.
    ich hatte auch in den letzten monaten nie wirklich das gefühl, dass er weniger gefühle für mich haben könnte als umgekehrt. wirklich sicher bin ich mir da aber auch nicht mehr. sucht man nicht selbstverständlich eine langfristige perspektive, wenn die entsprechenden gefühle vorhanden sind? :ratlos_alt:

    das war anlass des streits, bei dem dann auch dieses "sich-nicht-öffnen-können" mal richtig zur sprache kam.
    ich hatte ihm im januar und jetzt im juli wieder daran erinnert, dass am 15. bewerbungsschluss ist und ihn einige tage später auch nochmal gefragt, ob er sich beworben hatte. ja, klar, er habe seine unterlagen einem kumpel mitgegeben, der habe sie im sekretariat abgegeben.
    wie sich jetzt rausstellte, hat er das nicht getan und mir das nur erzählt, damit ich ihn in ruhe lasse.
    beworben hat er sich nur ein einziges mal, zum ws 2005, also vor einem jahr. auf dem ablehnungsbescheid (den er vermutlich nur einmal überflogen hat) stand, dass er auf platz xy der warteliste sei - was er dann so interpretiert hat, dass er da jetzt für die nächsten jahre bleibt und automatisch nachricht bekommt, wenn er zugelassen wird. erneute bewerbung überflüssig.
    ich bin fast ausgetickt, hab mich dann aber am nächsten tag trotzdem hingesetzt und ihm nochmal zwei lange mails mit lehrstellen, berufsschulinfos, berufsakademien, zulassungsfreien studiengängen, weiterbildungen usw. geschickt. inklusive telefonnummern und bewerbungsbögen. wirklich all-inclusive, er muss es sich um fast nichts mehr kümmern. (ob das sinnvoll ist, ihm so die arbeit abzunehmen, ist eine andere frage. mir ist absolut klar, dass das eine sehr zweischneidige sache ist und das auch nach hinten losgehen kann. aber irgendwie konnte ich nicht anders :zwinker: )
     
    #4
    Miss_Marple, 31 August 2006
  5. Sternschnuppe_x
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    Single
    Doch, natürlich. Ich sage mal, es ist nicht jedermanns Sache, EXTREM vorauszuplanen. Aber wenn z.B. klar ist, daß einer von beiden zum Studieren wegzieht (du meintest ja was von "Teilzeitfernbeziehung", hat das etwas mit deinem Studium zu tun?), dann ist es doch ganz normal, daß man darüber auch vorher schonmal redet, wie man sich das vorstellt, wie das laufen sollte usw...


    Also sowas fände ich, um es mal ganz unpoetisch auszudrücken, unter aller Sau. Klar, vermutlich hat jeder schonmal eine "Bequemlichkeitslüge" benutzt, aber doch nicht bei einem so ernsten, wichtigen Thema! Es ist doch ein Unterschied, ob man auf "Hast du den Müll schon runtergebracht?" sagt "Jaja" (obwohl man das erst später machen wird, aber weil man eben keine Lust hat, angemotzt zu werden), oder ob man das auf die Frage "hast du dich für einen Studienplatz beworben?" macht. Noch dazu, wenn das vorher schon so oft Thema war!

    Und hat er darauf jetzt irgendwie reagiert? MACHT er jetzt irgendwas? Hat er sich bedankt? Hat er sich jetzt wo erkundigt/beworben?

    Daß das nicht wirklich gut für ihn ist, ist ja irgendwie klar. Denn irgendwann muß man auch mal lernen, daß man eben SELBST für sein Leben verantwortlich ist und auch diese Verantwortung übernehmen muß. In der Schule bekommt man noch alles fertig serviert und muß sich um nichts weiter kümmern, danach ändert sich das eben, und da ist auch Eigeninitiative gefragt. Wer die nicht hat, bei dem passiert eben auch nichts.

    Ich denke, ich hätte ein sehr, sehr großes Problem damit, mit jemandem wie deinem Freund eine Beziehung zu führen. Natürlich, einerseits ist es ja sein Leben, wahrscheinlich kommt das bei ihm dann auch als Begründung ("Das kann dir doch egal sein, ist doch meine Sache, ob ich mich bewerben will oder nicht"), aber wenn man mal längere Zeit zusammen ist und sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann, dann ist es einem logischerweise nicht mehr total egal, was der Partner beruflich bzw. in seinem Studium macht.

    Ist ihm denn überhaupt klar, daß er da ein riesiges Problem hat? Also, weniger im Hinblick auf eure Beziehung, sondern eher im Hinblick auf seine Zukunft? Oder ist das auch wieder sowas, was er eben verdrängt und rausschiebt? Ich könnte mir auch vorstellen, daß seine heftige/wütende Reaktion auch daher kommt, daß er selbst genau weiß, daß es dumm von ihm ist, einfach gar nichts zu machen, und daß deine Hinweise/dein Drängen/dein Nachfragen ihn in seiner "Verdrängungstaktik" stören. Andererseits - er muß ja irgendwann wirklich mal einsehen, daß er sich IRGENDWANN so oder so der Sache stellen werden muß. Und wenn er das nicht schafft/will, dann wäre das für mich ein gewaltiges Beziehungshindernis!

    Sternschnuppe
     
    #5
    Sternschnuppe_x, 31 August 2006
  6. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    vielleicht ist es eine gemeine frage, aber: was liebst du an ihm? was fühlst du für ihn?

    ich weiß, dass ich mit jemandem, der sich so "prinzipiell" gehenlässt, ein großes problem hätte. klar ist jeder mal faul, ab und an schlendrian gehört dazu. aber solches verhalten wie das deines freundes... nee. dass du ihm "beine machst" und ihm helfen willst, kann ich sehr gut verstehen. nur gibts eben auch grenzen. hat er auf deine mails mit den ganzen informationen denn IRGENDWIE reagiert?

    und ist es für dich möglich, dich nach seinen äußerungen zum thema "er und du" dich noch so verbunden zu fühlen, wie du es dir in einer liebesbeziehung wünschst? er wird auch positive eigenschaften haben, da bin ich sicher, aber wenn du die zeit mit ihm nur genießen kannst, wenn du die negativen eigenschaften und seine lebens-un-planung ausblendest?

    geht ja nicht darum, dass jemand karriere machen "muss" und "was erreichen" soll, was sich in mein-haus-mein-boot-mein-auto bemessen lässt. aber ne alles-egal-haltung wär für mich ein problem und ließe meine gefühle wohl letztlich absterben...
     
    #6
    User 20976, 31 August 2006
  7. Miss_Marple
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    nicht angegeben
    ich finde nicht, dass das eine gemeine frage ist, schließlich stelle ich sie mir in der letzten zeit selbst oft genug. was ich an ihm liebe? man sollte es nicht meinen, aber er ist wirklich ein richtig feiner kerl. aufmerksam, humorvoll, zärtlich. er erträgt meine launen und meine zickigkeit, motiviert mich, baut mich auf, hört mir zu. außerdem sieht er ziemlich lecker aus und wir haben verboten guten sex :grin:
    und je länger wir zusammen sind, desto wohler und vertrauter fühle ich mich mit ihm und desto sicherer bin ich mir, dass ich mit genau diesem mann zusammen sein will.

    er hat sich artig bedankt, worauf ich aber nicht allzu viel geben würde. vorhin kam ne sms, ob ich nicht ein bisschen später kommen könne, er sei noch am bewerbungsmappen machen. bin gespannt :zwinker:

    tja. das ist das, was ich eben im moment selbst nicht recht weiß. er hat mich getroffen und ich bin seitdem permanent am grübeln, ob da nicht vielleicht doch die großen gefühle seinerseits fehlen, auch wenn ich vorher eigentlich nie zweifel daran hatte.
    grundsätzlich bin ich aber nicht nachtragend und kann solche äußerungen, wie er sie gemacht hat, ganz gut "vergessen" oder zumindest soweit hintanstellen, dass sie mich in meinem lieben nicht mehr beeinflussen. letztlich ist das aber etwas, was sicher nur die zeit zeigen kann.

    das habe ich auch immer gedacht - nie und nimmer hätte ich mir vorstellen können, mit einer so faulen ratte zusammen zu sein, wie dieser knabe eine ist.
    und jetzt? seine perspektivlosigkeit, die unverbindlichkeit und eben diese ganze aufschieberei treiben mich zwar fast zur verzweiflung, ändern aber -zumindest bislang- wenig an meinen gefühlen. die sind immer noch voll da und ich will diesem kerl helfen, eben weil ich mit ihm zusammen sein will.
     
    #7
    Miss_Marple, 31 August 2006

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