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Angst vor Menschen und Nähe

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Nekro, 31 Mai 2005.

  1. Nekro
    Nekro (34)
    Benutzer gesperrt
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    Single
    Seit meiner Kindheit schon habe ich Berührungsängste, ich leide an Panikattacken und ganz besonders an Angst vor anderen Menschen. Ich traue mich kaum noch irgentwohin, nur dort, wo ich die Menschen sehr gut kenne, und weiß, dass sie mich mögen. Ich kann nicht mit anderen Menschen reden und umgehen, sie sind so anders als ich und haben oft seltsame Ansichten und reagieren meist immer recht abweisend oder merkwürdig auf mich.
    Ich weiß nie, was ich sagen soll, oder wie ich mich verhalten soll.
    Über die meisten Dinge z.B. Beziehung, Politik und ach ich weiß nicht was, kann ich nie mitreden, meine Interessen sind ganz anders, ich interessiere mich für Paraphilie, Parasychologie, Esoterik, Magie, Kunst, Lyrik ect. ich bin ein sehr Natrurverbundener Mensch.
    Ich bin exzentrisch, mag auch das Extreme, damit können viele Menschen nicht umgehen, kann mit dem Normalen nichts anfangen.
    Aber ich leide darunter, das Gefühl zu haben, nirgentwo dazuzugehören, vielleicht hat jemand einen Rat für mich, wo ich Menschen kennenlernen kann, die mich so verstehen und tolerieren, wie ich bin. Und wie ich im Alltag mit meiner Angst umgehen kann.

    Gruß Nekki
     
    #1
    Nekro, 31 Mai 2005
  2. mega1980
    Gast
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    ich glaub was dir einfach fehlt ist ne tüte selbstbewusstsein. geniesse es doch das du nicht mainstream bist. falls du nicht gerade in nem kleinen spiessigen dorf wohnst nimmts dir auch keiner übel.

    ich hatte lange zeit auch das problem, ständig verrückte sachen machen zu wollen, auf parties und veranstaltungen zu wollen wo nie einer mitwollte....und irgendwann einfach alleine losgezogen...da ist man viel kommunikativer und meist auch unter gleichgesinnteren.

    hat mir sehr viel geholfen und man lernt auch viele menschen kennen...viele gehen aber einige sind auch schon seit vielen vielen jahren gute freunde.

    hab mut und steh zu dir und hör auf dich zu fragen ob du anders bist....bist du nicht, nur interessanter!

    ich hoffe mal nekro kommt nicht von nekrophil :eek:
     
    #2
    mega1980, 31 Mai 2005
  3. leer
    leer (52)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Ich würde trotzdem irgendwie einen Kontakt zu Menschen suchen: Geh in einen Schachclub, ein Sportstudio, tanzkurs ....

    Sich: Da wird berührt, aber alle das sind am ersten tag schüchtern und reden später immer über das selbe Thema.
     
    #3
    leer, 31 Mai 2005
  4. Jugger
    Jugger (37)
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    nicht angegeben
    Hi!

    mir gings ähnlich wie Dir. Panikattacken, Angst vor Menschenmengen, und so weiter und so fort...
    Hab das durch zwei Dinge erfolreich "beenden" können:

    1. Therapie
    2. Unerschütterlichen Glauben an sich selbst entwickeln (ist möglich)

    Wenn Du noch fragen hast, gerne eine PN schreiben!

    Gruß Jugger
     
    #4
    Jugger, 31 Mai 2005
  5. reflective
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    nicht angegeben
    Möglicherweise leidest Du unter Soziophobie. Kannst Dir ja mal den Link angucken, um zu sehen, ob's auf Dich zutrifft. Dort gibt es auch ein Forum und es wird beschrieben, wie man das Problem angeht:

    http://www.sozialeangst.de/
     
    #5
    reflective, 31 Mai 2005
  6. Gravity
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    nicht angegeben
    Ich würd auch eher auf soziale Angst tippen.

    Das hatte/hab ich auch. Weiß nicht genau, wo ich heute stehe. Die Angst die Du beschrieben hast kenne ich auch. Vor allem früher hatte ich mächtig Angst vor allen die ich nicht kannte. "Was könnten sie denken?", war sehr beliebt dabei und ich habe Angst gehabt, dass WIRKLICH ALLES was ich mache irgendwie kritik erregt. Das ich mich nur bewege und andere schon schlecht von mir denken. Und ich dachte nicht, dass sie was schlechtes denken könnten, ich glaubte direkt, dass sie wirklich was schlechtes von mir denken. Das war schon wie eine persönliche Überzeugung. Somit fühlte ich mich unvorzeigbar, unhaltbar und unausstehlich.

    Anfang 97 hab ich dann mal erfahren, dass es sowas wie ne soziale Phobie gibt und dass das behandelbar ist. Vorher wurde mir von der Umwelt immer eingetrichtert, dass das mangelndes Selbstbewusstsein sei und ich mich doch nur zusammenreißen müsste. Ich war als Faul verschrien, weil ich mir keine Ausbildung suchte - ich traute mich nicht zu den Betrieben oder zu einem Vorstellungsgespräch. Amtsgänge, Besuche oder andere Gelegenheiten um Menschen zu treffen vermied ich so gut es ging.
    Aber ab dem Fernsehbericht im Januar 97 wusste ich, dass es nicht nur an mir lag. Aber erst ende 99 versuchte ich in eine Therapie zu kommen. Ich brauchte ein halbes Jahr um überhaupt einfach nur mal anzurufen.

    Ich war 1 1/2 Jahre in Therapie. Ich finde, dass sie nicht soviel gemacht hat, außer das mich die Therapie zu diversen Dingen ermutigte, die vielleicht die Basis für alles andere war. Anfang 2001 erlitt ich dann eine persönliche Krise, wo ich völlig zusammenbrach - aber ab da gings dann plötzlich steil bergauf. Für etwa ein halbes Jahr konnte ich sehr viel gegen die Phobie tun.

    Inzwischen ist der Aufwärtstrend abgeflaut, was wohl auch an meiner derzeitigen sozialen/wirtschaftlichen Lage begründet ist. Meine Phobie bin ich nicht wirklich los, aber sie ist erheblich besser geworden. Ich trau mich heute Dinge, die ich früher nie gemacht hätte - egal welche Nachtteile es für mich erbracht hätte. Aber selbst heute hab ich schweineangst vor einem Vorstellungsgespräch, aber zumindest vermeide ich es nicht mehr. Telefonaten versuche ich zu vermeiden, auch fremde Menschen ansprechen fällt mir immernoch verdammt schwer. Auch Gespräche führen sind für mich noch immer der reinste Stress. Vor allem mit Frauen. Ich mach sowas nur, wenn es denn unbedingt sein muss. Und oft brauche ich erhebliche Anlaufzeit. Jobs wo ich viel Telefonieren muss oder scheinbar grundlos Menschen ansprechen muss, wären für mich die reine Hölle.

    Aber trotz aller Einschränkungen muss ich sagen, dass ich bereits wesentlich mehr machen kann, als früher.


    Beschäftige dich mit der sozialen Phobie. Vielleicht ist es ja das was Du hast. Wenn ja, wäre das eine gute Nachricht: Ein erkanntes Problem kann gelöst werden.
     
    #6
    Gravity, 31 Mai 2005
  7. Petra85
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    vergeben und glücklich
    Das erinnert mich manchmal etwas an meinen Freund. Er hat zwar keine soziale Angst, davon bin ich überzeugt, schließlich hat er auch Hobbies o.ä. allerdings ist sein Umgang mit fremden Menschen sehr komisch. Wenn ich mit ihm auf Feste gehe, ist er sehr ruhig und zurückgezogen, er redet sehr wenig und wenn ich ihm Freunde vorstelle erst recht. Er sagt immer, er wolle sich nicht in den Vordergrund drängen aber das tut er ja damit eigentlich überhaupt nicht.
    Er kann mit anderen oder fremden Leuten nichts anfangen, ist irgendwie traurig und ich hab dann immer bissl Hemmungen ihn irgendwohin mitzunehmen, weil er dann nur durch die gegend starrt..
     
    #7
    Petra85, 31 Mai 2005
  8. Angel4eva
    Angel4eva (28)
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    nicht angegeben
    Aber ab wann weiß man, dass es eine soziale Phobie ist und nicht einfach Unsicherheit, Schüchternheit oder fehlendes Selbstbewusstsein/-vertrauen?
     
    #8
    Angel4eva, 31 Mai 2005
  9. reflective
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    nicht angegeben
    Ich sage jetzt einfach mal, dass man "normale" Schüchternheit bzw. fehlendes Selbstvertrauen überwinden kann, wenn man ansonsten erhebliche Einschränkungen im Leben hinnehmen müsste. Ein genanntes Beispiel ist beispielsweise, keinen Ausbildungsplatz zu suchen wegen der Angst.

    Ich beschäftigte mich etwas mit dem Thema wegen einer Bekannten, die (im Alter von 24 Jahren) an der Supermarktkasse richtig zitterte, aus Angst, es könnte was passieren (z.B. Münze fällt runter und die Leute gucken,...). Da ist es wohl offensichtlich. Ansonsten ist es wohl am besten, wenn der Betroffene sich selbst mit bestimmten Fällen identifiziert, deswegen riet ich, den Link zu verfolgen, wo auch Beispielfälle gegeben sind. Ansonsten ist es denk ich mal schwer, über ein Forum sagen zu können: Du bist einfach nur schüchtern bzw. Du hast soziale Phobie und damit quasi eine (therapierbare) Krankheit...
     
    #9
    reflective, 31 Mai 2005
  10. Gravity
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Ob man nur Schüchtern ist oder schon ein Phobie hat, kann man oft selbst gar nicht sagen. Alle Ängste sind für einen selbst normal. Es ist der "Way of Life". Man fängt an an sich zu zweifeln, weil man es nicht schafft "sich zusammen zu reißen und einfach mal eben..."
    Immerhin sieht man ja alle anderen, die das scheinbar problemlos auf Kommando können. Ich weiß noch, wie komisch das war, als ich herausfand, dass andere auch sowas wie Hemmungen, Ängste und Nervosität vor sozialen Situationen haben. Leider war da noch der Punkt, dass sie sich trauten - und ich nicht.
    Die Übergänge zwischen Schüchternheit und Phobie sind fließend und nicht klar abzugrenzen. Ich würde sagen, dass es ab da bedrohlich wird, wo es das eigene Leben einschränkt. Wenn man nicht mehr das Haus verlässt, keine Freunde deswegen hat oder sucht, Kontakte vermieden werden oder auch lebenswichtige Sachen unterlassen werden.
    Das man sich keine Ausbildung sucht oder keine Freunde hat, sehe ich eher als "Kollateral-Schäden", der Hauptschaden wird in der eigenen Psyche angerichtet. Man verliert Selbstvertrauen und -bewusstsein. Man reibt sich an der Angst so auf, dass man entweder alle Ängste meidet oder daran zusammen bricht. Die Angst scheint ein solches Hindernis zu sein, dass alle negativen Folgen einer Vermeidung der Angst als Vorteilhafter gesehen werden. Man entscheidet sich für das kleinere Übel.

    Ich denke auch, dass der unterschied zwischen einer Phobie und Schüchternheit darin liegt, dass die Ängste bei Schüchternheit nicht schlimmer werden.
    Bei Schüchternheit kann man sich über die Angst hinwegsetzen und die Ängste werden mit zunehmender Übung geringer. Spricht man immer wieder Leute an - fragt zum Beispiel nach der Uhrzeit - verliert sich die Angst irgendwann aus gewohnheit.
    Bei einer Phobie nehmen die Ängst jedoch zu oder bleiben zumindest gleich. Als Phobiker sieht man nicht den Erfolg, sondern das Übel, dass man es getan hat. Vorher und Hinterher macht man sich über die Gedanken der Menschen sorgen. Schämt sich für vermeintliche Fehltritte in Bewegung, Aussprache, Wortwahl oder sogar für sich selbst. Das verstärkt die Angst für das nächste mal.

    Das war bei mir auch so. Inzwischen kann ich wohl die Menschen auf der Straße nach der Uhrzeit fragen ohne das die Angst schlimmer wird. Aber ich würde sie nur Fragen, wenn es sich nicht vermeiden lässt und die Uhrzeit sehr wichtig wäre.
    Was heute auch nicht mache, mit Firmen telefonieren um nach einen Job zu fragen. Wenn ich einen Job suche, mache ich das nur schriftlich. Das ist mein Minimum was ich halten kann. Würde man mich zum Telefonieren zwingen, würde die Phobie wieder einsetzen und die Angst wieder ungeahnte höhen annehmen - und das würde meine sämtlichen Bewerbungsmaßnahmen ruinieren.

    Frauen ansprechen ist genauso ein Problem. Schriftlich mag es gehen, aber direkt ansprechen ist sehr problematisch. Selbst wenn ich mich dann mal traue - oder es sich so ergeben hat - bin ich so nervös und ängstlich, dass ich irgendwas falsch mache, dass mir die Situation völlig entgleitet.
    Ich komme mir falsch vor - unauthentisch. Ich rede irgendwas - was mir als der völlige, uninteressante Blödsinn vorkommt. Ich werde hektisch und hab schwierigkeiten auch nur einen Satz gerade heraus zu bekommen. Ich denke die ganze Zeit nach, was ich sagen könnte. Etwas was richtig ist. Etwas, was sie nicht sofort vertreibt. Ich hab Angst, dass sie sich abwendet. Denke an die Gründe warum sie das tun könnte und wie ich was dagegen unternehmen kann.
    Stress vorprogrammiert. Von außen sieht man nicht viel davon. Ich seh dafür nicht mehr viel von der Außenwelt. Das ganze legt sich erst etwas, wenn ich eine weile im Gespräch bin - aber es legt sich nie ganz. Das ist nicht nur bei Frauen so, sondern bei allen - selbst bei Freunden, aber bei Frauen ist das immer am schlimmsten.
    Und ich bin dabei schon froh, dass es nicht schlimmer wird, sondern eher gleichbleibt. Für mich ist das schon Fortschritt. Ich mal Tage, da geht dann gar nichts und Sternstunden, wo es erstaunlich locker geht.
    Nur das Gefühl mich gut unterhalten und verstanden zu haben, habe ich nie. Und ich finde es immer wieder erstaunlich wenn andere von so einer Erfahrung reden. Für mich ist Gespräche führen Stress - selbst wenn ich mich gerne mit jemanden unterhalte.

    Erwähnt werden sollte vielleicht noch, dass eine soziale Phobie verschiedene Ausprägungen und Schwerpunkte haben kann. Der eine hat mehr vor der Situation angst, der andere wiederrum vor einer anderen Situation.
    "Soziale Phobie" ist ein Begriff der verschiedene Ängste zusammenfasst. Gemein haben sie alle, dass es sich um Angst vor sozialen Situationen handelt. Sei es in einer Schlange zu stehen, ein Glas umzukippen, über die Straße zu gehen, Reden zu halten, auf einer Party zu sein, zu telefonieren oder im Mittelpunkt zu stehen. Die Liste lässt sich weit fortführen.

    Auf der Seite www.sozialeangst.de gibt es auch ein Forum, da kann man einen guten Eindruck über die Ängste und Sorgen der einzelnen Phobiker gewinnen.
     
    #10
    Gravity, 1 Juni 2005

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