Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Angst vor mir selber

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Apfelmund, 8 August 2006.

  1. Apfelmund
    Verbringt hier viel Zeit
    91
    91
    0
    vergeben und glücklich
    Ich mache mir zurzeit mal wieder echt Sorgen um mich selbst. Irgendwas stimmt mit mir nicht.
    Es gibt immer verschiedene Phasen von 1-3 Monaten, in denen ich entweder gut oder schlecht drauf bin.

    In den „guten“ Phasen bin ich aktiv, eigenständig, von mir selbst überzeugt und zufrieden. In dieser Phase lerne ich viele neue Leute kennen (vor allem Männer), knüpfe Freundschaften und pflege diese mit Freunde, schmiede Zukunftspläne, bin neugierig und weltoffen und kann mich selber mögen und schätzen. Ich gebe viel und bekomme auch viel zurück.
    Allerdings komme ich mir dabei oft recht oberflächlich, gefühlstaub und fremd vor, was mich an den Hochpunkten aber nicht weiter stört.

    In den „schlechten“ Phasen hingegen bin ich introvertiert, ängstlich, absolut lustlos und unmotiviert, lasse Freundschaften (die nicht wirklich welche sind, von denen sich in der vorigen Phase so einige ansammeln) fallen, quäle mich durch den Tag und weiß nichts mit mir und meinem Leben anzufangen, grübele über meine Zukunft und über meine Psyche nach und fühle mich klein und wertlos. Das schlimmste Problem ist diese schreckliche Einsamkeit in mir.
    Dabei fühle ich mich mir selbst am nächsten, auch wenn ich dieses „Ich“ ganz und gar nicht mag.

    Beide Phasen finde ich äußerst Besorgnis erregend, vor allem letztere beschert mir die Angst, da nicht wieder raus zu kommen und völlig in einer trüben Hoffnungslosigkeit zu versinken.
    Ich habe ununterbrochen das Gefühl, ständig auf der Suche nach mir selbst zu sein, aber wenn ich glaube, mich gefunden zu haben, verändert sich wieder alles und ich bin ein anderer Mensch. Es ist so, als stünde ich mit einem Bein fortwährend über einem Abgrund meiner Seele, von dessen Ausmaß ich selbst nicht auch nur die geringste Vorstellung habe. (Die größte Angst ist, dass ich mich so darin verstricke, dass ich plötzlich nur noch im Selbstmord die Lösung sehen würde :ratlos: )

    Es ist auch für andere schwer, mit mir zu recht zu kommen, vor allem für Männer, die mich mögen/lieben. Das führt dazu, dass ich wenige wirkliche Freunde und fast nie eine lange Beziehung habe.

    Ich stelle mir die Frage, ob ich vielleicht psychisch krank bin und einen Psychologen aufsuchen sollte. Andererseits kann ich in einer guten Phase gar nicht sagen, was mir fehlt, denn eigentlich habe ich dann ja alles, was ich will, was eine Therapie hinfällig machen würde. Außerdem sind doch Psychologen auch nur Menschen und wie sollen die mir helfen, wenn ich nur 1-2 Mal die Woche für ne Stunde dort bin?
    Vielleicht sind das ja auch nur Stimmungsschwankungen, die jeder mal hat?? Ich denke immer, ich bin selbst intelligent und stark genug, um damit fertig zu werden, aber im Moment habe ich echt große Angst vor mir selbst…

    Apfelmund
     
    #1
    Apfelmund, 8 August 2006
  2. Solloki
    Solloki (36)
    Sehr bekannt hier
    599
    178
    741
    Verheiratet
    Eine nicht gerade einfache Situation.
    Erstmal ein paar Fragen.

    Seit wann hast du das?
    Deine Hochpunkte, sind die eher überladen mit Gefühlen? Hast du dich dabei noch unter Kontrolle? Haben diese Phasen bestimmte Auslöser (Hormonell, Ereignisse, Bilder/Gedanken)?
    In den Teifphasen, kommst du da aus eigener Kraft heraus? Hast du so Gefühl von Leere und Wertlosigkeit von dir selbst? Kannst du in diesen Momenten deine Gefühle ausdrücken?

    Kannst du auch ein Zwischending beschreiben? Also Zeiten in denen du weder so extrem tief oder hoch bist?

    Ich bin kein Spezialist und ich möchte hier auch keine Angst machen. Am besten du fragst tatsächlich mal einen Spezialisten. Das kann ja ein völlig unverbindliches Gespräch sein nur um herauszufinden ob es eine Störung ist oder nicht. Dann kann man entsprechend handeln.

    Ich vermute erstmal stark, dass es nur eine Phase von dir ist. Du suchst dich gerade selbst, hast vielleicht einen Abschnitt in deinem Leben hinter dir und weißt gerade nicht wohin. Das ist völlig normal. Solange es nicht psychotisch wird. Mach dir mal keine zu großen Sorgen. Such dir eine regelmäßige Beschäfitgung, wie Sport mit Freunden oder einem Verein oder andere Dinge mit anderen Menschen, die dir einen regelmäßigen Halt im Alltag geben und dich ablenken.

    Aber meine Meinung ist, sofern das keine Phase ist, die erst seit kurzem so ist, dass du dich ein wenig in eine Depression hinenmanövrierst. naja, eigentlich auch keine Depression.

    Eine Freundin von mir ist depressiv. Bei ihr ist das ähnlich, dass sie fast nur in depressiven Phasen sit aus denen sie aus eigener Kraft nicht heraus kommt. Dabei hat sie oft da Gefühl absoluter Leere und Hoffnungslosigkeit. Und ab und zu ist sie dann richtig aufgedreht und fröhlich. Aber meistens etwas oberflächlich.

    Ich glaube aber nicht, dass du darauf zu läufst. Aber wie gesagt, frag bitte besser einen Spezialisten.
     
    #2
    Solloki, 8 August 2006
  3. Apfelmund
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    91
    91
    0
    vergeben und glücklich
    Hallo. Danke erstmal für deine Antwort.
    Um auf deine Fragen einzugehen:

    Seit wann hast du das?
    Schwer zu sagen, so bewusst nehme ich es seit ca. 2-3 Jahren wahr. Und mit jedem Mal baut sich meine Erkenntnis darüber weiter aus. Damals dachte ich sehr viel an Selbstmord und wusste wirklich nicht mehr weiter, wobei es mir auch dort schon eher so vorkam, als würde ich mich da absichtlich in etwas hineinsteigern. Heute weiß ich mein Leben aber zu schätzen und will nie wieder in so eine Situation kommen…

    Deine Hochpunkte, sind die eher überladen mit Gefühlen? Hast du dich dabei noch unter Kontrolle?
    Überladen nicht unbedingt und unter Kontrolle habe ich mich schon. Also ich mache nichts Außergewöhnliches und überschätze mich nicht selbst, falls du das damit meinst. Ich halte dann nur einfach unglaublich viel von mir selbst, was dazu führt, dass ich mich mag, was sich wiederum in meinem Verhalten äußert, was dann schließlich dazu führt, dass mich die Leute mögen und ich eigentlich wenig Probleme habe. Fühlen tue ich dabei recht wenig, also weder Negatives, noch sonderlich viel Positives. Mir gehts dann einfach gut.

    Haben diese Phasen bestimmte Auslöser (Hormonell, Ereignisse, Bilder/Gedanken)?
    Hormonell denke ich nicht, ich nehme keine Hormone und ansonsten kann ich auch nicht unbedingt eine Regelmäßigkeit feststellen. Auch Ereignisse und Erinnerungen spielen nicht primär eine Rolle. Manchmal habe ich den Eindruck, als würde ich mich selber in die ein oder andere Phase hineinmanövrieren, ohne allerdings wirklich zu wissen, warum und wozu.

    In den Teifphasen, kommst du da aus eigener Kraft heraus? Hast du so Gefühl von Leere und Wertlosigkeit von dir selbst? Kannst du in diesen Momenten deine Gefühle ausdrücken?
    Ich komme da aus eigener Kraft wieder heraus. Bzw. baue ich dabei auf andere Menschen oder auf grundlegende Veränderungen. Einmal hat mir ein Schulwechsel neuen Aufschwung gegeben, ein anderes mal die Trennung von meinem Ex. Es gibt immer so Stellen in meinem Leben, an denen ich einen Schnitt mache und quasi von Neuem beginne.
    Ich kann meine Gefühle schon ausdrücken und das mit der Wertlosigkeit wird mir in diversen Situationen bewusst. Ich denke auch oft, dass ich nicht das Recht dazu habe, glücklich zu sein.


    Kannst du auch ein Zwischending beschreiben? Also Zeiten in denen du weder so extrem tief oder hoch bist?
    Ja…Das sind dann Zeiten, wo ich mich recht ausgeglichen fühle. Wobei das „Zwischending“ beim Wechsel von der Hochphase auf die Tiefphase etwas länger dauert, als anders herum. Denn da merke ich ganz genau, was gerade passiert und dass ich mich wieder auf dem Weg nach unten befinde. Und ich habe einfach nicht die Kraft und die Motivation, dagegenzuhalten und schotte mich von der Welt ab und verkrieche mich in meine Traumwelt.

    Wie kann man denn ein Unverbindliches Gespräch zu einem Spezialisten suchen? Wie kommt man da dran? Ich glaube aber nicht, dass ich so offen mit dem reden könnte...Mir fällt es immer 1000 Mal leichter, das zu schreiben, als jemandem dabei ihn die Augen zu gucken...Und wieso sollte der mehr über mich sagen können, als ich selbst?
     
    #3
    Apfelmund, 8 August 2006
  4. Dafunky
    Gast
    0
    Also das klingt nicht sehr toll...Für mich hört sich das an, als wenn Du immer wieder durchstartest, ein Ziel anfliegst, dieses aber auf dem Weg dorthin verlierst, dann zweifelst und `ne Bruchlandung hinlegst.

    Ich weiß nicht, welche Zukunftspläne Du in Deinen Hochphasen schmiedest....und wie wichtig Dir diese sind.....und ob Du sie überhaupt wirklich und ernsthaft willst.

    Aber ich kann Soloki nur zustimmen, dass da extrem viel offene Fragen sind. Ich denke, Du solltest mal in Dich gehen und herausfinden, warum Du diese Schwankungen hast bzw. wann diese auftreten. Irgend einen Auslöser wird es bestimmt geben. Könnten vielleicht diese „Freundschaften, die nicht wirklich welche sind“ oder Deine kurzzeitigen Partner daran beteiligt sein? Vielleicht erhoffst/erwartest Du ja irgend etwas von diesen Menschen, was diese Dir nicht geben können, weil nur Du selbst dazu in der Lage bist. Deswegen ist vielleicht auch wieder alles in Ordnung, wenn Du wieder zu Dir gefunden hast. Und vielleicht wiederholt sich das ganze dann wieder, wenn Du in Dein altes Muster wieder reinkommst.....alles nur Spekulation meinerseits.

    Eine Freundin von mir war/ist mahnisch/depressiv mit ebenfalls extremsten Stimmungsschwankungen (euphorisch bis destruktiv). Sie hat mir beschrieben, dass selbst die Wahrnehmung in den verschiedenen Zuständen unterschiedlich war....teilweise begleitet mit Black-Outs.....war selbst Zeuge. Nur ihre Schwankungen waren nicht in solch einem langsamen Zyklus von mehreren Wochen/Monaten, sondern konnten von einer Minute auf die andere umschlagen....und das trifft ja nicht auf Dich zu....von daher kann ich Dir glaub Entwarnung geben. Aber Depressionen könnten es schon sein....is ja inzwischen fast ne Volkskrankheit.

    Aber wenn Dir alles sinnlos und nutzlos erscheint, und zwar durch und durch....mehrere Tage lang...das klingt nach ´nem Hilfeschrei Deiner Seele. In so einer Situation solltest Du auf sie hören, Hilfe suchen und auf keinen Fall Selbstmord-Gedanken hegen. Wenn man verletzt ist, geht man zum Arzt....nicht nur der Körper kann schmerzen bereiten, sondern auch die Seele.

    Kopf hoch
     
    #4
    Dafunky, 9 August 2006
  5. -JD-
    Gast
    0
    Hi,

    also erstmal: Du solltest jedenfalls dringend einen Facharzt aufsuchen, wenn es dich belastet (was es ja offensichtlich tut).
    Die von dir beschriebenen Symptome können auf einige Krankheiten zurückgeführt werden [Ich bin kein Arzt - kenn mich aber recht gut aus.]

    Zu dem Facharzt kommst du vorallem am schnellsten, wenn du zu deinem Hausarzt gehst und deine BEschwerden erklärst. Dieser wird dich dann zu einem Neurologen [=kürzere Wartezeiten] oder Psychologen/Psychiater schicken.
    Da die "Branche" völlig überfüllt ist, wirst du, weil dein Fall nicht akut ist [dafür müssten ernsthafte Suzidgedanken oder selbstschädigendes Verhalten*(s.u.) vorhanden sein], einige Wochen warten müssen. Rechne mal mit ca. 2-3 Monaten bis zum ersten Termin (beim Neurologen weniger).

    Das Thema Offenheit ist sehr wichtig. Der Mensch, den du treffen wirst, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und wird sich an diese auch halten. Es ist sogar so, dass in einer Klinik nichtmal das Personal auf deine Akten Zugriff hat. Nur deine behandelnden Ärzte (=Chefarzt und dein Therapeut) dürfen an die Akte ran. In der Psychologischen Abteilung gibt es da sehr sehr strenge Vorschriften.
    Es ist nicht einfach sich zu öffnen und das wird nicht sofort von dir verlangt. Du erzählst einfach das, was du willst. Dein Therapeut wird dir zur Seite stehen, nachfragen usw. Du musst nicht die ganze Last selbst tragen.

    Er wird dir auch deutlich mehr über dich sagen können, als du dir jetzt vorstellen kannst - glaub mir.. :zwinker:
    Diese Leute sind darauf trainiert jede Handlung von dir in "psychische Hintergründe" aufzuteilen. Zudem haben viele Krankheitsbilder in der Psychologie typische Symptome und bringen bestimmte Verhaltensweisen an den Tag. Selbst nicht-profis, die sich mit dem Thema "nur so" auskennen, könnten dir ein paar Dinge "vorweg nehmen" bevor du sie überhaupt selbst gesagt hast (Wenn eine Diagnose steht).

    Der Therapeut wird dir dein Verhalten erklären und ihr werdet gemeinsam an den Ursachen forschen. Dabei wirst du zu großen Teilen im Alleingang dahinterkommen - dein Therapeut ist die treibende Kraft und gibt Denkanstösse.
    Ausserdem werdet ihr gemeinsam Auswege aus deiner Situation erarbeiten.

    Übrigens: Rechtlich gesehen hast du mindestens 2 Sitzungen (wenn nicht sogar mehr) um den Therapeuten kennenzulernen. Du kannst ihn jederzeit wechseln, wenn du mit ihm nicht klar kommst. Die Krankenkasse bezahlt aktuell bindend einen bestimmten Satz an Therapie-Stunden [z.B. 16 Sitzungen á 1 Std]. Aber wenn dein Krankheitsbild es erfordert, muss die Krankenkasse sich der Empfehlung des Arztes beugen.

    Sorry das ich nicht auf dein Alter geachtet habe; wenn du unter 18 bist rate ich dir, in die nächstliegende KJP (Kinder & Jugendpsychiatrie) zu gehen. Das hat einfach den Grund, dass das Personal dort besonders nett und einfühlsam ist :zwinker:



    *Selbstschädigendes Verhalten:
    In Form von Selbstverletzungen, provoziertem Erbrechen usw.


    Wenn du noch Fragen hast, dann meld dich einfach.
    [Ich weiss nicht ob das erlaubt ist, also bitte wegeditieren wenn nicht @Mods] Du kannst mich auch über "webmaster[at]malignus.de" erreichen, wenn du nicht öffentlich über Einzelheiten reden möchtest.
     
    #5
    -JD-, 9 August 2006
  6. Blume19
    Verbringt hier viel Zeit
    1.885
    123
    0
    nicht angegeben
    meinst du denn dass du soweit bist, dass du zum psychologen musst?du hast doch auch immer wieder aus deinen tiefen tagen herausgefunden(zitat:Ich komme da aus eigener Kraft wieder heraus. )ich würd es erstmal weiter allein versuchen, geh vll mal zu ner heilpraktikerin und hol dir was gegen stimmungsschwankungen. kann dich aber beruhigen:ich kenn viele die zwischen so extrema schwanken(ist wahrscheinlich normal in unserem Alter:zwinker: )
     
    #6
    Blume19, 9 August 2006

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Angst mir selber
Love96
Kummerkasten Forum
6 November 2016
13 Antworten