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Anruf von Mutter nach jahrelangen Schweigen..

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von klatschmohn, 28 Dezember 2009.

  1. klatschmohn
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    Ich bin gerade ziemlich durch den Wind aber muss das los werden und versuche mich kurz zu fassen.....

    Wo fange ich an... . Es ist so, dass ich seit ich 16 bin nicht mehr zu Hause wohne, meine Mutter hat mich damals vor die Türe gesetzt. Ist eine ziemlich lange Geschichte. Jedenfalls habe ich damals bis heute einige lange stationäre Therapien gemacht um mit all dem was in meiner Kindheit passiert ist zurecht zu kommen und mein Leben zu führen.

    Was soll ich sagen- wir hatten dann ziemlich lange nur sporadischen Kontakt und seit einigen Jahren gar keinen mehr, null. Nun war Weihnachten und wie jedes Jahr habe ich mit dem Gedanken gespielt einfach zu ihr zu fahren, was ich dann aber letzendlich gelassen habe.
    Nun hat mir meine Cousine erzählt, dass meine Tante durch Dritte erfahren hat, dass meine Mutter wohl weit weg gezogen ist und niemanden etwas gesagt hat. Diese Info an sich hat mich schon ziemlich hart getroffen- denn obwohl wir keinen Kontakt haben glaubte ich doch immer zu wissen wo sie ist...ich hatte einfach das Gefühl sie hätte sich komplett aus meinem Leben verabschiedet...

    Nun kam der heutige Nachmittag- mein Telefon klingelte und meine Mutter war am anderen Ende- sie redete mit mir als sei nichts gewesen, gab mir ihre Telefonnumern, ihre Adresse- erklärte mir, wie ich von hier am besten zu ihr kommen könnte mit der Bahn- beim verabschieden sagte sie Schatz zu mir...
    Und nun- weiß ich nicht weiter. Dieses Telefonat hat mich komplett aus der Bahn geworfen. Ich war vorher psychisch schon eher labil (was wohl auch an meiner depressiven Störung und meiner Borderline Erkrankung liegt) und nun geht es mir echt schlecht....ich wollte eigentlich mal Luft holen, ein paar Tage relaxen- zur Ruhe kommen....ich muss dazu sagen, dass ich meine Mutter im Februar dieses Jahres zufällig getroffen habe und sie mich da komplett ignoriert hat...

    Stattdessen kann ich schon tagelang nicht mehr schlafen, habe wieder verstärkt Selbstzerstörungsgedanken die ich leider nach langer Zeit ohne diese "Sucht" auch wieder in die Tat umgesetzt habe. So schlimm war es lange nicht...

    Nun ist es doch ganz schön lang geworden aber ich weiß grad nicht wie ich mit all dem umgehen soll. SIe hat mich meine ganze Kindheit hindurch vernachlässigt und noch einiges mehr- jetzt ruft sie nach jahrelangen Schweigen an und tut so als wäre nie etwas passiert- und ich bin vollkommen aus der Bahn geworfen- komplett.

    Nun ist es doch etwas länger geworden :frown:
     
    #1
    klatschmohn, 28 Dezember 2009
  2. xoxo
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    Wenn du noch die Nummer von deinem Therapeuten hast, dann würde ich sofort da anrufen. Und/oder bei einem Sorgentelefon (pro Familia?), bei Leuten, die schonmal mit soetwas zu tun hatten und nicht bei Freunden, außer das befreit dich. Und wenn es dich so aus der Bahn wirft, dann würde ich entweder die Mutter direkt anrufen und fragen, warum sie so tut als ob nichts wäre, oder wenn du glaubst dass nicht durchstehen zu können, dann schreibe ihr einen Brief (du kannst ihn auch verbrennen und musst ihn nicht abschicken) oder bitte notfalls deine Tante bei deiner Mutter zu horchen, was sie sich dabei gedacht hat.
     
    #2
    xoxo, 28 Dezember 2009
  3. klatschmohn
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    Ich habe im Moment keinen Therapeuten. Ich habe im August letzten Jahres meine Therapie abgebrochen, hatte aber schon vor nächstes Jahr wieder eine neue zu beginnen. Ich hab mich im letzten Jahr auch ganz gut gefangen, habe mich sehr lange nicht verletzt, gehe arbeiten, habe mein Studium ziemlich gut abgeschlossen und nen ganz netten Job- und jetzt kommt das. Ich denke meine Tante wird sich nur gedacht haben, dass ich wieder Kontakt zu ihr möchte- was ich mir prinzipiell auch immer gewünscht habe.

    Aber nicht so- ich weiß nicht wie aber nicht so. Sie kann mich nicht plötzlich Schatz nennen, nachdem sie mir jahrelang erzählt hat, dass sie mich nie wollte und wünschte ich wäre nicht da- das geht SO nicht. Ich weiß nicht wie aber so nicht...
     
    #3
    klatschmohn, 28 Dezember 2009
  4. ülpentülp
    0
    geh in die offensive und sag ihr das.

    ich hatte das problem andersrum: nach jahren ohne kontakt bin ich bei den eltern meiner schwester vorgefahren.
    prompt stand am nexten tag meine schwester bei mir auf der matte - wie ich mir das erlauben könne, woher ich die anschrift hätte usw, usf.

    na bitte. dann eben nicht.
     
    #4
    ülpentülp, 28 Dezember 2009
  5. ThirdKing
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    Höhrt sich zwar jetzt hart an, weils die eigene Mutter ist, aber ignorier die Alte einfach.
    Du bist die letzen Jahre ohne sie gut klargekommen und das kannst du auch weiterhin.

    ThirdKing
     
    #5
    ThirdKing, 28 Dezember 2009
  6. klatschmohn
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    Das kann ich nicht...wenn ich das könnte würde mich ihr Anruf nicht völlig aus der Bahn werfen.
     
    #6
    klatschmohn, 28 Dezember 2009
  7. User 86199
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    Hi Klatschmohn,

    es tut mir leid, dass dich deine Mutter so aus der Bahn geworfen hat. Wenn es dir guttut, fühl dich gedrückt :knuddel:, wenn nicht, dann bleibe ich auf Distanz :zwinker:.
    Pass auf, wenn du schon einige stationäre Therapien gemacht hast, hast du bestimmt schon einige Strategien gelernt, mit denen du deiner Selbstverletzung begegnen kannst. Du wirst sie sogar schon lange angewandt haben. Also, kram sie raus! Aus deinen grauen Zellen, vielleicht sogar aus irgendwelchen Unterlagen/ Schubladen - JETZT.
    Es geht jetzt nicht darum, über deine Mutter nachzudenken oder gar zu versuchen sie zu verstehen. Stoppe diese Gedanken. STOP! Es geht jetzt um dich - nur um DICH und dass du dich jetzt wieder um dich kümmerst. Du bist es wert.
    Ein Schritt nach dem anderen. Und Schritt 1 ist: Wo sind deine Notfallpläne? Was hat schon funktioniert?

    Ich hoffe, ich trete dir mit meiner Mail nicht zu nahe.
    Lieben Gruß
    Honigblume
     
    #7
    User 86199, 28 Dezember 2009
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  8. ThirdKing
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    Für mich höhrt sich das jetzt nicht so an, als ob du ohne sie nicht klargekommen wärst. Dein Problem ist nicht nur deine Mutter, sondern auch deine Selbstzweifel. Du hast es bis jetzt ohne sie geschafft und das kannst du auch weiterhin.
    An deiner Stelle würd ich die Sache als erledigt betrachten. Wenn du wieder eine Therapie anfängst, mach da weiter, wo du aufgehöhrt hast.

    ThirdKing
     
    #8
    ThirdKing, 28 Dezember 2009
  9. User 86199
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    #9
    User 86199, 28 Dezember 2009
  10. brainforce
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    Zu diesem Zeitpunkt halte ich deine Aussage bzw. deinen Ratschlag für absolut überheblich und schwachsinnig.

    Es steht hier fast nichts zur Vorgeschichte bzw. wo die Probeme genau lagen etc. Insofern halte ich dein Urteil trotz aller Probleme der Threadstarterin für absolut vorschnell!

    @Threadstarterin:
    mir schein deine Mutter hätte geren wieder mehr Kontakt zu dir (aus welchen Gründen auch immer?). An deiner Stelle würde ich schauen das ich mir Hilfe hinzuhole bevor du (unüberlegt) handelst. Hol dir Unterstützung.
     
    #10
    brainforce, 29 Dezember 2009
  11. User 46728
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    vergeben und glücklich
    Irgendwas ist da faul oder nciht?
    Würde mich mal an deiner Stelle mit deiner Tante in Verbindung setzen.


    Tut mir echt leid,was passiert ist...
     
    #11
    User 46728, 29 Dezember 2009
  12. klatschmohn
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    Ich weiß auch nicht so richtig was da los ist, ich bin total verwirrt :frown:

    Ich habe gestern überlegt meine Tante mal anzurufen aber ich bin irgendwie "enttäuscht" (?)..ich weiß es nicht. Ich konnte schon vorher nicht richtig schlafen, seit ungefähr einer Woche nur 2 bis 3 Stunden pro Nacht, ich wache immer wieder mit Panikgefühlen auf und habe das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und jetzt noch das....

    Das Problem mit dem professionelle Hilfe suchen ist immer dass ich denke, dass es anderen schlechter geht und ich niemanden "Arbeit" machen will. Das war auch schon in diversen Kliniken so.
    Klar habe ich mir irgendwo tief im Unterbewusstsein immer Kontakt zu ihr gewünscht- aber ich wusste nicht, dass dann alles von früher wieder hoch kommt und ich wieder zu Mitteln greifen muss, die nicht "gut" sind....

    Ich hab einfach Angst wieder in dieses Muster zu fallen, zu nichts mehr in der Lage zu sein, jeden Tag benommen und völlig weggetreten in meinem Bett zu liegen und meinen Job zu verlieren....:frown::frown:
     
    #12
    klatschmohn, 29 Dezember 2009
  13. donmartin
    Gast
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    Hallo .......
    nicht das der Eindruck entsteht, es ist zu spät oder sonst irgendetwas.......
    Als Du den Thread geöffnet hast, war es ja schon geschehen.

    Niemand kann Dich davon abhalten ausser du selber.
    Niemand weiß besser, wie es in Dir aussieht als Du.
    Du rennst bewusst und mit offenen Augen vor die Wand, ohne auch nur ein Anzeichen - eine Regung die dir sagt "Stopp"........

    Es ist keine Verbitterung und es ist keine Enttäuschung.
    Du hast Angst - viele andere Menschen auch.
    UM DICH! Nicht um irgendeinen Job, irgendeinen Gegenstand - UM DICH.

    HOLE EINMAL TIEF LUFT und denke an 2000 Mails, denke an ALLE hier, die dir etwas geben:
    DEN einen Rat und einen Anruf zu tätigen, noch HEUTE.
    Unterstelle den Anderen nicht, sie wollen Ihre Arbeit NICHT machen.

    Es ist wie bei so vielen auch....Helfen kannst nur DU Dir.
    Aber die Hände, die dir gereicht werden, die musst du greifen.

    DU bis DU, und das ist gut so.

    Deine ganzen Pläne und deine ganzen Briefe und Deine Ziele......
    Vergiss es doch einfach mal! Für den Augenblick und für ein Morgen.

    Renn vor die Wand, aber lass Dir ein Taschentuch reichen für die blutige Nase.
    Ruf den C an oder schreie nach M.
    Aber SPRICH mit den Menschen, die dich sehen, die bereit sind den nächsten Schritt zu machen.

    Du musst das tun, was du tun musst -
    aber
    Deine Mutter spürt den Schmerz nicht.
    Sie sieht die Narben nicht.
    Es tut ihr nicht weh.


    Der Schmerz erreicht Andere.
    Noch nicht einmal Dich so "richtig".


    Nun hat sie den ersten Schritt unternommen, das, was du dir gewünscht hast ist eingetreten.
    Das Geschehene ist nicht rückgängig zu machen. Der Anruf war ein Anruf und hat dich zu tiefst verletzt.

    Hinzu kommt die Angst, die Angst endlich die Tür zu öffnen, dessen Klinke du schon lange in der Hand hältst.
    Worauf du lange und schwer, mit viel Schmerz, Zweifel und bis fast zur Selbstaufgabe hingearbeitet hast.

    Weil es viele gibt, die Dich hören, spüren und denen etwas daran liegt, dass du so bist und so bleibst wie du bist.
    Lass' dir helfen dabei diese Tür zu öffnen.
    Es sind Alle bereit dazu. Ein (An)Ruf reicht.
    =============================

    Dir ist etwas gegeben worden.
    Kein "grades Rückgrad", aber gebrochen hat man es Dir nicht.
    Ich kann Dir nicht sagen was es ist. Du weisst es selber.
    Ohne hättest Du vielleicht schon aufgegeben. Du machst es nicht.
    Du drückst dein Rückgrad gerade. Tag für Tag, Jahr ein, Jahr aus.
    Für Dich. Für jemanden, der die Chance bekommt Dich und Deinen Willen mit dem Dir mitgegebenem zu teilen und zu einem guten Ende zu bringen. Damit "beugst" und "brichst" du denen ihr Rückgrad, die es nicht verdient haben, "gerade" zu stehen. Tag für Tag und Jahr ein, Jahr aus.

    Frage nicht: "Warum?". Es ist so.

    Du wirst denen, die versucht haben, dich zu Brechen gerade und mit erhobenem Kopf entgegentreten.
    Du zeigst ihnen, dass sie nicht Dich "gebrochen" haben, sondern sich selber.

    Off-Topic:
    Off-Topic:
    Song von Bettina Wegener.


    Sind so kleine Haende, winz'ge Finger dran.
    Darf man nicht drauf schlagen, sie zerbrechen dann.

    Sind so kleine Fuesse mit so kleinen Zeh'n.
    Darf man nie drauf treten, koennen sonst nicht geh'n.

    Sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt.
    Darf man nie zerbruellen, werden davon taub.

    Sind so kleine Muender, sprechen alles aus.
    Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.

    Sind so klare Augen, die noch alles seh'n.
    Darf man nie verbinden, koennen sonst nichts versteh'n.

    Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
    Darf man niemals quaelen, geh'n kaputt dabei.

    Ist so'n kleines Rueckgrat, sieht man fast noch nicht.
    Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.

    Grade klare Menschen waer'n ein schoenes Ziel.
    Leute ohne Rueckgrat hab'n wir schon zuviel.


    Du weißt wo du mich findest.
     
    #13
    donmartin, 29 Dezember 2009
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  14. Shiny Flame
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    Bitte was? Anderen geht es schlechter als dir? Nur mal zur Info: Allein (!) wegen Schlafstörungen bin ich zum Arzt gegangen, und die waren weniger schlimm als deine! Und wenn sie nicht besser werden, werde ich ganz selbstverständlich deswegen zum Therapeuten gehen, um mögliche psychische Ursachen herauszufinden!

    Ich, nicht du, könnte sagen, dass es anderen schlechter als mir geht. Aber das ist mir egal - also, nciht für die anderen, aber unabhängig von anderen Menschen möchte ich, dass es mir gut geht!

    Glaubst du etwas, du bist es nicht wert, dass jemand dir hilft? Du bist es wert, dass es dir gut geht!

    Du zahlst Krankenkassenbeiträge, und damit erkaufst du dir das Recht, dir von einem Arzt helfen zu lassen, wenn es dir schlecht geht. Und dafür zahlst du dann zusätzlich 10 Euro Praxisgebühr!

    Ganz offensichtlich hat deine Mutter einen Rückfall bei dir bewirkt - genau wie du bei einer Lungenentzündung auch einen Rückfall kriegen kannst, wenn du im Bikini Eisfischen gehst. Und bei einem Rückfall hilft dir der Arzt auch wieder. Punkt.

    Und bei Eisfischen im Bikini würde dcih schuld treffen - beim Anruf deiner Mutter bist du frei von schuld!
     
    #14
    Shiny Flame, 29 Dezember 2009
  15. klatschmohn
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    Erstmal möchte ich euch allen für eure Beiträge danken.....

    Ich weiß, dass ich dringend etwas unternehmen muss, weil ich wieder eine Grenze überschritten habe, die ich niemals wieder hätte überschreiten sollen. Und sich jetzt in meinem Kopf alles nur noch darum dreht...

    Ich weiß "theoretisch" auch, dass ich dringend wieder eine Therapie machen muss und das so schnell wie möglich. Das Problem ist immer ein ähnliches- ich hasse diese, meine, Bedürftigkeit- dieses angewiesen sein auf die Hilfe anderer...dieses: Ich brauche möglichst schnell einen Termin weil es mir nicht gut geht.....ich hasse es....

    Und dennoch weiß ich, dass ich es machen muss. Ich werde jetzt versuchen wieder etwas "runter" zu kommen, mich selbstkritisch zu hinterfragen, zu reflektieren- um zu sehen, wie ich damit umgehe. Ich muss zum Glück erst am 5 Januar wieder arbeiten, bis dahin dürften zumindest die körperlichen Folgen meines "Aussetzers" nicht mehr so drastisch sichtbar sein- außerdem ist eh Winter. Irgendwie muss ich mich bis dahin wieder aufraffen. Eine Freundin hatte mir schon im November Telefonnummern von Therapeuten gegeben, die ihr ihre Therapeutin empfohlen hat.....
     
    #15
    klatschmohn, 29 Dezember 2009
  16. Shiny Flame
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    Verlobt
    Das mit dem Aussetzen...

    Das dürfte ich jetzt gar nciht schreiben - aber manchmal, wenn es mir richtig, richtig schlecht geht, mach ich das auch...

    Es hilft einem, im ersten Moment sich zu stabilisieren. Dass danach weitere Schritte erfolgen müssen, weißt du ja selbst.

    Und ja, es ist furchtbar demütig, um Hilfe "bitten" zu müssen... Sie es so: Die Ärzte werden dafür bezahlt. Sie kriegen dafür einen Haufen Kohle - und diese Kohle bezahlst du mit deiner Krankenversicherung. Die Krankenversicherung kannst du bezahlen, weil du einen Job hast, in dem du fähig bist.
     
    #16
    Shiny Flame, 29 Dezember 2009
  17. donmartin
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    Ich mache es nicht, bis jetzt noch nicht: Aussetzer haben oder in meinem Fall "einen Rückfall haben".

    Aber es ist vergleichbar. Und früher oft vorgekommen.

    Es macht Dir niemand einen Vorwurf oder stellt Dich an den Pranger.
    Die "Grenze" solltest du nicht überschreiten, was nutzt es, wenn man dich schupst? So ist doch das Gefühl in dem Moment. In dem Moment, in dem man "neben sich sitzt", das 2. ICh sagt, mach es.

    Die Sichtweise ist ganz anders, vielleicht für andere nicht so leicht nachzuvollziehen.
    Es ist "NUR" der eine Schluck...es ist NUR ein wenig wehtun, damit das 2.Ich ruhig ist, die Symptome verschwinden, die der Körper und der Geist einem vorgaukeln, damit das Hämmern aufhört, das Bauchweh und das Gewissen. Aus einem wird dann schnell ein Zweiter, dritter bis zum bitteren Ende.

    Von "dürfen" soll mal garkeine Rede sein.
    Ich darf auch Alkohol trinken. ICH WILL ES NUR NICHT.
    Kein Mensch verbietet mir (dir) irgend etwas. Du bist alt genug, du kennst die Folgen.

    Du bist bisher immer wieder aufgestanden. Du hast es denen gezeigt, denen, die es nicht für Nötig halten dir eine Hand zu reichen und nur hinschauen, wenn du am Boden liegst, dass DU wieder aufstehen kannst.

    Es ist keine Scham, keine Wut oder sonstirgendetwas angebracht, wenn man wieder aufsteht. Sich nicht umdreht und (mit Hilfe anderer) den Blick nach vorn gerichtet weiter geht.
    Es ist BEschämend, NICHT aufzustehen und damit diejenigen, die dich "geschupst" haben Recht zu geben.
    Ein Recht, das niemand hat. Dich zu bewerten und zu Urteilen und sich anzumaßen zu verstehen, wie es dir geht und welche Steine du tagtäglich aus dem Weg räumen musst.
    Steine, die nicht dein Herz blockieren sondern den Verstand.

    Es ist nur gut, komme du zur Ruhe und sammle deine Kräfte.

    Die Narben werden verheilen. Am Körper.
    Jeden Tag ein bisschen. Und so solltest du auch, Tag für Tag in kleinen Schritten deinem Ziel, deinem Leben ein wenig näher kommen.

    Ich habe es schon oft geschrieben:
    Wenn ich mir alles das, was ich hätte trinken können vorstelle - sehe ich einen riesen See - mein Kopf fängt an zu rebellieren und sagt: Da kommst du nie durch, das hat keinen Sinn, versuch es nicht - du wirst untergehen!
    Sehe ich aber das, was ich HEUTE oder nur MORGEN nicht getrunken habe....das ist ne Pfütze, da hole ich mir höchstens nasse Schuhe und bin schnell da durch. Erfolg. Stolz. Mut.

    Sieh es ähnlich und gehe Deinen Weg, falle und stehe auf. Aber mache kleine Schritte. Stelle dir nicht die Narben vor, die Wunden, die du dir in den letzten Jahren zufügen könntest, sondern sie das, was du an einem Tag, in einer Woche nicht getan hast.
    Irgendwann werden die Schritte größer. Irgendwann kannst du wieder LAufen.

    Und ich denke so nicht alleine.
    Weil du so bist, wie du bist. Und es Dir Wert sein solltest.

    :bussi:
     
    #17
    donmartin, 29 Dezember 2009
  18. klatschmohn
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    Ach ich hab einfach Angst, dass es zu übermächtig wird, ich es nicht mehr schaffe auf Arbeit zu gehen- all das kaputt mache, was ich mir in den letzten zwei Jahren aufgebaut habe....
     
    #18
    klatschmohn, 29 Dezember 2009
  19. Shiny Flame
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    Die Angst ist ein Teil deiner Krankheit, die jetzt wieder ausgebrochen ist. Es ist bitter - so ein kleiner Anlass, und dann wieder so komplexe Folgen...

    Du kannst dir vielleicht versuchen klarzumachen, dass die Angst ein Teil deiner Krankheit ist und du aufgrund deiner Stärke wieder und wieder in der Lage sein wirst, sie zu besiegen. Die Angst ist NICHT gerechtfertigt, weil du es nämlich trotz dieser Angst schaffen wirst! Die Angst ist - das sagt sich so leicht und erträgt sich shwer - ein Teil der Krankheit, die du JETZT gerade durchmachst - auf der Arbeit wird es wieder anders sein.

    Du hast dir viele Ressourcen erarbeitet, deine Arbeit ist ein Teil davon. Im Moment kannst du es vielleicht gar nicht glauben - aber diese Ressourcen, die du dir erkämpft hast, werden dir bleiben. Im Moment fühlst du dich genauso hilflos wie früher - aber die Tatsache, dass du dir in den letzten zwei Jahren viel aufgebaut hast, bleibt.

    Im entscheidenden Moment werden deine Ressourcen da sein und dir Kraft geben. Wenn du es zulässt.
     
    #19
    Shiny Flame, 30 Dezember 2009

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