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Argumente gegen Abtreibung

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von anna2293, 28 März 2007.

  1. anna2293
    anna2293 (23)
    Verbringt hier viel Zeit
    323
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hey!

    An alle die, die noch wach sind mal ein kleiner Aufruf. Da ich die ganze Woche ueber krank war habe ich jetzt nachtraeglich die Hausaufgaben fuer morgen bekomme, so weit so gut. Aufgabe ist:

    Sammle Argumente fuer eine Klassendiskussion zum Thema 'Gegen Abtreibung'.

    Ich hab mir natuerlich schon einige Gedanken gemacht und einiges aufgeschrieben. Aber gibt es etwas von eurer Seite wovon ihre denkt "DAS muss genannt werden!"?

    Danke jetzt schon mal fuer alle Kommentare zu dem Beitrag.

    LG

    anna
     
    #1
    anna2293, 28 März 2007
  2. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
    398
    2.056
    vergeben und glücklich
    erzähl doch du mal, was dir bislang an argumenten eingefallen ist :smile:.
    ist auch nicht verkehrt, auch gegen-gegenargumente zu überlegen - also gibt es auch argumente FÜR abtreibung?
     
    #2
    User 20976, 28 März 2007
  3. anna2293
    anna2293 (23)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    323
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hmm, okay also als kleine Zusammenfassung:

    Erstmal hat grundsaetzlich jeder Mensch das Recht auf Leben, egal ob geboren oder noch ungeboren. Das Steht auch so im deutschen Grundgesetz, Artikel 2, Absatz 2.
    Des weiteren glaube ich das jede Frau ihr Kind zur Welt bringen muesste sofern sie die Verantwortung fuer das kleine tragen kann und fuer das Kind sorgen kann. Wenn nicht denke ich sollte es immernoch den Weg geben das Kind zur Adoption frei zu geben.
    Ich finde aber trotzdem das alle Muetter die schwanger gegen ihren Willen, also von Missbrauch/Vergewaltigung usw. sind ein Recht haben sich zu entscheiden.
    Ausserdem sollten alle Frauen ja wissen was sie erwarten wuerde wenn sie schwanger werden wuerden und welche Vor- und auch Nachteile so ein Kind haben kann.
    Ich denke das die Abtreibung einer Mutter auf keinen Fall hilft, weil, sie sich (meiner Meinung nach und ich habe ja selbst keine Erfahrungen) selbst zerstoert. Auf einer Website habe ich gelesen (was ich fuer die beste formulierung halte): "Keine seelische Krankheit wird durch eine Abtreibung geheilt. Im Gegenteil!"
    Das muesste eigentlich so weit stimmen. Haben nicht alle Frauen genug Zeit zum ueberlegen ob sie ein Kind wollen, ja oder nein? Und wenn es ein Unfall ist, bin ich immer noch dafuer das Kind wenigstens auf die Welt zu bringen und die Mutter hinterher zu unterstuetzen 'fals' sie sich doch fuer den Knirps entscheidet.

    So viel dazu ich habe selbst erst angefangen drueber nachzudenken. Aber ich weis genau eine Abtreibung wuerde fuer mich nie in Frage kommen.

    LG

    anna


    ---


    vielleicht kommt ja noch was dazu .. ich bin erstmal weg
     
    #3
    anna2293, 28 März 2007
  4. candyfloss
    candyfloss (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    399
    103
    1
    vergeben und glücklich
    Eine Abtreibung ist die Tötung eines unschuldigen, kleinen Menschen. Jeder Mensch, der sich auf die Menschenwürde beruft braucht keine weiteren Argumente um soetwas abzulehnen.
     
    #4
    candyfloss, 29 März 2007
  5. Wowbagger
    Verbringt hier viel Zeit
    446
    101
    0
    nicht angegeben
    Das erste Problem ist schonmal:
    Wo beginnt menschliches Leben?

    Wenn man Abtreibung bis zur x-ten Woche erlaubt, wird es schwierig zu begründen, warum der Embryo an Tag X ein rechteloser Zellhaufen ist und an Tag X+1 ein ungeborenes menschliches Wesen.
    (es mag da vielleicht tatsächlich eine Grenze geben; die ist aber wissenschaftlich kaum festlegbar und wäre daher willkürlich.)

    Die andere Frage ist z.B., warum die Abtreibung "unter gewissen Umständen" erlaubt sein soll. Für den "Wert" des ungeborenen Lebens macht es keinerlei Unterschied, ob seine Eltern gerade andere Pläne als Kinder haben, ob es nicht finanziell abgesichert leben wird oder ob der Vater ein Vergewaltiger ist. Das mag Auswirkungen auf das Leben des Kindes und der Eltern haben, begründet in meinen Augen aber nicht die Entscheidung, dass das Leben an sich weniger schützenswert ist als das Leben, das nicht abgetrieben werden darf.

    Dann bleibt dementsprechend nur die bedingungslose Abtreibung bis zurGeburt mit der Begründung "mein Bauch gehört mir".
    Und auch da bleibt dann die Güterabwägung, ob das Leben der Mutter und ihre (möglicherweise egoistischen) Interessen höher liegen als das ungeborene Leben.
     
    #5
    Wowbagger, 29 März 2007
  6. xela
    Gast
    0
    Also ich finde deine Argumentation reichlich kurzsichtig.

    Sicher ist Abtreibung die Tötung eines unschuldigen ungeborenen Menschen, doch was ist, wenn mit der zwangsweisen Austragung des Kindes, schwere gesundheitliche Schäden für die Mutter zu erwarten sind? Dem Kind ist dadurch auch nicht geholfen, daß man sich dessen Geburt mit Gesundheitsschäden der Mutter erkauft.

    Sicher ist die Menschenwürde ein wichtiges Argument, allerdings nicht das totschlagende. Was ist nähmlich, wenn man so oder so die Menschenwürde des entstehenden Kindes nicht wird wahren können? Was ist z.B., wenn beim Kind schwerste Behinderungen zu erwarten sind?

    Da gerade aktuell in Polen die Debatte um eine Verschärfung des Abtreibungsrechts läuft, habe ich hier mal den Link zu einem Beitrag zu diesem Thema in den heutigen Tagesthemen vom 28. März 2007 eingefügt.
     
    #6
    xela, 29 März 2007
  7. candyfloss
    candyfloss (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    399
    103
    1
    vergeben und glücklich
    Wissenschaftlich gesehen beginnt das Leben mit der Zeugung.

    Wie ich schon schrieb ist die Menschenwürde die höchste Instanz, sie ist unantastbar und kann nicht von der individuellen Lebenplanung der Eltern abhängig gemacht werden.

    Oder ein generelles Verbot der Abtreibung wie bei anderen Tötungsdelikten eben auch unter Berufung auf die Menschenwürde.

    Das kommt auf die Art und schwere des Risikos an. Von der Mutter zu erwarten das Kind auszutragen, obwohl medizinisch mit großer Wahrscheinlichkeit prognostiziert wird, dass sie bei der Geburt stirbt wäre genauso eine schlimme Verletzung der Menschenwürde.

    Allerdings ist das immer so ein Einzellfall-Argument, dass gern angeführt wird um Abtreibung doch irgendwie einen harmlosen Anstrich zu geben. Dasselbe wird mit dem Vergewaltigungs-Argument gemacht. Hast du z.B. gewusst, dass nur 0,0002% aller Abtreibungen an Babys vorgenommen werden, die aus einer Vergewaltigung entstanden sind? Das sind also extreme Ausnahmen, die kann man nicht zum Regelfall machen und darauf eine Legalisierung der Abtreibung gründen.

    Die Menschenwürde ist unantastbar. Aber was hat das mit einer Behinderung zu tun? Ich möchte nicht, dass bei uns der Staat entscheidet, welches Leben eine Würde besitzt und welches nicht, weil es vielleicht eine Behinderung hat. Das erinnert doch stark an die gängige Praxis im Dritten Reich.
     
    #7
    candyfloss, 29 März 2007
  8. Wowbagger
    Verbringt hier viel Zeit
    446
    101
    0
    nicht angegeben
    Off-Topic:
    Das ist die Alternative. Möchte auch nicht falsch verstanden werden, dass ich für uneingeschränkte Abtreibung bin....eigentlich bin ich Abtreibungsgegner.
     
    #8
    Wowbagger, 29 März 2007
  9. xela
    Gast
    0
    Also ich sehe die Menschenwürde der Frau nicht erst dann als verletzt an, wenn sie bei einer Austragung ums Leben zu kommen droht, sondern bereits dann, wenn sie von einer Austragung schwere gesundheitliche Schäden tragen würde.

    Nein, das mit den 0,0002% habe ich nicht gewußt. Ich bin mir aber auch ziemlich sicher, daß du keine seriöse Quelle dafür hast, denn dieser Prozentsatz würde bedeuten, daß auf 1 Million Abtreibungen gerademal 2 wegen einer Vergewaltigung kämen.

    Stattdessen empfehle ich dir mal einen Blick in die entsprechende Statistik des statistischen Bundesamtes. Der kannst du entnehmen, daß im Schnitt etwa 2,5% aller Schwangerschaftsabbrüche aus medizinischen Gründen erfolgen. Von "Einzelfällen" und "extremen Ausnahmen", wie du es nennst, kann also nun wirklich nicht die Rede sein.

    Wenn du dich also auf die Position stellst, daß es außer des Menschenrechts der ungeborenen Menschen keiner weiteren Argumente mehr bedarf, um Abtreibungen grundsätzlich abzulehnen, dann ist das einfach von der Tapete bis zur Wand gedacht.

    Richtig hingegen ist, daß man die Motive für die restlichen 97,5% aller Schwangerschaftsabbrüche hinterfragen muß.

    Nur um eines klarzustellen, ich bin absolut kein Freund davon, daß man sich in den restlichen 97,5% die Entscheidung für eine Abtreibung einfach macht, aber versuchen wir uns mal unabhängig von allen moralischen Aspekten zu fragen, was passieren würde, wenn wir Abtreibungen rigoros verbieten würden.

    Wenn man in andere Länder schaut, dann wird man feststellen, daß dann diese Abtreibungen mitnichten aufhören zu existieren. Was aber passiert, ist, daß diese dann halt illegal unter fragwürdigen medizinischen Standarts vorgenommen werden, mit fatalen Konsequenzen für die Gesundheit der betroffenen Frauen! Ich zitiere dazu mal aus folgendem Wikipediaartikel:

    Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen stellt sich die Frage, was besser ist. Legalisiert man Abtreibungen unter bestimmten Voraussetzungen und wirft damit Gewissensfragen auf, oder drängt man Abtreibende in die Illegalität mit den entsprechenden Folgen für deren Gesundheit.

    Ich habe auch nicht gesagt, daß der Staat in dieser Sache entscheiden soll. Darüber entscheiden, zumindest in Deutschland, unabhängige Ärzte. Weiterhin ist im Paragraphen §218b StGb auch geregelt, daß auch nicht der Arzt darüber entscheiden darf, der die Abtreibung letztlich vornimmt, um einen Interessen- und Gewissenskonflikt auszuschließen.

    Jetzt mußt du mir nur noch erklären, was das alles mit dem Dritten Reich zu tun haben soll. Entweder gehörst du zu denen, die gern unüberlegt die Nazikeule rausholen, oder du hast keinen blassen Schimmer von den Unterschieden in den Hintergründen und Motiven von damals und heute.
     
    #9
    xela, 29 März 2007
  10. candyfloss
    candyfloss (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    399
    103
    1
    vergeben und glücklich
    Sehe ich auch so.

    Ups, das sind dann zwei Nullen zuviel :grin:

    2,5 % sind in meinen Augen eine Ausnahme, wenn man nun davon ausgeht, dass Abtrebung wie jedes andere Tötungsdelikt auch grundsätzlich verboten werden sollte.

    Von 100 Abtreibungswilligen Frauen sind maximal 3 von Schwangerschaft und/oder Geburt gesundheitlich gefährdet. Natürlich sollten diese Frauen dann zu ihrem eigenen Schutz etwas tun dürfen, allerdings geht es mir in erster Linie um das Lebensrecht der 97 weiteren Kinder, die heute ohne Strafverfolgung von der Mutter getötet werden können, obwohl ihre eigene Menschenwürde durch die Geburt nicht verletzt wird.


    Wobei allerdings immer die Menschenwürde der Maßstab sein muss. Die Lebensplanung der Mutter oder Geldprobleme können nicht als BEgründung herangezogen werden jemandem das Lebensrecht zu entziehen, sprich jemanden zu töten.

    Die einzig akzeptable Begründung für eine Abtreibung wäre ein Konflikt zwischen Lebensrecht des Kindes und Menschenwürde der Mutter. Alles andere ist inakzeptabel.

    Nunja, Diebstahl ist verboten und trotzdem gibt es weiterhin Diebe. Genauso wird es weiterhin Abtreibungen geben, selbst wenn man es verbietet. Aber mit der Begründung ein Verbot abzulehnen, dass trotz des Verbotes weiterhin abgetrieben wird ist meiner Meinung nach ziemlich schwach.

    Nun zu den Frauen, die in anderen Ländern trotz Verbotes abtreiben:

    Diese Frauen sind in erster Linie Täterinnen, sie haben einen anderen Menschen getötet, tragischerweise sogar ihr eigenes Kind. Sie gehen ein Risiko für ihre eigene Gesundheit und der Strafverfolgung ein, nur das Kind nicht zur Welt zu bringen. Ich muss gestehen, mein Mitleid mit solchen Menschen hält sich stark in Grenzen.

    Wer das Töten von Menschen legalisiert stellt die Menschenwürde gründsätzlich in Frage.

    Viele Dinge sind verboten und werden trotzdem getan. Wenn wir unter dem Aspekt alle Verbote als Sinnlosigkeit aufheben und sie durch Appelle an Gewissen und Moral ersetzen würden, dann hätten wir Sodom und Gomorrha.

    Der Grundsatz in einem Rechtsaat muss einfach gelten, dass Verstöße gegen die Menschenwürde verboten sind und geahndet werden.

    Niemand hat das Recht irgendeinem Menschen die Würde und das Recht auf Leben abzusprechen, weder ein Arzt, noch ein Gericht oder sonstwer. Es ist unerheblich, ob ein Kind behindert ist oder nicht. Man kann doch nicht sagen:"So, das Kind wird vermutlich behindert sein und dann kann es kein würdevolles Leben mehr führen, also töten wir es." :flennen:

    Die Nazikeule habe ich garnicht nötig.

    Im Dritten Reich wurde selektiert, wer leben darf und wer nicht, welcher Mensch ist lebenswert, welcher ist des Lebens unwert, und Behinderte wurden i.d.R. als lebensunwerte Menschen einfach getötet.

    Mit Hinweis darauf wollte ich einfach davor warnen zu behaupten, ein Behinderter hätte keine Würde oder könnte kein Leben in Würde führen´und deswegen müsste man ein voraussichtlich behindertes Kind schon im Mutterleib durch eine Abtreibung vor dem Leben bewahren. Wenn wir so weit erstmal sind, dann können wir auch gleich alle Alten, Kranken und Schwachen, die auf Hilfe und Solidarität angewiesen sind "einschläfern".
     
    #10
    candyfloss, 29 März 2007
  11. Reliant
    Reliant (35)
    Sehr bekannt hier
    2.693
    198
    604
    vergeben und glücklich
    @candyfloss
    also wärs dir lieber man beschneidet die rechte der mutter und zwingt sie als gebärmaschiene für ein anderes leben zu fungieren, entmenschlich sie also. wo bleibt die menschenwürde der mutter und die entscheidung über ihren eigenen körper?

    einem menschen zu verbieten abzutreiben ist vergewaltigung, denn man zwingt diesen menschen dazu mit seinem körper etwas zu tun was sie nicht will.

    jap menschenwürde ist ein wundervolles argument für abtreibung.
     
    #11
    Reliant, 29 März 2007
  12. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
    789
    103
    14
    vergeben und glücklich
    Ich würde mal sagen - abgesehen von Vergewaltigungsfällen - hat die Frau niemand dazu gezwungen, schwanger zu werden. Verhütungsmittel gibt es genug! Zur Gebärmaschine gemacht und entmenschlicht - wenn Du es so ausdrücken willst - hat sie sich selbst.
    Wo bleibt die Menschenwürde des Kindes? Es hat sich nicht aussuchen können, ob es gezeugt wird oder nicht!

    Nein, ich hab kein Verständnis für Frauen, die abtreiben, nur weil es gerade nicht in ihre Lebensplanung passt.
    Ausnahmen bilden in meinen Augen nur Fälle, in denen mit schwersten physischen und psychischen Folgen für die Mutter zu rechnen ist.

    Hab schon genug Bilder von abgetriebenen Embryonen gesehen. Das sind kleine Menschen, mit winzig kleinen Gesichtern, Füßchen und Händchen, schwerst verstümmelt und zerstückelt.
    Niemand sollte das Recht haben, das aus eigenen, niederen Beweggründen einem anderen Menschen, seinem Kind anzutun.
     
    #12
    crimson_, 29 März 2007
  13. candyfloss
    candyfloss (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    399
    103
    1
    vergeben und glücklich
    Eine Schwangerschaft bringt es nunmal mitsich, dass ein neues Leben im Leib der Frau heranwächst. Der Körper des neuen Menschen gehört aber nicht der Frau. Wenn man ein Kind zeugt, dann muss man dies bedenken, und wenn man ungewollt schwanger wird, dann muss man diese Folgen eben hinnehmen.

    Es gilt auch bei Schwangerschaften der Grundsatz: Die Freiheit des Einen endet bei der Freiheit des Anderen. Die Mutter muss die Freiheiten und Rechte des Kindes respektieren, auch wenn das ihre eigenen Freiheiten für ein paar Monate einschränken könnte.

    Ich kann ausserdem nicht erkennen, was an einem natürlichen Vorgang wie einer Geburt eine Verletzung der Menschenwürde einer Frau sein sollte, sofern nicht aus medizinischer Sicht ihre Gesundheit dabei gefährdet ist.
     
    #13
    candyfloss, 29 März 2007
  14. Reliant
    Reliant (35)
    Sehr bekannt hier
    2.693
    198
    604
    vergeben und glücklich
    oje, also thompson

    du stellst das leben des kindes über das der mutter, also die mutter muss eine parasitäre lebensform erhalten.

    jetzt müssen wir das aber im sinne der gleichheit ausweiten. die mutter hat in deinen augen kein recht auf selbstbestimmung, das heißt das auch kein anderer mensch ein recht auf selbstbestimmung hat, und wenn seine organe oder sonstiges gebraucht wird um jemand anderen am leben zu erhalten, dann ist das leben des anderen wichtiger als die körperliche unversehrtheit.

    da die mutter auch nicht selbstbestimmen kann, somit auch kinder auf die welt kommen die bei einem ons gezeugt wurden bei dem keine chance existiert den vater aufzufinden, müssen zwangsweise auch alle anderen väter von der unterhaltspflicht befreit werden. das leben MUSS ja ausgetragen werden, also können nicht finanzielle verpflichtungen auf den einen nicht aber auf den anderen zukommen.

    weiters verpflichtest du die mutter 19-27 jahre für eine wesenheit zu leben für die sie nicht leben will, ausser sie gibt das kind in ein heim, wobei die frage ist ob die dortigen verhältnisse menschenwürdig und einem würdevollem aufwachsen gerecht sind.

    stimmt die freiheit des einzelnen endet da wo die des anderen begint, deine endet da wo dein leben endet, die der selbstbestimmung einer schwangeren wo ihr leben endet. niemand kann jemanden zwingen für jemand anderes zu leben, ansonsten nimmst du dem menschen ja die freiheit. natürlich kannst du den embrio entfernen und schaun ob er ohne den wirtskörper lebensfähig ist.

    wenn es die pflicht der mutter ist, das kind am leben zu erhalten auch wenn es ihre eigene freiheit verletzt müssen wir weiters wohl davon ausgehen das auch jeder alte mensch den wir technisch am leben halten können (wobei wir uns hier am lebensbegriff des zellhaufens orientieren müssen da ja abtreibungsgegner auch vom ersten tag an gegen eine abtreibung sind) uns moralisch dazu verpflichtet ihm am leben zu halten.

    @elevin
    verhütungsmittel können versagen, ausserdem sind sie auch eine form der abtreibung, je nachdem wie wir leben oder potentielles leben definieren wollen, was bisher wohl noch niemand geschafft hat.

    zur gebärmaschiene macht man sie wenn man ihr die wahl nimmt ihr leben selbst zu bestimmen, die rechte des kindes höher stellt als die der frau.

    und diese argumentation mit den zerstückelten kleinen menschen ist man ja gewohnt von terrorgruppen wie pro-life.
     
    #14
    Reliant, 29 März 2007
  15. many--
    many-- (32)
    Beiträge füllen Bücher
    3.052
    248
    1.358
    Verheiratet
    Zu dieser Diskussion empfehle ich die Lektüre von Peter Singer: Praktische Ethik.
    Da ich keine Lust habe, dass jetzt hier dezidiert aufzuarbeiten, poste ich einfach mal die Zusammenfassung von Wikipedia:

    "Bei dem Heranwachsen einer befruchteten Eizelle über den Fötus zum Säugling gebe es keine klare Trennlinie. Singer stellt fest, dass die gängigen Trennlinien wie Geburt, Bewusstsein oder Lebensfähigkeit des Fötus in Bezug auf das Tötungsverbot keinen moralischen Unterschied machen.

    „Denn bei jedem fairen Vergleich moralisch relevanter Eigenschaften wie Rationalität, Selbstbewußtsein, Bewußtsein, Autonomie, Lust- und Schmerzempfindung, und so weiter haben das Kalb, das Schwein und das viel verspottete Huhn einen guten Vorsprung vor dem Fötus in jedem Stadium der Schwangerschaft [...].(S.196f)“

    Für Singer ist das wichtigste Kriterium die Leidensfähigkeit des Fötus, die ab einem bestimmten Zeitpunkt (ca. 18 Woche) einsetzt. Bis dahin ist der Fötus ein nicht bewusstes Wesen ohne jegliche Rechte. Die ernsthaften Interessen der Mutter würden daher normalerweise jederzeit vor den rudimentären Interessen des Fötus Vorrang haben (S.197).

    Sobald jedoch die Schmerzempfindungsfähigkeit einsetzt, besteht ein Anspruch auf Leidensminderung. Abtreibung ist dann noch gerechtfertigt, wenn dadurch größeres Leid verhindert wird (nach dem klassisch utilitaristischen Prinzip der Minderung des Leides bzw. Mehrung des Glücks).

    Für Neugeborene gelten die gleichen Prinzipien, solange sie noch nicht als eine selbstbewusste Person angesehen werden können (bis 9. Monat). Die Gründe für oder gegen das Töten von Personen (s.u.) kommen hier nicht zur Anwendung. Die Zurückhaltung gegenüber dem Infantizid sei ein christliches Konstrukt; ältere Kulturen hatten da keine Scheu.

    Voraussetzung ist jedoch – wie bei der Abtreibung – der Wille der Eltern. Würde man für Neugeborene konsequenter Weise in gleicher Weise wie für Föten das Lebensrecht bestreiten, so würde dies große Vorteile mit sich bringen, z.B. das Berücksichtigen von Behinderungen, die vor der Geburt nicht vorhanden sind.

    Singer folgert aus den Schadensersatzklagen bei den Conterganfällen einen Mehrwert für das nichtbehinderte Leben, der bei der Frage, ob ein behindertes Kind abgetrieben werden darf zur Geltung kommen soll. Behinderung ist somit sehr wohl eine Indikation zur Abtreibung, jedoch nur auf Grundlage der gleichen Interessenabwägung und des klassischen Utilitarismus. Wenn z.B. Eltern ein behindertes Kind erwarten, und aufgrund des hohen Fürsorgeaufwandes kein weiteres Kind zeugen würden, es sei denn, das behinderte Kind würde abgetrieben. Damit würde die Gesamtsumme des Glücks vermehrt.

    In Fällen des Infantizids spricht S. von nichtfreiwilliger Euthanasie."


    Man muss dazu wissen, dass Singer zwischen Menschen und Personen unterscheidet - Mensch = Mitglied der Spezies, Person = Wesen, das bestimmte Kriterien erfüllt (u.a. Vernunft, Fähigkeit, sich selbst zu erkennen). Ein Fötus ist für ihn keine Person. Nichtpersonen haben für ihn nach seiner utilitaristischen Argumentationsweise weniger "Gewicht" als Personen.
    Seine Argumentationslinie zielt übrigens nicht darauf hin, Abtreibung zu propagieren, sondern den Tierschutz zu fördern - seine zentrale Frage: Warum ist Töten (auch von Tieren, sogenannten Nichtmenschlichen Personen (zB Menschenaffen) unrecht?
    Das ist natürlich kontrovers und gerade in Dtl. wurde er dafür übelst kritisiert, aber seine Argumentation hat was.
     
    #15
    many--, 29 März 2007
  16. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
    789
    103
    14
    vergeben und glücklich
    Angesichts der Wartelisten für die Adoption eines Säuglings ist das ein ganz schlechtes Argument.
    Ein Baby würde mit Sicherheit ganz schnell sehr liebevolle Eltern finden und ein Heim nie von innen sehen.
    Verhütungsmittel eine Form der Abtreibung? Ui, Argumente vom Papst!
    Es ist ja wohl ein Unterschied, ob ich bereits entstandenes Leben töte, oder das Entstehn von Leben aus guten Gründen verhindere!

    Stimmt, Verhütungsmittel, können versagen, was bei richtiger Anwendung ziemlich unwahrscheinlich ist.
    Ich denke, das Recht auf Leben sollte einen höheren Stellenwert haben, als der Wunsch der Frau, doch noch ein paar Jahre länger Party zu machen.
    Du hast Recht, das ändert jedoch nichts daran, dass es Tatsachen sind.

    Insgesamt widerstrebt es mir, mit jemandem zu diskutieren, der ein Kind als parasitäre Lebensform betrachtet. Streng rationell betrachtet ist es so, aber so zu denken und diese Worte in diesem Zusammenhang zu verwenden... Abstoßend!
    Von daher.... Ciao.
     
    #16
    crimson_, 29 März 2007
  17. candyfloss
    candyfloss (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    399
    103
    1
    vergeben und glücklich
    Niemand stellt das Leben des Kindes über das Recht der Mutter. Man kann von keinem Menschen verlangen das eigene Leben für das Leben des Kindes aufs Spiel zu setzen, insofern im Falle einer Geburt eine Gefahr besteht. Bei 97 % aller Abtreibungen ist dies aber nicht der Fall. Diese 97% der Abtreibungen werden nicht aus medizinischen Gründen durchgeführt, sondern aus anderen Gründen für die Mutter, z.B. die schlichte Unlust der Frau ein Kind großzuziehen, ihre Flucht vor der Verantwortung.

    Wenn es um das reine Leben geht kann und darf man nicht das Leben des Kindes über das Leben der Mutter stellen.

    Die Lebenplanung einer Frau kann man aber in keinem Fall über das Lebenrecht des Kindes stellen und das ist bei 97% aller Abtreibungen in Deutschland der Fall.

    Im Übrigen disqualifiziert sich jemand als Diskussionspartner, der ein ungeborenes Kind als "parasitäre Lebensform" und eine Geburt als Menschenrechtsverletzung darstellt.
     
    #17
    candyfloss, 29 März 2007
  18. Reliant
    Reliant (35)
    Sehr bekannt hier
    2.693
    198
    604
    vergeben und glücklich
    das ein baby schnell liebevolle eltern sehen wir halte ich für ein gerüchte wartelisten hin oder her, beweisen volle heime und ein rückgang der adoptionen und adoptionswilligen doch das gegenteil.

    nein nur wer so gegen die abtreibung ist, muss ein Kondom als genozid betrachten. wo beginnt leben, wenn man vom zellhaufen oder von 2 zellen oder von 100 zellen ausgeht kann man auch von einer eizelle und einem spermium ausgehen.
    unwahrscheinlich aber nicht unmöglich.

    natürlich hat das kind mehr rechte als die frau, die ist mensch zweiter klasse und hat gar keine ausser auszutragen. die rechte anderer gehen vor. und sie darf sogar verurteilt werden mit lächerlichen vorhaltungen wie "kinderkriegen statt partys"

    definiere leben, bevor du von tatsachen sprichst.

    was anderes als ein parasit ist eine ungewollte wesenheit die nur deswegen lebt weil sie einen wirtskörper missbraucht. nicht ich rede davon, du machst kindern zu parasiten wenn du der frau das recht nimmst frei zu entscheiden.
    also solltest du dich selbst an der nase nehmen bevor du andere für ihre wortwahl kritisierst.

    schlag nach was ein parasit ist so als tip :zwinker:

    du beraubst die mutter also lieber der freiheit und machst sie zum sklaven, stellst das recht eines anderen über die freie entscheidung eines menschens.

    blöd wenn einem die argumente ausgehen man kaum auf etwas antworten kann und sich dann an einer herberen ausdrucksweise aus einer diskussion davonstielt, während man selbst wesentlich herbere taten setzen möchte.

    ich habs für dich rausgesucht:
     
    #18
    Reliant, 29 März 2007
  19. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
    789
    103
    14
    vergeben und glücklich
    Stimmt Adoptionen gehen zurück, dennoch standen noch Ende 2005 771 zur Adoption freigegebenen Kindern 9324 Adoptionsbewerbungen entgegen (Quelle:http://www.adoption.de/info_adostatistik.htm).
    Überfüllte Heime? Verwechselst Du vielleicht Rumänien mit Deutschland? Im übrigen sind nicht alle Kinder, die in Heimen leben, zur Adoption freigegeben!

    Nochmal zur "parasitären Lebensform": Wie ich schon sagte, nach Definition hast Du Recht. Aber so einen Begriff auf menschliches Leben (Und Du hast ganz klar ein Kind (Deine Worte) als parasitäre Lebensform bezeichnet.) anzuwenden, ist mehr als unpassend und in meinen Augen absolut widerlich. Ich finde Deine Denkweise zutiefst abstoßend.

    Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Da Du den Anderen ja als Parasite betrachtest, kann ich verstehen, dass Du das anders siehst, das macht allerdings in meinen Augen eine Diskussion mit Dir absolut sinnlos, ganz davon abgesehen, dass ich nach solchen Äußerungen auch keinen Wert drauf lege.
     
    #19
    crimson_, 29 März 2007
  20. zartbitter
    zartbitter (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    495
    101
    0
    vergeben und glücklich

    Ein Mensch fährt zu schnell mit seinem Auto, gerät ins schleudern, trifft nen Baum, ist schwer verletzt.
    Mit dieser Argumentation müsste die Krankenkasse nun auch keine Operationskosten erstatten...


    Ansonsten schließe ich mich Reliant an.


    Und wer hiermit kommt,
    dem müssen die Argumente wirklich ausgegangen sein...


    "Mit dir diskutiere ich nicht, du hast ja ne andere Meinung!"



    Greetz
     
    #20
    zartbitter, 29 März 2007

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8 Januar 2005
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