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Asperger? Vergleichswerte erwünscht

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von mdotm, 5 Februar 2008.

  1. mdotm
    mdotm (33)
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    nicht angegeben
    Hi,

    zunächst einmal Entschuldigung für den vermutlich wenig aussagekräftigen Titel. Bestimmt gibt es einige, die mit dem Begriff "Asperger" nichts anfangen können, deshalb will ich versuchen den Begriff näher zu erläutern bzw. Links zu weiterführender Literatur posten und darstellen, wieso ich mich damit befasse bzw. glaube evtl. davon betroffen zu sein.

    Doch vorher möchte ich gerne eine persönliche Einschätzung meiner Lage geben, da ich denke dass dies sehr wichtig ist.

    Ich mache mir schon lange Gedanken darüber, wieso ich so bin wie ich letztendlich bin.
    Mir fällt es unglaublich schwer neue Freundschaften zu schließen und mit Menschen in Kontakt zu treten, ich bin unfähig die Gefühle anderer Menschen (korrekt) zu deuten ( Stichwort: Empathie ) und prinzipiell vertraue ich so gut wie keinem Menschen. In größeren Gruppen oder der Öffentlichkeit fühle ich mich unwohl und beobachtet, ich habe schon oft Parties sausen lassen weil ich Angst davor hatte dort mit Menschen Kontakt aufnehmen zu müssen die ich nicht kenne. Weder kann ich guten Freunden noch wildfremden Menschen "in die Augen schauen", auch mit größter Mühe nicht. Mein Freundeskreis ist mit "überschaubar" noch optimistisch beschrieben. Dies liegt auch daran dass andere mein Verhalten oft als abweisend und teilweise arrogant deuten, obwohl das von meiner Seite aus so nicht gewollt ist.

    Weiterhin neige ich zur Perfektion und befasse mich extrem lange mit Details/Kleinigkeiten aus einem größeren Kontext, auch wenn dies unangebracht ist - das ist selten vorteilhaft, z.B. beim Lernen für Klausuren. Diesen Text z.B. habe ich schon dutzende Male abgeändert und neu verfasst weil ich in der Vorschau diverse Formulierungen fand die mir nicht passten.

    Das Leben läuft an mir vorbei, ich habe keinen größeren "Plan" auf den ich hinarbeite, wie z.B. das Erreichen eines langfristigen Ziels ( vom Diplom abgesehen ). Trotzdem gehe jeden Tag nach dem "Schema F" vor. Ich plane oftmals mehrere Tage im voraus was ich wann wo tue und bin dann extrem enttäuscht wenn mein "Plan" nicht aufgeht und ich auf für mich unbekannte/unerwartete Situationen treffe.

    Aufgrund meiner "Sozialphobie" ( ich verwende den Begriff ungern da dies eine Selbsteinschätzung ist ), die sich gegenüber Frauen noch extremer ausdrückt als sie generell bereits ist, hatte ich noch keine Beziehung oder Erfahrung mit Frauen. Dies war auch der ursprüngliche Grund mich hier anzumelden.

    Da mich meine Jugend im Bezug auf soziale Kompetenz und meinem Verhalten Frauen gegenüber nachhaltig ( negativ ) geprägt hat habe ich mich lange Zeit damit abgefunden dass dies die Ursache für mein Verhalten ist. Doch mittlerweile bin ich mir absolut nicht mehr sicher.

    Ich könnte das im Detail ausführen und die Gründe nennen ( bzw. ich hatte das im Detail ausgeführt, jedoch wieder massiv gekürzt ), doch dies würde den Rahmen sprengen. Vielleicht später mehr dazu.


    Nun zu Asperger:

    Das Asperger-Syndrom ist eine leichte ( bzw. stark abgeschwächte ) Form des Autismus. Ich könnte hier jetzt versuchen zu erläutern was Autismus ist, doch dazu habe ich mich nicht eingehend genug damit befasst. Wikipedia ist hierzu deutlich kompetenter:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus

    Ich nehme an den meisten ist der Begriff zumindest entfernt geläufig.

    Ich musste mit Erschrecken feststellen dass ich die Kriterien für Asperger absolut (über)erfülle. Deshalb habe ich auch an mehreren Onlinetests teilgenommen die zumindest eine grobe Einschätzung liefern sollten ob meine Vermutung korrekt ist. Den Tests zufolge ist sie das.

    Mein Problem ist: Ich traue solchen Tests absolut nicht und viele Fragen sind meiner Meinung nach so gestellt dass man in Versuchung kommen könnte entsprechend dem Ergebnis, welches man selbst erwartet, abzustimmen.

    Bevor ich deshalb in Erwägung ziehe eine offizielle Diagnose vornehmen zu lassen würden mich die Testergebnisse anderer interessieren und, falls dies nicht zu persönlich sein sollte, die persönliche Einschätzung der betroffenen Person.

    Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht was ich mir von einer offiziellen Diagnose erwarten würde, da Asperger genau wie Autismus bekanntermaßen nicht "heilbar" ist - es würde mir also nichts bringen außer Klarheit bzw. die Bestätigung meiner Vermutung. Aber zumindest hätte ich dann Gewissheit.

    Wäre schön wenn der eine oder andere sich die Zeit nehmen würde diesen langen Text durchzulesen und vielleicht sogar den Test zu machen.

    Abschließend die Links und in Klammern dahinter mein Ergebnis:
    http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/survey_a.php ( 42 )
    http://www.aspergia.de/index.php?show=astest ( 130 )

    MfG

    P.S.: Ich habe mich bemüht den Text zu strukturieren, doch viel kürzer ging es nicht.
    P.P.S.: Ich fand das Topic am Passendsten in diesem Unterforum - falls ich damit falsch liege, bitte entsprechend korrigieren.
     
    #1
    mdotm, 5 Februar 2008
  2. User 29904
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    #2
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 5 Februar 2008
  3. mäh
    Gast
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    hmm also ich hab 4 punkte in dem test mit den wenigen punkten.

    ich glaube aber, dass es schwierig ist, von einem test auf eine krankheit zu schließen.
    ich würde an deiner stelle, wenn du klarheit willst, einfach mal zu deinem arzt gehen und ihm deine befürchtung erzählen, der wird dir dann schon sagen was er davon hält, oder dich gegebenenfalls an jemanden weiterschicken, mir fällt grad aber niemand ein der da so speziell für zuständig ist :schuechte
    naja viel glück :zwinker:
    und wie meine vorschreiberin schon schrieb, empathie hast du ja schon.
     
    #3
    mäh, 6 Februar 2008
  4. mdotm
    mdotm (33)
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    Hallo,

    vielen Dank für eure Einschätzung.

    Um auf den genannten Begriff der Empathie einzugehen:

    Laut Wikipedia [1] "[...] bezeichnet man die Fähigkeit eines Menschen, sich kognitiv in ein anderes Lebewesen hineinzuversetzen, dessen Gefühle zu teilen und sich damit über sein Verstehen und Handeln klar zu werden" als Empathie.

    Dieses Kriterium erfülle ich z.B., wie bereits von "darkbluesmile" angesprochen, beim Posten in Foren - hier kann ich wohl wirklich relativ gut die Reaktion der Lesenden ab- und einschätzen.

    Doch im "wirklichen Leben", im Kontakt mit anderen Menschen, ist dies definitiv nicht der Fall. Ich kann mich beispielsweise absolut nicht in die Lage eines anderen Menschen versetzen wenn dieser mir z.B. von seinen Problemen berichtet.

    Sobald z.B. ein Gespräch auf die emotionale Schiene gerät und ich schlimmstenfalls noch um Rat gefragt werde läuft bei mir ein Schema F ab - ich blocke ab weil ich keine Gefühle zeigen kann, stattdessen suche ich unterbewusst in meinen Erinnerungen nach vergleichbaren Situationen ( aus dem eigenen Leben, aus Filmen, Büchern, ... ) und antworte/handle dann so wie es in diesen Situationen getan wurde. Ich wäge völlig rational ab zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten und wähle dann eine davon.

    Das hört sich seltsam an und ist vielleicht schwer nachzuvollziehen - was ich damit sagen will: Ich kann keine Gefühle zeigen, stattdessen habe ich mir ein Verhalten antrainiert und dieses über die Jahre perfektioniert. Ich täusche Emotionen vor wo keine sind. Ich bin in solchen Situationen nicht ich selbst und ich kann mich auch nicht in die Lage desjenigen versetzen, der mit mir in diesem Moment redet.

    Will heißen: Ja, ich kann in gewissem Rahmen einen Menschen verstehen, doch ich kann mich nicht in ihn hineinversetzen. Das ist mir meiner Meinung nach nicht möglich.

    Allerdings habe ich ganz generell ein immenses Problem mit Emotionen. Ich versuche Situationen, in denen ich mich einem Menschen öffnen müsste, schon im Vorfeld zu vermeiden.
    Ich könnte keinen Menschen umarmen obwohl ich ihn sehr mag, weder eine gute Freundin die Trost benötigt noch ganz banal meine Eltern oder Geschwister. Stattdessen benötige ich stets eine gewisse Distanz, Unnahbarkeit. Und dies darf man durchaus wörtlich verstehen: Ich mag es nicht angefasst zu werden - es kam schon oft vor dass ich unwillkürlich zusammgezuckt bin wenn ich berührt wurde. Andererseits sehne ich mich trotzdem nach Geborgenheit, Nähe und Zuneigung - ein absoluter Widerspruch.

    Sollte doch einmal jemand den Fehler begehen meine "Barriere" zu durchbrechen, gerate ich fast in Panik. So geschehen bei einer Freundin die im Kino lediglich ihren Kopf auf meine Schulter legte, vermutlich weil sie sich wohl fühlte und mich wohl auch mag. Ich wusste in diesem Moment nicht wie ich reagieren sollte, weil ich die Situation nicht einschätzen konnte. Stattdessen habe ich mir den halben Film über bescheuerte Gedanken über Nichts gemacht.

    Mein Problem ist nun: Bin ich wirklich unfähig menschliche Verhaltensweisen richtig zu deuten und richtig darauf zu reagieren ( spräche, mit anderen Faktoren die ich jetzt hier nicht ausbreiten möchte, für Asperger ) oder habe ich es schlichtweg nie richtig gelernt ( dafür spräche meine Jugend, die ich wohl zum größten Teil verpasst habe - das wäre ein Grund für eine Sozialphobie o.Ä. ) und habe damit nur ein Defizit?

    @ mäh:

    Ich möchte mittlerweile eigentlich Klarheit. Das Problem ist nur - ich kann keinem Menschen vertrauen und mich auch keinem Menschen öffnen. Diesen Beitrag habe ich nur verfasst weil ich im Internet halbwegs anonym bin. Es ist für mich noch unvorstellbar mich einem Arzt anzuvertrauen, trotz Schweigepflicht. Es geht einfach nicht, davor habe ich zu viel Angst.

    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie

    P.S.: Ironischerweise bin ich in meinem Freundeskreis eher der "Clown", man kennt mich nur als lebensfrohen, lustigen Menschen und die meisten ahnen wohl nicht wie ich innerlich ticke. Auch das ist eine Fassade die ich mir mühsam aufgebaut habe und der Grund, wieso man mit mir nur sehr begrenzt Gespräche über ernste Themen mit mir führen kann.

    P.P.S.: Ich versuche mich in Zukunft zu bemühen meine Texte etwas kürzer zu halten, leider neige ich dazu Romane zu schreiben.
     
    #4
    mdotm, 7 Februar 2008
  5. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    sorry aber eine Selbstdiagnose gepaart mit fast kompletter Ahnungslosigkeit ist absoluter Schwachsinn!

    Ein wenig Internetrecherche kann in keinster Weise einen studierten, jahrelangen praktizierenden und auf dieses Fachgebiet spezialisierten Arzt ersetzen!:kopfschue

    Selbst wenn du Recht hättest mit deiner Selbstdiagnose (mal angenommen) wird dir das nichts nützen - es sei den du bist ein Genie und könntest dich trotz fehlender Qualifikation nicht nur selbst diagnostizieren sondern auch therapieren...:kopfschue
     
    #5
    brainforce, 7 Februar 2008
  6. mdotm
    mdotm (33)
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    nicht angegeben
    Ich hatte nie vor und habe nicht vor mich "selbst zu diagnostizieren" bzw. zu therapieren und mir ist natürlich auch bewusst dass das Internet keinen Arzt ersetzt. Das habe ich aber auch mit keinem Wort behauptet. Ich weiß ehrlich gesagt nicht aus welchem Teil meines Beitrags du diesen Schluss ziehst.

    Um beurteilen zu können dass mein Verhalten definitiv nicht "normal" ist brauche ich aber keinen Arzt. Mir ging es nur darum zu erfahren ob meine Selbsteinschätzung völlig absurd ist oder vielleicht doch zumindest in die richtige Richtung geht.

    MfG
     
    #6
    mdotm, 7 Februar 2008
  7. User 44981
    User 44981 (29)
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    Ich habe keine Ahnung von Psychologie, oder ähnlichem, aber ich fände es ehrlich gesagt sehr seltsam, wenn deine "Symptome" die Symptome einer leichten Form des Autismus und damit unheilbar wären...
    (Ich finde es sowieso sehr komisch, wie viele nicht ganz normale, aber häufig anzutreffende Verhaltensweisen heute als psychische Störung oder wasweisichwas gelten)

    Hier mal nur meine Laienhafte Einschätzung:
    Irgendwie hört sich das für mich nicht besonders seltsam an.
    Es ist doch völlig normal, dass man, wenn man um Rat gefragt wird, seine eigenen Erfahrungen und sein Wissen dazu einsetzt, eine entsprechende Antwort zu geben.
    Dass man dabe keinerlei Emmotionen zeigt, kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber auch ich bin eher jemand, der seine Emmotionen nicht so ausgeprägt zeigt und eher kühl wirkt.

    Auch das ist für mich eigentlich etwas ganz normales... wie soll man denn die Gedanken eines Anderen lesen?!? - Natürlich kann man versuchen, ihn zu verstehen und aus seinem Verhalten und dem Gespräch auf seine Emmotionen schließen, aber ob das auch wirklich alles so ist, wie man denkt, weiß man doch nie.
    Je mehr man mit anderen Menschen zu tun hat und je mehr Menschen das sind, desto besser kann man sich aber "in andere hineinversetzen"... das sehe ich auch als reine Übungssache, wobei etwas "Talent" in solchen Dingen mit Sicherheit hilfreich ist.

    Auch das finde ich nicht so seltsam... wenn man wenig Erfahrung mit körperlicher Nähe hat, fallen einem manche Dinge einfach schwerer.
    Es hört sich zwar bei dir ziemlich extrem an, aber auch hier finde ich mich ansatzweise wieder.
    Erst in letzter Zeit habe ich mich daran gewöhnt, manche Leute zur Begrüßun oder zum Abschied zu umarmen...
    Auch ich war vor einiger Zeit in fast genau der gleichen Situation, die du beschrieben hast (nur ddass es nicht im Kino, sondern bei jemandem zu Hause war...) und auch ich war über ihren Kopf auf meiner Schulter zuerst etwas überrascht und fand es "seltsam"... nach kurzer Zeit hat sich das Gefühl aber gelegt und ich fand es schön und habe es genossen.

    Ich kann mir gt vorstellen, dass du einfach zu wenig Erfahrung im Umgang mit anderen Personen hast.
    In den meisten deiner Verhaltensweisen kann ich mich in deutlich abgeschwächter Form auch wieder finden (bzw. ich weiß, dass ich mich früher so verhalten habe).

    Allerdings kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass man an diesem Zustand durch mehr Kontakt mit anderen Leuten nichts ändern kann.
    Nicht jeder ist der geborene Kommunikationsexperte und kann sich in jede Situation hineinversetzen, aber je mehr man mit Anderen kommuniziert, desto besser werden auch die eigenen Kommunikationsfähigkeiten.

    Ach ja... die Tests habe ich auch gemacht:
    Beim ersten habe ich 15, beim zweiten 50 Punkte.

    Allerdings glaube ich kaum, dass diese Tests wirklich aussagekräftig sind.
    Wenn man sich etwas über Asperger informiert hat und meint, man hätte das Asperger-Syndrom, wird man wohl auch die meisten Fragen so beantworten, dass beim Test raus kommt, dass man das Asperger-Syndrom hat.
    Ebenso wird wohl rauskommen, dass man es nicht hat, wenn man nicht glaubt, es zu haben. :grin:
     
    #7
    User 44981, 7 Februar 2008
  8. Rührmichnichtan
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Bei'm ersten Test hab ich 35 Punkte. Hmm...
     
    #8
    Rührmichnichtan, 10 Februar 2008
  9. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Hallo,

    also ich muß auch mal anmerken, dass ich Brainforces Posting etwas unfair und unangebracht finde, bzw einfach vorschnell. Ich seh hier lediglich den (verzweifelten?) Versuch mit dem eigenen Verhalten, bzw mit sich selbst umzugehen und eine Lösung zu suchen. Dabei wirkt der TS auf mich recht selbstkritisch und offen.

    TS: Ich möcht gerne noch einwerfen, dass auch eine starke Sensibilität dazu führen kann, dass sich jemand verschließt und praktisch emotionslos wird.
    Interessant find ich auch, dass dir das alles sehr große Angst macht, das bedeutet ja, dass du nicht emotionslos bist. Angst kann ja ein sehr mächtiger und großer Faktor sein, vielleicht steckt da mehr dahinter?
    Ich würd dir auch definitiv raten, einen Fachmann aufzusuchen, denn alleine wirst du nie alles betrachten können, du wirst auch nie auf eine wirklich annähernd objektive Sichtweise kommen.

    Mag sein, dass du Angst hast, das ist aber kein Grund, auf entscheidende Maßnahmen zu verzichten. Man kann auch mit Angst zum Arzt ;-)


    Alles Gute,
    Kaya
     
    #9
    Kaya3, 10 Februar 2008
  10. brainforce
    brainforce (33)
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    evtl. waren meine Worte etwas hart aber ich denke eben es ist niemanden geholfen wenn man sich selbst so "reinsteigert" in Vermutungen.

    Besser ist es wirklich das abklären zu lassen als sich selbst womöglich unnötig reinzusteigern und damit das ganze nur noch schlimmer zu machen - ein Teufelskreis.
     
    #10
    brainforce, 10 Februar 2008
  11. mdotm
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    nicht angegeben
    Hallo,

    ich hatte leider die letzten Tage nur sehr wenig Zeit, Klausurstress. Habe zwar ab und an hier reingeschaut, allerdings keine Zeit und Muße gehabt hier zu antworten. Deshalb melde ich mich auch erst jetzt wieder.

    @ banane0815: Danke für deine ausführliche Antwort. Offenbar bin ich doch "normaler" als ich dachte :zwinker:

    Auf zwei Dinge, die du ansprichst, möchte ich kurz im Detail eingehen:

    Das ist mein Problem - ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich meine Emotionen nur unterdrücke oder ob ich keine Emotionen zeigen kann weil keine da sind. Oder ich einfach nicht weiß wie ich mich in manchen Situationen verhalten sollte und dann lieber überhaupt nicht reagiere.

    Das dachte bzw. denke ich eigentlich auch. Andererseits habe ich nicht das Gefühl dass sich meine Kommunikationsfähigkeiten in den letzten Monaten/Jahren großartig verbessert haben, obwohl ich seit ich studiere besonders während der Lernphasen andauernd mit neuen Leuten in Kontakt komme.

    Aktuell gelingt es mir so halbwegs, bei Gesprächen mit neuen Bekanntschaften nicht andauernd deren Blickkontakt auszuweichen. Aber dafür habe ich extrem lange gebraucht und das kommt auch stark auf meine "Tagesform" an.

    Im Kontakt mit Frauen habe ich mich sogar überhaupt nicht verbessert, normale Kommunikation fast unmöglich bzw. nur nachdem ich die betreffende Person sehr, sehr viel näher kennengelernt habe.

    @ Kaya3:
    Ich weiß nicht ob ich dich korrekt verstanden habe: Du denkst dass meine große Sensibilität in Bezug auf meine Probleme dafür verantwortlich ist, dass diese Probleme sich noch verstärken?

    Oder, vereinfacht, dass ich mir zuviele Gedanken darüber mache?

    @ brainforce:

    Ich kann das schlecht selbst beurteilen, aber meiner Meinung nach steigere ich mich da in nichts hinein. Im Gegenteil, ich habe meine Probleme eigentlich jahrelang verdrängt und hatte eben das Bedürfnis mich endlich einmal damit auseinanderzusetzen. Der Beitrag sollte nur ein erster Schritt sein.

    Allerdings stelle ich im Nachhinein fest dass mein ursprünglicher Asperger-Verdacht wohl etwas voreilig war, worüber ich jedoch verdammt froh bin.

    -----

    Ich werde jetzt erst einmal versuchen die Klausurzeit gut zu überstehen und dann überlegen ob ich einen Arzt aufsuche bzw. welche Schritte ich unternehmen möchte. Dann werde ich mich auch etwas ausführlicher hier äußern. Momentan fehlt mir wie bereits erwähnt einfach die Zeit. Wollte mich nur kurz hier melden dass ich meinen Beitrag nicht vergessen habe und nach wie vor mitlese :smile:

    MfG
     
    #11
    mdotm, 16 Februar 2008
  12. MasterThief
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    ...heyho :smile:


    ich will dich jetzt nicht so sehr "zutexten" wie manch Andere hier; aber mir stürzte das Wort Autismus so ins Auge und ich wollte etwas dazu loswerden - da es bei den meisten Autisten der Fall ist, dass sie den direkten Menschenkontakt/Menschenmassen vermeiden, Körperkontakt meiden [es sei denn er geht von ihnen aus] und ich las, das dies wohl bei dir auch zutrifft, bin ich schon etwas platt bzw. geschockt ...
    aber ich will nichts falsches sagen oder dir in dieser Hinsicht zustimmen o.a.

    am besten solltest du dich von Ärzten beraten lassen oder mit Menschen Kontakt aufnehmen, denen es ähnlich geht wie dir? mit diesen Leuten kannst du vllt auch besser über alles schreiben/sprechen als mit "Ahnungslosen" :smile:
     
    #12
    MasterThief, 16 Februar 2008
  13. Pornobrille
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Quatsch, nur weil du in manchen Situationen nicht weißt wie du dich verhalten sollst und dir schwer beim kommunizieren mit anderen Menschen tust heißt das noch lange nciht, dass du dieses Syndrom hast. Ich glaube es gibt mehr Leute mit den selben Problemen als du denkst.

    Bestimmt bist du einfach nur ziemlich oft unsicher und bruachst eben sehr lange bei neuen Bekanntschaften um dich zu öffnen. Was ja nicht schlimm ist..
     
    #13
    Pornobrille, 16 Februar 2008
  14. envy.
    Meistens hier zu finden
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    133
    29
    nicht angegeben
    Unser Denken wird ja von verschiedenen Teilen des Gehirns gesteuert. Hier einfach ein Beispiel: Da gibt es den Teil, der für das Sozialverhalten, die Kommunikation etc. verantwortlich ist, und einer, der unser Logisches Denken, Gedächtnis usw. beeinflusst. Der Teil, der unser Sozialverhalten steuert, "blockiert" die andere Partie in gewisser Weise.
    Menschen, die am Asperger-Syndrom leiden, haben eine Störung im Gehirn (dies trifft auch auf andere Formen des Autismus zu), welche sich so äußert, dass diese "Blockade" nicht stattfindet und das Sozialverhalten also beeinträchtigt werden kann (ganz vereinfacht erklärt. :zwinker:), was sie teilweise zu außerordentlichen mathematischen Denken, einem enormen Gedächtnis und einer ausgeprägten Begabung fürs Logische Denken befähigt.
    Es kann also im Grunde nur ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen beiden Partien geben, oder es ist eben so, dass eine besser bzw. mehr ausgeprägt ist, als die Andere. Das unterscheidet sich bei allen Menschen.
    Daher ist es in der Regel ja auch so, dass die einen bessere sprachliche/künstlerische Fähigkeiten haben, daher mathematisch beispielsweise weniger begabt sind und bei Anderen ist es umgekehrt.

    Ich kenne auch jemanden, der in Physik und Mathe einfach ein herrausragendes Talent ist. Was den Umgang mit Menschen betrifft, mangelt es bei ihm. Er hat zum Teil Probleme, menschliche Emotionen zu verstehen, kann mit Gesichtsausdrücken oft nicht umgehen, ganz ähnlich wie bei dir und ist außerdem oft nicht in der Lage, sich vernünftig zu artikulieren. Aber ich zweifle stark daran, dass er an einer Form des Asperger-Syndroms leidet, zumindest nicht soweit, dass es ihn wirklich negativ im Leben beeinflusst.

    Du musst überlegen, ob du mit deiner Lage zurecht kommst. Es wird sich nie was an deinem Auffassungsvermögen ändern. Solltest wirklich an dieser "Krankheit" leiden (soweit du hier von einem Leiden sprechen kannst), dann kannst du dich allerhöchstens in Behandlung geben, würdest evtl. Medikamente bekommen. Musst du wissen, ob du das wirklich möchtest.
    Andererseits lernst du einfach, damit umzugehen. Viele Autisten versuchen ein Sozialverhalten zu "erlernen", indem sie einfach das anderer Menschen kopieren - und kommen damit gut zurecht.

    Ich kann dir ansonsten noch ein Buch empfehlen, bei dem ich glaube, dass du dich gut mit dem Protagonisten identifizieren können wirst. Es ist wirklich sehr unterhaltsam und wird dir vielleicht helfen, damit zurechtzukommen. :smile:
    Mark Haddon: Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone
     
    #14
    envy., 16 Februar 2008

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