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Authentizität vs Rollenspiel

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von ElfeDerNacht, 2 Oktober 2008.

  1. ElfeDerNacht
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Aus aktuellem Anlass, möchte ich dem Forum eine Frage zu einem mir vollkommen unverständlichen Thema stellen:

    Warum spielt man, wenn man sich kennen lernt eine Rolle, und verstellt sich bei grundlegenden Charakterfragen wenn man eine Beziehung eingeht?

    Ich frage mich das schon immer, weil ich ein Mensch bin, der immer so ist und sich so gibt wie er eben ist- mit all seinen guten und schlechten Eigenschaften.
    (Jetzt hab ich sogar den Beweis schwarz auf weiß, nachdem ich in Verbindung mit einer Bewerbung einen Persönlichkeitstest abgelegt hab, der besagt, ich wäre absolut authentisch in meinem Fühlen und Handeln... :jaa: )

    Natürlich ist mir klar, dass man sich in der Balzzeit von seiner besten Seite zeigen möchte- tu ich wahrscheinlich auch, allerdings zeige ich mich von einer Seite die auch wirklich existiert, die ich auch lebe! Ich erfinde mich nicht vollkommen neu, um einen Mann zu beeindrucken.
    Was hat das denn auch für einen Sinn? Das kann man doch nicht ein Leben bzw. eine Beziehung lang aufrechterhalten, und was passiert dann wenn das Gegenüber mitbekommt, dass die Fassade zu bröckeln beginnt? Man hat auf einmal keine Gemeinsamkeiten mehr oder in grundlegenden Beziehungsfragen eine komplett konträre Meinung/Einstellung, und beginnt die Beziehung natürlich in Frage zu stellen.

    Mein Freund zB... Ich lernte ihn als wertschätzenden, engagierten, liebevollen und respektvollen Menschen kennen, der in allen mir wirklich wichtigen Fragen, dieselben Ansichten wie ich vertrat. Doch irgendwann konnte er das nicht mehr aufrechterhalten... Das zeigte sich nach und nach immer deutlicher mit Ignoranz, Unverständnis und Respektlosigkeit seinerseits, bis hin zu Grundsatzdiskussionen, die plötzlich zu komplett anderen Ergebnissen kamen, wie noch am Anfang der Beziehung.
    zB. was den Alkoholkonsum betrifft- für mich ein sehr heikles und auch angstbesetztes Thema, worum ich aber kein Geheimnis mache... Am Anfang hieß es von seiner Seite her, dass er genauso dazu stehen würde wie ich- er außerdem aus dem Alter heraus sei, wo er es notwendig habe sich aus dem Leben zu schießen, und er sowieso nix davon hält, und was ist jetzt? Es ist zu einem ständigen Konfliktthema geworden, weil er das eben doch ein wenig anders sieht als ursprünglich behauptet, und mich jetzt als "Spaßbremse" abwertet...
    Auch ein Punkt der ihm unheimlich wichtig war (am Anfang): Respekt und Aufmerksamkeit! Nunja, damit kanns wohl nicht weit her sein, wenn man seine Partnerin permanent versetzt, um Stunden zu spät kommt (ohne das in irgendeiner Weise anzukündigen), keinerlei Engagement bringt (was grad in einer Fernbeziehung so elementär wäre) etc. pp...
    Aber ich will jetzt im Grunde gar nicht meine Beziehung zum Thema machen, sondern das Thema an sich.
    Die Frage in den Raum stellen, warum man nicht zu sich und seinen Fehlern steht, wenn man einen potentiellen Partner kennen lernt, denn im Grunde schneidet man sich sowieso ins eigene Fleisch...

    Ich würde einfach gerne eure Meinung dazu hören, vielleicht versteh ichs dann besser?!

    Elfchen
     
    #1
    ElfeDerNacht, 2 Oktober 2008
  2. OoBeBioO
    OoBeBioO (28)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    vilelleicht stellt man sich um bei dem anderen besser da zustehen damit man das herz erobern kann?!

    also so könnte ich mir das vorstellen warum manche so sind?!
     
    #2
    OoBeBioO, 2 Oktober 2008
  3. Película Muda
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Das Phänomen kenne ich. Von mir und anderen. Was das für einen Sinn hat? Das kann ich dir leider nicht sagen. Ich glaube allerdings, dass die meisten Menschen das nicht bewusst und geplant machen. Klar, am Anfang hat man einen höllischen Respekt, Angst was kaputt zu machen was noch garnicht existiert und man will einfach total perfekt fürs Gegenüber sein. Natürlich macht man sich da mehr Gedanken u.s.w., aber ich glaube trotzdem, dass der Großteil sich einfach wirklich verändert in dieser Zeit. Man sieht sich selbst wirklich anders, als neuen Menschen mit neuen Eigenschaften und Seiten. Mit dem Ableben des ersten Verliebtseins verschwinden auch diese Seiten und Eigenschaften manchmal wieder und das "wahre Ich" tritt verstärkt wieder hervor.

    Außerdem würde ich behaupten, dass manche Dinge - wie zB deine Beispiele - garnicht unbedingt so sein müssen wie man sie sieht. Eventuell war seine Einstellung damals den Themen gegenüber wirklich so und sie hat sich geändert. Menschen verändern sich manchmal ziemlich drastisch und auch Beziehungen verändern sich und Beziehungen verändern Menschen. Und Menschen verändern Menschen. Was ich damit sagen will: wenn ich zum Beispiel frisch verliebt bin, kann ich mich auch total dafür begeistern, was mein Gegenüber toll findet. Da gab es mal das Beispiel Mountainbiker. Ich bin nicht so wahnsinnig sportbegeistert, aber er stand total drauf. Auf einmal fand ichs auch super interessant, hab mich informiert, DSF geguckt u.s.w., mit der Zeit hab ich zunehmend gemerkt, dass es doch nicht so mein Fall ist. Das Verliebtsein an sich verändert Menschen halt einfach und manchmal glaubt man in dieser Phase man ist weiß Gott was - und ist es nicht.

    Natürlich rede ich dabei jetzt nicht von Grundsatzdingen. Moral und Prinzipien bleiben meist recht stabil. Trotzdem glaube ich, dass das einen großen Teil ausmacht. Einfach diese falsche Selbsteinschätzung, weil man verliebt ist. Und die Veränderung, die man ganz normal durch die Zeit und die Beziehung erfährt. Jede Beziehung erlebt irgendwann mal das Problem des immer weniger werdenden Respektes, manche ausgeprägter, manche weniger.

    Was ich mit all dem Wirrwarr ausdrücken wollte ist in etwa folgendes: ich glaube, dass die wenigsten Menschen wirklich lügen oder bewusst vorgeben eine ganz andere Person zu sein. Und die, die doch mal flunkern, haben wohl einfach Verlustängste, die zu Beginn einer Beziehung auch irgendwie normal sind.
     
    #3
    Película Muda, 2 Oktober 2008
  4. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Genau dies war bei meinem Exfreund der Fall. Ex.

    Nun zu deiner Frage:
    Zum Einen denke ich, dass man sich, in dem Moment, in dem man sich auf einen neuen Menschen einlässt, immer auch ein Stück weit in dessen Leben "einschleicht". Das kann positiv belegt sein wenn ich:
    - Neues überhaupt erst kennen lerne (da man sich ja selbstverständlich für das, was dem möglichen Partner gefällt, intessiert) und für gut befinde
    - mich bedingt durch handfeste Argumente, die mir einleuchtend erscheinen, in das Denken meines Gegenübers tatsächlich einfühlen kann und somit ggf. einige Merkmale dessen übernehme

    Aber eben auch negativ (was sicher besonders bei Personen vorkommt, die eine weniger ausgeprägte Persönlichkeit/Interessen besitzen) wenn ich:
    - das Verhalten/Denken des Gegenübers 1zu1 auf mich übertrage
    - alles, was mein Gegenüber als richtig einstuft, als eben das hinnehme beziehungsweise übernehme

    Die Gründe, sowohl für das von mir als "Positiv" aber auch "Negativ" bezeichnete, sind vermutlich die Gleichen:
    Man himmelt jemanden an, in dieser Situation erscheint entsprechende Person perfekt. Um das Ziel erreichen zu können glaubt man, auf die selbe Weise perfekt sein zu müssen und übernimmt somit möglichst viele Eigenschaften und Denkmuster.

    Wenn man diese aber, wie bei "Negativ" erwähnt, in Wahrheit eben doch nicht vertreten kann, kommt es zu dem von dir beschriebenen Problem. Dauerhaft ist es schlicht nicht möglich, eine solche Fassade aufrecht zu erhalten.
     
    #4
    User 12616, 2 Oktober 2008
  5. ElfeDerNacht
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Natürlich weiß ich, dass Menschen sich im Laufe eines Lebens immer wieder verändern, aber ich spreche in meinem Fall von einer Beziehung, die gerade erst 5 Monate alt ist... Da denke ich dann nicht, dass man so grundlegende Wandlungen vollzieht :zwinker:

    Natürlich versucht man sich für die Interessen des anderen zu begeistern, aber ich rede von grundlegenden Einstellungen zu bestimmten Themen. Die kann man doch nicht nach Lust und Laune verändern und "anpassen"? (nochmal Beispiel Alkohol: ich hasse es, er meinte ihm ginge es ähnlich. In Wirklichkeit findet er es sooo coool sich zu besaufen, wie ein Idiot zu benehmen, und dann noch damit zu prahlen :geknickt: )

    Nur habe ich leider immer wieder die Erfahrung gemacht, dass eben auch grundlegende Dinge gesagt oder getan werden, um dem anderen zu gefallen. Dinge die man eigentlich ganz anders sieht als man vorgibt...
    Situationen in denen man ganz anders handelt, als man es normalerweise tun würde...
    Ist das wirklich nur blinde Verliebtheit, oder nicht manchmal doch auch Berechnung?!

    Ja ich kenne Deine Geschichte. Da bin ich mit meinem Freund ja noch mit einem blauen Auge davon gekommen. :zwinker:
    Btw: ich hoffe Dir gehts jetzt wieder einigermaßen gut?!

    Was den Rest Deines posts betrifft: da kann ich Dir im Grunde nur zustimmen. Aber das ändert nichts daran, dass ich das menschliche Verhalten in diesem Punkt nicht verstehe. Denn auch ich verliebe mich oft Hals über Kopf, und trotzdem bleibe ich "ich selbst". Und ich hätte bei Gott genug Fehler, die es zu verstecken lohnen würde... :engel:
     
    #5
    ElfeDerNacht, 2 Oktober 2008
  6. tryanderror
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verliebt
    Hallo,
    ich Arbeite im Verkauf, im Rahmen einer NLP (=Neurolinguistisches Programmieren) Ausbildung hab ich gelernt, daß es natürliches Verhalten ist, sich seinem Gegenüber anzupassen, je positiver das Grundgefühl dem anderen gegnüber, dest stärker die Anpassung.
    (Redewendungen werden übernommen, der Rhythmus der Sprache passt sich an, Getsen werden nachgeahmt, die Körperhaltung gleicht sich an.)
    Im Verkauf wir dies bewusst eingesetzt, da die meisten Menschen das, was ihnen am meisten vertraut ist (also sie selbst und das eigene Verhalten) am liebsten mögen und am wenigsten fürchten.
    Unbewusst wendet das jeder an, um Sympathie zu erzeugen.
    Das jetzt mal zum reinen Verhalten.
    Weiterhin denke ich, daß bei Punkten wie "Respekt ist mir wichtig" oder "ich brauche keinen Alkohol um lustig zu sein" weniger eine absichtliche Lüge dahintersteckt, als daß der Wunsch Vater des Gedankens ist.
    Wie sinnvoll es ist, einem potentiellen Beziehungspartner Lügen über Grundsätzliche Einstellungen zu erzählen, steht auf einem anderen Blatt.:kopfschue
    Ich finde es toll, daß Du Dir Gedanken machst, was Du willst, wie Du bist und was Du erwartest, und das ehrlich vermittelst, und wünsche Dir, das entweder Dein jetztiger Partner das zu schätzen lernt, oder du jemanden findest, der dir die gleiche Ehrlichkeit und den Respekt geben kann, wie Du es tust.
     
    #6
    tryanderror, 3 Oktober 2008
  7. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Danke, mir geht es wieder blendend :smile:

    Mh... Vielleicht hast du dich besser unter Kontrolle? Oder, gerade zu Beginn passiert es leicht, dass die Gefühle, zumindest für die beiden Beteiligten ungleichgewichtig aussehen. Also, wenn dein Freund vor eurer Beziehung den Eindruck hatte, er "genüge" dir möglicherweise nicht, hielt er es eventuell für notwendig, unter Beweis zu stellen, dass es perfekt zu dir passt?

    So ganz sicher bin ich mir da auch nicht.
    Ich war auch längst in meinen Ex verliebt und es war klar, dass ich ihn wollte. Dennoch hat er mir sozusagen weiterhin nachgeplappert, wenn es um die bedeutsamen Dinge des Lebens ging... Vielleicht fing er so früh damit an, dass ich an mir überhaupt nichts ändern musste, da es ja wirkte, als würden wir wie die Faust aufs Auge zusammen passen :ratlos:
     
    #7
    User 12616, 3 Oktober 2008
  8. schokobonbon
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Den Beitrag von Película Muda unterschreibe ich 100%ig. Sehe ich genauso.

    Edit - Damit mein Beitrag sinnvoller wird: :zwinker:
    Ja, ich versuche mit einer neuen Beziehung ein besserer Mensch zu werden. Ich bin z.B. notorisch unpünktlich, also versuche ich, mich zusammenzureißen. Das geht eine Weile gut, aber in letzter Zeit ertappe ich mich viel zu oft dabei, dass die Beziehung selbstverständlich ist - und der Partner die Macken fast hinnehmen muss, weil sie mir doch passieren, obwohl ich eigentlich nicht will. Ich glaube, das ist aber nicht ganz das, was du meinst. Meine Wervorstellungen ändern sich nicht so schnell, und zu denen stehe ich auch. Wenn ich was im Gespräch vom anderen aus Überzeugung übernehme, ist es ja was anderes. :smile: Ich rede von unliebsamen Eigenschaften, die man selbst an sich nicht mag. Und trotzde kommt der alte Trott so nach und nach rein, und man muss immer dagegen ankäpfen... Denn eigentlich würde ich die Schokoseite gerne als Normalseite behalten. :zwinker:
     
    #8
    schokobonbon, 3 Oktober 2008
  9. Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    Single
    Ahhhh... mal ein allgemeines Diskutierthema... hervorragend!

    *händereib* :tongue:

    Zunächst einmal finde ich den Beitrag von Película Muda sehr interessant - hat mich auf jeden Fall nachdenken lassen.

    Ich selbst bin der Ansicht, dass jeder Mensch zwangsläufig irgendwelche Rollen spielt, je nachdem in welcher Situation er steckt und mit welchen Leuten er zu tun hat. Sowas hört sich immer etwas "falsch" an, dabei ist es eine ganz natürliche Sache, sein Verhalten gemäß dem sozialen Umfeld anzupassen.

    Wenn ich nun in einer Situation bin, wo ich (gezielt!) das Interesse meines gegenübers gewinnen möchte, ist so eine Anpassung nötig. Das heißt nicht unbedingt, dass man seine Überzeugungen über Bord wirft und nur einen auf Mr. oder Mrs. Perfekt macht. Man "relativiert" jedoch die Dinge, um sich Chancen nicht zu verspielen.

    Nehmen wir die Sache mit dem Alkohol: Attraktive Füchsin erzählt interessiertem Fuchs, dass sie keinen Alkohol trinkt und auf Leute, die sich auf Parties sinnlos besaufen nicht klar kommt. Gehen wir mal davon aus, dass sie da bei dem Fuchs ins Schwarze treffen würde (was nicht der Fall ist...) - was bleiben für Antwortmöglichkeiten?

    In solch einer Situation wäre "Ich mag Alkohol nicht und verstehe nicht, wieso sich Leute so gehen lassen können!" für mich eine offensichtliche Lüge, die ich nie bringen würde. Jedem mit einem Frontallappen am Hirn muss klar sein, dass das auffliegen wird...

    "Mich regen solche Leute auch auf" - wäre eine geschickte Halbwahrheit. Es kann einem ja wirklich bei anderen stören und man muss ja nicht stolz drauf sein, dass man das auch tut :engel:

    "So? Also wenn man vernünftig damit umgehen kann, kann das doch echt lustig werden?" ist auch nicht so die ganze Wahrheit, aber zeugt schonmal von mehr "Authentizität" und "Charakter", da man hier zumindest offen zugibt, dass man dem Alkohol selbst wohl nicht so abgeneigt sein kann. Das man selbst Probleme hat, das Maß zu halten, wird da aber geschickt unter den Tisch fallen gelassen. Relativierung heißt das Zauberwort! ;-)
    Vermutlich wäre das meine Antwort in einer solchen Situation.

    Bleibt noch die 100%-true Variante: "Achwas, ich liebe es, mich so richtig hemmungslos mit meinen Mitfüchsen die Kante zu geben!" - wie realistisch ist es wohl, damit zu antworten? :engel:

    Was ich damit sagen möchte: Solche Effekte bauen sich in Situationen, in welchen beidseitiges Interesse vorhanden ist, fast zwangsläufig aufgrund dieses Rollenspiels auf. Ich lasse ein bisschen was von der Wahrheit weg und die Füchsin möchte das, was ich sage auch in einer Weise verstehen, die ihr gut in den Kram passt... :link:

    Wenn man allerdings über diese Phase hinaus ist und man sich das Interesse des Partners gewiß sein kann, kann ich solch ein Verhalten nicht mehr verstehen. In Beziehungsdingen wäre ich brutal ehrlich - meine Partnerin muss immerhin um meine Schwäche wissen und diese akzeptieren. Wenn es ein Alkoholproblem ist, dann natürlich auch. Ob man dann diesen Schneid aufbringt oder nicht doch zu feige ist, ist wieder eine andere Sache. Es ist eine sehr verzwickte Kiste, denn wenn man zu viel falsche Hoffnungen geweckt hat, sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

    Vielleicht ist es auch so, dass viele in diesen Situationen aber überhaupt nicht so weit denken, wie bereits Pelìcula andeutet. Es gehört zu den Dingen, die unbewußt und schneller geschehen, als einem das bewußt ist.
     
    #9
    Fuchs, 3 Oktober 2008
  10. wellenreiten
    Benutzer gesperrt
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    nicht angegeben
    warum?

    weil man zu schwach ist, um zu seinen fehlern zu stehen
    weil man seine eigene meinung immer schön der umgebung anpasst, damit man ja nicht auf kritik stoßen muss
    weil man sich seiner eigenen defizite gar nicht wirklich bewusst ist
    weil man die hoffnung hat, der neue partner macht einen auch zu einem besseren menschen (ab JETZT wird alles anders... wirklich...)
    weil man seine macken vor sich selbst leugnen möchte
    weil man sich vorteile erhofft, wenn man sich so präsentiert, wie der andere das wohl gerne hätte
    ...

    sinn?

    im endeffekt auf beiden seiten keiner. jeder hat dann einen partner, der nicht zu einem passt.

    dieses gespräch gab es schon ein paar mal mit meinem freund, der bei mir netter war/ist, als das seiner natur entspricht. grund: der freundin gegenüber muss man sich besonders positiv verhalten, sonst ist sie schneller weg, als man gucken kann... irgendwann habe ich ihm dann mal verklickert, dass er mir doch endlich seine "böse" seite zeigen soll. passt besser zu mir, ich stehe auf provokation und auf kontrasein. und ich ziehe sogar die gegenteilige masche vor: sich zu beginn dem potentiellen partner so krass wie möglich präsentieren, wenn er das mit fassung trägt, das kann eine ganz große sachen werden :grin:
     
    #10
    wellenreiten, 3 Oktober 2008
  11. *Bamboo*
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    vlt. auch weil man nach ner Zeit von der eigenen Meinung genervt is, wenn der andere immer die gleiche hat und man also immer das gleiche redet, schwer zu erklären....

    z.B. ne freundin hat milchallergie, am anfang hatte ich mitleid und habs ihr auch gezeigt, tut mir natürlich leid dass sie nichts mit milch essen/ trinken kann, aber mittlerweile nervt mich das einfach unheimlich, weil ich, wenn wir uns treffen, selbst dadurch eingeschränkt bin und nur sachen ohne milch essen kann.

    so auch wenn ic der meinung bin, keinen alkohol zu brauchen. solange ich keinen andern um mich habe, der überhaupt keinen alkohol brauch, bin ich nich verpflichtet keinen zu trinken.
    wenn ich dann aber nen partner hab der auch meint keinen trinken zu müssen und wir uns das andauernd sagen, nervt mich das irgendwann tierisch an, ich hab das gefühl keinen alkohol mehr trinken zu dürfen und bin total eingeschränkt, hätte aber manchmal lust ein gläschen zu trinken. nur jetzt gibt es jemanden, durch den es mir sozusagen verboten ist.

    hoffe, man kann ungefähr verstehen wie ich das meine.
     
    #11
    *Bamboo*, 3 Oktober 2008
  12. ElfeDerNacht
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Ein "Danke" mal an alle für eure Antworten... :smile:

    Nunja, egal aus welocher Motivation heraus, ich fasse es als Lüge auf, wenn mein Gegenüber mir Dinge erzählt die er nicht meint. Irgendwie denke ich immer noch (trotzdem mir ständig das Gegenteil bewiesen wird), dass man doch trotz Hormonüberschuss und überschäumenden Gefühlen noch in der Lage sein müsste, seine eigene Meinung zu vertreten? Ist das eigentlich nicht eher traurig, wenn man das nicht tut?
    Ich will doch eine eigenständige Persönlichkeit mir gegenüber, und niemanden der mir nach dem Mund redet!

    ich danke Dir sehr für diese Worte. Ich hoffe... immer! :zwinker:

    hab ich doch gern gemacht :zwinker:

    um bei dem Beispiel zu bleiben: im Grunde war das seine Antwort! Und das geht einfach nicht in meinen Kopf warum man das tut. Er müsste doch dann im Grunde die ganze Beziehung lang eine Rolle spielen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. (meine Einstellung zu diesem Thema ist mit Sicherheit sehr krass- gebe ich ganz ehrlich zu, was ich aber auch von Anfang an thematisiert habe, eben um solche Probleme zu vermeiden!) Da muss einem doch der Menschenverstand sagen, (den er mit Sicherheit besitzt) dass diese Bezeihung schon allein wegen diesem potentiellen Streitthema schwer funktionieren wird, wenn man selbst jemand ist, der am liebesten bei jedem noch so primitivem Volksfest zum besoffenen Vollidioten mutiert, und eine Frau gegenüber hat, die da absolut null Verständnis aufbringen kann und will!

    genau das ist der Punkt: die falsch geweckten Hoffnungen...
    Um wieder meinen Freund als Beispiel zu bringen: wie haben uns anfangs viel von unseren gescheiterten Beziehungen erzählt, von Enttäuschungen und Verletzungen, die man nie wieder erleben will.
    Und wir haben uns erzählt was uns wichtig ist, wie wir eine Beziehung leben wollen, worauf wir in einer Partnerschaft nicht mehr verzichten wollen etc.pp. Und in fast allen Punkten, die für mich Grundvoraussetzung innerhalb einer Beziehung sind, hat er mir im Grunde was vorgemacht, weil er das meiste weder erfüllen kann (das lässt schon seine kaum vorhandene Freizeit nicht zu) oder erfüllen will, weil er jetzt, innerhalb der Beziehung, vieles plötzlich als lächerlich, Kinderkram und unnötig abtut, was ich will und brauche um mich wohl zu fühlen...

    Das mag ich verstehen und nachvollziehen, wenn man seine ersten "Beziehungs-Gehversuche" bestreitet, doch irgendwann muss einen doch die Erfahrung gelehrt haben, dass das nicht funktionieren kann? Warum ist man gegen diesen Lernprozess sooo resistent?

    sowas ähnliches könnte von mir kommen. Ich bin auch ein Mensch geworden, der gerne gleich zu Beginn schonungslos alles auf den Tisch knallt, was an mir nicht leicht verdaulich ist. Wenn ein Mann es dann trotzdem mit mir aufnehmen will, dann (so war zumindest immer meine Überzeugung) kann das auch wirklich was Tolles werden! Nur scheiterts dann eben meistens daran, dass er nicht ehrlich war... :kopfschue

    Das hört sich jetzt wahrscheinlich teilweise so an, als hätte ich ein straffes Muster, wie mein Partner sein soll, und als wäre ich absolut kompromisslos darin, dies auch einzufordern. Nein, so ist es ganz und gar nicht! Nur ich habe- wie wahrscheinlich jeder Mensch wenn er ganz ehrlich zu sich selber ist, gewisse Einstellungen, Prinzipien und Erwartungen, die ich zumindest vom Grundprinzip her erfüllt sehen will. Wo ich einfach keinen Kompromiss eingehen kann!
    Das sind Dinge wie: dass ich mit Respekt behandelt werden möchte, dass ich als Mensch ( und nicht nur als Betthaserl)wertgeschätzt werden will und dass ich (um das Thema nochmal zu strapazieren) mit keinem Menschen leben kann und will, der übermäßig viel trinkt! (um jetzt ein paar Dinge zu nennen...)
    Nur was hat man davon, wenn einem am Anfang all das versprochen wird, sein Gegenüber aber nichts davon wirklich lebt?
    Und was hat er davon?

    na ich versuche mal das zu verstehen, bin mir aber nicht ganz sicher...:zwinker:

    In meinem Fall war es eben nicht so, dass wir wirklich die gleiche Meinung vertreten haben, sondern er meinte, so tun zu müssen als wäre er meiner Meinung, um mir zu gefallen, mich zu beeindrucken, was auch immer... Aber sowas fliegt eben unter Garantie irgendwann auf, weil man sich nicht ein Leben lang verstellen kann. Und dann steht man irgendwann vor den Scherben und es tut (mal wieder) scheußlich weh. Und man begreift (mal wieder nicht) was eigentlich geschehen ist, warum man nicht zueinander passt... Dabei wär es doch so viel einfacher, wenn man von Anfang an ehrlich zu sich selber gewesen wäre
    (btw: ich habe noch nie jemandem verboten was zu trinken, ich trinke selber ab und an ein, zwei Gläser. Es geht mir um die sinnlose Besauferei, die ich nicht ertrage...)
     
    #12
    ElfeDerNacht, 3 Oktober 2008

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