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  • User 70345
    User 70345 (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    15
    in einer Beziehung
    31 Januar 2011
    #1

    Beziehung leidet unter meiner psychischen Krankheit

    Hallo,

    seit ich denken kann, hatte ich es nie wirklich leicht im Leben, doch es hat immer irgendwie geklappt und es ging immer irgendwie weiter.
    Ich habe viele schlimme Sachen erlebt, doch diese irgendwie gelernt zu verdrängen, ich habe es so vorgelebt bekommen.

    Psychisch war ich äußerlich immer ganz normal, recht stabil. Innerlich sah es vielleicht manchmal anders aus.

    Mit meiner Freundin bin ich seit 1,5 Jahren zusammen und seit einem Jahr wohnen wir zusammen. Die Beziehung ist sehr harmonisch, wir unternehmen viel, haben gleiche Interessen, die selben Ansichten und Zukunftsplänte.

    Ich gehe noch zur Schule, 12te Klasse. Sie beginnt im Sommer ihre Ausbildung, wir sind 19 und 20.

    Als ich sie kennen lernte wusste ich, dass sie psychisch krank ist. Borderline. Ich habe damals lange überlegt (war psychisch SEHR stabil) und entschied mich für die Beziehung. Ich bereue es auch nicht.

    Doch im letzten halben Jahr ging es mir plötzlich immer schlechter. nichts klappte mehr, ich war müde, antriebslos, lustlos.
    Nach einigen Monaten des vormichhinvegetierens, ich war auch nicht mehr in der Lage die Schule zu besuchen, ging ich zum Arzt. Diagnose: Schwere Depressionen.
    Innerlich fühle ich mich gesund. Doch mein Körper will nicht wie ich. Ich kann einfach kaum noch etwas tun. Bin krank geschrieben, tue kaum etwas im Haushalt usw. Ich will, aber ich schaffe es nicht.

    Meine Freundin ist sehr verständnisvoll, auch das ich durch die Antidepressiva kaum Lust empfinde versteht sie, sie unterstützt mich viel und nimmt mir sehr viel ab.

    Aber ich merke, wie es ihr zu viel wird. Vor einer Woche hat sie sich nach langer Zeit wieder geritzt. Ich merke, wie meine Lustlosigkeit auf sie abfärbt. Ich bin trotz meiner Krankheit immer für sie da und das weiß sie. Aber sie will mich zunehmend immer weniger mit ihren Sorgen belasten. Ihre Krankheit ist schwer, ich kann mir meine läppische Depression kaum leisten. Das sind meine Gedanken.

    Ich soll nun in eine Tagesklinik gehen.
    Ich weiß ich sollte da hin, denn dann wird es mir besser gehen und ihr dann auch. Dann wird sie nicht mehr so viel übernehmen müssen und hat mehr Zeit für sich.
    Aber ich bin zwiegespalten.
    Ihre Krankheit ist schwerwiegender. Sie brach die Tagesklinik ab. Befindet sich nicht mehr in psychischer Behandlung.
    Ich sollte mich darum kümmern, dass sie Hilfe bekommt.
    Aber meine Krankheit überfordert sie. ich muss gesund werden. Nicht nur für sie. Sondern natürlich auch für mich.
    Ich hardere mit mir. Bin wütend auf mich. Weil ich kaum Lust empfinde, weil ich nichts mehr schaffe, weil ich das Schuljahr werde wiederholen müssen, weil ich schon 4 Monate krank geschrieben bin. Keine Besserung in Sicht ist, trotz Höchstdosis Antidepressiva.

    Ich weiß nicht was mit ihr sein wird, wenn ich jeden Tag in der Tagesklinik bin. Es wird mir sehr schwer fallen, morgens aufzustehen, aber ich kann von ihr nicht mehr erwarten, mich zu unterstützen, aus dem Bett zu zerren, mich unter die Dusche zu verfrachten.

    Denn ihre Kraftreserven sind aufgebraucht.

    versteht mich nicht falsch, ich liebe sie sehr, will sie nicht verlieren, umgekehrt ist es genauso. Aber ich weiß nicht, was ich tun soll, um ihr diese Last abzunehmen. Ich weiß nciht, wann ich wieder gesund sein werde, im Moment habe ich den Glauben irgendwie verloren, wieder gesund zu werden.
     
  • User 81102
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    31 Januar 2011
    #2
    Ohje...dein Posting sprüht nur so von Niedergeschlagenheit :frown:

    Ich weiß auch ehrlich gesagt garnicht so recht, was ich dazu sagen soll, da ihr beide jeweils eine Krankheit habt, der man kaum mit "schönen Worten" und Aufmunterung gerecht werden kann.
    Ich verstehe, was dich belastet und was eure Beziehung wohl so schwer macht, bloß ist es auch nicht so einfach, da einen guten Rat zu finden.

    Was für ein Arzt hat dir die Depression denn diagnostiziert?
    Machst du sonst zurzeit noch irgendetwas, außer die Höchstdosis Antidepressiva zu nehmen?
    Wenn ich das recht verstehe nicht, außer, dass du bald in eine Tagesklinik gehen sollst.

    Das kann durchaus alles richtig sein, aber es gibt doch noch soviele Möglichkeiten, die du von zu Hause aus machen kannst, die dir vielleicht helfen könnten. Denn irgendwie liest es sich so, dass du dich eigentlich mit der Idee der Tagesklinik nicht so recht anfreunden kannst. Ich frage mich, ob das generell an der Sache liegt oder einfach nur an deiner Freundin, wegen der du dann ein schlechtes Gewissen hast (wobei du da ja auch ziemlich hin- und hergerissen bist, weil du auf der anderen Seite auch keine Last für sie sein möchtest).

    Hast du mit ihr schon einmal offen und ehrlich über deine Sorgen und Ängste gesprochen?
    Wie äußert sich bei ihr die Borderline-Krankheit?

    Wie sieht es mit Familie deinerseits aus oder generell mit Unterstützung durch andere?

    Und ich hab noch eine Frage: hat man eine Vermutung, warum die Depressionen bei dir ausgebrochen sind?
    Denn irgendwie...klingt das alles sehr eingleisig.
    Du gehst zum Arzt (welches Fach?), er diagnostiziert dir schwere Depressionen und zack wirst du mit Medikamenten vollgepumpt. Und diese haben auch ihre schwarzen Seiten, ich kenne mich da ein kleines bisschen mit aus.
    Machst du eine Therapie?
    Du schreibst was von einer schlechten Vergangenheit...möglich, dass die Depressionen daher kommen oder?


    Vielleicht könntest du fürs erste einfach ein bisschen mehr über dich/euch erzählen.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 2
  • staubkoernchen
    Öfters im Forum
    333
    53
    76
    nicht angegeben
    1 Februar 2011
    #3
    Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

    Naja, wenn es dir selber nicht so gut geht, bist du für deine Freundin auch keine große Hilfe. Schon mal über eine stationäre Behandlung nachgedacht? Sie ist wesentlich intensiver und hilft dir mehr, als wenn du monatelang Medis schluckst, die dir wohl auch wenig bringen.
     
  • Bummi333
    Gast
    0
    28 Februar 2016
    #4
    so wie euch geht's mir auch habe zwei Töchter beide Borderline gerade wieder eine Beziehung nach 6 Jahren in den Sand gesetzt habe Psychologische Hilfe die sehr viel ausmacht in der heutigen Zeit ,leider gibt es ja kaum Verständnis für Psychisch Kranke ein gebrochenen Arm sieht man aber das die Seele leidet sieht keiner ich finde es ganz toll und ich weis selber was es für Kraft kostet zu Helfen und trotz Krankheit für einander da zu sein trotzdem sollte jeder erst mal an sich denken auch wenn das jetzt etwas egoistisch klingt denn nur wenn ich Gesund bin und es mir gut geht kann ich für den anderen da sein und genauso anders rum ich wünsche euch von ganzem Herzen das ihr glücklich werdet lg
     
  • Damian
    Doctor How
    7.897
    598
    7.079
    Verheiratet
    28 Februar 2016
    #5
    @summer Rains Beitrag möchte ich an dieser Stelle nochmal dick unterstreichen. Ihre Fragen sind sehr sehr wichtig.

    Ich möchte lediglich einen Punkt hinzufügen:
    Stell dir vor 2 Menschen liegen am Boden. Welcher von beiden meinst du, ist in der Lage dem anderne aufzuhelfen?
    Die Antwort ist in diesem Fall sehr sehr logisch: Keiner. Beide bleiben liegen.

    Aus diesem Bild ergeben sich deine 2 Alternativen. Entweder ihr bleibt beide liegen oder ihr steht auf, jeder für sich. Ich weiß, dass das hart ist und ich weiß, dass das nicht schön ist. Am Ende ist es natürlich gut, wenn man Unterstützung von Freunden und Familie hat...aber aufstehen muss man doch alleine.
    So lange du liegst wirst du niemandem eine Stütze sein. Das ist so, als wenn du versuchst mit einem gebrochenen Arm Handstand zu machen. Der Arm muss erst heilen, bevor du ihn belasten kannst.

    Geh in die Klinik, wenn das die Empfehlung ist.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • MrShelby
    Sehr bekannt hier
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    871
    Single
    28 Februar 2016
    #6
    @Damian

    Du hast schon gesehen, dass der Thread über 5 Jahre alt ist...oder?
     

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