LELO Black Friday SALE
Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Beziehung und Jobsuche

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von User 95651, 21 August 2017.

  1. User 95651
    User 95651 (32)
    Beiträge füllen Bücher
    1.555
    248
    1.311
    vergeben und glücklich
    Hey, ihr Lieben!

    Ich brauche mal bitte dringend eure Ansichten und eventuell eure Lösungen zu unserem Problem,. Besonders von Leuten in langen Beziehungen, die das überstehen mussten.

    Wir sind nun seit fast 14 Jahren zusammen, mein Freund arbeitet seit 4 Jahren und ich habe grade mein Studium abgeschlossen und bin somit auf Jobsuche.
    Genau da liegt auch das Problem.
    Er hat damals ein Jahr lang deutschlandweit nach einem Job gesucht und dann hier in der Stadt was gefunden, wo er nun in einer Festanstellung ist. Er kommt aus den Sozial-/Geisteswissenschaften, ich selber aus dem Bereich Biologie. Seine Stelle ist total fachfremd und anfangs meinte er immer, dass er sich weiter bewirbt und was passenderes finden will. Was natürlich nie wirklich geschehen ist.

    Er ist sich jetzt sicher, dass er so schnell keine Festanstellung mehr finden würde und zudem hätte er am liebsten gestern schon ein Haus gekauft.
    Für mich gibt es aber kaum (eigentlich nichts) hier in der Gegend, was mich jobtechnisch interessiert. Alle für mich interessanten Arbeitgeber sind zu weit weg, um das durch Pendeln hinzubekommen.
    Und eine Fernbeziehung will natürlich auch niemand.
    Klar, ich will nun auch endlich mal einen Schritt weiter kommen und ganz besonders aus der Bude hier raus. Von mir aus auch gerne raus aus der Gegend. Er wohl nicht (mehr).

    So gab es dann gestern mal wieder einen Streit über unsere Ansichten und Wünsche. Er findet seine Tätigkeit "ok", ich will aber was, was mich interessiert und nicht einfach irgendwas hier, wofür ich mir das ganze Studium hätte sparen können.
    Ich hatte immer angenommen, dass er dann auch mal weiter sucht und aus seinem Job rauskommen will. Aber ihm geht da die sichere Zukunftsplanung mit der Festanstellung über alles.
    Würde ich jedoch irgendwo eine sichere Festanstellung finden, dann wäre es für ihn wohl auch drin, seinen Job hier aufzugeben. Aber sowas gibt es in meinem Bereich, besonders für Berufsanfänger, auch so gut wie gar nicht (oder ich bekam nur Absagen bis jetzt).

    Tja, helfen kann uns da auch niemand.
    Ich war wohl einfach mal wieder zu naiv, dass das alles schon klappen wird :schuettel:
    Ich verstehe seine Ansicht über die sichere Stelle und Zukunft total, aber habe mir trotzdem was anderes vorgestellt.

    Tut mir Leid, falls das ein wenig Wirr ist, aber das musste grade einfach erst einmal raus.
     
    #1
    User 95651, 21 August 2017
    • Lieb Lieb x 2
  2. User 95608
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.929
    348
    4.075
    vergeben und glücklich
    Das sind die großen Kreuzungen im Leben ... an denen man sich entscheiden muss, welchen Weg man einschlägt - ob zu zweit ... oder eben alleine.

    Ich persönlich habe mich dann irgendwann getrennt - auch von langjährigen Beziehungen - wenn Step by Step immer deutlicher wurde, da klaffen Welten zwischen den Zukunftsvorstellungen. Ich hab nur ein Leben, es ist begrenzt und die "Aktionsdauer" ist recht zügig am Ende ... und ich will mich nicht Jahrzehnte "beugen" oder gar langweilen, bis ich ins Grab falle. Leider habe ich immer recht lange gewartet und viel meiner Lebenszeit verschwendet. Bin jetzt über 50 und angekommen, dort wo es mir gefällt, mit einem Partner mit dem ich in eine Richtung schaue ... damit kann ich leben. Und ich bin froh, dass ich mehrmals den Mut hatte, die Kurve zu kriegen und mein Leben in neue Bahnen zu lenken, die mir zusagten.
     
    #2
    User 95608, 21 August 2017
    • Hilfreich Hilfreich x 3
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Lieb Lieb x 1
  3. Horst K.
    Horst K. (49)
    Öfters im Forum
    41
    58
    110
    in einer Beziehung
    Hm, Biologie und Geistes-/Sozialwissensschaften sind ja leider beides nicht die Berufe, in denen man mit Einsteigerjobs zugeworfen wird. Insofern würde ich an Deiner Stelle ohne räumliche Einschränkung suchen - wie Du ja selbst geschrieben hast, Du hast nicht jahrelange studiert, um jetzt den erstbesten Sachbearbeiterjob zu machen, nur weil Dein Freund unflexibel ist. Dann gibt es halt im Fall des Falles erstmal ein halbes Jahr Fernbeziehung, bis Ihr Eure Jobs, Eure langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten, Eure Finanzen und Eure Zukunftsplanung besser abschätzen könnt.

    Wartest Du nicht auf seinen Antrag, oder verwechsel ich da jemanden? Habt Ihr in dem Zusammenhang schon mal Ideen, wie es dann weiter gehen soll? Kinder? Wer arbeitet, wer geht in Elternzeit? Wer hat langfristig die besseren Perspektiven und wird wahrscheinlich der Hauptverdiener sein? Klar, die Fragen kommen sehr früh solange Du noch auf der Suche bist, spielen aber in die aktuelle Überlegung durchaus mit rein.

    Ich habe damals auch lange gesucht und war auf dem Papier und im Gespräch grenzenlos flexibel. Heute bin ich mir sicher, dass ich in jedem Gespräch unterschwellig transportiert habe, dass ich im heimatlichen Großraum bleiben wollte - mit Großraum meine ich aber durchaus die grobe Einteilung Nord- / West- / Süd- / Ostdeutschland. Letztendlich hat es den Job, den ich jetzt seit 15 Jahren recht erfolgreich mache, dann doch im 100km-Umkreis meiner Unistadt mit eher mäßigen Aussichten für mein Studienfach gegeben, und unterbewusst habe ich das wahrscheinlich immer so gewollt. Wie sieht das bei Dir aus? Was transportierst Du?

    Und dann Haus: bei den momentanen Immobilienpreisen? Einen Haufen Schulden, bevor Du beruflich gesettelt bist? Niemals würde ich das angehen.

    Fazit: such ohne räumliche Einschränkung und halte im Blick, was Du in Deinem Innersten willst. Check Deine Chancen und Möglichkeiten am Berufsmarkt. Mach dann, was Dir richtig erscheint. Wenn Ihr eine wirklich gute und zukunftsfähige Beziehung führt, werdet Ihr für die neue Konstellation eine Lösung finden. Und ein halbes Jahr oder Jahr Fernbeziehung während der beruflichen Orientierungsphase ist durchaus zu überstehen, vielleicht wisst Ihr nach dieser Zeit dann noch genauer, was Ihr wollt.
     
    #3
    Horst K., 21 August 2017
    • Hilfreich Hilfreich x 3
    • Zustimmung Zustimmung x 1
  4. User 107106
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.560
    348
    4.232
    Verheiratet
    Selbstständigkeit ist für keinen eine Alternative?
     
    #4
    User 107106, 21 August 2017
    • Kreativ Kreativ x 1
  5. MrShelby
    Sehr bekannt hier
    1.505
    198
    869
    Single
    Ich verstehe den Freund da schon. Einfach so ohne Job mitzugehen ist halt ein großes Risiko - gerade als Geisteswissenschaftler. Wenn er meinetwegen 300 km mitzieht könntet ihr in gleicher Lage sein - nur mit vertauschten Rollen. Ich will dir nix unterstellen - kenne dich ja nicht. Aber oft genug kommen auch in noch so "modernen Beziehungen" wieder klassische Muster zum Vorschein. Z. B., dass der Mann einen guten Job haben und potenziell den Ernährer stellen können soll. Gibt es das nicht (mehr) heißt es plötzlich "Also irgendwie haben wir uns voneinander entfernt. Ich steige auf, erlebe viel - und er ist immer noch der arbeitslose Geisteswissenschaftler mit unklarer Perspektive". Gerne gefolgt von der Aussage "Wir sind garnicht mehr auf Augenhöhe".

    Frauen wird Arbeitslosigkeit tendenziell (!) eher weniger angekreidet und führt seltener zum Attraktivitätsverlust. So ist meine Erfahrung im Umfeld.

    Gibt es eine einfache Lösung, bei der nieman etwas zurückstecken muss? Ohne berufliche Kompromisse, ohne Fernbeziehung etc.? Sehr schwierig. Könntest du fachfremd arbeiten wie er?
     
    #5
    Zuletzt bearbeitet: 21 August 2017
    MrShelby, 21 August 2017
    • sehe ich anders sehe ich anders x 3
    • Zustimmung Zustimmung x 2
    • Interessant Interessant x 1
  6. Wundertüte
    Sehr bekannt hier
    1.463
    198
    683
    nicht angegeben
    Du schreibst das es in deiner Berufssparte sehr schwierig ist einen Job zu finden und er aber gewillt wäre mit dir mitzukommen, falls du eine Festanstellung bekommst.
    Das ist doch schonmal ein super Anfang, ich würde das alles nicht zu negativ sehen!
    Wieso bewirbst du denn nicht einfach wieter auf Stellen, denn solange du keine Stelle hast ist die Diskussion sowieso vom Tisch. Wenn du dann eine Stelle hast, könntest du doch erstmal alleine in deine " Berufsstadt " ziehen, denn es ist noch lange nicht gesagt ob du den Job auch nach der Probezeit noch haben willst. Du müsstest dir ja nicht gleich eine fixe Wohnung nehmen, es lässt sich sicher auch eine Lösung finden für kurzfristiges wohnen. Falls dann beruflich bei dir alles passen würde, könnt ihr beide ja ein gemeinsames Nest in der neuen Stadt suchen!
     
    #6
    Wundertüte, 21 August 2017
    • Zustimmung Zustimmung x 6
    • Hilfreich Hilfreich x 5
  7. *Sawya*
    *Sawya* (26)
    Meistens hier zu finden
    312
    128
    238
    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Sonst könnt ihr euch immer noch in der Schweiz umschauen. Hab gerade überlegt, ob wir mal ein ähnliches Problem hatten. Aber die Frage hat sich halt nie gestellt, weil die Distanzen hier viel kürzer sind als in Deutschland. Wir arbeiten in verschiedenen Städten und sind einfach in die Mitte gezogen ;-) Aber für euch wärs wahrscheinlich schon wegen dem Haustraum eher keine Option?
     
    #7
    *Sawya*, 21 August 2017
    • Interessant Interessant x 1
  8. User 136760
    Sehr bekannt hier
    2.555
    188
    1.161
    nicht angegeben
    Dein Freund hat ein ganzes Jahr lang nach dem Job gesucht, den er jetzt hat. Da kann ich schon verstehen, wieso er den nicht einfach so aufgeben will, gerade wenn es bei dir noch nichts Konkretes gibt.
    Ansonsten sehe ich es wie Wundertuete: Wenn du mal was in der Hand hast, hast du eine ganz andere Verhandlungsbasis als jetzt.
     
    #8
    User 136760, 21 August 2017
    • Zustimmung Zustimmung x 1
  9. User 95651
    User 95651 (32)
    Beiträge füllen Bücher Themenstarter
    1.555
    248
    1.311
    vergeben und glücklich
    Also unsere Zukunftsvorstellungen sind identisch, nur eben der Weg dahin etwas unterschiedlich. Eine Trennung ist deshalb für mich keine Option.
    Nur je nachdem wie es verlaufen wird, wird es einfach eine scheiß Zeit werden.

    Aus dem Grund wäre eine Fernbeziehung auch nicht optimal und je nachdem wie unsicher die Jobsituation dann später wieder ist, ist es noch unschöner. Der Rest ist für uns kein Thema.

    Ich wurde bis jetzt erst zu einem Gespräch eingeladen und da habe ich klar gemacht, dass ich für die Stelle sofort dorthin ziehen würde. Oder was genau meinst du?

    Also nein, natürlich nicht jetzt sofort. Aber es kann natürlich noch ein paar Jahre dauern, bis ich evtl. einen sicheren Job hätte und weg von den befristeten Stellen komme.
    Daher wäre es auch dumm, wenn er seine Festanstellung aufgibt.

    Ich wüsste nicht, wie das gehen sollte bzw. mit was genau. Außerdem wäre ihm das viel zu unsicher. Dafür eine Festanstellung im öD aufzugeben wäre schon echt...riskant.

    Ich verstehe das ja auch, wie oben geschrieben.
    Aber ich denke mir, lieber jetzt was Neues wagen, als in ein paar Jahren, wenn dann wirklich schon irgendwo das Eigenheim gekauft wurde und dann noch weniger realisierbar ist.
    Letzte Woche habe ich die leider die Absage einer Stelle bekommen, für der von sich aus sogar seinen Job aufgegeben hätte. So eine Stelle war aber auch ziemlich einmalig.

    Also ich hätte nichts dagegen die Alleinverdienerin zu sein, er hat das nun auch schon lange genug getan.
    Aber hier dann auch wieder die fehlende Sicherheit.
    Ich sehe mich auch nicht als so eine Frau, die in diesen Rollenmustern denkt.

    Ich müsste ja zurückstecken, wenn ich was fachfremdes machen würde. Aber irgendeinen von uns wird das wohl treffen.

    Ich habe es in meiner Familie erlebt, dass niemand zufrieden mit seinem Job ist/war, bis hin zum Burnout und Depressionen. Da hab es nichts anderes als über den Job zu meckern usw.
    So etwas will ich nicht und auch nicht für meinen Freund. Daher hatte ich immer gehofft, dass er sich etwas sucht, was ihm wirklich "Spaß" macht, einfach formuliert.
     
    #9
    User 95651, 21 August 2017
  10. MrShelby
    Sehr bekannt hier
    1.505
    198
    869
    Single
    Die Frage ist ja leider: Gibt es der Markt her und ist man -gemessen an der Konkurrenz- in der Lage, einen Job gemäß der eigenen Vorstellungen zu finden, der gut bezahlt wird und auch noch Spaß macht.

    Gerade die Faktoren Sicherheit, Spaß am Job und gutes Gehalt sind für Geisteswissenschaftler oft nicht leicht in der Kombi zu erwischen.

    Das Problem im ÖD ist ja zudem noch, dass er sich als Externer auf fast nix bewerben kann, da für fast alles ein internes Verwaltungsstudium oder der Angestelltenlehrgang II vorausgesetzt werden.
     
    #10
    Zuletzt bearbeitet: 21 August 2017
    MrShelby, 21 August 2017
  11. User 95651
    User 95651 (32)
    Beiträge füllen Bücher Themenstarter
    1.555
    248
    1.311
    vergeben und glücklich
    Aber eine Festanstellung zu finden kann ja auch wieder Jahre dauern.
    Was gestern die Diskussion ausgelöst war, ob ich mich überhaupt auf solche "unsicheren" Stellen bewerben sollte. Er war dann der Meinung, dass ich sofort fachfremd suchen soll hier in de Gegend, damit alles sicher und planbar ist.

    Also nein, Schweiz wäre keine Option.

    Klar, aber die andere Option wäre, dass wir beide Jobs haben, die wir nicht toll finden.

    Ich glaube, wir sind grade beide einfach genervt von allem hier und dann wurde es auf einmal zuviel.
    Dazu dann noch die frische Absage von meinem Traumjob...
     
    #11
    User 95651, 21 August 2017
  12. User 164664
    Sorgt für Gesprächsstoff
    164
    28
    61
    Single
    Was würde "fachfremd" konkret bedeuten?
     
    #12
    User 164664, 21 August 2017
  13. User 102949
    Beiträge füllen Bücher
    1.255
    248
    1.054
    nicht angegeben
    Also erst mal :knuddel:

    Wir befinden uns derzeit in einer sehr ähnlichen Situation: Ich bin vor Kurzem nach meinem Studienabschluss über 300km weggezogen, um den Job anzutreten, während er seine aktuelle Stelle nicht einfach so aufgeben konnte und wollte. Es wäre schlicht und ergreifend dumm gewesen, wenn man keine Alternative hat.
    Theoretisch hätte ich das nicht tun müssen, ich hätte auch im alten Umkreis einen Job gefunden, aber ich wollte und musste dringend weg aus der Gegend, wollte was anderes kennenlernen und die Stelle hat gut zu mir gepasst. Da steckt also durchaus auch ein bisschen Egoismus dahinter, muss ich ehrlich zugeben. Aber: Ich werde später mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit der Hauptverdiener sein, mein Job bietet bessere und sichere Bedingungen als seiner und eine bessere Bezahlung. Der Plan ist nun, dass er in ein paar Monaten nachzieht, wenn er eine Jobzusage hier in der Gegend in der Tasche hat. Er hat auch einen Job, für den er hier auf jeden Fall auch Stellen finden wird, hier boomt's zur Zeit an allen Ecken und sein Beruf ist auch nicht so speziell wie jetzt z.B. bei deinem Freund oder bei dir. Bis dahin müssen wir, nach 10 Jahren Beziehung, davon 7 durchgehend zusammen gewohnt, wieder eine Fernbeziehung führen. Und ich sag's dir: Es ist so scheiße anstrengend. Ich kann total verstehen, dass ihr das nicht machen wollt, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen. Wir sehen uns alle 14 Tage (das ist so wenig! :depri:) und schaffen das nur, weil wir uns von Wochenende zu Wochenende hangeln. Wenn ich daran denke, dass es noch ein halbes Jahr dauern kann (oder sogar länger) könnte ich losprusten :cry: Manchmal, so wie heute, wenn ich einen scheiß Tag auf der Arbeit habe und mich am liebsten von ihm in den Arm nehmen lassen würde, muss ich damit klarkommen, dass es nicht gehr. Und das ist mit das Beschissenste überhaupt. Im Moment sitze ich hier und heule Rotz und Wasser, weil ich ihn so vermisse. Es gibt Momente, da könnte ich gar nicht genug essen wie ich gerne kotzen würde. Sag' ich ganz ehrlich und wenn ich so drüber nachdenke, würde ich es inzwischen vielleicht nicht nochmal so machen. Ich habe es vermutlich unterschätzt wie stark eine räumliche Trennung an die Substanz geht.
    Aber es war uns von vornherein klar, dass das eine unheimlich anstrengende Zeit für uns werden wird. Wir haben es beide gemeinsam entschieden und es funktioniert nur, wenn wir beide an einem Strang ziehen und uns gegenseitig besuchen, das bisschen an gemeinsamer Zeit voll und ganz ausnutzen und viel, viel telefonieren. Anders geht es nicht.
    Wenn wir diese Phase geschafft haben, werden wir auch Nägel mit Köpfen schlagen und die nächsten fundamentalen Schritte im Leben endlich in die Tat umsetzen: Heiraten, Hund holen, in ca. 2 Jahren mit dem Babybasteln loslegen, evtll. auch über Haus- oder Wohnungskauf nachdenken, mal sehen wie es wird. Aber ich will den Kerl endlich heiraten und was sollen wir denn noch alles stämmen? Uns reisst so schnell nix auseinander, auch keine verfickten 300 Kilometer! :herz:

    Nun habe ich so einen langen Roman geschrieben :ashamed:
    Ihr müsst das in jedem Fall gemeinsam entscheiden wie ihr die Jobproblematik am besten und einfachsten lösen könnt. Ich denke ehrlich gesagt, dass du in deiner Situation nicht so wählerisch sein kannst, wenn du nicht ein Jahr oder länger warten willst/kannst bis du beruflich Fuß fasst. Ich würde mir das wirklich gut überlegen an deiner Stelle, denn - gerade wenn es ein Berufszweig ist mit kaum Jobangeboten - kann man auch den Anschluss gänzlich verlieren und das wäre echt total schade für dich und dein Studium. Vielleicht ist es sogar auch nötig, dass du an diesem Punkt egoistisch bist und lieber zuerst an deinen Beruf als an die Beziehung denkst, denn immerhin hat dein Freund schon 4 Jahre Berufserfahrung und hat sicher besseres Potential eine Jobzusage zu bekommen als du ohne. Verstehst du wie ich das meine?
    Ich kann ihn auch gut verstehen, dass er die unbefristete Stelle nicht einfach so aufgeben will. Andererseits gibt es für dich kaum Stellen: Von daher bleibt euch eigentlich nur:

    A) Er behält seinen Job, du ziehst weiter weg und sammelst erste Berufserfahrung und je nachdem, wer die besseren Rahmenbedingungen hat, zieht der andere nach.

    B) Ihr bleibt zusammen wohnen, du bewirbst dich in euerm Umkreis, musst aber ggf. auch in den sauren Apfel beissen, falls du Jobangebote findest, die deiner Qualifikation oder Interesse nicht zu 100% zusagen.

    C) Du suchst dir in der Zwischenzeit eine Alternative, womit du die Arbeitslosigkeit sinnvoll überbrücken kannst, auch um deinen Lebenslauf aufzupolieren (z.B. Promovieren o.ä.).

    Irgendwelche Abstriche müsst ihr aber vermutlich in Kauf nehmen, oder du hast Glück und in kurzer Zeit wird in deiner Gegend eine Stelle frei, die genau deinen Fähigkeiten und Interessen entspricht. Darauf solltest du aber wohl besser nicht setzen bevor es nur zu Enttäuschungen führt. :knuddel:
     
    #13
    User 102949, 21 August 2017
    • Lieb Lieb x 7
    • Hilfreich Hilfreich x 2
  14. User 113006
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    2.382
    348
    3.713
    nicht angegeben
    Erhälst du denn Unterstützung von deinem Freund bei der Jobsuche? Wenn er möchte, dass du in der Region einen Job findest, muss er sich auch im Klaren sein, dass das länger dauern kann. In dem Fall sollte er dir die notwendige Unterstützung bieten und dir nicht irgendwann Druck machen, "dass du mal was finden musst". Persönlich fand ich die Jobsuche ziemlich ätzend (habe ja auch nur im Umkreis gesucht) und würde dir schon deshalb raten, auch weiträumiger zu suchen. Dieses ständige Hoffen und Bangen hält doch kein Mensch auf Dauer aus.

    Meiner Meinung nach seid ihr lange genug zusammen, um eine Lösung zu finden. Dein Freund zeigt sich gerade wenig kompromissbereit und das finde ich schade. Wenn einem der Partner wichtig ist, muss man doch wenigstens ein wenig Entgegenkommen zeigen. :hmm:
     
    #14
    User 113006, 22 August 2017
    • Zustimmung Zustimmung x 2
  15. Horst K.
    Horst K. (49)
    Öfters im Forum
    41
    58
    110
    in einer Beziehung
    Ich fürchte, ich muss meinen etwas wirren Beitrag noch einmal etwas präzisieren. Ich habe auch Verständnis für Deinen Freund, der ja offensichtlich aus einer Ausbildungsrichtung kommt, in der die Jobs nicht auf der Straße liegen. Da ist eine unbefristete Stellung im ÖD etwas, was ich auch nicht einfach so aufgeben würde. Aber da seid Ihr ja noch nicht. Daher mein Plädoyer, dass Du Dich ersteinmal weitläufig umschaust, Ihr wenn nötig dann eine gewisse Zeit Fernbeziehung in Kauf nehmt und dann gemeinsam eine Lösung findet. Jetzt werden die Karten für die nächsten zig Jahre neu verteilt, da ist es einfach nicht besonders schlau, wenn sich einer zurücknimmt und nicht den "Lohn für die Ausbildung" - sowohl im übertragenen, als auch im wörtlichen Sinne kassiert. Wenn Eure Beziehung so gut funktioniert, wie sie aus Deinen Beiträgen scheint, wird das schon, nur Mut!

    Natürlich musst aber auch Du Kompromisse eingehen, was Deinen "Traumjob" angeht. Wenn Du Biologie studiert hast, weil es Deine Berufung ist, als Zoologin Marienkäferpunkte an einer bekannten Population in den fränkischen Mainauen zu zählen, oder als Genetikerin an einem ganz bestimmten Spin-Off in Stanford das menschliche Genom zu duplizieren, kannst Du natürlich keine Rücksicht auf örtliche Wünsche und Gegebenheiten Deines Partners nehmen. Wenn Dich aber Biologie interessiert und Du sehen willst, was Du damit machen kannst, von Forschungsarbeiten an Marienkäfern über Regulatory Affairs in der Pharmabranche bis hin zur Genomduplikation in Stanford, dann wird es Dir viel leichter fallen, ihm entgegenzukommen. Und auch Fernbeziehung muss ja nicht bedeuten, dass Du von Sonntagabend bis Freitagnachmittag unterwegs bist. Ich habe reichlich Menschen kennen gelernt, die im 150-200 km Bereich pendeln. Klar ist das auch Stress, aber da kann man es sich schon zur Regel machen, Montagsmorgens zu fahren, in der Woche noch einmal einen Tag nach Hause zu kommen und Freitagsnachmittags auch wieder da zu sein. Wenn da beide mitziehen und sich abwechseln, ist das alles handhabbar. Klar, keine Lösung für's Leben, aber für sechs bis 15 Monate, why not? Kann sogar ziemlich spannend sein, ist aber natürlich eine absolute Typfrage.

    Und wenn Eure Beziehung das jetzt nicht überstehen sollte - was ja aktuell gar nicht zur Debatte steht - meinst Du, sie würde es dann überstehen, wenn Du in fünf, zehn, fünfzehn Jahren unzufrieden rumsitzt und das kleine Männchen in Deinem Kopf hämmert: "hätte ich doch damals nur die Chance ergriffen, mit meinem Studium das zu machen, was ich wirklich machen wollte und wäre nicht in ???-Stadt / -Dorf sitzen geblieben"?
     
    #15
    Horst K., 22 August 2017
    • Hilfreich Hilfreich x 4
  16. User 95651
    User 95651 (32)
    Beiträge füllen Bücher Themenstarter
    1.555
    248
    1.311
    vergeben und glücklich
    Auch euch danke nochmal.
    Ich lese eure Ratschläge und nehme sie mir zu Herzen, auch wenn ich nicht immer auf alles eingehe :ashamed:
    Wenn ich eurer Meinung nach auf etwas wichtiges nicht eingegangen bin, dann fragt nochmal nach!

    Für mich wären das Stellen, die nichts mehr mit dem Inhalt meines Studiums zu tun hätten und eben dann außerhalb meine Interessenbereichs lägen.

    Das klingt echt übel grade bei dir :knuddel:
    Aber ihr habt ja zum Glück ein Ende in Sicht und er gute Chancen.
    Wir haben so gut wie von Anfang an zusammen gewohnt. Die ersten drei Jahre, in denen wir noch zur Schule gegangen sind, hat immer einer bei der Familie des anderen gewohnt. Nach dem Abi sind wir dann sofort zum Studieren zusammen in eine andere Stadt gezogen.
    Ich weiß gar nicht, wie ganz alleine wohnen wäre :ashamed:
    Wobei wir ja jetzt auch noch die kater haben, die eine Fernbeziehung auch nicht einfacher machen, wenn immer nur einer zum anderen kommen kann.

    Ich drücke euch für die restliche Zeit die Daumen, das ließt sich echt schön :herz:
    Irgendwie war bei uns klar, dass das nach dem Studium passiert. Aber das wird sich ja nun noch alles viel mehr hinziehen.
    Ich muss wohl auch einfach flexibler sein.


    Zu A: Ich würde wahrscheinlich nur wegziehen, wenn die Rahmenbedingungen für mich von Anfang an besser wären.
    Zu B: Also irgendeiner wird Abstriche machen müssen, aber ich sehe nicht ein, dass beide das machen bzw. beide nicht wirklich zufrieden sind. Aber er hat da glaube ich auch andere Ansprüche an den Job.
    Zu C: Was suchen muss ich bis zum richtigen Job auf jeden Fall, da ich auch gar keine Leistungen erhalten würde. (Aber Promotion fällt definitiv raus.)

    Es gibt viele gute Arbeitgeber für mich in anderen Bundesländern. Einer besonders im Osten, wo mein freund ischer noch viel weniger Chancen hätte was zu finden. So wäre das auch eigentlich keine Option.
    Aber natürlich wäre für den Anfang auch alles besser als nichts, ohne Berufserfahrung geht auch kaum was.

    Er zeigt mir sehr oft Stellen aus der Gegend, bei der er der Meinung ist, dass ich das machen könnte. Aber leider gehen da unsere Meinungen, was ich kann (und machen möchte) auseinander.
    Bei der Stelle, um die es am Sonntag ging, fing er dann mit den Rechnungen an. Spritkosten, zwei Wohnungen bezahlen usw. Klar, auch für mich verständlich.
    Aber andererseits sagt er auch immer, dass ich die besseren Jobchancen habe, mehr verdienen kann usw. Daher verstehe ich es nicht, dass er bei für mich guten Jobs dann doch so reagiert hat.
    Ich weiß aber auch, dass es ihm da nicht um die klassische Rollenverteilung geht (die hasst er, da er es bei seinen Eltern erlebt hat.)

    Wobei ich ja auch ein wenig davon ausgegangen bin, dass er sich dann einfach was neues sucht. Wahrscheinlich sind wir da beide grade zu versteift in unseren Ansichten und keiner kommt dem anderen entgegen. :hmm:

    Ich hätte den Mut, er will die Sicherheit.
    Bei ihm muss alles absehbar und planbar sein, aber das wusste ich schon vorher und so ist er nun einmal.

    Die Sache ist ja auch, wenn ich jetzt mir "notgedrungen" irgendwas hier suche, dass wir dann am Ende bei dieses Männchen im Kopf haben werden. Wenn ich hier bleibe, dann wird er sich ja auch nichts anderes suchen.

    Er ist da meiner Meinung nach grade einfach so widersprüchlich.
     
    #16
    User 95651, 22 August 2017
    • Lieb Lieb x 3
  17. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    4.346
    348
    4.733
    nicht angegeben
    Bist du vielleicht zu sehr auf einen bestimmten Bereich festgelegt bei der Jobsuche? Afaik kommst du ja irgendwo aus NRW und hier sollte es doch eigentlich in jedem großen Bereich in höchstens 50-100 km Entfernung Jobs geben. Die Großstadtdichte ist ja eigentlich relativ hoch.

    Es gibt ja auch viel zwischen "genau an den Studieninhalt angelehnt" und komplett fachfremd. Gerade als Naturwissenschaftler ist es doch oft schwer, nah an seinem Interessengebiet aus dem Studium zu bleiben, aber es tun sich trotzdem eine ganze Menge interessante Möglichkeiten auf.
     
    #17
    Schweinebacke, 22 August 2017
    • Zustimmung Zustimmung x 3
  18. User 113006
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    2.382
    348
    3.713
    nicht angegeben
    Persönlich würde ich es so angehen, dass dein Freund dir ein, zwei Ballungsräume nennt, in denen er sich auch vorstellen kann zu leben und du dich dann in diesen Ballungsräumen eben auch bewirbst, abgesehen von eurem jetzigen Wohnort.
    Absolut verständlich, dass ihr keine Fernbeziehung wollt, aber dass du keine Arbeit oder nur eine Arbeit findest, die dir keinen Spaß macht, kann imho nicht das Ziel sein. Dein Freund hat vier Jahre Berufserfahrung und findet damit leichter einen Job als direkt nach dem Studium. Was sagt er denn genau, weshalb er nicht von eurem jetzigen Ort weg möchte? Es gäbe ja auch die Option, als Paar 2 Jahre woanders zu wohnen und schließlich wieder an euren jetzigen Ort zurück zu kehren.
     
    #18
    User 113006, 23 August 2017
    • Zustimmung Zustimmung x 2
    • Hilfreich Hilfreich x 2
  19. User 35148
    User 35148 (44)
    Beiträge füllen Bücher
    6.362
    218
    337
    vergeben und glücklich
    Es kann auch gut gehen.
    Zum Glück hängt meine Freundin nicht an ihrem derzeitigen Job fest, und auch nicht an ihrem aktuellen Wohnort. Nach einem halben Jahr Pendeln (ca. 200km) und einem gemeinsamen Urlaub haben wir uns entschieden, zusammen zu ziehen. Und obwohl sie bei mir bis auf eine Freundin eigentlich keine Leute kennt, zieht sie zu mir. Und sie hat sogar auf Anhieb ihren Wunschjob gefunden, auch wenn ich mir den schwierig vorstelle. Und sie will hier zudem noch mit den öffentlichen bzw. Je nach Tageszeit mit dem Auto pendeln - in einer ihr bis dato völlig unbekannten Gegend.
    Sie hat sich da auf etwas eingelassen. Wir wissen das beide, aber wir versuchen es eben, und hoffen auf das Beste.
    Auch das mit einer größeren Wohnung hat mit dem zweiten Anlauf geklappt.
     
    #19
    User 35148, 23 August 2017
    • Lieb Lieb x 1
  20. User 95651
    User 95651 (32)
    Beiträge füllen Bücher Themenstarter
    1.555
    248
    1.311
    vergeben und glücklich
    Nach ein wenig Überlegung weiß ich wohl nun, woher seine Ansicht von Sonntag herrührte.
    Wir waren am Abend zuvor bei einem seiner Kollegen zum Geburtstag eingeladen, der gerade in ein neues (super schönes großes tolles) Haus gezogen ist. Er will auch endlich was eigenes, raus aus der ätzenden Mietwohnung.
    Da ist natürlich alles hinderlich, was zu einer Fernbeziehung und unsicheren Stelle führt.
    Auch eine Stellensuche seinerseits an dem tag war wohl recht... deprimierend.

    Gestern ging dann die Bewerbung auf die Stelle doch raus, die zu der Diskussion führte. (Zudem auch eine andere, aber da kam direkt schon die Absage).


    Klar, aber NRW ist ja auch groß und es ist sicher echt nicht schöne täglich im Berufsverkehr ins Ruhrgebiet fahren zu müssen. Grade auf die A1 bei Köln/Leverkusen :seenoevil:
    Was heißt bestimmter Bereich? Jeder hat doch eine für ihn interessante Arbeit vor Augen, oder nicht? Biologie ist ja auch nicht gleich Biologie, und das habe ich ja auch nicht direkt studiert.

    Er ist wirklich der Meinung, dass er so einen sicheren Job (so schnell) nicht mehr findet.
     
    #20
    User 95651, 24 August 2017

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten