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Beziehungsende aufgrund von Entwicklung in verschiedene Richtung?

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Novedad, 7 September 2005.

  1. Novedad
    Novedad (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo,

    mein Freund (20) hat vor 3 Monaten seine schulische Ausbildung abgeschlossen und ist seit dem arbeitslos. er hat viele Bewerbungen geschrieben, aber nur Absagen zurück bekommen, was auch wahrscheinlich daran lag, dass er erst auf den letzten Drücker sich darum bemüht hat, einen Job zu bekommen. Er ist total locker eingestellt, noch stark Kind und denkt sich, dass sich irgendwie schon die wege öffnen werden. Zur zeit macht er eigentlich nichts, außer den ganzen Tag rumzuhängen, ab und an, wenn dann mal wieder ne Absage kommt, schickt er noch mal eine ab, aber so richtig bekommt er seinen Arsch irgendwie nicht hoch und das macht mich irgendwie wütend.
    ich selber bin 18 und mache grad mein Abitur. zur Zeit bin ich ziemlich im Stress, da ich noch nebenbei jobbe und ich mich viel um Schule kümmern muss. Oft bin ich müde und habe nicht so den Drang jedes WE Party zu machen und mein Geld auf den Kopf zu hauen. er ist da ganz anders. er kann nämlich gar nicht mit Geld umgehen und das bisschen, was seine Eltern ihm zur unterstützung geben, haut er auch sofort auf den Kopf mit so sinnlosen Dingen wie jede woche Kino, irgendwas zu essen kaufen oder sonst was.

    Mein problem ist ganz einfach, dass ich das Gefühl habe ich entwickel mich weiter und er bleibt stehen. ich liebe ihn wirklich, aber irgendwie bin ich total anders geworden. ich denke an meine Zukunft und schmiede Pläne für die Zeit nach der Schule.. hänge mich auch in die Schule rein, weil es mir wichtig ist. er versteht das zwar schon, meint aber immer, ich würde mir unnötig stress machen und müsse alles lockerer sehen. ich komm mir schon richtig dumm vor... ich bemühe mich drum, ihm zu helfen erstmal nen Nebenjob zu bekommen, aber er lässt alles total schleifen und lebt von einem tag zum nächsten..er ist total unselbstständig und verlässt sich auch ziemlich auf seine eltern, die ihn auch durchfüttern und ihn ziemlich betuddeln, wie ich finde. Das haben sie auch schon vorher gemacht, weil er wohl als kleines Kind ziemlich oft krank war und er viel Zuneigung brauchte.
    ich habe auch schon mit ihm geredet und ihm erklärt, was mich alles zerstört, zB seine unselbstständigkeit, dass er nicht in der Lage ist, eigene entscheidungen zu treffen und immer erst andere Leute um erlaubnis fragen muss, aber irgendwie fängt das jeden tag von vorne an, wenn ich gestresst bin und er meint, das wird schon wieder und ich solle lockerer werden. er kann das gut sagen, er hat ja nichts zutun.

    Ich weiß nicht was ich machen soll.. ich liebe ihn echt, aber ichmöchte nicht, dass das so weiter geht. Er lässt sich auch äußerlich ziemlich gehen, macht keinen sport mehr, isst viel mehr.. ist halt total faul geworden..

    ich möchte ihn nicht verlieren, aber auch nicht weiter hinnehmen, dass er nicht erwachsen wird. ich hoffe ihr könnt mir helfen!

    Danke
     
    #1
    Novedad, 7 September 2005
  2. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    Single
    Na ja, mir ging's vor ca. 2 Jahren so ähnlich wie dir. Was soll ich sagen, meine Beziehung hat's damals nicht überstanden. Und heute bin ich eigentlich froh darüber, weil es auf die Dauer einfach nichts mehr gebracht hätte.

    Es hat alles wunderbar geklappt, am Anfang war ich 17 und er 22. Im Gegensatz zu deinem Freund hatte meiner damals schon eine Ausbildung hinter sich und hat auch gearbeitet. Und er war auch keiner, der jedes WE Parties hätte machen müssen und sein Geld rausgeworfen hat, die Phase hatte er schon hinter sich gebracht, bevor wir uns kannten, zum Glück.

    Aber na ja, mit der Zeit wurde immer deutlicher, daß wir uns in verschiedene Richtungen entwickeln. Und spätestens nach meinem Abi, als ich angefangen hab zu studieren, hat überhaupt nichts mehr geklappt. Er hat eben einen Realschulabschluß gemacht, Ausbildung zum KFZ-Elektriker (? glaub ich, sowas in der Art), dann bei Daimler Chrysler im Schichtdienst gearbeitet. Da ist ja nix schlimmes dabei, nur hat's eben irgendwann nicht mehr hingehauen. Ich hab mein Abi mit 1,3 gemacht, hab angefangen, Jura zu studieren. Und damit hatte er ein Problem.

    Er war eifersüchtig auf alles und jeden, bis ich irgendwann gar keine Lust mehr hatte, ihm überhaupt noch irgendwas zu erzählen, weil er eh alles schlechtgemacht hat, behauptet hat, ich hätte lieber einen Typen von der Uni, die Leute, von denen ich erzählt hab, als "Idioten" bezeichnet hat, ohne sie jemals gesehen zu haben; kennenlernen wollte er sie erst gar nicht.

    Irgendwann hab ich mich von ihm getrennt. Und war mir immer sicher, daß das die richtige Entscheidung war. Ich hab gespürt, daß ich mich eben immer weiterentwickle, gerade an der Uni gemerkt, wie VIELE Möglichkeiten ich hab, was es alles zu entdecken gibt in der Welt... während er irgendwie "stehengeblieben" ist.

    Er war zufrieden mit seinem Leben, 8 Stunden Schichtarbeit, dann Feierabend, dann Fernsehen, zweimal die Woche Sportverein, jeden Monat sein Geld, das hat ihm irgendwie gereicht. Er hatte überhaupt keinen Ehrgeiz, irgendwie nochmal weiterzukommen in seinem Leben, sich weiterzubilden, was Neues zu lernen.

    Ich hab mich schon immer für alles mögliche interessiert, besonders andere Länder und Fremdsprachen, war in der Schule schon ehrgeizig (na ja, ist mir immer alles leichtgefallen), wußte auch immer, daß ich was aus mir machen kann, wenn ich mich anstrenge, hab mich auch an der Uni von Anfang an total wohlgefühlt. :smile:

    Da war es plötzlich ganz normal, wenn Leute in der Pause im Hörsaal auch mal die FAZ gelesen haben. Mein damaliger Freund hat sich für Politik, oder überhaupt für alles, was in der Welt so vorgeht, praktisch gar nicht interessiert. Als ich abends mal die Tagesschau sehen wollte, kam von ihm: "Das interessiert mich nicht, ist doch eh alles so weit weg, was geht mich das an?". Politische Zusammenhänge, z.B. Hintergründe des Irakkriegs, all sowas, das mußte man ihm alles erklären. Und wirklich interessiert hat es ihn sowieso nicht.

    Ich hab irgendwann gespürt, daß meine Welt einfach größer ist als seine. Und daß das auf die Dauer, für eine richtig langfristige Zukunft, niemals gepaßt hätte. Denn er war einfach so, wie er war - es hätte nichts gebracht, wenn er mir zuliebe versucht hätte, sich zu ändern. Es waren drei tolle Jahre mit ihm, mit 17/22 hat das auch perfekt gepaßt, aber mit der Zeit bin ich eben über ihn "hinausgewachsen". (nebenbei bemerkt: Das "Gehenlassen" in Sachen Essen/Sport/Kleidung etc... konnte ich bei ihm mit der Zeit auch beobachten. Auch wenn das allein niemals ein Trennungsgrund gewesen wäre)

    Ich bin froh, daß ich damals den Schritt zur Trennung gemacht habe. Obwohl es mich wahnsinnige Überwindung gekostet hat und absolut keine leichte Zeit war.

    Heute bin ich mit jemand anderem zusammen. Hat auch einen Realschulabschluß gemacht, dann eine Ausbildung, dann gearbeitet, dann nochmal zwei Jahre Vollzeit-Weiterbildung mit Fachhochschulreife. Und bei ihm... hab ich zum ersten Mal das Gefühl, daß es nicht nur JETZT funktioniert, sondern daß wir uns auch zusammen noch weiterentwickeln werden.

    Er ist nicht eifersüchtig auf das, was ich kann oder erreiche, er ist stolz auf mich und unterstützt mich. Er akzeptiert es, daß ich nächsten Winter für ein halbes Jahr ins Ausland will, weil er weiß, daß mir das wichtig ist. Er ist selbst ehrgeizig und will was aus seinem weiteren Leben machen, interessiert sich für so viele Dinge... Und er übernimmt selbst die Verantwortung für sein Leben. Das ist für mich sehr wichtig, denn bei meinem Ex hatte ich oft das Gefühl, ich müßte mich um ihn "kümmern". Mein Freund sagt ganz bewußt, daß er sich zwar mit mir über die Dinge, die ihn beschäftigen, unterhält - daß er die wichtigen Entscheidungen letztendlich aber doch alleine trifft. Er nimmt sein Leben selbst in die Hand, ich muß nicht das "Kindermädchen" sein, und das ist ein unglaublich "entspannendes" Gefühl.

    Ich will dir damit nicht sagen, daß du dich unbedingt von ihm trennen sollst. Aber du solltest dir überlegen, ob du dir mit ihm eine wirklich langfristige Zukunft vorstellen kannst. Könntest du dir vorstellen, wenn du dein Abi hinter dir hast und auch dein Studium (oder eine Ausbildung oder was auch immer), ihn zu heiraten, mit ihm zusammenzuleben, Kinder zu haben usw...? Denkst du, er wird dir für den Rest deines Lebens "reichen", als Gesprächspartner, gerade auch intellektuell gesehen?

    Überleg dir gut, was du eigentlich willst. Wenn man lange zusammen war, ist natürlich "Liebe" da, und eine enorme Vertrautheit. Nur... ich hab die Feststellung gemacht, daß das allein eben für eine gemeinsame Zukunft nicht wirklich reicht...

    Sternschnuppe
     
    #2
    Sternschnuppe_x, 7 September 2005
  3. Novedad
    Novedad (29)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Gestern haben wir den Tag miteinander verbracht und es war echt mal wieder sehr schön. Er hat jetzt ein Vorstellungsgespräch und ich hoffe echt, dass es klappt, auch wenn das hieße, dass wir inne Fernbeziehung gehen, aber ich finde seine finanzielle Zukunft sollte man sich nicht vrbauen lassen..vorallem in der heutigen Zeit!

    Ich kann mir meine Zukunft gut mit ihm vorstellen, aber ich bin halt viel ergeiziger und möchte beruflich viel erreichen und ich glaube auch, dass ich das schaffen kann. ich hab nur angst, dass unsere Beziehung aufgrund dieser tatsache zerbricht, da ich sicher nicht hier in meinem Dorf verschimmeln möchte.

    Wie hat dein Ex damals reagiert, als es so zwischen euch auseinander gegangen ist? seid ihr freunde geblieben?
     
    #3
    Novedad, 9 September 2005

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