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Bin völlig durcheinander... bitte helft mir/uns!

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Liia, 3 November 2007.

  1. Liia
    Gast
    0
    Ich bin gerade total durcheinander... der Text hier wird vermutlich etwas länger... aber kann bitte dennoch jemand seine Meinung dazu sagen? :frown:

    Ich weiß nicht genau, wie ich das erklären soll... da war die ganze Zeit irgendetwas zwischen meinem Freund und mir... ich bin mit seiner Art irgendwie nicht mehr klargekommen in den letzten Monaten... er hat sich so sehr verändert...
    Gestern, nach einem Gespräch mit ihm, ist mir dann klar geworden, wo das eigentliche Problem liegt.
    Er hatte mich schon oft gefragt, warum ich mich gerade in ihn verliebt habe. Ich konnte ihm diese Frage nie beantworten. Doch jetzt weiß ich es.
    Es ist so, dass ich ein bestimmtes Bild davon habe, was in meinen Augen der "perfekte" Mensch ist. Ich bewundere Menschen, die für andere da sind, die hilfsbereit sind, sich für andere aufopfern. Menschen, die niemanden absichtlich verletzen. Die sich eher selbst wehtun würden, als anderen wehzutun. Solche Menschen bewundere ich.
    Mir war das nie wirklich klar. Ich war mir nicht wirklich im Klaren darüber, dass ich dieses "Idealbild" habe.
    Doch das habe ich gestern erkannt. Und da ist mir klargeworden, dass er wirklich perfekt in dieses Bild hineinpasst! Lieb, sensibel, einfühlsam, schüchtern, freundlich, höflich, hilfsbereit,... Deshalb habe ich mich in ihn verliebt. Weil er genau all das verkörpert, was ich an Menschen bewundere.
    Und mir ist klargeworden, dass ich all die Zeit versucht habe, ihn in genau dieses Schema hineinzuzwängen. Wenn er einmal ungerecht zu anderen war, etc. hat mich das wütend gemacht. Umso mehr er sich von diesem Schema entfernte, desto weniger kam ich mit ihm klar. Irgendetwas störte mich, die ganze Zeit über. Und ich wusste nicht, was.
    Ich kam mit dieser Veränderung nicht klar.
    Er ist so anders geworden. Er ist oft so überdreht, laut, aufbrausend. Damit komme ich nicht klar.
    Er hat mir gestern erklärt, warum er so ist. Er hat all die Jahre geschwiegen, hat immer alles hinuntergeschluckt, bis es ihn innerlich zerfressen hat und er fast daran kaputt gegangen wäre. Das hat ihn krank gemacht. Das will er nicht mehr. Also sagt er jetzt, wenn ihn etwas stört. Etc.
    Im Grunde finde ich das ja gut. Aber es ist in meinen Augen oftmals so unberechtigt. Er macht sich über andere lustig, oder regt sich wegen Kleinigkeiten auf. Das kann ich nicht nachvollziehen, da ich so komplett anders bin.
    Ich habe mich in ihn verliebt, eben weil er anders war als die anderen. Und jetzt wird er genau, wie die anderen auch.
    Damit komme ich nicht klar.
    Und ich fühle mich so schlecht, weil ich nun auch an mir zweifle.
    Wen liebe ich wirklich? Ihn, oder das Bild das ich von ihm habe? Habe ich mir all die Zeit nur eingeredet, ihn zu lieben?
    Aber wenn es keine Liebe ist, was ist es dann? Dieses Gefühl, das ich nie zuvor für jemanden empfunden habe... diese Geborgenheit, die ich nur beim ihm spüre, diese Sicherheit, wenn ich in seinen Armen liege... Nur er kann mich trösten, wenn ich traurig bin. Nur er kann mich auf diese ganz besondere Art und Weise zum Lachen bringen. Er ist der einzige, bei dem ich mich immer freue, wenn ich seine Stimme höre oder ihn sehe. Er versteht mich auch ohne Worte. Und er ist immer da, wenn ich ihn brauche. Und er ist der einzige, der mir in solchen Momenten auch wirklich helfen kann.
    Wenn es keine Liebe ist, was ist es dann? Freundschaft fühlt sich anders an...
    Ich habe das Gefühl, völlig durchzudrehen. Liebe ich ihn? Liebe ich nur das Bild, das ich von ihm hatte? Was ist Liebe überhaupt? Habe ich mir nur selbst etwas vorgemacht? Wenn ja, wie könnte ich mir das jemals verzeihen?
    Als mir das gestern abend klar wurde, habe ich nur noch geweint... stundenlang. Dabei weine ich doch sonst eigentlich nie.
    Und er lag neben mir. Und er sagte: "Du musst dich entscheiden, was dir wichtiger ist. Wie es mir wirklich geht, oder wie ich nach außen hin wirke."
    Da war keinerlei Vorwurf in seiner Stimme. Aber es war so viel Wahrheit in diesem Satz. Genau das ist es. Ich habe doch alles getan, um ihm zu helfen. Die Therapie, das alles... Ich wollte doch, dass es ihm besser geht. Und dennoch habe ich mich so sehr an diesem Bild festgeklammert.
    Ich fühle mich so falsch. Wie eine verdammte Lügnerin.
    Und ich habe den Ring ausgezogen und ihn neben ihn hingelegt. Den Ring, den er mir zum 16. Geburtstag geschenkt hat. Er fragte mich: "Was soll das?", nahm meine Hand und steckte mir den Ring wieder an.
    Und ich habe ihm gesagt, dass ich ihn doch gar nicht verdient habe, und dass er entscheiden soll, was richtig ist. Wie es mit uns weitergehen soll. Und dass es vielleicht besser für ihn wäre, nicht mehr mit mir zusammen zu sein.
    Aber er sagte, dass das bestimmt nicht besser für ihn wäre. Und dass er noch mit mir zusammen sein möchte. Und ich fragte ihn, warum. Und er sagte: "Weil ich dich liebe."

    Ich verstehe das einfach alles nicht. Ich zweifle an ihm, an mir, an allem.
    Dabei liebe ich ihn doch.
    Oder ist es nur die Erinnerung an ihn, die ich liebe? :kopfschue
     
    #1
    Liia, 3 November 2007
  2. Corran
    Corran (48)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Hallo Liia,

    Die Frage, die Du stellst, wen Du nun lebst, Ihn oder die Vorstellung von jemanden, annst Du Dir eigentlich nur selber beantworten.

    Hört sich blöd an, ist auch so, warum ?

    Weil Du Dir in Klaren sein musst, wann und in wen Du dich verliebt hast, Dein Freund wird wohl auch noch nicht so alt sein, und macht Veränderungen durch, die Du evtl so noch nie an ihm gesehen hast und auch nicht sehen willst...

    Wichtig ist aber, WAS WLLST DU, wen magt Du, und GANZ WICHTIG, was gibt er Dir ?

    Wenn´s nicht mehr geht, geht es nicht mehr... diese Erfahrung musste ich leider auch durchmachen, ich ab mich bei der Bundeswehr um 180° gedreht, hab verantwortung bekommen und alles... meine damalige Feundin hat mich nicht wieder erkannt... ist leider so... man muss sich erst selber kennen lernen.... und das kann EWIG dauern...

    Ich könnte hier noch einiges erzählen, aber dafür ist es gerade zu spät und ich seh meine Schreibfehler nichr mehr richtig... :eek:

    PS: Ich denke das Du den Mann lebst, den Du nicht mehr siehts
     
    #2
    Corran, 3 November 2007
  3. Liia
    Gast
    0
    Danke für deine Antwort...

    Ich bin mir eigentlich sicher, dass er damals, als ich mich in ihn verliebt habe, wirklich der Mensch war, den ich in ihm gesehen habe...
    Aber wie du selbst sagtest, besonders in dem Alter macht man Veränderungen durch... er war damals 16, jetzt ist er 18. Hinzu kommt dass er seit seinem 16. Lebensjahr Depressionen hat, weswegen er auch schon in Therapie war. Von daher bin ich seine Stimmungsschwankungen gewohnt.
    Aber irgendwann kann man nicht mehr unterscheiden, was ist krankhaft, und was "real"...
    Das verwirrt mich einfach alles so sehr... :kopfschue
     
    #3
    Liia, 3 November 2007
  4. andrew
    Gast
    0
    Nicht er macht veränderungen durch, sondern du!

    die Beziehung gewinnt an Reife, der Rosarote Vorhang fällt, und du bemerkst, dass du einem Ideal hinterherjagst, welches in der Form unterreichbar ist.

    Verlässt du ihn, um weiterhin denem Ideal hinterherzujagen, wird es dazu führen, dass du von einer Beziehung in die andere Schlitterst, nur um dann, wenn du den Partner besser kennen lernst, festzustellen, dass irgendwelche Kleinigkeiten nicht deinem Ideal entsprechen...

    Mein Tipp, sieh der Realität ins Auge, Idealismus ist eine falsche Illusion, die uns das wahre Glück garnicht bemerken lässt... du fühlst dich wohl und geborgen in seinen Armen, er heitert dich durch seine Humorvolle Art aus, und du fühlst eine Leere, wenn er nicht bei dir ist. Zudem zeigt die Aktion mit dem Ring von ihm auch, dass du ihm eine ganze Menge zu bedeuten scheinst, also stell dir nicht die Frage, ob er einem falschen Ideal entsprechen muss, sondern was du mehr brauchst, um glücklich zu sein. Steht er denen Zielen und Wertvorstellungen im Weg, führt kein Weg an einer Trennung vorbei, doch bist du eigentlich aus tiefstem Herzen glücklich mit ihm, red dir bitte keine falschen Zweifel ein, die deinem eigenen Glück nur im wege stehen...
     
    #4
    andrew, 3 November 2007
  5. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    Es ist doch normal, das man sich im Laufe des Lebens verändert. Und diese Veränderungen können in jungen Jahren recht plötzlich sein.

    Sicher, Du hast Dich in ihn verliebt, und in das Bild.
    Leg Dich doch bitte nicht schon jetzt so fest, für den Rest Deines Lebens.
    DU wirst Dich in ein paar Jahren sicherlich auch ganz schön verändert haben.
    Auch wenn Du sicherlich super lieb bist, gib es an Dir bestimmt auch Dinge, die Dein Freund stören... wie reagiert er darauf?

    Kannst Du denn nicht versuchen, den starren Rahmen Deines Traumbildes etwas aufzuweichen?
    Z.B. etwas toleranter zu sein, was Deinen Freund angeht?
    Niemand kann immer nur lächeln, immer nur freundlich sein, immer nur einstecken.
    Ärger in sich hineinfressen ist gar nicht gut,
    aber er sollte das natürlich nicht an Dir auslassen, auch an niemanden anderes.
    Vielleicht sind die blöden Sprüche seine Art, nun den Druck abzulassen.

    Immerhin redet er offen mit Dir, versucht Dir auch zu helfen!
    Er liebt Dich, ist das nicht Beweis genug?

    :engel_alt:
     
    #5
    User 35148, 3 November 2007
  6. Liia
    Gast
    0
    Aber es ist ja nicht so, als ob ich ihn erst jetzt näher kennenlernen würde. Wir kennen uns seit zwei Jahren, sind seit 15 Monaten zusammen.
    Ich habe gdacht, sein Verhalten läge einfach an durch seine Depression ausgelösten Stummungsschwankungen. Und dass er wieder so werden würde, wie ich ihn kenne, wenn es ihm besser geht. Aber vielleicht habe ich mir das ja auch nur selbst eingeredet? Ich weiß überhaubt nicht mehr, was wirklich ist. :kopfschue

    Und leider stellt er sich mit seinem Verhalten genau gegen meine Moralvorstellungen, bzw. gegen das, was ich für richtig halte.
    Ich meine, anstatt sich so zu verhalten wie er es tut, kann man doch auch einfach vernünftig miteinander reden. Aber er ist scheinbar von einem Extrem ins andere gefallen. Vielleicht eine Art Rache, für all das, was er ertragen musste? Aber was können denn diese Menschen dafür? Auf diese Art macht er sich doch alles selbst kaputt, weil er andere verletzt.

    Ich habe ihn ja oft gefragt, was ihn denn an mir stören würde. Er machte, es gäbe nichts. Wir hatten dann irgendwann zusammen ein Gespräch mit seiner Therapeutin, und sie hat mir auch so "Plakate" gezeigt, die die beiden während einer Therapiestunde erstellt hatten. Da ging es unter anderem auch genau darum, und sie hatten dann mal meine "Fehler" aufgelistet.
    Diese waren laut meinem Freund:
    1. Meine ständige Sorge um ihn.
    2. Dass ich mich über mein Aussehen beklagen würde.
    3. Meine ständige Müdigkeit.
    Damit sind wir eigentlich genau da, wo wir vorher auch waren. Ich meine, was sind das denn bitte für Fehler? Natürlich mache ich mir Sorgen um ihn. Er gibt mir schließlich genug Grund dazu! Zudem ist er dejenige, der mich immer versucht, mich zum nach Hause gehen zu überreden, wenn ich in der Schule ein paar Mal gehustet habe. :ratlos:
    Das mit dem Beklagen stimmt meiner Meinung nach nicht, denn so eitel bin ich nun wirklich nicht. Und wenn ich mit völlig zerzausten Haare vorm Spiegel stehe, ist es dann nicht verständlich, dass ich mich mal kritisiere? Ich bin nun wirklich nicht so eine, die z.B. nie ungeschminkt aus dem Haus geht, im Gegenteil. Er ist der mit den Minderwertigkeitskomplexen, nicht ich.
    Und das dritte kann man meiner Meinung nach auch nicht zählen. Was kann ich dafür, wenn ich müde bin? Ich schlafe eben einfach nicht sonderlich gut.
    Das sind meiner Meinung nach alles Dinge, die man nicht als Fehler zählen kann. Aber das kann doch nicht sein. Ich habe doch auch Fehler! Warum sieht er die nicht? Nie kritisiert er mich, immer ist er der "Schuldige", wenn etwas falsch läuft.
    Dabei ist dieses ganze Dilemma im Moment doch nun wirklich meine Schuld, und er hätte nun wirklich Grund genug, unheimlich enttäuscht und verletzt von mir zu sein.
     
    #6
    Liia, 3 November 2007
  7. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    :knuddel:

    Ist er denn noch in einer Therapie?
    Kann es vielleicht sein, dass er alles auf Dich projeziert?
    Dadurch dass Du ihm so nah bist und ihm helfen willst...

    Keine Ahnung... vielleicht redest Du nochmal mit seiner Therapeutin,
    ohne ihn.

    Aber wenn Du immer mehr unzufrieden bist, und es keine Möglichkeite gibt, das bei ihm oder bei Dir noch zu ändern...
    Dann wirst Du Dich wohl oder übel von ihm trennen müssen. :schuechte

    Und hab bitte keine Angst dass er wieder depressiv wird,
    das ist dann sein Problem, nicht Deins, auch wenn es etwas gemein klingt!

    :engel_alt:
     
    #7
    User 35148, 3 November 2007
  8. Liia
    Gast
    0
    Nein, er ist vor kurzem entlassen worden.
    Er wird noch eine ambulante Therapie machen, aber das wird wohl noch ein paar Monate dauernd (Wartezeiten).
    Es geht ihm zwar jetzt etwas besser, doch noch lange nicht gut...
    Er ist selbst völlig überfordert mit der Situation.

    Wie meinst du das denn mit dem Projezieren? Ich verstehe das nicht so ganz... :cry:
     
    #8
    Liia, 3 November 2007
  9. User 27001
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    nicht angegeben
    ...
     
    #9
    Zuletzt bearbeitet: 27 April 2014
    User 27001, 3 November 2007
  10. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    :knuddel:

    Ich meinte das so, ob er all seinen Ärger einfach auf Dich wirft,
    weil nur Du für ihn da bist?

    Du lenkst ihn ab, er ist total auf Dich fixiert, und Du lässt alles mit Dir machen, nur damit es ihm gut geht?

    :engel_alt:
     
    #10
    User 35148, 3 November 2007
  11. Liia
    Gast
    0
    Ich kann glücklicherweise sagen, dass das absolut nicht so ist. Er würde mir nie absichtlich wehtun, und verhält sich mir gegenüber zumindest halbwegs "normal". (Bis auf die Tatsache, dass er meine meist besorgten Blicke gerne mal fehlintepretiert und mir unterstellt, ich würde ihn vorwurfsvoll ansehen, etc.:ratlos: )
    Ich lasse mir auch nichts gefallen. Als er mich nach einer Meinungsverschiedenheit einfach ignoriert hat, habe ich ihm auch deutlich meine Meinung gesagt. So lasse ich mich absolut nicht behandeln.
     
    #11
    Liia, 3 November 2007
  12. Liia
    Gast
    0
    Mein Freund hat mich gestern abend nochmal angerufen als ich schon im Bett lag. Ich war total überrascht, denn das ist eigentlich nicht seine Art. Obwohl er weiß, dass er mich immer anrufen kann.
    Er hat mir gesagt, dass ihn das einfach alles so sehr mitnimmt und dass das alles zu viel für ihn ist. Er kann einfach nicht mehr, sagt er.
    Ich fühle mich so hilflos, weil ich das Gefühl habe, absolut nichts für ihn tun zu können. Er kann mit negativen Gefühlen einfach nicht umgehen. Entweder er schluckt immer alles runter und versucht es zu verdrängen, oder er lässt es an anderen aus.
    Was soll ich jetzt besser finden? Wenn er alles in sich hineinfrisst bis er irgendwann austickt und sich wieder die Arme aufschneidet, oder wenn er alles an anderen auslässt? Oder besser: Was ist besser für ihn?
    Es muss doch irgendeinen Weg geben, dass er diese Dinge verarbeitet, ohne sich oder anderen damit zu schaden.
    Ich habe ihm vorgeschlagen, doch einfach alles aufzuschreiben, vielleicht fällt ihm das leichter, als darüber zu sprechen. Aber er meint, das hätte er ja schon versucht, aber es wäre nur noch schlimmer geworden, weil er dann noch mehr über all die Dinge nachdenken musste.
    Aber er kann doch nicht immer alles verdrängen.
    Es tut mir weh, mitansehen zu müssen, wie er sich selbst alles kaputt macht.
    Er war heute auch nicht in der Schule, weil ihm schon wieder so schlecht war... ich mache mir Sorgen um ihn. :kopfschue
    Ich hoffe, dass wir uns morgen wiedersehen...
     
    #12
    Liia, 6 November 2007
  13. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    :knuddel:

    Sucht er denn überhaupt Deine Hilfe?
    Mir scheint, Du bist da echt ratlos und hilflos.

    Auch wenn Du seine Freundin bist,
    Du bist nicht verantwortlich dafür, wie es ihm geht und was er macht.

    Es ist traurig, dass er sich so gehen lässt und vermutlich die Schule schwänzt.
    Ds ist genau der falsche Weg.
    Dadurch dass er zuhause bleibt, igelt er sich nur noch mehr ein,
    und steigert sich immer mehr in eine Spirale der traurigen Gedanken und Gefühle hinein, bis er explodiert oder sich was antut.

    Lass Dich aber bitte auch nicht erpressen oder beeinflussen,
    sonst wirst Du Dich am Ende selber verlieren und mitgezogen werden! :kopfschue

    :enge_alt:
     
    #13
    User 35148, 6 November 2007
  14. Liia
    Gast
    0
    Also ich bin eigentlich die einzige, die er überhaupt noch an sich heranlässt...

    Er schwänzt die Schule ja nicht, obwohl er momentan wirklich kaum Lust hat hinzugehen, bzw. kaum noch die Kraft hat. Er sagt, das überfordert ihn alles total, auch die Schule. Er hat bisher jede Arbeit in den Sand gesetzt. Latein 6 (wobei man sagen muss, dass es in dem Kurs sechs Sechsen, sechs Fünfen, zwei Dreien und ein paar Vieren gab), Chemie 5+ (da stand er immer 1-2), Englisch 4, Deutsch 4+ (seine Lehrerin hat ihm gestattet, die Arbeit morgen noch einmal zu schreiben). Allerdings meinten die meisten Lehrer, sie würden seine bisherigen Leistungen nicht so sehr in die Bewertung mit einfliessen lassen, da er so viel gefehlt hat (seine Chemie-Lehrerin hat ihm vorgerechnet, dass er von 29 Stunden nur 14 da war). Kein Wunder, dass ihn das überfordert.
    In den ersten vier Schulwochen war er schon einmal eine Woche nicht da weil er krank war, dann war er sechs Wochen in der Klinik. Er ist jetzt seit gerade mal drei Wochen wieder da und hat schon wieder mehrmals gefehlt. Er hat andauernd irgendetwas. Entweder ihm ist wieder schlecht, oder er hat Kopfschmerzen, igendeinen Virus,... er simuliert auch nicht, das weiß ich.
    Er hat mir heute am Telefon eröffnet, dass er absolut keine Lust mehr hat zu leben. Er ist nicht selbstmordgefährdet, das betont er immer wieder. Aber er sagt, dass es einfach alles keinen Sinn mehr hat, dass er einfach gar nichts mehr auf die Reihe bekommt. Er hat kaum noch die Kraft, zu kämpfen. Er weiß ja nicht einmal, wofür er kämpft. Er hat auch gesagt, dass ich der einzige Grund bin, warum er überhaupt einen klitzekleinen Sinn in seinem Leben sieht.
    Es wirkt alles so aussichtslos auf mich... er möchte nicht sterben, aber er sieht keinen Sinn in seinem Leben. Er möchte, dass einfach alles vorbei ist, aber wirklich tot sein möchte er scheinbar auch nicht. Er denkt zwar daran, wie es wäre, wenn einfach alles vorbei wäre, aber er hat keine Selbstmordabsichten.
     
    #14
    Liia, 6 November 2007
  15. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    Ohje meinst Du er dreht durch?
    Für mich hört sich das wirklich seltsam an.
    Er kettet sich an Dich.
    Und solltest Du doch irgendwann wieder einmal sauer auf ihn sein, wird er es wieder nicht verstehen und dann... :schuechte

    Vielleicht hat er sich zu viel zugemutet so kurz nach der Therapie.

    Es ist zwar :herz: dass er so an Dir hängt, aber irgendwie fürchte ich, er macht das aus den falschen Motiven.
    Du bist ja selber ziemlich unglücklich darüber, wie er sich gehen lässt,
    und wie er Dich trotzdem behandelt, obwohl er Dich zu lieben scheint.

    Er traut sich nicht, einen richtigen Schlussstrich zu ziehen,
    aber das ist auch gut so, es gibt noch einen Funken Hoffnung für ihn.

    Aber wenn Du nicht weisst, wie Du ihm da helfen kannst,
    und wenn es auch in der Therapie nicht deutlich wird,
    dürfte Dich das alle Deine Kräfte kosten, ihn zu unterstützen.
    Du musst auch an Dich selber denken!
    Es kann nicht sein, dass Du die einzige bist, die ihm helfen kann, denn das ist auch viel zuviel für Dich!
    Du musst selber bestimmt genug tun für die Schule, zuhause, und für Dich selber.

    Gibt es denn etwas, was ihn ablenkt, womit er auf andere Gedanken kommt, was ihn glücklich macht?
    Oder sinniert er nur noch vor sich hin, von einer Depression in die andere?

    Und was ist mit seiner Familie? Ist da gar niemand?

    :engel_alt:
     
    #15
    User 35148, 6 November 2007
  16. Liia
    Gast
    0
    Ich weiß defintiv, dass er sich (zumindest in nächster Zeit) nichts antun wird... aber ich habe ehrlich gesagt Angst, dass er wirklich total austickt, sich wieder ritzt oder einen Nervenzusammenbruch kiegt, oder soetwas...

    Er versteht ja, wenn ich sauer auf ihn bin... und es tut ihm auch immer total leid. Das ist ja das schlimme... er sieht es ein, kann aber nicht wirklich etwas dagegen tun.

    Es ist ja nicht nur negativ bei uns... aber es ist ein ewiges Auf und Ab. Da er auf die Frage, wie es ihm geht, meist nur sehr undeutliche Antworten gibt und das auch nur schwer in Worte fassen kann, bitte ich ihn manchmal, mir zu sagen, wie es ihm geht, auf einer Skala von 0-10 (das musste er in der Therapie auch immer machen).
    Heute morgen in der Schule ging es ihm eigentlich gut, wie waren in den Pausen zusammen, ganz nah, haben uns ständig im Arm gehalten, geredet und rumgealbert. Nach der Schule rief er mich noch kurz an, da sagte er, seine momentane Stimmung läge bei etwa 7. Abends haben wir dann im ICQ miteinander gesprochen, da sagte er, es würde ihm nicht gut gehen... wir haben dann telefoniert, und da kam halt das dabei heraus, was ich oben geschrieben habe. Auch da habe ich gefragt, wie es ihm geht... er sagte, auf der Skala wäre es eine 2.
    (Die ganze Sache mit der Skala ist irgendwie blöd, ich weiß... aber er kann das überhaupt nicht in Worte fassen und ich möchte zumindest in etwa wissen, wie es ihm geht, deshalb das mit der Skala.)

    Ich habe im Übrigen das Gefühl, dass es ihm meist abends so schlecht geht. In der Schule finden ihn zwar einige Leute "merkwürdig", aber dass er depressiv ist, das würde vermutlich niemand vermuten. Er ist zwar sehr aufgedreht manchmal, aber er redet und lacht, albert herum, als würde es ihm total gut gehen. (Vermutlich schafft er es in diesen Momenten, sich wirklich von all dem abzulenken.) Sobald ihn dann aber irgendetwas an die momentane Situation erinnert, ist er von einer Sekunde auf due andere ganz anders. Traurig, niedergeschlagen, wendet sich ab.
    Am schlimmsten ist es wohl, wenn er abends alleine in seinem Zimmer sitzt. Dann denkt er wieder über all das nach, und hat keine Möglichkeit mehr, davonzulaufen.
    Er kann das alles höchstens für wenige Stunden vergessen, wenn er sich mit Freunden trifft, liest, seine komischen Spielfiguren bemalt, etc.
    Wir lachen auch so viel miteinander, und manchmal ist wirklich alles ganz "normal"... doch das ist nie von Dauer.
    Der heutige Tag fing ja auch so gut an... heute morgen in der Schule war es wirklich schön. Und dann das heute abend am Telefon...
     
    #16
    Liia, 6 November 2007
  17. User 35148
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    *seufz* dass es am Abend dunkel, einsam und traurig wird, kenne ich nur zu gut :schuechte

    Weisst Du denn, warum er überhaupt so ist? Was früher einmal passiert ist?
    Hat das die Therapie aufgedeckt? Oder durfest Du es nicht erfahren?
    Was das alles ist, musst Du natürlich hier nicht schreiben!

    Er kann es nicht in Worte fassen, das kann doch eigentlich nicht sein.
    Es sei denn, er will einfach nicht darüber reden.
    Sicherlich um nicht daran zu denken, aber vielleicht auch um Dich nicht zu sehr zu belasten.

    Großartig helfen kannst Du ihm da leider nicht, in dem Zustand.
    Du kannst nur für ihn da sein, auch wenn es schwer ist.

    Du schreibst, er kann sein Verhalten Dir gegenüber nicht ändern.
    Ist es wirklich so, wegen seiner Depression,
    oder will er es nicht, weil er Angst hat, Dich zu verlieren,
    wenn er auf einmal ein anderer Mensch ist?

    :engel_alt:
     
    #17
    User 35148, 6 November 2007
  18. Liia
    Gast
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    Ich denke, so einen konkreten Grund gibt es nicht. Ich dachte anfangs, der Grund wäre die Trennung von seiner Freundin gewesen, mit der er vor mir zusammen war, weil genau da alles anfing. Aber mit der Zeit ist mir klargeworden, dass das nur der Auslöser war, nicht aber der Grund.
    Ich denke, es sind viele ("kleine") Gründe. Seine Eltern sind geschieden, mein Freund litt damals sehr unter der Trennung (da war er etwa 12, glaube ich). Zudem war sein Vater Alkoholiker. Er sieht ihn nur etwa einmal im Jahr. Mein Freund hatte nie viel Selbstvertrauen, ist in der Schule gemobbt worden.
    Er kann nicht einfach denken: "Okay, ich lebe halt einfach.", so wie viele andere das tun. Ich meine, er kann sein Leben nicht einfach genießen. Es gibt einfach immer irgendetwas. Entweder ist es seine Gegenwart oder seine Vergangenheit, oder manchmal auch seine Zukunft.
    Nach außen hin ist sein Leben ja völlig in Ordnung: Er geht aufs Gymnasium, hat seit 15 Monaten eine Freundin, kommt mit seiner Familie klar... aber das genügt halt nicht, wenn man innerlich so kaputt ist.
    Zudem ist es schwer, zwischen Auslöser und Grund zu unterscheiden. Die Auslöser lassen sich noch recht konkret feststellen, die Gründe jedoch sind scheinbar sehr verworren.

    Dass er nicht darüber nachdenken möchte, das denke ich eigetlich auch.
    Das läuft bei uns meistens so:
    Ich: "Wie geht es dir?"
    Er: "Nicht gut."
    Ich: "Warum?"
    Er: "Keine Ahnung... ich fühle mich halt einfach sch*iße."
    Ich: "Aber warum?"
    Er: "Wegen allem."
    Natürlich weiß ich im Grunde, was los ist, aber das ist so viel... und ich würde gerne wissen, was in dem Moment konkret in ihm vorgeht... aber vielleicht ist das gar nicht möglich, das zu erklären?

    Deine letzte Frage habe ich nicht genau verstanden... ich meine, wenn er sein Verhalten mir gegenüber wieder ändern würde, dann wäre er doch wieder so, wie ich ihn kenne?
     
    #18
    Liia, 7 November 2007
  19. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    Vielleicht aber auch nicht... vielleicht wäre er dann jemand,
    den Du nicht kennst, und den er bisher auch noch nicht kannte.
    Kannst Du etwa folgen?

    Etwas anderes: kannst Du ihm denn kein Ziel geben?
    Oder wochtige Ziele mit ihm zusammen angehen?
    Z.B. die Schule... Kannst Du ihm bei den Hausaufgaben helfen,
    damit er sich anstrengt und nicht resigniert?
    Kannst Du ihn etwas antreiben?

    "Keine Lust" das gibt es nicht, es ist nur eine faule Ausrede! :tongue:

    Dass man manchmal nicht so recht mag, kann ja sein,
    aber sich künstlich selber in so einen Zustand begeben,
    das ist doch nicht gut!

    Manche haben keine Wahl und müssen mit dem glücklich sein,
    was sie haben.
    Doch Dein Freund hat doch alles was er braucht, oder nicht?

    Der Schlüssel zu seinem Glück bist vielleicht nicht einmal Du,
    aber Du kannst ihm helfen, die Tür zu öffnen :engel:

    :engel_alt:
     
    #19
    User 35148, 7 November 2007
  20. Liia
    Gast
    0
    Das Problem ist ja eher, dass er nicht mehr so ist wie ich ihn kenne. Was soll er denn da jetzt noch ändern?

    Ich kann ihm leider auch nicht helfen, zumindest nicht was die Schule angeht. Z.B. Latein und Chemie habe ich gar nicht.
    Und das mit dem keine Lust haben... ich bin auch völlig unmotiviert seit einigen Wochen. Ich muss mich selbst dazu zwingen, etwas für die Schule zu tun. Ich bin total demotiviert, lustlos, kann mich nur schwer konzentrieren. Also ich kann ihn da schon verstehen. Eigentlich müsste ich jetzt auch im Bett sein, ich muss in sechs Stunden wieder aufstehen. Aber ich kann eh nicht einschlafen, egal wann ich ins Bett gehe. Bis ein Uhr liege ich eh wach.

    Ich habe meinem Freund diesletzt gesagt, dass ich ihm so gerne helfen würde. Darauf meinte er: "Das kannst du nicht... das kann ich nur selbst."
    Das habe ich leider auch vor einiger Zeit schon einsehen müssen. Aber ich bin froh, dass er das erkannt hat.

    Aber ich denke, äußere Umstände allein können einen Menschen nicht glücklich machen. Es kommt immer auf den Menschen an. Wenn jemand seit Jahren tieftraurig ist, dann können auch die Umstände daran kaum etwas ändern. Denn das ist etwas, was in den Menschen drin ist. Das kann man nur von Innen heraus bekämpfen.
     
    #20
    Liia, 7 November 2007

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