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Bist du ein Utilitarist?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Daucus-Zentrus, 10 August 2008.

  1. Daucus-Zentrus
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    nicht angegeben
    Stellt euch folgendes Szenario vor:
    Du machst Abenteuerurlaub in Südamerika zusammen mit einem Feund. Ihr habt das Pech entführt zu werden, als ihr mit einer Gruppe von sechs anderen Urlaubern und drei Einheimischen in den Anden unterwegs seid. Man verschleppt die ganze Gruppe und hält sie monatelang gefangen, weil jeder Verhandlungsversuch zwischen der Regierung und euren Entführern scheitert. Man hat euch auf Seiten der Regierung aufgegeben und demnächst werden eure Entführer versuchen, unnötigen Ballast wie euch loszuwerden.
    Plötzlich bietet sich, als ihr in die Nähe eines Flusses umcampiert wurdet, die Gelegenheit mit einem Boot zu fliehen, wie du zufällig als einziger gesehen hast. Allerdings gelingt die Flucht nur sicher, wenn ein Ablenkungsmanöver gestartet wird. Ohne dies wird eurer Fluchtversuch in jedem Fall sofort entdeckt und das Feuer auf euch eröffnet; einige werden dabei sicher sterben und der Rest möglicherweise doch wieder gefangen, vielleicht aber auch das Boot erreichen. Als Ablenkungsmanöver bietet es sich aber nur an, dass einer der Gefangenen in die Richtung vom Boot weg läuft. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dies allerdings sein Todesurteil sein. Du erzählst deinem Freund von dem Boot und er sagt, er werde das Ablenkungsmanöver spielen, sobald du ihm die Richtung verraten hast, wo das Boot liegt.

    Welche Handlungsoption wählt ihr und warum:

    a) Ich verzichte darauf, meinem Freund die Richtung zu verraten und den anderen überhaupt von dem Boot zu erzählen, und hoffe weiter, dass die Entführung gut für uns ausgeht. - Es wäre nicht richtig, einen Menschen für das Wohl der anderen zu opfern.

    b.1) Ich bringe eine beliebige Person aus unserer Gruppe dazu, das Ablenkungsmanöver zu spielen, indem ich dieser Person erzähle, dass wir in die andere Richtung flüchten. - Damit rette ich das Leben von 10 Menschen.

    b.2) Ich lasse es schweren Herzens zu, dass meinen Freund in die falsche Richtung läuft. Er ist mutig und wird alles tun, um seine Chance zu nutzen. - Damit rette ich das Leben von zehn Menschen.

    b.3) Ich sage den anderen, wo das Boot liegt, und laufe selbst in die falsche Richtung. So wahr Gott will, werde ich es schaffen. - In jedem Fall rette ich durch mein Verhalten das Leben von zehn Menschen.
     
    #1
    Daucus-Zentrus, 10 August 2008
  2. User 49007
    User 49007 (29)
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    hm..schwere entscheidung so einfach mal aus dem kopf heraus würde ich sagen ich opfere mich selbst. wer eine entführen in dem sinne durchstehen musste ist bestimmt nachher für den rest seines lebens gezeichnet. und das möchte ich nicht.

    aber wahrscheindlich vor ort würde ich es so machen das ich irgendjemandem aus der gruppe davon erzähel und ihn dazu bringe ein ablenkungsmanöver zu versuchen damit vorallem ich und mein freund fliehen könnten. am besten nur wir 2 oder sogar nur ich alleine. je mehr miteinander fliehen desto geringer ist die chance es zu schaffen.
     
    #2
    User 49007, 10 August 2008
  3. xoxo
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    Ich habe jetzt weiß Gott wie lange darüber nachgedacht und komme dennoch zu keiner vernünftigen Entscheidung. In einer solchen Situation müsste man erstmal stecken.

    a) Ich verzichte darauf, meinem Freund die Richtung zu verraten und den anderen überhaupt von dem Boot zu erzählen, und hoffe weiter, dass die Entführung gut für uns ausgeht. - Es wäre nicht richtig, einen Menschen für das Wohl der anderen zu opfern.
    --> Kommt nicht in Frage, da ich ein zu großes Mitteilungsbedürfnis habe.

    b.1) Ich bringe eine beliebige Person aus unserer Gruppe dazu, das Ablenkungsmanöver zu spielen, indem ich dieser Person erzähle, dass wir in die andere Richtung flüchten. - Damit rette ich das Leben von 10 Menschen.
    --> Ich kenne im Moment nur zwei Menschen auf Erden, denen ich ein solches Ende wünschen würde. Wenn keine von beiden mit dabei ist, dann kommt diese Möglichkeit wohl auch nicht in Frage.

    b.2) Ich lasse es schweren Herzens zu, dass meinen Freund in die falsche Richtung läuft. Er ist mutig und wird alles tun, um seine Chance zu nutzen. - Damit rette ich das Leben von zehn Menschen.
    --> Kommt am ehesten in Frage, da er sich darüber Gedanken gemacht haben muss und wenn dies sein Wille ist ... denn:

    b.3) Ich sage den anderen, wo das Boot liegt, und laufe selbst in die falsche Richtung. So wahr Gott will, werde ich es schaffen. - In jedem Fall rette ich durch mein Verhalten das Leben von zehn Menschen.
    --> Kommt nicht in Frage. Zumindest nicht mit 21 Jahren. Es gibt nur einen einzigen Menschen, für den ich mich opfern würde, und das ist mein Bruder. Da dieser nicht mit dabei ist, habe ich nicht vor , mein eigenes Leben derartig auf's Spiel zu setzen. Dafür ist mein Lebenserhaltungsdrang eindeutig zu groß.

    Ich werde wohl kaum in die Fußstapfen von Bentham und Mill steigen. :zwinker:
     
    #3
    xoxo, 11 August 2008
  4. objekt.f
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    Ich lasse meinen Freund sterben um 10 menschen, einschließlich mich zu retten.
    Einen Unwissenden in den Tod zu schicken wäre falsch, sich selbst für 10 Menschen die man kaum kennt zu opfern wäre für mich keine option, auf hilfe seitens der regierung etc zu warten ist unfug.
    Mein Freund weiß worauf er sich einlässt und was er damit tut
     
    #4
    objekt.f, 11 August 2008
  5. wellenreiten
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    nicht angegeben
    ich wäre vermutlich eh schon durchgedreht, rationale überlegungen würde es da wohl nicht mehr geben...

    also wahrscheinlich: hauptsache ich komme da raus, dann mein freund und der rest gehört eh nicht zu meinem leben... von daher entscheide ich mich mal für b1.
     
    #5
    wellenreiten, 11 August 2008
  6. squarepusher
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    was hat das mit utilitarismus zu tun?
     
    #6
    squarepusher, 11 August 2008
  7. User 12616
    User 12616 (27)
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    nicht angegeben
    Bist du bereit, dich für das größtmögliche Glück (in diesem Fall die Rettung von 10 Personen) ein Leben (deines, das deines Freundes oder einer beliebigen Person) zu opfern? Im Utilitarismus fragt man sich, welches Leid gegen welches Glück steht (hier: 1:10) und somit sollte aus der Situation der größte Nutzen gezogen werden.

    Ist also durchaus ein Beispiel.
     
    #7
    User 12616, 11 August 2008
  8. Deepstar
    Deepstar (30)
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    a) Klingt für mich viel zu optimistisch. Habe zwar viel Pessimismus in den letzten Jahren ablegen können, aber das ist dann doch etwas zu optimistisch. "Alles wird gut"... eher ist da die Formel "Man hat eh nichts mehr zu verlieren" -> Kommt für mich nicht in Frage.

    b.1) Ich soll den Typen anlügen? Von Lügen die Menschenleben kosten und Lügen allgemein habe ich genug. Wenn dann würde ich ihm schon sagen was direkt Sache ist, wohin er gehen soll und wohin wir gehen. Ich würde dann denjenigen heraussuchen der am sportlichsten und damit am schnellsten wirkt, das würde seine Überlebenschance deutlich steigern.

    b.2) Könnte ich nur sehr schwierig zulassen. Wenn er jedoch die Person mit der höchsten Überlebenschance hat (Mutig, schnell usw.) dann würde ich es schweren Herzens wohl zulassen.

    b.3) Wenn es eine Spontanentscheidung sein würde, würde ich jederzeit das Leben für meine Freundin und den (wirklich) besten Freunden opfern. Aber wenn ich ganz in Ruhe darüber nachdenken kann, ist der Selbsterhaltungstrieb dann doch viel zu groß. Käme für mich wohl dann auch nicht in Frage.
     
    #8
    Deepstar, 11 August 2008
  9. Daucus-Zentrus
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    nicht angegeben
    Die b-Handlungsoptionen sind evtl. eher akzeptabel, wenn man eine utilitaristisch geprägte Moral vertritt, weil dort das Leben von Menschen als Glückseinheit miteinander verglichen werden kann resp. weil es dort nicht zwingend ausgeschlossen ist, Menschen zum Wohl anderer zu opfern.

    Lach, deontologisch-moralische Überlegungen scheitern an dem Mitteilungsbedürfnis einer Frau...:grin:

    Warum das nicht? Mit deinen Antworten bist du doch schon kurz davor... - Warum scheidet für dich b1) aus? Wieso findest du es falsch, einen von den anderen zu opfern? Wieso würdest du eher zusehen, dass sich dein Freund opfert?

    Damit hast du alle möglichen Handlungsoptionen ausgeschlossen: Was bleibt dann noch...?
     
    #9
    Daucus-Zentrus, 11 August 2008
  10. Deepstar
    Deepstar (30)
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    hm.. wenn ich mich nicht irre... eine Abwandlung von b.1 oder eben b.2 :zwinker:
     
    #10
    Deepstar, 11 August 2008
  11. chrisdamathepro
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    ganz klar antwort c)

    ich schicke 10 menschen absichtlich zur flucht in falsche richtung und fahre ganz gechilled mit dem bötchen davon :cool1: muah^^

    naja im ernst
    keine ahnung. denke aber ich würde entweder eine beliebige person losschicken oder selbst gehen.
     
    #11
    chrisdamathepro, 11 August 2008
  12. Schweinebacke
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    nicht angegeben
    Ich mach einen auf Einzelkämpfer und breche den Entführern das Genick.
     
    #12
    Schweinebacke, 11 August 2008
  13. User 10015
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    Wo ist Rambo wenn man ihn braucht?

    Ich bin auch schon einige Zeit am Überlegen, ob der Utilitarismus eine vertretbare Kozeption sei. Mill hat in seinem Text (Utilitarism) sehr viel kluge DInge geschrieben, die durchaus logisch zu sein scheinen, doch solche Beispiele (ähnlich dem Trolly Problem) sind wirklich unglaublich schwer zu beantworten. Wenn man den Utilitarismus runterbricht auf die elementarsten Faktoren, also allein die Tatsache, dass dort 10 Menschen leben könnten, wenn ich mich opfere, müsste man sicherlich b3 zustimmen. Jedoch könnte man noch weitere Faktoren mit einbeziehen. Wie sieht die gesundheitliche Zustand der anderen aus, wie alt sind sie, wie alt bin ich, wer ist schnell, wer langsam. Da ganze würde dann zu einem sehr kalten System umfunktionalisiert werden, was durchaus auch ein Kritikpunkt des Utilitarismus wäre. Aber das führt zu weit weg.

    Antwort a) fällt für mich raus. Ich stimme Kant nicht, die deontlogische Ethik erscheint mir nicht richtig und führt in solchen Fällen zur Stagnation.

    Ich müsste also irgendwas aus b) wählen und würde wahrscheinlich b2) oder b3) nehmen. Jemanden anzulügen und somit in den Tod zu schicken wäre moralisch zu tiefst verwerflich. Ich denke, ich würde mich für b2) entscheiden und nur dann b3) wählen, wenn die Gruppe mir sehr viel bedeuten würde (nach der gemeinsamen Gefangenschaft) und ich die Möglichkeit hätte, bevor die Geiselnehmer mich wieder hätten, den Suizid zu wählen, da die folgenden Qualen wohl nicht zu ertragen wären.

    Besten Gruß,
    evil
     
    #13
    User 10015, 12 August 2008
  14. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Mich dem Schicksal zu ergeben, ist nicht meine bevorzugte Lebensweise, trotzdem halte ich es nicht für grundsätzlich falsch, bestimmte Werte stabil zu halten, was dann beispielsweise dann dazu führt, dass Menschenleben nicht geopfert werden. Wir sind alle sterbliche Wesen und ich sehe nicht, wieso es unbedingt ein wertvolles Leben sein sollte, dass darauf aufbaut, das eigene Überleben durch den Tod eines anderen erkauft zu haben. Natürlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass mein bester Freund sowieso vor mir stirbt irgendwann, aber wenn gerade er geopfert wird, wäre das nachfolgende Leben vll. doch nicht mehr in der erhofften Weise schön... Mich selbst zu opfern kommt für mich allerdings genauso wenig in Frage, weil mein Leben mir wichtig ist. - Aus dem Grund kommt vll. a) dann doch nicht in Frage und es bleibt mir doch nur b1) zu wählen. - Ist es moralisch vertretbar, eine "fremde" Person für meinen Freund und mich zu opfern? In gewisser Weise natürlich nicht, wenn erstens ein Leben grundsätzlich zu schützen ist und zweitens der Tod eines anderen für mein Leben dieses abwertet, ist auch diese Möglichkeit schwierig zu rechtfertigen. - So gesehen denke ich, dass man in der Situation überlegen müsste, ob ein Menschenleben in genau dieser Situation überhaupt diesen Wert hat, dass es unantastbar ist, oder ob eben doch Menschenleben nicht alle denselben Wert haben. Genauso müsste man überlegen, ob man den Grundsatz, eine fremde Person nicht ins Verderben zu schicken, aufrecht erhalten kann.
     
    #14
    Daucus-Zentrus, 12 August 2008
  15. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Richtig. Mal angenommen nach und nach wird eine Person nach der anderen umgebracht und ich habe eine Möglichkeit verschwiegen, die uns vielleicht hätte retten können. Mit diesem Gedanken kann und will ich nicht leben.

    B1 scheidet aus, weil kein Mensch so etwas verdient hat (abgesehen von den zwei genannten Ausnahmen). Einen Anderen zu opfern mag falsch sein. Aber weißt du, was noch fälscher als falsch ist ? Einen Anderen ohne sein Wissen zu opfern. Ich muss ja gar nicht zusehen, wie sich mein Freund opfert, während er sein Ding durchzieht renne /schwimme ich bereits. Mein Freund wird sich gut überlegt haben, was er damit auf sich nimmt. Wenn es sein Wunsch ist, dann nehme ich das so hin. Ich akzeptiere meine Freunde ja sonst auch mit ihren Macken. Wenn er meint, dass das sein Ding ist – Bitte.
     
    #15
    xoxo, 12 August 2008

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