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Bitte helfen!!! Gedichtinterpretation "Blaue Hortensie" von Rilke

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von 2Moro, 4 Mai 2008.

  1. 2Moro
    2Moro (27)
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    nicht angegeben
    Blaue Hortensie
    von Rainer Maria Rilke


    So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
    sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,
    hinter den Blütendolden, die ein Blau
    nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.

    Sie spiegeln es verweint und ungenau,
    als wollten sie es wiederum verlieren,
    und wie in alten blauen Briefpapieren
    ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;

    Verwaschnes wie an einer Kinderschürze,
    Nichtmehrgetragnes, dem nichts mehr geschieht:
    wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.

    Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen
    in einer von den Dolden, und man sieht
    ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.


    Ich musste dieses Gedicht in meiner letzten Arbeit in Deutsch interpretieren und jetzt habe ich die Aufgabe meine Interpretation zu überarbeiten. Mein Problem ist nur, dass ich teilweise gar nicht mehr richtig weiß, wie ich etwa gemeint habe, bzw. kann ich es nicht richtig nachvollziehen...
    Ich habe im ersten Teil das Gedicht an sich auseinander genommen und "beschrieben".
    Im zweiten Teil habe ich es auf das Leben eines Menschen bezogen und die Vergänglichkeit.
    Allerdings habe ich dabei keinen bezug mehr zum Gedicht selbst hergestellt, der mir jetzt fehlt.

    Wäre sehr froh, wenn mir da jemand helfen könnte!!!!

    [...]Den Tod der Hortensie kann man auch auf das Leben eines Menschen beziehen.
    Jeder Mensch hat in seinem Leben wahrscheinlich schon eine Situation gehabt, in der "ein kleiner Teil" gestorben ist.
    Zum Beispiel, wenn eine Liebesbeziehung zuende geht und sich die Partner nach jahrelanger Zweisamkeit und Vertrautheit trennen.
    Erst versucht man noch "den Schein zu wahren", hält an der Beziehung fest und will sie noch nicht aufgeben, obwohl beide Partner wissen "es geht so nicht weiter". Letztendlich kann aber keiner die Trennung aufhalten und man lässt sie schließlich zu.
    Man denkt, dass man so nicht mehr weiter leben kann, doch wenn man sich selbst nicht aufgibt und weiter lebt, kann man wieder neuen Mut fassen.
    Es entsteht vielleicht eine neue Partnerschaft, in der man sich wohl fühlt und wieder "aufblüht".
    Mit der Beendung der Partnerschaft beendet man auch "ein Kapitel" seines Lebens. Es wird nie wieder Wie zuvor, aber es geht weiter.
    Man muss etwas aufgeben, was man kennt und woran man gewöhnt ist, aber keinen Sinn mehr hat und immer "grauer" wird und dann schließlich "verblasst". Man muss sich von dem Alten trennen um Neues zu erfahren.


    Meine Lehrerin hat mir 6 Mal an den Rand geschrieben, dass der Bezug zum Gedicht fehlt, womit sie ja recht hat, aber ich weiß nicht so recht, wie ich da den Bezug herstellen kann!

    Bitte, bitte, helft mir!!!!!
     
    #1
    2Moro, 4 Mai 2008
  2. Miaumiau
    Gast
    0
    Naja, auch wenn ich dir jetzt sicher keine superantwort geben kann, versuch ich dir dochmal eine antwort zu geben.

    in deutsch ist es ganz wichtig, aus dem zu bearbeitenden text zu zitieren. deine interpretation könntest du schnell mit einigen textzitaten nund fachbegriffen aufwerten.
    hast du denn eine formalanalyse gemacht? mit "das letzte grün" oder der antithese/ dem parallelismus in vers 4 ("nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln") könntest du deine these belegen, dass es sich um etwas vergangenes, schwindendes (wie eben der tod) handelt. in vers 5 taucht eine personifikation auf, was den bezug auf menschen begründen könnte - dafür spricht auch der vergleich mit den "alten briefpapieren" (dies könnte auch für erinnerungen, eine verlorene bekanntschaft, stehen).
    in den darauffolgenden versenm 9-11 bringt rilke einen vergleich mit der kleidung eines menschen. "nichtmehrgetragenes" (ein neologismus) kann deine vergänglichkeit beweisen. "kleines lebens kürze" (alliteation) ist eigentlich der beweis, dass es sich um ein vergangenes leben handelt, "kinderschürze" lässt darauf schließen, dass das sonett eventuell das thema kindstod behandelt.
    doch in er vierten strophe wird meiner meinung nach deutlich, dass es keinen entgültigen tod beinhaltet, sondern vielleicht eher eine schlimme situation, die überwunden wird (vielleicht aber auch, wie du interpretiert hast, eine trennung oder der tod eines geliebten menschen, die überwunden wird.)
    das "blau" ist hier sicher eine symbolfarbe und steht vielleicht für das leben, das am ende "verneuert" wird. ob es sich um die selbe hortensie oder etwa neue hortensien handelt, wird nicht deutlich. ich kenne mich mit farben allerdings nicht genug aus, um sagen zu können, für was die symbolfarben "grün" und "blau" stehen. um soetwas zu verstehen, müsstest du da recherchieren.
    insgesamt würde ich sagen, dass das gedicht die natur und die menschlichen gefühle, also den jahreseitenwechsel, das aufblühen im frühling und das "sterben" im herbst und das aufblühen und sterben innerhalb des menschlichen lebens gegenüberstellt.
    dabei wird eine hoffnung deutlich: nach einer schrecklichen situation wird es immer wieder bergaufgehen, so wie auch der nächste frühling kommt.


    (ich wollte dir nur sagen, dass das bloß meine ideen sind, ich das gedicht nicht kenne und es nicht richtig sein MUSS, was ich sage. es sind viele verschiedene interpretationen möglich solange sie begründet sind. :zwinker: )
     
    #2
    Miaumiau, 4 Mai 2008
  3. [sAtAnIc]vana
    Sehr bekannt hier
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    2
    nicht angegeben
    ja in Deutsch gilt generell: alle Dinge die du auf einen Text beziehst immer!!!! immer!!! mit Zitaten und ähnlichem versehen..

    Mich hat das fast mal zwei Noten gekostet- wenn es keine HA gewesen wäre :grin:

    vana
     
    #3
    [sAtAnIc]vana, 4 Mai 2008
  4. 2Moro
    2Moro (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Das ist mir schon klar, darum geht's mir ja jetzt auch!

    @Miaumiau: Danke für die Hilfe! Werd da einiges von verwenden können!! :smile:
    Muss aber jetzt erst noch ein anderes Gedicht interpretieren... (zum Kotzen das alles...)
     
    #4
    2Moro, 5 Mai 2008

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