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Borderline Gedicht

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Angeleyes226, 6 April 2008.

  1. Angeleyes226
    Verbringt hier viel Zeit
    9
    86
    0
    in einer Beziehung
    Sie sucht in fremden Augen
    etwas, das sie kennt
    besser noch, falls es das gibt
    etwas, das sie liebt.
    Sie würde für ihr Leben gern
    zu jemandem gehören
    doch sobald da etwas gutes ist
    muss Sie es zerstören.

    Auf alles hat sie Antwort
    ihr Selbstbetrug hat Stil.
    Sie hat gelernt zu rennen
    doch sie kommt nie ans Ziel.
    Sie sehnt sich oft nach Nähe
    doch dann wird es ihr zuviel
    dann ändern sich die Regeln
    in ihrem Spiel.

    Etwas ist geschehen
    worüber sie nicht spricht
    doch Spuren überschatten
    ihr zerbrechliches Gesicht.
    Sie schreckt auf bei Nacht
    und hört sich selber schreien.
    Gut, wenn da noch einer liegt
    sie ist nicht gern allein.

    Sie will endlich vergessen
    doch sie weiß nicht, wie das geht.
    Sie würde es gern lernen
    doch dazu ist es zu spät.
    Sie will Begehren wecken
    doch alle wollen viel zu viel.
    Dann ändert sie die Regeln...
     
    #1
    Angeleyes226, 6 April 2008
  2. Blue Eye
    Gast
    0
    Schönes Gedicht :smile:

    Die Metrik ist auch gut, wie ich finde.


    Wenn ich das Reimschema richtig deute, ist es immer A B C B ...oder?
    Auf jedenfall hast du das Schema durchgezogen und das find ich auch toll.

    Also Hut ab :zwinker:




    ...wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das Gedicht nicht zu 100%. Also die Situation und das Geschehen. Könntest du es für mich erlläutern? :smile:
     
    #2
    Blue Eye, 6 April 2008
  3. Angeleyes226
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    9
    86
    0
    in einer Beziehung
    vielen lieben Dank :smile:

    Ich könnte es Dir erklären, klar, aber ich bin noch nicht auf dem richtigen Weg.. Benutze noch viele Abkürzungen statt gerade auszugehen!!

    Kommen bald noch ein paar mehr Gedichte
     
    #3
    Angeleyes226, 6 April 2008
  4. Blue Eye
    Gast
    0
    Ich freue mich drauf :smile:

    Und versuch vielleicht mal ein paar mehr Adjektive einzubauen, damit es gefühlvoller wird :zwinker:
     
    #4
    Blue Eye, 6 April 2008
  5. engelchen88
    Verbringt hier viel Zeit
    182
    101
    0
    vergeben und glücklich
    dein stil gefällt mir echt total!!
     
    #5
    engelchen88, 11 April 2008
  6. Traumfänger*
    Verbringt hier viel Zeit
    132
    101
    0
    nicht angegeben
    Es ist NIE, wirklich NIE zu spät! :kopfschue
     
    #6
    Traumfänger*, 11 April 2008
  7. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
    726
    101
    0
    nicht angegeben
    Das Gedicht ist toll geschrieben, und trifft die Krankheit wohl ziemlich gut
     
    #7
    dummdidumm, 11 April 2008
  8. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
    6.934
    298
    1.627
    Verlobt
    ehrlich gesagt,
    meine Liebe,
    würde ich nichts an diesem Gedicht ändern. Nix mehr Adjektive, nix mehr Erklärung.

    Bleib bei den Andeutungen. Sie wecken Bilder in meinem Kopf - traurig, aber voll Emotion. So gehört sich das für Kunst. Sie soll Erlebtes verarbeiten, aber ihm ein neues Gewand geben, was Distanz erstellt und gleichzeitig im Kopf des Betrachters neue Erlebniswelten schafft.

    Ein Gedicht ist kein Bericht, der einen sauberen Anfang und ein sauberes Ende haben muss. Ein GEdicht beschreibt einen Augenblick. Dieses Gedicht beschreibt in sehr klarer Sprache das Gefühl, Sehnsucht zu haben und sich doch selbst zu blockieren. Das Gefühl, immer dann, wenn die Sehnsucht erfüllt werden könnte, so viel Angst davor zu haben, dass man selbst irgendetwas verändert. Das man auf diese Art versucht, Macht über die Situation zu behalten, obwohl Vertrauen und Nähe eben gerade bedeutet, Macht aufzugeben.

    Am drückendsten ist die Furcht des lyrischen Ich, nicht mehr lernen zu können - natürlich ist so etwas im realen Leben Schwachsinn, man lernt immer und erwickelt sich weiter, so etwas nennt sich Lebenserfahrung - aber jeder kennt doch das GEfühl, wenn man nach Fehlern denkt, jetzt ist es zu spät und ich bin eh so festgefahren in meinem Denken, dass es keinen Sinn mehr macht...

    Du hast hier klare, saubere Worte gefunden, ohne dass dein Text platt wirkt dadurch. Damit passen Inhalt und Form zusammen. Zu diesem Inhalt hier würden komplizierte Worte oder blumige Adjektive nicht passen (obwohl ich sie in anderen Situationen sehr mag...).

    Was immer du an Probleme mit dir rumschleppst - als Künstlerin hast du Potential. Ich weiß natürlich, dass dieses Gedicht aus sehr realen, sehr gegenwärtigen Emotionen entstanden ist - aber du hast das Potential, mehr daraus zu machen. Je mehr du dich als Mensch weiter entwickelst, je mehr Reife du bekommst, je mehr du erlebst, durchleidest und genießt - desto mehr wirst du irgendwann auch in der Lage sein, immer wieder und wiederholt richtig gute Lyrik und Prosa zu verzapfen.

    Wenn du dann nicht auf einmal Angst vor deinem eigenen Talent bekommst. Und mal wieder die Regeln änderst, damit du dich blockieren kannst und leiden, weil du angeblich so untalentiert bist.

    Natürlich kannst du die Regeln ändern. Mein Respekt vor dir als Person wird dadurch keinesfalls geringer werden. Du hast genau wie ich das REcht, deinen eigenen Weg frei zu wählen und die Regeln immer wieder zu ändern. Mache ich auch immer wieder gerne. Jetzt gerade heißen die Regeln "Ich will alles, was gut ist", und ich kämpfe dafür. Gegen die Stimme in meinem Inneren, gegen die Umwelt, für meine innere Würde, für meine Zukunft, für meine Fähigkeit, glücklich zu sein. Vor allem für meine Fähigkeit, glücklich zu sein.

    Aber ich würde mich freuen, wenn du weiter schreibst und dich als Mensch weiter entwickelst. Ich sag ja, ich will alles, was gut ist. Ich will auch, dass du ein ganzer, runder Mensch mit Stärken und Schwächen bist, der sich selbst liebhat und sich selbst Glück gönnt.

    Tu, was du willst. Ändere die Regeln. Ändere sie wieder. Und noch mal. Und noch mal. Es macht doch irgendwie auch Spaß, oder? Sonst würdest du es ja nicht machen.
     
    #8
    Shiny Flame, 12 April 2008
  9. Angeleyes226
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    9
    86
    0
    in einer Beziehung
    vielen lieben dank

    oh doch glaube mir das ist es:cry:

    ja das stimmt, danke dir.. es tut echt sehr weh
     
    #9
    Angeleyes226, 15 April 2008
  10. Augen|Blick
    0
    Schönes Gedicht Angeleyes226 - und ich hasse Lyrik. Es könnte von meiner Frau sein, Du triffst die Widersprüchlichkeit beißend genau.

    Toller Beitrag @Flame
    Lg
     
    #10
    Augen|Blick, 15 April 2008
  11. User 80894
    Verbringt hier viel Zeit
    397
    103
    22
    Verliebt
    Das Gedicht gefällt mir sehr gut, vorallem wirken die Reime auch nicht zu gewollt auf mich - genau richtig.
     
    #11
    User 80894, 15 April 2008

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