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Bundesweiter Bildungsstreik

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von xoxo, 1 Dezember 2009.

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Bundesweiter Bildungsstreik:

  1. Finde ich gut, ich nehme aktiv daran teil.

    8 Stimme(n)
    30,8%
  2. Finde ich gut, ich bleibe passiv.

    11 Stimme(n)
    42,3%
  3. Finde ich nicht gut.

    7 Stimme(n)
    26,9%
  1. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Wie steht ihr zu dem – nicht nur – bundesweiten Bildungsstreik? Wie sind die Zustände an eurer Universität? Wie wirkt sich die derzeitige Aktionswoche auf euren Unialltag aus? Ist bei euch ein Gebäude besetzt und wenn ja, wart/seid ihr daran beteiligt? Geht ihr diese Woche zu euren Veranstaltungen, ziehen die Prof.’s ihr Programm ganz normal durch oder diskutiert ihr über den Streik? Oder bleibt ihr zu Hause, oder nehmt ihr an Workshops teil (bzw. bietet diese an)? Habt ihr demonstriert? Wird diese Woche eure Anwesenheit kontrolliert? Was sind die Forderungen an euer Uni?
     
    #1
    xoxo, 1 Dezember 2009
  2. User 66279
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Hier an der Uni Magdeburg geht die Sache irgendwie vorbei ...
    Unser Prof für Schlüsselkompetenzen (Dekan der Fakultät für Informatik) erwähnte die Sache mal vor 3 Wochen oder so ... er erklärte, dass die Fakultät auf Grund von Budgetkürzungen 2010 etwa 300000€ einsparen muss ... und sie haben keine Ahnung wo. Die gesamte Uni muss 2010 wohl ~6 Millionen einsparen, also jede Fakultät muss 200k-400k € pro Jahr einsparen.
    Was dafür alles wegfällt ist enorm, Seminare mit 40-60 Teilnehmern werden keine Ausnahme mehr sein, meinte er.
    Ich persönlich halte solche Kürzungen, die auf Staatsebene Peanuts sind, aber auf Uniebene sehr viel bewirken können, für unangemessen.
    Die Bildung ist fast das einzige, mit dem Deutschland international NOCH punkten kann, wenn da aber jetzt noch mehr rumgehunzt wird, seh ich schwarz ...
    Deshalb finde ich schade, dass die Sache an unserer Uni so spurlos vorbei geht ..
     
    #2
    User 66279, 1 Dezember 2009
  3. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Für mich selbst wäre es irgendwie lächerlich, bei diesem Bildungsstreik mitzumachen, da in meinem Studiengang fast alle Kritkpunkte einfach nicht zutreffen (bis auf die Studiengebühren).
    Ich studiere noch auf Diplom, hatte noch keine einzige Veranstaltung in einem überfüllten Raum (üblich sind eher 20-50 Studenten in einem Hörsaal für 200-400 Studenten), kann ich über das Betreuungsverhältnis nicht beklagen (teilweise haben wir Vorlesungen mit gerade mal 3-10 Studenten), hatte bisher immer gute Tutorien, ordentlich ausgestattete Labors für Praktika, usw.

    Trotzdem finde ich es sehr gut, dass gegen die schlechten Bedingungen in vielen anderen Studiengängen protestiert wird.

    Nur leider läuft der Protest zumindest an meiner Uni nicht wirklich sinnvoll ab:
    Um wirklich etwas zu erreichen, muss man sehr viele Studenten aus allen Schichten und politischen Richtungen gewinnen. Um möglichst viele Leute zu erreichen ist es aber notwendig, sich auf einige Kernthemen zu beschränken, anstatt möglichst viele Forderungen aufzustellen, von denen viele nicht auf eine breite Zustimmung stoßen.
    Insbesondere fließen bei den Forderungen meiner Uni viele linke Forderungen, die nichts oder nicht viel mit der Hochshulpolitik zu tun haben, mit in die Forderungen ein, so dass Leute, die keine linke politische Einstellung haben, abgeschreckt werden, da schon vorher viele eigentlich durchaus sinnvolle Proteste im universitären Umfeld zu linken Propagandaveranstaltungen mutiert sind.
     
    #3
    User 44981, 1 Dezember 2009
  4. User 72148
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Oh, ist schon wieder so eine Woche?
    Ich habe diese Woche noch gar nicht Zeitung gelesen :ashamed:

    Kann schon sein, dass hier gestreikt wird, in meinem Studiengang gibt es aber glücklicherweise keine Streikaktionen. Deshalb läuft bei mir alles ganz normal und ich werde dadurch nur dann behindert, wenn ich ausnahmsweise eine Veranstaltung in einem anderen Gebäude habe (was dieses Semester nicht der Fall ist).

    Sollte Streik sein werde ich mich nicht daran beteiligen und ich finde es auch nur nervig und ätzend, wenn ich mal davon betroffen bin.
    Auch bei meinem Studiengang geben die Forderungen keinen Sinn.
    Ich finde es ja okay, wenn die Leute ihre Wünsche durchsetzen wollen aber doch bitte nicht so, dass andere am Studieren behindert werden.
    Bei den letzten Streiks waren zum Beispiel auch Bibliotheken besetzt, so dass die Studenten dieses Fachbereichs nicht lernen konnten. Das interessiert die Prüfer bei den anstehenden Klausuren und Prüfungen aber nicht...Sowas finde ich einfach nur bescheuert.
     
    #4
    User 72148, 1 Dezember 2009
  5. Larissa333
    Gast
    0
    Hier ist ein Hörsaal besetzt und es gibt jeden Abend Program, mal Unterhaltung/Kultur, mal Disskussion.

    Ich beteilige mich nicht, weil wir, zumindest an unserer Uni, mangelhaft und teilweise auch fehlerhaft informiert werden. Auch bin ich gegen paar Punkten des Bildungsstreik, vor allem die Schulen betreffend.

    Würd es nur um Unis, Studiengebühren und Studiensituationen (Bachlor/Master, überfüllte Räume usw) gehen, würd ich das unterstützen. Aber so nicht.

    Unsere Professoren unterstützen zumindest den Teil mit den Studiengebühren.
    Die Anwesenheitspflicht wurde nicht erlassen, ich direkt bin auch nicht von der Besetzung betroffen, und die Besetzer kümmern sich auch darum, dass die Professoren andere Räume zum Ausweichen haben, informieren sich also nach freien Räumen usw.
     
    #5
    Larissa333, 1 Dezember 2009
  6. User 65149
    Meistens hier zu finden
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    170
    nicht angegeben
    Das große Hörsaalzentrum ist bei mir seit über einer Woche besetzt, dabei habe ich nicht ''geholfen'' oder so, sondern bin einfach mal dahingegangen, habe dort etwas getrunken und gegessen und der Musik gelauscht, denn in dem Gebäude ist immer etwas los, sei es die ganzen Diskussionen oder Musiker treten auf...
    Die Professoren haben bis jetzt ihr Ding durchgezogen, ''pausieren'' allerdings mit ihren Anwesenheitslisten. Demonstriert wurde letzte Woche auch schon und ich bin mitgegangen.

    Sinnvoll finde ich die Forderungen bzgl. der Studiengebühren, der Regelstudienzeit und des Prüfungsdrucks.
     
    #6
    User 65149, 1 Dezember 2009
  7. Vaughn
    Vaughn (32)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    22
    28
    5
    Single
    Naja...

    also ich beteilige mich nicht daran und finde auch das was gefordert wird teilweise einfach lächerlich.

    Jedoch finde ich es gut, dinge zu sagen und sich dafür einzusetzen wenn man denkt das etwas falsch läuft. Von daher bin ich kein Gegner der Demonstranten, obwohl ich durch die Hörsaalbesetzung bei uns insgesamt 2 Vorlesungen / tutorien restlos verpasst habe.
     
    #7
    Vaughn, 1 Dezember 2009
  8. User 46728
    Beiträge füllen Bücher
    5.180
    248
    677
    vergeben und glücklich
    Wie steht ihr zu dem – nicht nur – bundesweiten Bildungsstreik?
    Find ich gut.

    Wie sind die Zustände an eurer Universität?
    Hatten eine Demo, dabei hat sich sogar noch ne Schule angeschlossen. Ein Hörsaal ist seit etwa 2 1/2 Wochen besetzt, dadurch fällt aber nix aus, alles wird in nen anderen Raum verlegt. Dort ist immer was los, Programm, Diskussionen mit Rektor, Studis etc..

    Ist bei euch ein Gebäude besetzt und wenn ja, wart/seid ihr daran beteiligt?
    Nein, ich habe mich nicht dran beteidigt. Wenn ich mal Zeit habe, gehe ich bei den Diskussionen rein.

    Geht ihr diese Woche zu euren Veranstaltungen, ziehen die Prof.’s ihr Programm ganz normal durch oder diskutiert ihr über den Streik?
    Bis auf einen (der aber selbst schuld ist), ziehen alle ihren Stoff durch.

    Habt ihr demonstriert?
    Ja

    Wird diese Woche eure Anwesenheit kontrolliert?
    Bei mir sind nicht alle Kurse mit Anwesenheitspflicht. 2 mal wurden wir freigestellt, sonst nicht.
     
    #8
    User 46728, 2 Dezember 2009
  9. *Kalliope*
    *Kalliope* (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    An meiner Uni sind bereits seit zwei Wochen mehrere Gebäude besetzt. Unter anderem auch dasjenige, in dem ich sonst eigentlich meinen Kurs halte, sodass man ständig auf andere Räume ausweichen muss. Wenn sich jemand bei mir abmeldet, um an einer Demo oder Ähnlichem teilzunehmen, so werte ich dies nicht als Fehlstunde. Allerdings erlaubt der straffe Semesterplan keinerlei Verzögerung, geschweige denn, die Veranstaltung komplett ausfallen zu lassen. Um die Klausur am Ende des Semesters zu bestehen, müssen die betroffenen Leute den Stoff eben nacharbeiten.

    Von anderen Lehrenden habe ich mitbekommen, dass diese teilweise ihre Seminare ausfallen lassen (man findet ja nicht immer einen adäquaten Ersatzraum) oder aber mit den Leuten, die anwesend sind, nicht regulär im Plan weiterarbeiten, sondern irgendwelche für Klausuren und Referate irrelevanten Dinge behandeln. Dies ärgert verständlicherweise diejenigen Studenten, die nicht an dem Streik teilnehmen wollen, sondern weiterhin lernen wollen, um am Ende die Scheinbedingungen möglichst gut zu erfüllen. Meiner Einschätzung nach stellt diese Gruppe die Mehrheit unter den Studierenden dar. Daher halte ich persönlich es für eine Frechheit, wenn eine Minderheit von Leuten ihre lernwilligen Kommilitonen daran hindert, dem nachzugehen, was ja eigentlich Hauptgegenstand der Forderungen ist, nämlich Bildung. Das Problem bei der Sache ist nur, dass zu den Vollversammlungen primär solche Leute kommen, die für einen Streik sind. Deswegen fallen die Abstimmungen eben immer zugunsten der Streikenden aus. Ich frage mich allerdings immer, wer diesen Leuten das Recht gibt, andere am Lernen zu hindern?!

    Zu den Forderungen selbst kann ich nur sagen, dass diese schlicht und ergreifend an die falsche Adresse gerichtet werden. Denn die Uni selbst ist nur für einen kleinen Teil der Missstände verantwortlich und wird folglich auch kaum etwas daran ändern können. Zudem halte ich manche Forderungen schlichtweg für überzogen und schwachsinnig, da sie nur darauf angelegt sind, den Studierenden möglichst viel Arbeit zu sparen (z. B. die Forderung nach Abschaffung der Anwesenheitslisten). Andere Forderungen sind wiederum sinnvoll. Allerdings handelt es sich dabei meist um solche, die man eher an das Kultusministerium richten müsste.

    Ach ja, zum Thema „Diskussion über den Streik“ fällt mir noch folgendes ein: Ende letzter Woche hat unser Fachbereich (sprich: die Fachschaft, die sich im Übrigen ausdrücklich gegen eine Besetzung ihres Gebäudes ausgesprochen hat, sowie der Dekan und ein paar Lehrende) das Gespräch mit den Besetzern gesucht und diese um Freigabe des Gebäudes gebeten. In dieser zweistündigen Diskussionsrunde ließ sich sehr gut beobachten, dass es den Streikenden zum größten Teil überhaupt nicht mehr um die Durchsetzung ihrer Forderungen geht, sondern vor allem darum, stur und ohne vernünftige Argumente ihr Ding durchzuziehen. Mit denen konnte man überhaupt nicht ordentlich diskutieren, weil sie einfach keine Argumente mehr vorzubringen hatten, die für eine Aufrechterhaltung der Besetzung sprachen, sodass sie zum Teil sehr unsachlich und persönlich beleidigend wurden, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlten.

    Daher mein Fazit:
    Demonstrationen und Streiks, um auf gewisse Missstände im Bildungssystem aufmerksam zu machen, sind völlig in Ordnung. Von den Besetzungen und der Art und Weise, wie die Dinge durchgesetzt werden sollen, halte ich aber absolut nichts. Zumal die Forderungen ja jetzt geprüft werden und man sowieso nur abwarten kann.
     
    #9
    *Kalliope*, 2 Dezember 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  10. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    nicht angegeben
    Bringt nix, trifft in erster Linie die Studenten selbst, in zweiter Linie schadet es irgendwie der Volkswirtschaft und erst ganz ganz hinten irgendwo scheren sich die Politiker drum, die es verbockt haben. Vor allem weil die teilweise noch in Brüssel sitzen.

    Zudem macht so ein Streik irgendwie einen fiesen Eindruck, wenns im Audimax nach Gras riecht und sich irgendwelche Linksradikalen da sympatisieren.
     
    #10
    Schweinebacke, 2 Dezember 2009
  11. Guzi
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Mh, ich nehm nich dran teil. Irgendeine Gruppierung macht diese Woche zwar was, aber sie haben vergessen, dass die Fakultät mit den meisten Studenten diese Woche Klausurwoche hat - die WiWis. Wir haben doch tatsächlich besseres zu tun als da jetzt zu streiken. Vor den Bibo steht irgendein Zelt, aber bisher hab ich da nur eine Person drin gesehen. Läuft also allgemein her nich so prickelnd. Vllt waren ja welche bei der Demo, oder was das war, in Potsdam. Keine Ahnung.

    Gebäude sind also nich besetzt - wär auch ziemlich dämlich, da die großen Hörsäle für die Klausuren benötigt werden und niemand an unserer Uni scheint daran interessiert zu sein.
    Ich geh demzufolge auch zu den Veranstaltungen. Die 3 Klausuren sollte ich schon schreiben und ein Seminar ist auch noch, wo wieder ein interessanter Gast kommt. Würd ich nicht hingehen, wär ich selber Schuld. Die Chance hat man nicht immer, mit höherrangigen Personen in Kontakt zu kommen.

    Anwesenheitspflicht gibt es nicht bei uns, zumindest in den meisten Fächern. Bei den Klausuren natürlich schon, wenn man sich angemeldet hat. :zwinker:

    Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich nicht mal genau weiß, was gefordert wird. Irgendwas mit Master etc und Geld ... Mit dem Geld scheint es bei uns bisher gut zu funktionieren, sind seit 1,5 Jahren oder so eine Stiftungsuni. Master - was mich wirklich ärgert, ist nicht der Durchschnitt. Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass Leute von der eigenen Uni nich bevorzugt werden. Man sieht, was dabei rauskommt. Die Leute, die so einen tollen Durchschnitt haben, aber nicht bei uns studiert haben, kennen nicht mal Ansoff, BCG-Matrix etc oder die Abkürzung MNE, um mal einige Beispiele zu nennen. Das stört mich dann wirklich, weil alles noch mal erklärt wird und ich mich frage, wieso die das nicht kennen. Allein in einem Fach hätten wir dadurch mindestens eine Vorlesung für etwas anderes einplanen können, aber naja. Ich reg mich wahrscheinlich eh nur unnötig auf. :grin:
     
    #11
    Guzi, 2 Dezember 2009
  12. Sadi
    Sadi (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    10
    86
    0
    nicht angegeben
    editiert
     
    #12
    Zuletzt bearbeitet: 29 Oktober 2012
    Sadi, 2 Dezember 2009
  13. Starla
    Gast
    0
    Mit Bildung hat das aber leider nichts mehr zu tun, sondern nur mit einem überdimensionierten Auswendiglernen von unnützen Sachen. Leider ist das ein großer Unterschied. Seminare im kleinen Rahmen, in denen Inhalte selbständig erarbeitet und diskutiert (!!) werden, tragen viel mehr dazu bei, dass man sich zu einem kritischen, reflektionsfähigen Menschen entwickelt. Ursprünglich war das mal das Bildungsideal einer Universität.

    Die Leute, die NICHT zur Abstimmung kommen. Wenn sich angeblich eine überwältigende Mehrheit so eingeschränkt fühlt, dann soll sie sich gefälligst zur Abstimmung bewegen. Tut mir leid, aber das finde ich lächerlich.

    Bei allem Respekt, aber das ist Blödsinn.

    Die (vollkommen unsinnige) Anwesenheitspflicht führt dazu, dass viele nicht mehr in der Lage sind, nebenher zu arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren.

    Frauen (oder Männer) die Familie haben, brauchen auch erst gar nicht ein Studium zu beginnen, denn starre Anwesenheitsregeln verhindern jegliche flexible Zeitorganisation.

    Und nochmal: Man hat nicht weniger Arbeit, nur weil man nicht mit seinem Hintern in einer (zumeist sowieso überflüssigen) Vorlesung sitzt. Je nach Studiengang muss man lesen, lesen und nochmals lesen, und es sollte wohl jedem selbst überlassen bleiben, zu welchen Zeiten und an welchem Ort er das machen möchte.

    Zum Glück bin ich noch im Diplomstudiengang gelandet und kann den direkten Vergleich ziehen. Natürlich haben die Bachelor mehr Arbeit, allerdings UNSINNIGE Arbeit, die sich darauf beschränkt, irgendwelche Vorlesungsinhalte stupide auswendigzulernen.

    Dass man sich dagegen wehren möchte, kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber Menschen, die den Wert und die Qualität eines Studiums an den Semesterwochenstunden festmachen, kann man mit diesem Protest natürlich nicht überzeugen.

    Das hat nichts mit Bildung zu tun, das ist einfach ein fortgesetztes Schulsystem (Anwesenheitspflicht, Auswendiglernen).
     
    #13
    Starla, 2 Dezember 2009
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  14. User 66279
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Jup, so wird von vornherein der Widerstand eingeschränkt, wenn wer von Anfang an ordentliche Noten haben will, hat keine Zeit, einen Aufstand zu organisieren :grin: Ging mir jedenfalls so, als hier im Juni mal eine große Protestaktion stattfand ... ich musst in der Zeit lernen, weil am Samstag darauf eine Zulassungsklausur anstand :grin:
     
    #14
    User 66279, 2 Dezember 2009
  15. User 65313
    User 65313 (28)
    Toto-Champ 2008
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    Verlobt
    Ich mache beim Streik nicht mit, an meiner Hochschule existiert das auch nur am Rande. Aber ich finde den Streik denoch gut.
    Mich betrifft er aus zweierlei Gründen nicht, erstens bin ich noch Diplomer und finde meine Bedingungen ganz okay, zweitens studiere ich in einem der wohl am besten betreutesten Studiengänge und habe ohnehin sehr viel Kleingruppenunterricht. Auch bei uns herrscht zwar "Lehrermangel", aber auf einem Luxusniveau, so dass ich mich nicht beschweren möchte.
    Aber ich sehe, was hier abgeht, seitdem es Bachelor/Master gibt - plötzlich haben die Studenten nämlich arge Probleme, ihre CP zusammenzubekommen. War früher eindeutig klar, was man belegen muss, sucht man sich heute Mengen an Vorlesungen zusammen und kommt immer noch nicht auf die geforderte CP-Anzahl. Zumindest in unserem Studiengang ist das noch überhaupt nicht ausgereift. Daher finde ich zumindest diesen Punkt vollkommen vertretbar.

    Da unsere Uni sehr klein ist und abseits liegt findet hier auch nichts statt, würde es aber würde ich hingehen (sofern ich Zeit hätte :zwinker: ).
     
    #15
    User 65313, 2 Dezember 2009
  16. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    Es kann natürlich sein, dass es einzelne Leute an deiner Uni gibt, die so reagieren, allerdings kannst du das nicht auf alle Streikenden beziehen.
    Bei uns läuft alles sehr friedlich ab, niemand wird persönlich angegriffen. Jeden Tag finden Sitzungen statt, Politiker, Verantwortliche werden eingeladen und es wird auf sachlicher Ebene diskutiert.

    Die Hochschulleitung unterstützt uns, es wird nicht geräumt und sie versuchen zu helfen, wie sie nur können.
    Das finde ich wirklich toll. Lächerlich finde ich nur die Räumung von der Polizei, zu der es an einigen Unis gekommen ist. Da sieht man dann mal schön, wie sehr sich die Leitung mit den Studenten beschäftigt und welche stellung man einnimmt...
     
    #16
    User 37284, 2 Dezember 2009
  17. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    4.251
    348
    4.660
    nicht angegeben
    "Schmeißt die Hippies aus dem Audimax" :grin:
     
    #17
    Schweinebacke, 2 Dezember 2009
  18. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
    12.774
    248
    474
    vergeben und glücklich
    Also bei uns gibt es übrigens keinen Grasgeruch, keine Party und es sind nicht nur Linke dort vertreten :zwinker:
     
    #18
    User 37284, 2 Dezember 2009
  19. many--
    many-- (32)
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    Verheiratet
    Ich habe ja nun schon mehr als einen derartigen Streik erlebt, teils als Student, teils als Knecht, äh, will sagen, WMA an der Uni. Meine Erfahrungen:

    1.) Die meisten Forderungen sind absolut berechtigt. Dieses chaotische, überfüllte und ideologisch vollkommen hirnrissige, dazu wissenschaftlich wie wirtschaftlich total unzureichende Monster namens Bachelor studieren zu müssen und dafür noch Geld bezahlen zu dürfen - das kann echt nicht Bildungsland Deutschland sein.

    2.) Methoden und Aktivisten sind allerdings zweifelhaft. Besetzungen irgendwelcher abgelegener Unigebäude zwecks Sit-In Organisation und Graskonsum? Das bringt nichts. Und schade ist auch, dass sich immer dieselben linken Interessengruppen auf die Themen und Veranstaltungen stürzen, und dann ist plötzlich aus einer Aktion gegen den Bachelor-Studiengang eine Aktion gegen die kapitalistische Unterdrückung der dritten Welt geworden, und du fragst dich: wtf?

    3.) Der Gegner ist hat schon gewonnen. Wirklich. Ist leider so. Schaut mal: der Bologna-Prozess ist nicht von den Unis gemacht. Nichtmal von der Landes- oder gar der Bundesregierung. Es ist eine Europa-Geschichte. Um ihn also zu revidieren, müsste man sich mit all diesen Ebenen anlegen und sie überzeugen, wie auch immer. Also zunächst das Rektorat der eigenen Uni, dann die Bildungsverantwortlichen im eigenen Bundesland, dann die Bundesregierung, und dann rauf auf die europäische Ebene.
    Das wird aber nie klappen, da sich jede Ebene hinter der anderen verstecken kann. Die Grokopferten an unserer Uni sagen ganz klar (unter sich, nicht etwa zu den Studenten...): ok, bei der Umsetzung von Bologna ist nicht alles glatt gegangen. Aber: warum sollten wir da jetzt was dran drehen? Damit riskieren wir die Finanzierungskonzepte unserer Uni, und solange Landespolitik nicht reagiert, sind wir auch zu nichts gezwungen... die Landespolitik verweist auf die Bundespolitik, und die auf Europa.
    Damit hat man das schöne Ergebnis, dass nahezu die gesamte akademische Welt gegen diese Entwicklungen ist, aber kaum eine Chance besteht, die für eine Veränderung notwendigen Entscheidungsebenen zu beeinflussen, da es zu viele davon gibt.
    Derzeit überbieten sich die einzelnen Vertreter dieser Ebenen ja darin, einzelne Aspekte der studentischen Proteste anzuerkennen - aber verändern werden sie keinen einzigen; stattdessen wird aus irgendeinem Grund das BaFög erhöht. Soll wohl gut aussehen. Ist aber vollkommen unwichtig.

    Fazit: die derzeitigen Aktionen bringen: Null. Man hat das Thema mal in die Nachrichten gebracht, aber das wird die Politik einen Scheiß kümmern, denn sie hat jede Menge Ausreden und Versteckmöglichkeiten. Die Studenten streiken jetzt ein paar Wochen rum, die üblichen überpolitisierten Idioten in ihren Reihen werden die sinnvollen Ansätze schnell kaputtdiskutieren, und dann wird die Masse der Leute schnell merken, dass sie es sich in ihrem creditpointsüchtigen System gar nicht leisten können, mehrere Wochen oder gar ein Semester mit Protest zu verschwenden.
    Das einzige, was helfen würde, wäre eine bundesweite Aktion aller Studenten. Alle deutschen Universitäten müssten geschlossen den Betrieb einstellen oder geschlossen die sofortige Beendigung ihrer Teilnahme am Bologna-Prozess beschließen. Eine Uni, die Unis eines Bundeslandes - das reicht nicht. Alle deutschen müssten es sein, und selbst dann klappt der Mist nur, wenn das eine Signalwirkung für Europa hätte.
     
    #19
    many--, 2 Dezember 2009
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  20. *Kalliope*
    *Kalliope* (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    4
    Single
    Meines Wissens nach habe ich in meinem Beitrag nirgends erwähnt, dass ich meine Ausführungen auf alle Streikenden generell beziehe. Im Anfangspost wurde gefragt, wie es an der eigenen Uni bezüglich Bildungsstreik etc. aussieht und lediglich das habe ich dargelegt. Und die Lage an meiner Uni kann ich sehr gut einschätzen, da ich bei den meisten Sitzungen und Versammlungen anwesend war. Mit den Streikenden konnte man eben leider nicht sachlich und konstruktiv diskutieren, da ihnen recht schnell die Argumente für eine Aufrechterhaltung der Besetzung ausgingen. Die Forderungen werden ja nun vom Präsidium geprüft, mehr kann man auf die Schnelle nicht erreichen. Von daher wäre es angebracht, wenigstens die Gebäude wieder frei zu geben. Aber ein Großteil der Streikenden an meiner Uni ist in erster Linie auf Feiern und Aufstände bedacht. Das merkt man schon sehr deutlich. Dabei streite ich aber doch gar nicht ab, dass das an anderen Unis anders aussehen mag.

    Da magst du zum Teil Recht haben. Allerdings bringt es momentan rein gar nichts, die Leute daran zu hindern, ihre Seminare zu besuchen, da sich so schnell daran nichts ändern wird. Vielleicht wird sich in Zukunft die Lage verbessern (was ich persönlich absolut nicht glaube, aber das spielt jetzt keine Rolle), aber die jetzigen Studenten müssen doch zusehen, dass sie irgendwie zu ihren Scheinen kommen. Und die einzige Möglichkeit, kleinere Seminargruppen und Tutorien etc. zu gewährleisten, wären eben härtere Zulassungsbeschränkungen. Dann wäre das Geschrei aber auch wieder groß.
    In meinem Fachbereich gibt es übrigens kaum Seminare mit mehr als 25 Teilnehmern. Und daher sehe ich es nicht ein, dass irgendwelche Leute, die ganz anderen Fachbereichen angehören, einfach unser Gebäude blockieren. Und ich kann sehr gut verstehen, dass es die Studenten ärgert, wenn sich Referate und Klausuren jetzt total verschieben. Denn es soll ja auch Leute geben, die ihr Semester im Voraus planen, um nicht in einer Woche fünf Referate am Hals zu haben.

    Außerdem gibt es durchaus Studiengänge und Fächer, bei denen es viel auf Auswendiglernerei ankommt. Sicherlich hat das zunächst einmal nicht viel mit Bildung zu tun. Aber es gibt einfach gewisse Grundlagen, die man sich erst aneignen muss, um auf der Transfer- oder Diskussionsebene mithalten zu können. Aber auch da kommt es natürlich stark auf das jeweile Fach an.

    Und nochmal: Manche Forderungen halte ich durchaus für angemessen. Auch kann ich es nachvollziehen, dass man durch Demos und Streik auf die Mißstände im Bildungssystem aufmerksam machen will. Nur sind eben an meiner Uni der falsche Weg und die falschen Methoden gewählt worden, sodass sich die Streikenden mittlerweile nur noch lächerlich machen. Auf Außenstehende macht es nämlich keinen so guten Eindruck, wenn aus den besetzten Gebäuden fast rund um die Uhr laute Partymusik dröhnt und alles nach Gras, Bier und seit Wochen ungewaschenen Leuten stinkt. Sorry, aber ich wäre echt dafür, dass die Polizei bei uns dem ganzen ein Ende setzt. Zumal es sogar schon mehrfach zu Handgreiflichkeiten und Drohungen gegenüber Dozenten und Vertretern der Fachschaft gekommen ist.
     
    #20
    *Kalliope*, 2 Dezember 2009

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