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Burn-out verhindern, aber wie?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Eiszapfen, 10 Februar 2010.

  1. Eiszapfen
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verlobt
    Einen schönen Abend!

    Hier gehts nur marginal um mich, aber ich wäre froh wenn ihr mir helfen könntet!

    Und zwar geht es um einen sehr guten Freund, bei dem ich fürchte, dass er geradewegs auf ein Burn-out oder zumindest eine ernsthafte Erschöpfung zusteuert. Er ist erst 21 Jahre alt, und arbeitet schon seit 2Jahren bei einer Firma, wo er nicht ganz fixe Arbeitszeiten hat und sein Tag auch mal 12-14 Stunden haben kann. Viel Kundenkontakt, Ärgereien mit Mitarbeitern udn körperlich schwere Arbeit, die Konzentration verlangt schaffen ihn sehr, sodass er, wenn er einmal wieder einen aussergewöhnlich langen Tag hatte, oder das Wochenende begonnen hat, gerne ausspannt, Ruhe hat und nicht unbedingt Bock auf Streitereien.

    Nun ist das aber auch so, dass er zZ oft Stress mit seiner Freundin hat, die irrsinnig klammert. Die beiden sind nun schon über 5 Jahre zusammen (ich pesönlich glaube nciht, dass das ncoh lange gutgeht) und Wohnen auch zusammen, aber sie macht ihn immer nur nieder, wenn er spät kommt. Just btw. :schuettel:

    Er arbeitet echt viel und gewissenhaft, aber übernimmt auch einiges, das auch andere machen könnten, weil er möchte, dass das ordentlich geschieht, damit die Firma dann nciht in Schwierigkeiten gerät. Er weiss, sagte er mir, dass er manches am besten macht und so lädt er sich noch einen Haufen Arbeit auf.

    Er kann auch kaum "Nein" sagen, ist aber schon der Ansicht, dass "es um ihn eh schon egal" sei, was mich erschreckt hat. Wenn er im Stress ist, und das trifft so ziemlcih jeden Tag zu, vergisst er auch auf Essen und Trinken. Er ist erst 21, hat aber die Unbeschwertheit beim Reden, wie ein 55 Jähriger.. das macht mir Sorgen. Warum kann er nicht einfach einmal sagen "Ich kann mich hier nicht um alles kümmern, sollen mal die anderen zusehen,d ass sie mehr machen" oder so...

    :geknickt: ich mache mir schön langsam wirklich Sorgen.. ich weiss aber nciht, wie ich ihm helfen könnte - er hat einen mördermäßigen Dickschädel udn meint immer nur "naja, was soll ich denn machen? Das muss erledigt werden"

    Habt ihr einen Tipp, wie ich mit ihm reden könnte? oder helfen?
    Danke fürs Lesen, jedenfalls!

    Liebe Grüße
     
    #1
    Eiszapfen, 10 Februar 2010
  2. produnicorn
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hatte das Problem auch, bin auch ein Dickschädel und reden hat bei mir auch nichts gebracht, habe auch viel zu viel gemacht.
    Es ist sehr gut, dass dir sein Zustand auffällt und du dich um ihn kümmern willst, bzw. ihm helfen. Bei mir was es so, dass ich erst aufschlagen musste um zu merken, dass ich die ganze Zeit gefallen bin. Das war dann sehr eindeutig und dann hatte ich glücklicherweise auch ein paar Menschen, die mir aufgeholfen haben.

    Dann habe ich nen ziemlichen Radikalabbruch gemacht, das war das Einzige, was mir geholfen hat. Ich bin dann weg von allem, was mir geschadet hat. Das wäre bei deinem Freund dann wohl mindestens die Arbeit, wenn nicht sogar zustätzlich noch die Freundin.... Das ist schon ziemlich übel, bloß oftmals geht es nicht anders als extrem und radikal.

    Was du machen kannst ist, wenn er jetzt (noch) beratungsrestistent ist, ihn halt mal zu Denkspielereien anleiten à la "stell dir vor, du wärst ich und ich wäre du, was würdest du in mir und meinem Zustand sehen". Das wird nicht bewirken, dass ihm auf einmal die Erkenntniss kommt, aber evtl. bereitete es ihn mental schon mal ein wenig darauf vor, dass es unausweichlich knallen wird. Das ist wichtig, denn zuerst muss man eben etwas selbst begreifen und einsehen. Dann kann man es auch effektiv umsetzen.

    Er wird natürlich solchen "Kram" ablehnen, weil es für ihn völlig substanzlos ist, bzw er es eh schon "weiß", es aber "nichts nützt". Nun, und das ist der Punkt, an dem du leider nichts machen kannst, wenn er ein Dickkopft ist. Streiten bringt da sehr wenig, es verstärtk nur den Stress, aber das brauche ich dir wahrscheinlich nicht zu sagen.

    Falls er mal von sich aus über seinen Stress redet, musst du ihn immer wieder kurz und prägnant mit der Nase drauf stoßen, dass er das selbst verantwortet, weil er zu viel arbeitet, bzw sich zu viel Stress macht. Das muss in ihm etabliert werden. Man kann sowas ja recht nüchtern und neutral immer wieder aufs Neue feststellen. Ohne Feindlichkeiten und ohne Streit. Wenn er dann wieder mal soweit ist, dass er nur sagt "es muss ja gemacht werden", dann ist das schonmal gut.
    Gute weiterführende Fragen (wenn die Gelegenheit günstig ist) sind dann natürlich: "Warum muss es denn gemacht werden? Warum von dir? Warum gerade jetzt? Wie lange möchtest du das noch machen? Was hast du davon eigentlich nachhaltig? Wie wäre es, wenn du es jemandem anderen zeigst? Gefällt dir das, was du da machst eigentlich (noch)?
    Ihm muss klar werden, dass es da leere Enden in seinen Handlungen gibt, dass er Dinge tut, die schlecht für ihn sind. Das muss sich einfach festsetzen. Es muss ihn selbst innerlich nerven, dass er da nicht weiter kommt, so, wie er es bis jetzt versucht hat. Und gleichzeitig muss ihm klar werden, das seine Kompensation (wie auch immer die aussieht) auf die Dauer auch nicht hilft, sondern dass es nur Sympthombehandlung ist.
    Vielleicht fängt er sich. Und selbst, wenn nicht, es beschleunigt den Aufstehprozess um ein Vielfaches. Dann muss nämlich nicht mehr soviel Ursachenforschung betrieben werden.

    Achso, auf die Frage "Was soll ich denn machen?" seinerseits kannst du ganz getrost zwei Dinge antworten. Die Eine ist: "Was Anderes, denn das, was du jetzt machst, bzw wie du es machst, macht dich kaputt, das merkst du selbst." Die Andere ist: "Ich weiß nicht, was würdest du denn am liebsten machen, wenn du nur könntest?"
    Das hat mich immer aus der Fassung gebracht und mir Denkanstöße gegeben, schon als es noch irgendwie "lief". Da lag ich manchmal im Bett und habe gedacht: "Ja... Was will ich denn eigentlich? Was würde ich denn, wenn ich könnte?"
    Denn das ist oft das Problem! Man ist so gefangen und vereinnahmt, man merkt ganz deutlich, es lläuft nicht gut, aber man weiß gar nicht, wie man selber dieses Problem lösen soll, weil man sich selbst keine Zeit zum Denken gibt. Das muss man aber machen. Andere können nur bedingt für jemanden denken. Aber natürlich können sie helfen. Zum Beispiel können sie dir deine Stärken aufzählen, sie können dir sagen, wie sie das Problem anpacken würden und sie können auch einfach zuhören, wenn du was zu erzählen hast, was dich belastet. Wohl unschätzbar wertvoll, wenn man jemanden hat, zu dem man gehen kann, wenn man denn will.
    Das musst du ihm auch immer wieder ins Gedächniss rufen. Dass du die Zeit und das Interesse hast, zuzuhören und/oder zu helfen und mitzudenken.

    Naja, ich weiß nicht, ob das Gewäsch was hilft und ob es verständlich war, bei mir hat es so geholfen :smile:
     
    #2
    produnicorn, 11 Februar 2010
  3. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    hmm ich glaube das du ein "Burn-Out-Syndrom" als Außenstehende kaum von ihm abwenden kannst... du kannst ihm gerne deine Befürchtungen mitteilen mehr wird aber kaum möglich sein...
     
    #3
    brainforce, 11 Februar 2010
  4. hellgrau
    Gast
    0
    Es ist sein Leben und seine Beziehung. Du solltest also einen guten Grund haben, Dich da ernsthaft einzumischen.
    Woher weißt Du das denn alles? Redet ihr da drüber? Oder redest nur Du darüber und er macht halt so mit? Bedauert er von sich aus seine Situation? Sieht er das Problem auch, wenn Du es ihm nicht vorhälst? ...
    Ein Leben muss durch bestimmte Änderungen nicht besser werden, nur weil es anderen so scheint.

    -- -- hellgrau
     
    #4
    hellgrau, 11 Februar 2010
  5. Shiny Flame
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    Verlobt
    Man kann bei so was in der Tat recht wenig machen, außer dem anderen seine Befürchtungen mitzuteilen. Das tut weh, aber mir ist noch keine bessere Methode über den WEg gelaufen.
     
    #5
    Shiny Flame, 11 Februar 2010
  6. Eiszapfen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Verlobt
    Danke für eure Beiträge! :smile2:

    @Produnicorn
    Vielen Dank für deinen Text. Ich werde das nächste mal, wenn wir auf das Thema kommen sicherlich einige von deinen Denkanstössen "weiterleiten". :smile2:
    Schließlich will ich ihn nicht volljammern, dass es so schlecht ist, was er macht und dass er sich kaputt macht - das weiss er partiell selbst und würde ihm nur das (soweit ich mitbekommen habe) erleichternde Sprechen mit mir verleiden, wenni ch mit Sachen à la "Du musst/darfst/sollst..." daherkomme.

    @hellgrau
    Ich weiss das alles, weil wir darüber reden, und zwar nicht, weil ich einen Vortrag halte, sondern er mir erzählt, was ihn bedrückt, stresst, etc... ich bin grundsätzlich eine bessere Zuhörerin als Rednerin :zwinker:
    Er ist sich seiner Situation schon in gewisserweise bewusst, ich hab im Dialog nur oft den EIndruck, er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, sodass er nichteinmal mehr seine "Situation" bedauern könnte, weil er vor lauter Anspannung nicht mehr sieht, was richtig wichtig ist. Aber bitte, ich "halte ihm nochts vor" - davon hätte ich nur den Eindruck,d ass es ihn mehr unter Druck setzen würde und er zumacht...
    Ist eine sehr gute Freundschaft ein Grund sich einzumischen? Bzw. sich Sorgen machen zu dürfen? Dann darf ich das wohl schon... Ich meine, ich mache und will auch keine Vorschriften machen, da das keinen Sinn machen würde, als die Freundschaft anzuknacksten, weil cih ihm dann auf den Wecker gehen würde. Auch spricht er von sich aus an, dass ihm alles schön langsam viel wird, was doch schon eher dafür spricht, dass es hier einer Änderung bedarft?

    Lg
     
    #6
    Eiszapfen, 11 Februar 2010
  7. hellgrau
    Gast
    0
    Was ich meine ist Folgendes:
    Wie oft sagt man "Mir wird das alles zu viel?" Wer fühlt sicht nicht schon fast verpflichtet und Prfüungsdruck oder Leistungsdruck zu leiden? Ich würde grob sagen 90% wenn nicht mehr dessen, was ich von anderen über ihre Arbeit höhre ist "Gemecker". Der Chef, die Kunden, die Mitarbeiter ...
    "Die Welt ist schlecht, aber ich halte Durch, ich bin der tragische Held." Einigen ist diese Einstellung bewusst und sie gehen damit hausieren, andere merken das gar nicht und wollen nur mal ein "dass Du sowas schaffst. Du bist echt krass. Ich könnte das nicht." hören.
    Wer erzählt schon gerne von sich, dass er nen lockeren Job ohne Anstrengung hat und dafür das Geld nachgeschmissen bekommt?

    Es kann sein, dass Du mit Deiner Vermutung recht hast. Aber das, was Du beschreibst liegt in einem Bereich den viele Menschen durchaus eine längere Zeit durchleben, ohne daran kaputtzugehen. 12-14 Stunden Arbeit ist für den "jungen, dynamischen Abgänger mit der großen Karriere vor Augen" etwas ganz normales.
    Es ist nicht leicht sowas richtig einzuschätzen.

    -- -- hellgrau
     
    #7
    hellgrau, 11 Februar 2010
  8. donmartin
    Gast
    1.903
    Er wird es selber einschätzen müssen oder richtig auf die Nase fallen.
    Bei mir hat jeder "gutgemeinte Rat" oder eine Einschätzung von Außen nur das Gegenteil bewirkt.
    Ich habe es als Angriff meiner Leistungsfähigkeit und als "Einmischen" gesehen und - je nach Stimmung, mich als Versager gesehen ("..jetzt fällt ihr das sogar schon auf"..) oder als jemand der noch nicht genug macht und jetzt erst recht Gas geben muss.

    Wünsche dir viel Glück, dass er auch empfänglich ist für DEINE Sorgen...:zwinker:
     
    #8
    donmartin, 11 Februar 2010
  9. *Luna*
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    Ich habe selbst das Burn-out-Syndrom. Du kannst momentan gar nichts tun. Signalisiere ihm, dass du bereit bist zu helfen. Gute Freunde können meiner Meinung nach, manchmal besser helfen, als eine Therapie. Aber wenn gar nichts hilft kann eine Therapie schon wichtig sein. Wenn dein Freund glaubt, es alleine ohne fachärztliche Hilfe zu schaffen, dann wirst du ihn wahrscheinlich nicht "überreden" können

    Dein Freund hat in seinem Kopf eine Art Maschine. Eine Maschine, die sich jeden Morgen einschaltet und abends abschaltet. Und diese Maschine lebt nicht, sie "funktioniert". Dein Freund lebt nicht mehr, er funktioniert nur noch. Aber diese Maschine in seinem Kopf ist verdammt hartnäckig und zäh, die lässt ihn nicht einfach so los, dass er zum Arzt gehen könnte.
     
    #9
    *Luna*, 11 Februar 2010
  10. Eiszapfen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Verlobt
    Das ist sicher wahr, ich kenne ihn halt nur schon lange und ziemlich gut und kann mich erinnern, dass er früher anders war - immer ernsthafter, aber nie SO. Freundloser kommt mir vor und einfach ausgelaugt.
    Es ist einfach schwer, zuzusehen, wie jemand, ja in gewisserweise, verfällt. Werde ihm wohl wirklich nur sagen können, dass ich für ihn da bin, wenn mal was ist...

    Aber danke, Leute, für die Beiträge! :smile2:
     
    #10
    Eiszapfen, 11 Februar 2010

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