Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Das Herz der Wölfin

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von User 13029, 16 März 2004.

  1. User 13029
    Verbringt hier viel Zeit
    2.014
    121
    0
    Es ist kompliziert
    Der Wolf streifte durch seinen Wald ... reckte seinen Kopf in die Höhe ... und witterte etwas Unbekanntes ... Fremdes ... !
    Ein kleines Mädchen betrat die Lichtung des Waldes ..
    und stand plötzlich vor dem Wolf .
    Der Wolf sah gross, stark und wild aus!

    Seine Art sich zu bewegen und seine wilde animalische Ausstrahlung, faszinierten das Mädchen ungemein und deshalb lief es auch nicht davon.
    "
    Sag mein Kind" , brummte der Wolf, " warum fürchtest Du Dich nicht vor mir ?"
    "Du bist das schönste Tier, welches ich jemals gesehen habe" , sagte das Mädchen, "
    Warum sollte ich Angst vor Dir haben ?"
    Das gefiel dem Wolf, und er begleitete das Mädchen durch den Wald.
    Sie redeten lange miteinander. Als sie sich voneinander verabschiedet hatten,
    dachte der Wolf:
    "Ich hätte nie geglaubt , dass ich einen Menschen mögen könnte....."
    Und das Mädchen dachte auf dem Heimweg: "
    Dieser Wolf ist wunderbar, ich könnte mich in Ihn verlieben."
    Sie trafen sich oft und erlebten gemeinsam wunderschöne und verzauberte Stunden.
    Der Wolf erklärte dem Mädchen die Welt, wie er sie mit seinen Augen sah,
    und es lauschte Ihm stumm...
    Er zeigte dem Kind traumhafte Plätze und weihte es ein in die Wildheit und die Schönheit der Natur.
    Das Mädchen erzählte von den Menschen ....und versuchte Ihm die Ordnung und die Klugheit der Welt näherzubringen, in welcher es selbst aufgewachsen war -
    ohne ihn allerdings dafür begeistern zu können.
    Irgendwann stellten sie fest, dass sie die Welt des anderen zwar niemals wirklich verstehen würden, sich aber gegenseitig sehr mochten.
    Sie verliebten sich und beschlossen, zusammen alle Farben dieser Welt kennenzulernen.
    Das Mädchen war stolz auf ihren Freund. Es bewunderte seine Stärke, seinen Mut und seine Klugheit. Und manchmal fühlte es sich von seiner ursprünglichen Wildheit geradezu überwältigt und genoss seine ungestüme Art und seine tierische Ausstrahlung in vollen Zügen.

    Doch das Mädchen wurde zur Frau.
    Und dieser jungen Frau, begann irgendwann das Wilde und Animalische an Ihm unheimlich zu werden.
    Manchmal sagte sie, er könne sich doch etwas gesitteter verhalten und sich ein wenig feiner und anständiger benehmen.
    Die Menschenfrauen seien kultiviert und hätten es nicht nötig, sich so rauh und ungestüm behandeln zu lassen.
    Dabei war er weder unanständig noch allzu rauh, sondern einfach nur ein Wolf.
    Als sie wieder einmal über dieses Thema gesprochen hatten, dachte der Wolf, dass er die Menschen und ...speziell dieses Mädchen ....wohl niemals verstehen würde.
    Wie sollte er begreifen können, dass eine junge Frau sich ausgerechnet wegen der Eigenschaften in Ihn verliebt hatte, die Ihr jetzt mit einem Male auf die Nerven gingen ?
    Er mochte sie so, wie sie nunmal war. Wieso sollte er sie verändern wollen ?
    Entweder habe ich jemanden gern, so wie er ist, dachte der Wolf,
    oder ich mag Ihn nicht so wie er ist,
    aber dann muß ich auch nicht mit Ihm zusammen sein !

    Trozdem liebte der Wolf die junge Frau noch immer und bemühte sich deshalb, Ihr zuliebe nicht mehr ganz so wölfisch zu erscheinen, auch wenn es Ihm oft sehr schwer fiel und sein Innerstes zu zerreissen drohte.

    Die junge Frau freute sich und lobte Ihn.
    Nun konnte sie bei Ihren Freundinnen prahlen .
    Manche sagten, er sei Ihnen noch immer zu tierisch, obwohl sie Ihn umschwärmten und glänzende Augen bekamen, wenn sie Ihn sahen -
    Man merkte , dass er letzten Endes doch ein Wolf ist.
    Sie bat Ihn, sich noch ein bisschen mehr Mühe zu geben.
    Da er sie nach wie vor liebte, zwang er sich weiterhin in eine Rolle,
    die Ihm eigentlich gar nicht behagte.
    Doch Ihre Freude über seine positive Entwicklung, Ihr Stolz auf seine neugewonnene Weichheit und sein frisches Auftreten spornten Ihn an und schienen es Ihm leicht zu machen.

    Nur nachts, besonders bei Vollmond, da stahl er sich immer öfter davon, um tief in den Wäldern einsam das alte Wolfslied zu heulen.
    Die junge Frau war jetzt stolz auf Ihn und wurde auch von Ihren Freundinnen bewundert, weil es Ihr gelungen war, einen so schönen Wolf zu zähmen.
    Im laufe der Jahre gewöhnte er sich mehr und mehr an das Leben, dass die junge Frau mit Ihm führte.
    Und es gab durchaus Situationen, in welchen er zu fühlen glaubte, dass es gut so war.

    Die Nächte, in denen er sich unglücklich fühlte und es Ihn in den Wald zog,
    wurden immer seltener.
    Es blieb aber eine unbestimmte Traurigkeit in Ihm zurück....
    so eine Ahnung, dass Ihm etwas sehr Wichtiges verlorengegangen war,
    von dem er nicht einmal mehr wusste, was es eigentlich gewesen war.

    Seine Freundin wurde eine selbstbewusste und starke Frau.
    Manchmal blickte er sie bewundernd und staunend an und glaubte zu spüren, dass sie inzwischen - obwohl sie eine Menschenfrau war - das Herz einer Wölfin hatte.
    Die Frau schien glücklich zu sein. Alles lief gut, es gab nur selten Probleme und die meisten Ihrer Freundinnen fanden, dass der Wolf und sie ein schönes Paar waren.

    Nur manchmal, da spürte sie eine eigenartige Traurigkeit.
    Sie sah dann Ihren geliebten Wolf an und merkte in diesen seltenen Augenblicken, dass er vieles von dem verloren hatte, was sie früher so sehr an Ihm bewundert hatte. Je gezähmter und braver er sich gab, um so weniger war von seiner wilden Ursprünglichkeit und seiner früher so beeindruckenden Stärke geblieben.
    Und es gab Situationen, da fehlte Ihr seine animalische, wilde und ungestüme Kraft. Dann sehnte sie sich traurig zurück nach einer Zeit, die wohl nicht mehr zurückzuholen war.

    Eines Nachts, es war tiefer Winter, da machten die beiden bei Vollmond einen Spaziergang in den Wald, in welchem sie sich vor langer Zeit kennengelernt hatten. Sie stapften durch den unberührten Schnee und sprachen von früher und davon, wie schön damals alles gewesen sei und ......................................................

    Plötzlich stürmte ein graues Ungetüm aus der Dunkelheit auf sie zu...
    und bevor die junge Frau sich versah, stellte Ihr Wolf sich schützend vor sie und war aufeinmal in einen gnadenlosen Kampf verwickelt.
    Doch der Kampf war so plötzlich zu Ende, wie er begonnen hatte.
    Eine seltsame Stille lag über dem Wald ............
    "Sie mal einer an, " brummte der riesige Wolf, der eben noch mit Ihrem Freund gekämpft hatte, " eine Menschenfrau !
    Sag mal, wie kommt es dass ein Wolf mit Dir durch den Wald geht ?
    Ich hätte Ihn fast getötet...."
    "Er ist nicht tot ?" fragte die Frau verängstigt und doch erleichtert ..
    " Nein .... es geht Ihm wohl schlecht, aber das wird schon wieder werden."
    "Warum hast Du das getan ?" fragt das Mädchen tonlos .....
    warum hast Du mich und meinen Freund angegriffen ?"
    "Dein Freund ? Was redest Du da für einen Unsinn.
    Ein Wolf ist niemals der Freund eines Menschen. !"
    Sie beugte sich über Ihren verletzten Wolf und strich Ihm über den Kopf.
    "Ich habe viel von Ihm gelernt, durch Ihn bin ich zu dem Menschen geworden....
    der ich heute bin.
    Warum hast Du Ihn beinahe getötet ?"
    "Weil es schon ziehmlich lange her sein muss, dass Dein Freund ein richtiger Wolf war" , brummte das riesige Tier.
    "Nicht einmal bei einem alten Wolf hätte ich ein so leichtest Spiel gehabt! "
    Der riesige Wolf beschnupperte nochmal seinen Artgenossen.
    Er knurrte leise und blickte die junge Frau lange an.
    " Und jetzt verlasse den Wald .....und kümmere Dich um Deinen verletzten Freund.
    Er braucht Deine Hilfe."
    Die Frau ließ nicht locker: " Warum hast Du uns überhaupt angefallen ?"
    " Ich habe Hunger, verdammt noch mal !
    Doch so groß ist mein Hunger niemals, dass ich deshalb einen von meiner Art töte. Aber eine Menschenfrau würde ich nicht umbedingt verachten.
    Du hast Glück, dass irgend etwas an Dir wie eine Wölfin wirkt.
    Also:
    Verschwinde endlich, bevor ich es mir anders überlege !"
    " Vielleicht hast Du von Deinem Freund wirklich vieles gelernt.
    Aber sieh ihn Dir doch an, was aus Ihm geworden ist.
    Mag sein, dass Du inzwischen das Herz einer Wölfin hast -
    aber in Ihm ...findest Du nur noch einen kläglichen Rest eines Wolfes !
    Da wandte sich die junge Frau ab, hob Ihren Gefährten hoch und führte ihn
    mit Tränen in den Augen ..nach Hause. .....

    Dort legte sie Ihn auf Ihr Bett und versorgte Ihn liebevoll. Dabei dachte sie:
    was ist aus diesem wunderschönen, starken und wilden Wolf,
    aus diesem herrlichen, stolzen und freien Lebewesen geworden,
    über das andere Wölfe nur noch lachen können
    Nein, das hatte sie niemals gewollt !
    Sie liebte Ihn doch so sehr. ...............
    Auf einmal hatte sie begriffen:
    *Lieben - das kann niemals heissen, dem anderen seine Einzigartigkeit zu nehmen !
    sag nie ... ich liebe Dich .... wenn Du besitzen meinst ! *

    In dieser Nacht heulte sie Ihren Schmerz und Ihre Wut über sich selbst ...
    dem Mond entgegen ..........
    und es klang wie das Heulen einer Wölfin............
    die um Ihren Gefährten weint........
     
    #1
    User 13029, 16 März 2004
  2. Leandril
    Gast
    0
    Eine wunderschöne Geschichte :smile:
     
    #2
    Leandril, 21 März 2004

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Herz Wölfin
Der Kobold
Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches Forum
13 Dezember 2014
1 Antworten
Uddysts
Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches Forum
24 März 2014
1 Antworten
Sternchen7089
Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches Forum
1 September 2013
3 Antworten
Test