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Das kleine Wunder der Liebe

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Der Poet, 3 Dezember 2007.

  1. Der Poet
    Der Poet (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Es ist eigentlich wie jedes Mal, wenn ich mich vor meinen Laptop setze und anzufangen versuche, Dir etwas zu schreiben. Wobei – halt! – eigentlich schreibe ich nicht Dir, sondern einer hoffnungslosen Vorstellung, dass Dich meine Worte eines Tages erreichen werden. Mir ist vollkommen bewusst, dass ich meine Kraft auch in andere Bereiche meines Lebens lenken könnte, aber nie zuvor habe ich Leidenschaft intensiver erfahren als beim Schreiben aneinandergereihter Worte, die nicht ansatzweise ausreichen, um das auszudrücken, was ich für Dich empfinde. Im Grunde genommen, schreibe ich doch, um letztendlich mich eines Tages daran zu erinnern, dass ich einmal ein Mädchen liebte, das für mich unerreichbar gewesen ist; das bereits jahrelang an einen Jungen vergeben gewesen ist, und welches ich so sehr liebte; ich spürte die Welt unter meinen Füßen und all ihre Geschöpfe darauf. Es ist wie ein Moment, der plötzlich zu einer wohlig warmen Umgebung wird. Man fühlt sich aufgehoben, ja geradezu wie jemand, der Heroisches geleistet hat. Es ist wie der Glaube daran, dass wir zum Mittelpunkt des Universums geworden sind; blickend auf das Geschehen um uns herum: Menschen Hand in Hand gehend, Paare küssend, während der Liebste seine warmen Hände auf die Wangen seiner Liebsten legt, um sie zu erblicken und ein wenig später zärtlich zu küssen; Mann und Frau stehen draußen, der Wind ihre beider Gesichter streichelnd, sie ihr Kinn und ihren Mund im schützenden Saum der Jacke wärmend; Kinder laufen herum, jagen Blättern hinterher, die um diese Jahreszeit ihre endgültige Bestimmung finden. Ältere Menschen gehen an uns vorbei, ihre Gesichter verraten ein Leben voller Liebe und Treue; aber auch ein Leben voller Mühen und Opfer, die sie bringen mussten, um aneinander zu wachsen. Kleine Kinder in einem Kinderwagen sitzend, wache Augen, die Neues erfahren und sich vielleicht einmal auf dem gleichen Wege begeben, wie ich.

    Wie Du siehst, haben wir alle keinen Einfluss auf unsere Gefühle, auf das, was sie mit uns machen, und auf das, worauf sie uns aufmerksam machen oder woran sie uns erinnern. Mittlerweile habe ich Dir meine Liebe gestanden – in einem Moment, auf eine Art und Weise, wie ich es beiderlei wollte. Während unseres Gespräches wurde mir klar, dass auch in Momenten, in denen ich die Zeit stillzustehen glaube, sich die Welt ständig verändert. Alles bleibt in Bewegung, es nimmt keine Rücksicht auf einen Träumer, wie ich einer bin. Die Welt kennt keine Romantik, und schon gar nicht die Erfüllung eines Wunsches. Als ich Dir sagte, dass ich Dich suchen würde, falls wir uns aus den Augen verlören, so war mir klar, dass ich mich auf ein Leben ohne Dich vorbereiten müsste; auf ein Leben, an dessen Wänden die farbenprächtigen Bilder einer unerfüllten Liebe hängen. Ich meine, was soll ich mir vormachen? Nichts von alledem, was ich mir wünsche wird je eintreten. So sehr Du mir auch das Gefühl gibst, dass ich jemand Besonderes für Dich bin, umso mehr empfinde ich einerseits Freude und Kraft, andererseits auch Schmerz. Manch einer würde mir empfehlen, Dich nicht mehr zu treffen. Sie sagen, es ist nur ein Stern, der für eine Zeit lang am Himmel leuchtend und funkelnd zu sehen ist, bevor sein Licht für immer versiegt. Sie sagen, ich mache mir etwas vor. Ich könne mich nicht jetzt schon festlegen, dass ich Liebe verspüre. Und ich schweige still. Still, von Kälte umgeben, die mir das Gefühl gibt zu leben. Ich widerspreche nicht, wage nicht zu entgegnen, dass ich durch Dich weiß, dass es im Leben auch schöne Dinge gibt außer Angst. Und dennoch stimme ich ihnen ein Stück zu, denn letztendlich gebe ich mich einer Hoffnung hin, die nur der Trugschein einer bösen Macht ist; die mit mir spielt. Warum ich es dennoch aushalte? Warum ich mich weiterhin mit Dir treffe, und es zulasse, dass ich mir selbst Schmerzen zufüge?

    Es ist vielleicht nicht leicht zu verstehen, aber neben der Tatsache, dass ich Dich liebe, und weiß, wer Du einmal sein wirst, und einmal in Deinem Leben blättern möchte, gibt es eine allumfassende Wahrheit, derer sich viele Menschen auf dieser Welt nicht bewusst sind; sie blenden sie aus, weil sie ihr Leben selbst unter Kontrolle wissen möchten. Ich spreche von einer Kraft, die sich unserer Gedankenwelt entzieht, die nur zu erahnen und zu spüren ist, wenn man bereit ist, Grenzen zu erfahren; sich blind fallen zu lassen. Es ist eine Kraft, die mancherorts als Schicksal bezeichnet wird, wiederum woanders als Zufall, und letztendlich bei Menschen, wie mir, als göttliches Wirken. In vielerlei Hinsicht habe ich mich gefragt, was das eigentlich ist. Oft habe ich mich alleine gelassen gefühlt, wenn ich geweint habe, als ich an Dich dachte. In Stunden der Wut und Traurigkeit, als wir uns für eine lange Zeit nicht sahen, war ich verbittert und vermied jeden Gedanken an Dich. Es spitzte sich zu, als ich letztendlich in einer für mich ungewöhnlichen Haltung die Selbstkontrolle verlor, und altes Holz im häuslichen Keller hackte. Wie sehr war ich getroffen von Tatsache, Dich nie mehr sehen zu können, Dich nie mehr zu küssen, Dich nicht mehr in meiner Gegenwart wissen zu dürfen. Und in gerade diesem extremen Moment war es, als nähme mich jemand in den Arm; jemand, der meine Tränen auf meinen Wangen trocknete, und mir ein beschütztes Gefühl gab, dass ich nicht alleine bin, sondern dass jemand auf mich achtet. In diesem Moment, so wahr ich lebe und liebe, spülte mir die Brandung Dein freundliches Gesicht an meinen zerklüfteten Strand. Und ich wurde ruhig. Selbst in Momenten wie diesen wurde ich daran erinnert, dass ich in meiner Traurigkeit und meinem Zorn nicht alleine gewesen bin, sondern dass ich getragen worden bin, weil ich selbst nicht mehr gehen konnte. Irgendwann muss man mich aufgenommen haben, getragen durch Wärme und Kälte, über aschfahlen Felsen, der keine Spuren hinterließ; schaue ich zurück, so trug man mich mein Leben lang. Und gerade jetzt, wo Tränen meine Augen füllen, selbst jetzt in dieser Minute, während ich schreibe, sehe ich Landschaften, vor denen ich meine Augen geschlossen hielt, weil ich Angst hatte. Es sind nicht nur aschfahle Felsen gewesen, derer sich die zersprengende Kraft der Sonne bedient, sondern auch weicher Boden, auf den ich gelegt worden bin, wenn ich gefallen bin. Für uns Menschen, so glaube ich, ist es einfacher, wenn wir Traurigkeit und Angst dadurch überwinden, indem wir die Augen schließen und weitermachen, wie zuvor. Ich gestehe, ich war einer von ihnen und habe meinen Schmerz und meine Sehnsucht nach Dir unterdrückt; eingesperrt in einer von Stab bedeckten, hölzernen Kiste. Indem ich mich damals an Dein freundliches Wesen erinnerte, wurde mir eines klar. Nämlich die Stärke in meinen Schwächen. Zum ersten Mal spürte ich die nicht zu verleugnende Botschaft, dass ich Dich liebe. Es war, als ob mir jemand einen Spiegel vorhielt. Sehend, dass ich nackt bin und mich nichts mehr einzuhüllen vermag, verbot er mir mich scheinbar am Leben haltender Unwahrheiten, die meinem tauben Körper strafende Wunden zufügten. Und ich sah, dass selbst auf brachem Boden mein Empfinden zu Dir weiter wuchs; bis hin zur Liebe.

    Wer weiß, was die Zeit bringen wird – eine Floskel, derer ich mich nicht bedienen wollte. Sie birgt aber eine sich alles fügende Wahrheit in sich, derer wir erst habhaft werden, sofern wir sie annehmen und uns blind in sie hineinfallen lassen können. Dieser Brief ist vielleicht ein erster Anfang, vielleicht ein erster Schritt in Richtung Wahrheit. Ich strebte sie die ganze Zeit über an, mir fehlte aber eine Richtung. Die nachfolgenden Zeilen bilden den Schluss meines Briefes an Dich, in dem Wissen, dass sie wahrhaftig von reinstem Gemüt sind, mich zurückholen, wenn ich mich verlaufen habe; in der vertrauenden Hoffnung, dass sie mich überdauern und für alle Zeit gegenwärtig bleiben:


    Meine Liebe,

    ich kann Dir nicht versprechen, dass unserer Zusammensein wie eine von roten Rosen und Tulpen geebnete gerade Straße sein würde. Ich kann Dir nicht versprechen, dass unser Zusammensein ohne Streit und Opfer leben kann. Ich kann Dir nicht einmal ewiges Glück versprechen. Es würde nie leicht für uns werden. Wir gingen uns vermutlich sogar aus dem Weg, weil wir den Anderen für unerträglich empfinden. Wir blieben wortlos in einem Raum, uns anschweigend; später aber die Hände sich annähernd, die Augen sehend, wie am ersten Tage. Vermutlich schafften wir es sogar, uns nur unter großer Anstrengung etwas aufzubauen, das wie die Festung unserer Liebe wäre. Was ich Dir garantieren kann, ist meine uneingeschränkte Liebe zu Dir. Ich will mit Dir zusammen sein. Will Dich festhalten, wenn Du Angst hast. Möchte Dich küssen, wenn Du Zärtlichkeit benötigst. Möchte Dir Gutes tun, auch wenn Du krank sein solltest. Und auch wenn ich weiß, dass Du es nicht verstehen kannst, warum ich Dich liebe, so hoffe ich, dass Du irgendwann den Weg zur Liebe findest. Ich bin kein Narr, Dein Freund existiert, er ist derjenige, mit dem Du schöne Stunden verbringst, mit dem Du abends einschläfst, den Du küsst, den Du streichelst, mit dem Du schläfst, mit dem Du über viele Jahre hinweg schöne Erfahrungen gesammelt hast. Als ich Dir sagte, dass ich Dich suchen würde, wenn Du an einen unbekannten Ort gingest, so wusste ich um die Konsequenzen, wenn ich Dich finde. Aber um ehrlich zu sein: Ich wäre bereit Dich gehen zu lassen. Nicht nur in ein fernes Land, nein, das meine ich nicht. Es soll heißen, dass ich ein Leben ohne Dich beginnen würde; ein Leben ohne jeglichen Kontakt zu Dir. Schon oft stand ich auf der Schwelle zwischen Ja und Nein; aber sollten meine Gefühle eines Tages ihre endgültige Reife erreichen, so wäre ich bereit, Dich aus meinem Leben zu verabschieden – meine Liebe zu Dir ist da, aber sie wäre in Zukunft unendlich, und zu unerträglich, sollte meine Hoffnung einschlafen.


    Dein Dich liebender,

    *********
     
    #1
    Der Poet, 3 Dezember 2007
  2. Leben
    Leben (25)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    wow das ist ehct wunderschön :tongue:
    ich glaub ich sollte mich auch mal zu sowas hinreißen lachen
    *daumen hoch* echt toll
     
    #2
    Leben, 3 Dezember 2007
  3. User 77157
    User 77157 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    6
    vergeben und glücklich

    stimmt, gefällt mir auch sehr gut :smile:
     
    #3
    User 77157, 4 Dezember 2007
  4. Der Poet
    Der Poet (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Bin mal wieder so fies, und halte meinen Beitrag oben :engel:

    LG Der Poet
     
    #4
    Der Poet, 4 Dezember 2007
  5. Der Poet
    Der Poet (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Niemand da?!

    Der Poet
     
    #5
    Der Poet, 8 Dezember 2007
  6. SaniMaus
    SaniMaus (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    das ist echt schön :cry:
     
    #6
    SaniMaus, 8 Dezember 2007
  7. Der Poet
    Der Poet (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Schade, dass man in diesem Forum sehr wenig Feedback bekommt :schuechte


    LG Der Poet
     
    #7
    Der Poet, 19 Dezember 2007
  8. sweeety88
    sweeety88 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    find ich auch schade, da wenige, ok bei dir sinds mehr zeilen :zwinker:
    mehr beinhalten alles viele andere dinge.
    aber is sehr schön geschrieben und auch wenns (ich find viel ist) lässt es sich super lesen.
     
    #8
    sweeety88, 21 Dezember 2007
  9. Der Poet
    Der Poet (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Gibt es noch andere Meinungen?
     
    #9
    Der Poet, 31 Januar 2008
  10. yourdelilah
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    wunderbar geschrieben!
    wenn sich dieses gedicht auf reelle erlebnisse bezieht würde mich brennend interessieren wie denn ganz nüchtern gesehen die Beziehung zwischen dem liebenden und der dame ist, denn obwohl es wirklich toll ist erscheint mir alles so unheimlich realtitätsfern
     
    #10
    yourdelilah, 2 Februar 2008
  11. Der Poet
    Der Poet (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Also, es kommt vielleicht nicht direkt rüber, aber ich glaube Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen:
    Es ist nicht real! Sie ist eine Freundin, aber nicht DIE. Eigentlich bin ich immer einem Phantom gefolgt, weil ich ja nie eine Chance bei ihr bekommen hätte. Allerdings hatten wir schon so etwas wie ein Affaire, es ging nur nie übers Streicheln und Küssen hinaus...

    Heute weiß ich, dass Liebe blind machen kann, und ich mich nie selbst vergessen darf!

    LG Der Poet
     
    #11
    Der Poet, 2 Februar 2008
  12. Cruzifix
    Cruzifix (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    130
    103
    1
    in einer Beziehung
    Find ich auch sehr schön geschrieben :smile:
     
    #12
    Cruzifix, 2 Februar 2008

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