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Das Mädchen

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von faust06, 25 Januar 2006.

  1. faust06
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hier meine Geschichte:

    Als ich so ungefähr 11 war lernte ich sie kennen. Wir waren gemeinsam zum Sportverein gegangen, wo wir uns wöchentlich gesehen haben. Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, war es für mich, als sehe ich einen Engel. Wunderschöne blonde, lange Haare, grüne Augen, perfekte Gesichtszüge, ein Traum. Ich war von anfang an in sie verliebt. Manch einer würde behaupten, ich wäre in dem Alter schon etwas frühreif, aber nein, es war wirklich Liebe, was ihr später noch bemerken werdet.

    Die Wochen und Monate vergingen, immer wieder habe ich von ihr geträumt, ich wünschte mir oft, ich könnte sie küssen. Ich stellte mir vor, wie ich an ihrem wunderbar duftenden Haar rieche, und sie umarme, um ihr anschließend einen innigen Kuss zu geben. Doch soweit sollte es nicht kommen - zumindest, noch nicht. Es war soweit. Der Sportverein hat wieder in den Semesterferien ein Sportcamp veranstaltet, wo ich und sie mitfuhren. Ich war schon auf der ganzen Busfahrt ziemlich aufgeregt und nervös. Ich konnte sie eine Woche lang durchgehend sehen. Die Raumeinteilung war ziemlich simpel. Mädchen und Burschen in einem rießen Raum auf Schlafmatten mit Schlafsack. Die Tage vergingen im Nu. Plötzlich waren wir schon bei der letzten Nacht angelangt. Während der vergangen Tage rutschte ich mit meinem Schlafsack und mit der Matte immer näher an sie heran, stundenlang hat die ganze Gruppe die Nacht mit Schawtzen verbracht. So auch in der letzten Nacht. Ich lag nun neben ihr. Ich konnte ihr schönes Haar riechen, aber in der Dunkelheit konnte ich mir nur ihr schönes, makelloses Gesicht vorstellen. Ihre schönen Lippen, Augen und Nase. Irgendwann zu später Stunde, waren alle schon eingeschlafen, bis auf wir zwei. Es war so weit. Ich wagte es, und nahm mit meiner Hand ihre Hand, und sie erwiederte diese Berührung. Ich kam mit meinem Kopf immer näher und küsste sie. Wie ihr euch vorstellen könnte, war dieses Erlebnis, in diesem Alter, ungefähr so aufregend, wie das erste mal. Heimfahrt. Einerseits freute ich mich, dass ich diesen Schritt gemacht habe, andererseits habe ich mich oft geärgert, dass ich es nicht schon viel früher - zumindest am 1. Tag des Camps - gemacht habe. Nun ja, es soll so sein.

    Ich kann nicht behaupten, dass wir eine "Beziehung" hatten, wie kann man das auch, mit kindlichen 11 oder 12 Jahren? Aber ich habe sie geküsst, sie hat es erwidert. Wir haben uns die nächsten paar Wochen weiterhin im Sportverein getroffen. Es passierte aber weiterhin nicht viel. Was mich auch nicht störte, denn ich wusste ja, was sie - wahrscheinlich - auch für mich empfindet. Wir schauten uns bei jeder Gelgenheit tief in die Augen, mein Herz begann jedes Mal höher und höher zu schlagen. Das Kribbeln im Bauch hatte ich schon bei der Fahrt zum Sportverein. Immer öfters habe ich überlegt, wie ich es wohl anstellte, ihr noch einen Kuss zu geben. Es ist doch etwas anderes, bei Dunkelheit, mitten in der Nacht, wo kein Mensch wach ist, jemanden zu küssen (und das mit 11 Jahren), oder, ob ich mitten im Sportverein das Mädl zu mir nehme, und sie küsse. Das wagte ich (noch) nicht.

    Wieder die Fahrt zum Sportverein, ich freute mich schon auf das Treffen, ich wollte ihr wieder tief in ihre wunderschönen, leuchtenden grünen Augen sehen, diesmal wollte ich sie wieder berühren, irgendwie, ich musste es tun. Als meine Mutter mich abgesetzt hatte, lief ich hinein. Zunächst habe ich sie nicht gesehen, mit der Entäuschung in mir machte ich mir Mut und redete mir ein, dass sie wohl diesmal ausnahmsweise zu spät kommt, aber nach einer halben Stunde, ging ich dann zu unserem Sportlehrer, der mir dann erzählte: "Sie wird nicht mehr kommen, sie sind weggezogen."
    Ich spührte, wie mein Herz kurzfristig zum Stillstand kam, ausgelöst, durch eine Nachricht, die ich nicht erwartet hätte. Zu Hause angekommen, brach ich in Tränen aus, wie ich es vorher noch nie erlebt hatte. Ich konnte nicht essen, nicht denken, nicht schlafen. Mein Körper war ausgelaugt, als hätte mir jemand meine ganze Energie geraubt.

    - Leider muss ich jetzt lernen, morgen ist Prüfung, deshalb kann ich erst danach weiterschreiben. Ich wusste nicht, wieviel Zeit es rauben würde, meine Geschichte von "dem Mädchen" zu erzählen. Nur soviel: Die Geschichte ist noch lange nicht vorbei. -
     
    #1
    faust06, 25 Januar 2006
  2. ryoutai
    ryoutai (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Ich warte gespannt, faust.


    Gruss
    ryou
     
    #2
    ryoutai, 28 Januar 2006
  3. Sovereign
    Verbringt hier viel Zeit
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    Hallo faust,

    eine schöne Geschichte, die Du da geschrieben (und wohl auch so erlebt) hast. Mir gefällt die Beschreibung der Gedankengänge, die realistisch den Gemütszustand des 11 Jährigen beschreiben.

    Literarische Kritik kann ich nur schlecht bieten, da ich auf diesem Gebiet mich nicht auskenne. Aber vom Gesammtbild gefällt es.

    Bin gespannt, wie es weitergeht.

    Gruß

    Sovereign
     
    #3
    Sovereign, 30 Januar 2006
  4. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Der Text ist bereits fertig, ich muss ihn nochmal überfliegen, korrigieren und überlegen, ob ich nicht etwas vergessen habe. Die Geschichte ist mir wirklich passiert, was mich aber daran stört ist, dass ich sie nicht so romantisch schreiben kann. Wenn ich an all das Passierte denke, entstehen soviele gute und schlechte Gefühle, aber diese zu "Papier" zu bringen, fällt mir irrsinnig schwer.
     
    #4
    faust06, 30 Januar 2006
  5. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Nach und nach habe ich mich damit abgefunden, dass ich sie wohl lange nicht mehr sehen werde. Womit ich auch richtig lag. Es kam aber alles anders, als ich dachte.

    Die ersten Wochen, nach dieser überfallsartigen Nachricht, sie wäre weggezogen, trieben mir Tag für Tag ein Messer ins Herz. Ich war todunglücklich. Irgendwann verfielen die Schmerzen, und ich dachte immer weniger an sie. Wie das Sprichwort so schön heißt: „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Im Sportverein lief alles ganz normal, ich habe dort immer wieder Mädchen kennen gelernt, und mich immer wieder „verliebt“. Aber dieses Gefühl, wenn ich mit anderen gesprochen, berührt, oder geküsst habe, war ganz anderes, als dieses Gefühl mit „ihr“.
    Ich weiß nicht mehr wie viele Wochen oder Monate vergangen waren, bis zu jenem Tag.
    Unsere Schule hat - wie jedes Jahr - bei dem Schwimmwettbewerb mitgemacht, worauf ich absolut keine Lust hatte. Die Zeit verrann im Nu, und jetzt war ich dran. Der Wettbewerb sah so aus, dass von jeder Klasse, jeder Junge und jedes Mädchen, so schnell wie möglich ans andere Ende schwimmen musste, die Zeit wurde dann zusammen gezählt, und daraus ergab sich dann der Gewinner. Ok, ich war dran. Ich ging völlig demotiviert zum Schemel, um zwanghaft ans andere Ende zu schwimmen, in der Hoffnung darauf, dass unsere Klasse nicht Letzter wurde. Ich ging also zum Schemel, drehte mich um, und sah plötzlich in die wunderschönsten Augen, die ich schon einmal gesehen habe. Zeit und Raum standen still, ich sah nur ihr makelloses Gesicht, die vollen Lippen, ihre schönen Augen, und ihr langes, blondes Haar. Mein Herz pochte so stark, dass es schon weh tat, ich bekam eine Gänsehaut, und brachte keinen Ton heraus. Für mich waren es Stunden, tatsächlich brach sie aber nach ein paar Sekunden das Eis mit einem kurzen „Hallo“. Ihr Lächeln war so wunderbar, dass mein Herz noch schneller lief. Dieser schöne Moment wurde durch einen Kameraden unterbrochen, der meinte: „Faust, du musst springen.“ Hektisch wurde ich mehr oder weniger, ins Wasser befördert, und ich gab alles, ich schwamm so schnell wie ich konnte, nur um gleich wieder bei ihr zu sein. Es ist schon so lange her, dass ich nicht mehr wusste warum, aber an diesem Tag habe ich sie nicht wieder gesehen.

    Immer wieder fragte ich Bekannte, Freunde und Fremde, ob sie das Mädchen kannten. Aber meine wage Beschreibung half nicht viel. Was wusste ich auch schon? Den Familiennamen kannte ich nicht, und mit ihrem Namen und „ein blondes, hübsches Mädchen“ konnten die Leute nicht wirklich etwas anfangen. Mein Leben war wieder einmal ein völliges Gefühlschaos. Meine Eltern fragten was los sei, aber was sollte ich sagen? Ich konnte oft nicht schlafen, habe immer wieder von diesem Tag im Schwimmbad geträumt, ich konnte mich in der Schule nicht konzentrieren. Wieder vergingen Wochen und Monate.

    Ich war schon in das Alter gekommen, ich musste so 14 gewesen sein, dass ich mit meinen älteren Brüdern immer wieder abends in den Nachbarort ging. Meine Eltern hatten damals nichts dagegen, schließlich war ich in der Obhut meiner Brüder. Samstag. Wieder machte ich mich für das Fortgehen fertig, und schon waren wir unter unseren Freunden. Der Alkohol machte die Runde, als mich ein Freund ansprach: „Faust, da will dich jemand sprechen.“ Ich ging mit ihm, und da stand sie wieder. Alles drehte sich, es war wie das Gefühl im Schwimmbad, ich nahm nichts mehr wahr, außer ihr. Es kam mir vor, als würde ich sie eine Ewigkeit anstarren. Ich brachte ein Lächeln heraus, und begrüßte sie. Die Distanz zwischen uns war enorm. Wir hatten uns schließlich einige Wochen, Monate, Jahre nicht mehr gesehen, und damals, im Sportcamp, was war das schon?
    Wir unterhielten uns, und ich bemerkte, dass sie nicht nur noch hübscher geworden ist, ihr Körper war eine einfache Perfektion (das habe ich schon im Schwimmbad festgestellt, als ich sie im Bikini sah), sie ist aber auch sehr intelligent, witzig, und sie weiß was sie will. Damals habe ich schon gemerkt, dass sie genau auf meiner Wellenlänge ist. Wir haben die selben Interessen, die selben Lieblingsserien im Fernsehen, wir denken uns das selbe über igendwelche Leute usw... Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr jemanden kennen lernt, und er ist euch von Anhieb sympathisch? Genauso war es für mich. Und ich denke, es beruhte auf Gegenseitigkeit. Der Abend verging ziemlich schnell, und naja, wir mussten uns wieder trennen. Diesmal hat es aber kein schlimmes Ende, so wie die anderen Male. Wir machten uns aus, dass wir uns wieder dort treffen, in einer Woche. Es ging ein paar Wochen so. Immer wieder trafen wir uns. Sie erzählte mir, dass sie jetzt wieder hier in der Nähe wohnt, deshalb habe ich sie so überraschend getroffen.

    Damals war einer meiner Brüder mit einem Mädchen zusammen, die ich dann auch beim Fortgehen kennen lernte. Natürlich habe ich mich mit ihr im Alkoholrausch immer wieder nett unterhalten, bis sie mir einmal erzählte, dass sie die Cousine von „ihr“ ist. Ich war total perplex. Da lebt man mit einem Bruder zusammen, und kommuniziert so wenig, dass man nicht einmal seine Freundin kennt!? Simone – die Cousine – wohnte auch ganz in der Nähe von uns, und irgendwann haben wir uns ausgemacht, dass wir mal zusammen was unternehmen sollten. Ich ging also zu ihr, und ich wusste, dass „sie“ auch da sein wird. Damals war ich ganz schön nervös, das könnt ihr mir glauben. Es war ein netter Abend. Simone bastelte ein Geschenk für ihre Mutter, und irgendwann hat sie gesagt: „Ich muss jetzt weg, ich treffe mich mit ein paar Leuten vom Verein“ Mir stand der Mund offen. Ich wusste nicht, ob ich mich freuen, oder weinen sollte. Mit „ihr“ zu Hause, ganz allein? Ok, das schaffst du schon, habe ich mir immer wieder eingetrichtert. Wir waren also alleine, im Zimmer von Simone. Ich unterhielt mich mit diesem wunderschönen Mädchen, als wären wir die besten Freunde, ohne das uns irgendwas peinlich war, erzählten wir uns alles, was uns einfiel. Weil sie bei Simone schlief, half ich ihr, das Sofa auszuziehen, um aus dem ein Bett zu machen. Wir saßen jetzt weniger, sondern lagen mehr. Es war eine tolle Stimmung. Romantische Musik, gedämmtes Licht, aber ich war natürlich wieder zu feige, den ersten Schritt zu machen. Plötzlich sagte sie: „Ich bin froh, dass wir uns wieder getroffen haben.“ Das war das Zeichen, ich nahm ihre Hand, stich sanft mit meiner anderen Hand, über ihr schönes Gesicht. Ihre Augen leuchteten wie der Mond in einer wolkenlosen Nacht, es war so ein wunderschöner Moment, den ich noch immer in meinem Herzen habe. Auch sie strich mir über das Gesicht, und zog meinen Kopf immer näher. Zunächst gaben wir uns ein sanftes Küsschen, aber schon bald ging es in einen innigen Kuss über. Stundenlang küssten wir uns, unterhielten uns, streichelten uns, und küssten uns wieder. Ich wünschte, der Abend, diese Nacht, wäre niemals vorüber gewesen. Irgendwann kam dann Simone wieder nach Hause. Doch jetzt hatte ich keine Angst mehr, wir sind jetzt ein Paar.

    ______________________________________________________
    Die literarische Fertigkeit lässt zu wünschen übrig. Mein PC hat sich aber verabschiedet, und ich habe den anderen Text verloren.
    Es geht noch weiter...
     
    #5
    faust06, 10 Februar 2006
  6. PrinzessinPerle
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    wie süüüüüüüüüüüüüß, ich wünsch euch voll viel :herz: und glück in eurer beziehung!!!
     
    #6
    PrinzessinPerle, 10 Februar 2006
  7. Nappa
    Nappa (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Boaaaaarrr:cry: total schön geschrieben!!! Sehr toll, gehts da noch weiter oder ist das der jetzige stand??

    Is echt wunderschön die geschichte.... will mehr davon:schuechte

    :herz:
     
    #7
    Nappa, 11 Februar 2006
  8. fallen_angel
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    sehr schöne geschichte und herzlichen glühstrumpf euch beiden:zwinker:
     
    #8
    fallen_angel, 11 Februar 2006
  9. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Danke für eure lieben Rückmeldungen!
    Die Geschichte geht noch lange lange lange weiter. Diese Dinge sind mir vor... nun ja... ca. 10 Jahren passiert. Dieses Geschriebene hier soll eigentlich mehr ein rückwirkendes Tagebuch sein...
    Ich hoffe euch bald wieder einen Lesestoff geben zu können.

    faust
     
    #9
    faust06, 11 Februar 2006
  10. Gohan+Jeanne
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    mah beneidesnwert

    und wundervoll geshcrieben
    echt schöne geschichte
    und auch von mir.. alle sgute udn viel glück in der liebe
     
    #10
    Gohan+Jeanne, 11 Februar 2006
  11. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Obwohl ich mein unglaubliches Glück nicht fassen konnte, sollte unsere Romanze auch bald wieder vorbei sein. Nun ja, wir waren also 2 oder 3 Wochen zusammen, was mit 15 Jahren doch „sehr“ lange war. Ich weiß nicht mehr was, aber irgendetwas lief in unserer „Beziehung“ einfach falsch. Heute, 10 Jahre später, sitze ich hier, und mache mir, nach all dem Erlebten, nach all den Höhen und Tiefen, darüber Gedanken, was es war. Ich mache mir Gedanken darüber, wie es wohl gewesen wäre, wenn es anderes gekommen wäre. All diese Gespräche im Laufe vieler Jahre haben mich zu dem Entschluss gebracht, dass wohl sie diejenige sein muss. Ich glaube im Leben gibt es nur eine einzige Chance, und wenn man diese nicht ergreift, ist sie vorbei. In meinem Leben, hatte ich bisher 2 Mal die Gelegenheit, diese Chance zu ergreifen, und jedes Mal habe ich es vermasselt. Vielleicht seid ihr etwas verwirrt, was ich bloß mit diesem Zeug hier sagen möchte. Nun, wenn ich die Geschichte weiter schreibe, und so viele Kleinigkeiten, wie nur möglich, hinzufüge, dann werdet ihr wissen, was ich fühle. Es ist wie ein romantischer Liebesfilm mit einem traurigen oder glücklichen Ende, je nach Ansichtssache.

    Nach 2 Wochen haben wir also Schluss gemacht. Es war aber bei weitem nicht so, wie man mit fortgeschrittenen Alter Schluss macht. Wir hörten irgendwie auf miteinander zu telefonieren. Wir haben uns dann eine ganze Weile nicht gesehen, und irgendwann war es soweit. Wir waren wieder an einem Samstagabend im Nachbarort, und liefen uns über den Weg. Wir haben uns ausgesprochen, und sind uns klar geworden, dass wir vielleicht für eine ernste Beziehung zu jung sind. Und damit ließen wir es. Immer wieder habe ich sie gesehen, und immer wieder, zersprang mein Herz auf ein Neues. Es war so unverständlich, denn schließlich hatte ich ja mindestens genauso viel Schuld an unserer Trennung, wie sie, und dann, als ich sie immer wieder sah, konnte ich meinen Blick nicht von ihr lassen, ständig habe ich sie ansehen müssen, wie sie lacht, wie sie mit den Menschen redet, wie sie tanzt, wie sie traurig und verärgert gucken kann, immer wieder bekam ich einen Stich. Oft konnte ich in der Nacht nicht schlafen, immer wieder habe ich ihr Gesicht gesehen, als ich auf die Zimmerdecke starrte. Innerlich war ich wieder aufgewühlt, wie damals, als ich sie im Schwimmbad sah.
    Im Laufe vieler Wochen und Monate (und jetzt Jahre) wurden wir beste Freunde. Wenn ich damals für einen Moment überlegt habe, wem ich mein tiefstes Geheimnis anvertrauen soll, dann war sie es. Unser Verhältnis war, obwohl es so innig war, ziemlich distanziert über Jahre hinweg. Wir hatten andere Freundeskreise, deshalb war es umso leichter, bei ihr ganz ich zu sein, ohne aufpassen zu müssen, ob ich alles richtig mache. Sie kannte auch keine Mädchen, mit denen ich einen Flirt hatte, sie gab ihr Urteil ab, und damit hat sie mir damals immer wieder geholfen. Auch was die Schule betrifft, war sie ein wesentlicher Teil, der mich aus einer ziemlich schlimmen Situation herausgeholt hat.

    Immer wieder haben wir uns getroffen, miteinander telefoniert, und uns einfach so gut verstanden, wie es eben beste Freunde tun. Es war dennoch immer eine gewisse Spannung. Eine „liebliche“ Spannung. Ich weiß nicht, wie lange es gedauert hat, bis zu jenem Tag. Es war ein ziemlich verwirrendes Wochenende. Ich war gerade 16 geworden und wieder an einem typischen Samstagabend unterwegs. Doch diesmal in der Disco. In diesem Alter haben wir uns bevor wir in die Disco sind, des Öfteren bei Freunden betrunken, um danach in der Disco nicht mehr soviel trinken zu müssen. Jedenfalls war ich dort. Betrunken. Durch den Freundeskreis lernte ich immer wieder Mädchen kennen, und dabei war auch ein ziemlich hübsches Mädchen, mit einer tollen Ausstrahlung und sie war interessiert an mir. Ich ließ meinen blutjungen Charme freien Lauf und verabredete mich mit ihr, dass wir uns am folgenden Mittwoch treffen. Es war nicht von weit hergeholt, dass damit Sex gemeint war. Kurz darauf verließ sie die Disco und ich ging wieder zu meinen Freunden. Eine ganze Runde von Mädchen musste dann auch schon bald nach Hause, und ich begleitete einige davon zum Ausgang. Bei dieser Gruppe war auch ein echt süßes Mädchen dabei, die ich schon von der Schule kannte, und mich immer wieder unterhielt. Als sie sich verabschiedete, verlief sich das Abschiedsküsschen – was damals modern war – in einen fantastischen Zungenkuss. Ich noch immer betrunken. Zurück bei meinen Freunden musste ich den Abend wieder Revue passieren lassen. Zuerst dieses eindeutige Angebot, und dann dieses süße Mädchen. Ich wusste nicht, wie mir geschieht.

    Am nächsten Morgen telefonierte ich wieder mit IHR, Gott habe ich ihre Stimme vermisst, ihr lachen, und mir kommen die Tränen, wenn ich sie nicht sehen kann. Immer wieder habe ich dieses hübsche Gesicht, diese zärtliche Stimme, diese schönen Augen vor mir. Was war es? Immer wieder fragte ich mich, was es war. Wie soll diese Folter weitergehen? Ich kann sie sehen, ich kann mit ihr sprechen, aber ich kann sie nicht küssen, ich kann sie nicht in den Arm nehmen, ich kann nicht mit ihr in der Früh aufwachen. Sie ist bloß meine beste Freundin. Es war zum Heulen.

    Auch mit ihr machte ich eine Verabredung aus. Dienstag. Der restliche Sonntag und Montag war die reinste Tortur ständig musste ich an SIE denken. Die beiden von der Disco habe ich längst vergessen… Immer und immer wieder musste ich an SIE denken. Unentwegt. Dann war es soweit. Dienstag. Ende April. Zu meiner Verwunderung war es ein verschneiter Tag.
    Ich traf sie bei einer barocken Kirche, der Schnee viel langsam herab und die Sonne kam hin und wieder hervor. Die letzten Tage durchgehenden Schmerzens hatten sich gelohnt. Es war so wunderbar, sie wieder beobachten zu können, ihre locker etwas bübische Art miterleben zu können. Doch innerlich tat es mir weh, wenn ich daran dachte, dass ich mich auch diesmal wieder von ihr trenne, um sie erst wieder in ein paar Tagen zu treffen. Nach einem Spaziergang an diesem romantischen Tag kamen wir zum Stehen. Ich trat vor sie, nahm ihre Hände. Sie strahlte mich mit ihren wunderschönen Augen an, und gab mir zu verstehen…
    “Küss mich“…
     
    #11
    faust06, 9 März 2006
  12. abi06hx
    Verbringt hier viel Zeit
    7
    86
    0
    vergeben und glücklich
    aaach... gehts noch weiter?
     
    #12
    abi06hx, 11 März 2006
  13. Wüstensand
    Verbringt hier viel Zeit
    409
    101
    0
    vergeben und glücklich
    du musst lernen schneller zu schreiben, wenn du nicht willst, dass wir auf die barrikaden gehn ... zu schön :smile:
     
    #13
    Wüstensand, 12 März 2006
  14. Farian
    Farian (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
    0
    Single
    Ich find das wirklich sehr schön erzählt. Wie geht es denn weiter
     
    #14
    Farian, 12 März 2006
  15. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    107
    101
    0
    nicht angegeben
    Danke für die Aufforderung, dass ich weiter schreiben soll. Nun, mit der Geschwindigkeit gibt es mehrere Probleme. Erstens Zeitmangel (gut, ich könnte auch ein paar Nachtstunden einlegen), Zweitens - das wohl primäre Problem - Ich muss mich jedesmal sammeln. Sammeln, damit mein Verstand nicht gänzlich verrückt spielt. Ich muss mich konzentriert an die Einzelheiten erinnern, weil ich für euch (und letztenendes auch für mich) die Geschichte so ausführlich wie nur möglich zu machen.

    Dann kommen noch die Gestaltungsprobleme der Arbeit (Grammatik, strukturierter Aufbau usw.) hinzu.

    Aber bitte, geht nich auf die Barrikaden, ich versuche euch bald mehr zu schreiben..
     
    #15
    faust06, 14 März 2006
  16. Jolle
    Jolle (29)
    Meistens hier zu finden
    2.931
    133
    59
    vergeben und glücklich
    Oh jetzt bin ich auch schon ganz gespannt wies weiter geht :smile: IS wie n Roman zu lesen, also schnell schreiben :zwinker:
     
    #16
    Jolle, 14 März 2006
  17. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    107
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    nicht angegeben
    es geht weiter...

    Nun haben wir uns wieder gefunden. Die Tage und Wochen verflogen, und auch die Liebe verflog. Auch diesmal wusste ich nicht, warum. Warum konnte ich mit dieser wunderbaren, wunderschönen, herzzerreißenden, jungen, lieben Frau nicht zusammen sein? Verlangte mein Inneres nach Schmerz? Fühlte ich mich besser, wenn ich leide, anstatt mein Glück zu genießen? Ich wusste es nicht, ich weiß es bis heute nicht. Es dauerte einige Wochen, und unsere Wege liefen wieder auseinander. Vielleicht war es der innere Stress, eine „Freundin“ zu haben, verantwortungsbewusst durchs Leben zu gehen. Zur damaligen Zeit wusste ich nicht, bzw. wagte ich nicht daran zu denken, ob wir eines Tages wieder zueinander finden, aber heute weiß ich: Ja, wir kamen zusammen, aber in einer anderen Form.

    Es war noch bevor ich im Sommer mit den Jungs auf Urlaub fuhr. Ich wusste nicht, wie mir geschieht. Dieses ganze Verhältnis zu ihr war so schwer zu begreifen. Ich konnte nicht mit und nicht ohne ihr.

    Eines Tages verabredeten wir uns, dass wir gemeinsam ins Kino gehen. An den Film kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Sie holte mich pünktlich mit ihrem Moped ab - ach wie süß sie da aussah, ihr schöner Körper schmiegte sich an das Moped wie ein Sattel an ein Pferd. Endlich sah ich sie wieder. Sie nahm den Helm ab, der ihre traumhafte Augen, ihr traumhaftes Gesicht verbarg. Wie üblich küssten wir uns zur Begrüßung mit einer sanften Berührung unserer Lippen.
    Wir fuhren also zum Kino. Immer wieder hatte der Film spannende Szenen, sodass sie ab und zu meine Hand ergriff. Der Griff sagte: "Halte mich, beschütze mich, ich brauche dich" Ich wusste nicht, wie ich ihr Antwort geben sollte. Ich nahm also ihre Hand in der Erwartung, dass sie wieder aus Angst, meine fest drückte. Sollte ich sie streicheln, als Zeichen, dass ich für sie da bin, und immer da sein werde? Ich tat es nicht. Meine Schüchternheit, meine Angst, etwas falsches zu tun hatte mich wieder. Der Film war zu Ende. 90min konnte ich neben ihr sitzen, ihre Hand halten, und ihren Duft einatmen. Als sie mich zu Hause absetzte, verabschiedeten wir uns wieder mit einem schnellen Küsschen. Ich nahm ihre Hand, und näherte mich ihren Lippen wieder. Als ich endlich meinen gesamten Mut zusammen nahm, ihre Hand festhielt, und entschied, sie zu küssen, sagte sie: "Ich glaube, wir sollten das nicht tun" Mein Herz hörte auf zu schlagen. Mir wurde Schwarz vor Augen. Hatte ich richtig gehört? Sie hat mich abgelehnt...


    Sommer. Ich war mit meinen zwei besten Freunden auf Urlaub, in Kroatien. Diese zwei Wochen waren so, wie man sich es als Jugendlicher wünschen kann. Viele hübsche Mädchen, viel Alkohol, und einfach nur das Leben genießen. Ich lernte damals ein Mädchen kennen, sie war zwar nicht so wunderschön wie SIE, was wohl kein anderes Mädchen schaffen würde, aber sie hatte eine göttliche Ausstrahlung. Wenn sich ihr Körper in der Sonne bewegt, oder wenn sie aus dem Meer kommt und die Tropfen an ihrer Haut herunter liefen, wollte ich sie regelrecht auffressen. Abend für Abend gingen wir in eine Open Air Diskothek, wo wir schon einen großen Freundeskreis hatten. Ich setzte mich zu dem Mädchen, wir quatschen so wie immer, und sie grinste mich mit einem verführerischen Lächeln an, sodass ich nicht widerstehen konnte und sie küsste. Wenn man bedenkt, dass ich seit der letzten Trennung von IHR, kein anderes Mädchen geküsst habe, war das ein sehr aufregender Moment. Der Abend verlief in ein dämliches Saufgelage, was ich nicht bereue, schließlich hatten wir es echt lustig. Die Nacht endete damit, dass ich mich übergab. Morgens habe ich dieses Mädchen wieder gesehen und mit ihr ausgemacht, dass wir uns abends treffen. In dieser Nacht, sollte der Abend nicht mit einem Kuss enden. Am nächsten Morgen musste sie schnell zu ihren Eltern, und verließ eilig mein Zelt. Die Tage vergingen, und es war soweit. Sie musste fahren. Ich wusste nicht, dass ich mich so schrecklich fühlen kann, ohne, dass es sich um SIE handelt, sondern um ein anderes Mädchen. Die Gefühle waren zwar nicht so schlimm wie bei IHR, aber dennoch schmerzhaft. Nun waren der Urlaub und die Ferien vorbei, und die Schule begann.

    In der Schule begann eine neue Geschichte mit einem anderen Mädchen. Ich dachte ich wäre verliebt, schlief das erste Mal mit ihr, und unsere Beziehung dauert ein Jahr. Ein Jahr von Schmerz, Kummer, Trauer und Sex.

    In der Zwischenzeit kamen WIR uns wieder Näher. Immer wieder telefonierten wir, trafen uns, guckten uns an, sprachen und diskutierten. Meine Liebe zu dem Mädchen in der Schule war so falsch. So falsch, dass ich Scheuklappen auf hatte, und nicht mehr SIE sah. Dieses wunderschöne Mädchen. Heute frage ich mich, wie dies wohl möglich sei. Wie konnte das geschehen.
    Irgendwann bekam ich auch einen Brief von IHR. Er war 4 Seiten lang. Ich weiß nicht, was damals in mir vorging, warum ich diese rosarote Brille aufhatte, denn dieses Mädchen in der Schule war alles andere als gut für mich. Als ich ungefähr 8 oder 9 Jahre später den Brief von IHR zu mir nahm, und ihn nochmals las, konnte ich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Sie war damals unsterblich in mich verliebt, ... doch jetzt ist es zu spät...

    ______________________________________________________________________________________________________
    Wenn ihr Fragen habt, stellt sie bitte.
    Auf die Geschichte mit dem Mädl in der Schule will ich nicht näher eingehen, deshalb habe ich es nur so kurz erläutert, denn wichtig ist ja nur SIE...
     
    #17
    faust06, 14 März 2006
  18. Jolle
    Jolle (29)
    Meistens hier zu finden
    2.931
    133
    59
    vergeben und glücklich
    Zu welchem Zeitpunkt hast du denn den Brief von IHR bekommen?? Oh nein wie traurig. Und jetzt? Was ist jetzt mit ihr? Habt ihr noch Kontakt?
     
    #18
    Jolle, 14 März 2006
  19. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    107
    101
    0
    nicht angegeben
    Den Brief habe ich von ihr bekommen, während ich mit dem Mädchen aus meiner Schule zusammen war. Mir gings damals ziemlich komisch und brachte auch in der Schule nichts weiter, ging ständig nur fort. SIE wollte mir mit dem Brief die Augen öffnen und hat ihn aber auf eine Art und Weise geschrieben, dass ich jetzt weiß, dass sie in mich verliebt war. Damals wusste ich das nicht, weil ich so geblendet von der "Liebe" zu dem anderen Mädchen war.

    Wie es weiter geht, erfährst du in den nächsten Teilen...
     
    #19
    faust06, 14 März 2006
  20. faust06
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    107
    101
    0
    nicht angegeben
    Ergänzung:

    Es war noch bevor ich im Sommer mit den Jungs auf Urlaub fuhr. Ich wusste nicht, wie mir geschieht. Dieses ganze Verhältnis zu ihr war so schwer zu begreifen. Ich konnte nicht mit und nicht ohne ihr.

    Eines Tages verabredeten wir uns, dass wir gemeinsam ins Kino gehen. An den Film kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Sie holte mich pünktlich mit ihrem Moped ab - ach wie süß sie da aussah, ihr schöner Körper schmiegte sich an das Moped wie ein Sattel an ein Pferd. Endlich sah ich sie wieder. Sie nahm den Helm ab, der ihre traumhafte Augen, ihr traumhaftes Gesicht verbarg. Wie üblich küssten wir uns zur Begrüßung mit einer sanften Berührung unserer Lippen.
    Wir fuhren also zum Kino. Immer wieder hatte der Film spannende Szenen, sodass sie ab und zu meine Hand ergriff. Der Griff sagte: "Halte mich, beschütze mich, ich brauche dich" Ich wusste nicht, wie ich ihr Antwort geben sollte. Ich nahm also ihre Hand in der Erwartung, dass sie wieder aus Angst, meine fest drückte. Sollte ich sie streicheln, als Zeichen, dass ich für sie da bin, und immer da sein werde? Ich tat es nicht. Meine Schüchternheit, meine Angst, etwas falsches zu tun hatte mich wieder. Der Film war zu Ende. 90min konnte ich neben ihr sitzen, ihre Hand halten, und ihren Duft einatmen. Als sie mich zu Hause absetzte, verabschiedeten wir uns wieder mit einem schnellen Küsschen. Ich nahm ihre Hand, und näherte mich ihren Lippen wieder. Als ich endlich meinen gesamten Mut zusammen nahm, ihre Hand festhielt, und entschied, sie zu küssen, sagte sie: "Ich glaube, wir sollten das nicht tun" Mein Herz hörte auf zu schlagen. Mir wurde Schwarz vor Augen. Hatte ich richtig gehört? Sie hat mich abgelehnt...

    Weiter gehts mit "Sommer"-->siehe oben
     
    #20
    faust06, 26 März 2006

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