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das studium und meine mutter

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Shafali, 12 Oktober 2004.

  1. Shafali
    Gast
    0
    hallo liebe forumsmitglieder,

    ich wend mich jetzt mal an euch, weil ich zu meinem problem gerne mal ein paar neutrale meinungen hören würde.
    also ein bißchen zur vorgeschichte. ich habe dieses jahr abitur gemacht und lange hin und her überlegt was ich studieren soll und mich quasi kreuz und quer beworben, hatte aber vor nicht weiter als 200km von meinem wohnort wegzuziehen. naja dann im verlauf der monate kamen die zu-und absagen und mir wurde klar, dass ich eigentlich den studiengang nehmen möchte, für den ich überal abgelehnt wurde. ich hatte mich dann zur sicherheit einfach irgendwo eingeschrieben, das ist aber auch wieder ne komplizierte andere sache. die geschichte endete so, dass ich übers nachrückverfahren 200km von hier angenommen wurde. da bin ich dann vor über drei wochen hin weil es dort einen vorkurs gibt. ich hab im hotel gewohnt bis ich irgendwann ne wohnung gefunden hatte und hatte mich quasi mit der situation abgefunden. jetzt komme ich am wochenende, eine woche vor studienbeginn nach hause und habe eine zusage von der uni zu der ich von anfang an wollte und die ist so nah, dass ich zu hause wohnen bleiben könnte. jetzt ist das problem, dass ich 200km weg von hier schon jetzt die wohnung gemietet habe und die ersten möbel reingestellt hab, telefon beantragt hab und halt so einige sachen organisiert hab. ich habe das ganze wochenende hin und her überlegt was mir nun wichtiger ist, die selbstständigkeit und die eigene wohnung, oder hier zu bleiben. letztendlich hab ich mich entschieden hier zu bleiben denn die wohnung und die möbel stellen nicht wirklich ein problem für mich da. jetzt bin ich also heute extra 200km nach hause gefahren um dann alles für die immatrikulation vorzubereiten und so weiter, und ich werde von meiner mutter in einer laune begrüßt und den worten ich hätte doch wegbleiben sollen. ich hatte mit meiner mutter noch nie das beste verhältnis aber ich finde das krönt sie jetzt, indem sie mich im grunde wieder 200km weit weg haben möchte, weil sie keine lust auf den aufwand hat die möbel und das alles wieder zurück zu transportieren. ich habe das gefühl, es ist nicht mal der aufwand alleine der sie sauer werden lässt, sondern grundsätzlich der fakt, dass ich doch wieder zuhause wohnen werde dann und ich ihr also zwangsläufig auf die nerven gehe. ich bin jetzt drauf und dran meine entscheidung hier zu bleiben wieder umzuwerfen, damit sie zufrieden ist und mich los wird. natürlich verletzt mich das nur auch so, dass ich dann schon gleich die lust kriege gar nicht mehr nach hause zu kommen. aber ich will schon hier bleiben. ich weiss jetzt eben nicht was ich machen soll. ich find meine mutter denkt da viel zu engstirnig, ich glaub sie will mich einfach nur loswerden. was soll ich machen?

    ich meine die geschichte ist vielleicht etwas komplizierter um das jetzt hier dazustellen, dazu muss man auch das verhältnis zwischen mir und meiner mutter kennen aber ich würde trotzdem gerne mal ein paar meinungen dazu hören. vielen dank schon mal
     
    #1
    Shafali, 12 Oktober 2004
  2. ninja
    ninja (52)
    Verbringt hier viel Zeit
    510
    103
    7
    vergeben und glücklich
    wenn du schreibst, dass deine mutter sich eh nicht so gut mit dir versteht, liegt der verdacht nahe, dass die einfach foh war, dass du ausgezogen bist.

    leider schreibst du nicht wie alt du bist, aber irgendwann kommt natürlich der zeitpunkt wo kinder flügge werden (müssen). wäre nicht eine möglichkeit, ne bude an deinem ort zu nehmen? dann gehst du dem ganzen streß aus dem weg. ich meine, so ein studium dauert ja uch ein "paar tage". wie lange willst du denn so einer unenspannten situation trotzen?

    gruß
    dirk
     
    #2
    ninja, 12 Oktober 2004
  3. Céleste
    Gast
    0
    Ich glaube, dass ist eine gute Idee, wenn du in dem Ort bleibst, dir aber trotzdem ne eigene Wohnung suchst!

    Für mich hört es sich an, als ob du dich in einem ziemlichen (für unsere Altersklasse recht typischen) Konflikt zwischen Autonomie und Abhängigkeit befindest.
    Einerseits möchtest du selbstständig werden und siehst es nicht ein, weshalb du die "Launen" deiner Mutter weiterhin ertragen solltest aber dann ist da die Sehnsucht nach einem Ort, der sich "zu Hause" nennt.

    Dieses "zu Hause" hat weniger etwas mit dem Ort zu tun, an dem es einem am besten gefällt, sondern viel mehr mit einem speziellen Gefühl, das man damit verbindet.
    Dir scheint es bei deiner Mutter zwar nicht besonders gut zu gefallen und deswegen ringst du ja auch mit dir, ob du nicht doch ausziehen solltest und trotzdem ist hier dein zu Hause. Denn die Problematik in dem Verhältnis zwischen dir und deiner Mutter hindert dich selbstverständlich nicht daran, deine Mutter zu lieben!

    Alle Menschen, egal ob sie jung oder alt sind, haben Eltern und bleiben in diesem Sinne (trotz Selbstständigkeit) immer "Kinder" dieser Eltern. Und alle Kinder sehnen sich danach, geliebt zu werden und Geborgenheit zu erfahren von ihren Eltern.
    Mir scheint, dass in eurem Verhältnis ein wenig die Geborgenheit fehlt -was auch immer dafür der Grund sein mag.
    Jedenfalls kann man beobachten, dass es gerade den Kindern schwerer fällt von zu Hause wegzugehen, bei denen das Verhältnis zu einem Elternteil oder beiden Eltern schwierig, konfliktgeladen oder wenig liebevoll war.
    Das klingt vielleicht auf den ersten Blick verrückt, sollte man doch meinen, dass ein Kind, das mit seinen Eltern ständig Probleme hat, froh ist, endlich von zu hause wegzugehen. Aber, du siehst ja selber, dass dies nur die eine Seite ist.
    Wie gesagt:Kinder lieben ihre Eltern immer-egal, was diese Eltern getan haben, selbst wenn die Kinder das Gefühl haben sollten, ihre Eltern sogar zu hassen. Die einzige sichere Verbindung, die man zu seinen Eltern dann nämlich hat, ist die räumliche Verbindung, denn die gefühlsmäßige Verbindung wurde ja oft erschüttert, ist vielleicht sogar ziemlich kaputt.
    Und räumliche Nähe ist für ein Kind, das seine Mutter liebt, natürlich "besser" als gar keine Nähe.

    Wie die Probleme nun speziell bei dir und deiner Mutter aussehen, weiß ich natürlich nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dir die räumliche Trennung von deiner Mutter so schwer fällt, weil du sie dann ganz zu "verlieren" fürchtest.
    Wahrscheinlich ist das mehr eine unbewusste Angst.

    Wenn du wüsstest, dass deine Mutter dich nach deinem Umzug ständig anrufen würde, dich fragen würde, wie es dir geht, dir anbieten würde ihr über Probleme dein Herz auszuschütten und sich über deinen Besuch freuen würde, dann würde dir die räumliche Trennung sicher weniger ausmachen.

    Man muss natürlich auch sagen, dass selbst einer jungen Frau, die unter den aller günstigsten Verhältnissen aufgewachsen ist, anfangs Schwierigkeiten haben wird, das Elternhaus zu verlassen. Doch das ist ganz normal und geht eigentlich jedem so. Sein ganzes Leben lang war man zu Hause und plötzlich ist man mehr oder weniger auf sich gestellt. Das ist gar nicht so leicht...
    Und man darf sich ruhig mal auf die Schulter klopfen, wenn man diesen Schritt gemacht hat! :smile:

    Mir ging es vor zwei Jahren ganz ähnlich wie dir. Ich war so froh von zu hause wegzugehen, weil sich mein Vater mir gegenüber meistens wie ein Tyrann aufgeführt hat. Endlich, dachte ich, bin ich frei. Aber dann wurde mir in dieser Zeit besonders klar, wie sehr ich meinen Vater immer vermisst hatte.
    Und er interessierte sich auch nach meinem Umzug nicht für mich. Es war ihm immer lästig, wenn ich zu Besuch kam. Ich habe mich dadurch ziemlich einsam gefühlt und weil ich von meinem Vater gar nichts mehr mitbekommen habe,
    hat es mich auch irgendwie immer wieder nach Hause gezogen.
    Natürlich wusste ich, dass mir das nicht gut tun würde und schlechte Stimmung zu Hause wirkt sich ,nebenbei gesagt, auch nicht gerade allzu positiv auf das Studium aus.
    Ich war immer wieder für längere Zeit bei meinen Eltern, aber jedesmal bin ich ziemlich wütend und traurig wieder abgehauen und habe mir dann geschworen, nie wieder "nach hause" zurück zu gehen.
    Dieses ganze Hin-und Her hat mir ziemlich zu schaffen gemacht. Und ich finde, wenn es irgendwie geht, sollte man es sich ersparen. Aber ich glaube auch, dass man eben so lange auf die "Schnauze" fallen muss, bis man es endlich kappiert! :zwinker:
    Das klingt ein wenig hart, ist aber anscheinend Realität.

    Ich komme nun auch alleine sehr gut klar, muss ich sagen :smile:
    Und ich denke bei dir, soweit ich das beurteilen kann, dass es dir nicht an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung mangelt. Im Gegenteil!
    Du bist wahrscheinlich eine sehr starke junge Frau, der es nur noch ein wenig an Mut fehlt, den entscheidenenden Schritt zu machen.

    Ich kann dich nur dazu ermuntern, bei deiner Mutter auszuziehen. Denn die Konflikte, die ihr habt, bessern sich nicht dadurch, dass ihr aufeinanderhockt und du auf besere Zeiten hoffst. Wahrscheinlich verschlimmern sie sich dann eher.
    Eure Beziehung wird sich wahrscheinlich auch nur dann bessern können, wenn ihr euch eine zeit lang ein bisschen aus dem Wege geht. Denn eure Probleme haben sicherlich nichts damit zu tun, dass deine Mutter dich nicht liebt oder dich loswerden will, auch wenn es dir so vorkommen mag.
    Es gibt viele Gründe, weshalb sich Eltern so verhalten und ich habe keine Ahnung wie das bei euch ist (wäre vielleicht ein Fall für den Familientherapeuten) Aber das ist ja auch hier nicht das Thema...

    Vielleicht ist es für den Anfang ein bisschen heftig, gleich hunderte von Kilometern wegzuziehen. Darum würde ich dir wirklich raten fürs erste nicht ganz so weit weg vom Elternhaus zu ziehen, aber auf jeden Fall solltest du und deine Mutter euren privaten Bereich haben und auf Abstand gehen.Da ist es eben am besten, wenn du in eine andere Wohnung ziehst!

    Und wer weiß...vielleicht wird sich euer Verhältnis eines Tages sogar entspannen...


    Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg!




    Céleste
     
    #3
    Céleste, 12 Oktober 2004
  4. Shafali
    Gast
    0
    danke, besonders an céleste, für eure gedanken. tja das ist alles nicht so einfach. es ist einfach ein gesamtkomplex der sich aus vielen verschiedenen perspektiven betrachten lässt. also ich bin übrigens 19.
    meine mutter spricht jetzt gar nicht mehr mit mir. es scheint mir als wolle sie mich für meine entscheidung, hier zu studieren, bestrafen. das find ich ein sehr komisches verhalten. am wochenende saßen wir alle gemeinsam da und haben diskutiert, wie ich mich entscheiden soll und es hieß immer ich solle für mich selbst entscheiden. das habe ich getan und alles war ok blos zwei tage später komme ich nach hause und meine mutter benimmt sich vollkommen daneben. ich war mit meiner mutter schon mal beim familientherapeuten als ich 16 war oder so weil unser verhältnis grundsätzlich nicht so gut ist aber das ist was anderes. ich find einfach nur, wenn ich die möglichkeit habe hier direkt in der nähe zu studieren möchte ich sie nutzen. ich glaub sie will mich wirklich loswerden, sie will nicht mal drüber reden. dafür habe ich mit meinem vater ein umso besseres verhältnis. er ist genau das gegenteil. er ist der beste papa der welt und unterstützt mich bei jeder entscheidung die ich treffe, auch bei dieser. meine mutter kotzt halt das ewige hin und her an, das liegt aber nicht an mir sondern daran, dass die unis ihre zulassungen in zeiträumen von bis zu 2 monaten verschicken und man sich aus sicherheit halt schon mal woanders einschreibt, wie in meinem fall jetzt. tja und hier in der umgebung in ne eigene wohnung zu ziehen wäre zwar ne alternative aber wie viele denken halt auch meine eltern, das geld kann man sich dann auch sparen, wenn ich eh hier bleib. immerhin bin ich finanziell doch abhängig. es war ja nicht so schlimm am anfang die 200km weg zu gehen aber jetzt wo ich weiss ich hätte die alternative da merke ich eben, dass es mir doch was ausmacht. ich bin doch erst 19, ich backe erst mal kleine brötchen, ausziehen und auf ne uni wechseln die weiter weg ist kann ich immer noch. naja, meine mutter lässt nur einfach nicht mehr mit sich reden, buchstäblich. ich hoffe dass mein vater ein bißchen zugang zu uhr findet. schließlich kann das ja nicht ewig so gehen das sie nichts mehr sagt und ich jetzt allein schauen muss wie ich alles umorganisiert kriege. naja. ich glaub es wird sich zeigen was passiert, vielen dank celeste für deine gedanken.
     
    #4
    Shafali, 12 Oktober 2004

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