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depression als modekrankheit?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von dollface, 5 Januar 2010.

  1. dollface
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    ne frage, die mir jetzt schon seit längerem im kopf rumschwirrt und ich wollte dazu einfach mal eure meinungen und gedanken hören.

    ständig hört oder liest man, dass dieser oder jener an depressionen leidet.
    nicht nur hier im forum, auch im familien und bekanntenkreis hört man ständig von leuten die depressionen haben oder jemanden kennen, der an depressionen leidet.
    ich möchte mit dieser umfrage sicher nicht den leuten die ernsthafte probleme haben ihre glaubwürdigkeit absprechen, sie angreifen oder irgendjemandem zu nahe treten!!!!

    ich frage mich nur ob "depressionen" eine diagnose ist, die heutzutage sehr schnell, vielleicht manchmal sogar zu schnell gestellt wird.
    nach dem motte "ach dem geht es nicht so gut, der hat oft schlechte laune, der hat wohl depressionen". dann hat das kind wenigstens einen namen und man braucht nicht mehr groß zu suchen und sich gedanken zu machen (ähnlich wie bei den tausenden von kindern, die meiner meinung nach zu schnell als ADS- bzw ADHS-kinder abgestempelt werden, um sie dann mit retalin ruhigstellen zu können).

    was haltet ihr davon? gibt es wirklich so extrem viele menschen, die an wirklichen depressionen leiden und deshalb gleich antidepressiva und ähnliches schlucken müssen oder geht es in diesem ausmaß eher in richtung "modekrankheit". depression als nöglichkeit die verantwortung für sich selbst abzugeben, eine entschuldigung um nicht selbst mit seinen problemen fertig werden zu müssen??


    nur um keine missverständnisse aufkommen zu lassen. ich möchte hier niemanden angreifen und ich möchte mit meinen gedanken nicht sagen, dass alle meschen mit depressionen heuchler sind. also nicht falsch verstehen!
     
    #1
    dollface, 5 Januar 2010
  2. donmartin
    Gast
    1.903
    Belegbar ist, dass die "psychischen Krankheiten" bzw. die Diagnose massiv zugenommen haben.

    Es dürfte sicherlich den einen oder anderen Fall geben, Ärzte haben ein Problem mit der Zeit und dem Geld und je nach dem, was der Patient ihnen erzählt, ist die Diagnose "zu schnell" erfolgt.

    Viele Menschen informieren sich, suchen schon im Vorfeld Lösungen und kennen die Folgen (körperliche Schmerzen) sowie die Beschwerden und können einem Arzt ganze Befunde auswendig erzählen.
    Dadurch ist man natürlich sensibilisiert und "seine Krankheit" seine Beschwerden sind natürlich noch von jedem anders und "intensiver" empfunden.
    (Ich sage jetzt nicht, das Menschen - alle Menschen zur Übertreibung neigen oder simulieren!)

    Die Krankheit, das Krankheitsbild des "Depressiven" ist anerkannter als früher.
    Durchaus auch Männer leiden darunter, man gilt nicht mehr als "verrückt" oder "anders" - das wurde früher schnell stillgeschwiegen.

    Sehr viele Menschen verbinden das eine Wort "Depression" mit vielerlei Beschwerden.
    Das kann ja alles sein, Nervenentzündungen, Stoffwechselerkrankungen, Mangelerscheinungen kurz: viele körperliche Beschwerden haben als Ursache eine Depression.

    Wie sollte man sons die heutige Erwartungshaltung, Druck, Mobbing, Ängste um Arbeit und Menschen, Über/Unterforderung, Hektik, Lautstärke, (Beziehungs)Stress und "nicht der Norm entsprechen" UNTER EINEM WORT zusammenfassen. Es geht niemand zum Arzt und sagt, "mir gehts schlecht ich habe Stress"....

    Depression bedeutet vieles und ist vielfältig. Ob es alles mit irgendwelchen Psychopharmaka behandelt werden muss, kann ich nicht beurteilen.

    Nach einer Umfrage die letztens in der rp stand, fühlen sich 87% der Arbeitnehmer "verbraucht, schlapp, unter Stress und sind einfach unmotiviert". Die Menschen kommen nicht mehr zur Ruhe.
    Das ist viel. Und jeder ist irgendwie betroffen......

    Man sieht es den Menschen an. Es "fehlt" etwas in ihren Augen, im Gesicht - die Mimik ist verändert.....

    Off-Topic:
    Bei mir kamen zur Diagnose "Depression" und "BurnOut", was gut 7 Jahre gedauert hat, bis es soweit war, umfangreiche Tests, so musste ich in die Röhre mit m Hirn, Nervenbahnen wurden durchgemessen usw....um nichts in der Welt, möchte ich nochmal so da stehen - unfähig einen PC zu bedienen oder eine Spülmaschine einzuräumen - geschweige denn, soetwas zu "spielen".
     
    #2
    donmartin, 5 Januar 2010
  3. many--
    many-- (32)
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    Jede Zeit hat ihre Modekrankheiten. Depression, ADHS, "Hysterie", "Melancholie". Allerdings gibt es ja auch so was wie medizinischen Fortschritt - manche Erkrankungen können halt erst ab einem bestimmten Wissensstand sicher diangnostiziert werden.

    Gerade psychische Erkrankungen sind da immer problematisch. Ich habe immer den Eindruck, als träfen beide o.g. Richtungen oft gemeinsam ein. Es gibt einen Wissensfortschritt, jemand beschreibt einen Zustand und disgnostiziert ihn X - und das wird dann eine gängige, dann eine Trenddiagnose. Tatsächlich ist das Problem aber komplexer; was heute "Depression" heißt, sind morgen 5 verschiedene Krankheiten. Beispiel: im Mittelalter wurden sämtliche Formen der psyschischen Erkrankung als "Melancholie" diagnostiziert, die Differenzierungen kamen erst später dazu.
     
    #3
    many--, 5 Januar 2010
  4. User 15875
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    Es kann aber auch sein, dass immer mehr Menschen wegen den genannten Streßgründen und so öfters ärztlichen Rat einholen.

    Ich selbst bin auch betroffen von dieser "Modekrankheit" (als ob ich mir das ausgesucht hätte nach dem Motto "och ist ja gerade in Depressionen zu haben"), nur hat es bei mir 3 dicke "Schläge" vor den Kopf gebraucht bis ein bekannter Psychiater mir sagte "Philipp, du solltest eine stationäre Therapie in einer Klinik machen".

    Zuerst war ich etwas überrascht weil ich nicht damit gerechnet habe, dass es mich auch erwischen würde aber jetzt bin ich froh den Schritt gegangen zu sein.

    Kann sein, dass ich mich täusche aber ich meine seit dem Tod von Robert Enke sind die Medien und sämtliche Illustrierte, Magazine etc. doch voll mit dem Thema "Depressionen".
     
    #4
    User 15875, 5 Januar 2010
  5. VelvetBird
    Gast
    0
    Ich finde es nicht richtig, eine Krankheit als "Modekrankheit" zu bezeichnen. Das führt nämlich irgendwann
    dazu, dass man sie für ein Hirngespinst hält und Betroffene nicht mehr ernst nimmt.

    Ich finde auch nicht, dass diese schwere Krankheit (unter der übrigens nicht nur der Betroffene selbst, sondern auch sein näheres Umfeld stark leidet, das macht mich dann umso wütender, wenn ich irgendwas von "Mode" lese - als könnte man sich frei dafür entscheiden, schwer krank zu sein!) momentan stärker verbreitet ist als z.B. noch vor 5 oder 10 Jahren.
    Es machen jetzt nur mehr Medien darauf aufmerksam und warnen davor, damit man die Warnsignale frühzeitig erkennt und sich Hilfe sucht. Das finde ich vollkommen richtig. Auch ist es richtig, dass diese Krankheit als solche angesehen und nicht nur einfach als temporäre Verstimmung, die jeder mal hat, wahrgenommen wird.

    @Dollface: Du schreibst zwar, dass du hiermit niemanden angreifen möchtest, aber ich finde, genau das tust du. Du bringst nämlich Betroffene in die Situation, sich dafür rechtfertigen zu müssen, krank zu sein.
    Meiner Erfahrung nach ist man in Deutschland eher vorsichtig mit Diagnosen, einfach auch deshalb, weil (seelische) Krankheiten oft nicht klar abgrenzbar sind und man nicht klar benennen kann, was denn nun genau das Problem ist. Es funktioniert einfach nicht, dass man sich kurz mal dem Arzt vorstellt und dieser einem dann einen Aufkleber auf die Stirn klebt, wo drauf steht "Depressionen", "Borderline", "Magersucht", "Angststörung", etc.´
    Dafür sind (seelische) Krankheiten einfach zu vielfältig und was manchmal wie eine eigenständige Krankheit aussieht, kann auch "nur" Symptom für eine andere Krankheit sein.
     
    #5
    VelvetBird, 5 Januar 2010
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  6. hellgrau
    Gast
    0
    Puppengesicht, ich sehe das ähnlich. Krankheiten die nicht so sichtbar sind, wie ein amputiertes Bein oder ein Loch im Kopf und dazu "eh da" sind, stehen immer etwas höher im Kurs bei Simulanten und natürlich auch bei denen, die mit entsprechender Behandlung ihr Geld machen.
    "Schlecht gehen", kann es einem immer. Wenn daraus aber ein "echte Krankheit" wird, hat man ein super Argument für unerwünschtes Verhalten, Unzufriedenheit oder schlechte Leistungen, sowohl anderen, als auch sich selbst gegenüber.
    Gleichzeitig leidet man aber nicht "unnormal". Solche Krankheiten bringen doch überwiegend Beschwerden mit, die man genausogut ohne diese Krankheiten mit den beliebten Schlagwörtern wie "Stress" usw. abhandeln kann.
    Den einen gehts halt "irgendwie Schei$$e", die anderen haben Depressionen. Bei ersteren sagt man "stell Dich nicht so an", bei letzteren "oh Du arme(r), kann ich was für Dich tun?"

    -- -- hellgrau
     
    #6
    hellgrau, 5 Januar 2010
  7. simon1986
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    Hellgrau, du malst doch ein wenig schwarz-weiss :grin:

    Bestimmt gibt es Modekrankheiten, oder besser gesagt Mode-Diagnosen. Was im Raum steht und diskutiert wird, wirkt eben wie ein Angebot, man kann sich ein Leiden aussuchen, heisse es jetzt Asperger-Syndrom oder Hochbegabung. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass eine Stürung real zahlreicher wird, wenn sie einen Namen bekommt und in den Gesundheitsdiskurs eingeführt ist. Wie um 1900, als viele Menschen nervenschwach oder hysterisch waren. Auch dass die Pharmaindustrie Krankheiten designt, um ihre Produkte abzusetzen, ist nicht zu 100% auszuschliessen.

    Nur darf man nicht in den Fehler verfallen und alle seelischen Leiden als Modeerscheinung verdächtigen. Viele psychische Probleme haben sehr viel mit verschlechterten Lebensbedingungen zu tun, und wenn wir sagen, diese Leiden seien bloss eingebildet, dann machen wir einfach aus gesellschaftlichen Problemen ein individuelles Versagen.

    Drum stimme ich doch eher Nuvola zu.
     
    #7
    simon1986, 5 Januar 2010
  8. *Sawya*
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    1. Ja, ich denke, es gibt Trittbrettfahrer, die die Verantwortung für ihr Leben auf eine Krankheit abschieben. Das hat eben zur Folge, dass eine solche Diskussion entsteht. Die Grenze ist bei psychischen Krankheiten nicht so klar, und es ist einfacher, ein paar Medikamente einzuwerfen, als an den Ursachen zu arbeiten. Das heisst aber nicht, dass die Krankheit ein Mythos ist und nicht ernstzunehmen.

    Daher denke ich, dass voreilige Diagnosen daran "Schuld" sind, dass Depressive sich quasi "rechtfertigen" müssen. Dass man den Eindruck bekommt, es ist eine "Modeerscheinung". Für echte Betroffene bestimmt hart. Aber ich kann verstehen, wenn man der Diagnose kritisch gegenüber steht.

    2. Aber ob depressiv, oder nicht. Wer Probleme hat, sollte ruhig den Mut finden, sich helfen zu lassen. Ob es nun in Form von Therapie, einfacher Beratung oder Medikamenten geschieht. Wie das Ganze dann heisst, ist schlussendlich egal. Dass der Leistungsdruck und die Information durch die Medien zugenommen hat, sollte man dabei nicht ausser Acht lassen.
     
    #8
    *Sawya*, 5 Januar 2010
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  9. munich-lion
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    nicht angegeben
    Wer bereits 5 Leute im engeren Umfeld aufgrund Depressionen verloren hat, weil sie sich das Leben nahmen, (nicht inbegriffen sind die Suizidversuche, die zum Glück scheiterten) der würde diese Krankheit niemals als "Mode-Erscheinung" bezeichnen.

    Klar, einige gehen mit dem Begriff ein wenig leichtsinnig und unbedacht um und meinen hin und wieder, sie hätten jetzt ihre "Depri-Phase", weil ihnen das Nudelwasser übergekocht ist oder weil das Kerzenlicht so schöne Schatten an die Wand malt...aber jeder hat das Recht ernstgenommen zu werden, wenn der Arzt diesbezüglich eine Diagnose stellt. Ganz egal, wie "leicht" diese auch ausfallen mag.
    Niemand, der nicht schon einmal unter Depressionen litt kann sich vorstellen, welche Qualen diese Menschen erdulden müssen...und erst Recht nicht die, die sich gar nicht Hilfe suchen, weil die Krankheit als solche entweder nicht erkannt wird oder sie sich dafür fast zu Tode schämen.
     
    #9
    munich-lion, 5 Januar 2010
  10. dollface
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    dass nicht nur die betroffenen unter der krankheit leiden, sondern auch die angehörigen ist mir mehr als bewusst. meine mutter war mehrere jahre psychisch sehr krank und wir haben ALLE darunter gelitten, die ganze familie und das nicht gerade wenig.
    du sprichst aber genau das an was ich meinte, wenn du von schwer krank redest. sind diese leute alle wirklich SO schwer krank, dass sie sich nicht mehr selber helfen können?

    der punkt wo ich mir gedanken drüber machen ist keinesfalls ob irgenjemand simultiert. dass es jemandem der depressionen diagnostiziert bekommt nicht gut geht, dass ist doch überhaupt nicht die frage, das bezweifle ich doch überhaupt nicht und dafür muss sich auch sicher überhaupt niemand rechtfertigen.
    meine frage ist eher gewesen, ob die leute heutzutage schneller zum arzt gehen, schneller hilfe suchen, schneller resignieren vor ihren eigenen problemen und diesen leuten allen schnell der stempel depression aufgedrückt wird. das war alles.

    tut mir leid wenn du dich angegriffen gefühlt hast von meiner frage und dem begriff "modekrankheit", kann sein dass ich mich da etwas unglücklich ausgedrückt habe aber ich hab mehrmals gesagt, dass sich das nicht gegen irgendjemanden persönlich richtet und das bitte ich dann auch genau so zu verstehen.
     
    #10
    dollface, 5 Januar 2010
  11. krava
    krava (35)
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    Ich stimme Munich-Lion da voll zu.
    Echte Depressionen kennen wohl nur die tatsächlich Betroffenen und alle Anderen können sich davon nicht annähernd ein Bild machen.
    Meine Oma war mind. 30 Jahre lang schwer depressiv, allerdings starb sie als ich 14 war (sie hat sich da Leben genommen) und während meiner Kindheit hab ich nie etwas von ihrer Kranikheit bemerkt. Ich hab das alles erst viel später von meiner Mutter und von meinem Opa erfahren und war entsprechend geschockt. Mich macht der Gedanke, dass nicht mal ich als ihr geliebtes Enkelkind sie dazu "überreden" konnte, weiterzuleben. Wie schlecht muss es ihr gegangen sein... :cry:

    Dass sich viele Leute Depressionen "einreden" und jede Phase, in der es einem mal schlecht geht (und die macht jeder von uns von Zeit zu Zeit durch) gleich als Krankheit bezeichnet und davon redet, dass man Medikamente oder eine Therapie braucht, das hab ich schon mehrfach erlebt und mitbekommen.
    Grade meine Schwiegermutter redet immer wieder in diese Richtung, dabei hat sie null Ahnung davon, was echte Depressionen sind und wie die wirklich Betroffenen da leiden. Ihr geht es da noch viel zu gut.

    Als Modekrankheit würde ich Depressionen wohl nicht bezeichnen, aber wohl als Volkskrankheit. Ich bin in vielen Gesundheitsforen unterwegs und da handelt jeder zweite Thread von Angszuständen, Depressionen und entsprechenden Medikamenten.
    Was ich mich oft frage: Warum bin ich nicht betroffen? Oder warum hab ich die Kurve gekriegt? Schlimme Zeiten hab ich zur GEnüge erlebt, warum stopf ich mich also nicht mit Antidepressiva voll? Warum hab ich keine Suizidgedanken?
    Und was unterscheidet die Betroffenen von mir?
    Sind einige Charakter einfach schwächer? Umfelde instabiler?
    Was genau führt zu einer echten Depression?

    Ich hab das auch bei meiner Oma nie verstanden. Ihr gings nie schlecht im Leben, wodurch kam da also?
    Muss es einem am Ende gar nicht schlecht gehen, um depressiv zu werden? Kann man sich das auch einreden? Ich denke ja, aber das ist ein anderes Thema.
     
    #11
    krava, 5 Januar 2010
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  12. *Sawya*
    *Sawya* (25)
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    Du darfst aber nicht vergessen, dass Depressionen auch körperliche Ursachen haben können, durch eine hormonelle Störung bedingt. Ich kann mir vorstellen, dass gerade das auch sehr schlimm sein kann. "Eigentlich müsste es mir doch gut gehen?! Nur warum tut es das nicht?"
     
    #12
    *Sawya*, 5 Januar 2010
  13. jenni
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    1
    nicht angegeben
    sind vielleicht körperliche, erbliche faktoren oder besonders schlimme erlebnisse die ursachen? oder lösen schlimme erlebnisse die depressionen aus, die grundlage für die krankheit ist aber in einer person? ich denke es ist multifaktoriell bedingt und lässt sich nicht auf eine ursache beschränken.
     
    #13
    jenni, 5 Januar 2010
  14. VelvetBird
    Gast
    0
    Genau so könnte man sich fragen, ob ein Drogenabhängiger denn wirklich Hilfe braucht oder ob er nicht selbst vernünftig werden kann.

    Was ist denn "SO schwer krank"? Wie will man das messen?
    Man kann halt nicht von sich auf Andere schließen.
    Während der Eine in der Lage ist, sich selbst aufzuraffen, schafft das der nächste nicht.
    Viele Menschen glauben auch, sich selbst helfen zu können und erkennen nicht die Notwendigkeit, sich professionelle Hilfe zu suchen.
    Ist es denn dann nicht besser, dass Menschen sich frühzeitig Hilfe suchen (auch wenn es nur eine "depressive Verstimmung" ist), bevor sie irgendwann gar nicht mehr aus dem Haus kommen, den ganzen Tag im Bett liegen und nur noch vor sich hinvegetieren?
     
    #14
    VelvetBird, 5 Januar 2010
  15. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    Verliebt
    Also meine Oma war immer in Behandlung, hat die verschiedensten Medikamente bekommen und dadurch eben auch problemlose Phasen erlebt. Mein Bruder und ich haben sie immer unbeschwert erlebt, nie auch nur annähernd bedrückt oder verstimmt und wir haben einen Großteil unserer Kindheit mit ihr verbracht. Wie ich heute weiß, war sie sogar einmal in stationärer Behandlung, aber gebracht hat es letztlich gar nichts.
    Die Medikamente konnten ihre Symptome wohl unterdrücken, aber auch nicht ewig. Und irgendwann gings dann wohl einfach nicht mehr...

    Wie genau eine Heilung für tatsächlich depressive Menschen also auszusehen hat, das weiß ich nicht. :ratlos:
     
    #15
    krava, 5 Januar 2010
  16. User 15875
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    Also dieser Schwachsinn zeigt, dass Du von dieser Krankheit keinerlei Ahnung hast. Dein "stell dich nicht so an" ist doch gerade das, was in vielen Bereichen des Lebens (gerade im Beruf und auf der Arbeit) immer öfter und immer mehr von den Vorgesetzten gefordert wird.
    Dass gerade dieses "einem eine Maske aufzwingen" dazu führt, dass die Betroffene Person immer mehr Probleme in sich hineinfrisst und es dadurch erst recht zu richtigen Depressionen kommt?

    Wer selbst nicht im Boot sitzt soll mal nicht das Kommando übernehmen wollen.

    gruß
    Philipp
     
    #16
    User 15875, 5 Januar 2010
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  17. MrShelby
    Sehr bekannt hier
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    Natürlich gibt es Moden in der Medizin, sowie Selbstdiagnosen mancher Menschen, die gerne mal leichtfertig mit Krankheitsbildern um sich werfen.
    Da hat dann jemand, der sich zurückzieht, gleich eine Depression, total verzogene (oder garnicht erzogene) Kinder haben "in Wirklichkeit" natürlich sofort ADHS, und schreien deshalb in der Süßigkeitenabteilung so rum :rolleyes: Man bedenke auch mal, wie leichtfertig und inflationär hier bei Threads zum Thema "Mögen Männer schlanke Frauen?" gleich sinnfreie Sätze wie "Die Sängerin X/die Schauspielerin Y/das Model Z ist doch sowieso magersüchtig" runtergeschrieben werden. Das Kleidergröße 34 nicht naturgesetzlich Magersucht bedeutet, haben manche wohl noch nicht mitbekommen.
    Daneben ist es für manche auch bequem, eine sozial akzeptierte Erklärung für manche Probleme zu haben, die eine Scheinlösung und eine damit zusammenhängende Scheintherapie ermöglicht. Die ADHS-Kinder, die offenbar überall zu finden sind, sind da ein gutes Beispiel. Das der Kevin-Jason falsch erzogen wurde, und deshalb keine Grenzen kennt, und macht, was er will, will man sich persönlich wohl auch nur ungerne eingestehen. "Der Kleine hat ADHS" befreit von jeder Verantwortung, und gibt der "bösen Krankheit" die komplette Schuld. Und die Pharmaindustrie, die munter Pillen verkauft, freut sich. Die Aktionäre sagen: Dankeschön :ratlos:
    Die Frage ist ja durchaus, ob man wirklich auch immer so unschuldig an seiner Lage ist. Ich erinnere z.B. an die vielen Jammerthreads, in denen sich viele in ihrem Selbstmitleid suhlen, und immer jammern, anstatt mal Verantwortung für sich, und ihre Situation zu übernehmen. Wer seit 4 Jahren Single ist, nie das Haus verlässt, und dann sagt, dass er immer einsamer und depressiver wird, sollte nicht zum Onkel Doktor gehen, um das Rezept zu holen, sondern mal eher den Arsch von der Couch kriegen, um in den Sportverein oder sonstwohin zu gehen, wo er aus der Isolation befreit wird.

    Ich finde es auch sehr fragwürdig, eine Tabu-Diskussion entfachen zu wollen, nach dem Motto: Da es ja tatsächlich Kranke gibt, darf man keine Kritik an gegenwärtigen Entwicklungen üben. Das ist ein Totschlagargument im Stile von "Wer Banker kritisiert, ist doch nur neidisch".
    Natürlich muss man fragen stellen, da es ja auch keine Lösung sein kann, jedes Lebensproblem nun an Ärzte und die Pharmaindustrie abzugeben. Wobei ich auch daran erinnern möchte, dass WIR ALLE diesen Trend finanzieren.

    Wer nach einem schweren Unfall traumatisch erkrankt ist, soll natürlich professionelle Hilfe bekommen. Aber jeden schwermütigen Menschen gleich als Krank abzustempeln, und ihm Pillen zu verordnen, finde ich unangebracht.
     
    #17
    MrShelby, 5 Januar 2010
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  18. hellgrau
    Gast
    0
    Tu ich nicht. Lies doch meinen ersten Satz nochmal. Ich sage das dort mehr Krankheiten erfunden, simuliert oder übertrieben bzw. falsch diagnostiziert werden, wo sie nicht so klar und deutlich sind wie den Kopf unterm Arm zu tragen. :zwinker:
    Das man solch geschichten nicht gerne sehen will, oder sie als ganz seltene Fälle abschiebt, ist ok. Ich habe in der Familie und "drumherum" leider genug Ärzte, Sanis etc. Da bleibt es nicht aus, dass man ein paar Dinge erfährt.
    Wenn in Deutschland jedes Jahr lauter erfolgreich Operierte an Keimen sterben, werden dann Krankenhäuser geschlossen, oder hält man da den Deckel drauf? Wenn die Pharmazieunternehmen systematisch Arztpraxen bestechen, damit sie ihre Produkte verschreiben, werden die dann verurteilt oder verlaufen die Verfahren im Sand?
    Wenn auf dem Parkplatz neben der Uni die gelben Scheine verkauft werden, macht man Alis Onkel dann die kleine Praxis dicht, oder bezeichnet man ihn als leuchtendes Beispiel guter Integrationspolitik?
    Dagegen ist eine Krankheit zu diagnostizieren, die überwiegend auf Gebrechen hinausläuft, die man auch "einfach so" haben kann, doch noch ziemlich harmlos.
    Das bekloppte an der Sache ist, dass sich die Menschen so sehr verändern, wenn das Kind einen Namen bekommt. Eine Krankheit ist ja schließlich entschuldbares Leiden und sollte mitleidig behandelt werden. Jemand, der sich "hängen lässt" ist ne faule Sau, die nur keinen Bock hat zu arbeiten...
    Dem Zustand ist das nur leider ziemlich wurscht. Ob man sich nun wegen Depressionen vom Dach stürzt oder wegen irgendwas, das kein Arzt als Krankheit diagnostiziert, macht wenig Unterschied.


    Es geht hier ja auch sicher nicht um die Frage, ob solche Krankheiten Modeerscheinungen sind, sondern darum, ob es zur Mode geworden ist, einen "Durchhänger" oder ein "mir gehts schlecht" sehr häufig mit einer psychischen Krankheit zu stempeln.
    Wer an seinen Problemen stirbt, der hatte auch welche. Darüber brauchen wir nicht streiten.
    Klar ist auch, dass wir über die letzten Jahre immer mehr unsere Krankheiten zellebrieren und wegen jedem Jucken zum Arzt rennen.
    (Dementsprechende Programme werden ja genau dafür bzw. dagegen entwickelt.)
    Dank Internet ist jeder informiert, nur leider hat niemand wirklich Ahnung.
    Man streitet rum, bastelt sich eine nette Meinung zurecht und wenn bevor man einsehen muss, dass man nur Quatsch redet, wechselt man lieber das Forum.


    Nuvola, gerade weil "so schwer krank" bei solchen Krankheiten nicht genau einzuschätzen ist, liegt es doch nahe, dass die Gruppen der Betroffenen und Nichtbetroffenen entsprechend ungenau gebildet werden. Die Ränder zerlaufen in die eine und in die andere Richtung. Und genau deshalb sind solche Krankheiten auch sehr attraktiv für Simulanten.
    Deswegen jetzt zu unterstellen jemand würde die Krankheiten runterspielen oder pauschal jeden als Simlanten sehen, ist Verschwendung.

    -- -- hellgrau

    Edit:
    Schelby, das passt. Ist genau die Geschichte, die ich meine. Niemand erfindet ein amputiertes Bein. Die schwer diagnostizierbaren, von anderen Dingen oft kaum unterscheidbaren Krankheiten sind der Tummelplatz für Simulanten. Das macht es für wirklich Betroffene nicht leichter, ist aber nicht wegzuzwinkern. Es hat ja auch jeder zweite Übergewichtige das Prada-Willi Syndrom (seit das mal in Doku-TV gezeigt wurde ...). Das lässt ja hoffen, dass wir uns das Gekreische und die Hexenjagd teilen können, die hier bestimmt noch kommt. :zwinker:
     
    #18
    hellgrau, 5 Januar 2010
  19. User 15875
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    Sowas lasse ich nicht auf mir sitzen.
    Jetzt hat deiner Meinung nach auf einmal jeder der keine Lust hat zu arbeiten "Depressionen".

    So ich will dir mal was von mir erzählen.

    Ich habe gearbeitet, hatte Lust zu arbeiten. Hab täglich ca. 10-12h gearbeitet inkl. Weg zur Arbeit. Mir wurden die Überstunden nicht bezahlt und als Dank gab's die Kündigung vom Chef.

    Hab dann ein andere Arbeit aufgenommen, die hat allerdings auch nur kurz gehalten. Also wieder Kündigung aufm Tisch gehabt.

    Da hab ich dann dichtgemacht, den Kopf in den Sand gesteckt und anschließend dann die Therapie gemacht.

    So jetzt sitze ich hier und suche Arbeit, wobei Arbeit nicht gleich Arbeit ist.

    Obwohl bei mir leichte Depressionen diagnostiziert worden sind, fang ich nicht an alles darauf zu schieben. Denn ein paar Gespräche mit nem Psychologen und ich werde für arbeitsunfähig erklärt. Aber das will ich nicht und jetzt erzähl du nicht so einen Blödsinn dass man Depressionen nun als Ausrede für Faulheit nimmt.
    Wahrscheinlich laufen sogar mehr Menschen mit der Krankheit rum als diagnostiziert sind.

    Aber du scheinst das Problem ja nicht zu haben.

    gruß
    Philipp
     
    #19
    User 15875, 5 Januar 2010
  20. Halcyon Days
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Genau das ist Depression aber nicht. Wenn jemand über einen Zeitraum von mehreren Jahren keine Lebensfreude empfindet, dann hat das wenig mit "faule Sau" oder "Durchhänger" zu tun. Viele Nicht-Betroffene haben leicht reden und tun gerade so, als ob es Leuten mit Depressionen Spaß macht an ihrer Krankheit zu leiden.

    Man muss sich da nur mal den Fall Robert Enke anschauen. Der Mann hatte in meinen Augen alles - Frau, Kind, Familie, Geld, Beruf. Aber auch solche Menschen kann eine Depression "aus dem Nichts" heimsuchen und weil man eine Depression halt nicht so sieht wie eine amputiertes Bein, ruft das gleich die ganzen Hobby-Motivationscoaches auf den Plan, "Yo, hab dich mal nicht so"

    JA, es gibt mehr diagnostizierte Depressionen als früher und ich glaube auch, dass die Zahl an berechtigten Diagnosen ebenso gestiegen ist. Erstens ist Depression endlich kein Tabu mehr, was ich als sehr positiv erachte, zweitens: Unsere heutige Gesellschaft, die auf Leistung und Selbstverwirklichung aus ist, bietet einen besseren Nährboden für Depressionen als früher.

    Den meisten dürfte ja die Bedürfnispyramide bekannt sein (wenn nicht: Maslowsche Bedürfnispyramide ? Wikipedia) - die meisten Menschen in Deutschland haben die Grundbedürfnisse wie Überleben und Sicherheit abgedeckt. Es wurde in mehreren Studien gezeigt, dass Menschen am anfälligsten für Depressionen sind, wenn sie zwischen den oberen Ebenen der Pyramide festhängen (Individual-Bedürfnisse und Selbstverwirklichung).

    Zum anderen denke ich, dass die Menschen heute einsamer geworden sind. Früher hatte man ständig die Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte um sich, heute streben alle Unabhängigkeit und "ich koste mein Single Leben voll aus"-Dasein an. Gewisse Werte wie Zusammenhalt (was heute mit dem als negativ behaftete "Abhängigkeit" bezeichnet wird) sind verloren gegangen und das fördert eine mögliche Erkrankung. Gleichzeitig soll heute ein Mensch alles in einem sein: Hübsch, intelligent, erfolgreich, hoher Status, kurz gesagt: Perfekt. Früher hat man keinen schief angeguckt, wenn man Hauptschul- oder Realschulabschluss hatte, doch heute ist alles unter Abitur und Hochschulabschluss ein Makel. Und selbst wenn man das erreicht hat, gehts in die nächste Runde: Steige so schnell und hoch wie möglich im Job auf.

    Dazu hier vielleicht ein passendes Video...: [ame="http://www.youtube.com/watch?v=ERbvKrH-GC4"]YouTube- Music and Life - Alan Watts[/ame]
     
    #20
    Halcyon Days, 5 Januar 2010

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