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Depression

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von ProxySurfer, 13 November 2009.

  1. ProxySurfer
    Sehr bekannt hier
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    Single
    Nach dem tragischen Tod des Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke stellt sich mir die Frage: Woran erkennt man, ob man eine ernsthafte (krankhafte) Depression hat oder ob es nur eine harmlose Verstimmung ist, z.B. bei tagelangem trüben Wetter oder Liebeskummer?

    Also, es geht hier NICHT um den Fall Robert Enke, sondern um das Thema Depression. Hat viielleicht sogar jemand von euch (oder engerem Verwandten/Bekanntenkreis) "echte" Depressionen gehabt? Wenn ja, wie seit ihr (oder and.) da wieder rausgekommen? Und: Kann man sich vor Depressionen schützen?
     
    #1
    ProxySurfer, 13 November 2009
  2. Wundertüte
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Ich glaube eine Depression kommt nicht von einem Tag auf den anderen sondern langsam, ist ein wachsender Prozess. Man beginnt sich langsam von Bekannten Freunden und Verwandten abzukanzeln und verbringt möglichst viel Zeit mit sich selbst um zu grübeln und zu grübeln. Macht nur mehr das was nötig ist und nicht mal mehr das, alles erscheint einem aussichtslos, man hat keine Hoffnung mehr, jedes kleine Problem wird unlösbar. Man denkt es wäre besser man würde gar nicht mehr leben, oder man glaubt man sei für die anderen eine Belastung man habe es gar nicht verdient Liebe, Hilfe und Zuneigung zu bekommen.
    Wenn man Glück hat bemerkt man selbst, dass es einem nicht gut geht.
    Doch wer will schon gerne zugeben, unter Depressionen zu leiden, man schämt sich so schwach zu sein.
    So versucht man einen Hauch heile Welt zu erhalten, den anderen etwas vorzutäuschen,
    um wenn man alleine ist wieder total zusammenzubrechen, und sich selbst zu verletzen.
    Vorbeugen- hoffentlich gute Freunde haben, die es trotzdem bemerken und dich versuchen da rauszuholen,
    die dir sagen dass eine Depression nichts schlimmes ist.
    Die dich begleiten wenn du dir Hilfe holst.
    Die dir auch mal in den Arsch treten und sagen:"Komm mal wieder hoch und leb dein Leben!!"
    Und in dieser Zeit wirst du merken ob du wirkliche Freunde du hast.
    Denn oft sagst du Sachen zu Ihnen die du bereust ....
    Oder du schaffst es von dir aus selbst Hilfe zu holen.

    Hmmm tja
     
    #2
    Wundertüte, 13 November 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  3. User 88899
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich kenns im Umfeld bei Freunden und bei mir. Ich war in Behandlung, ist aber schon länger her und ich habs abgebrochen, weil ich es irgendwie lieber alleine schaffen wolte und die ersten zwei versuchten Therapeutinnen mir nicht so recht weiterhelfen konnten, ich hatte dann nicht mehr den Elan, noch einen Anlauf zu versuchen, vielleicht irgendwann wieder. Ich habe eher leichte Depressionen, die in Schüben kommen. Wenn sie kommen, gibt es kaum etwas, das davon ablenken kann, alles Negative wird aufgesogen, alles Positive automatisch abgeschwächt. Dazu kommt eine bleierne Müdigkeit, egal wie gesund ich lebe oder wie viel ich schlafe. Und jeder Alltagsschritt fällt unendlich schwer, es ist als koste jede Armbewegung hundertmal so viel Kraft und ich fühle mich nach ganz banalen Dingen ausgelaugt. Ich versuche imemr, in guten Phasen so viel wie möglich zu erledigen, damit ich mir die schlechten Phasen "leisten" kann, arbeitstechnisch zum Beispiel (bin freiberuflich und kann mir die Zeit einteilen), weil dann alles langsam geht. Was mir eher nicht hilft sind zwanghafte Ablenkungen, da fühle ich mich hinterher oft doppelt schlecht.

    Wo Verstimmung aufhört und Depression anfängt finde ich ganz schwer zu sagen, bei mir fingen diese Phasen in der Jugend an, aber da schiebt es ja jeder auf die Pubertät. Es ging dann aber nicht mehr weg und als ich merkte, dass es mein Leben wirklich beeinträchtigt, hab ich mir Hilfe gesucht.
     
    #3
    User 88899, 13 November 2009
  4. Stinkesocke
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    wir haben bei uns im sportverein zwei leute, c und m, die an einer depression erkrankt sind und deswegen auch schon über monate in der psychiatrie waren (auch geschlossene). bei den beiden ist es so eindeutig, dass das wirklich jeder merken muss, dachte ich mir. und war erstaunt, als jemand völlig perplex war, als c. das mal auf dem weg nach hause in der u-bahn beiläufig erwähnte (sie geht inzwischen sehr offen damit um, was ich sehr gut finde).

    daher finde ich die frage des ts sehr gut. ich habe das gefühl, dass das alles sehr viel damit zu tun hat, wie oberflächlich oder tiefgründig persönliche beziehungen sind. was sich alles wie beeinflusst kann ich nicht überblicken. aber mir fällt auf, dass es im alltag sehr viele leute gibt, die einfach nicht mitkriegen, wenn es anderen leuten schlecht geht. und ich habe das gefühl, dass depressive menschen sehr viel mit solchen oberflächlichen leuten zu tun haben - warum auch immer.
     
    #4
    Stinkesocke, 13 November 2009
  5. ProxySurfer
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    Single
    Kann es sein, dass unsere Hochleistungsgesellschaft etwas damit zu tun hat? Wenn ich mir überlege, wie schwer es ist, eine Stelle zu bekommen, und was man bei der Bewerbung alles beachten muss? Und wie schnell wird einer zum Versager gestempelt, nur weil er dies oder das nicht geschafft hat...

    Dazu müßte man vll. wissen wieviel Depressive es in früheren Gesellschaftssystemen gegeben hat...
     
    #5
    ProxySurfer, 13 November 2009
  6. Joppi
    Gast
    0
    ...was vollkommen unmöglich ist :zwinker:
     
    #6
    Joppi, 14 November 2009
  7. User 53338
    Meistens hier zu finden
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    224
    offene Beziehung
    Ich bin aufgrund äußerlicher Umstände in eine Depression gekommen. Heraus gekommen bin ich nur mit viiiiieeeel Therapie und teilweise Medikamenten.

    Ich glaube icht das man sich vor Depressionen schützen kann. Ich denke der ein oder andere Mensch ist dafür eben nur anfälliger, da meiner Meinung auch das soziale Umfeld eine große Rolle spielt. Ich glaube Menschen mit stabilen Umfeld, stabiler Familie, stabilen Freundeskreis laufen vielleicht nicht so schnell Gefahr in die Einsamkeit zu rutschen - wobei ich jetzt nicht sagen will, dass Menschen mit vielen Freunden keine Depressionen bekommen können. Ich meine nur. Bei mir würde es beispielweise niemand merken, wenn ich mich wochenlang zu Hause verkrieche und nicht mal mehr den Fuß zur Tür setze um einkaufen zu gehen.

    Ich denke, wer Depressionen hat wird den Unterschied zu einer normalen Verstimmung recht schnell merken. Eine Depression saugt das Leben aus dir herraus und ist ein langsamer, schleichender Tod, wenn nichts dagegen unternommen wird.
     
    #7
    User 53338, 14 November 2009
  8. Wundertüte
    Sehr bekannt hier
    1.459
    198
    676
    nicht angegeben
    Ja das triffts genau würd ich sagen ....
     
    #8
    Wundertüte, 14 November 2009
  9. Fluxo
    Ibiza
    829
    113
    73
    nicht angegeben
    Ja ich, und es gibt mehr als genug davon. Ansonsten wären die Therapeuten nicht dermaßen ausgebucht.

    In meinem Fall ist es so, dass ich da nicht raus komm, aber lern besser damit umzugehen.

    Meistens nicht. Überleg mal, wie will man sich vor etwas schützen, dass man nicht kennt? Man müsste also zuerst mal eine haben um dann entsprechend reagieren zu können. Danach geht das schon...
     
    #9
    Fluxo, 14 November 2009
  10. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    9.083
    Verliebt
    Meine Oma hat Selbstmord begangen als ich 13 war - der Grund waren Depressionen. Laut Aussage meiner Mutter htte sie die praktisch immer, auch schon zu Kindheitszeiten meiner Mutter. Wir, ihre Enkelkinder, haben davon nie etwas mitbekommen. Für uns war sie die liebe Oma und ich verdanke ihr eine wunderschöne Kindheit! :smile:
    Ihr Selbstmord war ein Riesenschock für uns. Ich war noch ziemlich jung, aber ich hab wohl genug verstanden. Mein Opa hat sich Vorwürfe gemacht, weil sie ihren Selbstmord 100x oder noch öfter angekündigt, aber nie durchgezogen hat und natürlich nimmt man das irgendwann nicht mehr ernst bzw. kann sie nicht rund um die Uhr bewachen.

    Ich fands schlimm, dass wir dank ihrer Medikamente nie was gemerkt haben bzw. merken konnten. Andererseits hätte ich es in dem Alter wohl auch gar nicht erkennen können. Ich finds bis heute schlimm, dass es ihr offensichtlich so schlecht ging, dass nicht mal die Liebe zu ihren Enkelkindern sie am Leben halten konnte. :geknickt:

    Das ganze ist nun lange her, aber grade durch den Selbstmord von Robert Enke wurde das alles wieder aufgewühlt.
    Meine Mutter hat mir erzählt, dass meine Oma praktisch ständig in Behandlung war, auch einmal stationär. Aber auf Dauer helfen konnte ihr wohl nichts. :ratlos: Mit Medikamenten ging es, aber die wirken eben nicht ewig und lösen auch nichts.

    Ich denke, ich kann von mir behaupten, Gott sei Dank nicht an Depressionen zu leiden, andererseits frage ich mich schon manchmal, warum eigentlich nicht. :ratlos: Mein Leben lief die letzte Zeit alles andere als toll. Was genau hat also dafür gesorgt, dass ich nicht depressiv geworden bin?
    Und was hat z.B. bei meiner Oma eben dafür gesorgt? Sie hat kein Kind verloren, auch ansonsten keinen schlimmen Schicksalsschlag erleiden müssen, sie war gesund, hatte eine intakte Familie etc.

    Ich bin häufig in Medizinforen unterwegs und bin da immer wieder schockiert, dass jeder zweite Thread (mindestens) von Depressionen bzw. Antidepressiva handelt. Es scheint die Volkskrankheit Nummer 1 zu sein und wahrscheinlich begegnen wir täglich Menschen, die davon betroffen sind.

    Ich persönlich würde es mir nicht zutrauen, beispielsweise einen depressiven Partner zu therapieren oder mitzutherapieren. Mich haben die Worte von Teresa Enke sehr bewegt, als sie sagte, dass offensichtlich ihre Liebe nicht ausgereicht hat. Genau so hab ich mich nach dem Tod meiner Oma auch gefühlt. Unsere Liebe hat auch nicht ausgereicht. :geknickt:
     
    #10
    krava, 14 November 2009
  11. donmartin
    Gast
    1.903
    "Schwermütig" sein. "Niedergeschlagen".

    Eine Depression kommt sicher nicht von heute auf Morgen. JEdenfalls war es bei meiner ein Prozess, der, ich schätze mal rund 7 Jahre gedauert hat, bis nichts mehr ging. Der Arzt diagnostizierte eine "Stoffwechselstörung" im Hirn, der Neurologe stellte Störungen im Transport der Botenstoffe über die Nervenbahnen fest. Hörnerv, Sehnerv und die Nervenbahn im rechten Arm waren entzündet.

    Die Warnsignale habe ich ignoriert, es dauerte ungefähr ein halbes Jahr, bis Nichts mehr ging.

    Es kamen also körperliche und seelische Ursachen zusammen.

    Und plötzlich befand ich mich morgens auf dem Weg zur Arbeit am Bahnhof - hilflos und "wusste" nicht mehr was ich dort wollte.

    Ich war "mir nichts mehr Wert".
    Die Gedanken drehen sich im Kreis, man kommt zu keinem Ergebnis mehr. Selbst alltägliche Arbeiten wie eine Spülmaschine einzuräumen, werden zur Belastungsprobe und können Stunden dauern.
    Off-Topic:
    Mir war die Reihenfolge der Tätigkeiten nicht mehr bewusst, bzw ich habe mich gefragt, was es für einen Sinn hat das Geschirr einzuräumen, wird ja eh wieder dreckig. Also Spülmaschine wieder ausgeräumt - Vorwürfe gemacht, dass ich nicht mehr in der LAge bin, Spülmaschine wieder angefangen einzuräumen, bis ich es letztendlich ganz sein gelassen habe und heulend auf m Sofa gesessen hab'. Manche Tage habe ich 6 Std gebraucht, bis ich angezogen und gewaschen war! Warum? Ja, das habe ich mich bei jedem Socken auch gefragt. Für wen und Warum?... Schwer zu verstehen oder? :zwinker:


    So zieht sich das über den ganzen Tag und die Nächte hinweg. Nachts kamen die Vorwürfe, Schlaflosigkeit usw....

    Selbst "Zuspruch" vom Partner wird tausende Male im Kopf "durchdacht", Und wenn nichts mehr da ist, fängt man von vorne an.
    Man sucht nach Auswegen, sieht eine Straße mit tausenden Abzweigungen vor sich, geht jede dieser Abzweigungen ein Stück weit hinein und sieht weitere Verzweigungen. Dann kommt die Angst dazu, das fehlende "Selbstbewusstsein", "das schaffe ich eh nicht", "warum soll ich all die Abzweigungen nach dem "richtigen Weg" abgehen?". Also dreht man um und steht wieder am Anfang.

    Fatal ist wirklich, das man nicht merkt, wie es einem langsam den Willen etwas zu tun, den Willen einen Schritt zu machen entzieht.

    Ich habe die Umwelt wie "schwarz-weiss" wahrgenommen. Habe in der Sonne gesessen und mich gefragt ob sie gerade scheint.
    Dann der Gedanke, wenn sie scheint, dann schon seit 4 Milliarden Jahre. Und sie wird es noch 5 Milliarden machen. Was sind 5/6/7 Milliarden gegen mein Leben von 70 Jährchen?....

    Um so mehr erfreue ich mich heute an den Milliarden Kleinigkeiten die mir jeden Tag im Alltag begegnen.

    _________________________

    Mein Hausarzt hat nur körperliche Symptome erkannt, nachdem ich dann in 3 Wochen komplett auf den Kopf gestellt wurde und ausser der NErvenentzündung keine organischen Erkrankungen festgestellt wurde und sich mein Zustand (Ich war körperlich und organisch KErngesund, hatte aber Symptome fast aller Krankheiten die es so gibt und Schmerzen überall..:mad:....."Die Seele hat geschrieen").
    nicht verbesserte kam die Überweisung zum Neurologen und Psychotherapeuten / Psychater.

    Der hat mich erst einmal auch auf den Kopf gestellt und dann "Ruhig" gestellt mittels Medikamenten.
    Danach konnte ich wenigstens die Dinge des Alltags ohne Nachzudenken erledigen.

    Am Anfang bin ich dann 2 Mal wöchentlich zu Einzelgesprächen gegangen.
    Die Medikamente habe ich fast 9 Monate genommen, ich war fast 2 Monate krankgeschrieben.

    Und da habe ich noch Glück gehabt. Viele Menschen sind 1 bis 1 1/2 Jahre krank.

    Nach ca 1/2 Jahr war es wie in der Werbung für ein Waschmittel. Nach und nach hat die Umwelt ihren "Grauschleier" abgelegt, ich habe Farben gesehen und auch ein Lächeln oder freundliche Gesichter.

    Man kann und muss lernen, die Dinge Positiv zu sehen, ein gutes Stressbewältigungsprogramm für sich selber erarbeiten und KEINE Kompromisse eingehen, wenn es darum geht, festzustellen, was für einen selber am Besten ist, was einem "gut tut".
    Das sieht nach Aussen hin oft bescheuert aus, aber jeder ist für sich selber Verantwortlich und weiss am Besten, wie er nicht mehr in eine solche Lage gerät.

    Bei den ersten Warnsignalen, von meinem Körper, auf den ich sehr genau höre, ziehe ich die Notbremse. Notfalls wieder mit Unterstützung eines Arztes.

    :smile:
     
    #11
    donmartin, 14 November 2009

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