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Depressionen nach der Geburt

Dieses Thema im Forum "Schwangerschaft, Geburt & Erziehung" wurde erstellt von SilentBob81, 3 Juni 2007.

  1. SilentBob81
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    Bei einem Gespräch mit unserem Klinik-Gynäkologen kamen wir auch auf das Thema, was in den ersten Tagen nach der Geburt mit Kind und Mutter passiert. Dabei erwähnte er, das es gar nicht so selten ist, das Frauen Depressionen entwickeln und das kind zu Anfang nicht annehmen, bzw. nicht damit klar kommen. Im schlimmsten Fall müssten diese Frauen dann in einer Psychiatrischen Klinik stationär behandelt werden. Das war mir so nicht bekannt, da ich es nach den Geburten nur so kennengelernt habe, das die Eltern vor Freude gestrahlt haben.

    Da ich mir dieses "oft" nicht vorstellen kann, wollte ich mal fragen, ob jemand davon betroffen war, oder jemand kennt, der es war? Wie habt Ihr und der Vater sich in den ersten Tagen nach der Geburt gefühlt?
     
    #1
    SilentBob81, 3 Juni 2007
  2. *Cara*
    *Cara* (30)
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    Viel kann ich dir dazu nicht sagen. Ich habe es aber in meinem Umfeld auch schon gehört, dass die Frau eine ambulante psychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen musste.

    Soweit ich weiss, ist der "Baby-Blues" oft. Viele Frauen haben Mühe, sich in den ersten Tagen nach der Geburt mit der neuen Situation anzufreunden, was aber nach einigen Tagen verschwindet und die Mutter kann sich dann über ihr Kind sehr freuen. Dass aber eine stationäre Behandlung vorgenommen werden muss, kommt meines Wissens nicht so oft vor.
     
    #2
    *Cara*, 3 Juni 2007
  3. SottoVoce
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    Ich hatte nur den üblichen Hormonabsturz mit großer Heulerei. *g*

    Das war dann auch noch ausgerechnet der Tag, an dem ich aus dem KH entlassen wurde (bzw. mich selbst entlassen hab *g*), und als ich dann heimkam, hab ich erstmal NUR noch geheult. *g* Ich hab mich sooooo überfordert gefühlt.

    Aber nach einem Tag in Tränen auflösen, war wieder alles in butter und mir gings danach wieder gut und alles war vorbei. Und meinen Sohn hab ich an dem Tag, an dem ich die Heulerei hatte, auch genauso geliebt wie sonst auch, ich hatte nur Angst, als Mutter nicht gut genug für ihn zu sein...
     
    #3
    SottoVoce, 3 Juni 2007
  4. User 71335
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    Ja, ich war nach beiden Geburten (nach der zweiten hat es sich aber eigentlich kaum noch mehr verschlechtert, mein zweites Kind konnte ich auch gleich annehmen) massiv betroffen, leider waren es bei mir nicht nur 3-4 Heultage und die Weigerung mein Kind mitzunehmen (heut kann ich fast darüber lachen wie dumm die Ärzte geguckt haben, als ich gesagt habe das ich gern Morgen heim geh, aber das Kind nehm ich nicht mit:kopfschue ).

    Ist schon besonders schlimm wenn man endlich das Wunschkind hat und man sich freuen könnte (und muss, da wird man von der Gesellschaft ja zu gezwungen) und nur noch daran denkt wie man das alles wieder loswird und endlich sterben kann.
    Mein Verstand war voll wach und musste zusehen wie mir meine Hormone einen Streich spielten und mich in den Tod trieben, alles war perfekt, nur ich konnte mich nie daran freuen.

    Es ist die Hölle 10 Mal die Nacht aufzustehen, seinen Körper hinzuhalten, alles für die Kinder zu tun, völlig fremdbestimmt zu sein usw. und gar nicht zu wissen warum man das tun muss warum man dazu gezwungen wird (und die Gesellschaft, dein Mann die Großeltern zwingen dich dazu Glücklich zu sein, Mütter haben einfach glücklich zu sein so ist die Legende:ratlos: )

    Prostitution ist für mich im Vergleich zu Mutterschaft ein Kinderspiel.

    Das Statement ist hart aber, leider für einige eine bittere Erfahrung und man kann es sich auch nicht aussuchen, ob man glücklich ist oder nicht, manche Frauen haben zufällig einen Hormonzustand das sie glücklich sind und manche einen das sie unglücklich sind.
    Das sollte man sich schon als Schwangere bewusst machen, gerade wenn es ein Wunschkind ist, dann ist der Fall ins Tief einfach deutlich höher.
    Ärzte nehmen das Problem leider erst in letzter Zeit ernst, mich hat man über Jahre belächelt und beschwichtigt aber nie behandelt, das haben mein Mann und ich letztlich selber hinbekommen.

    Bei mir ging es eigentlich insgesamt über 5-6 Jahre und endete 2003mit einem Suizidversuch, das war wohl für mich so ein Erweckungserlebnis und seit dem geht es stetig bergauf und ich kann mittlerweile meine Kinder auch richtig lieben und mich über sie freuen, aber von ihren ersten süßen Jahren habe ich so gut wie nix mitbekommen:cry: .
    Das auch meine Ehe fast daran zerbrochen wäre brauch ich wohl kaum zu erwähnen.:zwinker:

    Das schlimmste ist eben das einem jeder vorgauckelt das es das größte Glück auf erden ist wenn man seineigenes Kind in den Armen hält, das kann sein muss aber nicht, das ist wie russisch Roulett.
    Wenn alle werdenden Mütter das wüssten und sich drauf einstellen könnten und man das auch gleich nach der Geburt erkennt, könnte man vielen Frauen und Kindern (auch die leiden schrecklich darunter) rechtzeitig helfen.

    So ganz lange Antwort, die wahrscheinlich keine Schwangere oder glückliche Mutter lesen möchte, ist aber auch eine Seite der Medaille.
     
    #4
    User 71335, 3 Juni 2007
  5. hatschii
    hatschii (35)
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    danke für den bericht lollypoppy, soo aus ausgiebig hab ich da noch kein "geständnis" gelesen, das thema wird ja immernoch gerne tabuisiert.
    hm ja da habe ich mir auch einige gedanken drüber gemacht und viel drüber gelesen.
    es soll zu ca. 50% (boah, soo viele?) der mamis kurz nach der geburt erwischen: wochenbett-depression.
    das geht wohl um die 2 wochen lang und erklärt sich durch den hormon-umschwung. wenn es länger als die paar wochen anhält sollte man sich dringend ärztliche hilfe holen. ich habe meinen mann schonmal vorgewarnt (ok informiert dass es das gibt und dass es uns evtl treffen könnte) und wir lassen es auf uns zukommen - was bleibt denn auch anderes übrig :geknickt: vorab kann man nix dagegen unternehmen ausser zu hoffen dass es einen nicht erwischt. es wird überall abgeraten irgendwelche kleinen glücklichmacher (johanniskraut etc) zu schlucken um da präventiv einzuwirken
     
    #5
    hatschii, 4 Juni 2007
  6. User 69081
    User 69081 (31)
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    Tatsächlich wird die Wochenbettdepression gerne totgeschwiegen, es kann ja schließlich nicht sein, dass endlich das Familienglück perfekt ist und die Mutter sich darüber nicht freut :kopfschue
    Im Krankenhaus wenn der Besuch da ist wird dann so gerade noch heile Welt vorgespielt aber wenn die weg sind kann ich mir gut vorstellen, dass plötzlich wieder alles über die Mutter hereinbricht.
     
    #6
    User 69081, 4 Juni 2007
  7. User 71335
    User 71335 (49)
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    Ich wollte euch beiden keine Angst einjagen:schuechte , wie gesagt es kann sein, es muss nicht.
    ich wünsch euch natürlich das ihr nur Tränen der Freude vergisst, ich will es euch aber nicht versprechen:zwinker: .

    Man muss es nur deutlich aussprechen, damit nicht nur das idealisierte Mutterbild vorherrscht und die jungen Mütter noch mehr unter Druck setzt.
    Ich stelle in meiner Arbeit mit jungen Müttern (Kinder von 0-3 Jahren) immer wieder fest wie häufig das vorkommt und wie oft das von der Frau selbst oder vom Partner verheimlicht oder totgeschwiegen wird und wie dankbar die Frauen sind, dass sie sich outen dürfen, ihr nicht perfekt sein eingestehen dürfen.
    Es ist vielleicht sagar wichtig die Kraft vorher aufzubauen und sich zu sagen, es wird nicht so sein wie ich mir das Vorstelle, aber ich kann es dennoch schaffen, notfalls auch alleine.

    Es kommt natürlich heutzutage häufiger vor, weil die stellung der Frau vor und nach der Geburt eine völlig andere ist als vor Jahrzehnten. Wir lassen Karrieren, Ehrgeiz, Anerkennung, finanzielle Unabhängigkeit, Partnerschaft und Zweisamkeit hinter uns und stehen vor einer neuen großen Aufgabe (auf die einem ja nie jemand z.B. in der Schule vorbereitet hat) allein (vergesst euren Partner, gerade Wunschpapis versagen am aller ehesten im Babyalltag und sind nur noch genervt) da und kein Mensch wird sagen "Mensch das hast du aber toll gemacht".

    Es wird Jahre dauern bis man wenigstens eine positive Rückmeldung von seinen Kindern bekommt.

    Machen wir uns nix vor, als Mutter hat man in unserer Gesellschaft keinerlei Stellenwert mehr, daran wird auch eine neue Familienpolitik nichts ändern. Der Trend der Familienpolitik, Mutterschaft als peinliche, unnötige, kurze Karriereunterbrechung und schwupps gibt man den kleinen Knirps in die Fremderziehung ab und ist die strahlende berufstätige Mutter, wirkt sogar gegenteilig.

    Wer sich all dessen klar ist und dennoch bewusst oder unbewusst für ein Kind entscheidet, hat damit unser aller Respekt und Unterstützung verdient und kann wirklich stolz auf sich sein.:smile:
     
    #7
    User 71335, 4 Juni 2007
  8. User 69081
    User 69081 (31)
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    Danke für deinen weiteren Beitrag Lollypoppy, der ist wirklich gut geschrieben!

    Angst hast du mir mit deinem ersten Beitrag nicht eingejagt, ich habe die Angst vor der Wochenbettdepression hauptsächlich wegen dem Job meines Mannes.
    Die Angst habe ich aber auch schon gehabt, bevor ich deinen Beitrag gelesen habe.

    Naja, wir hoffen halt doch alle das Beste :smile:
     
    #8
    User 69081, 4 Juni 2007
  9. Beastie
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    ich hatte zum glück auch nur die große heulerei

    aber die frau von thomas anders hatte das auch, 4 jahre lang.. hab ich mal im TV gesehen, die hat auch ein buch darüber geschrieben, is vll ganz interessant zu lesen
     
    #9
    Beastie, 4 Juni 2007
  10. User 53338
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    Was ich auch schon desöfteren von Bekannten gehört und/oder aber auch gelesen habe, dass es nach einem Kaiserschnitt nicht unbedingt selten ist, dass dieser Eingriff bei der Frau eine Depression auslösen kann, da durch den Kaiserschnitt das Gefühl entsteht "das sie noch nicht einmal dafür gut genug ist und es noch nicht einmal schafft ihr eigenes Kind selbstständig auf die Welt zu bringen und sich dann die Frage stellt, wie sie alles andere dann noch schaffen soll".

    Ich finde diesen Thread übrigens sehr interessant und wichtig und denke, dass es gut ist das darüber auch gesprochen wird.
     
    #10
    User 53338, 4 Juni 2007
  11. hatschii
    hatschii (35)
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    jo nochmal danke lollypoppy
    angst eingejagd hast du auch mir nicht, man sollte nur den dingen klar entgegenblicken, es kann eben auch so kommen.
    im zuge meiner hormonwallungen und resultierenden launen habe ich ja schon kleine anwandlungen von depris durch (totale scheißtage, am besten ausm kalender streichen, im bett liegen bleiben mit viel schokolade und heulen...), meistens hat sich das in die richtung "ich bin mit der gesamtsituation unzufrieden" gelagert und ich traktierte meinen mann mit vorwürfen. manchmal hatte ich so anfälle da kam ich mir tierisch allein gelassen vor - und wenn das jetzt schon so geht, was ist dann erst in einem halben jahr...

    und dann fragen einen bekannte "und, wie gehts denn so?" - "alles bestens!" meistens stimmt es auch aber manchmal... könnt ich einfach kotzen allein schon weil die das fragen.
    an einem tag sagte ich die wahrheit "ich fühl mich total fertig und würde am liebsten sofort nach hause und die decke übern kopf ziehen". das gesicht des gegenübers war.. hm.. vielsagend :eek:

    habe etwas angst dass es mehr wie "heulerei" geben könnte aber andererseits weiß ich dass ich einen super mann und familie habe und auch ne sehr gute ärztin. wir würden das sicher wieder hingebogen kriegen.
    viel schlimmer stelle ich mir das vor wenn man unvorbereitet in dieses depression reinprischt, es geht einem schäbig und man weiß nicht woher das kommt und was das soll und macht sich womöglich tausend vorwürfe und weiß sich nicht zu helfen, echt schlimm
     
    #11
    hatschii, 5 Juni 2007
  12. Heather1987
    0
    Ich konnte die Maus in den ersten Wochen nicht ansehen... weil ich in ein tiefes Loch gefallen war... Aber irgendwann sagte ich mir: Selina, du darfst nicht aufgeben! Du hast ein kleines Mädchen und einen tollen Freund...

    Ist gar nicht so leicht mit 16...

    Aber mittlerweile liebe ich die Maus!
     
    #12
    Heather1987, 5 Juni 2007
  13. User 53338
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    Ich glaube was sehr hilfhreich ist, ist der Gedanke "Ja, mir darf es schlecht gehen" und dass eine Depression nach der Geburt auch von den Partnern und Angehörigen akzeptiert wird und es nicht auch noch Vorwürfe hagelt. :smile:
     
    #13
    User 53338, 11 Juni 2007

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