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Depressionen vererbbar?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von *sternschnuppe*, 27 November 2006.

  1. *sternschnuppe*
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hey, ich war gestern Abend mit Freunden weg und sie sind irgendwie auf das Thema gekommen, ob Depressionen oder ähnliches, also psychische Störungen, vererbbar sind. Sie haben dann einige Beispiele aufgezählt und sind schließlich zu dem Schluss gekommen, dass sie wohl u.a. genetisch bedingt sind. Ich glaube das auch.
    Was sie nicht wussten (bis auf eine), dass ich selber (leichte?) Depressionen habe, wegen denen ich jetzt auch eine Therapie anfange. Ich bin adoptiert. Meine leibliche Mutter war auch psychisch wohl so labil, dass ich und meine Schwester ihr schon im Baby-Alter weggenommen wurden. Ich habe sie beide nie kennen gelernt. Mein Vater ist sowieso unbekannt.
    Und ich mache mir seit einem Jahr, seit es mit meinen Tiefs angefangen hat, auch vermehrt Gedanken darüber. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich ohne jegliche Chance, es zu stoppen, auf einen Abgrund zusteuere, dass ich über kurz oder lang auch verrückt werde, wie meine Mutter. Sie war auch mehrmals in Therapien, es hat nichts gebracht. Sie hatte eine abgeschlossene Berufsausbildung, es kann also nicht sooo offensichtlich gewesen sein, sie muss einigermaßen intelligent gewesen sein oder es hat auch erst angefangen, als sie älter war. Ich habe solche Angst!
    Ich bin einfach so verwirrt. Gehe ich kaputt daran, wenn ich so viel darüber nachdenke? Male ich also nur den Teufel an die Wand und dadurch schaffe ich mir die Probleme selber oder habe ich sowieso keine Chance dem zu entkommen? Mein Leben ist im Moment voller Fragen. Ist es besser, wenn ich versuche, meine Mutter zu finden um dann zu sehen, dass sie eigentlich doch ein ganz normaler Mensch ist. Und wenn sie das nicht ist?
    Mir geht es seit etwa einem Jahr zunehmend schlechter. Das ist auch etwa der Zeitpunkt, an dem ich mit meinem Freund zusammen gezogen bin. Ihm gelingt immer alles. Ihm fällt alles zu, er hat Selbstbewusstsein, ist der Anführertyp, er erreicht alles und wird es noch weit bringen im Leben. Gegen ihn fühle ich mich oft so minderwertig. Vielleicht auch unbewusst wegen meiner Abstammung. Wenn wir zusammen sind und das sind wir sehr oft, wir studieren das gleiche und wohnen halt zusammen, haben auch den gleichen Freundeskreis, stehe ich immer in seinem Schatten (den anderen erscheint es aber wohl nicht so offensichtlich). Bin ich alleine, bin ich irgendwie "freier" Max Frisch hat gesagt: "Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich." Wenn man das so definiert, bin ich definitiv eifersüchtig, obwohl ich es nach außen betrachtet nicht nötig hätte.
    Er ist eig. ein sehr lieber Mensch, aber halt ein Anführer. Ich liebe ihn, aber in den letzten Wochen habe ich zunehmend Zweifel daran, ob er gut für mich ist. Aber ich will auch auf keinen Fall den Fehler machen und ihm den Laufpass geben, was uns beiden das Herz brechen würde, um dann festzustellen, dass es mir ohne ihn auch nach längerer Zeit nicht besser geht.
    Er ist häufig meine einzige Stütze und gleichzeitig kann er mich unbewusst so ungeheuer verletzen, dass ich mich so sehr hasse, dass ich am liebsten sofort aus dem Fenster springen würde. Es sind Kleinigkeiten, die das auslösen, er merkt es oft nicht einmal. So etwas schafft auch sonst niemand.
    :cry:
    Es tut mir leid, dass der Text so konfus und lang ist. Ich hoffe, ihr könnt mir trotzdem helfen.
     
    #1
    *sternschnuppe*, 27 November 2006
  2. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    hi!
    Also ich sehe darin zwei Probleme, die du hast. Zum einen geht es dir ja um die Vererbung von Depressionen. Ich bin der Meinung, dass so etwas zwar genetisch veranlagt sein kann, allerdings auch etwas mit der Umwelt zu tun hat. Die Pädagogen sprechen ja auch immer von dem "Wechselwirkungsmodell" was besagt, dass die Persönlichkeit eines Menschen durch die Gene, aber auch durch die Umwelt (Erziehung, Erfahrung etc.) ausgeprägt wird. Bei Depressionen wird es wohl auch so sein, das soll heißen, dass man sie auf keinen fall bekommen muss, bloß weil die Mutter oder der Vater welche hatte. Gerade bei sowas kommt es auch immer sehr auf das Selbstbewusstsein etc. an.

    Du solltest dir erstmal im Klaren sein, dass du überhaupt nicht unnormal bist, du bist ein ganz normaler Mensch und bloß weil du Depressionen hast, bist du doch nicht verrückt?! Ich denke, dass kann jeder bekommen und hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man spinnt. Nun ja, ich denke auch, dass es dir nichts bringen würde deine Mutter zu suchen. Denn was würde es bringen zu wissen, dass es ihr schlecht geht, sie psychisch krank ist?! Dann würde es dir wahrscheinlich nur schlechter gehen.

    Ach ja: du sagst auch, dass sie ja eine Ausbildung hatte etc... aber auch gerade oftmals erfolgreiche, ehrgeizige Menschen haben mit psychischen Problemen zu kämpfen, das hat also damit gar nichts zu tun.

    Um auf das andere Thema zu kommen: Das kenne ich ein bisschen, mir geht es manchmal mit meinem Freund auch so. Er ist quasi mein Mathenachhilfelehrer und ist in dem Gebiet superfit und ich eine Niete...gerade in dieser Sache fühle ich mich sehr oft unwohl und zurückgestellt. Er war auf dem Gymnasium, ich auf der Realschule, dennoch mache ich jetzt Abitur aber fühle mich trotzdem hinten angestellt. Wir hatten da auch schon ein paar gespräche, er findet das absolut gar nicht aber sowas lässt sich ja nicht ausreden. Wenn ich dann mal wieder meine Phase habe, dann habe ich das Gefühl, er findet mich dumm, dabei stimmt das gar nicht :zwinker:

    Du solltest dir einfach im Klaren sein, dass du dich nicht minderwertig fühlen brauchst. Dein Freund liebt dich und findet dich nicht blöd, sonst wäre er nicht mit dir zusammen. Gibt er dir denn manchmal das gefühl, dass du minderwertig bist??
     
    #2
    User 37284, 27 November 2006
  3. Immortality
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hey.

    Ja, Depressionen sind vererbbar. Das heißt aber gleichzeitig auch, dass es nicht zwangsläufig so ist oder die Krankheit auch wirklich ausbricht. Ich hab bei dir ein bisschen so das Gefühl, dass du dir das einredest, dass du praktisch schon verloren bist und nichts mehr dagegen tun kannst. Das ist aber doch Quatsch. Red dir das nicht ein.

    Und zu dem Problem mit deinem Freund: Hab ich das richtig verstanden, dass du darüber nachdenkst, mit ihm Schlusszumachen?
    Weil du dich ihm gegenüber minderwertig fühlst? Ist das wirklich für dich ein Grund, ihn vielleicht zu verlassen?

    Du bist doch nicht weniger wert als er, denn er liebt dich doch. Das sollte doch eigentlich Bestätigung für dich sein, wenn dich so ein beliebter "Anführertyp" begehrt, oder? Sieh es mal so ! Also hör auf zu denken, dass er super und du nichts bist.
     
    #3
    Immortality, 27 November 2006
  4. *sternschnuppe*
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Hey, vielen Dank für deine Antwort :smile:
    hmm..nein, nicht direkt. Aber es ist halt oft so, dass ich einen Vorschlag mache und ich weiß schon vorher, dass er mir widersprechen wird. Und wenn er viele meine Ideen doof findet, schlägt s auch irgendwie auf mich als Person über.
    Andererseits sagt er mir halt auch, dass er mich nicht als schlechter ansieht (wär ja noch schöner:grin: ) und dass er es nicht merkt und erst recht nicht böse meint, wenn er mir immer widerspricht.

    Nein, noch denke ich nicht ernsthaft darüber nach, Schluss zu machen. Aber es kommen langsam Zweifel auf, weil ich mir so halt so viel aus der Hand nehmen lasse. Ich fühle mich so oft wie ein Anhängsel und so unselbstständig und damit halt auch minderwertig. Ich denke dann, wenn ich den Sprung ins kalte Wasser wge, wird es vielleicht besser, dann wird mir nicht immer das "Ideal" vorgesetzt.
    Aber es könnte auch sein, dass das das allerdümmste wäre, was ich machen könnte. Ich weiß es nicht und das macht mich so fertig. Eigentlich wollen wir nämlich irgendwann heiraten :smile:
     
    #4
    *sternschnuppe*, 27 November 2006
  5. Teresa
    Teresa (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich denke auch nicht, dass du verloren hast, nur weil deine Mutter Depressionen hatte. Es bringt überhaupt nichts, dir einzureden, dass du ohnehin ein Versager bist, weil deine Mutter Probleme hatte. Selbst wenn du etwas von ihrer Veranlagung geerbt hast, heißt das noch lange nicht, dass du deine Probleme nicht in den Griff bekommen kannst. Und ich glaube auch, dass du stolz sein kannst, wenn dein Freund gerade DICH liebt...
    Mein Freund ist 4 Jahre jünger als ich und ist in manchen Dingen auch viel weiter. Er hat so viele Begabungen, ist viel praktischer als ich, ist auch so eine Art "Anführertyp" und steht schon auf eigenen Füßen, während ich immer noch versuche, die Balance zwischen Studium und Arbeit zu schaffen und dabei immer wieder von meinem Bruder unterstützt werden muss...
    ...aber ich glaube nicht, dass du dich von deinem Freund trennen solltest, nur weil ihm manches besser gelingt als dir. Du wirst wahrscheinlich immer wieder einmal jemanden treffen, bei dem du dir denkst, der ist so toll, was bin ich schon gegen den? Aber das ist doch kein Grund, einfach so vor allen davonzulaufen, die du toll findest. Im Grunde genommen sind das doch auch nur Menschen mit ihren Fehlern und Problemen. Wer weiß, vielleicht kannst du Dinge, die er nicht kann?
     
    #5
    Teresa, 27 November 2006
  6. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Zwillings- und Adoptionsstudien belegen klar, dass es einen genetischen Faktor bei Depression geben muss. Wie das allerdings genau aussieht und wodurch eine Depression genau ausgelöst wird, ist völlig unklar.

    Wie Du selber sagst, leidest Du wohl an einer Depression, also ist das einach mal ein Faktum. Ob das jetzt durch genetische Faktoren oder durch irgendetwas anderes kommt, macht dabei doch keinen Unterschied, so oder so musst Du was dagegen tun. Davon abgesehen ist die Chance an einer Depression zu erkranken (insbesondere bei Frauen) sowieso nicht gerade klein.

    Eine Depression hat mit "verrückt werden" nichts zu tun. Mach Dir da mal keine so großen Sorgen drum. Auf einen Abgrund steuerst Du mit Sicherheit nicht zu. Du hast eine Problem, dass Du mit Hilfe einer Therapie lösen möchtest. Das klingt für mich eher so, als würde es demnächst bergauf gehen können.

    Eine schwerwiegende Entscheidung, wie die Trennung von Deinem Freund, solltest Du vor oder während der Therapie ohnehin nicht erwägen. Wenn es Dir wieder besser geht, kannst Du Dir mit klarem Kopf Gedanken über Dein Leben machen, aber jetzt wäre das fehl am Platz.
     
    #6
    metamorphosen, 27 November 2006
  7. User 67018
    User 67018 (33)
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    ich denke auch, dass depris vererbbar sind. ich weiß das allerdings von meiner schwester. sie hat starke depri schübe, meine mutter ist depri... meine schwester meinte auch mal, wo sie das her hat, aber das hab ich vergessen. zieht sich aber schon durch viele generationen bei uns. z b hat sich unsere ururgroßmutter selbst ertränkt...

    naja, aber trotzalle dem denke ich, dass wir uns nciht davon mehr beeinflussen lassen sollten, als nötig. ich bin auch leicht bis mittel depri. aber in "gesunden momenten" versuche ich mir immer zu sagen ,dass ich das jeder zeit ändern kann... naja, hm, ich meine, es wird auch langsam besser, immerhin bin ich die erste, die dagegen auch medikamente nimmt. meine schwester ruht sich auf ihrer depri sehr gut aus.

    ich denke, dass die tendenzen gesetzt werden, aber dass man selbst "entscheiden" kann. also nicht ob man es bekommt oder nicht, aber ob man dagegen was tut oder sich ausruht drauf.
     
    #7
    User 67018, 27 November 2006
  8. Herodias
    Herodias (37)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Hallo, ich denke nicht, dass du dadurch, dass deine Mutter Depressionen hatte, zwangsläufig auch daran erkrankst. Es mag gewisse genetische Dispositionen geben, der Ausbruch der Krankheit hängt aber auch an Dir, deinen Umfeld und wie es dich trägt. Frühzeitiges Gegensteuern ist wichtig, nimmst Du ja jetzt auch in Angriff...

    Für mich hört sich das alles nach einer immensen Identitätskrise an.
    Es ist schwer sich selbst und seinen eigenen Weg im Leben zu finden. Aber du bist du und du bist nicht deine Mutter! 19 Jahre ist ein schwieriges Alter. Man steht, ganz egal welchen schulischen Weg man gewählt hat, an einem Scheideweg, ist dabei selbständig zu werden, sich vom Elternhaus abzugrenzen, ev. sogar auszuziehen. Bei Dir kommt durch die Adoption hinzu, dass du die quasi doppelt abgrenzen musst, um zu deiner Identität zu finden. Einmal von deinen Adoptiveltern und noch von den unbekannten leiblichen Eltern. es kollidieren soziale Herkunft und biologische Abstammung. Das ist schwer, damit muss man erstmal klarkommen, also sei nicht so hart zu dir selbst! Du hast dir diese Situation nicht ausgesucht, versuche Verständnis für dich selbst zu haben. Es gibt Menschen, die dich wegen dir lieben.

    Ich würde an deiner Stelle noch nicht nach deiner Mutter suchen. Beginne zuerst mit der Therapie und schau mit deinem Therapeuten nach dem richtigen Zeitpunkt. Wenn du jetzt nämlich erfahren würdest, dass sie womöglich in der Psychatrie ist, könnte dich das völlig überfordern bis hin zu einem Nervenzusammenbruch! Für dieses Vorhaben brauchst du innere Stabilität. Alles hat seine Zeit...
     
    #8
    Herodias, 28 November 2006

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