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Der beste Freund dein größter Feind

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Scheich Assis, 22 August 2006.

  1. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
    967
    113
    51
    vergeben und glücklich
    Tschuldigung, schon etwas spät.

    Ich habe das hier die letzten 6 Stunden geschrieben. Ich weiß nicht, es ist einfach über mich
    gekommen...es ist mein allererstes Gedicht das ich je im Leben verfasst hab, ich weiß nicht es kam einfach so heute als ich über Eugen Roth nachdachte. Ich hab geschrieben und geschrieben, und jetzt fühl ich mich einfach danach es mit jemandem zu teilen.

    Die Geschichte (bzw. das Gedicht) ist wahr, weil ich sie so erlebt habe. Sie ist aus meiner Sicht geschrieben und das alles hat mich betroffen.



    "Der beste Freund dein größter Feind"



    Es waren einmal vor langer Zeit,
    ein Mädchen und ein Mann zu zweit,
    ein Pärchen glücklich, froh und heiter,
    stets sonnenscheinerfüllte Häupter.
    Das Schicksal ward den beiden hold,
    den anderen keiner missen wollt',
    keinen einz'gen Tag mehr so allein,
    ach wie schön kann Liebe sein!


    Doch eines Abends gegen zehn,
    zu einem Freund der Mann wollt gehn,
    um nach der langen Weihnachtszeit,
    den Neujahrssegen überbringend,
    und bei der Gelegenheit,
    ein bisschen reden, so zu zweit.
    So ist das Brauch, sogar noch heut!


    Voller Freude an der Tür,
    dachte sich der Mann "Sieh her,
    mein Kommilitone ist erfreut,
    über mein Erscheinen heut!"
    es ward ihm so als sei’s wie immer,
    als er durch das Zimmer ging,
    der Freund tat hastig und noch schlimmer,
    "Es ist dir doch nicht unbequem,
    dass ich so spät noch hier erscheine?
    Immerhin sind wir doch Freunde!"


    Blickend durch das Zimmer gleitend,
    lies sein Gemüt ihn kurz erheitern,
    sein Mädchen auch bei ihm zu Gast,
    was ihn äußerst glücklich macht,
    sie zu sehen so still und sanft,
    als sie auf dem Bettlein lag,
    das ist normal, das ist bekannt.
    Doch als er sehr genau hin sah,
    wurde es ihm sofort klar.


    Entblößt im Bett das Mädchen lag,
    und im Stillen nur und so tat,
    ganz geheim als würd’ sie ruh'n,
    um nur keinen Verdacht zu tun,
    unter der Decke ganz versteckt,
    sodass man es nur nicht entdeckt!
    Der Büstenhalter auf der Erde,
    stummer Zeuge vergangner Stunden,
    wie Bergsalz in des Mannes Wunden,
    schmerzend in des Herzens Kerbe.


    Es war als drehte sich das Zimmer,
    ganz geheuer war’s ihm nimmer,
    obwohl er nüchtern kam herein,
    wird er doch nicht betrunken sein?
    Sein Magen kehrte sich nach außen,
    ein' Medikus würd' er jetzt brauchen.
    Dem Mann wurd' heiß und kalt zugleich,
    und sein Gesicht war kreidebleich,
    wo war doch die Toilette gleich?
    Er konnt's nicht fassen, war verstört,
    und schrie um sich wie's sich gehört,
    "Diejenigen die mein Herz zerrissen,
    sollen dafür in der Hölle büßen".
    Es hielt ihn nichts mehr bei Verstand,
    enttäuscht er aus dem Raum verschwand.


    Des Mannes Herz, es ward gebrochen
    sie hat ihm doch so viel versprochen,
    die Zukunft ward den beiden nah,
    "Das darf nicht sein, das ist nicht wahr,
    mein Mädchen hat mich schlimm betrogen,
    dies' Weibsstück hat mich angelogen,
    sie hat mich einfach sitzen lassen
    ich werde sie für immer hassen!
    Sie war mein Ein und Alles zwar,
    doch nun seh ich sternenklar,
    der finstren Wahrheit ins Gesicht,
    auch wenn es noch so traurig ist",
    Enttäuschung, Zorn, Angst und Wut,
    das tat ihm alles gar nicht gut,
    die schöne Zeit sie war doch gar,
    vor ein paar Stunden noch so nah.


    Blutig war des Mannes Geist,
    Mordlust die ihn stets umkreist,
    der Gedanke in ihm weilt,
    dass sein' Rival der Tod ereilt.
    Mit blankem Schwert bei Vollmondnacht,
    so hat er sich das ausgedacht,
    er über dessen Bette steht,
    und ihm damit den Kopf einschlägt.
    Schlimmer noch als die Gedanken,
    war es mit dem Geist zu zanken,
    und zu verstehen, deutlich, klar,
    es war ein Traum, es ist nicht wahr.
    Zu schön sind manche Bilder dann,
    wenn man sie sich vorstellen kann.


    Er hat es schließlich eingesehen,
    und gab sich selber zu verstehen,
    dass Rohgewalt doch gar nichts bringt!
    doch wäre es nur halb so schlimm,
    wenn es so wäre wie es klingt.
    Verzweifelt wollte er sie kriegen,
    "Ich will nur diesen Menschen lieben,
    es steht doch immer oft geschrieben,
    Liebe bleibt doch lang bestehen,
    nur nicht bei mir, wie kann das gehen?".
    Kämpfen wollt er bis zum Schluss,
    doch leider hat es nichts genutzt.


    Nun hat er auch noch doppelt Pech,
    den beiden Biestern garstig frech,
    war es von nun an ganz egal,
    ob der Mann wohl glücklich war,
    es kümmerte die beiden nicht!
    Als ob man tief ins Herz rein sticht,
    mit heißer Nadel tief und fest,
    wie die Hölle, wie die Pest.
    Sie taten das was Pärchen tun,
    sie küssten und sie schmusten rum,
    vor den Augen unsres Helden,
    es war doch echt zum Mäuse melken!


    Von einer albtraumreichen Nacht,
    am nächsten Morgen aufgewacht,
    ins Auditorium zu gehen,
    und die beiden wieder sehen.
    Es führt kein Weg daran vorbei,
    das Studium muss nun mal sein,
    es wär doch alles gar so fair,
    wenn man nur allein da wär.


    Die Zeit verging wie sollt’s auch sein,
    das Schicksal hat’s nicht gut gemeint,
    die reinste Qual Tag aus Tag ein,
    kann’s denn das gewesen sein?
    Als ob die ganze Welt einstimmt:
    „Der Herrgott gibt es und er nimmt.“
    Kein Mensch dem es so ähnlich geht,
    nur einer der ihn noch versteht,
    der einz’ge Mensch bis heute treu,
    Freunde gibt es nicht wie Heu!


    Ein weit’res Jahr ging so dahin,
    es war gar nicht in seinem Sinn,
    so hat er sich das nicht gedacht,
    Schlaflosigkeit die halbe Nacht,
    Liebeskummer, Angst und Zorn,
    wär man doch nur neu geboren,
    weit weg auf einem andern Stern,
    vielleicht hat ihn ja jemand gern,
    da draußen ist ja vielleicht wer,
    der so ähnlich fühlt wie er,
    "Falls es dich gibt, wo du auch bist,
    hier ist jemand der dich vermisst".


    Er sah es einfach mehr nicht ein,
    "Warum nur ist die Welt gemein?,
    all das was mich glücklich macht,
    kriegt ein anderer jede Nacht,
    womit hat er das verdient,
    wieso bin ich nur so verliebt,
    in einen Menschen der nicht mag,
    dass ich ihm Vertrauen gab,
    wieso kriegt er,
    was ich nicht hab?"


    An manch schönem Tag geschieht,
    was er nicht mehr zu glauben sieht,
    ein Tagtraum wie aus einem Buch,
    sie kommt alleine zu Besuch,
    die Sehnsucht ist unendlich groß,
    sie sitzt daheim auf seinem Schoß,
    all die Angst von ihm gewichen,
    wird sie ihn gleich zärtlich küssen,
    Wärme und Geborgenheit,
    was einen Menschen täglich freut,
    was er vermisst seit fast zwei Jahr',
    macht ihm das Leben blitzschnell klar,
    die Liebe stirbt, der Tagtraum geht,
    die grausame Realität.


    Die Zeit vergeht, so wie sie will,
    das Leben hält nicht einfach still,
    was wär es schön wenn es so wär,
    dann gäb es keine Liebe mehr,
    ihm macht das nichts, das denkt er sich,
    "Ganz unter uns, ich brauch das nicht",
    doch plötzlich völlig unbeschwert,
    das Schicksal einen Streich beschert,
    ein neuer Mensch ins Leben tritt,
    und ihn positiv verwirrt,
    ihn mitnimmt in die neue Zeit,
    die nun stetig weiterrinnt.


    Kein Grund länger hier zu trauern
    er müsse nun nichts mehr bedauern,
    Leid und Schmerzen sind vorbei,
    es ist ihm alles einerlei,
    die Vergangenheit nun hinter sich,
    "Es ist mir wurscht, was kümmert’s mich?
    ich hoffe nun bin ich geheilt,
    und von dem ew'gen Schmerz befreit",


    Denn seit kurzer Zeit der Mann,
    nun doch eine Freundin fand -
    ein neuer Mensch, ein neues Glück,
    er lässt die alte Schmach zurück,
    um loszuziehen mit voller Freud,
    ein neuer Abschnitt winkt ihm heut.


    Doch eines das ist ihm gewiss:
    wie es mal war, so will er’s nicht!
    mit neuer Kraft und viel Elan,
    soll glücken was nicht möglich war.
    Die alten Fehler sind vorbei,
    und seine Freundin hilft dabei!
    Keinen einz'gen Tag mehr so allein,
    ach wie schön kann Liebe sein!


    Zwei Jahr' ist die Geschicht' nun her,
    ich muss euch sagen, ich bedau're sehr,
    dass ich so lange blind vertraut,
    einem Menschen von dem ich geglaubt,
    er ward ein guter Freund gewesen,
    nun müsst ihr eines bess’ren lesen!
    In diesem Sinne warn' ich dich,
    der Mensch hat nicht nur ein Gesicht,
    auch wenn es oft gar nicht so scheint,
    der beste Freund dein größter Feind!
     
    #1
    Scheich Assis, 22 August 2006
  2. User 64332
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    1
    nicht angegeben
    Das Gedicht gefällt mir, vor allem wie es geschrieben ist.
    Ist es von dir beabsichtigt, dass das Gedicht so fröhlich klingt, vom Reimschema her?Weil es ja eigentich nicht so ein schönes Thema ist, vorüber du da geschrieben hast.
     
    #2
    User 64332, 22 August 2006
  3. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    967
    113
    51
    vergeben und glücklich
    Nein es ist nicht beabsichtigt, ich hab einfach drauf los geschrieben, der Rhythmus hat sich dann so ergeben. Ich hab stark an Roth gedacht als ich es verfasst hab, vielleicht kommt das daher, aber es sollte nicht "fröhlich" klingen, zumindest nicht ständig - es hat ja sowohl glückliche als auch düstere Passagen.
     
    #3
    Scheich Assis, 22 August 2006
  4. Flying2006
    Flying2006 (34)
    Verbringt hier viel Zeit
    15
    86
    0
    Single
    Finde das gedicht verdammt gut, leider kann ich mich in die geschichte sehr gut rein versetzen mir ist es ähnlich ergangen.
     
    #4
    Flying2006, 23 September 2006
  5. Witwe
    Witwe (35)
    Benutzer gesperrt
    1.979
    0
    3
    nicht angegeben
    Ich finds etwas zu langwidrig ;-) also nicht von der Länge her, sondern paar Dinge find ich einfach unnötig erwähnt oder hätte man verkürzen können. Fällt dem Leser, finde ich, etwas schwer, die Konzentration zu halten.
     
    #5
    Witwe, 23 November 2006
  6. Virility
    Verbringt hier viel Zeit
    364
    101
    0
    nicht angegeben
    ist zwar echt lang geworden, aber ich mags! finde, dass es eine "interessante" geschichte ist....habe in meinem leben auch schon erlebt, dass manch freund, doch eher feind ist...
     
    #6
    Virility, 23 November 2006
  7. ringy
    Verbringt hier viel Zeit
    25
    86
    0
    nicht angegeben
    Wow

    Das Gedicht ist echt gut geschrieben, hat eine schöne Wortmelodie und trifft eigentlich immer genau auf den Punkt. Im Gegensatz zu einer anderen Meinung finde ich es nicht zu lang, sondern denke, das drückt auch die lange Leidenszeit gut aus. Ein sehr großes Lob von mir!
     
    #7
    ringy, 24 November 2006

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