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Der Junge und die Frau

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von steven1, 23 Januar 2009.

  1. steven1
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    vergeben und glücklich
    Ich war 16 und Schüler an einem Gymnasium in Norddeutschland. Den täglichen Schulweg legte ich in einem öffentlichen Bus zurück.
    Einmal auf dem Nachhauseweg wurde ich auf eine Frau aufmerksam, die mir gegenüber einige Reihen entfernt von mir saß. Sie war dunkelhaarig, hübsches Gesicht. Wir hatten ganz kurz Blickkontakt miteinander. Ein paar Stationen vor mir stieg sie aus. Sie ging an mir vorbei, schlank, mittelgroß, tolle Figur. Ganz kurz streiften sich unsere Blicke erneut.
    Ich habe mir an diesem Tag noch nichts bei dieser Begegnung gedacht. Ich nahm ihre Attraktivität zwar wahr, allerdings ohne echte Betroffenheit, da diese erwachsene Frau garantiert nicht meinem „Beutemuster“ entsprach.
    Am nächsten Tag wiederholte sich die Situation. Ab und zu ganz kurzer Blickkontakt. Von da an ging mir diese Frau nicht mehr aus dem Kopf. Irgendwann fasste ich Mut und grüßte sie. Sie nickte tatsächlich freundlich zurück. Und beim Ausstieg grüsste sie mich noch einmal. Ich war perplex. Meine Empfindungen und ihr Verhalten konnte ich nicht so recht einordnen. Instinktiv hatte ich die freudige Ahnung, dass sich ein Kontakt anbahnen könnte, gleichzeitig hatte ich jedoch auch Angst davor. Zu Beginn der kommenden Woche wiederholte sich das Spiel erneut. Ihre freundliche Art machte mir Mut. Da ich mich niemals getraut hätte, sie anzusprechen, schrieb ich ihr einen Brief. Soweit ich mich heute noch erinnere, schrieb ich, dass ich sie ganz toll fände, aber keinen Mut hätte, ihr dies direkt zu sagen. Mein Plan war, eine Station vor ihr auszusteigen und ihr dabei den Brief zu geben.
    So geschah es auch. Mir schlug das Herz bis zum Halse als ich ihr den Brief gab. Sie gab sich erstaunt, nahm den Brief aber freundlich entgegen.
    Als ich mich Tage später wieder traute, mit diesem Bus zu fahren, war alles zunächst so, als wäre nichts geschehen. Es erleichterte mich jedoch ungemein, dass sie mir wieder zulächelte. Zumindest war sie mir nicht böse. Und als sie wie üblich aussteigen wollte und an mir vorüberging, geschah es dann: Mit den Worten „Dies ist für Dich“ gab sie auch mir einen Brief. Die Situation hatte keine Sekunde gedauert, niemand hat etwas bemerkt, aber ich glaube, ich bin kurz ohnmächtig geworden. Es war ein typischer Frauenbrief. Blumig, farbig, sehr individuell. In einer gefühlvoll geschwungenen Schrift teilt sie mir mit, dass sie mich sehr mutig und meine Zeilen sehr süß fände. Sie käme aus England und würde an einer Weiterbildung für Lehrer teilnehmen. Wenn ich möchte, könnte ich sie am nächsten Tag gern zum Abendbrot besuchen. Sie nannte die Adresse eines Appartements und eine Uhrzeit. Ich war baff. Im Grunde fühlte ich mich überfordert. Natürlich regte sich sexueller Appetit in mir und ich war mir instinktiv sicher, dass es bei ihr so ähnlich wäre. Aber meine sexuellen Erfahrungen beschränkten sich auf seltenes Herumknutschen mit gleichaltrigen Mädchen. Ich fühlte mich ihr hoffnungslos unterlegen. Ich fürchtete ein Desaster. Insgeheim hoffte ich, sie würde sich nur mit mir unterhalten und ein wenig Gesellschaft haben wollen.
    Am nächsten Tag schwänzte ich die Schule. Ich wollte das Terrain erst einmal erkunden. Ich kaufte einen Blumenstrauß teile ihr auf einer beigelegten Karte mit, dass ich mich auf heute Abend freuen würde und deponierte beides an ihrer Appartementtür.
    Am Abend war ich pünktlich bei ihr. Ziemlich aufgeregt wie man sich vorstellen kann. Ihr Anblick beim Öffnen der Haustür hat mich total befangen gemacht. Sie war etwas größer als ich und sah, wie ich fand, echt gut aus. Barfuss, Jeans, kurzärmelige Bluse, sehr langes glattes schwarzes Haar, alles sehr figurbetont. Sie roch gut. Ihr Appartement hatte sie, so gut es für eine vorübergehende Anwesenheit möglich war, kuschelig eingerichtet. Sie plauderte munter drauf los und nahm mir so meine Befangenheit. Sie hatte tatsächlich ein kleines Abendessen vorbereitet. Ich nahm auf dem Sofa Platz. Sie setzte sich im Schneidersitz in einen Sessel. Das sah sehr sexy aus. Obwohl ich heute von unserem Gespräch nichts mehr weiß, glaube ich, dass wir uns gut unterhalten haben. Irgendwann, ich höre es noch heute, fragte ich sie in einem Anfall unendlicher Verwegenheit, ob sie sich vielleicht neben mich setzten möchte. Sie tat es.
    Ein paar Sekunden schwiegen wir, dann streichelte ich ihre Wange. Sie drehte ihren Kopf zu mir, schloss die Augen und küsste mich auf den Mund. Zuerst sanft verspielt, dann immer fordernder.
    Von diesem Moment an war sie die Führende. Ich berührte damals zum ersten Mal eine nackte Frau. Noch heute erinnere ich mich an ihre erstaunliche Beweglichkeit (Sie machte Yoga) und an die Perfektion ihres Körpers.
    Dieser erste Abend war überwältigend für mich. Trotzdem ich sehr nervös war, schien es auch ihr gefallen zu haben, denn sie lud mich für einen der kommenden Abende wieder zu sich ein. Ich war glücklich.
    So ähnlich verliefen auch unsere weiteren Treffen. Ich glaube, dass sie auch sexuell Spaß mit mir hatte. Unsere Beziehung schien sie tatsächlich zu befriedigen. Das war für mich schon ein tolles Gefühl. Wenn wir fertig waren, hatten wir richtig gute Gespräche, kuschelten und alberten wie Teenies miteinander. Auch brachte sie mir ein wenig Tanzen bei. John Lennons „Woman“ war das Stück bei dem wir ganz romantisch ganz nah miteinander waren. So waren wir etwa 2 bis 3 Stunden zusammen. Beim Abschied verabredeten wir unser nächstes Treffen. Wir haben nie telefoniert. Wir waren nie außerhalb ihres Appartements zusammen und sahen uns auch nicht mehr im Bus. Unsere Beziehung war äußerst diskret.
    Natürlich ist mir bewusst, dass sie mich nicht liebte. Ich war schon verknallt in sie und ich bin mir sicher, dass sie mich auch gern hatte.
    Aber ich glaube, dass sie in erster Linie unkomplizierten Sex wollte. Im Prinzip wollte ich das ja auch. Unsere Ebenen waren einfach zu verschieden, als das irgendetwas Ernstes daraus hätte entstehen können.
    Als wir uns dann eines Tages endgültig voneinander verabschieden mussten, gab ich mich zwar tapfer, bin dann aber stundenlang heulend im Wald umhergeirrt. Später hat sie mir noch einmal einen Brief geschrieben und mir für die wunderschöne Zeit gedankt. Diesem Brief hatte sie eine Haarlocke von sich beigelegt.
    Es wird in letzter Zeit oft von der Verwerflichkeit solcher Beziehung geredet, von Missbrauch oder so einem Quatsch. Jede sexuelle Beziehung beginnt als ein Prozess gegenseitiger Grenzlinienüberschreitung. Ob, und wie es weitergeht entscheiden die Partner in mehr oder minder subtiler Kommunikation. Wenn beide Partner die Grenzen und Möglichkeiten des anderen respektieren ist alles in Ordnung. Ich war zwar sehr jung und sie 20 Jahre älter als ich, aber es ist nichts gegen meinen Willen geschehen. In dieser Beziehung gab es nur Gewinner.
    Ich werde A. nie vergessen.
     
    #1
    steven1, 23 Januar 2009
  2. juppiN
    juppiN (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    0
    nicht angegeben
    wow, echt tolle geschichte, kling ja eher so wie in nem märchen:zwinker:
     
    #2
    juppiN, 26 Januar 2009
  3. engel2
    engel2 (48)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    0
    Verheiratet
    Wunderschöne Geschichte

    Liebster Steven1
    Tausend mal Danke für Deine Geschichte. Ich verstehe Dich so gut. Du hast mir Mut gemacht. Was hältst Du von meiner Geschichte (siehe neuer Thread)? Cu??
     
    #3
    engel2, 26 Januar 2009

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