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Der letzte Silberdrache

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Bea, 7 September 2003.

  1. Bea
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    vergeben und glücklich
    Der letzte Silberdrache

    Als ich sie das erste Mal sah, war ich fasziniert. Vielleicht findet ja einmal jemand dieses Buch, weil ich weiß nicht mehr, wo ich bin! Und ich fühle mich nicht gut - wahrscheinlich lebe ich nicht mehr lange.

    Aber zurück zu diesen wunderbaren Geschöpfen. Ja, ich gebe es gerne zu, sie waren monströs und strahlten silbrig. Beim ersten Blick auf sie, war ich wie verzaubert - an Angst war nicht zu denken!! Erst als zwei Männchen - weiß der Teufel woher ich wußte, dass das Männchen waren - aufeinander losgingen, bekam ich es mit der Angst zu tun. Aber es war zu fesselnd, als dass ich mich von meinem Versteck weg bewegen hätte können. Obwohl diese Wesen wirklich harmlos wirkten - sie waren silberglänzend, hatten 3 Augen, die einen treudoof ansahen, wenn sie einen sahen, einen eleganten Schwanz und eine Schnauze, die zum Streicheln einlud, gefährliche Klauen aber hatten sie nicht -, spien sie enorme Flammen aus! Diese beiden Bullen spien sich also gegenseitig ihre züngelnden Flammen an die Köpfe. Selbst an meinem Aufenthaltsort, der ein ganzes Stück entfernt war, fing ich an zu schwitzen, so dass ich meinen Pulli, mein T-Shirt und meine Schuhe auszog, ich rollte sogar meine Hose hoch. Aber ich hatte immer noch nicht rausgefunden, um was sie sich stritten. Die Weibchen schienen alle vergeben zu sein. Das kleinere, aber stärker wirkende der beiden Männchen riss das Maul auf, stieß einen markerschütternden Schrei aus, der in einer noch größeren Flamme endete. Ich dachte schon, er hätte den Kampf jetzt für sich entschieden, als er plötzlich wankte und dann vornüber kippte.
    Als ich noch grübelte, was seine Niederlage ausgemacht haben mag, entdeckte ich dieses Mädchen: Sie hatte braune, lange Haare, rote Augen und trug ein Kleid, kombiniert mit einem grünen Umhang. Das hellblaue Kleid mit den violetten Batiken wurde um die Taille von einem tiefblauen Gürtel zusammen gehalten. Ihre Hände waren bis knapp unter den Ellenbogen von braunen Lederhandschuhen geschützt. Sie trug einen großen Langbogen und einen Köcher mit Pfeilen. Ich blickte wieder zurück zu dem Drachen und sah, dass er in einer grünen Lache lag. Scheinbar hatten diese Wesen grünes Blut. Aus seiner Seite ragten mehrere Pfeile. Ich war starr vor Schreck: Wie konnte so ein schönes Mädchen eine so grausame Tat vollbringen? Sie drehte sich um und ging zu dem anderen Bullen, setzte sich zu ihm und ließ sich von ihm die Flügel um den Körper legen.
    Langsam überwand ich meinen Schockzustand und ging aus dem Gebüsch heraus. Ich hatte ganz vergessen, dass ich kaum bekleidet war. Ich wankte vorsichtig auf die Frau zu. Erst als ich schon auf 20 Meter an sie herangekommen war, bemerkte mich ihr Verehrer und stieß eine kleine Flamme in meine Richtung aus. Ich blieb natürlich sofort stehen.

    Ich atme schwerer. Es scheint wirklich zu Ende zu gehen. Aber ich will noch dieses Buch fertig schreiben. Ich glaube zwar nicht, dass es jemals jemand findet, aber wenn doch, soll er von diesen Wesen erfahren. Meine Brust schmerzt und es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren.

    Ich habe lange geschlafen, jetzt ist es Nacht. Die Luft ist stark abgekühlt. Ich werde versuchen, noch einige Seiten zu schreiben, bevor mich der Tod holen kommt.


    Ich blickte ihn ängstlich an. Sah von ihm zu dem Mädchen und wieder zurück. Sie strich kurz über einen Flügel, stand dann auch und ging auf mich zu. Sie hielt kurz vor mir und streckte mir ihre beiden Hände hin. Ihr Handschuhe hatte sie inzwischen abgelegt. Ich starrte auf diese feingliedrigen Finger, die zarte Haut, die bläulich schimmernden Äderchen, die kaum bemerkbaren Fältchen. Diese Hände hatten getötet.
    Ich starrte die Hände an und konnte mich nicht vorstellen, wie sie die Pfeile hatten abfeuern können, die den großen silbernen Drachen zu Fall gebracht hatten.
    Langsam hob ich meine Hände und lies sie einige Zentimeter über den ihren schweben. Noch konnte ich sie nicht in die ihren legen. Noch konnte ich mich nicht überwinden, eine Mörderin anzufassen.

    Ich weiß es noch wie heute, wie ich sie damals ansah. Heute sehe ich mit dem selben Blick auf meine eigenen Hände. Eifersucht ist eine wirklich schlimme Sache.

    Ich seufzte damals auf und legte meine Hände schließlich in die ihren. Sofort durchfuhr es mich eiskalt. Ihre Hände glichen Eiszapfen, ihr Lächeln, wie ich jetzt erst sah, war frostig. Ihre Augen hatten keinen Funken Wärme in sich. Sie war eine Mörderin, eine eiskalte Mörderin. Sie zog mich mit sich zu dem riesigen Drachen und legte meine Hand auf seinen Flügel. Der Drache war warm, ich spürte, wie er atmete, sah, wie sich seine Flanken hoben und senkten.
    Ich schaute zu ihm auf und erkannte ein eigenartiges Glühen in seinen kleinen Augen. Er blickte geradewegs durch mich hindurch, wie wenn er mich nie wahrgenommen hätte. Statt dessen legte er wieder einen Flügel um das Mädchen, zog es an sich und wärmte sie.
    „Was zum Teufel geht hier eigentlich ab?“, brach es plötzlich aus mir hervor. Der Drache wie auch das Mädchen sahen mich verwirrt an, dann verzog sie die Mundwinkel. „Das könnte ich dich genauso fragen. Du dringst in mein Reich ein, behandelst mich, als wäre ich ein Monster und beschwerst dich dann auch noch, wenn ich dich mit dem stärksten und wärmsten der Silberdrachen bekannt mache. Was erwartest du eigentlich? Dass ich vor dir zu Boden falle, dich anbete und dir die Füße küsse?“ „Das wäre sicherlich sehr schön, aber das verlange ich nicht mal von dir!“, antwortete ich, „also beruhig‘ dich erst einmal. Es kommt mir nur ein wenig seltsam vor, dass du grade einen von diesen Silberdrachen, wie du sie nennst, umgebracht hast und kurz darauf mit einem anderen rumturtelst. Und wie viele gibt es davon überhaupt? Außerdem will ich wieder nach Hause.“ „Du kommst nicht mehr nach Hause“, meinte sie verächtlich. „Und wieso nicht? Ich muss nur den Weg zurück gehen, den ich gekommen bin.“ Ich drehte mich um und ging auf die Büsche zu, aus denen ich kurz zuvor gekommen war. Ich spürte regelrecht, wie mich ihre Blicke durchbohrten.

    Meine Hand zittert. Kaum, dass ich den Stift noch halten kann. Ich sollte eine Pause machen, etwas trinken. Aber ich habe nichts. Auch nichts zu Essen. Draußen höre ich Wasser rauschen, aber ich bin zu schwach, um aufzustehen.
    Eben ist mir der Stift aus der Hand gerutscht. Ich sehe ihn an. Da ist ein Riss im Holz, die Mine ist auch ganz abgenutzt und stumpf. Meine Schrift wird immer krakliger. Wozu schreibe ich das alles auf, wenn es im Nachhinein doch keiner mehr lesen kann?
    Ich wollte nur nach Hause, jetzt sitze ich in dieser Höhle fest.
    Ich wollte nur weg von dort, jetzt sitze ich in dieser Höhle fest.
    Ich wollte sie für mich, jetzt habe ich sie verloren.


    Ich hörte es hinter mir rauschen, sah den Schatten über mich hinweg gleiten und kurz darauf war der Drache auch schon vor mir und schwebte einige Zentimeter über dem Moden. Ich starrte ihn an. Das Glühen in seinen Augen flammte auf, er ließ kleine Flammen aus seinem Maul züngeln. Ich stolperte rückwärts, viel hin, hob die Arme über den Kopf und harrte meinem sicheren Ende.

    {to be continued}

    _________________
    Mal sehen was ihr dazu sagt... Sind einige Zeitsprünge dazwischen, aber das ist genau die Absicht *gggg* Soll ein bisserl verwirrend werden :zwinker:
     
    #1
    Bea, 7 September 2003
  2. Luzi
    Gast
    0
    Genial, was dir alles für Sachen einfallen! :smile: (Aber meckern muss ich ja grundsätzlich :grin:)

    [quote}Vielleicht findet ich ja einmal jemand dieses Buch.[/quote]
    Ich glaube, das war unbabsichtigt, oder? *g*


    Luzi

    P.S.: Sag's bitte rechtzeitig, wenn dich mein Gemecker nervt :smile2:
     
    #2
    Luzi, 9 September 2003
  3. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.311
    121
    0
    vergeben und glücklich
    DU NERVST NICHT!!! Mönsch, genau das will ich doch. Das jemand hier mal ein bisserl kritisiert. Wenn mir immer nur honig ums Maul geschmiert wird, werd ich ja nie besser!!! *pfffff*

    Und das mit dem Ich war wirklich keine Absicht, hab ich wohl zwei verschiedene Sätze gleichzeitig im Hirn gehabt ;-)
     
    #3
    Bea, 10 September 2003
  4. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.311
    121
    0
    vergeben und glücklich
    sodelle, die Version ist überarbeitet und ein bisserl weitergeschrieben hab ich auch :zwinker:
     
    #4
    Bea, 29 Januar 2004

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