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Die Blume des Lebens

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Bea, 31 August 2003.

  1. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Die Blume des Lebens

    Machque kniet am Bett seiner Schwester. Er ist 19 Jahre alt und hat lange, schwarze Haare. Sein Gesicht ist schön geformt, er hat starke Arme und ist ein guter Jäger. Das schwerkranke Mädchen ist in Decken gebettet und liegt auf einer Strohmatte. In der kleinen Ein - Raum - Hütte sind noch drei andere derartige Betten und eine Truhe, in der Kleider und Schmuckstücke aufbewahrt werden. Seine Schwester Coa atmet ungleichmäßig und murmelt im Schlaf wirre Dinge: „Diese Blume, sie ist wunderschön. Ich muss sie haben... Leben... Endlich...“ Dann verstummt sie wieder. Machques Mutter, eine junge, schöne Frau, tritt herein und kühlt Coas Stirn.
    „Sie hat geredet. Von einer wunderschönen Blume, die sie haben will und von Leben“, sagt Machque leise, „weißt du, was sie damit meint?“ Er schaut zu seiner Mutter auf.
    „Ich habe ihr oft von der Blume des Lebens erzählt, die alle Leiden heilt, mein Sohn. Sie wird sich wünschen, dass ihr jemand diese Blume bringt.“
    Machque steht ruckartig auf. „Ich suche sie“, meint er tonlos.
    „Du weißt nicht, wo du suchen sollst. Seit Jahrhunderten wurde keine Blume des Lebens mehr in unserem Königreich gesehen. Einer Sage nach heißt es, das in einem Königreich weiter westlich noch eine Blume existieren soll. Wenn du unbedingt willst, ich kann dich natürlich nicht davon abholten. Du bist immerhin schon 19. Ich sage deinem Vater Bescheid, wenn er von der Jagt zurückkehrt. Viel Glück, mein Sohn.“
    Machque bückt sich zu Coa und flüstert ihr ins Ohr: „Ich hole dir deine Blume, du wirst wieder gesund werden!“ Machque erhält keine Antwort mehr.
    Er richtet sich auf und macht sich an die Arbeit das nötigste einzupacken. In einem Lederbeutel packt er getrocknetes Fleisch ein. Er nimmt einen Wasserschlauch mit frischem Quellwasser und geht aus der Hütte.
    Vor der Hütte hält er sich erst einmal die Hand vor die Auge, da er seit Stunden in der Hütte war und draußen die Sonne scheint. Machque schaut in die Runde der Hütten. Ungefähr 20 Hütten stehen im Kreis um eine größer und robuster Gebaute Hütte in der Mitte. Man erkennt sofort, dass dieser Wohnort dem Dorfoberhaupt gehört.
    Machque schreitet zur Koppel am Fluß, der hinter dem Dorf vorbei fließt. Der junge Mann stößt einen kurzen, schrillen Pfiff aus und ein schwarzes Pferd kommt an getrabt. Er streichelt sein Pferd, während er ihm die mitgebrachte Decke auflegt. Machque schwingt sich auf den Hengst und setzt über den Koppelzaun hinweg.
    Machque galoppiert die kahl liegende Steppe vom Dorf westwärts weg. In weiter Entfernung sieht er bereits die Berge. Der Wind lässt seine Haare wehen, zerrt an seinen Kleidern. Als Machque Hufschläge hört, zügelt er seinen Schwarzen und sieht sich um. Einige Pferde kommen ihm von der Seite entgegen galoppiert. Er bringt sein Pferd zum Stehen und wartet auf die Reiter. Nach einiger Zeit erkennt er zwei seiner Freunde und seinen Vater.
    „Hallo!“, rufen ihm seine Freunde schon von weitem zu. Als sie vor ihm zum Stehen kommen, vergeht ihnen die Freude. Sie sehen, dass Machque immer noch traurig ist und ganz sicher nicht nur zum Spass in der Gegend herumreitet. „Was ist mit dir? Wohin reitest du?“, wollen sie wissen.
    Machque antwortet ihnen nicht. „Es ist wegen deiner Schwester, nicht wahr?“, sagt sein Vater.
    „Ja“, meint Machque nur kurz und reitet im gestreckten Galopp davon. Er will nicht, dass seine Freunde oder sein Vater ihn weinen sehen. Die Tränen laufen ihm über das Gesicht und fühlen sich an als würden sie seine Wangen verbrennen. „Meine Schwester. Ich werde dir diese Blume bringen, das schwöre ich. Ich werde dein Leben retten!!“
    Machque schaut sich nicht mehr nach seinen Freunden um. Er treibt sein Pferd erbarmungslos vorwärts. Als es anfängt zu dunkeln, kommt er an einen kleinen Tümpel mit einer Art Wäldchen drum herum. Machque streift mit Pfeil und Bogen, die ihm sein Vater noch gegeben hat, durch den Wald und erlegt ein kleines Kaninchen. Mit dem Verbrauch seiner Vorräte will er so lange wie möglich warten. Machque sammelt etwas Holz und entfacht ein Feuer. Während er das Kaninchen häutet und Fleischstücke zurecht schneidet, grast sein Pferd am Tümpel. Machque schaut gedankenverloren in das Feuer. Mit einem Stock brät er das Kaninchen über dem Feuer an. Nachdem er gegessen hat, bereitet er sich aus seiner Strohmatte und der Pferdedecke ein Bett. Er starrt auf die Sterne, begleitet von den monotonen Atemzügen seines Pferdes. Aus den Sternen lacht ihm ein kleines Mädchen mit einem schwarzen Zopf entgegen. Ein Lächeln huscht über Machques Gesicht. Dann schläft er ein.
    Mit den ersten Sonnenstrahlen steht Machque auf und brät das restliche Kaninchenfleisch an. Was er nicht essen kann, packt er zu seinen restlichen Vorräten in den Beutel. „Lieber habe ich etwas mehr Essen, als dass ich dann hungern muss“, denkt er sich. Nachdem er seinen Wasservorrat aufgefüllt hat, macht er sich wieder auf den Weg, den Bergen entgegen.
    Machque reitet durch eine trostlose Gegend. Außer ein paar Dornbüschen und dem halb vertrockneten Steppengras ist weit und breit nichts zu sehen. Keine Jäger, Sammler oder sonst welche Menschen. An den Abenden isst er von seinem Dörrfleisch und trinkt aus dem Wasservorrat. Und mit jedem Tag kommt es ihm so vor, als würde er sich immer weiter von den Bergen entfernen.
    Mit der Zeit kommt er dann aber doch zu den Bergen. Machque schaut empor und kann die Spitzen der Berge nicht erkennen. „Na gut, dann wollen wir das also auch noch anpacken!“ Machque reitet an den Bergen entlang bis er einen Weg hinauf findet. Die Hohlgasse, die er zwischen zwei Bergen gefunden hat, ist sehr schmal und steigt steil an. Sein Pferd rackert sich ab und er kommt an einem Tag nur ein kleines Stück weiter.
    In der Nacht friert Machque, da er sich nur eine dünne Decke mitgenommen hat, aber er gibt sich nicht geschlagen. Er reitet weiter, jeden Tag, Stück um Stück. Nach mehr als zwei Wochen kommt er an der höchsten Stelle des Pfades an. Er dreht sich auf seinem Pferd um und schaut zurück. Sein Dorf ist nicht mehr zu sehen. Kein kleinster Punkt, nichts.
    „Wie lange bin ich wohl schon unterwegs?“, fragt sich Machque. Er würde gerne umdrehen, sehen, wie es seiner Schwester geht, aber er kann nicht, zu viel Zeit ist schon verloren gegangen. Er muss weiter, über den Berg und zu dem König des Landes, das jenseits der Berge liegt.
    Machque sieht sich in Gedanken wieder als kleiner Junge: lebhaft, abenteuerlustig und frech. Immer bei ihm war ein kleines Mädchen, kaum 2 Jahre, aber es war dabei. Das war seine Schwester. Jetzt ist sie kaum 16 und schwerkrank. Machque sehnt sich nach den alten Tagen, als er noch ein Held für sie war. Jetzt liegt die ganze Hoffnung seiner Familie, ja, die des ganzen Dorfes auf seinen Schultern. Er fühlt die Verantwortung schwer auf seinen Schultern lasten, aber die Erinnerungen und der Glaube an eine Genesung halten ihn aufrecht. Der Junge dreht sich wieder um und beginnt den gefahrvollen Abstieg: Er weiß genau, wenn es ihn nicht mehr gibt, stirbt auch seine über alles geliebte Schwester!
    Der Abstieg geht Machque etwas schneller von der Hand als der Aufstieg, da der Pfad nicht ganz so steil ist. Er braucht nur eine Woche und ein paar Tage, da er dazwischen drin für neue Nahrung sorgen muss, indem er wilde Bergpflanzen sammelt und etwas Wild mit seinem Bogen erlegt. Ein weiterer Tag geht dabei drauf, das erlegte Wild so zu präparieren, dass es sich einige Zeit hält: Machque friert es im Schnee ein und packt es dann in seinen Beutel. An einigen klaren Bergbächen hat er zuweilen auch schon mehrere Male seine Trinkflasche gefüllt.
    Glücklich im Tal angekommen sieht er sich um. Sein erster Blick fällt auf ein majestätisches Schloß, das in der Mitte des nicht allzu groß scheinenden Tales liegt. Es hat mehrere Türme und einen wunderschönen Garten. Über dem Eingangstor hängt ein Wappen, das in der Mitte ein von roter Fläche umgebenen schneebedeckten Berg dastellt.
    Machque steigt ab und geht auf das Schloß zu. Der Weg ist länger als er gedacht hat, das Schloß scheint zu erscheinen und zu verschwinden, er steigt wieder auf und reitet über eine doch ziemlich große Wiese, mit vielen kleineren Hügeln, die man im Trab in einem bequemen Tagesritt überqueren kann. Er aber spornt sein Pferd an und es jagt im Galopp auf das Schloß zu. Einige Meter vor dem Schloß wird er langsamer und läßt es im Schritt gehen.
    An einem Blumenbeet steht ein schönes Mädchen. Sie sieht auf, als sie ein Pferd hören kommt und schaut Machque ins Gesicht, man sieht es ihr zwar nicht an, aber sie ist vom ersten Augenblick an von ihm Hin und Weg. Machque steigt ab und bindet sein Pferd an den Gartenzaun. Er schreitet mit hoch erhobenen Kopf auf das Mädchen zu. Er betrachtet sie und findet, dass sie etwas komisch aussieht, da sie schneeweiße Haare, wie eine Alte, aber eine junge, zarte Haut hat.
    „Hallo, ich bin Machque und komme von jenseits der Berge. Ich suche die Blume des Lebens. Weißt du vielleicht, wo ich sie finden kann?“
    „Ja, mein Vater hat eine. Komm!“, sie winkt ihm zu und stolziert voraus in den Thronsaal des Palastes. Der Saal ist sehr groß, zumindest für Machques Verhältnisse. Die Wände sind geschmückt mir verschiedenen Wappen und Teppichen und der Weg zum Thron selbst ist mit Säulen gesäumt. Der Thron ist gigantisch und handwerklich einmalig. Alles ist bis ins kleinste Detail mit Bergen beschnitzt. Machque geht ruhig auf den Thron und den Mann der darauf sitzt zu und kniet einige Meter davor nieder. Er senkt den Kopf.

    {to be continued}



    _________________________________________
    Sodelle, der Anfang von einem meiner Romane. Wenn ich zumindest eine richtige Kritik bekomme, poste ich die nächsten zwei Seiten (insgesamt sinds inzwischen 41). Also strengt euch an *g*

    @Rapunzel: Ist damit deine Sucht erstmal bedient? *mfg*


    Bea, die grad in eine Schreibphase schlittert...
     
    #1
    Bea, 31 August 2003
  2. LandOnFire
    Gast
    0
    gefällt mir sehr gut, weil ich gerne solche mittelalterlichen geschichten usw lese. nur hatte ich, dort wo du das dorf beschreibst und wie er mit seinem pferd über die koppel springt, kurz das gefühl, es ginge um indianer und nicht um das mittelalter. ansonsten alles sehr gut und ich freu mich drauf das du sie eventuell mal weiterführst :eckig:
     
    #2
    LandOnFire, 31 August 2003
  3. bobb
    Verbringt hier viel Zeit
    246
    101
    0
    nicht angegeben
    Weiter!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Klingt wie ein Märchen. :eckig:
     
    #3
    bobb, 31 August 2003
  4. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    0
    vergeben und glücklich
    so hatten wir nicht gewettet, aber egal *g*

    „Was begehrst du?“, fragt der König.
    „Ich bitte sie, mir zu gestatten die Blume des Lebens, von der ihre bezaubernde Tochter erzählt hat, mitzunehmen und damit meine im sterben liegende Schwester zu heilen.“ Machque hat ruhig und überlegt geredet, aber er zittert trotz aller Beherrschung am ganzen Körper.
    „Meine Tochter wird dir ein Zimmer geben. Wasch‘ dich erst einmal und ruh dich aus. Ich werde dir auch neue Kleider bringen lassen.“ Er winkt mit der Hand und seine Tochter kommt herein.
    „Komm mit, ich zeige dir dein Zimmer.“ Sie geht voraus aus dem Thronsaal und Machque bestaunt die Schönheit des Palastes. Vor seinem Zimmer angekommen, schaut er sich fasziniert um und meint dann:
    „Es ist gigantisch, wie könnt ihr euch das eigentlich alles leisten?“
    „Die Bauern der umliegenden Dörfern zahlen Steuern. Wir haben Geld in Saus und Braus. Komm jetzt.“ Sie zerrt ihn ins Zimmer und schließt die Tür hinter ihnen. Das Mädchen läßt sich aufs Bett fallen und meint dann: „Ich heiße Lilith. Und du? Welchen Namen hat ein so bezaubernder, hübscher Junge wie du?“
    „Ich heiße Machque“, antwortet der Gefragte kurz.
    „Du bist ja nicht gerade gesprächig. Komm doch her und setzt dich zu mir.“
    „Warum sollte ich? Ich kenne dich nicht und ich möchte diese schönen Sachen nicht dreckig machen."
    „Also, wenn ich irgendeine Macke an dir bemerke, werde ich meinem Vater sagen, er soll dir die Blume nicht geben, egal ob du mich oder ich dich kenne und zweitens musst du deine Sachen ja nur ausziehen und schon machst du nichts mehr schmutzig. Meinst du nicht auch, dass das die einfachste Lösung wäre?“
    „Nein.“
    „Zum allerletzten Mal, komm jetzt her!“, ruft Lilith schon genervter.
    Machque dreht sich langsam vom Fenster weg zu ihr um. Er geht zum Bett und läßt sich darauf nieder, aber er starrt weiterhin zum Fenster hinaus.
    Lilith beugt sich zu ihm und küßt ihn. Machque macht weder etwas dagegen, noch dass er ihren Kuss erwidert. Lilith knöpft ihm das Hemd auf, streift es ihm ab. Er macht rein gar nichts. Lilith faßt ihm in die Hose und zieht sie ihm auch aus. Dann steht er nackt im Zimmer. Lilith steht auf, schließt die Tür ab und zieht die Spitzenvorhänge zu.
    Sie legt sich mit dem Rücken auf das Bett und reißt sich ihr Kleid auf. Machque schaut sie nur kurz an, reagiert aber nicht, obwohl seine Erregung ganz offensichtlich ist. Lilith richtet sich auf und flüstert ihm ins Ohr: „Denk an meine Worte... – ... und an deine Schwester!“
    Machque erhebt sich langsam, sehr langsam und zieht sich wieder an. Dann dreht er sich zu ihr um und meint: „Ich liebe meine Schwester über alles, aber ich werde mich deswegen nie selbst vergessen!“
    „Du willst also nicht!“, stößt Lilith aus.
    Der Junge schaut zu Boden und schüttelt den Kopf. „Nein, ich könnte mich nie vergessen!“, wiederholt er noch einmal.
    Lilith steht auf und knöpft ihr Kleid zu. In der Tür dreht sie sich noch einmal um: „Ich bekomme immer, was ich haben will!“.
    Machque steht gelähmt da und starrt auf die Tür. War das wirklich eine Prinzessin? Oder was war das sonst? Würde sie wiederkommen? Machque quält sich mit unzähligen Fragen herum. Er legt sich zum Nachdenken auf das Bett und schläft bald ein.
    In seinem Traum sieht er seine kranke Schwester die ihn mit glasigen Blick anschaut. Die Mutter und eine andere Frau unterhalten sich leise vor dem Bett und Machque hört heraus, dass Coa nicht mehr lange zu leben hat. Sie hoffen alle, dass er, der Junge, der der Bruder des Mädchens ist, rechtzeitig mit der Blume zurückkommt. Plötzlich verblasst das Bild seiner Schwester, aber er sieht dafür Lilith mit aufgerissenem Kleid vor ihm stehen und ihn auslachen. Und dann hält sie plötzlich eine seltsame Pflanze in der Hand. Sie schreit ihn an: „Siehst du das? Das ist die Blume des Lebens, mit der du deine Schwester retten kannst. Hier hast du sie!“ Lilith lässt den Topf mit der Blume fallen und der Topf zerbricht. Machque wird ohnmächtig.
    Der Junge wacht schweißgebadet auf und denkt jetzt erst recht nach. Er macht sich auf den Weg in den Thronsaal um den König noch heute um die Erlaubnis zu fragen. Was würde sich der alte Mann wohl für einen Preis denken? Außer einer Goldmünze und sich selbst hatte Machque nichts, was er ihm hätte geben können.
    „Hallo, mein Liebling!“ Die Prinzessin tritt hinter einer Säule vor dem Thronsaal hervor und wirft sich ihm in die Arme. „Mein Vater weiß jetzt den Preis. Komm, gehen wir rein.“ Sie versucht ihn in den Thronsaal zu zerren, aber er bewegt sich kein Stück. „Was ist los? Willst du die Blume etwa nicht mehr haben?"
    „Lass mich los, ich kann auch sehr gut alleine gehen.“
    „Ist ja gut. Ich lasse dich los, aber ich würde dir trotzdem raten, nicht so unfreundlich zu sein!“ Sie stolziert voraus und stellt sich neben ihren Vater.
    Machque kniet, wie schon ein paar Stunden vorher nieder und bittet um die Blume des Lebens.
    „Steh auf, mein Junge!“, sagt der König mit einer tiefen, väterlichen Stimme. „Du willst also die Blume des Lebens haben, nicht wahr?“
    „Ja.“
    „Gut, ich sehe das du nicht sehr viel bei dir hast. Was kannst du mir bieten?“
    „Ich habe nur ein Goldstück, mein Pferd, das ich aber noch brauche, und... „
    „Und?“, stichelt Lilith.
    Machque senkt den Blick. „...mich selbst.“
    „Sehr schön. Also, ich stelle die Bedingung, dass du meine überaus schöne Tochter Lilith heiratest um die Blume des Lebens zu bekommen. Natürlich weiß ich, dass du zuerst nach Hause musst, um deine Schwester zu retten. Aber ich möchte, dass du danach sofort wieder hierher kommst und Lilith heiratest. Du könntest das jetzt schwören, aber ich halte nichts von Schwüren. Aber ich weiß eine viel bessere Möglichkeit. Mir ist zu Ohren gekommen, dass man bei euch das Gesetzt hegt, dass man das Mädchen, das man küsst auch heiraten muss. Du wirst meine Tochter Lilith, die Prinzessin, also einfach nur einmal küssen und schon bekommst du die Blume. Einverstanden?“
    „Sie verlangen von mir also, dass ich mich selbst verkaufe?“
    „Ja, denk daran, es geht um deine Schwester. Ich bin mir sicher, dass du sie sehr liebst.“
    „Was ist, wenn meine Schwester bereits tot ist, wenn ich zurück bin?“
    „Dann gehört die Blume weiterhin dir, aber du musst Lilith trotzdem heiraten.“
    Machque kämpft lange mit sich selbst, dann hebt er plötzlich den Kopf und würgt ein „Abgemacht“ heraus. Lilith geht auf ihn zu und nimmt seinen Kopf zwischen die Hände. „Ich sagte ja, ich bekomme immer was ich will. Jetzt habe ich dich auch!“, flüstert sie ihm ins Ohr. Machque nimmt sie tonlos in den Arm und küsst sie. Über das Gesicht des Königs gleitet ein Lächeln. Er hatte seiner Tochter einen weiteren Wunsch erfüllt.
    Noch am gleichen Abend reitet Machque los. Er will so schnell wie möglich von diesem Mädchen weg, das bald seine Frau sein sollte. Lilith begleitet ihn bis zu seinem Pferd und gibt ihm zum Abschied einen Kuss auf den Mund. Er lässt sie gewähren, macht aber keinerlei Anstalten, ihn zu erwidern. Machque steigt auf und reitet los. Die Prinzessin winkt ihm zum Abschied und ruft: „Komm‘ bald wieder, ich werde dich vermissen!!“
    Ein paar Hügel weiter erblickt Machque einige Zelte, die bei seiner Ankunft noch nicht da waren. Da es bereits zu dämmern beginnt, begibt sich der Junge zu den Zelten und erblickt eine Schar junger Mädchen, die unterm Kochen miteinander scherzen. Als sie ihn erblicken, verstummen sie sofort und gehen langsam auf ihn zu.
    Machque ist sofort, schon bevor er bei ihnen ankommt, von einem Mädchen verzaubert. Sie ist sehr schön, hat ein bronzefarbenes Gesicht und lange schwarze Haare, die sie zu einem Zopf zusammengebunden hat.
    „Hallo, was können wir für dich tun?“, fragt ihn eben dieses Mädchen.
    „Hallo. Ich komme aus dem Schloß und will so schnell wie möglich auf die andere Seite der Berge. Könnt ihr mir vielleicht einen schnellen Weg empfehlen?“
    „Wir kennen die Berge nicht, aber du solltest für heute Nacht hier bleiben. Es wird schon dunkel und wir nehmen gerne einen hübschen Jungen bei uns auf. Komm‘, steig vom Pferd und geselle dich zu uns“, antwortet ihm ein anderes Mädchen.
    Machque steigt ab und sofort nimmt eines der Mädchen die Zügel und führt das Pferd weg. Das schwarzhaarige Mädchen nimmt Machque am Arm und zerrt ihn zum Feuer.
    „Du kannst dir eines der Zelte aussuchen. Wir geben dir gerne jedes. Also entscheide dich“, erklärt ihm eines der Mädchen nach dem Essen.
    „Ich bin gewohnt auf Reisen auf dem Boden zu schlafen, mir macht das wirklich nichts aus. Schlaft ihr ruhig in euren Zelten.“
    „Nein, wir bestehen darauf, dass du dir eines aussuchst“, entgegnet ein weiteres Mädchen.
    „Aber ich will kein Mädchen aus seinem Zelt vertreiben“, verteidigt sich Machque mutig.
    „Du vertreibst wirklich niemanden, wir würden weiterhin in unseren Zelten schlafen, wir hätten halt nur weniger Platz, na und?“
    „Moment mal! Was sucht ihr hier draußen eigentlich?“
    „Haben wir dir das noch nicht gesagt?“, fragte ein Mädchen und ein anderes entgegnete:
    „Wir haben in unserem Dorf Männermangel und sind jetzt auf der Suche nach unserem Lebenspartner.“
    „Kein Wunder, dass ihr hinter mir her seid!“, seufzt Machque.
    „Lasst ihn in Ruhe!“, meldet sich jetzt das hübsche Mädchen zu Wort. Sie wendet sich an Machque: „Wenn du nicht willst, kannst du natürlich gerne hier draußen schlafen.“


    ____________________________________________________
    Jetzt geb ich aber nichtmehr nach, bevor ich nicht eine Kritik bekommen hab, mit der ich mich verbessern kann oder so.
     
    #4
    Bea, 3 September 2003
  5. User 4030
    User 4030 (34)
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    199
    vergeben und glücklich
    Re: so hatten wir nicht gewettet, aber egal *g*

    hallo, eine wirklich sehr schöne geschichte. mitreißend und faszinierend. fließend und einfach zu lesen.nur an dieser stelle bin ich rausgekommen.er sitzt erst auf den bett, dann zieht sie ihm die hose aus und dann steht machque plötzlich.

    find ich passt nicht so ganz:smile: sorry weil ist als mädchen immer bissel schwierig nen smarten kerl die hosen zu mopsen wenn der gar nicht will;-)
    ansonsten sehr spannend. der schluß ist überhaupt nicht absehbar*heul* schnell weiter!!

    gruß lissy_20
     
    #5
    User 4030, 3 September 2003
  6. Luzi
    Gast
    0
    Also zuerst mal finde ich diese Geschichte jetzt nach dem zweiten (oder dritten?) Teil auch wieder suuuuuuuper. Kompliment! :smile: Aaaaaaber auch eine kleine Kritik: Diese Geschichte finde ich sprachlich nicht sooooo gut wie die anderen... eher holprig. Aber kann auch daran liegen, dass sie im Präsens geschrieben ist... finde ich persönlich nicht so gut.
    Und bei dem neuen Teil sind am Anfang ein paar Rechtschreib- bzw. Groß- und Kleinschreibfehler drinnen! :zwinker: (aber das ist ja nicht der Rede wert...)
     
    #6
    Luzi, 3 September 2003
  7. Moonlight21
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    ohh das sit sooo schön!
     
    #7
    Moonlight21, 3 September 2003
  8. User 4030
    User 4030 (34)
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    vergeben und glücklich
    WEITER

    BITTTTTTTTTTE

    gruß lissy_20
     
    #8
    User 4030, 5 September 2003
  9. Luzi
    Gast
    0
    Ich bin auch für: WEITER! Das ist so schrecklich, wenn man ewig warten muss, bis man weiterlesen kann... dann muss man nämlich wieder von vorne anfangen und dazu hat man dann meistens keine Lust mehr. Also weeeeeeeiter!! *g*
     
    #9
    Luzi, 5 September 2003
  10. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Machque nickt nur und holt seine Decke von seinem Pferd, das bei den Pferden der Mädchen angebunden ist.
    Nach einigen Gesprächen verziehen sich die Mädchen in ihre Zelte und Machque legt sich auch hin um zu schlafen. Als er fast eingeschlafen ist, bemerkt er, wie das hübsche Mädchen aus ihrem Zelt kommt. Sie setzt sich neben ihn auf die Erde.
    „Schläfst du schon?“, will sie wissen.
    Machque richtet sich auf. „Nein“, antwortet er.
    „Gut, kann ich ein bisschen hier bleiben?“
    „Natürlich, wieso sollte ich dich daran hindern wollen?“
    „Naja, du klangst am Feuer irgendwie verärgert. Deswegen.“
    „Ich war es auch. Ich habe nicht die Absicht mit einem Mädchen zu schlafen, von dem ich noch nicht mal den Namen weiß.“
    „Sie wollten nicht mit dir schlafen. Sie wollten nur bei dir schlafen. Verstehst du denn nicht? Wir wollen alle wieder nach Hause, dürfen aber erst heim, wenn wir einen Mann haben. Würdest du dich jetzt für ein Mädchen entscheiden, könnte sie nach Hause.“
    „Darf ein Mann bei euch mehrere Frauen haben?“
    „Ja, natürlich. Solange er für sie sorgen kann schon. Warum fragst du das?“
    „Naja, ich bin schon einem Mädchen versprochen. Ich bin nur hier, um meine Schwester zu retten. Sie liegt daheim im Sterben. Und ich habe hier die Blume des Lebens bekommen unter der Bedingung, dass ich die Prinzessin heirate. Ich muss zurückkommen, sobald meine Schwester wieder gesund ist.“
    „Du magst die Prinzessin nicht, nicht wahr?“
    „Nein, ich kann sie nicht ausstehen. Sie ist sehr aufdringlich und noch fast ein Kind!“
    Das Mädchen lehnt sich an ihn und lacht: „Dann haben wir ja schon mal was gemeinsam.“
    Machque schaut sie etwas verdutz an und legt dann seinen Arm um sie.
    „Wie heißt du eigentlich? Du hast es uns noch nicht gesagt!“
    Machque lächelt sie an: „Machque. Und du, wie heißt du?“
    „Cora. Ich bin in unserem Dorf so eine Art Prinzessin. Häuptlingstochter.“
    „Dann erwartet dein Vater wahrscheinlich, dass du mit einem Häuptlingssohn zurückkommst. Ich bin nur ein einfacher Krieger, der nicht mal ein eigenes Vermögen hat. Selbst der Bogen gehört meinem Vater.“
    „Das macht nichts. Mein Vater hat immer gesagt, wenn du einen Menschen liebst, dann geh mit ihm ohne nach seiner Herkunft zu fragen.“
    „Willst du etwa mit mir gehen?“
    „Ja, hast du etwas dagegen?“
    „Nein, eigentlich nicht. Aber ich muss über die Berge uns so. Es ist ziemlich kalt und ich habe nur für mich etwas zu essen dabei. Du müßtest sehr viel leiden und dass will ich nicht.“
    „Das macht mir nichts. Ich habe schon ziemlich harte Zeiten durchgemacht. Außerdem haben wir erst gestern ein Reh erlegt. Wir können einen Teil mitnehmen und ich kann auch gut mit Pfeil und Bogen umgehen. Bitte, lass mich mit dir gehen.“
    „Das geht nicht, was würden sie zu Hause denken, wenn ich mit dir ankomme. Vielleicht ist meine Schwester schon tot. Dann schieben sie die Schuld auf dich, weil sie vielleicht denken, dass du mich aufgehalten hast. Ich komme ja sowieso zurück. Ich kann dich dann auf dem Nachhauseweg mitnehmen, wenn ich die Prinzessin auch dabei habe.“
    „Machque, bitte, ich könnte nicht mehr ohne dich sein. Bitte lass mich mit dir kommen.“
    „Warum könntest du nicht mehr ohne mich sein? Du kennst mich doch noch überhaupt nicht.“
    „Du bist der erste Junge, der mir überhaupt gefällt. Außerdem bin ich mir sicher, dass wir uns sehr schnell verstehen werden. Schon allein, dass wir so offen miteinander reden, gibt mir diese Überzeugung. Bitte, Machque.“
    „Was würdest du tun, wenn ich dich nicht mitnehme?“
    „Entweder würde ich dir folgen, oder ich würde mich umbringen.“
    „Siehst du, dann muss ich dich ja wohl mitnehmen, meine Kleine!“ Machque lacht Cora ins Gesicht.
    „Ich bin nicht Klein. Ich bin schon 18 Jahre alt.“ Cora schaut ihn sauer an.
    „Bist du schon!“, entgegnet Machque und küsst Cora.
    „Oh“, meint Cora danach. „Du kannst gut küssen.“
    „So, meinst du?“, fragt er und küsst sie noch einmal.
    „Kommst du mit rein?“
    „Warum nicht?“ Machque steht auf und eng umschlungen gehen sie auf Coras Zelt zu. Das Innere des Zeltes ist mit Strohmatten und Decken ausgelegt.
    Cora setzt sich in eine der Ecken. „Komm her. Setz dich zu mir und... – ...“
    „Und... – ... Was?“, fragt Machque, nachdem er sich hingesetzt hat.
    „... küsst du mich noch mal? Es ist so schön.“
    Machque küsst sie und legt sie unterdessen sanft auf den Rücken. Cora zieht ihm zärtlich das Hemd aus. Machque streicht Cora ihr Männerhemd von der Brust und will ihr ihre Hose ausziehen. Cora hält aber seine Hand fest.
    „Was ist, willst du etwa nicht?“
    „Ich... ich darf nicht.“
    „Warum nicht, wir lieben uns doch, oder magst du mich etwa nicht?“
    „Ich darf aber nicht. Ich muss mich selbst als Häuptlingstochter den Gesetzen unseres Stammes beugen. Bitte, bring‘ nicht Schande über mich. Bitte, Machque.“
    „Nein, natürlich nicht.“ Machque legt sich auf den Rücken und nimmt sie ganz fest in den Arm. „Wir werden bestimmt ganz glücklich werden!“, verspricht er ihr leise.
    „Trotz der Prinzessin? Sie wird dich allein für sich wollen.“
    „Ich nehme sie mit zu meinem Stamm. Dort steht der Mann immer über der Frau, auch wenn sie irgendeine Prinzessin ist. Sogar die Häuptlingstochter würde unter einem einfachen Krieger stehen, wenn er ihr Mann ist. Ich lasse mich nicht von ihr besitzen. Ich muss sie heiraten, ok. Aber ich kann mich genauso auch wieder von ihr scheiden lassen. Sie wäre dann deine Dienerin.“
    „Warum meine?“
    „Ich könnte mich nicht einfach so scheiden lassen. Wenn ein Mann mehr als eine Frau hat, und eine Frau einer anderen etwas antut, kann er sich von ihr scheiden lassen und die geschiedene Frau wäre zukünftig die Dienerin der nicht geschiedenen Frau.“
    „Glaubst du, dass sie mich aus dem Weg räumen will?“
    „Wenn sie von dir erfährt, ganz sicher. Sie denkt sich, mit dieser Heirat würde ich ihr gehören. Aber ich werde die Bedingung stellen, dass sie mit mir zu meinem Stamm muss. Und dort herrschen andere Regeln als bei ihr im Palast. Sie kann da nicht einfach mit mir machen, was sie will.“
    „Wollte sie denn etwas mit dir machen?“
    „Du bist viel zu neugierig. Das werde ich dir schon noch austreiben.“
    „Ich will nur wissen ob du ein Verhältnis mit ihr hast.“
    „Nein“, meint Machque und rollt sich beleidigt auf die Seite.
    „Oh, mein großer Krieger ist beleidigt. Soll ich ihn wieder glücklich machen? Oder vergibt er mir nie wieder?“ Cora steigt über Machque und legt sich vor ihn. Damit er sich nicht wieder umdrehen kann, küsst sie ihn einfach.
    „Sie wollte mit mir schlafen. Zufrieden?“
    „Ja. Hast du es?“
    „Was?“
    „Hast du mit ihr geschlafen?“
    „Nein. Wer bin ich denn?“
    „Machque?“
    „Ja?“
    „Was?“
    „Was willst du?“
    „Nichts. Ich habe dir nur deinen Namen gesagt!“
    „Glaubst du nicht, dass ich gerade noch meinen Namen weiß?“
    Cora dreht sich um und schmiegt sich mit dem Rücken an Machque. Er schlingt einen Arm um sie und drückt sie an sich. „Nein!“, antwortet Cora.
    „Du bist ein gemeines, kleines Mädchen.“
    „Ja, wenn du das sagst, muss es ja stimmen.“
    Machque beugt sich über sie und gibt ihr noch einen Kuss. „Wir sollten jetzt schlafen. Morgen haben wir einen anstrengenden Ritt vor uns.“
    „Du nimmst mich also mit?“
    „Sch. Du sollst doch schlafen.“
    „Ich schlafe erst, wenn du meine Frage beantwortet hast.“
    Machque legt ihr seine Hand auf den Mund. „Sei ruhig. Ich nehme dich mit, sonst bringst du dich am Ende wirklich noch um. Und jetzt schlaf‘!“
    „Ja.“

    {to be continued}
     
    #10
    Bea, 5 September 2003
  11. User 4030
    User 4030 (34)
    Meistens hier zu finden
    1.671
    148
    199
    vergeben und glücklich
    uiii schön, das ist spannend.


    das hast du toll bis jetzt geschrieben.

    ich warte natürlich auf die fortsetztung:grin:

    gruß lissy_20
     
    #11
    User 4030, 5 September 2003
  12. Luzi
    Gast
    0
    Jaaa, die Fortsetzung ist wirklich super! :smile:

    Aber eins verwirrt mich ein bisschen, Bea: Manchmal schreibst du sprachlich, als wärst du wirklich Schriftstellerin und dann rutscht du wieder total in die Umgangssprache rein... das ist jetzt nicht böse gemeint, ja? :smile: Es könnte natürlich sein, dass das beabsichtigt ist, denn meistens ist ja die direkte Rede in der Umgangssprache. Naja, MICH verwirrt es ein bisschen, aber das schadet der Geschichte überhaupt nichts, ich finde sie suuuper! :smile: (Woher du bloß die Ideen nimmst *bewunder*)

    Luzi


    P.S.: Und danke für die schnelle Forsetzung! :smile: Kannst gern noch mehr weiter schreiben... :grin: Bin schon gespannt, wie's weiter geht!
     
    #12
    Luzi, 5 September 2003
  13. bobb
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    nicht angegeben
    hab ich im letzten teil wirklich gelesen: "willst du mit mir gehen"?????? also sprachlich net so toll....
     
    #13
    bobb, 6 September 2003
  14. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.311
    121
    0
    vergeben und glücklich
    Nach gut zwei Wochen kommen Machque und Cora in seinem Dorf an. Er rennt sofort zur Hütte seiner Eltern, ohne weiter auf Cora, sein Pferd oder die anderen Dorfbewohner zu achten.
    „Coa, ich habe deine Blume!“, ruft er, als er in die Hütte stürmt. Das Bett, auf dem seine Schwester bei seiner Abreise gelegen hat, ist leer. Seine Mutter kommt herein und führt ihn hinaus, hinter das Dorf zu einem kleinen Hügel.
    „Hier liegt sie. Du hast dein bestes gegeben, aber du warst nicht schnell genug. Das letzte, was sie noch gesagt hat war, dass wir dir danken sollen, weil du den Ritt trotz der Hoffnungslosigkeit gemacht hast. Ich freue mich trotzdem, obwohl sie nicht mehr unter uns weilt, dass du zurück bist.“ Sie entfernt sich und lässt Machque in seiner Trauer alleine.
    Machque stellt die Blume des Lebens auf das Grab, das nicht mehr als ein Erdhügel ist. Dann dreht er sich langsam um und schreitet wie in Trance zu einem nahe gelegenem See.
    Machque setzt sich ins Gras und lehnt sich an einen Baum, dessen Äste ins Wasser hängen.
    „Meine, meine kleine Schwester. Sie... sie soll tot sein?!?“ Machque kann es nicht fassen.
    Nach einer endlos langen Zeit setzt sich Cora neben ihn.
    „Wie geht es dir?“, fragt sie besorgt.
    „Meine... sie ist...“ Machque vergräbt sein Gesicht in seinen Armen und ist den Tränen nahe.
    „Ich weiß, was mit ihr passiert ist. Es tut mir leid. Ich habe dich wirklich nur aufgehalten.“
    „Nein, du bist nicht Schuld. Du darfst dir nicht die Schuld geben. Das führt zu nichts. Hast du dich im Dorf schon umgesehen?“
    „Ja, es ist sehr schön. Ich freue mich schon darauf hier leben zu dürfen.“
    „Wir werden bald eine eigene Hütte haben. Meine Freunde werden sie für uns bauen.“
    „Ich habe noch keinen Mann außer dich, ein paar kleinen Jungen und älteren Männern gesehen.“
    „Sie werden auf der Jagt sein. Außerdem haben mir einige meiner Freunde vor meiner Abreise gesagt, dass sie ihren Namen suchen wollen. Sie werden irgendwo in den Bergen stecken.“
    „Wann kann ich sie kennenlernen?“
    „Wenn sie zurückkommen.“
    „Soll‘ ich dich alleine lassen?“
    Machque antwortet nicht, er ist in Gedanken versunken, hängt den Erinnerungen an seine Schwester nach. Er will allein sein und doch mit jemandem reden können. Machque starrt den Boden zwischen seinen Füßen an. Hier ist Coa früher immer gesessen. Machque denkt an nichts. Er fühlt sich elend, ohne das Lachen seiner Schwester hören zu können. Machque versinkt in einen unruhigen Schlaf, aus dem ihn Cora herausreißt.
    „Deine Mutter hat etwas Fleisch gebraten. Willst du dich nicht mit uns ans Feuer setzten?“
    Machque sieht langsam auf. „Nein, ich habe keinen Hunger.“
    „Soll ich dir etwas zum Trinken bringen?“, fragt Cora besorgt.
    „Nein, danke!“

    Machque schläft ein und träumt etwas sehr sonderbares.
    Machque läuft über eine Wiese hinter Coa her. Ihre langen Haare wehen im Wind und sie lacht fröhlich. Dann fällt sie hin und steht nicht mehr auf. Als Machque bei ihr ankommt, ist sie bereits tot. Er nimmt sie auf den Arm und versucht den Weg ins Dorf zu finden. Seine Augen sind jedoch voller Tränen und er verläuft sich. Plötzlich kommt ihm Cora entgegen und nimmt ihm seine Schwester ab. „Komm. Ich weiß, wo du dich ungestört verabschieden kannst!“ Sie geht auf einen der Berge zu und verschwindet in einer Höhle. „Niemand wird dich hier stören. Außer uns beiden kennt niemand diese Höhle. Ich warte im Tal auf dich.“ Sie dreht sich um und geht davon. Machque setzt sich vor seine Schwester auf den Boden und starrt auf die Leiche von Coa. Als er einmal kurz die Augen schließt, verschwindet der Leichnam und an dessen Stelle liegt Lilith vor ihm. „Tja“, meint sie spöttisch, „ich bekomme, was ich will, aber du gehst leer aus. Das ist jetzt die gerechte Strafe dafür, dass du nicht das gemacht hast, was ich wollte.“ Sie fängt an in ihrer schrillen, unerträglichen Art zu lachen.
    Machque wacht auf und findet sich nicht in der Höhle, sondern an seinem See wieder, an dem See, an dem er so oft mit seiner Schwester gesessen hatte. Cora liegt neben ihm im Gras und starrt in den Nachthimmel. „Cora?“, flüstert Machque. Die Genannte setzt sich auf.
    „Geht es dir jetzt wieder besser?“
    Machque schüttelt den Kopf und vergräbt seine Hände in den Armen.
    „Was quält dich denn? Machst du dir Vorwürfe, dass du nicht rechtzeitig gekommen bist?“
    „Nein. Es sind Alpträume.“
    „Erzähl mir davon. Bitte.“ Cora will sich an seine Schulter lehnen aber Machque steht auf. „Was ist denn jetzt?“
    Machque kniet sich noch einmal zu ihr nieder und gibt ihr einen Kuss. „Ich muss noch mein Versprechen einlösen. Vielleicht gehen die Alpträume dann weg.“ Er dreht sich um und geht in Richtung Dorf.
    „Warte!“, ruft Cora hinter ihm her. Als sie ihn eingeholt hat, hängt sie sich bei ihm ein. „Ich komme mit dir!“
    „Nein, meine Kleine. Du wirst schön brav hierbleiben. Es ist zu gefährlich, dass sie dir am Ende noch etwas antut. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie sehr schnell eine wahnsinnige Eifersucht entwickelt.“
    „Aber ich muss dich doch vor ihr beschützen!“
    „Du musst gar nichts außer hierbleiben. Verstanden?“
    „Aber...“
    Machque legt seinen Finger auf ihre Lippen und schüttelt den Kopf. „Kein ‚Aber‘. Du bleibst hier!“ Er hakt sich aus und geht davon zu seinem Pferd.
    „Hallo, mein Kleiner. Wir müssen noch einmal über die Berge, zu dieser Prinzessin“, sagt er leise zu seinem Pferd, während er ihm die Schnauze streichelt, „ich hole noch schnell meine Sachen und dann reiten wir los.“
    Machque geht zum Grab seiner Schwester, packt die Blume des Lebens in einen Beutel, in der Hoffnung, sie doch eintauschen zu können, und geht dann zur Hütte seiner Familie.
    „Mutter?“
    „Ja, mein Sohn, was gibt es?“ Sie sieht Machques Beutel und weiß sofort was los ist. „Du willst wieder fort?“
    „Nein, ich will nicht. Aber ich muss. Ich muss die Prinzessin des Königreichs in dem ich die Blume gefunden habe, heiraten. Deswegen gehe ich. Ich bitte dich, pass gut auf mein Mädchen auf, und achte darauf, dass sie nicht auf den Gedanken kommt, mir zu folgen. Es ist zu gefährlich für sie.“
    „Und wie bitte schön soll ich das deiner Meinung nach anstellen? Ich kann nicht über sie befehlen. Wenn sie dir folgen will, dann wird sie sich nicht davon abhalten lassen.“
    „Ich reite jetzt dann los. Sie weiß zwar, dass ich wieder weg muss, aber sie weiß noch nicht wann. Bitte, schau einfach dass du sie irgendwie beschäftigst. Bitte!“
    „Ich kann es ja versuchen.“
    „Danke, Mutter. Jetzt kann ich beruhigt gehen. Ich komme bald wieder!“ Machque bekommt noch einen Kuss auf die Stirn und etwas Proviant.
    Dann nimmt er sich noch den Bogen, den er von seinen Vater bekommen hat und macht sein Pferd fertig. Er führt es aus der Koppel und eine ganze Strecke vom Dorf weg. Dann sitzt er auf und reitet den Bergen entgegen.
    Hinter einer Baumgruppe sitzt Cora ebenfalls auf ihr Pferd auf und reitet ihm nach.
    Auf dem ganzen Weg hält sich Cora immer etwas weiter zurück, damit Machque sie nicht bemerkt. Aber als sie auf Schleichpfaden vor Machque auf der anderen Seite der Berge ankommt, wird sie von einer Schlange, auf die sie versehentlich getreten ist, gebissen. Die Schlange ist hoch giftig und Cora schleppt sich gerade noch an den Rand des Gebüschs, in dem sie sich verstecken wollte.
    Machque kommt erst einige Stunden später den Pfand herunter und reitet einfach nur geradeaus. Er hält vor dem Gebüsch an, um noch eine letzte Pause zu machen, bevor er seine Freiheit eintauschen muss. Machque streift durch die Gebüsche, um Brennholz zu sammeln und trifft auf die bewußtlose Cora.
    „Cora, hey, kleine Maus. Sag doch was!“ Machque rüttelt Cora an der Schulter und untersucht sie dann, nachdem sie keinen Ton von sich gegeben hat. Er findet die Bissstelle der Schlange und kann sich sofort zusammenreimen, was passiert ist. Er trägt Cora zu seinem Pferd und holt dann Feuerholz. Machque zündet ein Feuer an, kocht in einem mitgebrachten Kessel Tee aus einigen Blättern der Blume des Lebens. Die gekochten Blätter legt er auf die Wunde und das Wasser flößt er Cora ein. Dann wartet er, während er sich selbst einige Stücke eines erlegten Rehes brät.
    Als es anfängt zu dunkeln öffnet Cora langsam die Augen und versucht sich aufzurichten. Machque, der bis dahin ins Feuer geschaut hat und dieses aufrecht erhielt, blickt sie an und lächelt.
    „Bleib‘ besser liegen. Ich glaube nicht, dass es dir schon so gut geht, dass du dich aufsetzen solltest.“
    Cora sinkt wieder zurück und schaut in den Himmel. „Warum schimpfst du nicht? Bist du nicht böse?“
    „Doch natürlich. Aber was würde das ändern? Ich bin viel zu froh, dass du noch einmal durchgekommen bist, als dass ich dich jetzt tadeln könnte.“
    „Du bist irgendwie so reif. Nicht so kindisch wie ich. Warum magst du mich eigentlich so gerne?“
    „Hm...“ Machque legt einige Zweige ins Feuer. „Du bist schön. Sehr schön sogar...“
    „Ist das alles?“, fragt Cora aufbrausend und richtet sich auf. Machque drückt sie mit der Hand zurück auf den Boden.
    „Du solltest lernen mich aussprechen zu lassen, Kleine. Ich weiß nicht, warum ich dich mag, vielleicht gerade weil du so anders bist. Du bist wie ein Gegensatz zu mir. Du hast Temperament, ich bin dagegen ruhiger. Du liebst das Abenteuer, ich die häusliche Ruhe. Ich weiß es nicht, tut mir leid.“ Machque stochert ein wenig in der Glut herum. „Reicht dir das als Antwort?“
    „Ja, sicher...“ Einige Zeit schweigt Cora. „Machque?“, frägt sie leise.
    „Ja?“
    „Wann reitest du weiter?“
    „Wenn du soweit wieder fit bist.“
    „Was wird im Schloß mit mir passieren?“
    „Ich weiß es nicht. Fürs erste bist du einfach mal meine Schwester, die ich gerettet habe. Dann kann dir nichts passieren. Du willst dich einfach beim König bedanken. Irgendwann wenn wir wieder im Dorf sind werden wir das Mädchen dann einweihen.“

    {to be continued}


    ___________________________________________
    @bobb: Du wirst an der Geschichte genau merken, wie sich mein Stil entwickelt hat... ICh hab den ersten Teil von der Geschichte (etwa die ersten 5-10 Seiten) im Alter von 11 oder 12 Jahren geschrieben. Jetzt bin ich 17... Also sei gespannt, wie das sprachliche weitergeht... Mir fallen solche Sachen auch immer auf, wenn ichs mir zufällig (? zufällig? wie kann man was 41-seitiges zufällig lesen? *g*) mal wieder durchles, dass solche sprachlichen un-toll-heiten drin sind. Aber dann lass ich sie absichtlich drin... Keine Ahnung wieso... So 'ne komische Eigenheit von mir, dass ich nciht viel umändern nachträglich ;-)
    Ich hoff es gefällt dir trotzdem ^.^
     
    #14
    Bea, 7 September 2003
  15. Luzi
    Gast
    0
    Es ist wirklich super! :smile: Aaaaaber ich muss natürlich wieder haarspalterisch (oder sowas) meckern. Wie schon gesagt, sag, wenn's dich nervt.

    - "Jagt" schreibt man immer noch mit "d" wie Jagd... :zwinker:

    - Es ist verwirrend, wenn man längere Zeit die Geschichte nicht gelesen hat und dann einmal "Coa" und dann wieder "Cora" liest :grin:

    - Irgendwie kommt die Trauer gar nicht sooo doll durch, wie ich geschätzt hätte... weil am Anfang stirbt er fast selber, weil er so Angst um seine Schwester hat und jetzt wird er halt so einfach mal zum Grab geführt... mei, is sie halt tot... aber kann auch Absicht sein, war halt unerwartet! :smile:


    Hey, aber das ist genial.. mit 11 Jahren schon SOLCHE geschichten schreiben... WOW!
     
    #15
    Luzi, 9 September 2003
  16. bobb
    Verbringt hier viel Zeit
    246
    101
    0
    nicht angegeben
    Das erklärt natürlich alles, :smile: hab ich doch schon wieder ein "ist" anstelle von "hat" entdeckt. ("...Hier ist Coa früher immer gesessen...")
    Und dann war da noch irgendwo eine ausdrücksmäßige ungereimtheit aber ich will mal nicht so pingelig sein, denn solche geschichten hab ich mit 11 bestimmt nicht geschrieben. :grin:
    Also...öhm.....wann kommt die Fortsetzung?????? :grin:
     
    #16
    bobb, 10 September 2003
  17. sexy_hexi
    sexy_hexi (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    52
    91
    0
    vergeben und glücklich
    hi,

    sehr sehr sehr sehr ...
    schööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööön:anbeten: :smile: :zwinker: :herz: ....

    hui hui hui,....

    weiter so
    sexy_hexi
     
    #17
    sexy_hexi, 10 September 2003
  18. LOST
    LOST (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    89
    91
    0
    Single
    Mh, ich hab mich am Anfang doch schon etwas gewundert:

    - Kurze, abgehackte Sätze

    - Ein irrsinniges Tempo - ist das nur mir aufgefallen? Mit den schon geposteten Teilen könnte man locker 20 Din A4-Seiten füllen, wenn sie ausgebaut würden

    - Wenig detaillierte Beschreibungen

    - Es gibt nur noch eine Blume des Lebens. Der König hat nichts Besseres zu tun, als sie mir nichts, dir nichts, einer Laune seiner Tochter zu opfern. Sie könnte doch auch ihn irgendwann heilen!

    - Kleinere sprachliche Schwächen, z.B. "nach gut zwei Wochen" etc.

    - Ein seltsamer königlicher Vater, der sein einziges (? Ist zumindest von keinem anderen die Rede, würde aber keinen großen Unterschied machen) Kind mit einem dahergelaufenen, heruntergekommenen Jüngling verheiratet, von dem er absolut nichts weiß

    - Wenn eine "hochgiftige" Schlange zubeißt, dürften ein paar Stunden eigentlich für die Rettung zu spät sein...

    - Wie wird die Blume denn auf dem Ritt über Berg und Tal mehrere Wochen lang auf dem Rücken eines Pferdes transportiert ohne einzugehen? Oder hab ich das einfach überlesen?

    Daneben noch einige andere Dinge, die ich aber jetzt nicht mehr so aus dem Gedächtnis zusammenbekomme oder die bereits genannt wurden.

    Aber dann hab ich gelesen, dass du das als 11 bis 12-jährige geschrieben hast, und dafür muss ich doch sagen, alle Achtung.
    Meine Geschichten in diesem Alter hab ich meistens vor Erreichen der zehnten Seite abgebrochen, weil ich keine Lust mehr hatte, und meine Längste ist auch nur 35 Seiten lang geworden (da war ich ganz stolz drauf:grin: ) und nicht nur unlogischer, sondern besteht auch aus einem Haufen Handlungsstränge gleichzeitig. Wie bei einer Serie praktisch. :zwinker:
    Da ich also meine eigenen Erfahrungen damit hab, kann ich nur sagen: Respekt!

    Bin gespannt, wie dein Stil sich entwickelt hat. Schreib am besten bei jedem Beitrag dein derzeitiges Alter dazu, falls du es noch weißt. :zwinker:
     
    #18
    LOST, 14 September 2003
  19. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.311
    121
    0
    vergeben und glücklich
    „Du willst wieder in dein Dorf zurück?“
    „Natürlich. Reichtum und Schmuck und das alles ist nichts für mich. Außerdem könnte ich hier nicht mit dir zusammensein.“
    „Und in deinem Dorf schon?“
    „Sicher. Viele Männer in unserem Dorf haben mehrere Frauen. Mein Vater hat auch zwei. Ich werde dich einfach ebenso wie Lilith heiraten. Stört dich das?“
    „Nein. Aber war deine Schwester dann eigentlich nur deine Halbschwester?“
    „Nein. Sie war meine echte Schwester. Die erste Frau meines Vaters kann keine Kinder bekommen.“
    „Machque, glaubst du sie wird mir etwas antun wollen?“
    „Wer, meine Mutter?“
    „Nein, die Prinzessin!“
    „Ja, ich denke schon.“
    „Warum willst du mich dann trotzdem heiraten?“
    „Sollte ich mit dir in wilder Ehe leben?“
    „Nein, aber wir könnten Lilith doch einfach glauben lassen, dass wir wirklich Geschwister sind. Und du kommst ab und zu in meine Hütte. Und dann werde ich dir einen Sohn schenken. Bitte Machque, ich will dich nicht mit ihr teilen müssen.“
    „Müsstest du das nicht erst recht wenn du nicht meine Frau bist?“
    „Nein. Ich wüsste, wenn du bei mir bist, dann bist du nur bei mir. Auch mit deinen Gedanken. Und wenn ich deine Frau wäre, wüßte ich, dass da gleich neben mir eine andere Frau liegt, die es gar nicht erwarten kann, mich beiseite zu räumen und dir zicktausend Kinder zu schenken.“
    „Cora, du kannst mich nicht davon abhalten. Ich werde dich heiraten und du wirst mir einen Knaben schenken. Ob du nun willst oder nicht.“
    „Machque, vergiss nicht, dass ich eine Häuptlingstochter bin und du mir nicht so einfach etwas vorschreiben kannst.“
    „Cora, wie wird bei euch das Versprechen der Heirat besiegelt?“
    „Normalerweise durch einen Kuss. Warum?“
    „Genau wie bei uns. Du bist mir also bereits versprochen oder hast du mir und ich dir nicht schon mehr als einen Kuss gegeben? Wollten wir nicht immer zusammen sein? Habe ich dir bis jetzt nicht immer deinen Willen gelassen, obwohl ich das überhaupt nicht mehr müsste? Du siehst wir sind uns 1. Schon versprochen und 2. Lasse ich dir sowieso deinen Willen.“
    „Warum müsstest du mir meinen Willen nicht mehr lassen?“
    „Wenn ein Mädchen einem Jungen versprochen ist, zählt das soviel, als ob sie bereits mit ihm verheiratet wäre. Und der Mann steht bei uns nun mal über der Frau, kann also mit ihr machen, was er will, solange sie seine Frau ist, oder eben ihm bereits versprochen.“
    „Du willst damit also sagen, wenn du zum Beispiel mit mir schlafen wollen würdest, könnte ich gar nichts dagegen unternehmen?“
    „Du hast es erfasst!“
    „Und wenn ich mich jetzt fürchterlich mit dir streiten würde und dich dann nicht mehr zum Mann haben wollen würde, was wäre dann?“
    „Nichts, du würdest mein Mädchen bleiben, erst mit meinem Nein – Wort wärst du sozusagen frei.“
    „Gib mir dein Nein – Wort“, fordert Cora.
    „Warum sollte ich?“
    „Ich will dich nicht mehr.“
    „Ich dich aber. Du kannst nichts machen, mein Kleines Mädchen.“ Er beugt sich über sie und küsst sie. Mit der einen Hand stütz er sich auf und die andere fährt langsam unter Coras Rock und ihre Beine entlang nach oben. Cora zuckt unter seiner Hand zusammen, rührt sich aber nicht.
    „Du kannst ja doch artig sein, kleines Mäuschen.“
    Cora schaut weg. Machque setzt sich wieder ans Feuer und lässt es herunterbrennen. Dann legt er sich neben Cora und nimmt sie in den Arm.
    „Ist meine kleine Maus etwa sauer?“, fragt Machque in einem scherzhaften Ton.
    „Weißt du eigentlich, was du gerade gemacht hast? Du... du... DU wolltest mit MIR...“
    Machque lacht leise in sich hinein. „Wollte ich nicht, ich wollte nur wissen, wie du reagierst.“
    „Warum sagst du mir das nicht gleich?“
    „Hast du wirklich geglaubt, ich würde dir so einfach weh tun können?“
    „Woher willst du wissen, ob du mir damit weh getan hättest?“
    Machque legt seine Hand auf ihr Herz. „Hast du schon mal gehört, dass man einem auch da drin weh tun kann?“
    „Nein, wie auch?“
    „Soll ich es dir vorführen?“, fragt Machque verschmitzt und seine Hand gleitet über Coras Busen über ihre Hüfte und unter ihren Rock.
    „Nein, nein, nein! Ich kann es mir sehr gut vorstellen.“
    „Gut“, meint er und zieht sein Hand zurück. „Und was machen wir jetzt?“
    „Was willst du denn machen?“
    „Willst du das wirklich wissen?“
    „Ja!“
    „Gut. Am liebsten würde ich jetzt sofort zum Palast reiten und das ganze hinter mich bringen.“
    „Warum machst du es nicht. Du kannst mich ja auch dem Rückweg mitnehmen. Komm schon, Machque, bring es hinter dich!“
    „Willst du mich vielleicht loshaben?“
    „Nein, so darfst du dass nicht verstehen. Ich will nur nicht, dass du leidest.“
    „Kannst du schon wieder reiten?“
    „Ich denke schon.“
    „Gut. Komm. Ich helfe dir auf. Wir werden sofort zum Palast reiten.“
    „Muss das sein?“
    „Ja.“
    Machque hilft Cora auf ihr Pferd. Dann reiten die beiden los.

    Machque und Cora binden ihre Pferde am Gartenzaun fest und gehen auf die Tür vom Schloß zu. Machque klopft an. Nach kurzer Zeit hören sie Schritte und dann wird das Tor geöffnet. In der Tür steht Lilith nur mit einem Nachtmantel. Sie wirft sich Machque an den Hals.
    „Ich wusste, dass du wiederkommst, mein Süßer!“ Dann sieht sie Cora und frägt: „Wer ist dieses Mädchen?“
    „Bist du etwa eifersüchtig, Kleine?“
    „Nenn mich nicht ‚KLEINE‘. Ja, natürlich bin ich eifersüchtig! Du kommst mitten in der Nacht mit einem fremden Mädchen an, welches Mädchen wäre da nicht eifersüchtig!?!“
    „Ich gebe dir vollkommen recht!“, meldet sich jetzt auch Cora zu Wort, „Aber du hast keinen Grund eifersüchtig zu sein. Ich bin nur Machques Schwester.“
    „Ach so, na dann! Kommt rein!“
    Lilith hängt sich an Machque und Cora folgt den Beiden, etwas angewidert von dem Anblick, dass ein anderes Mädchen sich an ihren Boy ranmacht.
    Lilith zeigt Cora ihr Zimmer. Es ist schön eingeräumt.
    „Komm, Machque, ich zeige dir jetzt dein Zimmer!“ Machques Zimmer sieht genauso aus, wie das von Cora: Ein Bett, ein kleiner Tisch mit einem Stuhl, ein Schränkchen und Schemel. Lilith gibt Machque noch einen Kuss, bevor sie sich in ihr Zimmer zurückzieht.

    Am nächsten Morgen werden Machque und Cora schon vor Sonnenaufgang geweckt. Cora begrüßt Machque mit einem Kuss, aber Machque meint: „Pass auf was du machst, sonst fliegt alles noch auf!“
    „Ist ja schon gut.“
    Im Thronsaal wird ihnen ein gigantisches Frühstück aufgetischt: neben verschiedenen Obstsorten gibt es Brot und frisches, gebratenes Fleisch. Danach verkündet der König feierlich, was sie heute alles vorhaben: „Heute wird meine wunderschöne Tochter Lilith mit dem hier anwesenden Krieger Machque getraut. Die Zeremonie wird am Mittag stattfinden.“
    „König?“
    „Was gibt es, mein Sohn?“
    „Ich hätte da eine kleine Bitte.“
    „Und die wäre?“
    „Ich würde Lilith gerne mit zu mir nach Hause nehmen. Hier ist es zwar sehr schön, aber zu Hause gefällt es mir dann doch etwas besser.“
    „Was meinst du, mein Engel? Würdest du es in so einer Hütte aushalten?“
    „Natürlich, wo Machque hingeht geh‘ auch ich hin.“
    „Gut, unter diesen Umständen bin ich einverstanden. Aber ich verlange, dass ihr noch hier getraut werdet!“
    „Natürlich, euer Majestät.“
    „Noch was Machque, nenn mich bitte nicht mehr euer Majestät. Ich komme mit da irgendwie blöd vor.“
    „Und wie soll ich Euch dann nennen?“
    „Nenn mit Papa, Vater, oder sonst irgendwie. Und vor allen Dingen, sag DU zu mir!“
    „Geht klar, Majestät!“
    „Na, ok, lassen wir das mal auf sich beruhen. Ich nehme an, dass ihr beide so schnell wie möglich zurückkehren wollt.“
    „Ja, es ist ein weiter Ritt und desto eher wir aufbrechen, umso eher kommen wir an. In den Bergen liegt sowieso schon Schnee.“
    „Dann schlage ich vor, dass ihr heute Vormittag noch getraut werdet, dann könnt ihr am Nachmittag aufbrechen. Einverstanden?“
    „Ich fange gleich an zu packen!“, ruft Lilith und stürmt aus dem Saal. Machque und Cora erheben sich ebenfalls und folgen ihr.
    „Gehen wir auf mein Zimmer?“, fragt Cora.
    „Nein!“
    „Warum nicht?“
    „Du kennst die Antwort.“
    „Na schön. Dann helfe ich eben deiner sauberen Prinzessin beim Packen!“
    „Ja tu das.“
    Machque geht in sein Zimmer und versucht noch einmal zu schlafen, als wenig später Cora ins Zimmer kommt. Sie sieht etwas verstört aus und stammelt: „Die will ihre ganzen Sachen... Die GANZEN...“ Machque setzt sich auf die Bettkante und zieht Cora neben sich.
    „Was ist den los, Cora? Was hast du?“
    „Lilith! Sie will ihre ganzen Sachen mitnehmen! Zicktausend Kleider und Schuhe und sonstigen Ramsch!!!“
    „Hast du ihr nicht gesagt, dass wir das nicht transportieren können?“
    „Doch natürlich, aber sie hat gesagt, sie würde es erst glauben, wenn du es ihr sagst. Ich nehme an, sie glaubt ich wäre auf ihren Reichtum eifersüchtig, was völlig aus der Luft gegriffen ist.“
    „Na schön, dann gehen wir einmal zu ihr und klären dass. Ok?“
    „Ja.“
    In Lilith‘ Zimmer angekommen, erkennt Machque erst die gewaltigen Ausmaße des Problems: Lilith hat ihre gesamte Kleidung in Kisten und Koffer gepackt. Aber es ist nicht so, dass sie nur zwei oder drei Kleider hätte, nein, sie hat drei große Schränke voll Kleider, einen nicht allzu kleinen Schuhschrank und Kistenweise Schminke und Schmuck.
    „Prinzessin, wie willst du das bitte alles über die Berge bringen?“
    „Wofür habe ich meine Diener und Dienerinnen? Sie werden es für mich tragen.“
    „Lilith, dir ist schon klar, dass du mit zu mir kommst?“
    „Ja.“
    „Dann solltest du dich auch meinem Stamm anpassen, meinst du nicht?“
    „Ja, aber warum frägst du mich das?“
    „Cora, erklär‘ ihr das bitte. Ich habe dazu wirklich nicht die Nerven.“
    „Wenn du willst. Also, Lilith, Machque und ich leben in einem Stamm, in dem jede Familie eine kleine Hütte hat. In dieser Hütte sind Pritschen und ein bis zwei Truhen in denen Kleidung und Wertgegenstände aufbewahrt werden. Wenn du all diese Dinge mitnehmen willst, bräuchte man eine eigene Hütte allein für deine Sachen. Außerdem wird bei uns normalerweise Wildlederkleidung getragen und jede Frau muss bestimmte Dinge für ihren Haushalt machen. Keine hat Dienerinnen oder Diener. Die Ausnahme besteht darin, wenn ein Mann zwei Frauen hat und sich von einer Scheiden lässt, lebt die Geschiedene als Dienerin der anderen Frau. Aber das ist sehr selten, was heißt, dass du arbeiten musst. Ok? Habe ich etwas vergessen, Machque?“
    „Nein, soweit ist alles klar. Also, Lilith, Schätzchen“, meint Machque und sieht, wie Cora ihm einen wütenden Blick zuwirft, „ich mache dir einen Vorschlag: Du kannst so viele Dinge mitnehmen, wie wir auf vier Pferde bringen.“
    „Warum vier Pferde?“, will Cora wissen, „wir sind doch nur zu dritt.“
    „Wir nehmen ein Packpferd mit, Kleine. Schätzchen, kannst du reiten?“
    „Ja, ein wenig“, antwortet Lilith.
    „Gut, komm mit zu meinem Pferd. Ich möchte sehen, wie gut du bist.“ Er schaut sich ihr aufwendiges Spitzenkleid und die vielen Unterröcke an. „Vielleicht solltest du dich auch etwas anderes anziehen, Schätzchen.“
    „Und wann soll ich meine Sachen packen?“
    „Mach einfach zwei Haufen. Die Sachen, die du unbedingt mitnehmen willst auf den einen und die die du nach Möglichkeit dabei haben willst, auf den anderen. Cora wird es für die Pferde zurecht packen.“
    Cora will protestieren, aber Machque winkt ab. „Ich ziehe mich schnell um.“
    „Ich warte bei den Pferden.“



    _________________________________________________
    @LOST: So ein ausführlicher Kommentar muss belohnt werden *lach*
    Mir sind diese ganzen kleinigkeiten mit den Beschreibungen etc. auch schon aufgefallen. Hat mich meine beste Freundin vor etlichen jahren darauf hingewiesen. Seit dem bemühe ich mich, mehr zu beschreiben. Also wenn die häufigeren Beschreibungen kommen, dürfte ich so ungefähr 14 gewesen sein *gggg*

    Bis bald
    Bea
     
    #19
    Bea, 14 September 2003
  20. LOST
    LOST (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    89
    91
    0
    Single
    Offenbar hat er sich doch umentschieden und will seine Blume nicht mehr versuchen einzutauschen? Hat er die Zwecklosigkeit davon erkannt? Ist sie wertlos, nun, da sie einige Blätter hat lassen müssen? Oder ist sie ihm ganz einfach eingegangen zwischen seinen Satteltaschen?

    Fragen über Fragen, und ich hoffe mal, die ein oder andere wird irgendwann geklärt. :zwinker:

    Oder hab ich gar etwas übersehen?
     
    #20
    LOST, 14 September 2003

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