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Die Geburt unserer kleinen Mara

Dieses Thema im Forum "Schwangerschaft, Geburt & Erziehung" wurde erstellt von Numina, 10 August 2009.

  1. Numina
    Numina (29)
    ...!
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    Verheiratet
    Sonntag, 2. August: Ein Wehenbelastungstest ohne die wichtigste Zutat... wehenlos in Bremen.

    Ich war bereits 6 Tage über dem Termin und sollte mich darum am Sonntag zur Vorsorge im Krankenhaus vorstellen und eventuell einen Wehenbelastungstest machen lassen.
    Soweit, so gut.
    Dort angekommen wurde dann erstmal ein Ultraschall gemacht, der ergab, dass unser Töchterchen bald auf dem Trockenen liegen würde – sehr wenig Fruchtwasser – und die Messungen ergaben ein Gewicht um die 4kg.
    Mir wurde empfohlen den Wehenbelastungstest gleich machen zu lassen, vielleicht würde der bei meinen 3cm Muttermundöffnung ja auch richtige Wehen nach sich ziehen.
    Also ab ans CTG und den Wehentropf mit Oxycytin auf 10ml pro Stunde und dann haben wir gewartet.
    Nach einer halben Stunde kam die Hebamme wieder rein und fragte ob ich schon etwas merken würde... aber ich hatte keine einzige Wehe gehabt.
    In den folgenden fünf Stunden wurde die Dosis bis auf 80ml pro Stunde (eigentlich sollten es höchstens 50ml sein, für die 80 musste die Hebammen extra nachfragen) hochgefahren, aber ich bekam trotzdem keine einzige Wehe.
    Die Herztöne waren prima, aber der Wehenschreiber zeigte absolut null.
    Einziges Ergebnis des Mittels waren Kopfschmerzen...
    Mir wurde empfohlen mich stationär aufnehmen zu lassen und ab dem nächsten Tag wegen zu hohem Blutdruck und zu wenig Fruchtwasser einleiten zu lassen.
    Der Kopf unserer Tochter war auch immer noch alles andere als im Becken angekommen...
    Naja gut, war ich einverstanden.
    Mich erwartete ein nettes Krankenhausbett und eine ziemlich schlaflose Nacht voller Aufregung...


    Montag, 3. August: Eine Einleitung ohne die wichtigste Zutat...immer noch wehenlos in Bremen.

    Gleich morgens um neun bekam ich eine Prostaglandintablette an den Muttermund gelegt.
    Die Untersuchung vorher hatte immer noch einen weichen Muttermund bei 3cm ergeben und die Hebammen waren zuversichtlich, dass die Tablette gut wirken würde.
    Also lag ich zwei Stunden herum, damit nicht gleich alles wieder rausflutscht.
    Tja und dann? Richtig, nichts. Keine einzige Wehe und am Muttermund tat sich
    auch nichts.
    Gegen 18 Uhr bekam ich eine weitere Tablette gelegt, das Ergebnis war dasselbe – nichts passierte.
    Die Oberärztin kam und besprach mit mir das weitere Vorgehen...
    Da bisher nichts half und ich mittlerweile eine Woche überfällig war schlug sie vor am nächsten Morgen die Fruchtblase anzupieksen, dann müsste ich eigentlich endlich Wehen bekommen.
    Da es nach dem AbschlussCTG bereits 23 Uhr war und es morgens um acht schon mit einem CTG weitergehen sollte bekamen wir zusätzlich zum Kreißbett noch ein Bett in den Kreißsaal geschoben und mein Mann konnte mit dort übernachten.
    Wieder eine nahezu schlaflose und aufgeregte Nacht, schließlich würden wir am nächsten Tag ganz definitiv Eltern werden.


    Dienstag, 4. August: Wie unser Milchmädchen den Weg in die Welt fand...

    Morgens war ich schon tierisch aufgeregt und gleichzeitig echt müde.
    Nach einem kurzen CTG mit schönen Herztönen und absoluter Wehenlosigkeit wurde ich um neun Uhr aufs Kreißbett gebeten um die Fruchtblase zu öffnen.
    Die Oberärztin kam auch gut dran, es machte leise „plopp“ und ich hatte das seltsame Gefühl etwas inkontinent geworden zu sein.
    Das Fruchtwasser wurde für „klar und fast farblos“ befunden und ich stopfte mein sexy Netzhöschen mit massenweise Surfbrett-Binden aus, weil ständig etwas nachlief.
    Trotzdem war der Boden im Kreißsaal bald ziemlich nass.
    Zu wenig Fruchtwasser heisst eben nicht, dass es für eine ordentliche Sauerei nicht noch reicht.
    Ich blieb am CTG angeschlossen und sollte möglichst viel stehen damit der Kopf richtig tief ins Becken rutschen könne, jetzt wo das Fruchtwasser weg war.
    In den folgenden zwei Stunden passierte... richtig. Nichts.
    Immer noch keine Wehen, also musste wieder ein Wehentropf her, den ich um etwa 12 Uhr angeschlossen bekam.
    Zusätzlich bekam ich noch eine Infusion mit Buskopan um den Muttermund noch weicher zu machen.
    Ziemlich schnell kamen dann auch Wehen... bei nur einem Viertel der Dosis vom wehenlosen Wehenbelastungstest zwei Tage zuvor.
    Ich war so glücklich, dass endlich etwas passierte.
    Die erste halbe Stunde waren die Wehen wie starke Menstruationsbeschwerden und gut auszuhalten. Eine erneute Untersuchung ergab 3-4cm Muttermund und Hebamme und die beiden Ärztinnen die mich die letzten zwei Tage betreut hatten freuten sich nach den letzten doofen Tagen mit uns über den Fortschritt.
    Um 12:30 hatte ich auf einmal extrem starke Wehen im Minutentakt und dauerhafte Rückenschmerzen, die das CTG aus irgend einem Grund nicht richtig anzeigte.
    Weil ich nur noch am Veratmen war rief die Hebamme die Ärztin dazu, die mich gegen 13 Uhr untersuchte und feststellte, dass sich der Muttermund in dieser halben Stunde von den 3-4cm auf 7cm geöffnet hatte. Kein Wunder, dass die Schmerzen heftig waren.
    Der Wehentropf wurde niedriger dosiert um die Abstände in denen die Wehen kamen länger zu machen, damit ich wieder Luft bekam.
    Doch als die Dosis reduziert wurde hatte ich auf einmal wieder überhaupt keine Wehen mehr.
    Scheinbar hat mein Körper was gegen das Wehenmittel und dachte sich ganz oder gar nicht.
    Also wieder etwas herauf mit der Dosis und sofort wieder heftige Wehen ohne Pause.
    Um 13:30 wurde mir dann nahegelegt eine PDA legen zu lassen, damit man den Wehentropf hochstellen könne und ich würde dann immerhin nichts mehr davon merken.
    Mittlerweile war ich von dem Dauergewehe so fertig, dass ich sofort einverstanden war.
    Ich bekam einen Wehenhemmer, der mächtig Herzrasen machte und alles wurde in die Wege geleitet.
    Um 14 Uhr war die Anästhesistin da und ich saß auf meinen Mann gestützt da, bemüht einen runden Rücken zu machen.
    Die Anästhesistin versuchte viermal ohne Erfolg die PDA zu legen (autsch), beim fünften Mal dachte sie dann sie hätte Erfolg gehabt.
    Da ich durch den Wehenhemmer keine Wehen mehr hatte wurde der Tropf hochgestellt um zu schauen ob alles richtig wirkte.
    Das Ergebnis war, dass die PDA absolut überhaupt nicht wirkte und ich wieder Wehen ohne Pause hatte. Ich wurde wieder untersucht und der Muttermund stand trotz allem immer noch bei 7cm und es tat sich nichts mehr.
    Die Ärzte beratschlagten sich ob man trotz meiner blöd gestellten Wirbel noch eine PDA versuchen sollte und ich versuchte aufzustehen und zu schauen ob ich die Wehen im Stehen besser ertragen könnte. Dabei landete ein Schwall Fruchtwasser auf dem Boden und es war eindeutig grünlich und ich sofort ziemlich erschrocken.
    Die Oberärztin die neben mir stand guckte auch alles andere als begeistert und meinte wir könnten es noch eine halbe Stunde versuchen und wenn sich der Muttermund schnell weiter öffnen würde könnte alles noch seinen natürlichen Lauf nehmen und ich würde meine PDA dann auch noch bekommen.
    Die halbe Stunden verging, ich hatte immer noch heftige Wehen und die Untersuchung ergab unveränderte 7cm und einen Kopf der einfach nicht richtig ins Becken wollte.
    Die Ärztin guckte mich ziemlich mitleidig an und sagte es sei für uns alle das Beste die Geburt nun abzubrechen und unsere Tochter auf die Welt zu holen, die Herztöne und das grünliche Fruchtwasser würden ihr ganz klar sagen es solle nicht noch ewig dauern.
    Ich war ziemlich am Ende und fing erst einmal richtig an zu heulen.
    Bis 7cm hatte ich es doch geschafft, warum ging es nun nicht mehr weiter?
    Ich hab mich gefühlt als hätte ich irgendwie versagt, auch wenn alle sagten ich hätte bisher alles richtig gemacht.
    Dann ging alles ziemlich schnell. Ich wurde über den Eingriff aufgeklärt bekam ein OP-Hemdchen an und einen Blasenkatheter gelegt, legte mich auf ein Bett und wurde in den OP geschoben, der direkt neben dem Kreißsaal war. Dort ging es weiter auf eine Liege und die Spinalanästhesie wurde gelegt, was im Gegensatz zur PDA zum Glück beim ersten Versuch super klappte.
    Überall um mich herum standen Leute, die meinen Blutdruck kontrollierten, mich ablenkten und mich beruhigen wollten.
    Ich war total erleichtert, weil ich auf keinen Fall eine Vollnarkose haben wollte und alles verpassen.
    Meine Körper wurde taub, das Tuch wurde aufgehängt und mein Mann setzte sich ziemlich blass und in viel zu kleiner grüner Kleiung an meinen Kopf.
    Bevor ich fragen konnte ob die Ärzte schon angefangen hätten hörte ich wie etwas abgesaugt wurde und eine Minute später trug jemand etwas an uns vorbei zum Untersuchungstisch, das in ein Handtuch gewickelt war und ganz ruhig war, keinen Schrei von sich gab.
    Der Kinderarzt kam dazu und unsere Kleine schrie endlich so richtig los.
    Nach dem Absaugen und einer ersten Begutachtung ihres Zustandes bekam mein Mann unsere kleine Mara in den Arm und wir sahen zu, wie sie das erste mal ganz ruhig ihre Augen öffnete und uns ansah. Diese fünf Minuten bevor mein Mann mit ihr zur U1 ging kamen mir sooo kurz vor.
    Ich wurde zugenäht und wieder in den Kreißsaal geschoben wo meine kleine Familie schon auf mich wartete.
    Ich bekam Mara gleich angelegt und wir wurden zwei Stunden lang in Ruhe gelassen um etwas Zeit für uns zu haben, nur ab und zu kam jemand herein und schaute auf mein EKG.

    Trotz allem Pech, was wir in diesen Tagen hatten war ich vom ersten Augenblick an glücklich und vergaß darüber sogar ein bisschen, dass ich mir das Ganze eigentlich anders vorgestellt hatte.
    Ich würde jedenfalls jederzeit wieder ein Baby bekommen :ashamed:)
     
    #1
    Numina, 10 August 2009
  2. tainted.beauty
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    Schöner Bericht! Auch wenn natürlich nicht alles so geplant war, wie es sollte. Aber wann passiert das schon mal. :zwinker: Ich wünsch euch dreien alles gute.
     
    #2
    tainted.beauty, 10 August 2009
  3. User 35546
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    Sehr spannend und auch wenn s jetzt nicht so kam, wie gewünscht - Das Ergebnis zählt und das ist doch wohl gut geworden, oder?
     
    #3
    User 35546, 10 August 2009
  4. User 69081
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    Da habt ihr ja was mitgemacht. Aber hauptsache Mara ist da und euch gehts gut :smile:

    Alles Gute nochmal euch dreien!
     
    #4
    User 69081, 10 August 2009
  5. Miss_Marple
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    Puhuhuh, du Arme. Da hast du ja ganz schön was mitgemacht, bis sie endlich da war. Aber wenns nicht abschreckt für Nummer zwei, ist das ja schon mal prima :smile:

    Geht's mit den Wundschmerzen vom KS jetzt?
     
    #5
    Miss_Marple, 10 August 2009
  6. Numina
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    Ich merk heut nur noch was beim Aufstehen, aber das ist harmlos :smile:
    Niesen tut noch fies weh für ne Sekunde...

    Schmerzen beim Liegen hatte ich von Anfang an keine, das erste Aufstehen und aufs Klo laufen war aber die Hölle trotz Schmerztropf.
    Ab Tag drei gings...
    Hatte beim Stillen teils noch fiese Nachwehen, war wohl alles gereizt da drin nach den Dauerwehen und dem KS hinterher...dafür war die Rückbildung bisher klasse.
     
    #6
    Numina, 10 August 2009
  7. Asti
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    nicht angegeben
    Uuuuh, schade, dass das alles so kompliziert (und schmerzhaft) verlaufen ist, aber ich freu mich sehr für dich. Habe dein Tagebuch auch imemr verfolgt, viel Spaß mit der Kleinen!
     
    #7
    Asti, 10 August 2009
  8. Miss_Marple
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    nicht angegeben
    Hach, ich find halt, du hättest nach dem Dauergekotze wirklich eine schöne Geburt als ausgleichende Gerechtigkeit verdient gehabt... so ist das einfach nicht fair.
    Klar ist es die Hauptsache, dass Mara jetzt da ist und es euch beiden gut geht. Aber nett ist das nicht...
    Naja, vielleicht beim nächsten Mal...
     
    #8
    Miss_Marple, 10 August 2009
  9. glashaus
    Gast
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    Alles Gute nochmal :smile:

    Falls du das Niesen verhindern willst, weil's noch weh tut, kannst du auch mitm Finger zwischen die Augenbrauen auf die Nasenwurzel drücen, dann geht der Niesreiz weg.
     
    #9
    glashaus, 10 August 2009
  10. Sheilyn
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    irgendwie so mitleidend hab ich deinen text gelesen... :zwinker: hat sich streng angehört. aber alles gute nochmal!
     
    #10
    Sheilyn, 10 August 2009
  11. Aurinia
    Aurinia (32)
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    Ui, das klingt ja nach einer schweren Geburt! Schade dass es nicht so lief wie du es dir gewünscht hättest, aber wer kriegt schon die Geburt die er sich vorstellt,hihi ;-)
    Hauptsache das kleine Mäuschen ist endlich bei euch und gesund und wächst brav. :smile:
     
    #11
    Aurinia, 11 August 2009
  12. Aliena
    Aliena (38)
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    DAS hab ich bei einer sehr guten Freundin auch gedacht - und dann kam sogar die Zange zum Einsatz*grusel* Immerhin bekommt sie jetzt nach 3 Jahren auch ihr 2. Kind, obwohl sie es sich lange Zeit nicht vorstellen konnte.

    Hast Dich wirklich tapfer gehalten :knuddel:
    Alles Liebe für Euch 3 :herz:
     
    #12
    Aliena, 11 August 2009
  13. User 51829
    User 51829 (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Bei mir war da auch so dass es echt schmerzhaft war wenn ich Husten musste oder auch lachen...war echt schwierig sich das zu verkneifen wenn jemand was lustiges gesagt oder gemacht hat :grin:
    Im Liegen gings bei mir auch immer gut, aber das Aufstehen tat immer sehr weh...wollte anfangs am liebsten nur liegen bleiben, aber meine Blase hat immer so sehr gedrückt dass ich dauernd aufs Klo musste...das war echt blöd :zwinker:

    Schade dass bei dir dir Geburt nicht so verlaufen ist wie sie sollte, aber du hast es ja gut überstanden :smile:
    Hoffentlich läuft es beim nächsten Kind anders ab (falls ihr denn noch ein Geschwisterchen für die Kleine wollt), das würde ich dir (und mir als "Leidensgenossin" natürlich auch) echt wünschen!
     
    #13
    User 51829, 11 August 2009

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